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Quelle:Ts/Rahn 2004

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Thomas Rahn
Titel    Der Lügner als Autor, der Autor als Lügner. Georges Manolescus Memoiren und die Psychologie des Hochstaplers
Sammlung    Lügen und ihre Widersacher. Literarische Ästhetik der Lüge seit dem 18. Jahrhundert
Herausgeber    Hartmut Eggert, Janusz Golec
Ort    Würzburg
Verlag    Königshausen & Neumann
Jahr    2004
Seiten    55-71
Anmerkung    zitiert nach der Online-Version
ISBN    3-8260-2889-9
URL    http://books.google.de/books?id=LgXlCN9JvEgC&pg=PA55&lpg#v=onepage&q&f=false

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    6


Fragmente der Quelle:
[1.] Ts/Fragment 160 27 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-19 22:51:33 Schumann
Fragment, Gesichtet, Rahn 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 160, Zeilen: 27-31
Quelle: Rahn 2004
Seite(n): 67, Zeilen: 27-30
Auch nach Erich Wulffen ist der Hochstapler gewöhnlich durch eine „künstlerische Veranlagung“ gekennzeichnet, die, „durch irgendwelche Umstände gehemmt, in unsoziale Bahnen“ abgeleitet wird.48 Umgekehrt entarte das dichterische Talent zur Hochstapelei, wenn das Form- und Fiktionalitätsbewusstsein versage.

48 Wulffen, Psychologie des Hochstaplers, S. 39.

Der Hochstapler ist gewöhnlich durch eine „künstlerische Veranlagung“ gekennzeichnet, die, „durch irgendwelche Umstände gehemmt, in unsoziale Bahnen“25 abgeleitet wird. Das dichterische Talent entartet zudem zur Hochstapelei, wenn das Form- und Fiktionalitätsbewußtsein des Erzählers/Darstellers versagt, d. h. wenn die Fiktion nicht als Bearbeitung der Wirklichkeit im Rahmen bestimmter Gattungen (Schauspiel, Märchen etc.) bewußtgehalten wird.

[23 Wulffen: Psychologie (wie Anm. 15), S. 79.]

25 Ebd., S. 39.

Anmerkungen

Kein Hinweis darauf, dass die Analyse zu Wulffen nicht aus eigener Feder stammt.

Sichter
Schumann

[2.] Ts/Fragment 245 07 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-14 20:05:17 Schumann
Fragment, Gesichtet, Rahn 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 245, Zeilen: 7-10
Quelle: Rahn 2004
Seite(n): 56, Zeilen: 23-27
In Paris lancierte er als Kaufhausdieb seine internationale kriminelle Karriere. Nachdem er durch eine trickreiche Inszenierung verschiedene Diamantenhändler bestohlen hatte, spezialisierte er sich auf den Hoteldiebstahl in der Maske des vornehmen Gastes. Der „erste Star der Branche“7, 1871 als Sohn eines rumänischen Offiziers geboren, beginnt seine (internationale) kriminelle Karriere als Kaufhausdieb in Paris. Nachdem er durch eine trickreiche Inszenierung verschiedene Diamantenhändler bestohlen hat, spezialisiert er sich schließlich auf den Hoteldiebstahl in der Maske des vornehmen Hotelgastes.

7 [...]

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle.

Sichter
Schumann

[3.] Ts/Fragment 295 30 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-07-24 06:54:34 Stratumlucidum
Fragment, Gesichtet, Rahn 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 295, Zeilen: 30-32, 106
Quelle: Rahn 2004
Seite(n): 65, Zeilen: 14-18, 31-35, 104
In Bezug auf die Frage, ob Manolescu geisteskrank gewesen sei, schloss sich Wulffen dem Staatsanwalt an. Er attestierte Manolescu einen „maniakalische[n] Entartungswahnsinn“.304 Sein [Wahnsinn sei in allen Einzelheiten stimmig gewesen, Manolescu hätte die Nervenheilkunde studiert haben müssen, um auf diesem Niveau simulieren zu können.]

