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Quelle:Tmu/Pagenstecher 1994

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Cord Pagenstecher
Titel    Rotationsprinzip und Rückkehrorientierung im Einwanderungsprozeß. ‘Gastarbeit’ in der Bundesrepublik Deutschland
Jahr    1994
Anmerkung    Magisterarbeit 1993, Fachbereich Geschichtswissenschaften, Freie Universität Berlin; leicht überarbeitet unter dem Titel Ausländerpolitik und Immigrantenidentität. Zur Geschichte der 'Gastarbeit' in der Bundesrepublik vom Bertz-Verlag Berlin veröffentlicht. Tmu erwähnt die Arbeit auf Seite 21 in seinem Literaturbericht unter der Überschrift "III. Stand der Forschung".
URL    http://www.cord-pagenstecher.de/pagenstecher-1993-gastarbeit.pdf

Literaturverz.   

nein
Fußnoten    nein
Fragmente    7


Fragmente der Quelle:
[1.] Tmu/Fragment 021 24 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-01 20:14:34 SleepyHollow02
Fragment, Gesichtet, KeineWertung, Pagenstecher 1994, SMWFragment, Schutzlevel, Tmu

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 21, Zeilen: 24-40
Quelle: Pagenstecher 1994
Seite(n): 11, 12, Zeilen: 11:34-35.36-37.39-41; 12:3-4
III. Stand der Forschung

Einige Perspektiven meines Themas wurden in der Literatur meist getrennt und von verschiedenen Disziplinen bearbeitet. Recht gut analysiert ist die Entwicklung der (Nicht-)Einwanderungspolitik der Bundesrepublik Deutschland. Besonders nennenswert sind hier Ulrich Herberts Geschichte der Ausländerbeschäftigung in Deutschland 1880 bis 1980. Saisonarbeiter, Zwangsarbeiter, Gastarbeiter, Berlin 1986, Knuth Dohses Ausländische Arbeiter und bürgerlicher Staat. Genese und Funktion von staatlicher Ausländerpolitik und Ausländerrecht. Vom Kaiserreich bis zur Bundesrepublik Deutschland, Berlin 1985 sowie Meier-Brauns „Freiwillige Rotation“. Ausländerpolitik am Beispiel der baden-württembergischen Landesregierung, München 1979 und dessen Integration und Rückkehr? Zur Ausländerpolitik des Bundes und der Länder, insbesondere Baden-Württembergs, Mainz, München 1988. Mit Problemen der ersten Generation der Zuwanderer befasste sich 1994 Cord Pagenstecher in seiner Arbeit Ausländerpolitik und Immigrantenidentität: zur Geschichte der „Gastarbeit“ in der Bundesrepublik, Berlin 1994. Probleme deren Nachkommen interessierten ihn hauptsächlich als Motivfaktor für die Bleibe- und Rückkehrentscheidung der Eltern.

[Seite 11]

Ich konzentriere mich auf die sogenannte ‘Erste Generation’, da ich historisch auf den Gesamtverlauf seit den sechziger Jahren zurückblicke. [...] Die Probleme der Nachkommen interessieren hier hauptsächlich als Motivfaktor für die Entscheidung der Eltern.

Literatur und Quellen

Die verschiedenen Perspektiven meines Themas werden in der reichhaltigen, aber verstreuten Literatur29 meist getrennt und von verschiedenen Disziplinen bearbeitet.


[Seite 12]

Die Entwicklung der (Nicht-)Einwanderungspolitik der Bundesrepublik (Kapitel 3) ist recht gut analysiert31.


29 Allein zur türkischen Migration sind 1190 Titel nachgewiesen. Vgl. Boos-Nünning (Hg) 1990.

31 Am wichtigsten: Herbert 1986, Dohse 1985, Meier-Braun 1979 und 1988.


DOHSE, K.: Ausländische Arbeiter und bürgerlicher Staat. Genese und Funktion von staatlicher Ausländerpolitik und Ausländerrecht. Vom Kaiserreich bis zur Bundesrepublik Deutschland, Berlin (korr. Neudruck) 1985.

HERBERT, U.: Geschichte der Ausländerbeschäftigung in Deutschland 1880 bis 1980. Saisonarbeiter, Zwangsarbeiter, Gastarbeiter, Berlin 1986.

MEIER-BRAUN, K. - H.: "Freiwillige Rotation". Ausländerpolitik am Beispiel der baden-württembergischen Landesregierung, München 1979.

