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Quelle:Ts/Dingeldey 1932

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     (Hugo) Dingeldey
Titel    Erich Wulffen
Sammlung    Erich Wulffen. Festschrift zu seinem siebzigsten Geburtstag
Herausgeber    Reichsgerichtsrat Dr. (Arthur) Baumgarten u.a.
Ort    Berlin
Verlag    Hanseatischer Rechts- und Wirtschaftsverlag
Jahr    1932
Seiten    12-40
URL    Digitalisat (2006): https://web.archive.org/web/20060823202730/http://www.joachim-linder.de/data/Dingeldey_Wulffen.pdf . Textvergleich und Zeilenangaben erfolgten nach dem Original.

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    7


Fragmente der Quelle:
[1.] Ts/Fragment 333 15 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-03-23 15:03:26 PlagProf:-)
Dingeldey 1932, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 333, Zeilen: 15-30
Quelle: Dingeldey 1932
Seite(n): 12, 13, 14, Zeilen: 12: 5-7, 33-35 - 13: 1-3, 10-12, , 39, 41 - 14: 1-3, 7-18
Es ist an der Zeit, näher auf Staatsanwalt Wulffen einzugehen. Wolf Hasso Erich Wulffen (1862-1936) wurde in Dresden als zweites Kind eines Buchdruckereibesitzers und Verlagsbuchhändlers geboren. Als Zwanzigjähriger publizierte er ein Bändchen lyrischer Gedichte.437 Er wollte sein Studium zuerst der Literatur widmen, wählte dann aber auf Anraten des Vaters das Recht und studierte bei Windscheid, Wach, Binding, Sohm und Friedberg in Freiburg i.B. und Leipzig. Daneben besuchte Wulffen häufig das Theater. Er nahm sogar beim späteren Geraer Intendanzrat Oskar Borcherdt dramatischen Unterricht und war Volontär am Leipziger Stadttheater. Nachdem er im August 1888 an der Universität Heidelberg den Grad des Doctor utriusque juris erlangt hatte, wandte er sich vorübergehend ganz der Bühnenlaufbahn zu. Er trat am Stadttheater zu Stralsund auf, vor allem als jugendlicher Liebhaber, und schrieb das Theaterstück Wolfgang Goethe. Genrebild in einem Aufzuge, das zur Aufführung kam, wobei Wulffen gleich selbst den jungen Dr. Goethe gab. Das Stück wurde später überarbeitet und [nahm den Titel Tasso in Darmstadt an.]

437 Erstlinge, Poetische Blätter von W. Erich, Dresden: Personscher Verlag 1882.

[Seite 12]

Wolf Hasso Erich Wulffen wurde am 3. Oktober 1862 in Dresden als zweites Kind des Buchdruckereibesitzers und Verlagsbuchhändlers Edmund Wulffen geboren. [...]

[...]

Wulffen studierte in Freiburg i. B. und Leipzig. Er hörte bei den großen Rechtslehrern Windscheid, Wach, Binding, Sohm und Friedberg. Der ursprüngliche Plan, nach dem Studium der Literatur und der Germanistik als

[Seite 13]

Privatdozent in die akademische Laufbahn einzutreten, wurde fallengelassen auf Anraten des Vaters, der das Fortkommen des Sohnes im Beamtenberuf für gesicherter hielt.

[...]

Im Jahre 1882 übernahm es der alte Piersonsche Verlag in Dresden, den Neunzehnjährigen der Öffentlichkeit vorzustellen. Es geschah in einem Bändchen lyrischer Gedichte, die bescheiden unter einem Decknamen als "Erstlinge. Poetische Blätter von W. Erich" hinausflatterten. [...]

[...]

