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Quelle:Ts/Wikipedia Fiktion 2010

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Titel    Fiktion
Verlag    (Wikipedia)
Datum    26. Oktober 2010
Anmerkung    Diese Wortwahl ist bereits am 24.08.2007 vom Wikipedia-Autor 'Bunia' aufgenommen worden: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Fiktion&oldid=35909577 .
URL    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Fiktion&direction=next&oldid=75004266

Literaturverz.   

nein
Fußnoten    ja
Fragmente    12


Fragmente der Quelle:
[1.] Ts/Fragment 183 13 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-18 14:05:32 PlagProf:-)
Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung, Wikipedia Fiktion 2010

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 183, Zeilen: 13-18
Quelle: Wikipedia Fiktion 2010
Seite(n): online, Zeilen: -
6. Das Wahrscheinliche

Besonders wichtig für das Realitätsverständnis in der antiken Literaturtheorie mindestens nach aristotelischer Lesart war wie erwähnt das Konzept des Wahrscheinlichen. Das Wahrscheinliche ist plausibel und überzeugend, obwohl es der Wahrheit bloss ähnlich ist (veri similis). Allerdings lässt sich die Wahrheit oft nicht ermitteln und bleibt auf die philosophisch-reine Erkenntnis beschränkt.

Wahrscheinlichkeit, Poiesis und Mimesis (Aristoteles)

In der antiken Literaturtheorie hat es kein der Fiktion vergleichbares Konzept gegeben. Dies erklärt sich aus dem andersgearteten Realitäts- und Dichtungsverständnis (siehe: Geschichte der Fiktion). Besonders wichtig für das antike Realitätsverständnis ist das Konzept des Wahrscheinlichen (veri similia, eikota). Das Wahrscheinliche ist dabei plausibel und daher oft überzeugend, obwohl es der Wahrheit bloß ähnlich ist („dem Wahren ähnlich“ ist die wörtliche Übersetzung von „veri similis“). Allerdings lässt sich für das antike Verständnis die Wahrheit oft nicht ermitteln; sie bleibt praktisch auf die philosophisch-reine Erkenntnis beschränkt.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle. Die Überschrift (Zeile 12 bei TS) wird in der Zeilenzählung nicht berücksichtigt.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

[2.] Ts/Fragment 192 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-18 14:13:07 PlagProf:-)
Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung, Wikipedia Fiktion 2010

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 192, Zeilen: 1-20
Quelle: Wikipedia Fiktion 2010
Seite(n): online, Zeilen: -
In der Antike wurde wie erwähnt zwischen zutreffenden (wahren, wahrscheinlichen) und unzutreffenden (falschen, unwahrscheinlichen) Darstellungen unterschieden, wobei sich die Vorstellungen von Wahrheit und Wahrscheinlichkeit deutlich von den modernen Entsprechungen unterschieden.136 Darstellungen konnten für unwahr oder unwahrscheinlich gehalten werden. Sie konnten erlogen, unmöglich oder aber fabelhaft sein. Die Lüge war von der fabelhaften Erzählung nicht klar geschieden - das führte zu Platons Vorwurf, alle Dichter „lügten“.

Im Mittelalter nannte man eine Erzählung mit vielen unwahren Elementen narratio fabulosa.137 Ab etwa dem 13. Jahrhundert wuchs das Bewusstsein dafür, dass nichtwahre Elemente gezielt eingesetzt werden können.138

Fiktion im modernen Sinne entstand aber erst in der späteren Neuzeit. Als mögliche Erstlinge der modernen Fiktion werden Cervantes’ Don Quijote und Daniel Defoes Robinson Crusoe diskutiert. Es ging um ein neuartiges Verständnis von Realität und Welt,139 welches das Entstehen fiktionaler Literatur begünstigte.140 In diesem Verständnis konnten allerdings natürlich auch viele schon bestehende Werke als fiktional gelesen werden. Im 17. Jahrhundert kam es zu Tendenzen, eigenständige (autonome) und „selbstbezogene“ andere Welten als die [reale zu denken.]


136 Glen W. Bowersock: Fiction as History: Nero to Julian, Berkeley: University of California Press 1994.

137 Hennig Brinkmann: Mittelalterliche Hermeneutik, Tübingen: Niemeyer 1980.

138 Sonja Glauch: „die fabelen sol ich werfen an den wint“, Der Status der arthurischen Fiktion im Reflex, Thomas, Gotfrid und Wolfram, in: Poetica 37 (2005), S. 29-64.

139 Elena Esposito: Die Fiktion der wahrscheinlichen Realität, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2007.

140 Martin Andree: Archäologie der Medienwirkung, Faszinationstypen von der Antike bis heute (Simulation, Spannung, Fiktionalität, Authentizität, Unmittelbarkeit, Ursprung), München: Wilhelm Fink 2005.

In der Antike wird zwischen zutreffenden (wahren, wahrscheinlichen) und unzutreffenden (falschen, unwahrscheinlichen) Darstellungen unterschieden. Die Vorstellungen von Wahrheit und Wahrscheinlichkeit unterscheiden sich dabei allerdings deutlich von den modernen Entsprechungen.[48] Der Antike ist durchaus vertraut, Ablehnungsgründe für die Wahrheit oder Wahrscheinlichkeit einer Darstellung zu finden. Etwas kann erlogen, unmöglich oder aber fabelhaft sein. [...] Die Lüge ist von der fabelhaften Erzählung nicht klar geschieden; diese fehlende Unterscheidung ist der Grund dafür, dass Platon den Vorwurf erhebt, alle Dichter würden lügen:[49]

[...]

[...] Im Anschluss an den lateinischen Ausdruck fabula wird von einer narratio fabulosa gesprochen, wenn eine Erzählung viele unwahre Elemente enthält.[52] Erst etwa im 13. Jahrhundert wächst das Bewusstsein dafür, dass Handlungselemente erfunden werden, dass also nichtwahre Elemente gezielt eingesetzt werden können.[53]

[...]

Erst in der späteren Neuzeit entsteht Fiktion im modernen Sinne. Im 16. Jahrhundert verbreitet sich dank Philip Sidneys Apology for Poetry die Auffassung, dass Dichter nicht lügen. Im 17. Jahrhundert lassen sich Tendenzen erkennen, die erlauben, eigenständige (autonome) und „selbstbezogene“ andere Welten als die reale zu denken. Deutlich ist der Übergang bei Gottfried Wilhelm Leibniz vollzogen, der das Konzept „möglicher Welten“ vorstellt. Als mögliche Erstlinge der modernen Fiktion werden Don Quijote von Cervantes und Robinson Crusoe von Daniel Defoe diskutiert.

