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Quelle:Ts/Roxin 1971

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Claus Roxin
Titel    Vorläufige Bemerkungen über die Straftaten Karl Mays
Zeitschrift    Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft
Ausgabe    2
Jahr    1971
Seiten    74-109
Anmerkung    Verglichen wurde mit der Online-Ausgabe des Textes.
URL    http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/seklit/JbKMG/1971/74.htm

Literaturverz.   

nein
Fußnoten    ja
Fragmente    7


Fragmente der Quelle:
[1.] Ts/Fragment 111 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-06-29 11:50:02 Stratumlucidum
Fragment, Gesichtet, Roxin 1971, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 111, Zeilen: 1-6, 8-14
Quelle: Roxin 1971
Seite(n): 78, Zeilen: – (Online-Quelle)
Der echte Verbrecher stelle einen besonderen Menschenschlag dar, der sich durch spezifische körperliche und seelische Merkmale von anderen Menschen unterscheide. Es handle sich beim „delinquente nato“ um eine atavistische, vormoderne, dem urzeitlichen Wilden ähnliche Varietät, [identifizierbar durch anatomisch imponierende Eigenschaften, insbesondere durch die Gestalt des Schädels und entsprechend unzivilisiertes, kriminelles Verhalten,6] die unabhängig von allen sozialen Bedingungen unentrinnbar zum Verbrechen bestimmt sei. „Geborene Verbrecher“ waren [nicht aus dem Guten herausgefallen und daher] auch nicht resozialisierbar. Medizinisch erklärte Lombroso diese Erscheinung mit einer anthropologischen Rückbildung, die auf Degenerationserscheinungen in der Ahnenreihe oder fötalen bzw. frühkindlichen Erkrankungen beruhen könne.

[6 Vgl. Rainer Brömer: Evolution und Verbrechen, in: Bodo-Michael Maumunk/Jürgen Riess [Hrsg.]: Darwin und Darwinismus, Eine Ausstellung zur Kultur und Naturgeschichte, Berlin: Akademie 1994, S. 128—133, 129.]

Cesare Lombroso (1836 - 1909) hatte in seinem aufsehenerregenden Werk »L'uomo delinquente« (27) auf Grund vergleichender medizinischer Untersuchungen und Körpermessungen die Ansicht vertreten, daß der echte Verbrecher einen besonderen Menschenschlag darstelle, der sich durch spezifische körperliche und seelische Merkmale von anderen Menschen unterscheide. Es handele sich beim »delinquente nato« um eine atavistische, dem urzeitlichen Wilden ähnliche Varietät der Gattung Mensch, die unabhängig von allen sozialen Bedingungen unentrinnbar zum Verbrechen bestimmt und deshalb auch nicht besserungsfähig sei. Die medizinische Erklärung für diese Erscheinung fand Lombroso in einer anthropologischen Rückbildung, die auf Degenerationserscheinungen in der Ahnenreihe oder fötalen bzw. frühkindlichen Erkrankungen beruhen könne.

[27 Turin 1876, deutsch unter dem Titel: Der Verbrecher in anthropologischer, ärztlicher und juristischer Beziehung, 2 Bde., 1887 - 1890]

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die tatsächliche Quelle des weit überwiegenden Teils der Ausführungen.

Sichter
(Schumann) Stratumlucidum

[2.] Ts/Fragment 164 10 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-06-29 12:30:17 Stratumlucidum
Fragment, Gesichtet, Roxin 1971, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 164, Zeilen: 10-15
Quelle: Roxin 1971
Seite(n): 88, Zeilen: – (Online-Quelle)
– Friedrich Schiller war zeitlebens durch die Gestalt des pseudologischen Betrügers (Demetrius, Warbeck,55 Cagliostro) fasziniert.

– Heinrich von Kleist konnte Erfundenes und Reales nicht immer auseinanderhalten.

– Friedrich Hebbel führte den Doktortitel schon, bevor er ihn rechtmässig erworben hatte, [...]


[55 Im Brief an Goethe vom 20. August 1799 schrieb Schiller, er sei in der Geschichte des Betrügers Warbeck, der sich unter Heinrich VII. von England für einen der Prinzen Eduards V. ausgab, auf die Spur einer neuen möglichen Tragödie geraten. Warbeck wurde vorerst durch die Jungfrau von Orleans verdrängt. 1801 befasste sich Schiller wieder mit dem Plan, der aber nicht zur Ausführung gelangte. Vgl. Schiller, Sämtliche Werke, Bd. II, S. 555–626.]

