Fandom

VroniPlag Wiki

Quelle:Uo/Albes 1996

< Quelle:Uo

31.377Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Jens Albes
Titel    Worte wie Waffen: die deutsche Propaganda in Spanien während des Ersten Weltkrieges
Herausgeber    Gerhard Hirschfeld
Ort    Essen
Verlag    Klartext Verlag
Jahr    1996
Nummer    4
Reihe    Schriften der Bibliothek für Zeitgeschichte - Neue Folge
ISBN    3884744941

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    32


Fragmente der Quelle:
[1.] Uo/Fragment 047 17 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-06-17 00:07:23 Hindemith
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 47, Zeilen: 17-21
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 14, Zeilen: 18-24
3. DIE ALLGEMEINE PROPAGANDA UND IHRE KOMMUNIKATIONSHISTORISCHEN ASPEKTE

Im Ersten Weltkrieg erlangten im Dienst der Auslandspropaganda zwei Medienbereiche herausragende Bedeutung. Es waren die Nachrichtenagenturen und die Filmproduktion. Bereits damals kanalisierten Agenturen den Nachrichtenfluss in einem Ausmaß, der kaum überschätzt werden kann. Für die staatliche Macht waren sie optimale Instrumente zur Beeinflussung und Kontrolle der öffentlichen [Meinung.]

Zwei Medienbereiche, die sich im Ersten Weltkrieg in den Dienst der Auslandspropaganda stellten, sollen aufgrund ihrer herausragenden Bedeutung im folgenden gesondert thematisiert werden: die Nachrichtenagenturen und die Filmproduktion. Die erstgenannten Institutionen kanalisierten bereits damals den Nachrichtenfluß in einem Ausmaß, der kaum überschätzt werden kann, und stellten daher für die staatliche Macht die am besten geeigneten Kontrollinstrumente für die Beeinflussung der öffentlichen Meinung dar.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[2.] Uo/Fragment 048 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-06-26 14:15:23 Hindemith
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 48, Zeilen: 1, 4-5, 9-18, 112-113, 118-126
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 14, 15, 16, Zeilen: 14:23-28 - 15:1-2.10-15.101-103.111-115; 16:1-8.101-103
[Für die staatliche Macht waren sie optimale Instrumente zur Beeinflussung und Kontrolle der öffentlichen] Meinung. Schon die zeitgenössische Publizistik war sich dessen bewusst. [...] Von großem Interesse ist noch heute eine schon 1919 von Friedrich Fuchs veröffentlichte Studie.86 [...] Untersuchungen, die systematisch alle zur Verfügung stehenden Quellen heranzogen, sind jedoch erst in jüngster Zeit entstanden, z.B. Dieter Basses 1991 erschienene Studie „Wolffs Telegraphisches Bureau 1849-1933“88, die Geschichte der für ein dreiviertel Jahrhundert wichtigsten deutschen Nachrichtenagentur.

Mit ähnlicher Verspätung wurde die Entwicklung der Filmpropaganda erforscht. Ihre suggestive Kraft wurde erstmals 1916 genutzt, erfuhr danach aber eine rasante Entwicklung. Mehrere frühe Darstellungen beleuchteten bereits das Phänomen89, doch erst die auf mehr Quellenmaterial basierenden Arbeiten der 80er und 90er Jahre gelangten zu verwertbaren Ergebnissen. In diesem Zusammen[hang ist besonders auf die bereits erwähnte Studie von Hans Barkhausen über „Filmpropaganda für Deutschland“ hinzuweisen.]


86 Friedrich Fuchs: Telegraphische Nachrichtenbüros. Eine Untersuchung über die Probleme des internationalen Nachrichtenwesens, Berlin 1919.

88 Dieter Basse: Wolffs Telegraphisches Bureau 1849-1933. Agenturpublizistik zwischen Politik und Wirtschaft (Kommunikation und Politik, Bd. 21), München, New York, London, Paris 1991, vgl. auch Cornelius Klee: Die Transocean GmbH, in: Telegraphenbüros und Nachrichtenagenturen in Deutschland. Untersuchungen zu ihrer Geschichte bis 1949, hrsg. von J. Wilke (Kommunikation und Politik, Bd. 24), München, New York, London, Paris 1991, S. 135-211.

89 Z. B. Gertraude Bub: Der deutsche Film im Weltkrieg und sein publizistischer Einsatz (Diss. phil.), Berlin 1938; Fritz Terveen: Die Anfänge der deutschen Film-Kriegsberichterstattung in den Jahren 1914-1916, in: Film und Gesellschaft in Deutschland. Dokumente und Materialien, hrsg. von W. von Bredow, R. Zurek, Hamburg 1975, S. 88-101; Oskar Messter: Der Film als politisches Werbemittel (1916), eine 17-seitige Abschrift befindet sich im Nachlass Oskar Messter, Bundesarchiv Koblenz, NL 275, Akte 525; Der Propagandafilm und seine Bedingungen, Ziele und Wege. Erfahrungen, Grundsätze und Vorschläge, dargestellt vom Bild- und Filmamt, Oktober 1917 in: BArch, R 901/951, Bl. 167-180.

[Seite 14]

[...] und stellten daher für die staatliche Macht die am besten geeigneten Kontrollinstrumente für die Beeinflussung der öffentlichen Meinung dar. Schon die zeitgenössische Publizistik war sich dessen partiell bewußt und ging - wenngleich in eher oberflächlicher Weise - des öfteren auf das Wirken der Nachrichtenagenturen ein, wobei insbesondere eine 1919 veröffentlichte Studie auch heute noch von größerem Interesse ist: Friedrich Fuchs’ „Untersuchung über die Probleme

[Seite 15]

des internationalen Nachrichtenwesens“ zeichnet sich durch das Eingehen auf zahlreiche wichtige Details und einen sachlich-nüchternen Stil aus.23 [...] Erstaunlich mutet gleichwohl an, daß Untersuchungen, die systematisch die zur Verfügung stehenden Quellen heranziehen, ebenfalls erst in jüngster Zeit entstanden sind. Grundlegend für die Geschichte der während eines dreiviertel Jahrhunderts wichtigsten deutschen Nachrichtenagentur ist hier Dieter Basses 1991 erschienene Studie „Wolffs Telegraphisches Bureau 1849-1933“.26 Im selben Jahr veröffentlichte Cornelius Klee einen Beitrag über die Transocean GmbH, ein Berliner Telegraphenbüro, das für die in Spanien ansässigen deutschen Propagandisten des Ersten Weltkrieges insofern von besonderem Interesse war, als es täglich Pressenachrichten über das Kaiserreich auch in dieses südwesteuropäische Königreich funkte.27 [...]

[Seite 16]

Ähnlich spät wie die Geschichte des Nachrichtenwesens wurde die Entwicklung der Filmpropaganda erforscht, deren suggestive Kraft größere deutsche Kreise zwar erst 1916 entdeckten, die aber dann eine rasante Entwicklung erfuhr: Wohl warfen mehrere frühe Darstellungen bereits einiges Licht auf dieses Phänomen29, doch gelangten erst die auf wesentlich mehr Quellenmaterial basierenden Arbeiten der achtziger und neunziger Jahre zu profunderen Ergebnissen. Insbesondere Hans Barkhausens 1982 erschienene Studie „Filmpropaganda für Deutschland im Ersten und Zweiten Weltkrieg“ ist in diesem Zammenhang [sic] zu nennen.30


23 Friedrich Fuchs, Telegraphische Nachrichtenbüros. Eine Untersuchung über die Probleme des internationalen Nachrichtenwesens, Berlin 1919. Weitere frühe Literatur bei Gemeinhardt, S. 35 f, Anm. 71 u. 73.

26 Dieter Basse, Wolffs Telegraphisches Bureau 1849-1933. Agenturpublizistik zwischen Politik und Wirtschaft (Kommunikation und Politik, Bd. 21), München/New York/London/Paris 1991.

27 Cornelius Klee, Die Transocean GmbH, in: J. Wilke (Hg.), Telegraphenbüros und Nachrichtenagenturen in Deutschland. Untersuchungen zu ihrer Geschichte bis 1949 (Kommunikation und Politik, Bd. 24), München/New York/London/Paris 1991, S. 135-211. Im selben Sammelband auch aufschlußreich: Christine Wunderlich, Telegraphische Nachrichtenbüros in Deutschland bis zum Ersten Weltkrieg, in: ebd., S. 23-85.

29 Z. B. Gertraude Bub, Der deutsche Film im Weltkrieg und sein publizistischer Einsatz, phil. Diss., Berlin 1938; Fritz Terveen, Die Anfänge der deutschen Film-Kriegsberichterstattung in den Jahren 1914-1916, in: Wehrwissenschaftliche Rundschau, 1956, 6. Jg., H. 6, S. 318-329; Wagner, Das Bild- und Film-Amt und seine Aufgaben, hg. v. Kriegspresseamt. Als Manuskript gedruckt!, Berlin 1927.

30 Hans Barkhausen, Filmpropaganda für Deutschland im Ersten und Zweiten Weltkrieg, Hildesheim/Zürich/New York 1982. Außerdem: Klaus Kreimeier, Die Ufa-Story. Geschichte eines Filmkonzerns, München/Wien 1992. Zur englischen Filmpropaganda vgl. Nicholas Reeves, Official British Film Propaganda during the First World War, London/Sydney/Wolfeboro (New Hampshire) 1986.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[3.] Uo/Fragment 049 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-09 16:56:17 Hindemith
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 49, Zeilen: 1-7
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 16, 17, Zeilen: 16:6-8; 17:11-16
[In diesem Zusammen]hang ist besonders auf die bereits erwähnte Studie von Hans Barkhausen über „Filmpropaganda für Deutschland“ hinzuweisen. Die Schwierigkeit bei jeder medien- und propagandageschichtlichen Untersuchung liegt in der zwangsläufig stets spekulativen Einschätzung der Wirkung bestimmter Maßnahmen. Empirische Verifizierungsmethoden wie z. B. Meinungsumfragen wurden früher sehr selten angewandt.90 Sie liefern ohnehin kein hundertprozentig zufriedenstellendes Ergebnis. Die Hinzuziehung von Filmmaterial hat den Vorteil, die Auswirkung auf Haltungen und Meinungen durch gezielte Propaganda deutlicher erkennen zu lassen.