MEIER-BRAUN, K. - H.: Integration und Rückkehr? Zur Ausländerpolitik des Bundes und der Länder, insbesondere Baden-Württembergs ( = Entwicklung und Frieden: Materialien, 19), Mainz, München 1988.

Anmerkungen

Der erste Teil des "Forschungsberichts" wird kurzerhand mit Material aus Pagenstecher zusammengestellt.

Das ist kein Plagiat, dürfte aber als Hinweis auf die Vorgehensweise interessant sein.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[2.] Tmu/Fragment 026 103 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-01 20:48:21 Graf Isolan
Fragment, Gesichtet, Pagenstecher 1994, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tmu, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 26, Zeilen: 103-109
Quelle: Pagenstecher 1994
Seite(n): 24, Zeilen: 13-21
----

15 Die einzige Phase einer gezielten Einwanderungspolitik war bisher die Zeit der preußischen Kurfürsten und Könige. Nach dem Dreißigjährigen Krieg bewegten sowohl wirtschaftliche als auch bevölkerungspolitische Gründe die Monarchen vom Großen Kurfürsten bis zum Soldatenkönig dazu, die dauerhafte Einwanderung von Fremden zu fördern. Hugenotten, Salzburger, Böhmen und andere erhielten ein dauerhaftes Bleiberecht, das die meisten nutzten, da die religiöse Verfolgung in ihren Herkunftsländern ihnen eine Rückkehr unmöglich machte. Die deutsche Geschichtsschreibung erinnerte diese Einwanderungspolitik freilich nur unter dem Sigel der religiösen Toleranz.

Die einzige Phase einer gezielten Einwanderungspolitik war die Zeit der Peuplierungspolitik vor allem der preußischen Kurfürsten und Könige. Nach dem Dreißigjährigen Krieg bewegten sowohl wirtschaftliche als auch bevölkerungspolitische Gründe (die im Merkantilismus ohnehin eng zusammenhingen) die Monarchen vom Großen Kurfürsten bis zum Soldatenkönig dazu, die dauerhafte Einwanderung von Fremden zu fördern. Hugenotten, Salzburger, Böhmen und andere erhielten ein dauerhaftes Bleiberecht, das die meisten nutzten, da die religiöse Verfolgung in ihren Herkunftsländern ihnen eine Rückkehr verbot52. Die deutsche Geschichtsschreibung und die preußische Traditionspflege erinnerte diese Einwanderungspolitik freilich nur unter dem Sigel der religiösen Toleranz, die im säkularisierten 20. Jahrhundert mit seinen vor allem ökonomisch bedingten Wanderungen irrelevant schien.

52 Duchhardt in Bade 1992, 278ff.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[3.] Tmu/Fragment 027 19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-01 20:50:57 Graf Isolan
Fragment, Gesichtet, Pagenstecher 1994, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tmu, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 27, Zeilen: 19-22
Quelle: Pagenstecher 1994
Seite(n): 22, Zeilen: 17-19
Ausländische Fremd- und Zwangsarbeiter ermöglichten die enorme Ausweitung der industriellen Produktionskapazität während des Krieges, auf die nach 1948 ungeachtet der Bombenschäden das wesdeutsche [sic] „Wirtschaftswunder“ aufbauen konnte.17

17 Vgl. Herbert, Ulrich, Geschichte der Ausländerbeschäftigung in Deutschland 1880 bis 1980. Saisonarbeiter, Zwangsarbeiter, Gastarbeiter, Berlin 1986, S. 179ff.;

1944 waren im nationalsozialistischen Deutschland über 7 Millionen ausländischer Fremd- bzw. ZwangsarbeiterInnen beschäftigt. Sie ermöglichten die enorme Ausweitung der industriellen Produktionskapazität während des Krieges, auf die nach 1948 ungeachtet der Bombenschäden das westdeutsche ‘Wirtschaftswunder’ aufbauen konnte31.