Wir wissen von Schillers lebenslänglicher Faszination durch die Gestalt des pseudologischen Betrügers (Demetrius, Warbeck). [...] Kleist konnte zeitlebens in seinem Privatleben Erfundenes und Reales nicht auseinanderhalten. Hebbel führte den Doktortitel, bevor er ihn rechtmäßig erworben hatte; [...]
Anmerkungen

Die tatsächliche Quelle wird nicht genannt.

Sichter
(Schumann) Stratumlucidum

[3.] Ts/Fragment 167 08 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-07-07 07:44:11 Schumann
Fragment, Gesichtet, Roxin 1971, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 167, Zeilen: 8-23, 110-118
Quelle: Roxin 1971
Seite(n): 82, 85, 101, 105, 106, 109, Zeilen: - (online-Quelle)
Zusammenfassend schrieb der Schweizer Staatsanwalt G. F. von Cleric 1926, es sei im Schrifttum wiederholt auf eine „Verwandtschaft zwischen dem künstlerischen (besonders dichterischen und schauspielerischen) Schaffen einerseits und der Tätigkeit des Hochstaplers [...] andererseits hingewiesen worden“. „Die gemeinsame Wurzel des dichterischen und schauspielerischen Vermögens einer- und des hochstaplerischen Talentes andererseits“ sei „vor allem die lebhafte Phantasie“.63 Von Cleric erwähnte ausdrücklich die Möglichkeit, „daß der als Schwindler Verzeigte in Wahrheit in einem Dämmerzustände gehandelt hat; während des Dämmerzustandes, der eine Bewußtseinsstörung in sich schließt, kann der Betreffende, ohne in diesem Sinne orientiert zu sein, ein zweites Leben (also gerade das des Schwindlers) führen (Spaltung des Bewußtseins)“.64

Alle Autoren, die diese Erscheinung beschrieben, stimmten darin überein, dass sich pseudologische Züge neben dem Hochstapler auch beim Dichter, beim Schauspieler und beim Kind zeige,65 unter Hinweis [auf Sigmund Freuds Aussage, „daß die Dichtung wie der Tagtraum Fortsetzung und Ersatz des einstigen kindlichen Spielens ist“.66]


63 G. F. von Cleric: Der Hochstapler, in: Schweizerische Zeitschrift für Strafrecht 1926, S. 16-52, 41.

64 Ebd., S.44.

65 Vgl. ebd., S. 39: „Bei der Suche nach Parallelen zu der Denk- und Handlungsweise der Hochstapler [...] hat das Schrifttum häufig eingehend auf die Psyche der Kinder und der Jugendlichen hingewiesen“; Hans von Hentig: Zur Psychologie der Einzeldelikte, Bd. III: Der Betrug, Tübingen: Mohr 1957, S. 80: „Die oft erörterte Frage, ob zwischen Kind, Künstler und Hochstapler Ähnlichkeiten bestehen, muß von jedem bejaht werden, der Hochstapler in vivo gesehen hat.“

66 Sigmund Freud: Der Dichter und das Phantasieren [Vortrag 1907; Erstveröffentlichung 1908], in: Sigmund Freud: Studienausgabe, hrsg. v. Alexander Mitscherlich/ Angela Richards/James Strachey, Bd. X: Bildende Kunst und Literatur, Frankfurt am Main: S. Fischer 1969, S. 178.

[Seite 82]

Es beginnt beim Jägerlatein des Stammtischhelden (Karl May in Gartow) und zeigt sich in einer vom Standpunkt des nüchternen Alltagsmenschen aus sozial auffälligen und verstärkten Form vor allem bei vier idealtypischen Figuren: beim Dichter, beim Kinde und Jugendlichen, beim Schauspieler und beim Hochstapler (52).

[Seite 85]

»Die gemeinsame Wurzel des dichterischen und schauspielerischen Vermögens einer- und des hochstaplerischen Talentes andererseits ist vor allem die lebhafte Phantasie«, meint v. Cleric (70), und bei Freud (71) erfahren wir, »daß die Dichtung wie der Tagtraum Fortsetzung und Ersatz des einstigen kindlichen Spielens ist«.

