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Quelle:Tj/Wächtershäuser 1973

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Wilhelm Wächtershäuser
Titel    Das Verbrechen des Kindesmordes im Zeitalter der Aufklärung : eine rechtsgeschichtl. Untersuchung d. dogmat., prozessualen u. rechtssoziolog. Aspekte
Sammlung    Quellen und Forschungen zur Strafrechtsgeschichte ; Bd. 3
Ort    Berlin
Verlag    Erich Schmidt Verlag
Jahr    1973
Anmerkung    Link zum Datensatz der DNB
ISBN    3503007350
URL    http://books.google.de/books?id=fGwe1EaZi_oC

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    7


Fragmente der Quelle:
[1.] Tj/Fragment 077 29 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-08 12:51:54 Klicken
BauernOpfer, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Wächtershäuser 1973, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 77, Zeilen: 29-37
Quelle: Wächtershäuser 1973
Seite(n): 7, Zeilen: 3ff.
Trotz zahlreichen Meinungsverschiedenheiten darüber, welchen der in den genannten Vorschriften enthaltenen Elemente tatbestandlich konstitutive Bedeutung zukomme und welche anderen nur beispielhaft im Sinne der Beschreibung typischen Tatverlaufs zu verstehen seien, hatte man erkannt, dass der Kindsmord charakteristische Züge aufweist, die ihn in objektiver und subjektiver Hinsicht wie auch im Unrechtsgehalt klar von ähnlichen Delikten unterschieden.

So kann man gegen Ende des 18. Jahrhunderts297 einen verhältnismäßig scharf umrissenen, aus den Art. 131, 35 und 36 CCC konstruierten Tatbestand ausma-[chen.]


297 Vgl. zu Fällen aus dem frühen 18. Jahrhundert die Beispiele bei Wächtershäuser, S. 8ff.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts treffen wir in Rechtsprechung und Literatur einen verhältnismäßig scharf umrissenen, aus den Art. 131, 35 u. 36 PGO konstruierten Tatbestand des Kindermordes an. Der an sich recht unbestimmte, weil viel zu allgemeine Tatbestandskern des Art. 131 I PGO hatte die Indizienregelungen der übrigen Vorschriften in vielerlei Hinsicht Ergänzungen im Sinne tatbestandlicher Ausgestaltung erfahren: einzelne Indizien waren zu Tatbestandsmerkmalen geworden. Zwar gab es im einzelnen zahlreiche Meinungsverschiedenheiten darüber, welchen der in den genannten Vorschriften enthaltenen Elemente tatbestandlich konstitutive Bedeutung zukomme und welche anderen nur beispielhaft im Sinne der Beschreibung typischen Tatverlaufs zu verstehen seien. Grundsätzlich hatte man jedoch deutlich erkannt, daß Kindermord charakteristische Züge aufweist, die ihn in objektiver und subjektiver Hinsicht wie auch in seinem Unrechtsgehalt klar von verwandten Delikten unterschieden.
Anmerkungen

Wörtlich und sinngemäß übereinstimmende Textanteile sind nicht in ihrem Umfang kenntlich gemacht. Fortsetzung auf der Folgeseite.

Sichter

[2.] Tj/Fragment 078 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-11 15:33:40 Plagin Hood
Fragment, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Wächtershäuser 1973, ZuSichten

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 78, Zeilen: 1-3
Quelle: Wächtershäuser 1973
Seite(n): 7, Zeilen: 3ff.
[So kann man gegen Ende des 18. Jahrhunderts297 einen verhältnismäßig scharf umrissenen, aus den Art. 131, 35 und 36 CCC konstruierten Tatbestand ausma-] chen. Dabei hatte der sehr allgemein gehaltene Art. 131 CCC durch die Indizienregeln der anderen Vorschriften Ergänzungen im Sinne einer tatbestandlichen Ausgestaltung erfahren.298

Einigkeit bestand insoweit, dass die Besonderheit des Kindsmordes darin bestand, dass Tatobjekt nur ein neugeborenes Kind und Täterin nur dessen Mutter sein kann.