304 Ebd. [= Wulffen, Manolescu und seine Memoiren], S. 89.

Der Berliner Staatsanwalt, der im Prozeß gegen Manolescu tätig war, lieferte einen Beitrag für den Anhang des ersten Memoirenbandes, in welchem er ausführt, daß der Angeklagte im Grunde nur ein Durchschnittshochstapler gewesen sei, der nicht einmal habe richtig lügen können. [...]

[...]

[...] In der Frage, ob der Hochstapler wahnsinnig gewesen sei oder nicht, schließt sich Wulffen den Berliner Experten an. Er attestiert eine manische Erkrankung, einen „maniakalische[n] Entartungswahnsinn“.16 Der Wahnsinn – so Wulffen – sei in allen Einzelheiten stimmig gewesen, Manolescu hätte die Nervenheilkunde studiert haben müssen, um auf diesem Niveau simulieren zu können.


16 Wulffen, Manolescu (wie Anm. 11), S. 89.

Anmerkungen

Die Quelle, deren Wulffen-Rezeption hier erkennbar übernommen wird, bleibt ungenannt.

Fortsetzung auf der nächsten Seite.

Sichter
(Schumann) Stratumlucidum

[4.] Ts/Fragment 296 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-07-24 10:40:28 Schumann
Fragment, Gesichtet, Rahn 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 296, Zeilen: 1-3
Quelle: Rahn 2004
Seite(n): 65, Zeilen: 33-35
[Sein] Wahnsinn sei in allen Einzelheiten stimmig gewesen, Manolescu hätte die Nervenheilkunde studiert haben müssen, um auf diesem Niveau simulieren zu können. Der Wahnsinn – so Wulffen – sei in allen Einzelheiten stimmig gewesen, Manolescu hätte die Nervenheilkunde studiert haben müssen, um auf diesem Niveau simulieren zu können.
Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite.

Der Satz wird so gut wie wörtlich übernommen.

Sichter
(Stratumlucidum) Schumann

[5.] Ts/Fragment 355 10 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-07-26 17:05:30 Stratumlucidum
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Rahn 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 355, Zeilen: 10-17, 19-29, 101, 103-105, 108
Quelle: Rahn 2004
Seite(n): 69; 70; 71, Zeilen: 69: 16-23, 36-38, 103-104; 70: 6-7, 20-30, 107-108; 71: 2-5
Eine wesentliche Gemeinsamkeit von Hochstapler und Dichter besteht nach Wulffen auf der produktionsästhetischen Ebene: Beide folgen, zusammengefasst, dem Prinzip der Inspiration. Die „instinktive Sicherheit“ des Hochstaplers, der Orientierung eines Schlafwandlers gleich, das Gespür für die richtige Gelegenheit, entspreche der kontemplativen Haltung, mit der sich der Dichter „den Eindrücken, die die Dinge auf ihn machen“, hingibt, um sich durch sie „in Stimmung“ setzen zu lassen.518 [...] Der Dieb oder Hochstapler befinde sich in einem „Traumzustand“520 oder Trancezustand, in dem er sich fiktional betätigt und eine Welt „erfindet“. [Er wird zum Autor521 und Hochstapelei zur „realisierten Literatur“.522] Sie folgt literarischen Mustern und kann unter eine Gattung subsumiert werden. Wulffen erwähnt die Komödie, die satirische Verserzählung und den Schwankroman. Mit dem Till Eulenspiegel bestimmt er eine literarische Figur als Prototyp des Hochstaplers. Auch der Pikaro setzt die Dialektik des Hochstaplers um. Märchen- oder romanhafte Züge trägt schon die betrügerische Namenswahl des Hochstaplers.523

Wulffens produktionsästhetische These ist, dass der Künstler gene-[rell in dem Masse zum Schwindler wird, in dem er sich auf die Faktur seiner Werke konzentriert:]


518 Wulffen, Psychologie des Hochstaplers, S. 41.

[...]

520 Ebd., S. 47.

521 In diesem Sinne wertet Wulffen (Psychologie des Hochstaplers, S. 32 f.) auch die Inszenierung des Schusters Wilhelm Voigt von 1906 als quasi-literarischen Akt. [Vgl. hinten Kap. H.III.

