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Quelle:Un/Tschirch 1957

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Fritz Tschirch
Titel    Religion und Sprache. Bestandsaufnahme ihres wechselseitigen Verhältnisses
Sammlung    Solange es "Heute" heißt. Festgabe für Rudolf Hermann zum 70. Geburtstag. Überreicht von Paul Althaus [u.a.]
Ort    Berlin
Verlag    Evangelische Verlagsanstalt
Jahr    1957
Anmerkung    Im Literaturverzeichnis von Un: Tschirsch [sic]

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    3


Fragmente der Quelle:
[1.] Analyse:Un/Fragment 039 13 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-11-02 20:22:38 Klgn
Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tschirch 1957, Un, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 39, Zeilen: 13-15
Quelle: Tschirch 1957
Seite(n): 260, Zeilen: S. 260: 4-7; S. 277
Freilich, religiöse Inhalte können nur durch die Sprache vermittelt werden. Aber in welcher Weise wirkt sich diese Tatsache auf die beiden beteiligten Größen aus? Die Religion formt zwar an der Sprache, aber wie wirkt sich die Gesamtsprache ihrerseits auf die Welt religiöser Vorstellungen aus? Religiöse Inhalte können nicht anders denn durch Sprache vermittelt werden — an dieser Tatsache ist nichts Erstaunliches. Dem nachdenklichen Betrachter aber erhebt sich die Frage, in welcher Weise sich diese Tatsache auf die beiden beteiligten Größen auswirkt.

S. 277

[... ] wie die sprachliche Ausdrucksgestalt ihrerseits auf die Welt religiöser Vorstellungen gewirkt, sie geformt hat.

Anmerkungen
Sichter

[2.] Analyse:Un/Fragment 039 21 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-11-02 20:32:20 Klgn
BauernOpfer, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tschirch 1957, Un, Unfertig

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 39, Zeilen: 21-
Quelle: Tschirch 1957
Seite(n): 278, Zeilen: -
Die Sprache vermittelt dem Menschen Lebenserfahrungen und Erkenntnisse der Generationen vor ihm, Ergebnisse der Denkarbeit, der geistigen Durchdringung und Bewältigung der Welt. Durch das, was den Menschen die Sprache lehrt, wird sein Blick in eine Weite und Tiefe gelenkt, auf Tatbestände und Vorgänge aufmerksam gemacht, die kennenzulernen die bloße Erfahrung eines einzelnen Menschenlebens niemals ausgereicht hätte noch ausreichen würde. Durch die Sprache werden uns somit auch die Beziehung zum Religiösen, religiöse Erfahrungen und religiöse Sehweisen in einer bestimmten Form gegeben. Der Mensch wächst dank dem übernommenen religiösen Sprachschatz auch in eine bestimmte „religiöse Form“ hinein. Damit wird die Muttersprache für jeden Menschen zu einer schicksalhaften Macht, der er sich nicht entziehen kann.41 Die Sprache zwingt den Menschen mit zwar völlig unmerklicher, aber unentziehbarer Gewalt die ihr eigentümliche Spiegelung der Schicksale, Welterfahrung und Weltauffassung auf.42

41 F. TSCHIRCH, Religion und Sprache, in: Solange es „Heute“ heißt. Festgabe für Rudolf Hermann, Berlin 1957, S. 278.

42 F. TSCHIRCH, a.a.O., S. 278.

Die Sprache, die er von seinen Eltern überkommt, hebt ihn in einem Nu auf die Stufe der Welterkenntnis, die sie jeweils erreicht hat und in sich ausspricht; spielend vermittelt sie ihm die Lebenserfahrungen und Erkenntnisse all der Generationen vor ihm, die in ihr gestapelt sind, reicht ihm, als wäre es nichts, die Ergebnisse der Denkarbeit und der geistigen Durchdringung und Bewältigung der Welt durch eben diese Generationen vor ihm dar, die sich selbst der geistig bedeutendste Mensch während eines erfüllten Lebens bei angestrengtester Bemühung niemals auch nur annähernd hätte erarbeiten können. Durch das, was ihm die Sprache bietet, wird sein Blick in eine Weite und eine Tiefe gelenkt, auf Tatbestände und Vorgänge aufmerksam gemacht, die kennenzulernen die bloße Erfahrung eines einzelnen Menschenlebens niemals ausgereicht hätte und ausreichen würde.