Der häufige Theaterbesuch, [...] ließen schließlich die Bühnenlaufbahn in so verführerischem Lichte er-

[Seite 14]

scheinen, daß der Student neben dem juristischen Studium regelrechten dramatischen Unterricht nahm. Lehrer war der erste Charakterspieler des Leipziger Stadttheaters, der spätere Geraer Intendanzrat Oskar Borcherdt. [...] 1888 finden wir Wulffen auch als Volontär am Leipziger Stadttheater; hier spielte er mit Adalbert Matkowsky, der als Gast in der Hauptrolle auftrat, die schöne Szene zwischen Fiesko und dem Maler Romano.

Nachdem Wulffen im August 1888 an der Universität Heidelberg den Grad des doctor utriusque juris erworben hatte, wandte er sich vorübergehend ganz der Bühnenlaufbahn zu. Im Winter 1888/89 spielte er am Stadttheater zu Stralsund die Hauptrollen des jugendlichen Liebhabers wie Mortimer, Lionel, Brackenburg. In dieser Zeit und an gleicher Stelle ging auch Wulffens Theaterstück "Wolfgang Goethe. Genrebild in einem Aufzuge" in Szene, wobei der Autor selbst mit großem Beifall den jungen Dr. Goethe kreierte.

Es ist dasselbe Stück, das später nach Überarbeitung unter dem Titel "Tasso in Darmstadt" seinen Weg über viele andere Bühnen genommen hat.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle - die Festschrift von 1932 anlässlich von Wulffens 70. Geburtstag -, der die Schilderung der biografischen Lebensstationen Wulffens erkennbar zugrunde liegt. (Die Festschrift wird auf der Folgeseite - in Fn. 439 - zwar erwähnt, aber nur in Zusammenhang mit den Romanen, die Wulffen verfasste.)

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

[2.] Ts/Fragment 334 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-03-23 15:09:18 PlagProf:-)
Dingeldey 1932, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 334, Zeilen: 1-11
Quelle: Dingeldey 1932
Seite(n): 14, 15, Zeilen: 14: 16-18; 15: 26-37
[Das Stück wurde später überarbeitet und] nahm den Titel Tasso in Darmstadt an. Offenbar unter dem Einfluss des Vaters, aber auch des wachsenden Interesses an der Kriminologie verstärkte Wulffen seine Verbindungen zur Jurisprudenz wieder.

Die Bühnenzeit hatte ihn zu intensiver Beschäftigung mit der klassischen Literatur geführt. Das Studium der heroischen Verbrechergestalten in den grossen Dramen gab den Ausschlag dafür, den Beruf des Staatsanwalts zu wählen. Am 1. April 1899 wurde Wulffen zum Staatsanwalt in Dresden ernannt. Weiter aber schrieb er Belletristisches: 1899 und 1900 erschienen das Drama Entehrende Arbeit, der Einakter Poeta laureatus, der von den tragischen Folgen eines Plagiats handelt, und die Komödie Die Varusschlacht.

[Seite 14]

Es ist dasselbe Stück, das später nach Überarbeitung unter dem Titel "Tasso in Darmstadt" seinen Weg über viele andere Bühnen genommen hat.

Dem Einflüsse des praktisch denkenden Vaters und dem erwachenden Interesse für die kommende Haupttätigkeit auf kriminalistischem Gebiete wird es zuzuschreiben sein, daß die jugendliche Schwärmerei für die Bühnenlaufbahn bald ein Ende fand.

[Seite 15]

Die Bühnenzeit war an Wulffen nicht spurlos vorübergegangen Sie hatte zu tieferem Eindringen in die klassische Dichtung geführt, und beim Studium der heroischen Verbrechergestalten in den großen Dramen war allmählich die entschiedene Neigung zum Berufe des Staatsanwalts durchgedrungen. Mit dieser endgültigen inneren Einstellung trat in Einklang, daß Wulffen am 1. April 1899 zum Staatsanwalt in Dresden ernannt und schon nach wenigen Jahren in die Generalstaatsanwaltschaft und als Hilfsarbeiter in das sächsische Justizministerium berufen wurde.

