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Quelle:Ts/Piess 2006

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Ingo Piess
Titel    Der Krimi – ein herrlich niederes Bedürfnis
Zeitschrift    Kritische Ausgabe
Herausgeber    Verein der Freunde und Förderer der Zeitschrift "Kritische Ausgabe" e.V.
Ort    Bonn
Jahr    2006
Jahrgang    10
Nummer    1
Seiten    6-8
URL    http://www.kritische-ausgabe.de/hefte/verbrechen/piess.pdf

Literaturverz.   

nein
Fußnoten    nein
Fragmente    3


Fragmente der Quelle:
[1.] Ts/Fragment 059 08 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-08-13 08:31:46 Stratumlucidum
Fragment, Gesichtet, Piess 2006, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 59, Zeilen: 8-15, 103-111
Quelle: Piess 2006
Seite(n): 6; 8, Zeilen: 6: li. Sp. 12-14 u. 45-47, re. Sp. 39-42; 8: Referenzteil unten
Was aber macht seine Faszination aus? Warum ist er ein universelles „massenkulturelles Phänomen“105 geworden? Einer seiner grössten Reize liegt nach Ernst Bloch in der „Rekonstruktion eines Unerzählten“106 und der Ratelust der Leser.107 Die Aufklärung des zunächst unerklärlich Scheinenden, schloss Bert Brecht, biete ihnen verschiedenartigste „Komplexe von Geschehnissen, in denen die Kausalität befriedigend funktioniert. Das ergibt genussvolles Denken“.108

105 Bruno Franceschini/Carsten Würmann [Hrsg.]: Verbrechen als Passion, Neue Untersuchungen zum Kriminalgenre, Berlin: Weidler 2004 [= JUNI Magazin für Literatur und Politik 37/38], S. 8.

106 Ernst Bloch: Philosophische Ansicht des Detektivromans [1960/65], in: Jochen Vogt [Hrsg.]: Der Kriminalroman, München: Wilhelm Fink 1971, Bd. I, S. 38–51, 45.

107 Vgl. Cornelia Vismann: Sherlockholmessuperdetektiv, in: Literaturen 11/2001, S. 14–17, 14.

108 Bertolt Brecht: Über die Popularität des Kriminalromans, in: Vogt, Der Kriminalroman, Bd. I, S. 33–37, 35.

[Seite 6]

Was aber macht den sonderbaren Reiz kriminalistischer Stoffe aus? Warum ist der Krimi ein universelles »massenkulturelles Phänomen«1? [...]

[...]

[Ähnlich erfolgreich, aber ganz anders in Form und Gehalt verhält es sich mit dem schlauen, pointierten Rätsel- bzw. Detektivroman:] Hier liegt der Reiz hauptsächlich in der »Rekonstruktion eines Unerzählten«5. Die Leiche am Anfang suggeriert dem Leser eine unbändige Ratelust;6 [...]

[...] Dazu bietet die Aufklärung des anfangs Unerklärlichen, die Denksportaufgabe, dem Leser verschiedenartigste »Komplexe von Geschehnissen, in denen die Kausalität befriedigend funktioniert. Das ergibt genussvolles Denken«9, [...]

[Seite 8]

1 Bruno Franceschini und Carsten Würmann (Hgg.): Verbrechen als Passion. Neue Untersuchungen zum Kriminalgenre. Berlin 2004. S. 8.

[...]

5 Bloch: »Philosophische Ansicht« [= Ernst Bloch: »Philosophische Ansicht des Detektivromans«, in: Der Kriminalroman. Bd. I. Hg. von Jochen Vogt. München 1998. S. 38-51], S. 45.

6 Vgl. Cornelia Vismann: »Sherlockholmessuperdetektiv«, in: Literaturen 11/2001. S. 14-17, hier: S. 14.

[...]

9 Bertolt Brecht: »Über die Popularität des Kriminalromans«, in: Der Kriminalroman I, a.a.O. [= Der Kriminalroman. Bd. I. Hg. von Jochen Vogt. München 1998] S. 33-37, hier: S. 35.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die – an keiner Stelle der untersuchten Arbeit erwähnte – eigentliche Quelle; auch die Referenzen werden (in gleicher Reihenfolge) mit übernommen.

Man beachte in diesem Zusammenhang insbesondere, dass sich die Aufsätze von Ernst Bloch und Bertolt Brecht nicht im ersten Band des zweibändigen Werks Der Kriminalroman (1971) von Jochen Vogt auf S. 38-51 bzw. 33-37 finden, sondern im zweiten auf S. 322-343 bzw. 315-321.

Zudem kommt bei Bloch der als wörtliches Zitat gekennzeichnete Terminus "Rekonstruktion eines Unerzählten" so nicht vor; bei diesem heißt es auf S. 334 "sein Unerzähltes und dessen Rekonstruktion". (Bei Brecht heißt es auf S. 319 "genußvolles Denken", das in einem Zitat auch bei genereller Verwendung der Schweizer ss-Schreibung so hätte wiedergegeben werden müssen.)