90 Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang Emilie Altenlohs Studie: Zur Soziologie des Kinos (Diss. phil.), Jena 1914. Das Buch fasst seinen Gegenstand erstaunlich komplex. Zu vielen Teilaspekten stellte es statistisches Material zusammen, und für das Gebiet der Zuschauerforschung wurden auch eigene empirische Untersuchungen der Autorin vorgelegt.

[Seite 16]

Insbesondere Hans Barkhausens 1982 erschienene Studie „Filmpropaganda für Deutschland im Ersten und Zweiten Weltkrieg“ ist in diesem Zammenhang [sic] zu nennen.30

[Seite 17]

Eingedenk der Schwierigkeit bei jeder presse- und propagandageschichtlichen Untersuchung, daß die Einschätzung der Wirkung bestimmter publizistischer Maßnahmen zwangsläufig immer spekulativ bleiben muß, da empirische Verifizierungsmethoden wie Meinungsumfragen früher noch nicht angewandt wurden und ohnedies keine hunderprozentig [sic] zufriedenstellenden Ergebnisse zu liefern vermögen, weist die Hinzuziehung des alliierten und österreichisch-ungarischen Aktenmaterials überdies den unschätzbaren Vorzug auf, daß es eine große Zahl zeitgenössischer Berichte birgt, die ihrerseits die Wirkung der deutschen Propaganda zu bewerten suchen. Mit Hilfe dieses multiperspektivischen Ansatzes lassen sich mithin profundere Erkenntnisse gewinnen, als wenn lediglich die deutschen Quellen ausgewertet würden.


30 Hans Barkhausen, Filmpropaganda für Deutschland im Ersten und Zweiten Weltkrieg, Hildesheim/ Zürich/New York 1982. Außerdem: Klaus Kreimeier, Die Ufa-Story. Geschichte eines Filmkonzerns, München/Wien 1992. Zur englischen Filmpropaganda vgl. Nicholas Reeves, Official British Film Propaganda during the First World War, London/Sydney/Wolfeboro (New Hampshire) 1986.

Anmerkungen

Inhaltlich - und teilweise im Wortlaut - identisch bis auf den abschließenden unterschiedlichen methodischen Ansatz - der dann den jeweiligen Dissertationen zu Grunde gelegt wird. Interessanterweise bleibt allerdings Uo - zwangsläufig (?) - den Nachweis ihrer These schuldig, warum gerade die "Hinzuziehung von Filmmaterial" Auskunft über die Auswirkungen der Filme geben sollte.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[4.] Uo/Fragment 049 10 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-09 09:05:49 SleepyHollow02
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 49, Zeilen: 10-32, 105-110
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 8, 10, 11, 12, Zeilen: 8:2-17; 10:12-15.19-24; 11:14-23.113-120; 12:1-9
Während die Geschichte der unmittelbar in den Ersten Weltkrieg involvierten Mächte in einer unüberschaubaren Flut von Veröffentlichungen ihren Niederschlag gefunden hat, sind die Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und den neutralen Staaten Europas weitaus weniger aufmerksam betrachtet worden. Berlin versprach sich von der Einflussnahme auf die neutralen Länder politischen, strategischen und wirtschaftlichen Nutzen. Von den bis zum Kriegsende neutralen Staaten Europas waren bei den unmittelbaren Nachbarn Holland, Dänemark und der Schweiz hierfür naturgemäß die besten Voraussetzungen gegeben. Schwieriger gestaltete sich dieses bei Schweden, Norwegen und Spanien. In jüngerer Zeit gab es Arbeiten, die nicht nur Struktur und Strategie staatlicher Presselenkung beleuchteten, sondern diese Erkenntnisse auch in die Analyse allgemeiner politischer Ereignisse und Entwicklungen einbezogen, um größere geschichtliche Zusammenhänge in einem neuem Lichte erscheinen zu lassen.91 Welchen großen Quellenwert archivierte Zeitungsausgaben besitzen, und in welch hohem Maße ihre Analyse die traditionelle Auswertung des politisch-diplomatischen Aktenmaterials ergänzt, zeigen bereits Studien zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Einwirkung der Zeitung auf die politische Auseinandersetzung nachzuspüren und das geheime Beziehungsgeflecht der Presse zu den staatlichen Stellen während des Ersten Weltkriegs in Betracht zu ziehen, leisten beispielsweise die Tagebücher des Theodor Wolff.92 Während die staatliche Beeinflussung der Presse die Aufmerksamkeit der Geschichtswissenschaft auf sich gezogen hat, hat die deutsche Auslandspropaganda des Ersten Weltkrieges erst in jüngster Zeit Beachtung gefunden. Allerdings beschäftigten sich einige Publizi[sten bereits oberflächlich mit diesem Phänomen und zeichneten, teilweise aus ganz persönlicher Sicht, das komplexe Geflecht der zahlreichen Propagandastellen bis in seine feinen Verästelungen nach.]

91 Kurt Koszyk: Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg, Düsseldorf 1968; Deist: Flottenpolitik und Flottenpropaganda, 1976; Heinz Alfred Gemeinhardt: Deutsche und österreichische Pressepolitik während der Bosnischen Krise 1908/09 (Historische Studien, H. 437), Husum 1980; Martin Creutz: Die Pressepolitik der kaiserlichen Regierung während des Ersten Weltkriegs. Die Exekutive, die Journalisten und der Teufelskreis der Berichterstattung (Europ. Hochschulschriften, R. 3, Bd. 704), Frankfurt/M. u.a. 1996.

92 Bernd Sösemann: Theodor Wolff, Tagebücher 1914-1919. Der Erste Weltkrieg und die Entstehung der Weimarer Republik in Tagebüchern, Leitartikeln und Briefen des Chefredakteurs am „Berliner Tageblatt“ und Mitbegründers der „Deutschen Demokratischen Partei“ (Deutsche Geschichtsquellen des 19. und 20. Jahrhunderts, Bde. 54/ I+II), Boppard/Rh. 1984.

[Seite 8]

1. Einleitung

Während die Geschichte der unmittelbar in den Ersten Weltkrieg involvierten Mächte in einer schier unüberschaubaren Flut von Veröffentlichungen ihren Niederschlag gefunden hat, sind die Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und den neutralen Staaten in Europa von der Forschung weitaus weniger aufmerksam betrachtet worden. Gleichwohl waren diese von größerer Bedeutung, als dies der Forschungsstand widerspiegelt. Berlin versprach sich von der Einflußnahme auf die neutralen Länder sowohl politischen als auch strategischen sowie wirtschaftlichen Nutzen. Von den sechs größeren Staaten Europas, die bis zum Kriegsende neutral blieben, waren dafür bei den unmittelbaren Nachbarn Holland, Dänemark und der Schweiz naturgemäß die besten Voraussetzungen gegeben. Schwieriger gestaltete sich dies schon bei Schweden und Norwegen. Spanien hingegen liegt nicht nur geographisch am weitesten von Deutschland entfernt, sondern sah sich auch insbesondere nach dem portugiesischen Kriegseintritt im März 1916 gänzlich von Ententemächten umgeben. Dennoch war das südwesteuropäische Land nicht nur für die Alliierten, sondern auch für die Mittelmächte von großer Bedeutung.

[Seite 10]

Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann die Geschichtswissenschaft zu erkennen, welch großen Quellenwert archivierte Zeitungsausgaben besitzen und in welch hohem Maße ihre Analyse die traditionelle Auswertung des politisch-diplomatischen Aktenmaterials ergänzen kann.3 [...] Wenngleich sie einen oft instruktiven Querschnitt durch verschiedene Facetten der öffentlichen Meinung bieten, sind sie für die propagandageschichtlich orientierte Forschung insofern von geringem Nutzen, als sie das geheime Beziehungsgeflecht der Presse zu den staatlichen Stellen nicht in die Betrachtung einbeziehen und es versäumen, der Wirkung der Zeitung auf die politische Auseinandersetzung nachzuspüren.4

[Seite 11]

In jüngerer Zeit kam eine Reihe von Arbeiten hinzu, die insofern über diese Fragestellung hinausgehen, als sie nicht nur Struktur und Strategie staatlicher Presselenkung beleuchten, sondern diese Erkenntnisse auch in die Analyse allgemeiner politischer Ereignisse und Entwicklungen einbeziehen und damit größere geschichtliche Zusammenhänge in neuem Lichte erscheinen lassen. Drei der diesem Ansatz verpflichteten Untersuchungen seien hier hervorgehoben: Wilhelm Deists Standardwerk „Flottenpolitik und Flottenpropaganda“, Kurt Koszyks Studie „Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg“ und Heinz Alfred Gemeinhardts Buch „Deutsche und österreichische Pressepolitik während der bosnischen Krise 1908/9“.7

[Seite 12]

Während die staatliche Beeinflussung der Presse im allgemeinen somit inzwischen auf eine breitere Aufmerksamkeit in der Geschichtswissenschaft gestoßen ist, hat die deutsche Auslandspropaganda des Ersten Weltkrieges im besonderen erst in jüngster Zeit Beachtung in der Forschung gefunden. Wohl beschäftigten sich bereits einige Publizisten in naturgemäß noch oberflächlicher Weise mit diesem Phänomen und zeichneten dabei - teilweise auch aus der persönlichen Innensicht - immerhin das komplexe Geflecht der zahlreichen Propagandastellen so detailliert bis in seine feinen Verästelungen nach, wie es allein mit Hilfe der überlieferten amtlichen Quellen heute nicht mehr möglich wäre.