Eine exakte Datierung der Entstehung von Fiktion ist allerdings weder möglich noch sinnvoll, da es nicht um das Hervorbringen neuer Textqualitäten geht, sondern um ein neuartiges Verständnis von Realität und Welt.[54] [...] Doch sobald sich ein neuartiges Verständnis von Realität und von Wahrscheinlichkeit ausgebildet hatte, konnten auch viele der früheren Texte – etwa die mittelalterlichen Romane, die Göttliche Komödie von Dante oder die antiken Epen – von da an als fiktional gelesen werden, selbst wenn sie unter Bedingungen verfasst worden waren, in denen es die moderne Fiktion noch nicht gegeben hatte.


48. G. W. Bowersock, Fiction as History: Nero to Julian, University of California Press, 1994.

49. Platon, Staat (Politeia) [um 370 v. Chr.], zit. nach der Ausgabe: ders.: Werke, WBG, 2004, Bd. 2, S. 5–407, hier S. 85

52. Hennig Brinkmann, Mittelalterliche Hermeneutik, Niemeyer, 1980.

53. Sonja Glauch, „die fabelen sol ich werfen an den wint: Der Status der arthurischen Fiktion im Reflex: Thomas, Gotfrid und Wolfram«, in: Poetica 37 (2005), S. 29–64.

54. Elena Esposito, Die Fiktion der wahrscheinlichen Realität, Suhrkamp, 2007.

55. Martin Andree: Archäologie der Medienwirkung. Faszinationstypen von der Antike bis heute (Simulation, Spannung, Fiktionalität, Authentizität, Unmittelbarkeit, Ursprung). München: Fink 2005.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle, aus der auch sämtliche Fußnoten stammen.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

[3.] Ts/Fragment 193 07 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-18 14:18:33 PlagProf:-)
Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung, Wikipedia Fiktion 2010

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 193, Zeilen: 7-14, 18-23
Quelle: Wikipedia Fiktion 2010
Seite(n): online, Zeilen: -
Die Auffassung, dass Kunst ihre eigene Wahrheit vermittle, wurde schon in der Antike laut. Aristoteles war der Ansicht, dass Dramen aufschlussreicher als historiographische Texte seien. Im 16. Jahrhundert verbreitete sich dank Philip Sidneys Apology for Poetry die Meinung, dass Dichter nicht lögen. Sidney legte Wert darauf, dass die Literatur sogar wahrer sei als die faktuale Beschreibung.142 Diese Position wurde in der Romantik verstärkt und dann auch in der ästhetischen Theorie des 20. Jahrhunderts vertreten.143 [...]

[...] Woran erkennt man, dass eine Darstellung fiktional ist? Epistemologisch operierende Arbeiten haben sich für die Unterscheidungen interessiert, die ein als fiktional bezeichneter Text ermöglicht. Es stellte sich heraus, dass es keine grundsätzliche fiktionale Unterscheidungen gibt, die „anders“ als nicht-fiktionale sind. Nach herrschender Auffassung gibt es keine strukturell notwendigen [Unterschiede zwischen fiktionalen und nicht-fiktionalen Werken.]


142 Sir Philip Sidney: An Apology for Poetry.

143 Theodor W. Adorno: Ästhetische Theorie, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1970; Käte Hamburger: Wahrheit und ästhetische Wahrheit, Stuttgart: Klett-Cotta 1979.

Wenn sich Fiktion als eingeschränkte Verantwortung für Äußerungen und als Schaffung fiktiver Welten verstehen lässt, stellt sich die Frage, woran man erkennt, dass eine Darstellung fiktional ist. Die Beantwortung der Frage ist entscheidend für die Beschreibung des gesamten Verhaltens bei der Rezeption von Darstellungen. Nach herrschender Auffassung gibt es auf der Ebene der Darstellungsstrukturen keine notwendigen Unterschiede zwischen fiktionalen und nicht-fiktionalen Werken (siehe: Überblick über Fiktionstheorien).

[...]

Die Auffassung, dass Kunst eine ihr eigene Wahrheit vermittelt, besteht schon in der Antike. Zum Beispiel behauptet Aristoteles in seiner Poetik, dass Dramen aufschlussreicher als historiographische Texte sind.[17] Vor dem Hintergrund eines modernen Fiktionsverständnisses legt Philip Sidney im 16. Jahrhundert ausdrücklich Wert darauf, dass gute Literatur wahrer als die faktuale Beschreibung ist.[18] Hinsichtlich der Kunst wird diese Position bei den Romantikern ausgebaut und in der ästhetischen Theorie des 20. Jahrhunderts energisch vertreten (bei Theodor W. Adorno[19], Käte Hamburger[20]).

[...]

Epistemologisch ansetzende Arbeiten interessieren sich für die Unterscheidungen, die ein als fiktional bezeichneter Text ermöglicht. Dabei gibt es keine grundsätzlich fiktionalen Unterscheidungen, die „anders“ als nicht-fiktionale sind. Verwechslungen zwischen fiktionaler und nichtfiktionaler Darstellung sind daher immer möglich und müssen anders gesichert werden.[28]

[...]

Erst in der späteren Neuzeit entsteht Fiktion im modernen Sinne. Im 16. Jahrhundert verbreitet sich dank Philip Sidneys Apology for Poetry die Auffassung, dass Dichter nicht lügen.


17. Aristoteles, Poetik [im 4. Jh. vor Chr.], Kap. 9, zit. nach Poetik, Griechisch/Deutsch, übersetzt von Manfred Fuhrmann, Reclam, 2001.

18. Philip Sydney, An Apology for Poetry: Or: The Defence of Poesy [1595], zit. nach der Ausgabe Nelson, 1965, S. 123.

19. Theodor W. Adorno, Ästhetische Theorie, Suhrkamp, 1970.

20. Käte Hamburger, Wahrheit und ästhetische Wahrheit, Klett-Cotta, 1979.

28. Remigius Bunia, Faltungen: Fiktion, Erzählen, Medien, Erich Schmidt, 2007.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

[4.] Ts/Fragment 194 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-18 14:30:13 PlagProf:-)
Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung, Wikipedia Fiktion 2010

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 194, Zeilen: 1-13, 18-26, 110-114
Quelle: Wikipedia Fiktion 2010
Seite(n): online, Zeilen: -
Kein Stil ist an Fiktionalität oder aber Faktualität gebunden. Auch das Kriterium der „Erfundenheit“ hilft nicht weiter: Faktuale Erzählungen können lügen, fiktionale den realen Tatsachen entsprechen. Rezeptionsästhetisch werden fiktionale Darstellungen in der Regel fiktionsspezifisch aufgenommen. Dies bedeutet etwa, dass man sie eher ästhetischen Betrachtungen unterzieht. Kognitiv werden fiktionale Darstellungen offenbar nicht anders verarbeitet werden als faktuale.144