31 Herbert 1986, 179ff.


HERBERT, U.: Geschichte der Ausländerbeschäftigung in Deutschland 1880 bis 1980. Saisonarbeiter, Zwangsarbeiter, Gastarbeiter, Berlin 1986.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[4.] Tmu/Fragment 029 35 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-02 12:15:57 Graf Isolan
Fragment, Gesichtet, Pagenstecher 1994, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tmu, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 29, Zeilen: 35-40
Quelle: Pagenstecher 1994
Seite(n): 19, Zeilen: 12-15, 18-19
Das System der „Gastarbeit“ wurde geprägt durch die staatliche Anwerbung, den Inländerprimat, die Tarifgleichheit, das Rotationsprinzip und die permanente Kontrolle der Gastarbeiter. Die Rekrutierung der Arbeitskräfte wurde zentral in die Hände der Bundesanstalt für Arbeit gelegt. Eine Arbeitserlaubnis wurde „nach der Lage des Arbeitsmarktes“ erteilt, also im Prinzip nur dann, wenn keine deutschen Arbeitskräfte für diese Stelle vorhanden waren. Das System der ‘Gastarbeit’ wurde geprägt durch die staatliche Anwerbung, den Inländerprimat, die Tarifgleichheit, das Rotationsprinzip und die permanente Kontrolle der MigrantInnen.

Die Regierungsvereinbarungen legten die Rekrutierung der Arbeitskräfte zentral in die Hände der Bundesanstalt für Arbeit2. [...]

Eine Arbeitserlaubnis wurde „nach der Lage des Arbeitsmarktes“4 erteilt, also im Prinzip nur dann, wenn keine deutschen Arbeitskräfte für diese Stelle vorhanden waren.


2 Vgl. Art. 2 I der Vereinbarung mit Italien, abgedr. in Schill 1965, 209.

4 Neunte Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, 20.11. 1959, abgedr. in Schill 1965, 141. Ähnlich ab 1969 § 19 I 2 Arbeitsförderungsgesetz.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[5.] Tmu/Fragment 030 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-03 08:16:34 Guckar
Fragment, Gesichtet, Pagenstecher 1994, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tmu, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 30, Zeilen: 1 ff. (kpl.)
Quelle: Pagenstecher 1994
Seite(n): 19, 20, 21, Zeilen: 19: 19-22, 24-26, 28-30, 34-40 ; 20: 3-8, 13-17 ; 21: 1-5
Dieser Inländerprimat diente der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und berücksichtigte das Interesse der Gewerkschaften an einer bevorzugten Einstellung ihrer Klientel.26 Die Ausländerbeschäftigung sollte zu den gleichen arbeits- und tarifrechtlichen Bedingungen geschehen wie bei Deutschen. Auch darauf hatten die Gewerkschaften gedrängt, um „Lohndrückerei“ zu verhindern. Ein weiteres Element der „Gastarbeit“ war das Rotationsprinzip: Ausländische Arbeitskräfte sollten keine Einwanderer werden.27 Die voneinander abhängigen Arbeits- und Aufenthaltserlaubnisse galten zunächst nur für ein Jahr. Die Arbeitserlaubnis war auf einen Betrieb und sogar auf eine Tätigkeit beschränkt.28 Damit verbunden war schließlich eine permanente Kontrolle der Gastarbeiter durch Arbeitsamt und Ausländerbehörde. Vertragsbrüchige wurden in einer zentralen Kartei registriert und von künftigen Vermittlungen ausgeschlossen. Ihnen drohte dann die Ausweisung.29 Jede politische Tätigkeit wurde scharf überwacht, um eine „kommunistische Infiltration“ zu verhindern.30

Dieses Instrumentarium wurde in den 1950er Jahren weitgehend aus Vorkriegsregelungen rekonstruiert. Seine Entstehungsgeschichte reicht jedoch bis ins Kaiserreich zurück. In Preußen entstand vor dem Hintergrund der antipolnischen Germanisierungspolitik Bismarcks das System der Saisonarbeit.31 Als sich 1885 Bismarcks antipolnische „Reichsfeind“-Argumentation durchsetzen konnte, wurden rund 40.000 polnische Arbeiter ausgewiesen. Mit dem wachsenden ökonomischen Druck musste die „Abwehrpolitik“ nach 1890 aber einem Kompromissmodell zustimmen. Die ausländischen Arbeitskräfte mussten „Legitimationskarten“ der preußischen Feldarbeiter-Zentralstelle besitzen, die auf ein Jahr befristet waren32 und nur für einen Arbeitgeber galten – genauso wie die „Legitimitätskarten“ der Bundesanstalt für Arbeit siebzig Jahre später. Wurden sie „kontraktbrüchig“, drohte ihnen die Ausweisung und der Eintrag in eine Fahndungsliste. Der Zwang für die Auslandspolen, während der winterlichen Sperrfrist zurückzukehren, sollte ebenso wie das Verbot der Familienwanderung eine definitive Niederlassung verhindern. Er diente dazu, „den ausländischen Arbeitern und auch der einheimischen Bevölkerung immer wieder zum Bewusstsein zu bringen, dass sie nur geduldete Fremdlinge seien [und ihre dauerhafte Seßbarmachung ausgeschlossen sei.“33]