7 Wilhelm Deist, Flottenpolitik und Flottenpropaganda. Das Nachrichtenbureau des Reichsmarineamtes 1897-1914 (Beiträge zur Militär- und Kriegsgeschichte, Bd. 17), Stuttgart 1976; Kurt Koszyk, Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg, Düsseldorf 1968; Heinz Alfred Gemeinhardt, Deutsche und österreichische Pressepolitik während der Bosnischen Krise 1908/09 (Historische Studien, H. 437), Husum 1980. Nach Drucklegung der vorliegenden Studie erschien: Martin Creutz, Die Pressepolitik der kaiserlichen Regierung während des Ersten Weltkriegs. Die Exekutive, die Journalisten und der Teufelskreis der Berichterstattung (Europ. Hochschulschr., R. III, Bd. 704), Frankfurt a.M. u.a. 1996. Creutz’ neue Erkenntnisse berühren zwar das 5. Kapitel der vorliegenden Arbeit („Die Institutionen der deutschen Auslandspropaganda“), doch konzentriert sich der Autor nahezu ausschließlich auf die deutsche Inlandspropaganda.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Bei der Darstellung des "Forschungskontext"s greift Uo auf die Einleitung der Dissertation von Albes (1996) zurück und kopiert dort vorgefundene Passagen zur Beschreibung des Forschungsstands fast unverändert in den "eigenen" Textkorpus. Einzig die starke Bezugnahme auf Spanien, welche konstituierend für die Albes'schen Untersuchungen ist, wird "zurückgeschrieben". Auf der nächsten Seite wird diese Vorgehensweise fortgesetzt (vgl. Uo/Fragment_050_01).

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

[5.] Uo/Fragment 050 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-04 09:07:38 Graf Isolan
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 50, Zeilen: 1-29, 101-117 (komplett)
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 12-13, Zeilen: 12:4-30.101-112 - 13:1-7.101-104
[Allerdings beschäftigten sich einige Publizi]sten bereits oberflächlich mit diesem Phänomen und zeichneten, teilweise aus ganz persönlicher Sicht, das komplexe Geflecht der zahlreichen Propagandastellen bis in seine feinen Verästelungen nach. Diesen Zeitgenossen ging es vor allem darum, auf die angeblichen Versäumnisse der deutschen auswärtigen Meinungsbeeinflussung und die vermeintliche Überlegenheit der alliierten Auslandspropaganda hinzuweisen.93 Dies war ein Topos, der nach 1918 in der Diskussion der Kriegsschuldfrage und bei der Suche nach den Ursachen des Kriegsausgangs mit großer Hartnäckigkeit genannt wurde und rasch einen wichtigen Bestandteil der Dolchstoßlegende bildete. Exemplarisch manifestiert sich dies in der Rhetorik des Ersten Generalquartiermeisters Erich Ludendorff, dessen Behauptung sich wie ein roter Faden durch seine Memoiren zieht, das Deutsche Reich habe den Krieg nicht militärisch, sondern propagandistisch verloren.94 So verwundert es nicht, dass man sich zunächst ausgiebig mit der Presse- und Propagandapolitik der einstigen Gegner beschäftigte und ihnen eine Unzahl von Verleumdungen, Gräuelberichten und Falschmeldungen mit dem Ziel der Verteufelung Deutschlands vorwarf. Auf diese Weise sollte die deutsche Niederlage entschuldigt werden.95 Deutsche Propagandisten hielten sich in ihrer Nachkriegspublizistik auffallend zurück. Sie hatten wegen ihres früheren Wirkens Angst vor kompromittierenden Konsequenzen. Der spätere Reichsfinanzminister Matthias Erzberger, der eine wichtige Rolle bei der deutschen Einflussnahme auf die ausländische öffentliche Meinung gespielt hatte, widmete zum Beispiel diesem Thema ein eigenes Kapitel in seinen 1920 erschienenen Memoiren. Er betonte darin: „Die Propagandatätigkeit erschöpfend zu schildern, wäre verfrüht und kann aus naheliegenden Gründen nicht erfolgen.“96

Obschon bald nach 1945 die Archive geöffnet wurden, zeigte die Forschung erstaunlicherweise für die deutsche Auslandspropaganda des Ersten Weltkrieges nahezu kein Interesse. Lediglich Kurt Koszyks Studie von 1968 und eine geringe Zahl von Dissertationen widmeten sich diesem Thema.97 Im Gegensatz dazu wurde in auffallender Weise von den anderen am Krieg beteiligten Ländern [reichlich über ihre auswärtige Meinungsbeeinflussung publiziert.]


93 Vgl. z. B. Paul Eltzbacher: Die Presse als Werkzeug der auswärtigen Politik, Jena 1918; Albert Haas: Die Propaganda im Ausland. Beobachtungen und Erfahrungen, Weimar 1916.

94 Erich Ludendorff: Meine Kriegserinnerungen 1914-1918, Berlin 1919, bes. S. 303.

95 Vgl. Ludolf Gottschalk von dem Knesebeck: Die Wahrheit über den Propagandafeldzug und Deutschlands Zusammenbruch. Der Kampf der Publizistik im Weltkrieg, im Anh.: 20 unveröffentlichte Briefe Ludendorffs aus dem Weltkrieg, u. die wahrscheinliche Denkschrift Bethmanns zu Falkenhayns Entlassung, Berlin 1927; Georg Huber: Die französische Propaganda im Weltkrieg gegen Deutschland 1914 bis 1918 (Zeitungen und Leben, Bd. 1), München 1928; Gerhard Krause: Die britische Auslandspropaganda. Organisation, Methoden, Inhalt 1914-1940 (Schriftenreihe des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, Bd. 3), Berlin 1940; Hans Thimme: Weltkrieg ohne Waffen. Die Propaganda der Westmächte gegen Deutschland, ihre Wirkung und ihre Abwehr, Stuttgart, Berlin 1932.

96 Matthias Erzberger: Erlebnisse im Weltkrieg, Stuttgart, Berlin 1920, S. 1-21 (Zitat S. 10; kursiv wiedergegebene Worte im Original gesperrt gedruckt).

97 Koszyk: Deutsche Pressepolitik, 1968, S. 239-249; u. z. B. Hans-Dieter Kluge: Irland in der deutschen Geschichtswissenschaft, Politik und Propaganda vor 1914 und im Ersten Weltkrieg (Europ. Hochschulschr., R. 3, Bd. 268), Frankfurt/M., Bern, New York 1985, bes. S. 257-267.

[Seite 12]

Wohl beschäftigten sich bereits einige Publizisten in naturgemäß noch oberflächlicher Weise mit diesem Phänomen und zeichneten dabei - teilweise auch aus der persönlichen Innensicht - immerhin das komplexe Geflecht der zahlreichen Propagandastellen so detailliert bis in seine feinen Verästelungen nach, wie es allein mit Hilfe der überlieferten amtlichen Quellen heute nicht mehr möglich wäre. Doch ging es diesen Zeitgenossen vor allem darum, auf die angeblichen Versäumnisse der deutschen auswärtigen Meinungsbeeinflussung und die vermeintliche Überlegenheit der alliierten Auslandspropaganda hinzuweisen.8 Es war dies ein Topos, der nach 1918 in der Diskussion der Kriegsschuldfrage und bei der Suche nach den Ursachen des Kriegsausgangs mit großer Hartnäckigkeit genannt wurde und rasch einen wichtigen Bestandteil der Dolchstoßlegende bildete. Exemplarisch manifestierte sich dies in der Rhetorik des Ersten Generalquartiermeisters Erich Ludendorff, dessen Behauptung, daß das Deutsche Reich den Krieg nicht militärisch, sondern propagandistisch verloren habe, sich wie ein roter Faden durch seine Memoiren zieht.9 So nimmt es nicht wunder, daß man sich vorerst ausgiebig mit der Presse- und Propagandapolitik der einstigen Gegner beschäftigte und ihnen eine Unzahl von Verleumdungen, Greuelberichten und Falschmeldungen mit dem Ziel der weltweiten Verteufelung Deutschlands vorwarf, um auf diese Weise Entschuldigungsgründe für die deutsche Niederlage aufzuzeigen.10 Sogar die deutschen Propagandisten selbst hielten sich in ihrer Nachkriegspublizistik aus Angst vor kompromittierenden Konsequenzen hinsichtlich ihres vorherigen Wirkens auffällig zurück. Der spätere Reichsfinanzminister Matthias Erzberger beispielsweise, der eine wichtige Rolle bei der deutschen Einflußnahme auf die ausländische öffentliche Meinung gespielt hatte, widmete diesem Thema zwar ein eigenes Kapitel seiner 1920 erschienenen Memoiren, betonte darin aber: „Die Propagandatätigkeit erschöpfend zu schildern, wäre verfrüht und kann aus naheliegenden Gründen nicht erfolgen.“11

[Seite 13]

Doch auch nach 1945 und nach der Öffnung der Archive brachte die Forschung der deutschen Auslandspropaganda des Ersten Weltkrieges erstaunlicherweise nahezu kein Interesse entgegen. Lediglich Kurt Koszyks bereits erwähnte Studie von 1968 und eine geringe Zahl von Dissertationen widmeten diesem Thema jeweils einige Seiten.12 Damit kontrastiert in auffallender Weise der Forschungsstand in bezug auf die auswärtige Meinungsbeeinflussung der anderen am Krieg beteiligten Länder.