Der Verf. übersieht hier, dass Piess (2006) die 1998er Ausgabe des Sammelbandes zitiert, die sich von der von 1971 hinsichtlich Reihenfolge der Beiträge und Zusammensetzung des Autorenkorpus erheblich unterscheidet (und im Gegensatz zu der Angabe von Piess auch nur aus einem einzigen Buch besteht).

Die Abweichungen im Wortlaut gegenüber den Originaltexten lassen sich sowohl im Vergleich mit der früheren als auch der späteren Ausgabe feststellen; ganz offenbar liegt dem Verf. also weder die eine noch die andere vor. Auf Seite 62 macht er denselben, überaus signifikanten Fehler.

Sichter
(Schumann) Stratumlucidum

[2.] Ts/Fragment 062 21 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-08-13 08:30:36 Stratumlucidum
Fragment, Gesichtet, Piess 2006, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 62, Zeilen: 21-24, 27-32, 104-106
Quelle: Piess 2006
Seite(n): 6; 8, Zeilen: 6: li. Sp. 46-49, re. Sp. 1-13; 8: Referenzteil
Für Mitleid ist die Zeit zu knapp. Die Opfer stehen nicht im Zentrum. Sie sind Staffagefiguren: notwendiges Material für Indizien und Motive, darüber hinaus aber unwichtig.

[...] Die „misstrauische Aufmerksamkeit“ des Lesers119 blickt dem Detektiv beim Zeichensammeln über die Schultern. Leser und Detektiv stellen Arbeitshypothesen auf. Jede Figur steht unter Pauschalverdacht, und so ist „[i]n keiner Romanform [...] das Studium von Mimik und Gestik des Gegenübers so entwickelt“.120


119 Richard Alewyn: Anatomie des Detektivromans, in: Vogt, Der Kriminalroman, Bd. I [= Jochen Vogt [Hrsg.]: Der Kriminalroman, München: Wilhelm Fink 1971, Bd. I], S. 52–72, 56.

120 Ebd., S. 65.

[Seite 6]

[Die Leiche am Anfang suggeriert dem Leser eine unbändige Ratelust;6] für Mitleid ist die Zeit zu knapp, der Täter könnte schon längst über alle Berge sein! Das Getötete ist lediglich Material für Indizien und Motive, Aufklärung reduziert sich also auf die Frage »Whodunit?«. Es geht ans Faktensammeln, Leser und Protagonist stellen gewissermaßen gemeinsam Arbeitshypothesen auf, man befragt Angehörige des Opfers (hierbei muss das Ermittelnde ähnlich kaltblütig sein wie das Tötende), so dass man wiederum neue Arbeitshypothesen aufstellen kann. Die »misstrauische Aufmerksamkeit«,7 die den Leser zwangsläufig vereinnahmt, die begeisterte Neugier, das Geheimnis zu lüften, schärft dessen Blick für alle erdenklichen Indizien. Jeder Charakter wird kritisch beäugt und steht unter Pauschalverdacht. »In keiner Romanform ist das Studium von Mimik und Gestik des Gegenübers so entwickelt«, schreibt der Literaturwissenschaftler Richard Alewyn.8

[Seite 8]

7 Richard Alewyn: »Anatomie des Detektivromans«, in: Der Kriminalroman I, a.a.O. [= Der Kriminalroman. Bd. I. Hg. von Jochen Vogt. München 1998] S. 52-72, hier: S. 56.

8 Ebd., S. 65.

Anmerkungen

Der Verf. löst sich stärker vom Inhalt der Quelle, aus der er – inkl. Referenzen – gerafft und mit Umformulierungen und Ergänzungen übernimmt (die jedoch nirgends in der Arbeit genannt wird).

Man beachte insbesondere, dass er ausweislich Fn. 106 auf Seite 59 die 1971er Ausgabe von Jochen Vogts Der Kriminalroman zu zitieren vorgibt. In diesem zweibändigen Werk findet sich der Aufsatz von Richard Alewyn allerdings nicht in Band I auf S. 52-72, sondern in Band II auf S. 372-404.

Zudem kommt bei Alewyn der als wörtliches Zitat gekennzeichnete Terminus "misstrauische Aufmerksamkeit" so nicht vor; bei diesem heißt es auf S. 379 "mit mißtrauischer Aufmerksamkeit" (korrekt wäre daher – wie vom Verf. im folgenden Zitat praktiziert und trotz genereller Verwendung der Schweizer ss-Schreibung – "mißtrauische[r] Aufmerksamkeit").

Auch beim zweiten Zitat findet sich ein übernommener Fehler; im Original lautet der entspr. Satz auf S. 394: "In keiner Romanform ist das Studium von Mimik oder Gestik des Gegenübers so entwickelt."

Der Verf. übersieht hier – wie schon zuvor auf S. 59 –, dass Piess (2006) die 1998er Ausgabe des Sammelbandes verwendet, die sich von der von 1971 hinsichtlich Reihenfolge der Beiträge und Zusammensetzung des Autorenkorpus erheblich unterscheidet (und im Gegensatz zu der Angabe von Piess auch nur aus einem einzigen Buch besteht).