Seine schriftstellerische Tätigkeit blieb zunächst noch dem schöngeistigen Schaffen zugewendet. 1899 und 1900 erschienen zwei Dramen und ein Lustspiel. Das erste Drama "Poeta laureatus", ein Einakter, entwickelt mit dichterischer Kraft und in kunstvoll steigender Handlung die tragischen Folgen eines Plagiats. Das Drama "Entehrende Arbeit", das unter dem Decknamen Erich Larsen erschien, entrollt in vier Aufzügen das Schicksal zweier Verlobten, die aus Körper und Geist zermürbender Fabrikarbeit zu erträglicheren Lebensverhältnissen sich emporringen, ohne jedoch die Kraft zu finden, sich darin zu behaupten.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle - die Festschrift von 1932 anlässlich von Wulffens 70. Geburtstag -, der die Schilderung der biografischen Lebensstationen Wulffens erkennbar zugrunde liegt. (Die Festschrift wird auf der gleichen Seite weiter unten - in Fn. 439 - zwar erwähnt, aber nur in Zusammenhang mit den zehn Romanen, die Wulffen verfasste.)

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

[3.] Ts/Fragment 335 25 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-07-30 15:40:39 Stratumlucidum
Dingeldey 1932, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann, Stratumlucidum
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 335, Zeilen: 25-34, 103-104
Quelle: Dingeldey 1932
Seite(n): 16; 17, Zeilen: 16: 24-34; 17: 1-4
Wulffens humaner Ansatz zeigte sich schon in der Einleitung zum zweibändigen Handbuch für den exekutiven Polizei- und Kriminalbeamten von 1905,444 wo er ausführte: „Der Exekutivbeamte [...] fühle jederzeit, dass auch der verworfenste Verbrecher immer noch sein, wenn auch für dieses Leben vielleicht verlorener Bruder ist, der durch geborene oder vererbte Veranlagung, durch Erziehung, Schicksal und Gelegenheiten des täglichen Lebens in Schuld geriet.“

Mit dem ebenfalls zweibändigen Werk Psychologie des Verbrechers (1908) eröffnete Wulffen die Reihe der grossen kriminologischen Schriften, in denen er seine Wissenschaft weiterentwickelte.


444 Handbuch für den exekutiven Polizei- und Kriminalbeamten, für Geschworene und Schöffen, sowie für Strafanstaltsbeamte, 2 Bände, Dresden: Lehmann 1905.

[Seite 16]

Das zweibändige „Handbuch für den exekutiven Polizei- und Kriminalbeamten, für Geschworene und Schöffen, sowie für Strafanstaltsbeamte“, Dresden 1905, bietet den nicht juristisch vorgebildeten Personen, die mit dem Strafprozeß befaßt sind, geeignete Hilfsmittel bei ihrer Tätigkeit. Das Werk ist vom Geiste der Humanität erfüllt. Tief bewegend sind die Worte der Einleitung, die den Hauptgedanken des Ganzen entfalten: „Der Exekutivbeamte arbeite in seinem Berufe ohne Lust am Wehe, das er seinen Mitmenschen zufügen muß; er fühle jederzeit, daß auch der verworfenste Verbrecher immer noch sein, wenn auch für dieses Leben vielleicht verlorener Bruder ist, der durch geborene oder vererbte Veranlagung, durch Erziehung, Schicksal und Gelegenheiten des täglichen Lebens in Schuld geriet.“

[...]

[Seite 17]

Das zweibändige Werk „Psychologie des Verbrechers“, Berlin 1908/1913, eröffnet die Reihe der großen kriminalistischen Schriften, in denen Wulffen als Bahnbrecher seines Forschungsgebietes voll seherischer Kraft in die Zukunft weist.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Der Verf. schreibt hier wohl direkt aus Dingeldey (1932) inklusive etlicher Zitatfehler ab, ohne dass ihm Wulffen (1905) vorliegt; verglichen mit der 2., veränd. u. verb. Aufl. (ebenfalls 1905) lässt sich feststellen:

1. Das Zitat findet sich nicht, wie angegeben, "in der Einleitung zum zweibändigen Handbuch für den exekutiven Polizei- und Kriminalbeamten von 1905", sondern in der Einleitung zum ersten Kapitel des insgesamt dritten Teils des Handbuchs im zweiten Band auf S. 309.