8 Vgl. z. B. Paul Eltzbacher, Die Presse als Werkzeug der auswärtigen Politik, Jena 1918; Albert Haas, Die Propaganda im Ausland. Beobachtungen und Erfahrungen, Weimar 1916.

9 Erich Ludendorff, Meine Kriegserinnerungen 1914-1918, Berlin 1919 (bes. S. 303).

10 Vgl. Ludolf Gottschalk von dem Knesebeck, Die Wahrheit über den Propagandafeldzug und Deutschlands Zusammenbruch. Der Kampf der Publizistik im Weltkrieg, München 1927; Georg Huber, Die französische Propaganda im Weltkrieg gegen Deutschland 1914 bis 1918 (Zeitungen und Leben, Bd. 1), München 1928; Gerhard Krause, Die britische Auslandspropaganda. Organisation, Methoden, Inhalt 1914-1940 (Schriftenreihe des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, Bd. 3), Berlin 1940; Hans Thimme, Weltkrieg ohne Waffen. Die Propaganda der Westmächte gegen Deutschland, ihre Wirkung und ihre Abwehr, Stuttgart/Berlin 1932.

11 Matthias Erzberger, Erlebnisse im Weltkrieg, Stuttgart/Berlin 1920, S. 1-21 (Zitat S. 10. Kursiv wiedergegebene Worte im Original gesperrt gedruckt).

12 Koszyk, Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg, S. 239-249; u. z. B. Hans-Dieter Kluge, Irland in der deutschen Geschichtswissenschaft, Politik und Propaganda vor 1914 und im Ersten Weltkrieg (Europ. Hochschulschr., R. III, Bd. 268), Frankfurt a. M./Bern/New York 1985, bes. S. 257-267.

Anmerkungen

Übereinstimmend bis hin zum Fußnotenapparat. Setzt Uo/Fragment_049_10 nahtlos fort. Keinerlei Hinweise auf die eigentliche Quelle. Wird auf der nächsten Seite Uo/Fragment_051_01 fortgesetzt.

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

[6.] Uo/Fragment 051 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-05 18:56:23 Graf Isolan
Albes 1996, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 51, Zeilen: 1-7, 9-15, 102-112, 116-127
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 13, 14, Zeilen: 13:5-10.13-16; 14:1-17
[Im Gegensatz dazu wurde in auffallender Weise von den anderen am Krieg beteiligten Ländern] reichlich über ihre auswärtige Meinungsbeeinflussung publiziert. Michael C. Sanders und Philip M. Taylor schrieben 1982 eine grundlegende Untersuchung über die britische Kriegspropaganda.98 Sechs Jahre später stellte Jean-Claude Montant eine Dissertation über die französische Auslandspropaganda fertig, die unveröffentlicht blieb.99 Dagegen hat sich eine große Zahl von Arbeiten mit dem „Committee on Public Information“ (CPI) befasst, welches die USA im April 1917, wenige Tage nach ihrem Kriegseintritt, ins Leben rief.100 Jürgen Kloosterhuis legte erstmals 1981 eine Untersuchung über die deutsche Meinungsbeeinflussung des Auslandes im Ersten Weltkrieg vor.101 Zu Beginn der 90er Jahre erschienen zwei Dissertationen, die die kaiserliche Pressepolitik im Osmanischen Reich beleuchteten.102 Peter Grupp verfasste 1994 einen Beitrag zur deutschen Kulturpropaganda in neutralen Staaten, insbesondere in der Schweiz und in Schweden.103 Jürgen Wilke veröffentlichte 1993 eine ausführliche Abhandlung über die dem Auswärtigen Amt angegliederte Zentralstelle für Auslandsdienst, die wichtigste Institution deutscher Auslandspropaganda im Ersten Weltkrieg.104 Eine Dissertation von Jens Albes zur deutschen Propaganda in Spanien während des Krieges erschien 1996.105 Angesichts der vielen Länder, in denen die Deutschen mit eigenständigen Maßnahmen um Sympathien in der Öffentlichkeit [warben, verspricht die in den genannten Studien angewandte Methode, exemplarisch nur einzelne Staaten oder Organisationen herauszugreifen, eine sinnvolle Eingrenzung des unüberschaubaren umfangreichen Quellenmaterials.]

98 Zur englischen Filmpropaganda vgl. Nicholas Reeves: Official British Film Propaganda during the First World War, London 1986. Michael C. Sanders/Philip M. Taylor: British Propaganda during the First World War, 1914-18 (Britische Propaganda im Ersten Weltkrieg: 1914-1918, aus dem Engl, übers, v. A. Adams, hrsg. von B. Sösemann, Abhandlungen und Materialien zur Publizistik, Bd. 12, Berlin 1990), London 1982.

99 Jean-Claude Montant: La propagande extérieure de la France pendant la Première Guerre Mondiale: L'exemple de quelques neutres européens (Diss. phil.), Paris 1988.

100 George Creel: How we Advertised America. The First Telling of the Amazing Story of the Committee on Public Information that Carried the Gospel of Americanism to Every Corner of the Globe, New York, London 1920. James R. Mock/ Cedric Larson: Words that Won the War. The Story of the Committee on Public Information 1917-1919 (I. Aufl. Princeton 1939), New York 1968.

101 Jürgen Kloosterhuis: „Friedliche Imperialisten“: deutsche Auslandsvereine und auswärtige Kulturpolitik, 1906-1918 (Europ. Hochschulschriften, R. 3, Bd. 588), (Diss. phil.), Frankfurt/M. u. a. 1981.

102 Friedrich Dahlhaus: Möglichkeiten und Grenzen auswärtiger Kultur- und Pressepolitik dargestellt am Beispiel der deutsch-türkischen Beziehungen 1914-1928 (Europ. Hochschulschriften, R. 3, Bd. 444), Frankfurt/M. u. a. 1990; Irmgard Farah: Die deutsche Pressepolitik und Propagandatätigkeit im Osmanischen Reich von 1908-1918 unter besonderer Berücksichtigung des „Osmanischen Lloyd“ (Beiruter Texte und Studien, Bd. 50), (Diss. phil.), Beirut, Stuttgart 1993.

103 Peter Grupp: Voraussetzungen und Praxis deutscher amtlicher Kulturpropaganda in den neutralen Staaten während des Ersten Weltkrieges, in: Der Erste Weltkrieg. Wirkung, Wahrnehmung, Analyse, hrsg. von W. Michalka München, Zürich 1994, S. 799-824.

104 Jürgen Wilke: Deutsche Auslandspropaganda im Ersten Weltkrieg: Die Zentralstelle für Auslandsdienst, in: Der Erste Weltkrieg als Kommunikationsereignis, hrsg. von S. Quandt, H. Schichtel, Gießen 1993, S. 95-157.

105 Jens Albes: Worte wie Waffen. Die deutsche Propaganda in Spanien während des Ersten Weltkrieges (Schriften der Bibliothek für Zeitgeschichte, hrsg. von G. Hirschfeld, Bd. 4), Essen 1996.

106 Stefan Kestler hat jüngst einen derartigen Versuch unternommen: Die deutsche Auslandsaufklärung und das Bild der Ententemächte im Spiegel zeitgenössischer Propagandaveröf- l'entlichungen während des Ersten Weltkrieges (Europ. Hochschulschriften, R. 3, Bd. 589), Frankfurt/M. u. a. 1994.

[Seite 13]

Damit kontrastiert in auffallender Weise der Forschungsstand in bezug auf die auswärtige Meinungsbeeinflussung der anderen am Krieg beteiligten Länder. So veröffentlichten Michael C. Sanders und Philip M. Taylor 1982 eine grundlegende Untersuchung der britischen Kriegspropaganda.13 Sechs Jahre später stellte Jean-Claude Montant eine unveröffentlichte Dissertation über die französische Auslandspropaganda fertig14, die im Gegensatz zu der genannten englischen Studie auch zahlreiche Hinweise auf den Pressekrieg in Spanien gibt, obwohl sie nur einen Bruchteil der hierfür relevanten überlieferten Quellen auswertet. Mit dem „Committee on Public Information“ (CPI) schließlich, das die USA wenige Tage nach ihrem Kriegseintritt im April 1917 ins Leben riefen, hat sich bereits eine ganze Reihe von Arbeiten befaßt. Davon sind hinsichtlich der an Spanien adressierten amerikanischen Propaganda insbesondere zwei ältere Publikationen aufschlußreich: eine vom Leiter des CPI, George Creel, 1920 veröffentlichte ausführliche Schilderung dieser Propagandastelle aus der Innensicht15 sowie eine auf gründlicher Quellenauswertung basierende, 1939 erstmals erschienene Darstellung der Autoren James R. Mock und Cedric Larson.16 [...]