Die Abweichungen im Wortlaut gegenüber den Originaltexten lassen sich sowohl im Vergleich mit der früheren als auch der späteren Ausgabe feststellen; ganz offenbar liegt dem Verf. also weder die eine noch die andere vor.

Sichter
(Schumann) Stratumlucidum

[3.] Ts/Fragment 071 12 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-07-01 20:03:38 Stratumlucidum
Fragment, Gesichtet, Piess 2006, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 71, Zeilen: 12-21, 105-114
Quelle: Piess 2006
Seite(n): 7; 8, Zeilen: 7: li. Sp. 7-12, 21-26, 59-61; 8: Referenzteil
[Er ist die überwältigende Ordnungsmacht, an ihm wird das Gute festgemacht, er retabliert die durch das Verbrechen beschädigte Ordnung, er bringt das Heil einer wieder geregelten Welt,] er stellt Wahrheit und Gerechtigkeit her – „zwei Schlüsselbegriffe menschlicher Utopie“.140 Dabei ist er nicht nur „die in den Roman hineinprojizierte Personifikation der Frage, die den Leser bewegt“141, sondern immer auch die Inszenierung eines identitätsstiftenden Ideals.142 Den meisten Detektivhelden werden Eigenschaften wie „cool, hart, trinkfest, sexy, ausdauernd, erfolgreich“143 zugeschrieben. Gleichzeitig ist der Detektiv unabhängig von äusseren Einflüssen: „Um Entscheidungen wird nicht gerungen, sie fallen [dem Detektiv] gleichsam zu und werden sofort in schnelle [...] Bewegungen umgesetzt.“144

140 Alida Bremer: Kriminalistische Dekonstruktion, Zur Poetik der postmodernen Kriminalromane, Würzburg: Königshausen & Neumann 1999, S. 11.

141 Alewyn, Anatomie des Detektivromans, S. 60.

142 Vgl. Harry Proll: Die Wirkung der Kriminalromane, in: Vogt, Der Kriminalroman, Bd. II, S. 500–516, 507.

143 Otthein Rammstedt: Zur List der kapitalistischen Vernunft, in: Franceschini/Würmann, Verbrechen als Passion, S. 257–266, 260.

144 Peter Nusser: Unterhaltung und Aufklärung, Studien zur Theorie, Geschichte und Didaktik der populären Lesestoffe, Frankfurt am Main u.a.: Peter Lang 2000, S. 55 ff., 60.

[Seite 7]

Er ist eben nicht nur »die in den Roman hineinprojizierte Personifikation der Frage, die den Leser bewegt«,11 [also nicht nur »reine Funktion«,12] sondern immer auch die Inszenierung eines identitätsstiftenden Ideals.13 Eigenschaften wie »cool, hart, trinkfest, sexy, ausdauernd, erfolgreich«14 werden den meisten Helden ein- und zugeschrieben. [...] Der Detektiv agiert nicht nur wegen seiner tollen Eigenschaften, sondern auch wegen seiner totalen Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen völlig lebensfern: »Um Entscheidungen wird nicht gerungen, sie fallen dem Helden gleichsam zu und werden sofort in schnelle [...] Bewegungen umgesetzt.«16 [...]

[...]

[...] [Durch die Lösung eines Falls macht sich der Detektiv zur Erlöserfigur für den Leser.] Wahrheit und Gerechtigkeit – »zwei Schlüsselbegriffe menschlicher Utopie«.20

[Seite 8]

11 Alewyn: »Anatomie des Detektivromans«, a.a.O. S. 60.

[...]

13 Vgl. Harry Proll: »Die Wirkung der Kriminalromane«, in: Der Kriminalroman. Bd. II. Hg. von Jochen Vogt. München 1971. S. 500-516, hier: S. 507.

14 Otthein Rammstedt: »Zur List der kapitalistischen Vernunft«, in: Verbrechen als Passion, a.a.O. S. 257-266, hier: S. 260.

[...]

16 Nusser: »Unterhaltung und Aufklärung«, a.a.O. S. 60.

[...]

20 Alida Bremer: Kriminalistische Dekonstruktion. Zur Poetik der postmodernen Kriminalromane. Würzburg 1999. S. 11.

Anmerkungen

Seine eigentliche Quelle nennt der Verf. nicht.

Man beachte auch, dass sich der Aufsatz Prolls bei Vogt (1971) auf den S. 500-515 findet und nicht, wie vom Verf. unzutreffend kopiert, auf S. 500-516. Zudem ist auf S. 507 lediglich vom Detektiv als "Idealgestalt" die Rede und nicht von der "Inszenierung eines identitätsstiftenden Ideals"; somit übernimmt der Verf. an dieser Stelle eine Paraphrase, ohne deren Entlehnung von Piess (2006) kenntlich zu machen.

Sichter
(Schumann) Stratumlucidum

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