2. Im Original lautet es: "Der Kriminalbeamte [...] fühle jederzeit, daß auch der verworfenste Verbrecher immer doch sein, wenn auch für dieses Leben vielleicht verlorener Bruder ist, welcher durch geborene oder erworbene Veranlagung, durch Erziehung, Schicksale und Gelegenheiten des täglichen Lebens in Schuld geraten ist."

Sichter
(Schumann) (Stratumlucidum), PlagProf:-)

[4.] Ts/Fragment 336 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-03-23 15:40:59 PlagProf:-)
Dingeldey 1932, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 336, Zeilen: 2-22
Quelle: Dingeldey 1932
Seite(n): 17, 20, 23, 24, 27, 28, Zeilen: 17: 38-42; 20: 5-8, 10-11; 23: 21-22, 31-34, 40-42 - 24: 1-3, 17-21; 27: 24-26, 35-37; 28: 2-3
In Das Kind. Sein Wesen und seine Entartung ging es Wulffen darum, „das Wesen des Verbrechers in der Kinderseele zu belauschen und seine unmittelbaren Beziehungen zu den Instinkten, Trieben und Neigungen zu ermitteln, wie sie der Mensch aus dem Mutterschosse der Natur mitbringt“.446 Die Abhandlung Gauner- und Verbrechertypen zeigt das Geschick intelligenter Verbrecher, sich alle Errungenschaften der Technik dienstbar zu machen.447

Nach Erscheinen seines als Schlüsselroman aufgefassten Romans Frau Justitias Walpurgisnacht wurde Wulffen 1913 an das Amtsgericht Zwickau versetzt, wo er als Zivilrichter zu amten hatte; man betrachtete es als Strafversetzung. Er war dann an verschiedenen sächsischen Gerichten Amtsgerichtsrat und Landgerichtsrat. Während des Ersten Weltkriegs wurde es für ihn zunehmend schwieriger, wissenschaftliche Werke zu veröffentlichen.448 Wulffen begann, Kriminalromane zu schreiben. Es handelt sich offenbar um die ersten literarischen Werke eines Juristen, die von grossen Filmgesellschaften verfilmt worden sind.

1919 wurde Wulffen zum Landgerichtsdirektor in Dresden ernannt. 1920 gehörte er als Mitglied der Demokratischen Partei der Sächsischen Volkskammer an. 1923 bis zu seinem Ruhestand 1928 war er als Ministerialdirektor im sächsischen Justizministerium tätig.


446 Erich Wulffen: Das Kind, Sein Wesen und seine Entartung, Berlin: Paul Langenscheidt 1913.

447 Wulffen, Gauner- und Verbrechertypen, 1910.

448 Erich Wulffen: Kriminalpädagogik, Ein Erziehungsbuch, Leipzig: R. Voigtländer 1915; Erich Wulffen: Psychologie des Giftmordes, Wien: Verlag des Volksbindungshauses Wiener Urania 1917.

[Seite 17]

In dem Buche "Das Kind. Sein Wesen und seine Entartung", Berlin 1913, stellt sich Wulffen die Aufgabe, "das Wesen des Verbrechers in der Kinderseele zu belauschen und seine unmittelbaren Beziehungen zu den Instinkten, Trieben und Neigungen zu ermitteln, wie sie der Mensch aus dem Mutterschoße der Natur mitbringt".

[Seite 20]

Die Abhandlung "Gauner- und Verbrechertypen", Berlin 1910, breitet ein Material vor uns aus, wie es nach einer gleichzeitigen Kritik "an Reichhaltigkeit, Lebendigkeit, Überzeugungskraft kein anderes aus der Reihe der kriminalistischen Lehrbücher bietet". [...] Die Studie zeigt das Geschick des intelligenten Verbrechers, alle Errungenschaften der Technik, der Industrie und des Handels sich dienstbar zu machen; [...]