[Seite 14]

Hinsichtlich der deutschen auswärtigen Meinungsbeeinflussung im Ersten Weltkrieg wurden dagegen erst zu Beginn der neunziger Jahre neue Untersuchungen vorgelegt. Beispielsweise erschienen nun zwei Dissertationen, die die kaiserliche Pressepolitik im Osmanischen Reich beleuchten.19 Zur deutschen Kulturpropaganda in den neutralen Staaten, insbesondere in der Schweiz und in Schweden, verfaßte Peter Grupp 1994 einen Beitrag.20 1993 veröffentlichte Jürgen Wilke einen ausführlichen Aufsatz über die wichtigste Institution deutscher Auslandspropaganda des Ersten Weltkrieges, die dem Auswärtigen Amt angegliederte Zentralstelle für Auslandsdienst.21 Angesichts der großen Zahl der Länder, in denen die Deutschen mit eigenständigen Maßnahmen um Sympathien in der Öffentlichkeit warben, und der Vielfalt der deutschen Institutionen, die hierfür die organisatorischen Voraussetzungen schufen, verspricht die Methode der genannten Studien, einzelne Staaten oder Organisationen für die Untersuchung exemplarisch herauszugreifen und somit die Analyse des unüberschaubar umfangreichen Quellenmaterials sinnvoll einzugrenzen, fruchtbarere Ergebnisse auch für die Einschätzung des gesamten Spektrums der Auslandspropaganda als ein Versuch ihrer vollständigen Darstellung.22


13 Michael C. Sanders/Philip M. Taylor, British Propaganda during the First World War, 1914-18, London 1982. Eine deutsche Übersetzung ist 1990 erschienen.

14 Jean-Claude Montant, La propagande extérieure de la France pendant la Première Guerre Mondiale: L’exemple de quelques neutres européens, phil. Diss. (Masch.), Paris Univ. 1 1988.

15 George Creel, How we Advertised America. The First Telling of the Amazing Story of the Committee on Public Information that Carried the Gospel of Americanism to Every Corner o f the Globe, New York/London 1920.

16 James R. Mock/Cedric Larson, Words that Won the War. The Story of the Committee on Public Information 1917-1919, New York ^1968 [Erstauflage 1939].

19 Friedrich Dahlhaus, Möglichkeiten und Grenzen auswärtiger Kultur- und Pressepolitik dargestellt am Beispiel der deutsch-türkischen Beziehungen 1914-1928 (Europ. Hochschulschr., R. III, Bd. 444), Frankfurt a. M. u. a. 1990; Irmgard Farah, Die deutsche Pressepolitik und Propagandatätigkeit im Osmanischen Reich von 1908-1918 unter besonderer Berücksichtigung des „Osmanischen Lloyd“ (Beiruter Texte und Studien, Bd. 50), phil. Diss., Beirut/Stuttgart 1993.

20 Peter Grupp, Voraussetzungen und Praxis deutscher amtlicher Kulturpropaganda in den neutralen Staaten während des Ersten Weltkrieges, in: W. Michalka (Hg.), Der Erste Weltkrieg. Wirkung, Wahrnehmung, Analyse, München/Zürich 1994, S. 799-824.

21 Jürgen Wilke, Deutsche Auslandspropaganda im Ersten Weltkrieg: Die Zentralstelle für Auslandsdienst, in: S. Quandt/H. Schichtei (Hg.), Der Erste Weltkrieg als Kommunikationsereignis, Gießen 1993, S. 95-157.

22 Gleichwohl hat Stefan Kesder vor kurzem einen derartigen Versuch unternommen: Die deutsche Auslandsaufklärung und das Bild der Ententemächte im Spiegel zeitgenössischer Propagandaveröffentlichungen während des Ersten Weltkrieges (Europ. Hochschulschr., R. III, Bd. 589), Frankfurt a. M. u. a. 1994.

Anmerkungen

Auch hier wird einfach nur der Spanienbezug, der für das Original - die Dissertation von Albes - unerlässlich ist, rausgeschnitten. Ansonsten wird die Literaturliste zum Forschungsstand in toto übernommen (wobei unberücksichtigt bleibt, dass im Original die Veröffentlichungen zum CPI explizit "hinsichtlich der an Spanien adressierten amerikanischen Propaganda" ausgewählt waren). Einzige Ergänzungen sind Kloosterhuis (1981) und zum Schluss der Liste dann doch noch die Arbeit von Albes selbst aus dem Jahr 1996. Die methodische Anmerkung, die Albes als Fazit formuliert, wird dann kurzerhand gleich auch noch übernommen.

Setzt die Übernahme der Beschreibung des Forschungsstands aus Albes (1996), die schon Uo/Fragment_049_10 und Uo/Fragment_050_01 bestimmt, nahtlos fort.

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

[7.] Uo/Fragment 100 06 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-09 12:47:44 Graf Isolan
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 100, Zeilen: 6-35
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 86, 87, 122, 123, Zeilen: 86:3-5.11-12.17-29; 87:7-9; 122:16-28; 123:4-6
Aus Angst vor dem Verrat militärischer Geheimnisse wurde sofort trotz strenger inländischer Zensur der Versand deutscher Zeitungen ins Ausland untersagt. Fremdsprachige Telegramme wurden von den Zensurstellen zurückgehalten, und auch der Briefverkehr mit dem neutralen Ausland wurde beschnitten.4 Als Erwiderung begann auch das Ausland das Deutsche Reich systematisch zu isolieren. Nachdem sich die Ententemächte bereits während der Julikrise geweigert hatten, Telegramme in deutscher Sprache anzunehmen, unterbrachen sie noch während des Austausches der Kriegserklärungen die wichtigsten kontinentalen Telegraphiekabel des Deutschen Reiches. In der Nacht vom 4. zum 5. August 1914 kappte der englische Kabeldampfer „Telconia“ die vier deutschen Telegraphieverbindungen durch den Atlantik, darunter auch das deutsch-spanische Kabel Emden-Vigo. Später wurden die übrigen deutschen Seekabel ebenfalls zerstört.5 Jegliche Auslandspropaganda des Wilhelminischen Reiches stieß somit schon aus technischen Gründen auf erhebliche Schwierigkeiten. Wenn man die ausländische öffentliche Meinung weiterhin beeinflussen wollte, war man von Anfang an gezwungen, unkonventionelle Wege einzuschlagen.

Als Träger der Propaganda hatten die Journalisten im Deutschen Reich keinen guten Stand. Sie sahen sich, wie Kurt Kroszyk [sic] dies 1968 beschrieben hat, in stärkerem Maße als ihre englischen und französischen Kollegen „dem behördlichen Misstrauen und der behördlichen Schweigetaktik ausgesetzt. Aus diesem Gefühl wuchs mit sinkender Kriegsmoral die Kritiklust.“6 Ebenso hielten militärische Kreise die ausländischen Korrespondenten nicht selten für Spione und behandelten sie dementsprechend.7 Kaiserliche Diplomaten waren für eine Propaganda größeren Stils nicht ausgebildet. Die fast ausschließlich adligen Botschafter pflegten im Ausland nur mit der jeweiligen Oberschicht zu verkehren. Selten verstanden sie etwas von der Kunst der Pressebeeinflussung. In der Propaganda waren somit zwangsläufig Amateure am Werk.

Die breite Bevölkerung Deutschlands hatte generell keine engen Beziehungen zu anderen Ländern8 und damit kein großes Interesse.


4 Koszyk: Pressepolitik, 1968, S. 219 f; Vgl. auch Josef Buchhorn: Politik und Presse, Berlin 1920, S. 10.

5 Vgl. Klee: Transocean GmbH, in: Telegraphenbüros und Nachrichtenagenturen, hrsg. von J. Wilke, 1991, S. 142.

6 Koszyk: Pressepolitik. 1968, S. 235; vgl. auch von dem Knesebeck: Wahrheit über den Propagandafeldzug, 1927, S. 47.

7 Vgl. Erzberger: Erlebnisse, 1920, S. 7; Knesebeck, ebd., S. 47.

8 Vgl. auch Paul Rohrbach: Der deutsche Gedanke in der Welt, Düsseldorf, Leipzig 1912, S. 134.

[Seite 86]

Dies manifestierte sich unter anderem darin, daß das Militär aus Angst vor dem Verrat militärischer Geheimnisse trotz der strengen inländischen Zensur sofort den Versand deutscher Zeitungen ins Ausland untersagte. [...]

Die Zensurstellen hielten fremdsprachige Telegramme zurück und beeinträchtigten den Briefverkehr auch mit dem neutralen Ausland: [...]6

Aber auch von außen wurde das Deutsche Reich systematisch isoliert: Nachdem sich die Ententemächte bereits während der Julikrise geweigert hatten, Telegramme in deutscher Sprache oder chiffrierter Form anzunehmen, unterbrachen sie noch während des Austauschs der Kriegserklärungen zwischen Deutschland, Rußland, Frankreich und England die wichtigsten kontinentalen Telegraphiekabel des Deutschen Reiches.7 In der Nacht vom 4. auf den 5. August 1914 kappte überdies der englische Kabeldampfer "Telconia" die vier deutschen Telegraphieverbindungen, die durch den Atlantik führten, darunter auch das deutsch-spanische Kabel Emden-Vigo. Später wurden noch die übrigen deutschen Seekabel zerstört.8 Jegliche Auslandspropaganda des Wilhelminischen Reiches mußte mithin schon aus technischen Gründen auf erhebliche Widerstände stoßen.

So galt es von Anfang an, bei der Beeinflussung der ausländischen öffentlichen Meinung unkonventionelle Wege einzuschlagen.


6 Heilbron, S. 105. Vgl. auch Buchhorn, S. 10; Koszyk, Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg, S. 219 f; Vogel, S. 34.

7 Klee, S. 142.

8 G. A. Fritze, Das Schicksal der Seekabel im Kriege und die Leistungen der deutschen Seekabelindustrie in Vergangenheit und Zukunft (Kriegshefte aus dem Industriebezirk, H. 16), Essen 1916, S. 10; Barbara Tuchman, Die Zimmermann-Depesche, Bergisch Gladbach 1982 [London 1959], S. 25 f.