Merkmale, durch die sich fiktionale Darstellungen als solche zu erkennen geben, bezeichnet man im Anschluss an Käte Hamburger als Fiktionssignale.145 Ihr Gebrauch unterliegt historischem Wandel und ist durch Konventionen bedingt. Sie zeigen an, dass es sich um Fiktion handelt, gehören also der realen Welt an. Manchmal schaffen textexterne Merkmale Klarheit: Paratexte auf der Titelseite, wie die Genrebezeichnungen „Erzählung“ oder „Roman“, weisen einen Text als fiktional aus, während mit „Chroniken“ oder „Biographien“ üblicherweise faktuale Texte gemeint sind.146 Daneben gibt es textinterne Merkmale, die einen fiktionalen Text kennzeichnen.147 Man spricht auch von Fiktivitätssignalen: Anzeichen für die Eigenständigkeit der Welt, von der erzählt wird. Absolut eindeutige Fiktivitätssignale scheinen indes nicht zu existieren.

Aufgrund der prinzipiell identischen Struktur von fiktionalen und faktualen Darstellungen kann es bei „realistischen“ Fiktionen zu Verwechslungen kommen.148 So wurden Karl Mays Winnetou-Erzählungen, obzwar als „Reiseromane“ bezeichnet, als faktuale Reiseberichte gelesen.149


144 Richard J. Gerrig: Experiencing Narrative Worlds: On the Psychological Activities of Reading, New Haven/London: Yale University Press 1993.

145 Käte Hamburger: Die Logik der Dichtung, Stuttgart: Klett 1957.

146 Vgl. Frank Zipfel: Fiktion, Fiktivität, Fiktionalität, Analysen zur Fiktion in der Literatur und zum Fiktionsbegriff in der Literaturwissenschaft, Berlin: Erich Schmidt 2001 [= Allgemeine Literaturwissenschaft - Wuppertaler Schriften 2], S. 241 ff.

147 Hamburger, Die Logik der Dichtung, S. 70, 73.

148 Remigius Bunia: Faltungen: Fiktion, Erzählen, Medien, Berlin: Erich Schmidt 2007.

149 Der Autor änderte dann die paratextuelle Bezeichnung in „Reiseerlebnisse“, wodurch er seine Texte (erst recht) als faktuale Berichte vermarkten konnte. Vgl. Bernd W. Seiler: Die leidigen Tatsachen, Von den Grenzen der Wahrscheinlichkeit in der deutschen Literatur seit dem 18. Jahrhundert, Stuttgart: Klett-Cotta 1983, S. 54. Vgl. dazu hinten Kap. H.H.

Zwar unterscheiden sich fiktionales Erzählen im Roman und faktuales Erzählen im Freundeskreis oft stilistisch, aber kein Stil ist an die Fiktionalität oder Faktualität gebunden. Das Problem liegt nicht in der Erfundenheit: Eine faktuale Erzählung kann erlogen sein und eine fiktionale kann exakt den Tatsachen entsprechen.

Dabei können im Anschluss an das „Verstehen“ von Fiktion durchaus fiktionsspezifische Reaktionen auftreten. Zu den Unterschieden zählt beispielsweise, dass man sich auf fiktionale Darstellungen in der Regel nicht verlässt. [...]

[...]

Kognitiver Umgang mit fiktionalen Darstellungen

Die aktuelle psychologische Kognitionsforschung stellt fest, dass fiktionale Darstellungen kognitiv nicht anders verarbeitet werden als faktuale.[13] [...]

[...]

Fiktionssignale

Fiktionssignale sind alle Merkmale, die die Fiktionalität eines Werkes anzeigen, das heißt alle Merkmale, durch die sich fiktionale Texte als solche zu erkennen geben. Der Gebrauch von Fiktionssignalen unterliegt historischem Wandel und ist durch Konventionen bedingt. Die Theorie der Fiktionssignale geht auf Käte Hamburger zurück und ist inzwischen ausgearbeitet worden.[14]

Man kann zwischen Fiktionalitätssignalen und Fiktivitätssignalen unterscheiden. Fiktionalitätssignale zeigen im Erzeugungsakt der fiktiven Welt an, dass es sich um Fiktion handelt; sie gehören also der realen Welt an. (Beispielsweise gehört dazu der paratextuelle Hinweis „Roman“ auf dem Umschlag eine Buches.) Fiktivitätssignale sind hingegen Anzeichen für die Eigenständigkeit der Welt, von der erzählt wird; gerade fantastische Ereignisse sind fast eindeutige Fiktivitätssignale.

[...]

[...] Absolut eindeutige Fiktivitätssignale gibt es nach mehrheitlicher Überzeugung der Forschung nicht. [...]

Da sich fiktionale und faktuale Darstellungen in ihrer Struktur grundsätzlich nicht unterscheiden, kann es bei realistischen Fiktionen durchaus zu Verwechslungen kommen. Beispielsweise wurden die Winnetou-Erzählungen von Karl May als faktuale Reiseberichte gelesen, obwohl sie zunächst als „Reiseromane“ bezeichnet wurden; erst später nutzte May diesen Irrtum aus und änderte auch die paratextuelle Bezeichnung in „Reiseerlebnisse“, um gezielt die Texte als faktuale Berichte zu vermarkten.[16]


13. Richard J. Gerrig, Experiencing Narrative Worlds: On the Psychological Activities of Reading, Yale University Press, 1993.

14. Käte Hamburger, Die Logik der Dichtung, Klett, 1957.

16. Bernd W. Seiler, Die leidigen Tatsachen: Von den Grenzen der Wahrscheinlichkeit in der deutschen Literatur seit dem 18. Jahrhundert, Klett-Cotta, 1983, S. 54.

28. Remigius Bunia, Faltungen: Fiktion, Erzählen, Medien, Erich Schmidt, 2007.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle.

Die Zeilen 14-17 sind oben mit angeführt, werden aber nicht als Plagiatstext gewertet.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

[5.] Ts/Fragment 195 04 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-18 14:34:27 PlagProf:-)
Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung, Wikipedia Fiktion 2010

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 195, Zeilen: 4-18
Quelle: Wikipedia Fiktion 2010
Seite(n): online, Zeilen: -
Fiktion erzeugt eine eigene, die „fiktive Welt“. Dies ermöglicht das Reden über fiktive Ereignisse und Gestalten, die in der fiktionalen Darstellung nicht genannt werden.