[Seite 23]

So erschien denn 1913 als eine innerliche Befreiung von allen diesen Bedrückungen der vielbesprochene Roman "Frau Justitias Walpurgisnacht", [...]

Der Roman wurde in gerichtlichen Kreisen als Schlüsselroman aufgefaßt, weil man in den auftretenden Personen bestimmte Dresdner Juristen erkennen wollte. Kurz nach Erscheinen des Werkes wurde Wulffen, überdies als Zivilrichter, an das Amtsgericht Zwickau versetzt. [...] Dennoch wurde die Einbeziehung Wulffens in diesen Wechselreigen von der Öffentlichkeit als eine Art Strafversetzung empfunden, und nach einer Dresdner Presseäußerung

[Seite 24]

aus jener Zeit "war man auch in juristischen Kreisen vielfach der Meinung, daß Dr. Wulffen seine umfangreiche schriftstellerische Tätigkeit und besonders sein letztes Buch 'Frau Justitias Walpurgisnacht' verübelt worden sei".

[...]

Die steigende Schwierigkeit, während des Weltkrieges wissenschaftliche Werke zu veröffentlichen, ließ in Wulffen den Plan entstehen, seine Probleme in einer Reihe von Kriminalromanen der breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Diese Romane sind zugleich die ersten literarischen Werke eines Juristen, die von den großen Filmgesellschaften als Lichtspiele vorgeführt wurden.

[Seite 27]

Das Jahr 1919 leitet einen neuen Lebensabschnitt Wulffens ein: am 1. März 1919 wurde er vom sächsischen Justizminister Dr. Harnisch zum Landgerichtsdirektor in Dresden ernannt.

[...]

Nach der Revolution hatte man ihn für den Zwickauer Bezirk der neugegründeten Demokratischen Partei zum Vorsitzenden gewählt. Am 1. April 1920 zog Wulffen als Abgeordneter in den sächsischen Landtag ein.

[Seite 28]

Am 1. Oktober 1920 erhielt Wulffen die Berufung als vortragender Rat in das sächsische Justizministerium, und bereits am 1. September 1923 wurde ihm hier unter Ernennung zum Ministerialdirektor und Abteilungsvorstand die Bearbeitung der Gnadensachen, der Strafsachen und des Gefängniswesens übertragen.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle - die Festschrift von 1932 anlässlich von Wulffens 70. Geburtstag -, der die Schilderung seiner biografischen Lebensstationen und seines Wirkens erkennbar zugrunde liegt.

Bezeichnenderweise fehlt für das mit übernommene Direktzitat (Fn. 446) eine konkrete Seitenangabe - wie schon in der Quelle ...

Aber auch wenn man diese Zeilen nicht mitzählt, sind mehr als 3/4 der Seite Dingeldey entnommen, ohne dass auf diese Quelle verwiesen wird.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

[5.] Ts/Fragment 337 05 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-04-26 15:07:28 PlagProf:-)
Dingeldey 1932, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 337, Zeilen: 5-10
Quelle: Dingeldey 1932
Seite(n): 28, 29, Zeilen: S. 28: 36-37; S. 29: 2-8
In seinem Werk Das Weib als Sexualverbrecherin (1923)451 stimmte er mit der italienischen Schule darin überein, dass nicht mehr eine angenommene ethische Schuld des Verbrechers, sondern aus massgebenden soziologischen Gründen nur noch seine Gefährlichkeit für die menschliche Gesellschaft als Rechtsgrund für gesetzliche Sanktionen gelten könne.

451 Erich Wulffen: Das Weib als Sexualverbrecherin, Ein Handbuch für Juristen, Verwaltungsbeamten und Arzte, Berlin: Paul Langenscheidt 1923 [= Enzyklopädie der modernen Kriminalistik].

Das erste Werk, „Das Weib als Sexualverbrecherin“, wurde 1922 zum 60. Geburtstage Wulffens herausgegeben; [...]