297 Vgl. zu Fällen aus dem frühen 18. Jahrhundert die Beispiele bei Wächtershäuser, S. 8ff.

298 Vgl. Wächtershäuser, S. 7.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts treffen wir in Rechtsprechung und Literatur einen verhältnismäßig scharf umrissenen, aus den Art. 131, 35 u. 36 PGO konstruierten Tatbestand des Kindermordes an. Der an sich recht unbestimmte, weil viel zu allgemeine Tatbestandskern des Art. 131 I PGO hatte die Indizienregelungen der übrigen Vorschriften in vielerlei Hinsicht Ergänzungen im Sinne tatbestandlicher Ausgestaltung erfahren:

[...]

Der Kindermord „in sensu stricto et proprio“ (wie wir der Begriff künftig nur verwenden wollen) stellt sich demnach als ein Sonderfall des Deszendentenmordes dar; seine Besonderheit besteht darin, daß Tatobjekt nur ein neugeborenes Kind, Täterin nur dessen Mutter sein kann.

Anmerkungen

Fortgesetzt von vorheriger Seite. Die ersten beiden Sätze enthalten Quellenangaben (mit "Vgl."), die jedoch die wörtlichen/gedanklichen Übereinstimmungen nicht vollständig klarstellen. Darunter folgen weitere Übereinstimmungen.

Sichter

[3.] Tj/Fragment 078 10 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-02-03 22:48:38 Singulus
BauernOpfer, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Wächtershäuser 1973, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 78, Zeilen: 10-29
Quelle: Wächtershäuser 1973
Seite(n): 12, 13, 14, Zeilen: 12: 21ff., 13: 37-38, 102; 14: 6-8
Die von Wehrli angesprochene Nichtbeachtung des Motivs kann als charakteristisch für den Begriff des Kindsmords in jener Zeit angesehen werden. Dies lässt sich an einem bei Wächtershäuser wiedergegebenen Kindsmordfall, der etwa 1740/50 entschieden worden sein muss, eindrucksvoll belegen.300

Die Delinquentin hatte angegeben, sie habe das Kind aus Furcht vor Entdeckung nur durch zusammendrücken des Halses am Schreien hindern wollen. An den Tod des Kindes habe sie nicht gedacht. Diese Einlassung erscheint glaubhaft, wenn man sich in die Lage einer unehelichen Mutter in der damaligen Zeit versetzt. Schmerz, Scham, Ratlosigkeit und Furcht vor der Schande, die sich über die langen Monate der Schwangerschaft anhäuften, vervielfachten sich durch die physische und psychische Belastung der Geburt. In dieser dramatischen Situation kann die Überlegung, erst mal Zeit zu gewinnen, zur Ruhe zu kommen, niemand etwas merken zu lassen, durchaus nachvollziehbar sein. So betrachtet erscheint es durchaus einleuchtend, dass die Täterin ihr Kind wirklich nur am Schreien hindern wollte. Für das Gericht spielte dies indes keine Rolle. Es verurteilte die Delinquentin zum Tode durch das Schwert. Dies zeigt, dass der inneren Tatseite, dem seelischen Zustand und den Motiven der Täterin, keine Aufmerksamkeit geschenkt wurde.301 Gleiches können wir bei Joh. Christ. Fröhlich von Frölichsburg erkennen. Das später als sehr wichtig angesehene Motiv der Scham, das sogar Art. 131 CCC [erwähnt, tut er kurzum ab: „sintemalen die Abtoedtung der Kinder wegen verzweifelter Scham, so doch vor der Suende haette beobachtet werden sollen.“302]


300 Vgl. Wächtershäuser, S. 1lf.

301 Vgl. Wächtershäuser, S. 1lf.

302 Fröhlich unter 2. Tract, 2. Buch, 10. Titel.

[Seite 12]

Die Täterin gibt an, sie habe das Kind aus Furcht vor Entdeckung nur am Schreien hindern wollen. Berücksichtigt man die Lage einer unehelichen Mutter unter den damaligen Umständen und Wertsetzungen, so ist diese Einlassung glaubhaft. Im Zeitpunkt der Geburt kulminiert nach monatelanger Steigerung ein Zustand gemischt aus Schmerz, Scham, Ratlosigkeit und Furcht vor einer ungewissen Zukunft; alle diese Empfindungen werden durch die physische Belastung des Geburtsvorgangs vervielfacht. In dieser dramatischen Situation kann die erste Überlegung sehr wohl lauten: Zeit gewinnen, zur Rhe kommen, niemanden etwas merken lassen. So betrachtet, erscheint es durchaus einleuchtend, daß die Täterin ihr Kind wirklich nur am Schreien hindern wollte. Daraus einen „animum occidendi indirectum“ zu konstruieren, erscheint daher gewaltsam.16 Aber es ist charakteristisch für den Begriff des Kindermords zu dieser Zeit, daß der inneren Tatseite, insbesondere dem seelischen Zustand und den Motiven der Täterin, keine Aufmerksamkeit geschenkt wird.