[Seite 101]

In der kriminologischen Literatur über den Hochstapler wird ausdrücklich die Möglichkeit erwähnt, »daß der als Schwindler Verzeigte in Wahrheit in einem Dämmerzustande gehandelt hat; während des Dämmerzustandes, der eine Bewußtseinsstörung in sich schließt, kann der Betreffende, ohne in diesem Sinne orientiert zu sein, ein zweites Leben (also gerade das des Schwindlers) führen (Spaltung des Bewußtseins)« (147); Erinnerungsausfälle pflegen damit einherzugehen (147).

[Seite 105]

52 [...] Zusammenfassend betont v. Cleric (Der Hochstapler, in: Schweizerische Zeitschrift für Strafrecht, 1926): »Bei der Suche nach Parallelen zu der Denk- und Handlungsweise der Hochstapler ... hat das Schrifttum häufig eingehend auf die Psyche der Kinder und der Jugendlichen hingewiesen« (a. a. O. S. 39); ferner: »Es ist im Schrifttum wiederholt auf eine ... Verwandtschaft zwischen dem künstlerischen (besonders dichterischen und schauspielerischen) Schaffen einerseits und der Tätigkeit des Hochstaplers ... andererseits hingewiesen worden« (a. a. O. S. 41). v. Hentig (Der Betrug, Zur Psychologie

[Seite 106]

der Einzeldelikte Bd. III, 1957, 80) sagt: »Die oft erörterte Frage, ob zwischen Kind, Künstler und Hochstapler Ähnlichkeiten bestehen. muß von jedem bejaht werden, der Hochstapler in vivo gesehen hat.«

70 a.a.O.41

71 Der Dichter und das Phantasieren, in: Gesammelte Werke, London, 1941 Bd. Vll, 213 ff. (222)

[Seite 109]

147 v. Cleric a. a. O. 44

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die tatsächlich benutzte Quelle.

Auch die Zitate und Referenzen werden mitübernommen.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[4.] Ts/Fragment 390 04 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-07-20 12:06:43 Schumann
Fragment, Gesichtet, Roxin 1971, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 390, Zeilen: 4-10
Quelle: Roxin 1971
Seite(n): 78, 104, Zeilen: – (Online-Quelle)
1906 versuchte er [= Lebius] in dem Artikel Atavistische und Jugendliteratur74 Karl May auf den Typ des „geborenen Verbrechers“ festzulegen. Nebenbei nannte er auch Nietzsche, dessen Schriften „den Verbrecher verherrlichen und alle Moralbegriffe auf den Kopf stellen“, einen „pathologisch atavistischen Schriftsteller“, und er rechnete „der atavistischen Literatur“ ferner „die wollüstigen und geschlechtlich perversen Schriften“ von Frank Wedekind zu.

74 In: Die Wahrheit, 30. Juni 1906.

[Seite 78]

Lebius hatte schon im Jahre 1906 in einem Artikel über »Atavistische und Jugendliteratur« (28) May zu sehr durchsichtigen Zwecken auf diesen Typ des »geborenen Verbrechers« festzulegen versucht [...] Auf welchem Niveau sich der Artikel bewegt, wird am besten daraus klar, daß nach Lebius auch Nietzsche, dessen Schriften , »den Verbrecher verherrlichen und alle Moralbegriffe auf den Kopf stellen, ... ein pathologisch atavistischer Schriftsteller war« und daß »der atavistischen Literatur ... ferner die wollüstigen und geschlechtlich perversen Schriften (Frank Wedekind) zuzurechnen« sind.

[Seite 104]

28 Makabrerweise in der Zeitschrift »Die Wahrheit« (30.Juni 1906); der Artikel, den Lebius offenbar besonders gelungen fand, ist später in der Broschüre von F. W. Kahl-Basel, Karl May, ein Verderber der deutschen Jugend, Berlin 1908, 3-7, erneut abgedrudct [sic] worden. Näheres dazu und zu der Kahl-Broschüre bei Wollschläger, Karl May, 132 f., 134.