Bei der Bestimmung dessen, was Realität sei, gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen. Die Überlegungen zu den Wechselwirkungen zwischen Fiktion und Realität können dies allerdings unberücksichtigt lassen und die dem Verhältnis von fiktiver und realer Welt zugrunde liegenden Vorstellungen von Realität ausblenden. Für den Status einer Darstellung als Fiktion ist es auch unerheblich, wie ähnlich die fiktive Welt der realen ist. In fiktiven Darstellungen können völlig andere Gesetze herrschen als in der realen Welt.

Fiktive Gegebenheiten können als Anregungen für die Beschreibung der realen Welt genommen werden. Die Möglichkeiten, wie fiktionale Darstellungen auf die Wirklichkeit wirken und eine Semantik schaffen oder ändern können, sind umfangreich.

Fiktive Welten

Fiktion erzeugt eine eigene Welt, die sogenannte „fiktive Welt“. [...]

Dass die Fiktion eine Welt erzeugt, ermöglicht das Reden über die fiktiven Ereignisse und Gestalten, die in der fiktionalen Darstellung nicht genannt werden. [...]

Für den Fiktionalitätsstatus der Darstellung ist es unerheblich, wie ähnlich eine fiktive Welt der realen ist. In phantastischen Darstellungen können völlig andere physikalische Gesetze herrschen als in der realen Welt. [...]

[...]

Fiktion und Realität

Oft werden alltagssprachlich „Realität“ und „Fiktion“ als Gegensatzpaar benutzt. Diese Redeweise charakterisiert das Verhältnis von fiktiver und realer Welt nur unzureichend, weil sie die vielfältigen gegenseitigen Abhängigkeiten übergeht.

Bei der Bestimmung dessen, was Realität ist, gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen. Die Überlegungen zu den Wechselwirkungen zwischen Fiktion und Realität können allerdings davon abstrahieren, weil sie sich mit dem Verhältnis von fiktiver und realer Welt beschäftigen und damit die zugrundeliegenden Vorstellungen von Realität ausblenden können.

[...]

Wirkung auf die Realität

Es ist zu beobachten, dass fiktive Gegebenheiten als Anregungen für die Beschreibung der realen Welt genommen werden. [...] Die Möglichkeiten, wie fiktionale Darstellungen auf die Wirklichkeit wirken, sind umfangreich und nicht zu katalogisieren.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

[6.] Ts/Fragment 196 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-18 14:42:00 PlagProf:-)
Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung, Wikipedia Fiktion 2010

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 196, Zeilen: 3-6(6-7)8-24
Quelle: Wikipedia Fiktion 2010
Seite(n): online, Zeilen: -
Realität und Fiktion schliessen einander nicht aus: Auch in fiktiven Welten wird zwischen fiktionaler und faktualer Darstellung unterschieden. Man nennt dies im Anschluss an Elena Esposito das Orthogonalitätsprinzip.153 So kann ein Romanheld einen fiktiven Roman lesen. Innerhalb des Romans ist die Lektüre real, ausserhalb fiktiv.

Hayden White hat prononciert darauf hingewiesen, dass Geschichtsschreibung durch die Strukturierung der Ereignisse diese so sehr „glättet“, dass sie der Fiktion ähnelt.154 Geschichtsschreibung besteht in Erzählungen, weil nur diese die einzelnen Fakten logisch und chronologisch verbinden können. Sie etablieren Kausalitäten und Kontinuitäten, die in der Regel von den Quellen weder selbst geschaffen noch belegt werden können. Darin liegen Elemente der sinnstiftenden Erfindung und der Fiktion. Dennoch wird die moderne Historiographie in der Regel nicht als fiktionale Darstellung begriffen und ihre „Glättung“ von Fiktion unterschieden, da sie sich auf die reale Welt bezieht und der Autor im Text die volle Verantwortung für seine Behauptung übernimmt. Fiktion hingegen soll mit eingeschränkter Verantwortung für Äußerungen einhergehen.

3. Funktion

Es ist umstritten, ob es sich bei der Fiktion um einen anthropologischen Grundbestand handelt und alle Menschen einander immer schon erfundene Geschichten erzählt haben. Auch über die Funktion von Fiktion [besteht keine Einigkeit.155]


153 Elena Esposito: Fiktion und Virtualität, in: Sybille Krämer [Hrsg.]: Medien, Computer, Realität: Wirklichkeitsvorstellungen und neue Medien, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1998.

154 Hayden White: Metahistory, The Historical Imagination in Nineteenth Century Europe, Baltimore/London: Johns Hopkins University Press 1973; dt.: Metahistory, Die historische Einbildungskraft im 19. Jahrhundert in Europa, Frankfurt am Main: S. Fischer 1991. Ähnlich schon Hans Robert Jauß: Ästhetische Erfahrung und literarische Hermeneutik, München: Wilhelm Fink 1977, und Reinhart Koselleck: Vergangene Zukunft, Zur Semantik geschichtlicher Zeiten, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1979.

155 Vgl. Funktionen des Fiktiven, hrsg. v. Dieter Henrich, München: Wilhelm Fink 1983; Wolf Singer: Neurobiologische Anmerkungen zum Wesen und zur Notwendigkeit von Kunst, in: Wolf Singer: Der Beobachter im Gehirn, Essays zur Hirnforschung, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2002, S. 211-234.

Orthogonalitätsprinzip

Realität und Fiktion schließen einander nicht aus: Auch in fiktiven Welten gibt es die Unterscheidung zwischen fiktionaler und faktualer Darstellung. Dies wird im Anschluss an Elena Esposito als Orthogonalitätsprinzip bezeichnet.[10]

Beispielsweise liest die Protagonistin Emma in Madame Bovary von Gustave Flaubert fiktionale Romane. Das Geschehen der Romane im Roman ist hinsichtlich der fiktiven Welt von Madame Bovary wiederum fiktiv, während Emma und Emmas Lektüre in der fiktiven Welt real sind.

Fiktion und Historiographie

Prominent und mit einiger Überspitzung hat Hayden White darauf hingewiesen, dass Geschichtsschreibung mit ihrer Strukturierung Ereignisse so sehr „glättet“, dass sie Fiktion ähnelt.[11] Vergleichbare Thesen haben auch Reinhart Koselleck und Hans Robert Jauß geäußert, doch haben sie die These nicht in den Vordergrund gestellt und damit weniger Resonanz erlangt.[12] Die Einsicht lautet, dass die Geschichtsschreibung sich in Erzählungen organisiert, weil nur Erzählungen in der Lage sind, die einzelnen Fakten logisch und chronologisch zu verbinden. Erzählungen legen Kausalitäten nahe oder schaffen Kontinuitäten, die regelmäßig von den Quellen, vor allem wenn diese selbst keine konkreten Kausalitätsvermutungen anstellen, nicht belegt werden können. Darin liegt ein Moment des Erfindens oder Fingierens.