[Seite 87]

Dies lag weniger an den Versäumnissen der deutschen auswärtigen Pressepolitik als vielmehr daran, daß die breitere Bevölkerung Deutschlands generell keinen engen Bezug zu anderen Ländern gewonnen hatte: [...]12


12 Rühlmann, S. 11. Vgl. auch Paul Rohrbach, Der deutsche Gedanke in der Welt, Leipzig 21920 (Neubearbeitung), S. 134; Th. Schuchart, Die deutsche Außenhandelsförderung unter besonderer Berücksichtigung des Wircschaftsnachrichtenwesens, Berlin 21918, S. 31.


[Seite 122]

Die Journalisten schließlich - häufig die Träger der Propaganda - hatten im Deutschen Reich von vornherein keinen guten Stand. Sie sahen sich, wie Kurt Koszyk dies beschrieben hat, in viel größerem Maße als ihre englischen und französischen Kollegen "... dem behördlichen Mißtrauen und der behördlichen Schweigetaktik ausgesetzt. Aus diesem Gefühl wuchs mit sinkender Kriegsmoral die Kritiklust"190 - zum Ärger der OHL.191 Ebenso hielten die militärischen Kreise die Korrespondenten ausländischer Blätter - an sich ideale Multiplikatoren zur Verbreitung von Nachrichten über Deutschland - nicht selten für Spione und behandelten sie dementsprechend.192 Umgekehrt waren die kaiserlichen Diplomaten für eine Propaganda in größerem Stil nicht ausgebildet. Die fast ausschließlich adligen Botschafter pflegten im Ausland gemeinhin nur mit der jeweiligen Oberschicht zu verkehren und verstanden recht selten etwas von der Kunst der Pressebeeinflussung.


190 Koszyk, Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg, S. 235. Vgl. auch Edwards, S. 46 f; Groth, Zeitung, Bd. 11, S. 247; Knesebeck, S. 47.

191 Vgl. z. B. die heftigen Angriffe Walter Nicolais, des Leiters der militärischen Pressestelle III B, auf die sozialdemokratische Presse sowie auf Blätter wie die "Frankfurter Zeitung" und das "Berliner Tageblatt": Nicolai, S. 172 f.

192 Vgl. Erzberger, S. 7; Knesebeck, S. 47.


[Seite 123]

So waren für die Propaganda - ein in diesem Umfang gänzlich neues Phänomen - zwangsläufig oft Amateure am Werke.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme. Übereinstimmung herrscht bis hin zu den Literaturverweisen.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[8.] Uo/Fragment 101 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-06-15 12:45:13 Klicken
Albes 1996, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 101, Zeilen: 1-10, 102-106
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 87, Zeilen: 87:11-17.24-30 - 88:1-8
[Deutsche Zeitungsle]ser wünschten vornehmlich kuriose und sensationelle Berichte über andere Länder. Dieses Verhalten stand in Wechselbeziehung zu den Angeboten des deutschen Korrespondentennetzes im Ausland, das bei allgemein schlechter Bezahlung auch eine Berichterstattung minderer Qualität lieferte.9 Andererseits hatte die ausländische Presse gerade in der Epoche des Imperialismus mit landesspezifischen Stereotypen zum schlechten Ansehen Deutschlands beigetragen. Die Nachrichtenagenturen Reuter und Havas, deren Einflussgebiete große Teile der Erde umspannten10, stießen in der zeitgenössischen deutschen Publizistik auf scharfe Kritik. Dies spiegelte sich auch im Film wieder.11 Der Zeitungsredakteur Rudolf Rotheit schrieb 1915:

„Während Wolff (Chefredakteur des Berliner Tageblatts, Anmerkg. d. Verf.) an Reuter und Havas gebunden war, bearbeiteten diese in voller Ungebundenheit, als wirksame Handlanger der Einkreisungsdiplomatie, die öffentliche Meinung der bewohnten Erde und stachelten sie unermüdlich gegen uns auf.“12


9 Vgl. Albes: Worte wie Waffen, 1996, S. 87.

10 Die britische Dominanz im Weltkabelnetz kam Reuter schon vor der Zerstörung der deutschen Telegraphiekabel zugute. Mehr als 54 Prozent aller Telegraphiekabel waren 1913 in englischem Besitz. Deutschland hingegen besaß lediglich 8,3 Prozent. Eine Statistik - auch für andere Länder - bei Eduard Tenfelde: Die Welttelegraphie als zuverlässiges Verkehrsmittel vor und nach dem Weltkriege (wirtsch.- u. sozialwiss. Diss.), Düsseldorf 1926, S. 89.

11 Siehe Filmprotokoll zu ÄGIR, in Zwischentitel 4: „[...] sollte Reuter nicht wieder schwindeln?!“ wird diese Kritik formuliert.

12 Rudolf Rotheit: Die Friedensbedingungen der deutschen Presse. Los von Reuter und Havas!, Berlin 1915, S. 5f., zit. n. Albes: Worte wie Waffen, 1996, S. 88.

[Seite 87]

Dieses Phänomen resultierte vorwiegend aus einem mangelnden Interesse - nicht wenige deutsche Zeitungsleser wünschten, wenn überhaupt, dann vornehmlich kuriose und sensationelle Berichte über andere Länder.13 Dies stand in einer Wechselbeziehung mit den Unzulänglichkeiten des deutschen Korrespondentennetzes im Ausland - eine gemeinhin schlechte Bezahlung zog eine generell niedrige Qualität der Auslandsberichterstattung nach sich: [...]

Umgekehrt hatte die ausländische Presse - als Spiegelbild und zugleich Verursacher der gerade in der Epoche des Imperialismus auch in anderen Staaten verbreiteten nationalen Stereotypen - zum schlechten Ansehen Deutschlands in der Welt beigetragen.15 Insbesondere die Nachrichtenagenturen Reuter und Havas, deren Einflußgebiete große Teile der Erde umspannten, riefen in der zeitgenössischen deutschen Publizistik scharfe Kritik hervor. So schrieb der Zeitungsredakteur Rudolf Rotheit 1915:

[Seite 88]

"Während Wolff an Reuter und Havas gebunden war, bearbeiteten Reuter und Havas in voller Ungebundenheit, als wirksame Handlanger der Einkreisungsdiplomatie, die öffentliche Meinung der bewohnten Erde und stachelten sie unermüdlich gegen uns auf."16

Schon vor der Zerstörung der deutschen Telegraphiekabel war Reuter überdies die britische Dominanz des Weltkabelnetzes zugute gekommen: 1913 waren mehr als 54 Prozent aller Telegraphiekabel in englischem Besitz gewesen, Deutschland hingegen hatte lediglich rund 8,3 Prozent besessen.17


13 W. H. Edwards, Der Auslandsdienst der deutschen Presse, in: Archiv für exakte Wirtschaftsforschung (Thünen-Archiv), 1918, Bd. 9 (J 922), H. 1, S. 15-51, hier S. 17 u. 21.

15 Vgl. Auslandpresse und Auslandkorrespondenten, in: Das neue Deutschland, Nov. 1914, S. 268-270, hier S. 268.

16 Rudolf Rotheit, Die Friedensbedingungen der deutschen Presse. Los von Reuter und Havas!, Berlin 1915, S. 5 f.

17 Eine Statistik - auch für andere Länder - bei Tenfelde, S. 89.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Das Zitat von Rotheit (nach Albes) wurde nicht in die Zeilenzählung aufgenommen. Allerdings greift die Verfasserin unzulässig in den Wortlaut des Zitats ein.

Sichter
(Graf Isolan), Klicken

[9.] Uo/Fragment 101 19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-07 17:39:28 Graf Isolan
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 101, Zeilen: 19-30
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 120, Zeilen: 14-18, 20-28
Diese neuartige Institution der Berliner Pressekonferenz, die der Generalstab am 3. August 1914 ins Leben gerufen hatte, war das einzige Forum, bei dem die Vertreter der Pressereferate aller Reichsämter und der größeren Zeitungen zusammenkamen.14 Die Repräsentanten der obersten zivilen und militärischen Behörden informierten die Vertreter der Presse über die innen- und außenpolitische, die wirtschaftliche und militärische Situation mit dem einzigen Ziel einer positiven Pressepolitik. Die Journalisten konnten Fragen stellen und Klagen vorbringen, erhielten jedoch unzählige Vorgaben, wie einzelne Themen zu behandeln seien. Häufig wurde daraufhingewiesen, dass die Berichterstattung über bestimmte Themen unerwünscht sei. Auf diese Weise wurde die Berliner Pressekonferenz in ein Instrument zentraler Presselenkung verwandelt, wodurch letztlich den Zensurstellen die Arbeit erleichtert wurde.15

14 Vgl. Klaus Werner Schmidt: Überwachungs-Reglementierungen im Ersten Weltkrieg (1914-1918), in: Kommunikationskontrolle des 15. bis 20. Jahrhunderts, hrsg. von H.-D. Fischer (Publizistisch-Historische Beiträge, Bd. 5), München, New York, London, Paris 1982, S. 185-205, hier S. 193 f.

15 Kurt Koszyk: Deutsche Presse 1914-1945. Geschichte der deutschen Presse, Teil III (Abhandlungen und Materialien zur Publizistik, Bd. 7), Berlin 1972, S. 22.

Das einzige Forum, bei dem die Vertreter der Pressereferate aller Reichsämter und der größeren deutschen Zeitungen zusammenkamen, war die im Kaiserreich neuartige Institution der Berliner Pressekonferenz, die der Generalstab auf Anregung des Journalisten und Majors d. R. Georg Schweitzer bereits am 3. August 1914 ins Leben rief.180 [...]