[S. 29:]

Wulffen stimmt mit der positiven italienischen Schule darin überein, daß nicht mehr eine angenommene ethische Schuld des Verbrechers, sondern aus maßgebenden soziologischen Gründen nur noch seine Gefährlichkeit für die menschliche Gesellschaft als Rechtsgrund für gesetzliche Sanktionen gelten kann.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle. Dem Leser wird vermittelt, dass der Verfasser hier Wulffens Position referiert, während er tatsächlich großteils wörtlich von Dingeldey übernimmt.

Weiter unten auf der Seite wird die Quelle Dingeldey (1932) vom Verf. erstmals korrekt bei einem Direktzitat referenziert (Fn. 454).

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

[6.] Ts/Fragment 343 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-04-27 13:25:00 Schumann
Dingeldey 1932, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 343, Zeilen: 1-9, 19-26
Quelle: Dingeldey 1932
Seite(n): 18, 21, Zeilen: 18: 15-29; 21: 27-33
In Shakespeares grosse Verbrecher. Richard III., Macbeth, Othello (Berlin: Langenscheidt 1911) versuchte Wulffen den Nachweis zu führen, dass Shakespeare die Lehren der modernen Psychologie empfunden und in den heroischen Verbrechergestalten eigene Dramen auf die Bühne gestellt habe. Er zieht Schlüsse von der Figur auf den Dichter selbst und vergleicht den künstlerischen Antrieb Shakespeares mit der „kriminellen“ Energie seiner Figuren. Der Dichter habe seine Züge in die Figuren gelegt und durch die Schöpfung grösser Verbrechergestalten sich selbst von dunklen Trieben befreit. [...] In Shakespeares Hamlet, Ein Sexualproblem (Berlin: Carl Duncker 1913) nahm Wulffen an, die genialen Verbrechen seien fast immer auf seelische Spannungen sexueller Art zurückzuführen.

Die Studie Verborgene Kriminalität knüpft an den Ausspruch Nietzsches an, dass grosse Dichter eine latente „Nachbarschaft zum Verbrechen“ haben. Hervorragende Leistungen entstünden nicht selten aus der Umwertung asozialer Triebe; Kunstwerke könnten an die Stelle unterdrückter und verdrängter Verbrechen treten.

[Seite 18]

In dem Buche "Shakespeares große Verbrecher. Richard III., Macbeth, Othello", Berlin 1911, führt Wulffen in fesselnder und überzeugender Darstellung aus den Lehren der modernen Psychologie, Psychiatrie und Kriminalpsychologie den Nachweis, daß Shakespeare wie kein anderer Dichter diese Lehren empfunden und in den heroischen Verbrechergestalten seiner Dramen veranschaulicht hat. Dabei gelingt es Wulffen, diese Charaktere in engstem Anschluß an die Dichtung in völlig neuem Lichte erscheinen zu lassen. Grundlegend und von starkem Reize ist dabei die Auffassung, daß Shakespeare Züge seines eigenen Seelenlebens in seinen Bühnengestalten nach außen projiziert, daß er sich von eigenen dunklen Trieben durch die dichterische Schöpfung großer Verbrechertypen befreit.

Das zweite literarisch - kriminalistische Werk "Shakespeares Hamlet. Ein Sexualproblem", Berlin 1913, deutet schon in seinem Untertitel eine neue Lösung der Hamletfrage an. Wulffen geht davon aus, daß die genialen Verbrechen fast immer auf seelische Spannungen sexueller Art zurückzuführen sind.