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle der Ausführungen inkl. Zitate wird nicht genannt.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[5.] Ts/Fragment 395 05 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-07-20 12:08:54 Schumann
Fragment, Gesichtet, Roxin 1971, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 395, Zeilen: 5-11, 112-114
Quelle: Roxin 1971
Seite(n): 74, 102, Zeilen: – (Online-Quelle)
Am 10. Januar 1908 trug Wulffen der Forensisch-psychiatrischen Vereinigung zu Dresden „den Fall eines bekannten Mannes“ mit, „der sowohl ein guter Dichter wie ein ausgezeichneter Schwindler war“.92 Er nannte dabei die meisten von Karl Mays Straftaten und meinte:93 „Das Exotische, Phantastische, Fascinierende, welches seine Schriften so spannend macht, trat auch bei seinen Straftaten hervor.“

92 Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie und Psychisch-Gerichtliche Medizin 66 (1909), S. 1075.

93 Wulffen, Psychologie des Verbrechers, Bd. 1, S. 173.

[Seite 74]

Wullfen hat es sich nicht nehmen lassen, auch der Forensisch-psychiatrischen Vereinigung zu Dresden im Anschluß an einen Vortrag, den der Kölner Professor Aschaffenburg dort am 10. Januar 1908 hielt: »den Fall eines bekannten Mannes« mitzuteilen, »der sowohl ein guter Dichter wie ein ausgezeichneter Schwindler war« (4). Er nannte mündlich wie in seinem Buche die meisten der Straftaten, die auch in der nachstehend abgedruckten Dokumentation Klaus Hoffmanns geschildert werden, und meinte: (5) »Das Exotische, Phantastische, Fascinierende, welches seine Schriften so spannend macht, trat auch bei seinen Straftaten hervor.«

[Seite 102]

4 Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie und Psychisch-Gerichtliche Medizin, Bd. 66, 1909, S. 1075

5 Psychologie des Verbrechers, a. a. O. 173

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle, aus der gerafft übernommen wird (und erkennbar auch die Zitate und Referenzen stammen), ist nicht genannt.

Sichter
(Schumann), SleepyHollow02

[6.] Ts/Fragment 399 08 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-06-29 15:49:39 Stratumlucidum
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Roxin 1971, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 399, Zeilen: 8-28, 103-106, 110
Quelle: Roxin 1971
Seite(n): 92, 93, 108, Zeilen: – (Online-Quelle)
Denn damit aus einem Menschen mit pseudologischen Neigungen ein Krimineller werde, müssten noch einige andere Eigenschaften hinzukommen. Und gerade die spezifischen Wesenszüge des hochstaplerischen Betrügers besitze May nicht:

– Der kriminelle Hochstapler pflegt zu ernsthafter Arbeit unfähig zu sein.111 May war, wie sein umfangreiches Werk beweist, ein Mensch von ungewöhnlichem Fleiss.

– Der Hochstapler lebt im Augenblick, ohne die Fähigkeit, weitergesteckte Ziele beharrlich und konsequent zu verfolgen.112 May konnte hingegen umfassende Konzeptionen mit grosser Energie realisieren.

– Der Hochstapler greift vielfach zu Rauschmitteln oder simuliert Krankheiten. Davon finden wir nichts bei Karl May.

– „Der wahre Hochstapler“ zeigt „keine Besserung und keine Reue“.113 [„Sie sind fast alle unverbesserlich“114,] und „keiner hat seine unredlichen Einnahmen dazu verwandt, ein ehrliches Geschäft anzufangen“.115

May hingegen hat nach 1870 mehr als 40 Jahre lang niemanden mehr unredlich geschädigt. Im Gegenteil: Er hat [sich wie erwähnt philanthropisch betätigt,] wiedergutgemacht, Bedürftige beschenkt und begabte, mittellose Menschen auf seine Kosten studieren lassen. Sein Werk kreist unaufhörlich um Probleme des Gewissens, der inneren Umkehr und der Läuterung. Der Stagnation des Hochstaplers steht [bei May eine stetige und bemerkenswerte Entwicklung gegenüber, im Persönlichen wie im Schriftstellerischen.]


111 Wulffen, Psychologie des Hochstaplers, S. 51.

112 Vgl. Friedrich Meinertz: Der hochstaplerische Betrüger, Infantilismus und Routine, in: Schweizer Archiv für Neurologie und Psychiatrie 75 (1955), S. 147-172, 155 ff.