Ursprünglich als ein Mittel positiver Pressepolitik gedacht, informierten dabei die Repräsentanten der obersten zivilen und militärischen Behörden die Vertreter der Presse über die innen- und außenpolitische, die wirtschaftliche und die militärische Situation. Zwar konnten die Journalisten hier Fragen stellen und Klagen vorbringen. Die amtlichen Stellen machten jedoch unzählige Vorgaben, wie einzelne Themen zu behandeln seien, und wiesen häufig darauf hin, daß die Berichterstattung über bestimmte Ereignisse unerwünscht sei. Auf diese Weise verwandelten sie die Berliner Pressekonferenzen in ein Instrument zentraler Presselenkung, das letztlich nur den Zensurstellen die Arbeit erleichtern sollte.181


180 Vgl. bes. Klaus Werner Schmidt, S. 193 f; Schwedler, Das Nachrichtenwesen, S. 154 f.

181 Kurt Koszyk, Deutsche Presse 1914-1945. Geschichte der deutschen Presse. Teil III (Abhandlungen und Materialien zur Publizistik, Bd. 7), Berlin 1972, S. 22; Schwedler, Das Nachrichtenwesen, S. 155. Kurze Auszüge aus den Mitteilungen der Behörden zu den Pressekonferenzen bei Kurt Mühsam, Wie wir belogen wurden. Die amtliche Irreführung des deutschen Volkes, München 1918, S. 64-125.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), Klgn

[10.] Uo/Fragment 102 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-09 17:00:48 Hindemith
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 102, Zeilen: 1-10, 105-110, 114-120
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 120-121, Zeilen: 120:29-32 - 121:1-7
[Die Zensur wurde so] restriktiv ausgeübt, wie sie bis dahin im Wilhelminischen Reich noch nie angewandt worden war.16 Da jedoch militärische Befehlshaber in den einzelnen Gebieten die Zensur übernommen hatten17, wurde die Presseaufsicht in ganz unterschiedlicher Manier gehandhabt. Das Dickicht der Zensuranordnungen war undurchdringlich.18 Dadurch entstand eine beträchtliche Rechtsunsicherheit. In einem anonymen Beitrag der „Weltbühne“ vom November 1918 war von 3.586 Einzelverfügungen die Rede.19 Um den Redakteuren die Übersicht zu erleichtern, gab das Kriegspresseamt mehrere Handbücher heraus, die stichwortartig die Bestimmungen zusammenfassten, ohne jedoch die Interpretationsunsicherheiten zu beseitigen.20

16 Einen Einblick in den Zensurstreit und die Besteuerung gibt folgender Artikel: „Der neue Filmkrieg und die alte Lustbarkeitssteuer“ in: Berliner Lokalanzeiger. 2.7.1914; über die Berliner Zensurstelle und die Gebührenordnung siehe „Der Berliner Filmkrieg'* in: Berliner Tageblatt, 3.7.1914 (BArch, 901/ 33019, Bl. 46, 47).

17 Vgl. Deist: Zensur und Propaganda, in: ders.: Militär, Staat und Gesellschaft, 1991, S. 154 f; Koszyk: Presse 1914-1945, 1972, S. 14 f., ders., Entwicklung der Kommunikationskontrolle, S. 152-156; Schmidt: Überwachungs-Reglementierungen, in: Kommunikationskontrolle, hrsg. von H.-D. Fischer, 1982, S. 185-187; Wilhelm Schwedler: Die Nachricht im Weltverkehr. Kritische Bemerkungen über das internationale Nachrichtenwesen vor und nach dem Weltkriege, Berlin 1922, S. 151.

18 Zwischen Oktober 1915 und August 1916 wurden schon 23 Bildzensur-Verfügungen erteilt. Vgl. auch Kurt Mühsam: Wie wir belogen wurden. Die amtliche Irreführung des deutschen Volkes, München 1918, S. 14 f. u. 21.

19 Kriegspresseamt, in: Die Weltbühne, 14.11.1918, 14. Jg., Nr. 46, S. 456-459, hier S. 457.

20 Vgl. z. B. Nachtrag zur Zusammenstellung von Zensurverfügungen des Kriegsministeriums, des stellvertretenden Generalstabs und der Oberzensurstelle des Kriegspresseamts, hrsg. von d. Oberzensurstelle im September 1916, Berlin 1916; sowie Zensurbuch für die deutsche Presse, hrsg. von d. Oberzensurstelle des Kriegspresseamts im März 1917, Berlin 1917; vollständig abgedruckt auch bei Heinz-Dietrich Fischer: Pressekonzentration und Zensurpraxis im Ersten Weltkrieg. Texte und Quellen, Berlin 1973, S. 194-275.

[Seite 120]

Diese übten eine restriktive Zensur aus, wie sie bis dahin im Wilhelminischen Reich noch nie zur Anwendung gekommen war. Da die militärischen Befehlshaber in den einzelnen Gebieten des Reiches die vollziehende Gewalt im allgemeinen und die Handhabung der Zensur im besonderen übernommen hatten182,

[Seite 121]

wurde die Presseaufsicht in ganz unterschiedlicher Manier gehandhabt, was eine beträchtliche Rechtsunsicherheit verursachte. Um den Zeitungsredakteuren die Übersicht im Dickicht der Zensuranordnungen - in einem anonymen Beitrag der "Weltbühne" vom November 1918 ist von 3.586 Einzelverfügungen die Rede183 - zu erleichtern, gab das Kriegspresseamt mehrere Handbücher heraus, die unter bestimmten Stichwörtern die wichtigsten Bestimmungen zusammenfaßten, dabei aber keineswegs alle Interpretationsunsicherheiten beseitigten.184


182 Vgl. Wilhelm Deist, Zensur und Propaganda in Deutschland während des Ersten Weltkrieges, in: ders., Militär, Staat und Gesellschaft. Studien zur preußisch-deutschen Militärgeschichte (Schriftenreihe des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes), München 1991, S. 153-163, hier S. 154 f; Koszyk, Deutsche Presse 1914-1945, S. 14 f; ders., Entwicklung der Kommunikationskontrolle, S. 152-156; Mühsam, S. 14 f u. 21; Klaus Werner Schmidt, S. 185-187; Schwedler, Das Nachrichtenwesen, S. 151.

183 Kriegspresseamt, in: Die Weltbühne, 14.11.1918, 14. Jg., Nt. 46, S. 456-459, hier S. 457. Vgl. auch Rieger, S. 185.

184 Vgl. z. B. Nachtrag zur Zusammenstellung von Zensurverfügungen des Kriegsministeriums, des stellv. Generalstabs und der Oberzensurstelle des Kriegspresseamts, hg. v. d. Oberzensurstelle im September 1916, Berlin 1916; sowie Zensurbuch für die deutsche Presse, hg. v. d. Oberzensurstelle des Kriegspresseamts im März 1917, Berlin 1917; vollständig abgedruckt auch bei H.-D. Fischer (Hg.), Pressekonzentration und Zensurpraxis im Ersten Weltkrieg. Texte und Quellen, Berlin 1973, S. 194-275.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle (welche offensichtlich auch als Quelle umfangreicher Literaturverweise in den Fußnoten dient).

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1, HIndemith

[11.] Uo/Fragment 104 07 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-09 16:49:22 Hindemith
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 104, Zeilen: 7-20, 109-113, 116-121
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 121-122, Zeilen: 121:8-9.10-17.18-20.22-24.114-116 - 122:1.101-102
Auch der Film fiel in den Zuständigkeitsbereich der Zensurstellen. Im Januar 1915 gab das Kriegsministerium ein „Merkblatt für Kinematographentheater“ heraus. Das Kriegspresseamt führte im März 1917 in seinem „Zensurbuch für die deutsche Presse“ „Leitsätze für die Bilderzensur“ auf, die auch für den Film galten.35 Weitere Verfügungen für den Film folgten.36 In ihrer Durchführung war die Filmzensur überaus penibel:

„Das Filmband, mit dem die Aufnahmen gemacht waren, wird von der Behörde auf den Zentimeter gemessen und auf (das) Gramm genau gewogen und muß am Anfang und Ende den Zensurstempel tragen.“37

Diese bürokratische Handhabung der Zensur erklärte sich durch die unterschiedlichen Auffassungen der politischen und militärischen Führung über Zensur- und Propagandapolitik. Die aus den häufigen Auseinandersetzungen stammenden Animositäten und Vorwürfe sind in den Memoiren einiger Hauptakteure nachzulesen.38


35 Vgl. auch Bub: Film und sein publizistischer Einsatz, 1938, S. 108-113; Schmidt: Überwachungs-Reglementierungen, in: Kommunikationskontrolle, hrsg. von H.-D. Fischer, 1982, S. 199 f; Terveen: Film-Kriegsberichterstattung, in: Dokumente und Materialien, hrsg. von W. von Bredow, R. Zurek, 1975, S. 88-101; Oberzensurstelle des Kriegspresseamtes: Zensurbuch, 1917, S. 14f.

36 BArch, 901/ 950, Bl. 41-42, Bild-Zensur u. Bild-Propaganda (gez. Kiliani), 1.11.1917. BArch, 901/952, Bl. 7, Zur Bild- und Filmzensur, 3. Jan. 1918.

37 Münchener Neueste Nachrichten (kein Datum angegeben), zit. nach Terveen: FilmKriegsberichterstattung, in: Dokumente und Materialien, hrsg. von W. von Bredow, R. Zurek, 1975, S . 97.

38 Vgl. z. B. Nicolais Angriffe auf die Pressepolilik des A.A. sowie Erzbergers Kritik an den militärischen Pressestellen: Nicolai: Presse und Volksstimmung, 1920, S. 86f. u. 161; Erzberger: Erlebnisse, 1920, S. 7.

