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Quelle:Ugv/Krumbach 1989

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Helmut Krumbach
Titel    temazcal: kleines Haus, wo man badet oder schwitzt
Zeitschrift    die waage
Herausgeber    Grünenthal GmbH
Ort    Aachen
Jahr    1989
Jahrgang    28
Nummer    3
Seiten    125-132
ISSN    0017-4874

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    3


Fragmente der Quelle:
[1.] Ugv/Fragment 004 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-03-08 18:52:55 Stratumlucidum
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Krumbach 1989, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ugv

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 4, Zeilen: 2-13
Quelle: Krumbach 1989
Seite(n): 125; 128, Zeilen: 125: mittl. Sp. 23-28, re. Sp. 1-5 u. 10-14 u. 16-19; 128: mittl. Sp. 15-20, re. Sp. 20 u. 24-26
Der französische Marinearzt Dr. JULES NICOLAS CREVAUX (1847-1882), der einen wichtigen Beitrag zur Erforschung Guayanas und des Amazonas-Gebietes leistete, referierte 1881 in der deutschen illustrierten Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde "Globus" (Braunschweig) über seine zweite Südamerikareise in den Jahren 1878/79. Bei den Roucoujennen-Indianern [sic] beobachtete CREVAUX den Dampfbadgebrauch einer Roucoujenne-Wöchnerin [sic] am Yari-Fluß in Französisch-Guayana (Abb.1). Er schrieb dazu: "Sie legt sich in eine Hängematte, unter welche ein rotglühender Stein gelegt und begossen wird."

Ugv 004 diss.png

Abb.1 Jules Crévaux [sic], Zeichnung 1881

Auf dem gesamten amerikanischen Kontinent (Nord-, Mittel- und Südamerika) läßt sich als soziokulturelles Element der Gebrauch von Wasser, Wärme und Dampf bis in die präkolumbische Zeit zurückverfolgen und auch heute noch nachweisen.

[Seite 125]

[Einst nur eine rituelle Handlung, wurde Schwitzen und Dampfbaden allmählich zu einer physikalisch-therapeutischen Maßnahme bei den Indianern, wie auf der Zeichnung eines Dampfbades von Jules Crévaux [sic] von 1881 dargestellt.]

Ugv 004 source.png

Der französische Marinearzt Dr. Jules Nicolas Crévaux [sic] (1847-1882), der einen wichtigen Beitrag zur Erforschung Guayanas und des Amazonas-Gebietes geleistet hat, berichtete 1881 in der deutschen illustrierten Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde „Globus“ (Braunschweig) über seine zweite Reise in den Jahren 1878/79. Bei den Roucoujennen-Indianern [sic] [, die von ihren Nachbarn als Ouayanas bezeichnet und schon von dem französischen Franziskanermönch und Kosmographen André Thevet (1503/4-1592) im 16. Jahrhundert erwähnt wurden,] beobachtete Crévaux [sic] den Dampfbadgebrauch einer Roucouyenne-Wöchnerin am Yari-Fluß in Französisch-Guayana. Er schrieb dazu: „[Die Frau andererseits nimmt sofort nach der Entbindung ein Dampfbad in folgender Weise:] Sie legt sich in eine Hängematte, unter welcher [sic] ein großer rotglühender Stein gelegt und mit Wasser begossen wird.“

[Seite 128]

Auf dem gesamten amerikanischen Kontinent (Nord-, Mittel- und Südamerika) läßt sich das soziokulturelle Element, der Gebrauch von Schwitz- und Dampfbädern in historischer Zeit, aber auch heute noch nachweisen.

[...]

Diese beiden Bademethoden[, deren kultur- und medizingeschichtliche Wurzeln in den Anfängen der Besiedlung des amerikanischen Kontinents über die Beringstraße liegen,] lassen sich noch bis in die präkolumbische Zeit zurückverfolgen.

Anmerkungen

Die Verf. nennt ihre Quelle zwei Seiten weiter darauf auf S. 6, macht jedoch Umfang und Wörtlichkeit der Übernahme nicht kenntlich.

Das Zitat wird verändert übertragen, der im Wesentlichen aus zwei Sätzen von S. 128 zusammengesetzte Satz etwas umformuliert. Im Original lautet das Zitat im 1881er-Band von Globus auf S. 70 rechts unten: "sie legt sich in eine Hängematte, unter welche ein großer rothglühender Stein gelegt und mit Wasser begossen wird." Da im betreffenden Abschnitt von Crevaux in der dritten Person gesprochen wird und die Worte nicht als Zitat kenntlich gemacht werden, stammt dieses aber nicht von ihm selbst, sondern von dem – anscheinend anonymen – Verfasser des Berichts "Von Cayenne nach den Anden. (Jules Crevaux' zweite Reise im nördlichen Südamerika 1878 bis 1879.)". Dies wird sowohl von Krumbach (1989) als auch der Verf. falsch dargestellt.