522 Rahn, Der Lügner als Autor, S. 70.]

523 Wulffen, Psychologie des Hochstaplers, S. 42.

[Seite 69]

Auf der produktionsästhetischen Ebene teilen der Hochstapler und der Dichter, Wulffen zufolge, das Prinzip der Inspiration. Die „instinktive Sicherheit“ des Hochstaplers, die der Orientierung eines Schlafwandlers verglichen wird, das Gespür für die richtige Gelegenheit entspreche der kontemplativen Haltung, mit der sich der Dichter „den Eindrücken, die die Dinge auf ihn machen“, hingibt, um sich durch sie „in Stimmung“31 setzen zu lassen. Diesen „Traumzustand“32 im Vollzug des Verbrechens hatte Wulffen bereits in seiner Manolescu-Studie durch einen Vergleich mit dem inspirierten Dichtungsvorgang kommentiert:

[...]

Im Moment des Verbrechens - als Täuscher, als Dieb - befindet sich der Hochstapler nicht in der Wirklichkeit, sondern in einem Trancezustand, in dem er sich und seine Umwelt ‚erfindet‘.

[Seite 70]

In diesem Sinne wertet Wulffen den berühmten Auftritt des Schusters Wilhelm Voigt als Hauptmann von Köpenick im Jahr 1906 als quasi-literarischen Akt:34

[...]35

Die Hochstapelei – als realisierte Literatur – ist nach literarischen Mustern angelegt; bereits die betrügerische Namenswahl des Hochstaplers kann märchen- oder romanhafte Züge tragen.36 Der hochstaplerischen Aktion können konkrete Gattungsmodelle zum Vorbild (oder zum Vergleichsmaßstab einer Überbietung) dienen; Wulffen erwähnt im Zusammenhang mit der Köpenickiade Vertreter dreier Textsorten: Komödie, satirische Verserzählung und Schwankroman. Mit dem Till Eulenspiegel wird eine literarische Figur als Prototyp des Hochstaplers bestimmt, deren betrügerische Handlungen anthropologische und gesellschaftliche Mängel ins Licht treten lassen. Einen weiterer Typus, der ebenfalls die lügenkritische Dialektik des Hochstaplers auslebt, der Pikaro des europäischen Schelmenromans, findet sich zwar nicht in Wulffens Aufzählung, aber bezeichnenderweise bei Manolescu.

[Seite 71]

Im letzten Kapitel seiner Psychologie des Hochstaplers, das insbesondere dem Verhältnis von Literatur und Hochstapelei gewidmet ist,37 entfaltet Wulffen die These, daß der Künstler generell in dem Maße zum Schwindler wird, in dem er sich auf die Faktur seiner Werke konzentriert.


31 Ebd. [= Wulffen: Psychologie des Hochstaplers], S. 41.

32 Ebd., S. 47.

[...]

[34 Vgl. Voigt, Wilhelm: Wie ich Hauptmann von Köpenick wurde. Mit eine Vorwort von Hans Hyan. Leipzig, Berlin: Püttmann 1909 [Neuausgabe hrsg. von Reinhard Lehmann. Berlin: Eulenspiegel Verlag 1986]; Der Fall Köpenick. Akten und zeitgenössische Dokumente zur Historie einer preußischen Moritat. Hrsg. von Wolfgang Heidelmeyer. Frankfurt am Main: Fischer 1968; Löschburg, Winfried: Ohne Glanz und Gloria. Die Geschichte des Hauptmanns von Köpenick. 6. Aufl. Berlin: Buchverlag Der Morgen 1996.]

35 Wulffen: Psychologie (wie Anm. 15), S. 32f.

36 Vgl. ebd., S. 42

[37 Vgl. ebd., S. 77-90. Wulffen behandelt hier neben der Psychologie des Schaffensprozesses schwerpunktmäßig Phantasten, Lügner und Hochstaplerfiguren in literarischen Werken.]

Anmerkungen

Die Quelle wird in Fn. 522 zwar für ein kurzes Zitat genannt, doch bleibt dem Leser verborgen, dass ihr auch die weiteren referierenden Ausführungen zu Wulffen (teils wörtlich) entnommen wurden.

