Fandom

VroniPlag Wiki

Quelle:Um/Umweltgutachten 1978

< Quelle:Um

31.385Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Titel    Umweltgutachten
Herausgeber    Der Rat von Sachverständigen für Umweltfragen
Ort    Stuttgart ; Mainz
Verlag    Kohlhammer
Jahr    1978
Fragmente    3


Fragmente der Quelle:
[1.] Analyse:Um/Fragment 052 10 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-04-07 20:24:38 Schumann
BauernOpfer, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Um, Umweltgutachten 1978, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 52, Zeilen: 10-35
Quelle: Umweltgutachten 1978
Seite(n): 522-523, Zeilen: S.522, 2; linke Spalte 1-6.10-16.25-29.52-53; rechte Spalte 1-3.5-7.12-17.29-38.41-47 und S.523, linke Spalte 1-4
2.2.1 NATIONALÖKONOMIE UND UMWELTSCHUTZ

“Die Entwicklung der Umweltpolitik in der Bundesrepublik Deutschland und der Beitrag, den die ökonomische Theorie zur Erhellung, Erklärung und Beeinflussung umweltbedeutsamer Zusammenhänge geleistet hat, stehen in einer engen Beziehung zueinander."65 In der Anfangsphase herrschte die Zuversicht, durch eine Erweiterung des Marktsystems auf Umweltgüter die umweltpolitischen Ziele in den Wirtschaftsprozeß ohne größere Friktionen eingliedern zu können. Durchaus logisch ist in diesem Zusammenhang das “Verursacherprinzip", das die ökonomische Theorie der Umweltpolitik als markt- und systemkonformen Internalisierungsmechanismus lieferte. Wegen des hohen Informationsbedürfnisses, der mangelnden Praktikabilität und großer politischer Widerstände bei Implementationsversuchen66 mußte das politische Anspruchsniveau in dieser Frage schrittweise gesenkt werden, die Politik mußte sich in Einzelfällen mit der Festlegung von Umweltqualitätszielen beschäftigen und mit der Frage, wie intensiv in den Markt einzugreifen ist. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen dazu: "Die Nationalökonomie hat sich diesen praktischen Problemen der Umweltpolitik zunächst unzureichend angenommen; allgemeine Erklärungsansätze des Umweltproblems über die Theorie der externen Effekte und der öffentlichen Güter, abstrakte Modellanalysen allokations- und verteilungstheoretischer Art und Systematisierungen von Instrumenten nach dem Kriterium der Marktkonformität und ihrer Nähe zum Verursacherprinzip überwogen in jener ersten Phase."67 Die ungünstiger werdende wirtschaftliche Entwicklung hat die Durchsetzung und den Vollzug der Umweltpolitik dann noch erheblich erschwert, in der Diskussion standen die Umweltschutzkosten im Konflikt zu Wachstums- und Beschäftigungszielen im Mittelpunkt.

Die praktische Bedeutung des Verursacherprinzips wurde dadurch zugunsten von Maßnahmen nach dem Gemeinlastprinzip geschwächt.


65 Vgl. SRU (1978) S. 522 Tz. 1691

66 Vgl. ebenda S. 522 Tz. 1693

67 Vgl. ebenda S. 522 Tz. 1695

[Seite 522]

3.1 Vorbemerkung: Nationalökonomie und Entwicklung der Umweltpolitik

1691. Entwicklung der Umweltpolitik in der Bundesrepublik Deutschland und der Beitrag, den die ökonomische Theorie zur Erhellung, Erklärung und Beeinflussung umweltbedeutsamer Zusammenhänge geleistet hat, stehen in einer engen Beziehung zueinander. Die erste Phase [...] Zugleich verbreitete sich jedoch die Zuversicht, "die umweltpolitischen Ziele ließen sich durch eine Erweiterung des Marktsystems (Umweltgüter) in den Wirtschaftsprozeß problemlos eingliedern, so daß sich ohne größere Friktionen der erwünschte qualitative Wachstumsprozeß erreichen ließe". [...]