[...] Unabhängig davon, welches aktuelle Modell der Fiktion man zugrunde legt, ist die moderne Historiographie nicht als fiktionale Darstellung zu begreifen: Sie bezieht sich auf die reale Welt, der Historiograph übernimmt als Autor und Sprecher im Text die volle Verantwortung für seine Behauptung, und Erfindungen im engeren Sinne sind nicht gestattet.

[...]

Rezeption von Fiktion

Wenn sich Fiktion als eingeschränkte Verantwortung für Äußerungen und als Schaffung fiktiver Welten verstehen lässt, stellt sich die Frage, woran man erkennt, dass eine Darstellung fiktional ist. [...]

[...]

Über die Funktion von Fiktion besteht keine Einigkeit. [...]

[...]

[...] Entsprechend hängt der Streit sehr eng damit zusammen, ob es sich bei Erzählen und Fiktion um anthropologische Grundbestände handelt (also „alle Menschen einander immer schon erfundene Geschichten erzählen“) oder ob diese recht junge kulturelle Phänomene sind.


10. Elena Esposito, „Fiktion und Virtualität“, in: Sybille Krämer (Hrsg.), Medien, Computer, Realität: Wirklichkeitsvorstellungen und neue Medien, Suhrkamp, 1998.

11. Hayden White, Metahistory: The Historical Imagination in Nineteenth Century Europe, Johns Hopkins University Press, 1973. Deutsche Übersetzung: Hayden White, Metahistory: Die historische Einbildungskraft im 19. Jahrhundert in Europa, S. Fischer, 1991.

12. Hans Robert Jauß, Ästhetische Erfahrung und literarische Hermeneutik, Fink, 1977; Reinhart Koselleck, Vergangene Zukunft: Zur Semantik geschichtlicher Zeiten, Suhrkamp, 1979.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle.

Trotz der inhaltlichen Parallele der beiden kurzen Sätze in Z. 6-7 zur Quelle (Beispiel Madame Bovary) werden diese nicht in die Zeilenzählung aufgenommen.

Auch die von Ts in Fußnote 155 angeführten Literaturhinweise findet man im Wikipedia-Artikel, allerdings an anderer Stelle.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

[7.] Ts/Fragment 197 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-18 14:45:32 PlagProf:-)
Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung, Wikipedia Fiktion 2010

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 197, Zeilen: 1-3
Quelle: Wikipedia Fiktion 2010
Seite(n): online, Zeilen: -
[Auch über die Funktion von Fiktion] besteht keine Einigkeit.155 Diese Diskussion überschneidet sich mit der Wahrheitsdebatte. Denn: Trägt Kunst zu Erkenntnisgewinnen bei, bietet künstlerische Fiktion Erprobungsräume für Weltbeschreibungen.

155 Vgl. Funktionen des Fiktiven, hrsg. v. Dieter Henrich, München: Wilhelm Fink 1983; Wolf Singer: Neurobiologische Anmerkungen zum Wesen und zur Notwendigkeit von Kunst, in: Wolf Singer: Der Beobachter im Gehirn, Essays zur Hirnforschung, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2002, S. 211-234.

Über die Funktion von Fiktion besteht keine Einigkeit. Zunächst ist die Abgrenzung gegenüber der Funktion von Kunst zu treffen; sofern eine fiktionale Darstellung zugleich im emphatischen Sinne als Kunst begriffen wird, steht die Fiktionalität im Dienst der Funktion von Kunst. Damit ist die Erörterung der Funktion von Fiktion eng an die Wahrheitsdebatte gebunden. Geht man nämlich davon aus, dass Kunst zu Erkenntnisgewinn beiträgt, so dient künstlerische Fiktion dazu, Erprobungsräume für Weltbeschreibungen zu bieten.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle.

Fortsetzung einer langen Übernahme auf der vorausgehenden Seite.

Auch die in Fn. 155 angegebene Literatur findet sich im verwendeten Wikipedia-Artikel, allerdings an einer anderen Stelle.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

[8.] Ts/Fragment 199 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-18 15:10:02 PlagProf:-)
Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung, Wikipedia Fiktion 2010

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 199, Zeilen: 2-9, 10-13, 16-28
Quelle: Wikipedia Fiktion 2010
Seite(n): online, Zeilen: -
5. Theorien

Es wurde erwähnt, dass es keine allgemein akzeptierte, kurrente, unumstrittene Theorie der Fiktion gibt. Vielmehr existieren zahllose verschiedene literaturwissenschaftliche, philosophische und soziologische Fiktionstheorien.162 Das Begriffsbildungswesen ist hochentwickelt. Die meisten Theorien beanspruchen keine Exklusivität und universelle Geltung, sondern sind mit der Vielfalt von Erklärungsansätzen einverstanden und akzeptieren das Dogma, dass es keine ganzheitliche Erklärung der Fiktion geben könne. Dessen ungeachtet neigen sie eher dazu, sich absolut zu setzen, als sich Schwestertheorien anzuschmiegen. Jede solche Erklärung hängt vom Verständnis von Realität ab und berührt damit Fragen der Metaphysik, der Erkenntnistheorie und anderer Disziplinen mehr. [...]

Im Kontext der Autor-Erzähler-Unterscheidung und Philippe Lejeunes Analysen von Autobiographien haben zu Beginn der 1990er Jahre Gérard Genette163 und Dorrit Cohn164 den Vorschlag entwickelt, dass Fiktion immer dann vorliege, wenn der Autor vom Erzähler (im Sinne von Genettes Erzähltheorie) unterschieden werden könne. Der Philosoph Kendall L. Walton schlägt in Mimesis as Make-Believe vor, dass Fiktion als Make-Believe-Spiel zu erklären sei.165 Ein Gegenstand gebe bestimmte Anweisungen, wie mit ihm umzugehen sei; darin bestehe die Fiktion. Trotz Kritik an seinem Ansatz dauern die Versuche an, Fiktion als spielerischen Umgang mit gesetzten Situationen zu begreifen.