26 Vgl. Dohse, Knuth, Ausländische Arbeiter und bürgerlicher Staat, ebenda, S. 200 ff., S. 222;

27 Das Rotationsmodell sah eine beliebige Ersetzbarkeit der ausländischen Beschäftigten, was im übrigen durchaus auch den Interessen der Herkunftsländer entsprach, die ihren Überschuss an ungelernten Arbeitskräften abbauen und zügig durch ein qualifiziertes Potential ersetzen wollten, um so ihre eigene ökonomische Entwicklung vorantreiben zu können. (Vgl. dazu Steinert, Johannes- Dieter, Migration und Politik. Westdeutschland – Europa – Übersee 1945-1961, Osnabrück 1995, S. 305 ff.;) Aber angesichts der schleppenden wirtschaftlichen Entwicklung in den Herkunftsländern gab es dort schließlich nur einen geringen Bedarf an den in Deutschland womöglich erworbenen Kenntnissen der industriellen Fertigung.

28 Auch die ausländischen Arbeitnehmer selbst, die auf Grundlage der Anwerbevereinbarungen nach Deutschland kamen, gingen fast ausnahmslos wie selbstverständlich davon aus, lediglich vorübergehend in Deutschland zu arbeiten, möglichst schnell möglichst viel Geld zu verdienen, um anschließend in der Heimat eine bessere Existenz für sich und ihre Familien aufbauen zu können. Dass die Mehrzahl der ausländischen Arbeitnehmer tatsächlich nur für eine bestimmte Zeit in Deutschland geblieben ist, lässt sich anhand der folgenden Zahlen belegen: Von den etwa 14 Millionen Gastarbeitern, die zwischen 1955 und 1973 in die Bundesrepublik gekommen waren, kehrten 11 Millionen wieder in ihre Heimat zurück. Vgl. Bade, Klaus, Ausländer, Aussiedler, Asyl in der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 1994;

29 Vgl. Dohse, Knuth, Ausländische Arbeiter und bürgerlicher Staat, a.a.O., S. 262ff.;

30 Vgl. ebenda, S. 278ff.;

31 Vgl. Roller, Kathrin, Frauenmigration und Ausländerpolitik im Deutschen Kaiserreich. Polnische Arbeitsmigranten in Preußen, Berlin, 2. Auflage, 1994;

32 Vgl. Herbert, Ulrich, Geschichte der Ausländerbeschäftigung in Deutschland 1880 bis 1980, a.a.O., S. 116;

Dieser Inländerprimat diente der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und berücksichtigte das gewerkschaftliche Interesse an einer bevorzugten Einstellung ihrer Klientel5.

Wenn AusländerInnen beschäftigt wurden, dann sollte das zu den gleichen arbeits- und tarifrechtlichen Bedingungen geschehen wie bei Deutschen6.

[...]

Auch darauf hatten die Gewerkschaften gedrängt, um ‘Lohndrückerei’ zu verhindern.

Viertes Element der ‘Gastarbeit’ war das Rotationsprinzip:

[...]

Die voneinander abhängigen Arbeits- und Aufenthaltserlaubnisse galten zunächst nur für ein Jahr; die Arbeitserlaubnis war auf einen Betrieb und sogar auf eine Tätigkeit beschränkt7.

[...]

Damit verbunden war schließlich eine permanente Kontrolle der MigrantInnen durch Arbeitsamt und Ausländerbehörde. Vertragsbrüchige wurden in einer zentralen Kartei registriert und von zukünftigen Vermittlungen ausgeschlossen; ihnen drohte dann die Ausweisung8. Jegliche politische Tätigkeit wurde scharf überwacht, um eine ‘kommunistische Infiltration’ zu verhindern9.

Dieses Instrumentarium wurde in den fünfziger Jahren weitgehend aus Vorkriegsregelungen rekonstruiert. Seine Entstehungsgeschichte reicht jedoch bis ins Kaiserreich zurück.