Im Literaturverzeichnis der Verf. ist das angebliche Referat Crevaux' in Globus bibliografisch nicht ausgewiesen; gleichwohl entsteht hier der Eindruck, sie zitiere direkt aus dieser Zeitschrift.

Abb. 1 wird anscheinend von S. 125 bei Krumbach übernommen. In der Globus ist diese "Dampfbad einer Roucouyenne-Wöchnerin." untertitelt; am unteren linken Bildrand ist der per Hand hinzugefügte Schriftzug "A. Kohl" bzw. "H. Kohl" erkennbar. Bei Krumbach wie bei der Verf. wird sie hingegen Crevaux zugeschrieben.

Der Name Crevaux schreibt sich – was auch in der Zeitschrift ersichtlich ist – überdies ohne Akut.

Fortsetzung auf der nächsten Seite.

Sichter
(Stratumlucidum) Schumann

[2.] Ugv/Fragment 005 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-26 21:01:59 Stratumlucidum
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Krumbach 1989, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ugv

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 5, Zeilen: 1-12
Quelle: Krumbach 1989
Seite(n): 128; 129; 130, Zeilen: 128: mittl. Sp. 20-27, re. Sp. 26-28; 129: li. Sp. 1-3, re. Sp. 57-59; 130: li. Sp. 13-22
[Man] kann annehmen, daß der Gebrauch von Wasser, Wärme und Dampf die einzigen physikalisch-therapeutischen Maßnahmen in Amerika sind, welche unversehrt den Wandel von der ritualen, mythischen und empirischen zur experimentellen Medizin überdauert haben. Die Bademethoden wurden von den Indianern unter anderem gegen Fieber, Neuralgien, Arthritis urica, Rheuma, Infekte, Dermatosen, Syphilis und als Behandlung bei Wöchnerinnen angewendet.

Im präkolumbischen, mixtekischen Codex Nuttal [sic], dessen historischer Inhalt von 720 bis 1350 n. Chr. reicht, findet sich eine religiöse, mythische Geburts- und Schwitzbaddarstellung (Abb.2).

Ugv 005 diss.png

Abb.2 Religiöse Geburts- und Schwitzbaddarstellung

Rechts im Bild sieht man die Geburt des Gottes Yei Tecpatl, erkenntlich am faltigen Bauch der Wöchnerin und an der Nabelschnur; links daneben ein Schwitzbadkomplex, dessen Mittelpunkt einen rechteckigen Eingang aufweist, in [dem eine Schnecke abgebildet ist.]

[Seite 128]

Wir können annehmen, daß der Gebrauch von Wasser, Wärme und Dampf die einzigen physikalisch-therapeutischen Maßnahmen in Amerika sind, welche unversehrt den Wandel von der ritualen, mythischen und empirischen zur experimentellen Medizin überdauert hat [sic].

[...]

Die genannten Bademethoden wurden von den Indianern unter anderem gegen Fieber, Neuralgien, Arthritis

[Seite 129]

urica, Rheuma, Infekte, Dermatosen und als Therapie bei Wöchnerinnen sowie gegen Syphilis angewendet.

[...]

[Die Kombination einer gegenständlichen realen Schwitzbadabbildung mit einem abstrakten mythisch-religiösen Schwitzbadritus finden wir auf einer Seite in der mixtekischen Bilderhandschrift aus dem heutigen mexikanischen Staat Oaxaca,] dem Codex Nuttall dargestellt, dessen historischer Inhalt von 720 bis 1350 n. Chr. reicht.

[Seite 130]

Genau unter der realen bildlichen Wiedergabe dieses Schwitzbades befindet sich rechts eine mythisch-religiöse Darstellung einer Geburt, erkenntlich am faltigen Bauch und der Nabelschnur. Links daneben sieht man auch einen Schwitzbadkomplex, dessen Mittelpunkt einen rechteckigen Eingang aufweist, in dem eine Schnecke abgebildet ist.

[Eine religiöse, mythische Geburts- und Schwitzbad-Darstellung aus dem präkolumbischen mixtekischen Codex Nuttall. Rechts die Geburt des Gottes Yei Tecpatl (drei Feuerstein). Die Benutzung des mythischen Schwitzbades nach der Geburt wird durch das unübliche seitliche Hineinkriechen im unüblichen bekleideten Zustand symbolisiert.]