Rezeptionsorientierte Ansätze fragen danach, wie fiktionale Lektüren ablaufen. Fiktionalität ist für sie kein Merkmal von Texten mehr, sondern eine bestimmte Form ihrer Rezeption.166


162 Vgl. Jürgen H. Petersen/Werner Wolf: Mimesis - Imitatio - Nachahmung, Eine Geschichte der europäischen Poetik, München: Wilhelm Fink 2000; Zipfel, Fiktion, Fiktivität, Fiktionalität.

163 Gérard Genette: Fiction et diction, Paris: Seuil 1991; dt.: Fiktion und Diktion, München: Wilhelm Fink 1992.

164 Dorrit Cohn: The Distinction of Fiction, Baltimore/London: Johns Hopkins University Press 1999.

165 Kendall L. Walton: Mimesis as Make-Believe, On the Foundations of the Representational Arts, Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press 1990.

166 Andree, Archäologie der Medienwirkung.

Es gibt viele unterschiedliche Ansätze, Fiktion zu erklären. Eine allgemein akzeptierte Theorie der Fiktion gibt es bis heute nicht.

[...]

Grundzüge der fiktionalen Darstellung

Obwohl es keine unumstrittene Theorie der Fiktion gibt, lassen sich die grundlegenden, charakteristischen Eigenschaften der Phänomene beschreiben, die als Fiktion bezeichnet werden.

[...]

Theorien der Fiktion

Es existieren verschiedene literaturwissenschaftliche, philosophische und soziologische Theorien, Fiktion zu erklären. Viele der Ansätze beanspruchen nicht, eine einheitliche Beschreibung der Fiktion zu geben. Das heißt, dass davon ausgegangen wird, dass der Breite der Phänomene, die als Fiktion bezeichnet werden, nur vielfältige Erklärungsansätze gerecht werden.

[...]

Die Fiktion ist ein wichtiger Gegenstand des Streits zwischen Positionen, die eher dem Poststrukturalismus, speziell der Dekonstruktion, angehören, und solchen, die sich eher einem positivistischen Erkenntnisbemühen widmen oder der Analytischen Philosophie nahe stehen. Der Grund dafür ist, dass jede Erklärung der Fiktion vom Verständnis der Realität abhängt und damit Fragen der Metaphysik und der Erkenntnistheorie stark berührt.

[...]

Die Fiktionstheorie von Cohn und Genette

Im Kontext der Autor-Erzähler-Unterscheidung der Literaturwissenschaft und den Analysen von Autobiografien, die Philippe Lejeune vorgelegt hat, haben zu Beginn der 90er Jahre Gérard Genette (Fiction et diction) und Dorrit Cohn (The Distinction of Fiction) unabhängig voneinander den Vorschlag entwickelt, dass Fiktion genau dann vorliegt, wenn der Autor vom Erzähler unterschieden werden kann. Dabei ist unter Erzähler der im Sinne von Genettes Erzähltheorie gemeint; es muss kein Ich-Erzähler sein. [...]

[...]

Spieltheorien

Der Philosoph Kendall L. Walton schlägt in Mimesis as Make-Believe vor, dass Fiktion als Make-Believe-Spiel zu erklären ist. [...] Für Walton heißt Make-Believe so, dass ein Gegenstand bestimmte Anweisungen gibt, wie mit ihm umzugehen ist; darin besteht Fiktion. [...]

[...]

Unabhängig von der Kritik an Waltons Ansatz wird der Versuch weiter verfolgt, Fiktion als spielerischen Umgang mit gesetzten Situationen zu begreifen.

Operationsorientierte Fiktionstheorien

[...] Rezeptionsorientierte Ansätze fragen dagegen nicht danach, ob Texte etwa fiktional ‚sind‘, sondern danach, wie zum Beispiel fiktionale Lektüren ablaufen. Fiktionalität ist aus dieser Perspektive keine Qualität von Texten mehr, sondern vielmehr eine bestimmte Form der Textrezeption bzw. der Medienwirkung.[29]


29. Vgl. dazu das ausführliche Kapitel zu 'Fiktionalität' in Martin Andree: Archäologie der Medienwirkung. Faszinationstypen von der Antike bis heute (Simulation, Spannung, Fiktionalität, Authentizität, Unmittelbarkeit, Ursprung). München: Fink 2005.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle.

Nahezu die gesamte Seite stellt einen Zusammenschnitt aus der Quelle dar.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

[9.] Ts/Fragment 201 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-18 15:13:21 PlagProf:-)
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Seite: 201, Zeilen: 1-2.4-16
Quelle: Wikipedia Fiktion 2010
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Nach den Theorien des „Fiktionsvertrags“ schliessen Autor und Leser einen „Pakt“ ab. Danach soll der Leser bei der Lektüre literarischer Texte die Regeln der Wirklichkeit bzw. des Wirklichkeitsberichts ausser Kraft setzen und die Angaben einer fiktionalen Darstellung für den Moment glauben, obwohl er weiss, dass die Darstellung nicht wahrheitsgemäss ist. Damit wird die Formel „willing suspension of disbelief “ (willentliche Aussetzung [oder: Ausserkraftsetzung] der Ungläubigkeit) aufgenommen, die der englische Romantiker Samuel Taylor Coleridge 1817 geprägt hat.172

Die Anglistin Aleida Assmann vertritt die These, die Differenz zwischen Fiktion und Realität sei ein „verabschiedetes Paradigma“.173 In der modernen Gesellschaft sei das Bedürfnis geschwunden, zwischen wahren und bloss erfundenen Tatsachen zu unterscheiden. Diese These ist mehrheitlich abgelehnt worden, auch mit dem Hinweis darauf, dass Rezipienten nach wie vor zwischen faktualen und fiktionalen Berichten differenziert.


172 Samuel Taylor Coleridge: Biographia Literaria [1817], Oxford: Clarendon 1907, Bd. II, S. 6: „[It is] that willing Suspension of disbelief for the moment, which constitutes poetic faith.“

173 Aleida Assmann: Fiktion als Differenz, in: Poetica 21 (1989), S. 239-260, 240.

Theorien des Fiktionsvertrags nehmen an, dass Autor und Leser eine Übereinkunft erzielen, nach der der Leser die Angaben einer fiktionalen Darstellung für den Moment glaubt, aber letztlich weiß, dass diese Darstellung nicht wahrheitsgemäß ist. Diese Theorien gehen nicht zuletzt auf die Formel „willing suspension of disbelief“[39] (willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit) zurück, die der Dichter Samuel Taylor Coleridge geprägt hat. [...]

[...]