113 von Cleric, Der Hochstapler, S. 51.

[114 Aschaffenburg, in: Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie und Psychisch-Gerichtliche Medizin, S. 1074; zit. nach Roxin, Vorläufige Bemerkungen über die Straftaten Karl Mays, S. 93.]

115 Wulffen, Psychologie des Hochstaplers, S. 5.

[Seite 92]

Damit aus einem Menschen mit pseudologischen Neigungen ein Krimineller wird, müssen noch einige andere Eigenschaften hinzukommen. Und gerade die spezifischen Wesenszüge des hochstaplerischen Betrügers besaß May nicht.

Der kriminelle Hochstapler pflegt zu ernsthafter Arbeit unfähig zu sein (111) - May war, wie sein umfangreiches Werk beweist, ein Mensch von ungewöhnlichem Fleiß; auch seine Kenntnisse waren beträchtlich. Der Hochstapler lebt im Augenblick, ohne die Fähigkeit, weitergesteckte Ziele beharrlich und konsequent zu verfolgen (112) - May konnte umfassende Konzeptionen mit großer Energie realisieren und schließlich fast sein gesamtes Werk in einen großen Mythos verarbeiten. Der Hochstapler ist süchtig, greift vielfach zu Rauschmitteln, simuliert Krankheiten [und hält sich viel in Spitälern auf (113)] - nichts davon finden

[Seite 93]

wir bei May. »Der wahre Hochstapler« zeigt »keine Besserung und keine Reue« (114). »Sie sind fast alle unverbesserlich« (115) und »keiner hat seine unredlichen Einnahmen dazu verwandt, ein ehrliches Geschäft anzufangen« (116). May hingegen hat seit 1870 mehr als 40 Jahre lang niemanden mehr in unredlicher Weise geschädigt. Im Gegenteil: Er hat wiedergutgemacht, Bedürftige beschenkt und begabte, mittellose Menschen auf seine Kosten studieren lassen. Sein Werk kreist von den frühesten bis zu den letzten Hervorbringungen um Probleme des Gewissens, der inneren Umkehr und der Läuterung; [...] Der leeren Entwicklungslosigkeit des Hochstaplers steht bei May eine stetige und bemerkenswerte Entwicklung gegenüber, im Persönlichen wie im Schriftstellerischen; [...]

[Seite 108]

111 Wulffen, Die Psychologie des Hochstaplers, 1923, 51

112 Vgl. Meinertz a. a. O. [= Der hochstaplerische Betrüger, Schweizerisches Archiv für Neurologie und Psychiatrie, Bd. 75, 1955, 147 ff.] 155 ff. (»Das Leben im Augenblick«)

[113 Vgl. dazu nur Meinertz, a. a. O. 162; v. Cleric a. a. O. 3s, 46]

114 v. Cleric a. a. O. [= Der Hochstapler, in: Schweizerische Zeitschrift für Strafrecht, 1926] 51

[115 Aschaffenburg, Allg. Zeitschrift fÜr [sic] Psychiatrie und Psychisch-Gerichtl. Medizin, a.a.O. 1074]

116 Wulffen, Die Psychologie des Hochstaplers, 51

Anmerkungen

Über der Passage befindet sich ein Zitat aus Roxin (1971) und auch im Folgenden zeigt der Verf., dass er weiter aus Roxin referiert – der großteils wörtliche Charakter seiner Übernahmen bleibt hier jedoch ungekennzeichnet.

Auch die Zitate und ihre Nachweise werden aus Roxin (1971) mitübernommen, lediglich in einem Fall (Fn. 114) macht der Verf. deutlich, danach zu zitieren.

Die gesamte Textstruktur ist identisch.

Fortsetzung auf der nächsten Seite.

Sichter
(Schumann) Stratumlucidum

[7.] Ts/Fragment 400 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-06-29 16:22:16 Stratumlucidum
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Roxin 1971, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 400, Zeilen: 1-8, 14-16, 26-32, 101, 105-106
Quelle: Roxin 1971
Seite(n): 93, 94, 98, 108, 109, Zeilen: – (Online-Quelle)
[Der Stagnation des Hochstaplers steht] bei May eine stetige und bemerkenswerte Entwicklung gegenüber, im Persönlichen wie im Schriftstellerischen.