Ugv 005 source.png

Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite.

Die Verf. nennt ihre Quelle eine Seite später auf S. 6, macht jedoch Umfang und Wörtlichkeit der Übernahme nicht kenntlich.

Abb. 2 wird ohne Angabe der Fundstelle von S. 130 bei Krumbach (1989) übernommen.

Fortsetzung auf der nächsten Seite.

Sichter
(Stratumlucidum) Schumann

[3.] Ugv/Fragment 006 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-26 15:03:15 Stratumlucidum
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Krumbach 1989, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ugv

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 6, Zeilen: 1-15
Quelle: Krumbach 1989
Seite(n): 129; 130, Zeilen: 129: mittl. Sp. 1-8, re. Sp. 17-25; 130: li. Sp. 22-27 u. 31-38, mittl. Sp. 3-10
Die Schnecke galt bei den Indianern als Sinnbild für Leben, Wachstum und Verfall; gleichzeitig symbolisierte sie Fruchtbarkeit, Schwangerschaft, Geburt und das primäre weibliche Geschlechtsorgan.

In das abgebildete Schwitzbad kriecht eine weibliche, bekleidete Person hinein und zwar durch eine vergrößerte, omegaartige Öffnung. Diese und fünf ähnliche Zeichen am Schwitzbad wurden von dem deutschen Amerikanisten FRANZ TERMER (1894-1968) als Zeichen des Uterus interpretiert. Das Hineinkriechen einer "bekleideten" Frau in ein Schwitzbad (nicht durch den abgebildeten Eingang) wird in Opposition zur Geburt verstanden, da man nach indianischer Vorstellung im Schwitz- und Dampfbad gereinigt und geläutert, das heißt "neu geboren" wurde.

Das Bad wurde bei den Azteken "temazcal" oder "temazcalli" (kleines Haus, wo man badet oder schwitzt) und bei den Maya "zumpulche" (Bad für Frauen nach der Entbindung und für andere kranke Personen, um die Kälte, die sie im Körper haben, hinauszuwerfen) genannt. "Tlazolteotl" war der Schutzheilige sowohl der Geburt, [sic] als auch der Schwitzbäder (KRUMBACH 1989).

[Seite 130]

Die Schnecke galt bei den Indianern als Sinnbild für Leben, Wachstum und Verfall; gleichzeitig symbolisierte sie Fruchtbarkeit, Schwangerschaft, Geburt, den Mutterschoß und das primäre weibliche Geschlechtsorgan. [...]

In das abgebildete Schwitzbad kriecht eine weibliche, bekleidete Person hinein und zwar durch eine vergrößerte, omegaartige Öffnung. Diese und fünf ähnliche Zeichen am Schwitzbad wurden von dem deutschen Amerikanisten Franz Termer (1894-1968) als Zeichen des Uterus interpretiert[, da - wie die Aufzeichnungen zeitgenössischer Berichterstatter widerspiegeln - reale anatomische und medizinische Vorstellungen und Kenntnisse in mythische, religiöse, schriftliche und bildliche Fixierungen einflossen]. Das Hineinkriechen einer „bekleideten“ Frau in ein Schwitzbad und nicht durch den abgebildeten Eingang, wird in Opposition zur Geburt verstanden, da man nach indianischer Vorstellung im Schwitz- und Dampfbad gereinigt und geläutert, das heißt „neu geboren“, wurde.

[Seite 129]

Das Schwitz- und Dampfbad wurde bei den Azteken „temazcal“ oder „temazcalli“ (kleines Haus, wo man badet oder schwitzt) und bei den Maya „zumpulché“ (Bad für Frauen nach der Entbindung und für andere kranke Personen, um die Kälte, die sie im Körper haben, hinauszuwerfen) genannt. [...]

[...] Anstelle des Bildnisses von „tlazolteotl“ – der Schutzheiligen der Geburt und der Schwitzbäder – über dem Eingang, [sic] befinden sich heute in den Dampfbädern Mexikos und Guatemalas in einer Nische häufig Statuen von christlichen Heiligen oder es wird ein christliches Segenszeichen verwandt.

Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite.

Die Verf. nennt ihre Quelle im letzten Satz des Abschnitts, macht jedoch Umfang und Wörtlichkeit der Übernahme nicht kenntlich.

In ihrem Literaturverzeichnis wird keine Publikation von Termer aufgeführt.

Der bei Krumbach (1989) erwähnten weiblichen Schutzheiligen schreibt sie das männliche Geschlecht zu.

Sichter
(Stratumlucidum) Schumann

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