Sichter
(Schumann) Stratumlucidum

[6.] Ts/Fragment 356 21 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-14 20:07:09 Schumann
Fragment, Gesichtet, Rahn 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 356, Zeilen: 21-34
Quelle: Rahn 2004
Seite(n): 66, Zeilen: 10-23
Wulffen unterscheidet zwei Arten des Verhältnisses von Verbrechen und literarischer Produktion: Einerseits kann das literarische Werk zum Bekenntnis bzw. zum Ausdruck der Reue dienen, andererseits als „Ersatz für die Tat“, die der Autor nicht begehen konnte oder wollte.525 Diese Funktion der literarischen Produktion lässt sich als „eine Wunscherfüllung, eine Korrektur der unbefriedigenden Wirklichkeit“ im Modus der Phantasie definieren, wie es Sigmund Freud analog in seiner „Gleichstellung des Dichters mit dem Tagträumer“ getan hat.526 Diese Literaten, zu denen Manolescu gehöre, „begehen den Mord und das Sittlichkeitsverbrechen nicht in Wirklichkeit, dazu haben sie noch genügende Hemmungsvorstellungen, keinen Mut, keine Gelegenheit oder kein Geschick; aber die innere Befähigung dazu ist latent vorhanden und will sich auslösen. Deshalb beschreibt der Literat den Mord oder das Sittlichkeitsverbrechen.“527

525 Wulffen, Manolescu und seine Memoiren, S. 107.

526 Freud, Der Dichter und das Phantasieren, S. 174, 177.

527 Wulffen, Manolescu und seine Memoiren, S. 107 f.

Wulffen ordnet Manolescus Text in ein grobes Schema ein, das zwei Arten des Verhältnisses von Verbrechen und literarischer Produktion unterscheidet. Das literarische Werk kann entweder zum Bekenntnis bzw. zum Ausdruck der Reue dienen oder als „Ersatz für die Tat“,18 die der Autor nicht begehen konnte oder nicht begehen wollte. Die zuletzt genannte Funktion der literarischen Produktion läßt sich - ähnlich wie in Freuds „Gleichstellung des Dichters mit dem Tagträumer“19 - als „eine Wunscherfüllung, eine Korrektur der unbefriedigenden Wirklichkeit“20 im Modus der Phantasie definieren.
So gibt es Literaten, die in Mordlust oder in Sittlichkeitsverbrechen schwelgen; zu den ersteren gehört der Franzose Baudelaire, zu den letzteren die Schriftsteller unserer modernen Unsittlichkeiten. Sie begehen den Mord und das Sittlichkeitsverbrechen nicht in Wirklichkeit, dazu haben sie noch genügende Hemmungsvorstellungen, keinen Mut, keine Gelegenheit oder kein Geschick; aber die innere Befähigung dazu ist latent vorhanden und will sich auslösen. Deshalb beschreibt der Literat den Mord oder das Sittlichkeitsverbrechen.

18 Ebd.

19 Freud, Sigmund: Der Dichter und das Phantasieren (Vortrag 1907; Erstveröffentlichung 1908). In: ders.: Studienausgabe. Hrsg. von Alexander Mitscherlich, Angela Richards und James Strachey. Bd. X: Bildende Kunst und Literatur. Frankfurt am Main: Fischer 1969, S. 169-179, hier 177. - Freud konzentriert sich in seiner Analyse auf triviale Literatur, in der ein erfolgreicher Held „im Mittelpunkt des Interesses steht, für den der Dichter unsere Sympathie mit allen Mitteln zu gewinnen sucht“ (S. 176), d. h. es geht ihm um „egozentrische Erzählungen“ (ebd.), die einen idendfikatorischen Bezug des Lesers zur Hauptfigur - und somit eine Teilnahme an der Wunscherfullung im Vollzug der Lektüre - ermöglichen.

20 Ebd., S. 174.

21 Wulffen: Manolescu (wie Anm. 11), S. 107f.

Anmerkungen

Keine Kennzeichnung der Übernahme von Rahns Ausführungen.

Sichter
Schumann

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