1692. Zur gleichen Zeit lieferte die ökonomische Theorie durchaus folgerichtig mit dem sog. Verursacherprinzip ein umweltpolitisches Fundamentalprinzip, das als "Internalisierungsmechanismus" systemkonform, weil marktkonform ist; [...]

1693. [...] Es zeigte sich, daß die direkte Umsetzung des idealtypischen Verursacherprinzips wegen seines hohen Informationsbedarfes und seiner mangelnden Praktikabilität scheitern mußte; [...] Das hohe Anspruchsniveau des Verursacherprinzips mußte daher schrittweise gesenkt werden.

1694. [...] so muß die Politik im Einzelfall über die Nutzung der Umwelt durch die Festlegung von Qualitätszielen, die Auswahl geeigneter Instrumente und die Bestimmung der optimalen Eingriffsintensität entscheiden, [...]

1695. Die Nationalökonomie hat sich diesen praktischen Problemen der Umweltpolitik zunächst unzureichend angenommen, allgemeine Erklärungsansätze des Umweltproblems über die Theorie der externen Effekte und der öffentlichen Güter, abstrakte Modellanalysen allokations- und verteilungstheoretischer Art und Systematisierungen von Instrumenten nach dem Kriterium der Marktkonformität und ihrer Nähe zum Verursacherprinzip überwogen in jener ersten Phase. [...]

1696. Durchsetzung und Vollzug der Umweltpolitik wurden zudem durch die Mitte der 70er Jahre beginnende Rezession erschwert. Die ungünstige Wirtschaftsentwicklung lenkte die Aufmerksamkeit einseitig auf die Konflikte zwischen der Internalisierung von Umweltkosten und den quantitativen Wachstums- und Beschäftigungszielen, [...] Infolge dieser politischen Entwicklung [...]

[Seite 523]

kam es zu einem weiteren "Aufweichen" der Position des Verursacherprinzips in der Praxis. Das "Gemeinlastprinzip" schob sich zunehmend in den Vordergrund.

Anmerkungen

Auf dieser Seite stammt keine Formulierung des Abschnitts 2.2.1 von Um sondern alles vom Sachverständigenrat für Umweltfragen. Allerdings ist nur ein Teil als Zitat gekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan)

[2.] Analyse:Um/Fragment 057 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-06-05 12:52:35 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Um, Umweltgutachten 1978, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 57, Zeilen: 1-9
Quelle: Umweltgutachten 1978
Seite(n): 534, Zeilen: Abschnitt 3.3, linke Spalte 3-6, 17-28, 30-33, rechte Spalte 1-5
Dieses laut Bundesregierung “tragende Prinzip" der bundesdeutschen Umweltpolitik entspricht aus ökonomischer Sicht markt- und allokationstheoretischen Erwägungen: "In einer marktwirtschaftlichen Ordnung sollen grundsätzlich alle Kosten den Produkten oder Leistungen zugerechnet werden, die die einzelnen Kosten verursachen."83 Die Nichtanwendung würde Angebots- und Nachfragestrukturen und somit Preise verzerren. Umweltschädigende Güter würden zu billig angeboten und induzierten somit wieder neue Nachfrage. Damit seien Kapitalfehlleitungen und volkswirtschaftliche Leistungsminderungen verbunden.84

83 Vgl. SRU (1978) S. 534 Tz. 1755

84 Vgl. ebenda S. 534 Tz. 1755

1755. Spätestens seit der Vorlage des Umweltprogramms der Bundesregierung im Jahre 1971 muß das Verursacherprinzip als tragender Grundgedanke der deutschen Umweltpolitik angesehen werden [...] Nach der Gedankenführung des Umweltprogramms entspricht die Entscheidung zugunsten des Verursacherprinzips und gegen andere Verfahren der Kostenzurechnung markt- und allokationstheoretischen Erwägungen:

- "In einer marktwirtschaftlichen Ordnung sollen grundsätzlich alle Kosten den Produkten oder Leistungen zugerechnet werden, die die einzelnen Kosten verursachen."