[Seite 21]

Eine Studie über "Verborgene Kriminalität" knüpft an den Ausspruch Nietzsches an, daß große Dichter eine latente "Nachbarschaft zum Verbrechen" haben. Hervorragende Leistungen Hochbegabter entstehen nicht selten aus der Umwertung asozialer Triebe; Gedichte, Dramen, Melodien und Harmonien, Gemälde, Skulpturen, Hypothesen, technische Meisterstücke, große Unternehmungen, heroische Taten können an die Stelle unterdrückter und verdrängter Verbrechen treten.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle. Dem Leser wird durch die konjunktivische Form vermittelt, dass der Verfasser hier Wulffens Inhalte referiert, während er diese - teilweise auch im Wortlaut - tatsächlich von Dingeldey übernimmt.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

[7.] Ts/Fragment 344 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-04-26 14:54:24 PlagProf:-)
Dingeldey 1932, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 344, Zeilen: 3-10, 16-23
Quelle: Dingeldey 1932
Seite(n): 32, 33, Zeilen: 32: 5-13; 33: 23-34
Es schloss sich eine Untersuchung über Das Kriminelle in der Weltliteratur (1927) an, in der Wulffen die Gründe darlegte, aus denen der kriminelle Mensch in der Dichtung aller Zeiten und Völker immer wieder eine bevorzugte Rolle spielt. In einem Vortrag Kunst und Verbrechen, den er 1926 im Weimarer Nietzsche-Archiv hielt, führte er aus, dass in der Brust des Künstlers zwei Seelen wohnten; der Künstler projiziere den Drang nach Betätigung dunkler Triebe in das Kunstwerk und bändige ihn so.

[...] 1930 hielt Wulffen den Vortrag Goethes kriminelles Bekenntnis, das er in dessen Ausspruch erkennt, „er habe nie von einem Verbrechen gehört, das er nicht auch hätte begehen können“. Er werde in Hermann Grimms Goethe-Biographie und von dem amerikanischen Philosophen Emerson in Representative Man erwähnt. Wulffen begründet die Authentizität des Ausspruchs damit, dass Goethe nach Ausweis seiner Schriften und Gespräche von der Gedankenkriminalität nicht frei geblieben sei.474


474 Tatsächlich ist das Zitat als solches falsch. Es handelt sich um die Maxime 240 aus Kunst und Altertum, die hier umgeformt wurde. Vgl. Wolfgang Herwig: Das falsche, aber verbreitete Goethe-Zitat vom „Verbrechen“, in: Goethe, Jahrbuch der Goethe-Gesellschaft, N.F. 23 (1961), S. 352-353; 24 (1962), S. 292; 25 (1963), S. 359-362.

[Seite 32]

Eine Darbietung über "Das Kriminelle in der Weltliteratur" legte die Gründe dar, aus denen gerade der kriminelle Mensch in der Dichtung aller Zeiten und Völker immer und immer wieder eine so bevorzugte Rolle spielt. Der Vortrag "Kunst und Verbrechen" führte aus, daß nicht nur in einer Kraftnatur wie Faust, sondern auch in der Brust des Künstlers zwei Seelen beieinander wohnen, und daß in beiden der Drang nach Betätigung dunkler Triebe zumeist nur deswegen nicht zu asozialem Handeln verleitet, weil er in das Kunstwerk projiziert und durch Selbsterziehung gebändigt wird.

[Seite 33]

Die Jahre 1930 und 1931 brachten einen Vortrag in den Ortsgruppen Dresden und Berlin der Goethegesellschaft "Goethes kriminelles Bekenntnis"; es erscheint in dem überlieferten Ausspruch des Dichterfürsten, "er habe nie von einem Verbrechen gehört, das er nicht auch hätte begehen können". Die Worte sind weder in Goethes Tagebüchern und Briefen enthalten, noch von Ohrenzeugen bestätigt; sie werden ohne Quellenangabe erwähnt von Hermann Grimm in seiner Goethebiographie und von dem amerikanischen Philosophen Emerson in seinen Betrachtungen über Goethe, mit denen das Werk "Representative men" schließt. Wulffen begründet die Wahrscheinlichkeit des Wortes durch den Hinweis, daß Goethe nach seinen Schriften, seinen Selbstbekenntnissen und nach Aufzeichnungen seiner Freunde von der Gedankenkriminalität nicht frei geblieben ist.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

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