[Seite 20]

Das System der Saisonarbeit entstand in Preußen vor dem Hintergrund des Konflikts zwischen der ‘Leutenot’ der ostelbischen Großgrundbesitzer und der antipolnischen Germanisierungspolitik Bismarcks.

1885 konnte sich Bismarcks antipolnische ‘Reichsfeind’-Argumentation durchsetzen: Rund 40 000 polnische ArbeiterInnen wurden ausgewiesen11. Mit dem wachsenden ökonomischen Druck mußte die ‘Abwehrpolitik’ nach 1890 aber einem Kompromißmodell zustimmen.

[...]

Die ausländischen Arbeitskräfte mußten ‘Legitimationskarten’ der Preußischen Feldarbeiter- Zentralstelle (später Deutsche Arbeiterzentrale) besitzen, die auf ein Jahr befristet waren13 und nur für einen Arbeitgeber galten – genau wie die ‘Legitimationskarten’ der Bundesanstalt für Arbeit 70 Jahre später. Wurden sie ‘kontraktbrüchig’, drohte ihnen die Ausweisung und der Eintrag in eine Fahndungsliste.

[Seite 21]

Der Zwang für die AuslandspolInnen, während der winterlichen Sperrfrist zurückzukehren, sollte ebenso wie das Verbot der Familienwanderung eine definitive Niederlassung verhindern. Er diente dazu,

„den ausländischen Arbeitern und auch der einheimischen Bevölkerung immer wieder zum Bewußtsein zu bringen, daß sie nur geduldete Fremdlinge seien und ihre dauerhafte Seßbarmachung ausgeschlossen sei“16.


5 Vor allem deutsche, männliche Facharbeiter. Vgl. Dohse 1985, 200ff., 222.

6 Genauer: wie bei vergleichbaren Arbeitskräften; das schließt eine Unterschichtung nicht aus. Zur „Kluft zwischen Theorie und Praxis“: Bischoff/Teubner 1991, 85f.

7 § 4 Nr. 1 der Neunten Verordnung ..., später § 1 I Nr. 1, § 3 I Arbeitserlaubnisverordnung (1971).

8 Interview Mader/von Harassowski. Der Arbeitsvertrag ist eigentlich eine privatrechtliche, keine öffentlich-rechtliche Angelegenheit: Dohse 1985, 262ff.

9 Dohse 1985, 278ff.

16 Preuß. Innenministerium, nach Herbert 1986, 24. Zudem profitierte Deutschland davon, daß das Auswanderungsland die „Aufzuchtkosten" (Syrup) der Arbeitskräfte trug. Herbert 1986, 52.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[6.] Tmu/Fragment 031 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-03 08:17:35 Guckar
Fragment, Gesichtet, Pagenstecher 1994, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tmu, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 31, Zeilen: 1-6
Quelle: Pagenstecher 1994
Seite(n): 21, Zeilen: 3-5
[Er diente dazu, „den ausländischen Arbeitern und auch der einheimischen Bevölkerung

immer wieder zum Bewusstsein zu bringen, dass sie nur geduldete Fremdlinge seien] und ihre dauerhafte Seßbarmachung ausgeschlossen sei.“33 Die wilhelminische Ausländerpolitik wurde von der deutschen Arbeiterbewegung scharf kritisiert. Neben den internationalistischen Argumentationen wie die, dass der „kulturwidrige“ Legitimationszwang „unsere ausländischen Arbeitsgenossen“ zu einem „Dasein rechtloser Lohnsklaven“ verurteile, kritisierte vor allem die Gewerkschaftsbasis den Einsatz von ausländischen Arbeitskräften als Lohndrücker und Streikbrecher.34


33 So preußisches Innenministerium, zitiert nach: Herbert, Ulrich, Geschichte der Ausländerbeschäftigung in Deutschland, ebenda, S. 24;

34 Vgl. Herbert, Ulrich, ebenda, S. 68ff.;

Er diente dazu,

„den ausländischen Arbeitern und auch der einheimischen Bevölkerung immer wieder zum Bewußtsein zu bringen, daß sie nur geduldete Fremdlinge seien und ihre dauerhafte Seßbarmachung ausgeschlossen sei“16.


16 Preuß. Innenministerium, nach Herbert 1986, 24. Zudem profitierte Deutschland davon, daß das Auswanderungsland die „Aufzuchtkosten" (Syrup) der Arbeitskräfte trug. Herbert 1986, 52.