[...]

[Seite 13]

wir nun eine zusammenhängende Darstellung des Kindermords aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Joh. Christ. Frölich v. Frölichsburgs „Commentarius, In Kayser Carl des Fünften, und des H. Röm. Reichs Peinliche Halsgerichts-Ordnung“ erschien im Jahr 1759.

[...]

Das ganze Werk erweckt den Eindruck einer mehr konservativen Einstellung; es erscheint daher recht geeignet, einen zutreffenden Eindruck des Strafrechts er ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu vermitteln.

[...]

18

[...]

sintemalen die Abtoedtung der Kinder wegen verzweifelter Scham, so doch vor der Suende haette beobachtet werden sollen,

[...]

[Seite 14]

Entscheidend ist, daß er das später so wichtige Motiv der Scham, dem Art. 131 PGO ja auch eine nicht zu übersehende Bedeutung beimißt, geradezu abwürgt:


18 2. Tract., 2. Buch, 10. Tit.

Anmerkungen

Auf die Quelle wird mehrfach verwiesen, die Übereinstimmungen/Anlehnungen sind jedoch nicht in vollem Umfang kenntlich gemacht. Auf Seite 11 der Quelle (siehe Fußnotenangaben) findet sich nur die historische Schilderung, die jedoch nicht übernommen wird. Fortsetzung auf der Folgeseite.

Sichter

[4.] Tj/Fragment 079 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-02-03 22:46:45 Singulus
BauernOpfer, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Wächtershäuser 1973, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 79, Zeilen: 1-31
Quelle: Wächtershäuser 1973
Seite(n): 13, 14, 16, Zeilen: 13: 37-38, 102; 14: 6-15, 21-25; 16: 1-23
[Das später als sehr wichtig angesehene Motiv der Scham, das sogar Art. 131 CCC] erwähnt, tut er kurzum ab: „sintemalen die Abtoedtung der Kinder wegen verzweifelter Scham, so doch vor der Suende haette beobachtet werden sollen.“302

Damit werden die subjektiven Elemente der Tat ausgeklammert. Der Grund, warum der Kindsmord als ein Tatbestand eigener Art mit speziellen Merkmalen und besonderem Unrechtsgehalt hervorzuheben ist, entfällt. So erübrigt es sich für Frölichsburg, Tatbestandsmerkmale aufzustellen, die sich auf das Motiv beziehen, es begründen oder daraus folgen.303 Gleiches gilt wohl auch für die Handhabung des Kindsmords in der Freien Reichsstadt Speyer Anfang des 18. Jahrhunderts, über die aus einer Quelle zu erfahren ist: „Die seelische Erregungen, denen die Gebärende in und nach dem Geburtsakt ausgesetzt ist, erfahren in der Regel keine Berücksichtigung, wie wohl die Defensoren manchmal mit Nachdruck daraufhinweisen.“304 Grund für die Tatsache, dass der Kindsmord allein aus Opfersicht beurteilt und der Blick auf die Täterinnen missachtet wurde, war neben der immer noch im Vordergrund stehenden Erfolgshaftung die scharfe Pönalisierung der „fleischlichen Verbrechen“. Todesstrafe für Ehebruch, ewige Landesverweisung, Staupenschlag und ähnliches für voreheliche Vermischung sogar unter Verlobten, dazu noch entwürdigende Kirchenbußen waren durchaus normale Strafandrohungen. Mitgefühl für die Ängste und Nöte der unehelich Schwangeren waren bei einer so gestalteten moralisch-sittlichen Wertung ausgeschlossen. Kam es dann sogar zum Kindsmord, musste für ihre Tat das gleiche Unwerturteil gesprochen werden, wie bei jedem anderen Verwandtenmord auch. Dass gerade die Furcht vor den überharten Unzuchtsstrafen die Ursache für den Mord eines Neugeborenen war, wurde gänzlich übersehen. Da das Kind der lebende Beweis dafür war, dass die Mutter ein „fleischliches Verbrechen“ begangen hatte und ihr deshalb eine schwere Strafe drohte, lag es doch nahe diesen Beweis zu beseitigen. Wächtershäuser geht in diesem Zusammenhang sogar soweit, dass er der Gesetzgebung eine Mitschuld an so manchem Toten gibt: „Die Tatsachen sprechen dafür, dass dieser unglückseligen Gesetzgebung über lange Zeit hinweg unzählige Kinder und - auf dem Umweg über die Justiz – auch Mütter zum Opfer gefallen sind.“ 305


302 Fröhlich unter 2. Tract, 2. Buch, 10. Titel.

303 Vgl. Wächtershäuser, S. 14.

304 Harster, S. 152.

305 Wächtershäuser, S. 16.

[Seite 13]

18

[...]

sintemalen die Abtoedtung der Kinder wegen verzweifelter Scham, so doch vor der Suende haette beobachtet werden sollen,

[...]

[Seite 14]

Entscheidend ist, daß er das später so wichtige Motiv der Scham, dem Art. 131 PGO ja auch eine nicht zu übersehende Bedeutung beimißt, geradezu abwürgt: Daran hätte die Täterin „vor der Sünde“ denken sollen. Gerade mit der Ausklammerung dieses subjektiven, nach späterer Auffassung dominierenden Tatelements, entfällt der Hauptgrund dafür, den Kindermord als einen Tatbestand eigener Art mit speziellen Merkmalen und besonderem Unrechtsgehalt hervorzuheben. Soll das Tatmotiv und damit der seelische Zustand der Täterin sowieso keine Berücksichtigung finden, so erübrigt es sich, weitere Tatmerkmale aufzustellen, die auf das Motiv hindeuten, es begründen oder daraus folgen

[...]

Für die Freie Reichstat Speier, offenbar bezogen auf ds frühe 18. Jahrhundert, stellt Harster (S. 152) fest: „Die seelischen Erregungen, denen die Gebärende in und nach dem Geburtsakt ausgesetzt ist, erfahren in der Regel keine Berücksichtigung, wie wohl die Defensoren manchmal mit Nachdruck darauf hinweisen.“

[Seite 16]

Natürlich stellt sich die weitere Frage, warum man damals das Verbrechen in erster Linie vom Tatopfer und nicht von der Täterin her gesehen hat. Dafür gibt es neben dem allgemeinen Grund, daß die Erfolgshaftung noch im Vordergrund stand, beim Kindermord eine spezielle Ursache: die scharfe Pönalisierung aller außerehelichen Sexualbetätigung. Auf dem Höhepunkt absolutistischer Machtvollkommenheit griff der landesherrliche Wille rücksichtslos in alle Lebensbereiche seiner Untertanen ein: die „fleischlichen Verbrechen“ (delicta carnis) machen das besonders deutlich. Todesstrafe für Ehebruch, ewige Landesverweisung, Staupenschlag u. ä. für voreheliche „fleischliche Vermischung“ (sogar unter Verlobten!), dazu noch entwürdigende Kirchenbußen waren durchaus normale Strafandrohungen.23 Die derartigen Normen zugrunde liegende sittliche und moralische Wertung konnte keine unehelich Schwangere auf Verständnis für ihre Ängste und Nöte hoffen lassen. Ging sie aber dann so weit, ihr Kind zu töten, so war das Maß voll: über ihre Tat wurde dasselbe Unwerturteil gesprochen wie bei jedem anderen verwandtenmord. Andererseits mag oft genug gerade die Furcht vor den überaus harten Unzuchtsstrafen die Triefeder für einen Kindermord gewesen sein. War doch das Kind der untrügliche Beweis dafür, daß die Mutter sich der „Hurerey“ schuldig gemacht hatte. Drohte ihr ohnehin schon eine schwere Strafe, so lag es nahe, den lebenden Beweis ihrer Tat zu beseitigen.24

Die Tatsachen sprechen dafür, daß dieser unglückseligen Gesetzgebung über lange Zeit hinweg unzählige Kinder und – auf dem Umweg über die Justiz – auch Mütter zum Opfer gefallen sind.


18 2. Tract., 2. Buch, 10. Tit.

23 Wir werden unten S. 129 ff. aus verschiedenen Territorien eine Reihe derartiger Vorschriften anführen.

24 S. Eb. Schmidt, strafrechtspflege, § 240, sowie unten S. 129 ff.

Anmerkungen

Fortgesetzt von vorangehender Seite.

Die Quelle wird zwar mehrfach im Zusammenhang gennant und der letzte Abstaz ist korrekt in Anführungszeichen als Zitat ausgewiesen. Weitere wörtlich und sinngemäße Übereinstimmungen/Anlehungen sind jedoch nicht in ihrem vollen Umfang als Zitat kenntlich gemacht.

Sichter

[5.] Tj/Fragment 081 102 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-02-03 20:31:49 Hindemith
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tj, Wächtershäuser 1973

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 81, Zeilen: 102-107
Quelle: Wächtershäuser 1973
Seite(n): 34, 35, Zeilen: S.34,6-9 und S.35,19-20
312 Im 7. (Juli) Heft des Jahrganges 1780 der Zeitschrift „Rheinische Beiträge zur Gelehrsamkeit“ hatte „ein Menschenfreund“ einen Preis von 100 Dukaten ausgesetzt auf die Beantwortung der Frage: „Welches sind die besten ausführbaren Mittel, dem Kindermord abzuhelfen, ohne die Unzucht zu begünstigen?“

Die Reaktion auf die Veröffentlichung der Preisfrage war für die damalige Zeit ungeheuer. Nahezu 400 Preisschriften wurden eingereicht (vgl. Wächtershäuser, S. 34f.).

[Seite 34]

Im 7. (Juli) Heft des Jahrganges 1780 der Zeitschrift „Rheinische Beiträge zur Gelehrsamkeit“ hatte „ein Menschenfreund“ einen Preis von 100 Dukaten ausgesetzt auf die Beantwortung der Frage: „Welches sind die besten ausführbaren Mittel, dem Kindermord abzuhelfen, ohne die Unzucht zu begünstigen?“

[Seite 35]

Die Reaktion auf die Veröffentlichung der Preisfrage war für damalige Verhältnisse ungeheuer. Nahezu 400 Preisschriften wurden eingereicht.27


27 So Krünitz; nach Rameckers sogar über 400.

Anmerkungen

Dem Leser ist trotz Quellenangabe nicht klar, dass hier weitgehend wörtlich zitiert wird. Die Quelle wird mit "vgl." angegeben, was ein wörtliches Zitat eigentlich ausschließt.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[6.] Tj/Fragment 084 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-09 17:17:33 Graf Isolan
Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Verschleierung, Wächtershäuser 1973, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 84, Zeilen: 3-10
Quelle: Wächtershäuser 1973
Seite(n): 22, Zeilen: 6-9, 16-18
Abschließend sei hier noch Feuerbach erwähnt. Auch er erhob die Furcht vor der Schande, indem er in dieser den Grund der Privilegierung sah, in den Rang eines subjektiven Tatbestandsmerkmals von besonderer Wichtigkeit: „Die Furcht vor dem Verlust der Geschlechtsehre - diese gewöhnliche, an sich edle, und gerade in bessern Gemüthern vorzüglich gewaltige, Triebfeder zur Begehung des Kindsmordes, ist der Hauptgrund, welcher dieses Verbrechen gegen den gemeinen Verwandtenmord auf eine geringere Stufe der Strafbarkeit herabsetzt.“327

327 Feuerbach, S. 203.

[Seite 21]

Ähnlich verfährt Feuerbach33:

[...]

[Seite 22]

[...] Die Furcht vor dem Verlust der Geschlechtsehre - diese gewöhnliche, an sich edle, und gerade in bessern Gemüthern vorzüglich gewaltige, Triebfeder zur Begehung des Kindermordes, ist der Hauptgrund, welcher dieses Verbrechen gegen den gemeinen Verwandtenmord auf eine geringere Stufe der Strafbarkeit herabsetzt.

[...]

Indem Feuerbach in dem Motiv den Grund der geringeren Strafbarkeit erkennt, erhebt er es in den Rang eines subjektiven Tatbestandsmerkmals von besonderer Wichtigkeit.

[Seite 21]

33 §§ 236, 237, 239

Anmerkungen

Die Argumentation, die Zitate und die Formulierungen folgen Wächtershäuser (1973), ohne dass dies gekennzeichnet worden wäre.

Sichter
(Graf Isolan)

[7.] Tj/Fragment 154 14 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-01-09 23:48:38 Plagin Hood
BauernOpfer, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Unfertig, Wächtershäuser 1973

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 154, Zeilen: 14-22
Quelle: Wächtershäuser 1973
Seite(n): 32, 33, Zeilen: 32: 17ff.; 33: 16-17
Rameckers schreibt dazu: „Eine Prüfung der Geburtsorte der Stürmer und Dränger ergibt, dass sie bis auf wenige Ausnahmen aus der Gegend des Oberrheins stammten und sich also örtlich verhältnismäßig nahe waren. Außerdem standen sie manchmal miteinander im persönlichen oder brieflichen Verkehr, trieben sie fast alle dieselben, nämlich die juristischen Studien und waren von demselben Rousseauschen Geist erfüllt. Es leuchtet ein, dass diese örtliche und geistige Nähe und dieser rege Verkehr ein lebhaftes Interesse für ihr gegenseitiges Schaffen sowie eine starke gegenseitige Beeinflussung zur Folge haben mussten. Hieraus erklärt sich dann wieder die merkwürdige Gleichheit oder Ähnlichkeit der dem Sturm und Drang eigenen Tendenzen, Stoffe und Motive. [...] Kein Stürmer und Dränger, der sich nicht daran versucht hätte.“570

Ein Grund dafür war die überaus komplexe innere Tatseite des Kindsmords, die so viele Elemente des unentrinnbar Tragischen enthält. Gerade bei diesem Delikt, das die Stürmer und Dränger unter den zur Milde drängenden subjektiven Gesichtspunkten sahen, musste das Missverhältnis zwischen der Tat und der überkommenen Todesstrafe deshalb als besonders krass empfunden werden.571 Es waren also nicht die Juristen und Philosophen, die dem Kindsmord zunächst ihre Aufmerksamkeit zuwandten. Und selbst wenn sie es taten, dann stand die abstrakte Betrachtung im Vordergrund, während bei den Dichtem der Akzent auf der menschlichen Tragödie lag.


570 Rameckers, S. 4 und S. 32.

571 Vgl. Wächtershäuser, S. 27.

[Seite 32]

Es waren jedoch nicht nur Juristen und Philosophen, die dem Kindermord-Problem ihre Aufmerksamkeit zuwandten. Die überaus komplexe subjektive Tatseite des Delikts enthält so viele Elemente des Unentrinnbar-Tragischen, daß das Kindermordmotiv sich den Dichtern geradezu anbot: insbesondere die junge Generation des Sturm-und-Drang mit ihrem Pathos einer neuen Menschenwürde griff es in immer wieder neuen Bearbeitungen auf. Dazu Rameckers (S. 4 f.):

Eine Prüfung der Geburtsorte der Stürmer und Dränger ergibt, daß sie bis auf wenige Ausnahmen aus der Gegend des Oberrheins stammten und sich also örtlich verhältnismäßig nahe waren. Außerdem standen sie manchmal miteinander im persönlichen oder brieflichen Verkehr, trieben sie fast alle dieselben, nämlich die juristischen Studien und waren von demselben Rousseauschen Geist erfüllt. Es leuchtet ein, daß diese örtliche und geistige Nähe und dieser rege Verkehr ein lebhaftes Interesse für ihr gegenseitiges Schaffen, sowie eine starke gegenseitige Beeinflussung zur Folge haben mußten. Hieraus erklärt sich dann wieder die merkwürdige Gleichheit oder Ähnlichkeit der dem Sturm und Drang eigenen Tendenzen, Stoffe und Motive. Diese Gleichheit und Ähnlichkeit zeigt sich wohl am stärksten und auffallendsten bei dem Kindesmordmotiv. Kein Stürmer und Dränger, der sich nicht daran versucht hätte.

[...]

[Seite 33]

Stand bei Juristen und Philosophen die abstrakte Betrachtung im Vordergrund, so lag bei den Dichtern der Akzent auf der menschlichen Tragödie.

Anmerkungen

Wörtliche und sinngemäße Übereinstimmugen sind nicht in vollem Umfang kenntlich gemacht. Die Wiedergabe des Rameckers-Zitats, welches sich in direktem Zusammenhang bei ebenfalls bei Wächtershäuser findet, wird hier nicht als Plagiat gewertet. Die zugehörige Fußnotenangebe "Rameckers, S. 4 und S. 32" legt nahe, dass hier ein ebenfalls ein Verweis auf die S. 32 bei Wächtershäuser angedacht war.

(Wächtershäuser S. 27 noch nicht überprüft, wird nicht bei GB angezeigt).

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