Die Anglistin Aleida Assmann hat die Auffassung vorgetragen, die Differenz zwischen Fiktion und Realität sei ein „verabschiedetes Paradigma“[47]. Damit ist gemeint, dass in den letzten Jahren in der modernen Gesellschaft das Bedürfnis geschwunden ist, zwischen wahren und bloß erfundenen Tatsachen zu unterscheiden. [...] Assmanns Einschätzung ist mehrheitlich zurückgewiesen worden. Im Gegenteil wird zum Beispiel in der Werbung Authentizität gern suggeriert. Rezipienten unterscheiden nach wie vor in der Regel zwischen faktualen und fiktionalen Berichten und passen ihr Verhalten an ein Vorliegen des Fiktionalitätsstatus an.


39. Samuel Taylor Coleridge, Biographia Literaria [1817], Clarendon Press, 1907, Bd. II, S. 6.

47. Aleida Assmann, „Fiktion als Differenz“, in: Poetica 21 (1989), S. 239–260, hier S. 240.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

[10.] Ts/Fragment 203 21 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-18 15:18:09 PlagProf:-)
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Seite: 203, Zeilen: 21-28
Quelle: Wikipedia Fiktion 2010
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Er stellt fest, dass sich die sprachliche Struktur von fiktionalen und faktualen Behauptungssätzen nicht unterscheide. Deshalb sei das zentrale Kriterium der Fiktion die Intention des Sprechers, so zu tun, als ob er ernsthaft etwas behauptet.184 Der Unterschied müsse in der Haltung zur eigenen Äusserung liegen. Fiktion zeichne sich durch die mangelnde Ernsthaftigkeit aus, mit der Behauptungen vorgebracht werden. Auch Arthur C. Danto strich die Bedeutung der Autor-Intention für den Umgang mit allen künstlerischen Erzeug[nissen, speziell der Fiktion, heraus.185]

184 John R. Searle: The Logical Status of Fictional Discourse, in: New Literary History 6 (1975), S. 319-332.

185 Arthur C. Danto: The Transfiguration of the Commonplace, A Philosophy of Art, Cambridge: Harvard University Press 1981.

Searle dagegen verlagert den Akzent auf die Feststellung, dass sich die sprachliche Struktur von fiktionalen und faktualen Behauptungssätzen nicht unterscheidet. Aus dieser Feststellung leitet Searle ab, dass das zentrale Kriterium der Fiktion die Intention des Sprechers ist, so zu tun, als ob er ernsthaft etwas behauptet.[35]

[...]

Searle stellt heraus, dass sich fiktionales und nicht-fiktionales Sprechen nicht in der sprachlichen Struktur unterscheiden.[36] Daraus zieht er den Schluss, dass der Unterschied in der Haltung zur eigenen Äußerung liegen muss. Fiktion zeichnet sich durch die mangelnde Ernsthaftigkeit aus, mit der behauptende Sprechakte geäußert werden. Arthur C. Danto hebt die Bedeutung der Intention für den Umgang mit allen künstlerischen Erzeugnissen, speziell auch der Fiktion, hervor.[37]


35. John R. Searle, „The Logical Status of Fictional Discourse“, in: New Literary History 6 (1975), S. 319–332.

36. John R. Searle, „The Logical Status of Fictional Discourse“, in: New Literary History 6 (1975), S. 319–332.

37. Arthur C. Danto, The Transfiguration of the Commonplace: A Philosophy of Art, Harvard University Press, 1981.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

[11.] Ts/Fragment 205 15 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-18 15:24:53 PlagProf:-)
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Schumann
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Seite: 205, Zeilen: 15-29
Quelle: Wikipedia Fiktion 2010
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Für Hans Vaihinger ist die Fiktion in seinem Hauptwerk Die Philosophie des Als-ob das bewusste Annehmen, falscher Tatsachen, um zu einem Resultat zu gelangen. Er stützt sich dabei auf Immanuel Kant, der die Vernunftbegriffe als „doch nicht gedichtete und zugleich dabei für möglich angenommene Gegenstände“ und „als heuristische Fiktionen“ bestimmte.194 Vaihingers Theorie geht auf die Literatur nur in einem Exkurs ein.195 Der Rezipient nimmt bewusst die falschen Annahmen, die die Literatur ihm vorsetzt, an, und behandelt sie, als ob sie gültig wären. Käte Hamburger griff Vaihingers Ansatz auf. Sie meinte, man müsse eher von einer Als-Struktur sprechen: Man betrachte die fiktiven Entitäten als genau diese Entitäten. So erscheine „eine Welt der Fiktion auf Augenblicke als eine Welt der Wirklichkeit“.196

Eine wirkungsreiche, der Analytischen Philosophie nahestehende These der Fiktionstheorie lautet, dass fiktionale Aussagen keine Referenz haben oder wenigstens haben müssen. So erklärt Gottfried Gab[riel fiktionale Rede als „diejenige nicht-behauptende Rede, die keinen Anspruch auf Referenzialisierbarkeit oder auf Erfülltheit erhebt“.197]


194 Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft [1781], A 770, in: Werkausgabe, Bd. IV, S. 653.

195 Vaihinger, Die Philosophie des Als-Ob, S. 129-143.

196 Käte Hamburger: Noch einmal: Vom Erzählen, in: Euphorion 59 (1965), S. 46-71,63.

197 Gottfried Gabriel: Fiktion und Wahrheit, Eine semantische Theorie der Literatur, Stuttgart-Bad Cannstatt: Frommann-Holzboog 1975, S. 19.

Als-ob (Vaihinger, Hamburger, Searle)

Hans Vaihinger schlägt in seinem Hauptwerk Die Philosophie des Als-ob eine erkenntniskritische Theorie der Hilfsoperationen vor. Fiktion ist das bewusste Annehmen falscher Tatsachen, um zu einem Resultat zu gelangen. Auch Immanuel Kant bestimmt die Vernunftbegriffe als „doch nicht gedichtete und zugleich dabei für möglich angenommene Gegenstände“ und „als heuristische Fiktionen“[32]; Vaihinger stützt sich auf Kant. Vaihingers Theorie will sich vor allem auf die Naturwissenschaften anwenden lassen und bedenkt nur in einem Exkurs die Literatur.[33] Auch für die „literarische Fiktion“, wie es bei Vaihinger heißt, nimmt der Rezipient bewusst die falschen Annahmen, die die Literatur ihm vorsetzt an, und behandelt sie, als ob sie gültig wären, um zu einem positiven Ergebnis zu kommen (bei Vaihinger etwa zum Genuss des schönen Kunstwerks).