Diesen in der Sprache angesammelten - hier ist der Superlativ wirklich am Platz - ungeheuren, aufs äußerste konzentrierten Schatz an Erfahrungen und Erkenntnissen übernimmt jeder Mensch in den frühen Jahren der Kindheit, da er seine Muttersprache lernt. Gerade in diesem Alter hat er dem von sich aus schlechterdings nichts entgegenzusetzen; vielmehr wächst er damit in ein geschichtlich bedingtes, fertig ausgeformtes Gefäß hinein und bemüht sich gerade darum - Eltern und Erzieher lassen ihm keine Wahl -, genau so zu sprechen, wie sie sprechen. Was er von sich aus anders sagt, ist "falsch“ und wird von ihm schon deswegen gemieden, weil er darin von den anderen nicht verstanden wird. Damit erweist sich die Muttersprache für jeden Menschen als eine schicksalhafte Macht, der er sich weder entziehen will (weil er nichts davon weiß) noch entziehen kann (weil er sonst unverstanden bliebe - die Wortkunststücke des Expressionismus haben es bewiesen); sie zwingt ihm mit zwar völlig unmerklicher, aber unentziehbarer Gewalt die ihr eigentümliche Spiegelung der Schicksale, Welterfahrung und Weltauffassung seines Volkes bis in weiteste Urzeiten zurück auf und läßt ihm keinen Raum zum "eigenen Wort“ 86

Anmerkungen

__

Sichter

</div>

</div>
[3.] Analyse:Un/Fragment 045 11 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2012-11-02 19:14:19 Klgn
Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tschirch 1957, Un, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 45, Zeilen: 11-24
Quelle: Tschirch 1957
Seite(n): 288, Zeilen: 35-46
Das Beziehungsverhältnis ziwschen [sic] Religion und Sprache — um dies abschließend zu sagen - stellt sich als ein nicht leicht zu durchschauendes Widerspiel beider Größen dar. Die Religion hat von den frühesten Zeiten an den verschiedensten sprachlichen Erscheinungsformen bedeutsame Kennzeichen aufgeprägt und fährt damit bis in die Gegenwart hinein fort. Und die Sprache beeinflußt die Religion, indem sie die religiösen Vorstellungen und Inhalte dem in der eigenen Sprache verfestigten Weltbild annähert und anverwandelt; ja, sie führt auf neue religiöse Vorstellungen und Inhalte einfach auf Grund der Tatsache, daß jedem Wort ein lebendiger, ein wirkender Inhalt innewohnt. So beeinflussen sich Religion und Sprache als lebendige Ausdrucksformen des menschlichen Geistes zwar unmerklich, aber in dauernder Folge wechselseitig. Dadurch werden beide unaufhörlich bewegt und verändert, beide lebendig erhalten. Das Beziehungsverhältnis zwischen Religion und Sprache stellt sich also als ein nicht leicht zu durchschauendes Widerspiel zwischen beiden Größen dar. Die Religion hat von den frühesten Zeiten an den verschiedensten sprachlichen Erscheinungsformen bedeutsame Kennzeichen aufgeprägt und fährt damit im Grunde bis in die Gegenwart hinein fort. Und die Sprache verändert jede von einem anderen Volk übernommene Religion, indem sie deren Vorstellungen und Inhalte dem in der Prägeform der eigenen Sprache verfestigten Weltbild annähert und anverwandelt; ja sie schafft neue religiöse Vorstellungen und Inhalte einfach auf Grund der Tatsache, daß jedem Wort ein lebendiger, und das heißt: ein wirkender Sinn innewohnt. So beeinflussen sich Religion und Sprache als lebendige Ausdrucksformen des menschlichen Geistes zwar unmerklich, aber unentrinnbar in dauernder Folge wechselseitig. Dadurch werden beide unaufhörlich bewegt und verändert, beide lebendig erhalten.
Anmerkungen
Sichter





[[QSammlung::Solange es "Heute" heißt. Festgabe für Rudolf Hermann zum 70. Geburtstag. Überreicht von Paul Althaus [u.a.]| ]]


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