22 Vor allem der „kulturwidrige“ Legitimationszwang verurteile „unsere ausländischen Arbeitsgenossen“ zu einem „Dasein rechtloser Lohnsklaven“, Carl Legien 1908, nach Vorberg 1993 und Correspondenzblatt der Generalkommission der Gewerkschaften 1908, nach Herbert 1986, 39. Neben dieser internationalistischen Argumentation kritisierte vor allem die Gewerkschaftsbasis den Einsatz von ausländischen Arbeitskräften als Lohndrücker und Streikbrecher. Vorberg 1993, Herbert 1986, 68ff.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

[7.] Tmu/Fragment 086 06 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-02 16:32:25 Hindemith
Fragment, Gesichtet, Pagenstecher 1994, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Tmu, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 86, Zeilen: 6-20
Quelle: Pagenstecher 1994
Seite(n): 37, 38, Zeilen: 37:4-6; 38:5-9.17-22
Unter der Prämisse, dass Deutschland kein Einwanderungsland sei, war zunächst nur eine partielle und temporäre Integration der Gastarbeiter vorgesehen. Einerseits sollte die Rückkehrbereitschaft gefördert werden, andererseits, so wurde postuliert, sollte „alles getan werden, um den ausländischen Arbeitnehmern für die Dauer ihres Aufenthaltes menschenwürdige Lebensverhältnisse zu bieten.“171 Dieses Konzept entsprach dem Doppelziel, eine Einwanderung zu verhindern und den „sozialen Frieden“ zu sichern. Auch die Schulpolitik war insbesondere in den ersten Jahrzehnten von der Idee der „Integration auf Zeit“ geprägt. Die Schüler ausländischer Herkunft sollten auf ein Leben in beiden Welten vorbereitet werden. Doch diese Experimente ließen die ausländischen Kinder in beiden Welten scheitern. Muttersprachlicher Unterricht erfolgte nicht im systematischen Rahmen einer planvollen zweisprachigen, interkulturellen Erziehung, sondern war eng darauf bezogen, die Rückkehrfähigkeit zu erhalten. Das führte oft dazu, die Kinder der Gastarbeiter in reinen „Ausländerklassen“ zu isolieren.

171 Vgl. Mehrländer, Ursula, Bundesrepublik Deutschland, in: Gehmacher, Ernst (Hrsg.), Ausländerpolitik im Konflikt: Arbeitskräfte oder Einwanderer? Konzepte der Aufnahme- und Entsendeländer, Bonn 1978, S. 126ff.;

[Seite 37]

Unter der Prämisse, daß Deutschland kein Einwanderungsland sei, war zunächst nur eine partielle und temporäre Integration, später dann eine rein assimilative Integration vorgesehen.

[Seite 38]

Einerseits sollte die Rückkehrbereitschaft gefördert werden, andererseits

„alles getan werden, um den ausländischen Arbeitnehmern für die Dauer ihres Aufenthaltes menschenwürdige Lebensverhältnisse zu bieten“46.

Diese Konzept entsprach dem Doppelziel, eine Einwanderung zu verhindern und den sozialen Frieden zu sichern. [...]

Auf dem Gebiet der Schulpolitik48 waren dabei die Integrationsbemühungen am intensivsten, gleichwohl nicht sehr erfolgreich. [...] Grunddilemma war auch hier die Idee der ‘Integration auf Zeit’, die auf ein Leben in beiden Welten vorbereiten sollte und die Kinder in beiden Welten scheitern ließ. Muttersprachlicher Unterricht erfolgte nicht im systematischen Rahmen einer planvollen zweisprachigen, interkulturellen Erziehung, sondern war eng darauf bezogen, die Rückkehrfähigkeit zu erhalten49. Das führte oft dazu, die Migrantenkinder in reinen ‘Ausländerklassen’ zu isolieren.


46 Aktionsprogramm Juni 1973, nach Mehrländer 1978, 126f. Ähnlich Bund-Länder-Kommission 1977, nach Schwerdtfeger 1980, 21f.

48 Leitner 1987, 83ff., Esser/Korte in Hammar 1985, 189ff., Mehrländer 1978, 132f., Meier-Braun 1979, 182f.

49 Z.B. Bayerisches Schulmodell. Meier-Braun 1988, 152f.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

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