- Bei Nichtanwendung des Verursacherprinzips werden Angebots- und Nachfragestrukturen verzerrt; [...] "Das bedeutet, daß Produkte und Leistungen, die mit den Kosten des Umweltschutzes nicht belastet werden, häufig zu niedrigeren Preisen angeboten werden, [...]; das kann zu einer größeren Nachfrage nach solchen Produkten führen. Damit sind Kapitalfehlleitungen und volkswirtschaftliche Leistungsminderungen verbunden." (Tz. 1759)

Anmerkungen

Erneut stammen auch die vor und zwischen den "Zitaten" stehenden Zeilen inhaltlich und in vielen Teilformulierungen bereits aus dem Umweltgutachten von 1978.

Sichter
(Graf Isolan)

[3.] Analyse:Um/Fragment 064 21 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-06-05 02:12:34 KayH
BauernOpfer, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Um, Umweltgutachten 1978, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 64, Zeilen: 21-33
Quelle: Umweltgutachten 1978
Seite(n): 542, Zeilen: rechte Spalte 5-10, 12-17, 45-58
Gleiches gilt für die Subventionierung emissionsreduzierender Maßnahmen, wo die alleinige Anwendung des Gemeinlastprinzips nur dann zu den gewünschten ökologischen Konsequenzen führen wird, wenn die "Emissionsminderung in voller Höhe der spezifischen Vermeidungs- und Beseitigungskosten finanziert wird."114 Andernfalls werden gerade soviele umweltentlastende Maßnahmen durchgeführt, wie der Staat finanziert, marktliche Signale gehen wegen der Anonymität der Kostenverteilung davon nicht aus, Umwelt bleibt ein freies Gut und der Trend zur Übernutzung bleibt bestehen.115

Wegen der Abkoppelung von der Marktsteuerung bestehen die Gefahren von Fehlallokationen in ständig steigenden Mitteleinsätzen der staatlichen Träger und in der "permanenten Verletzung der Umweltqualitätsziele durch marktliche Störfaktoren.“116 Hinzu kommen "Fehlverteilungen und Strukturverzögerungen" bei der Vergabe von Subventionen oder Transfers oder bei direkter Produktion des Staates, "da [die umweltpolitischen Instanzen faktisch jede einzelne Maßnahme der Emissionsverringerung festlegen müssen (...)“.117]


114 Vgl. ebenda S. 542 Tz. 1780

115 Vgl. ebenda S. 542 Tz. 1780

116 Vgl. ebenda S. 542 Tz. 1781

[117 Vgl. ebenda S. 542 Tz. 1782]

1780. Die alleinige Anwendung des Gemeinlastprinzips wird dann zu den gewünschten ökologischen Konsequenzen führen, wenn die Emissionsminderung in voller Höhe der spezifischen Vermeidungs- und Beseitigungskosten finanziert wird. Andernfalls [...] Sie führen daher gerade soviele umweltentlastende Maßnahmen durch, wie sie durch den Staat finanziert erhalten. Marktliche Signale gehen von diesen eine anonyme Allgemeinheit belastenden Umweltschutzmaßnahmen nicht aus; Umwelt bleibt ein freies Gut. [...]

1781. Gefahren von Fehlallokationen ergeben sich daher beim Gemeinlastprinzip aus der Abkoppelung von den Steuerungsmöglichkeiten des Marktmechanismus mit der Folge

- im Zeitablauf progressiv steigender spezifischer Mitteleinsätze der öffentlichen Hände,

- permanenter Verletzung der Umweltqualitätsziele durch marktliche Störfaktoren.

1782. Hinzu treten Fehlverteilungen und Strukturverzögerungen bei der Vergabe von Subventionen und Transfers oder bei direkter Produktion des Staates, da die umweltpolitischen Instanzen faktisch jede einzelne Maßnahme der Emissionsverringerung festlegen müssen, [...]

Anmerkungen

Wieder eine fortlaufende Mixtur aus zitierten Stellen und ungekennzeichneten Passagen aus dem Umweltgutachten von 1978.

Sichter
(Graf Isolan)

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki