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Quelle:Ts/Wikipedia Entartung 2010

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Titel    Entartung (Medizingeschichte)
Verlag    (Wikipedia)
Datum    9. August 2010
URL    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Entartung_%28Medizingeschichte%29&oldid=77635269

Literaturverz.   

nein
Fußnoten    ja
Fragmente    2


Fragmente der Quelle:
[1.] Ts/Fragment 123 12 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-16 17:35:04 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Wikipedia Entartung 2010

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 123, Zeilen: 12-25
Quelle: Wikipedia Entartung 2010
Seite(n): online, Zeilen: -
Das Thema jedenfalls ist uralt.42 Schon in der Antike, etwa bei Aristoteles, gibt es die Vorstellung, Suizid, Verbrechen und Laster aller Art liessen ein Volk entarten und untergehen. Rousseau versteht unter Entartung kulturkritisch eine negative Abweichung vom Naturzustand, der gesellschaftliche Prozess der Zivilisation. 1857 erweiterte Benedict Augustin Morel in seinem Buch Traité des Dégénérescences physiques, intellectuelles et morales de l’espéce humaine43 den Entartungsbegriff auf pathologische Phänomene. Damit erhielt er eine negative Konnotation. Ausserdem stellte Morel Degeneration als einen sich verstärkenden Prozess dar: Von Generation zu Generation sollte die Verschlechterung fortschreiten, und zwar bedingt durch erbliche Einflüsse. Diese Ideen fussten auf solchen der Zeit vor Darwin, besonders denen Jean-Baptiste Lamarcks. Dieser hatte behauptet, bestimmte angenommene Charakteristika wie Drogenkonsum könnten vererbt werden.

42 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Entartung_(Medizingeschichte); zugegriffen am 12. September 2010.

43 Bénédict Augustin Morel: Traité des dégénérescences physiques, intellectuelles et morales de l’espèce humaine et des causes qui produisent ces variétés maladives, Paris 1857.

Das Entartungsproblem ist sehr alt. Schon bei Aristoteles taucht die Vorstellung auf, Selbstmord, Verbrechen und Laster aller Art ließen ein Volk entarten und untergehen. Und schon bei Rousseau finden sich einige Elemente der späteren Verwendungsweise des Terminus in der Wissenschaft. Hier wird unter »Entartung« eine (negative) Abweichung vom Naturzustand verstanden. Nach Rousseaus Darstellung bewirkt die Zivilisation durch zu verfeinerte Ernährung der Reichen bzw. zu schlechte Ernährung der Armen sowie durch geistige Überanstrengung die beständige Schwächung der ursprünglich robusten menschlichen Natur.

Der französischer Psychiater Benedict Augustin Morel gab Erklärungen für somatische und psychologische Anomalien oder Pathologien, die er als "Degenerationen" bezeichnete. Einflussreich wurde sein Buch „Traité des Dégénérescences physiques, intellectuelles et morales de l`espéce humaine“. Zudem ist bei Morel ausdrücklich von einem sich verstärkenden Prozess die Rede. Mit seiner Vorstellung der Entartung als einer von Generation zu Generation fortschreitenden Verschlechterung der Art, die durch erbliche Einflüsse bedingt ist, beeinflusste er in einem hohen Maße das Denken der Zeit im Allgemeinen und das der heranwachsenden Psychiatergeneration im Besonderen.

Andererseits wurde Morels Theorie möglich durch Ideen der Zeit vor Darwin, besonders denen Jean-Baptiste Lamarcks. Dieser behauptete, bestimmte angenommene Charakteristika (Drogenkonsum, Perversionen, etc.) könnten vererbt werden.

Anmerkungen

Auch wenn die Quelle (Wikipedia!) angegeben ist, wird nicht deutlich, wie eng (und tlw. wörtlich) der Text der Quelle folgt. Ältere Wikipedia-Versionen wie https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Entartung_%28Medizingeschichte%29&oldid=4810951 (2005) sind noch etwas näher am Text.

Sichter
(Schumann), WiseWoman

[2.] Ts/Fragment 124 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-14 20:00:24 Schumann
Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung, Wikipedia Entartung 2010

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 124, Zeilen: 1-16
Quelle: Wikipedia Entartung 2010
Seite(n): online, Zeilen: -
Damit wurde jeder „erblich prädisponiert“. Auch ein Degenerationsschema stellte Morel auf (erste Generation: nervöses Temperament und Ausschweifungen, zweite Generation: Schlaganfälle, Epilepsie, Hysterie, und Alkoholismus, dritte Generation: Selbstmord, Psychosen und Geistesschwäche, vierte Generation: angeborene Blödsinnszustände und Missbildungen), dessen im Licht historischer Genealogie wie auch der Mendelschen Regeln offenkundige Unhaltbarkeit eine tiefe Wirkung auf die Psychiatrie der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht verunmöglichte. Erst zu Beginn des zweiten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts wurden Morels Lehren verworfen.

Wie bei Lombroso die Verbrecher waren für Morel die „Entarteten“ stets körperlich stigmatisiert, wozu er gar vieles zählte: Asymmetrien der Gesichtshälften, Anomalien des Schädelbaus, abstehende oder ungleiche Ohren, angewachsene Ohrläppchen, Schielen, Stottern, Missbildung der Zähne, fehlende oder überzählige Gliederteile, Verkümmerung oder abweichende Bildung der Geschlechtsorgane.

Besonders Morels Degenerationsschema hatte auf die Psychiatrie der zweiten Jahrhunderthälfte eine tiefe Wirkung. Demnach sollen Pathologien von Generation zu Generation zunehmen:
  • erste Generation: nervöses Temperament und Ausschweifungen
  • zweite Generation: Schlaganfälle, Epilepsie, Hysterie, und Alkoholismus sowie in der
  • dritten Generation: Selbstmord, Psychosen und Geistesschwäche und endlich in der
  • vierten Generation: angebore Blödsinnszustände und Missbildungen

Die letzte Stufe der Entartung sei immer die Sterilität. Den Entarteten erkenne man an den Stigmata der Entartung:

"Asymmetrien der Gesichtshälften oder sonstiger korrespondierender Körperteile, ferner Anomalien des Schädelbaues, abstehende oder ungleiche Ohren, angewachsene Ohrläppchen, Schielen, Stottern, Missbildung der Zähne, fehlende oder überzählige Gliederteile, Verkümmerung oder abweichende Bildung der Geschlechtsorgane, (...)."

Dabei handelt es sich offensichtlich um eine Theorie, die „jeder Tertianer (...) an Hand der historischen Genealogien hätte Lügen strafen können“ (Eugen Bleuler).

Erst zu Beginn des zweiten Jahrzehnts im 20. Jahrhundert konnte diese Annahme aufgrund der Unhaltbarkeit vor allem der Vererbungsthesen (durch die Wiederentdeckung und rasche Ausbreitung der Mendel'schen Regeln ab 1900) widerlegt werden.

Anmerkungen

Bezeichnenderweise ist auch in der Wikipedia die dort als direktes Zitat ausgewiesene Aufzählung ("Assymetrien der Gesichtshäften [...]") ohne Quelle.

Sichter
(Schumann), WiseWoman

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