– Für den Hochstapler gilt: „Es fehlt ihm die Liebesfähigkeit.“116 May dagegen lehrt die Überwindung des Hasses durch die Liebe.

– Ein rechter Hochstapler hätte sich über die Enthüllung seiner frühen „Heldentaten“ und die um seine Person gerankte Räuberhauptmannslegende geschmeichelt gefühlt; die Memoiren krimineller Hochstapler verraten solchen Stolz auf frühere „Leistungen“. [...]

– Ausserdem war Karl May kein Pseudologe „durch und durch“. Er konnte nüchtern, schlicht und unprätentiös, sogar selbstironisch sein.

[...] Dies war auch Erich Wulffen kriminologische Deutungshypothese:120 Bei Karl May habe „nichts weiter als eine ins frühe Mannesalter hinein bewahrte Primitivstufe der Entwicklung“ Vorgelegen, „über die dann aber, was normalerweise im Erziehungsprozeß des Kindesalters hätte geschehen müssen, in der Zeit seiner Strafverbüßungen ein ,Läuterungsprozeß' hinausgeführt habe“.


116 Meinertz, Der hochstaplerische Betrüger, S. 170.

[...]

120 Heinz Stolte: Kriminalpsychologie oder Literaturpsychologie, in: Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft 2 (Dezember 1969), S. 6.

[Seite 93]

[...] Der leeren Entwicklungslosigkeit des Hochstaplers steht bei May eine stetige und bemerkenswerte Entwicklung gegenüber, im Persönlichen wie im Schriftstellerischen; [...] Für den Hochstapler gilt: »Es fehlt ihm die Liebesfähigkeit.« (118) May dagegen lehrte die Überwindung des Hasses durch die Liebe [...]

[...] Ein rechter Hochstapler hätte sich über die Enthüllung seiner frühen »Heldentaten« und die um seine Person gerankte Räuberhauptmannslegende eher geschmeichelt gefühlt; die vielen Hochstaplermemoiren, die uns erhalten sind, verraten immer wieder den Stolz des Biographen auf seine »Leistungen«.

[Seite 94]

[...] Die pseudologische Komponente seines Wesens war zwar stark und auffallend, aber er war nicht, wie es die habituellen Hochstapler sind, ein Pseudologe »durch und durch«. [...] Er konnte sogar nüchtern, schlicht und unprätentiös sein, hatte Humor und war bisweilen nicht ohne selbstironische Einsicht in die eigenen Wunderlichkeiten.

[Seite 98]

[...] Dies ist offenbar die kriminologische Deutungshypothese Wulffens gewesen, von der Stolte (136) berichtet: »Was ((nach Wulffen im Falle Mays)) [sic] vorlag, war nichts weiter als eine ins frühe Mannesalter hinein bewahrte Primitivstufe der Entwicklung, über die dann aber, was normalerweise im Erziehungsprozeß des Kindesalters hätte geschehen müssen, in der Zeit seiner Strafverbüßungen ein "Läuterungsprozeß" hinausgeführt habe.« 

[Seite 108]

118 Meinertz a. a. O. [= Der hochstaplerische Betrüger, Schweizerisches Archiv für Neurologie und Psychiatrie, Bd. 75, 1955, 147 ff.] 170

[Seite 109]

136 Mitteilungen der KMG Nr. 2 [= Kriminalpsychologie oder Literaturpsychologie, Mitteilungen der KMG [= Karl-May-Gesellschaft] Nr. 2, S. 4 ff.], 6; mir selbst ist die Arbeit Wulffens zurzeit noch unbekannt.

Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite.

Der Verf. referiert weiterhin erkennbar aus Roxin, was an der indirekten Rede sowie auch anhand von ausgewiesenen Zitaten (Fn. 117-119) deutlich wird. Dass er aber auch über diese Bereiche hinaus aus der Quelle wörtlich übernimmt bzw. nach ihr zitiert, wird nicht deutlich.

Der Inhalt nahezu der gesamten Seite stammt aus dieser Quelle.

(Zur besseren Sichtbarkeit der ungekennzeichneten Übernahmen wurden die korrekt ausgewiesenen hier ausgeblendet.)

Sichter
(Schumann) Stratumlucidum

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