Die Idee, Fiktion mittels einer Als-ob-Struktur zu erklären, ist von Käte Hamburger und John R. Searle aufgegriffen worden. Hamburger modifiziert den Gedanken, indem sie darauf besteht, dass man eher von einer Als-Struktur sprechen sollte: Der Clou der Fiktion besteht demnach darin, dass man die fiktiven Entitäten als genau diese Entitäten betrachtet und so „eine Welt der Fiktion auf Augenblicke als eine Welt der Wirklichkeit“[34] erscheint.

[...]

Mangelnde Referenzialisierbarkeit (Gabriel)

Eine wirkungsreiche und in auch noch aktuellen Arbeiten zur Fiktion wiederkehrende These lautet, dass fiktionale Aussagen keine Referenz haben. Diese Position steht der Analytischen Philosophie nahe.

Besonders beachtet worden ist der Vorschlag von Gottfried Gabriel. Dieser erklärt fiktionale Rede als „diejenige nicht-behauptende Rede, die keinen Anspruch auf Referenzialisierbarkeit oder auf Erfülltheit erhebt.“[38]


32. Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft [1781], Reclam, 1995, S. 784 (A 770).

33. Hans Vaihinger, Die Philosophie des Als Ob: System der theoretischen, praktischen und religiösen Fiktionen der Menschheit auf Grund eines idealistischen Positivismus [1911], Meiner, 1918, S. 129–143.

34. Käte Hamburger, „Noch einmal: Vom Erzählen“, in: Euphorion 59 (1965), S. 46–71, hier S. 63.

38. Gottfried Gabriel: Fiktion und Wahrheit: Eine semantische Theorie der Literatur, Frommann-Holzboog, 1975.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die tatsächliche Quelle.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

[12.] Ts/Fragment 206 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-18 15:29:15 PlagProf:-)
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Seite: 206, Zeilen: 1-3, 8-19
Quelle: Wikipedia Fiktion 2010
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[So erklärt Gottfried Gab]riel fiktionale Rede als „diejenige nicht-behauptende Rede, die keinen Anspruch auf Referenzialisierbarkeit oder auf Erfülltheit erhebt“.197 Fiktionale Aussagen sind also weder wahr noch falsch. Gabriels Theorie schliesst die Möglichkeit von Referenz nicht aus, sondern beschränkt sich auf die Bereitschaft, auf eine Referenz zu verzichten.

Poststrukturalistismus und Dekonstruktivismus formulierten zahlreiche Einwände gegen manche Annahmen der analytischen oder hermeneutischen Fiktionstheorien. Jacques Derrida stellte wie Niklas Luhmann grundsätzlich in Zweifel, dass Referenz im Sinne der Analytischen Philosophie und der klassischen Metaphysik möglich sei.198 Richard Rorty gab zu bedenken, dass analytische Positionen unter der Unsicherheit litten, dass man nicht wissen könne, ob eine Weltbeschreibung das „Wesen“ der realen Welt treffe; deshalb seien Fiktionstheorien, die auf Referenz setzen, ungeeignet.199 Willard Van Orman Quine hob die Unschärfe der Referenz hervor.200 In dieser Debatte ging es auch um die Fragen, ob Referenz die Annahme von Existenz voraussetze, wie überhaupt geeignete Weltbeschreibungen möglich und ob Wahrheit und Referenz notwendige Voraussetzungen von Fiktionstheorien seien.201


197 Gottfried Gabriel: Fiktion und Wahrheit, Eine semantische Theorie der Literatur, Stuttgart-Bad Cannstatt: Frommann-Holzboog 1975, S. 19.

198 Jacques Derrida: Limited Inc., Paris: Galilée 1990; Niklas Luhmann: Die Gesellschaft der Gesellschaft, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1997.

199 Richard Rorty: Is there a Problem about Fictional Discourse?, in: Dieter Henrich/Wolfgang Iser [Hrsg.]: Funktionen des Fiktiven, München: Wilhelm Fink 1983, S. 67-93.

200 Willard Van Orman Quine: Word and Object, Cambridge: MIT 1964.

201 Bunia, Faltungen, S. 51-62.

Besonders beachtet worden ist der Vorschlag von Gottfried Gabriel. Dieser erklärt fiktionale Rede als „diejenige nicht-behauptende Rede, die keinen Anspruch auf Referenzialisierbarkeit oder auf Erfülltheit erhebt.“[38] („Erfülltheit“ meint, dass zu einer erfüllbaren Aussage eine Belegung besteht, mit der die Aussage wahr ist.) Damit muss die Möglichkeit einer Bezugnahme überhaupt erst geklärt sein, bevor ein Urteil über die Wahrheit eines fiktionalen Satzes gefällt werden kann; fiktionale Aussagen sind also weder wahr noch falsch. [...]

[...]

Zahlreiche Vertreter sehr unterschiedlicher Denkschulen, etwa Jacques Derrida und Niklas Luhmann, stellen grundsätzlich in Zweifel, dass Referenz im Sinne der Analytischen Philosophie und der klassischen Metaphysik möglich ist.[40] [...] Richard Rorty diskutiert das Problem, dass analytische Positionen unter der Unsicherheit leiden, dass man nicht wissen kann, ob eine Weltbeschreibung das „Wesen“ der realen Welt trifft; deshalb sind Fiktionstheorien, die auf Referenz setzen, ungeeignet, da sie darauf beruhen, den grundsätzlichen Zweifel einfach zu ignorieren.[41] Rorty widmet sich vor allem der Frage, ob Referenz überhaupt die Annahme von Existenz voraussetzt. Die Debatte bewegt sich um die Frage, wie überhaupt geeignete Weltbeschreibungen möglich sind und ob Wahrheit und Referenz notwendige Voraussetzungen einer Fiktionstheorie sind.[42]

[...]

Es gibt hier durchaus Anknüpfungspunkte an einige der Vertreter der analytischen Philosophie, etwa Willard Van Orman Quine, von denen die Unschärfe der Referenz stark hervorgehoben wird.[43]


38. Gottfried Gabriel: Fiktion und Wahrheit: Eine semantische Theorie der Literatur, Frommann-Holzboog, 1975.

40. Jacques Derrida, Limited Inc., Galilée, 1990. Niklas Luhmann, Die Gesellschaft der Gesellschaft, Suhrkamp, 1997.

41. Richard Rorty, „Is there a Problem about Fictional Discourse?“ in: Dieter Henrich / Wolfgang Iser (Hrsg.), Funktionen des Fiktiven, Fink, 1983, S. 67–93

42. Vgl. hierzu Remigius Bunia, Faltungen: Fiktion, Erzählen, Medien, Erich Schmidt, 2007, S. 51–62.

43. Willard Van Orman Quine, Word and Object, MIT Press, 1960.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

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