[Seite 121]

Darüber hinaus fiel auch der Film in den Zuständigkeitsbereich der Zensurstellen. Bereits in der ersten Kriegswoche gab das Berliner Polizeipräsidium entsprechende grundsätzliche Bestimmungen bekannt. Im Januar 1915 verbreitete das Kriegsministerium ein „Merkblatt für Kinomatographentheater“ . Ebenso führte das vom Kriegspresseamt im März 1917 herausgegebene „Zensurbuch für die deutsche Presse“ „Leitsätze für die Bilderzensur“ auf, die auch für den Film galten.185 In der praktischen Durchführung war die Filmzensur überaus penibel: „Das Filmband, mit dem die Aufnahmen gemacht werden, wird von der Behörde auf den Zentimeter gemessen und auf [das] Gramm genau gewogen und muß am Anfang und Ende den Zensurstempel tragen.“186

Eine der tieferen Ursachen des Verwirrspiels bei der Pressezensur lag in dem generellen, im Verlauf des Krieges sich verschärfenden Dualismus zwischen der politischen und der militärischen Führung des Reiches begründet. [...] Zwischen ihren jeweiligen Pressestellen kam es häufig zu erheblichen Auseinandersetzungen - die daher stammenden Animositäten und Vorwürfe schlagen sich noch in den Memoi-

[Seite 122]

ren einiger Hauptakteure nieder.188


185 Bub, S. 108-113; Klaus Werner Schmidt, S. 199 f; Terveen, S. 324 u. 328; Zensurbuch für die deutsche Presse, S. 14 f.

186 Münchener Neueste Nachrichten (kein Datum angegeben), zit. nach Terveen, S. 328.

188 Vgl. z. B. Nicolais Angriffe auf die Pressepolitik des AA sowie Erzbergers Kritik an den militärischen Pressestellen: Nicolai, S. 86 f u. 161; bzw. Erzberger, S. 7.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[12.] Uo/Fragment 105 16 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-09 17:06:33 Hindemith
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 105, Zeilen: 16-21, 105-106
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 85, Zeilen: 19-25, 101-102
Bei Beginn des internationalen Konflikts im August 1914 fehlte in Deutschland noch bei nahezu allen Regierungsstellen die Einsicht in die Notwendigkeit eines Propagandakrieges größeren Stils. So sah man zunächst auch keinen Grund zur Eile beim Aufbau der Propagandaapparate. Durch die anfänglichen deutschen Siege war die Rede von der Unbesiegbarkeit der kaiserlichen Truppen. Man glaubte an ein günstiges Kriegsende noch vor Weihnachten 1914.41

41 Harold Dwight Lasswell: Propaganda Technique in the World War, London, New York 1927, S. 198; E. E. Hermann Schmidt: Das politische Werbewesen im Kriege, Berlin 1919, S. 5f.

Zu Beginn des internationalen Konflikts, im August 1914, fehlte hingegen in Deutschland nahezu allen Regierungsstellen noch die Einsicht in die Notwendigkeit eines Propagandakrieges in großem Stil; man sah zunächst keinen Grund zur Eile beim Aufbau der Propagandaapparate. Vielmehr war aufgrund der anfänglichen deutschen Siege vielerorts die Rede von der Unbesiegbarkeit der kaiserlichen Truppen und von einem günstigen Kriegsende noch vor Weihnachten 1914.1

1 Harold Dwight Lasswell, Propaganda Technique in the World War, London/New York 1927, S. 198. Vgl. auch E. E. Schmidt, Das politische Werbewesen im Kriege, Berlin 1919, S. 5f.

Anmerkungen

Wortwörtliche Übernahme (inkl. Literaturverweis) bleibt ungekennzeichnet.

Die angegebene Hauptquelle ist in englischer Sprache geschrieben, so dass eine sehr nahe Paraphrase dieser Quelle als Erklärung für die übereinstimmenden Formulierungen ausscheidet.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[13.] Uo/Fragment 106 36 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-01 16:29:20 Graf Isolan
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 106, Zeilen: 36-41
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 88, Zeilen: 19-25, 25-31
Von Anfang an mangelte es der deutschen Auslandspropaganda an einer sinnvollen Koordination. Erzberger zählte im Oktober 1914 „nicht weniger als 27 Bureaus oder Stellen innerhalb des Reiches“, die „sich mit der Propaganda im Ausland befassten, jede auf eigene Faust ohne einheitlichen Grundgedanken“.44 Die Themen dieser Propagandabureaus gestalteten sich dementsprechend vielfältig. Eine besonders gute Übersicht zeigt das bisher wenig erforschte und ausge[wertete Verzeichnis der „Zentralstelle für Auslandsdienst“.]

44 Erzberger: Erlebnisse, 1920, S. 5.

Dies hatte zur Folge, daß es der deutschen Auslandspropaganda von Anfang an an einer sinnfälligen Koordination mangelte. Erzberger zählte im Oktober 1914 „... nicht weniger als 27 Bureaus oder Stellen innerhalb des Reichs“, die „... sich mit der Propaganda im Ausland befaßten, jede auf eigene Faust ohne einen einheitlichen Grundgedanken“.19

Entsprechend vielfältig gestalteten sich die Themen all dieser Propagandabüros. [...] Insbesondere das von der Forschung höchst selten ausgewertete, wohl 1918 veröffentlichte „Alphabetische[s] und Systematische[s] Verzeichnis der von der Zentralstelle für Auslandsdienst vom Oktober 1914 bis Ende März 1918 verbreiteten Drucksachen“ gibt als Katalog der Druckschriften der in diesem Titel genannten wichtigsten deutschen Auslandspropagandainstitution hierüber umfassend Auskunft.20


19 Erzberger, S. 5.

20 Titel wie oben im Text, o. O. o. J. [Berlin 1918]. Die folgenden Ausführungen zum Inhalt der deutschen Auslandspropaganda stützen sich im wesentlichen auf diesen Katalog. Vgl. auch Wilke, S. 117-120.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme trotz teilweise sogar wörtlicher Übereinstimmung.

Die ingekennzeichnete Übernahme wird auf der nächsten Seite in Uo/Fragment_107_01 fortgesetzt.

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

[14.] Uo/Fragment 107 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-01 20:02:15 Graf Isolan
Albes 1996, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 107, Zeilen: 1-30, 101-110, 112-114
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 88, 91, 92, 98, Zeilen: 88:25-31; 91:2-9.10-13.16-21; 92:1-3.8-13; 98:23-26
[Eine besonders gute Übersicht zeigt das bisher wenig erforschte und ausge]wertete Verzeichnis der „Zentralstelle für Auslandsdienst“. Dieses etwa 1918 veröffentlichte „Alphabetische(s) und Systematische(s) Verzeichnis der von der Zentralstelle für Auslandsdienst vom Oktober 1914 bis Ende März 1918 verbreiteten Drucksachen“ gibt als Katalog umfassend Auskunft über die Aktivitäten der wichtigsten deutschen Institutionen für Auslandspropaganda.45 Für die Propaganda im Ausland war die bereits im Oktober 1914 errichtete „Zentralstelle für Auslandsdienst“ (ZfA) wichtig. Das Auswärtige Amt bildete mit einer kleinen Gruppe von Auslandspropagandisten um Kapitän Heinrich Löhlein vom Reichsmarineamt und die Publizisten Paul Rohrbach und Ernst Jäckh die ZfA.46 Ihre Aufgabe war die Herstellung und der Versand von propagandistischen Flugblättern, Zeitungen, Zeitschriften und Büchern. Alfons Freiherr Mumm von Schwarzenstein, ehemals deutscher Botschafter in Tokio, stand die ersten zwei Jahre an der Spitze der ZfA.47 Im Beirat saßen Vertreter der Pressestelle des Auswärtigen Amtes, des Generalstabes, des Reichsmarineamtes und Matthias Erzberger, mit dessen eigenem Propagandabureau eine enge Verbindung bestand. Außerdem gab es noch ein paar weitere feste und freie Mitarbeiter.48 In der Abteilung Pressekontrolle analysierten regelmäßig dreizehn Lektoren die ausländische Presse und versandten ihre Erkenntnisse in Wochenberichten an politische und militärische Stellen im Reich und an die erreichbaren kaiserlichen Missionen im Ausland. Im Laufe der Zeit entstand ein umfangreiches Archiv mit Zeitungsausschnitten.49 Die Broschüren-, Bücher- und Zeitschriftenabteilung kümmerte sich um die Zusammenstellung des gedruckten Propagandamaterials und gab bisweilen auch selbst Publikationen in Auftrag.50

Die Abteilung Bilderzentrale, die visuelle Propaganda aller Art zusammenstellte, gewann innerhalb der ZfA zunehmend an Gewicht. Sie versorgte illustrierte Periodika mit Fotos und Illustrationen und versandte Bücher, Broschüren, Flugblätter, Periodika und Filme. Um die jeweiligen Verhältnisse in den einzelnen Ländern besser zu berücksichtigen, versuchte sie, dort in Zusammenarbeit mit den kaiserlichen Missionen Filialen aufzubauen, die als Beobachtungsposten und Verteiler fungieren sollten. Der suggestiven Wirkung von Bildern bewusst51, [besorgte die Bilderzentrale der ZfA geeignete Fotos sowohl für den eigenen Versand als auch für andere Zeitungen.]


45 Titel wie oben im Text, o. O. o. J. [Berlin 1918]. Vgl. auch Wilke: Zentralstelle für Auslandsdienst, in: Weltkrieg als Kommunikationsereignis, hrsg. von S. Quandt, H. Schichtei, 1993, hier S. 117-120.

46 Margarete Gärtner: Botschafterin des guten Willens. Außenpolitische Arbeit 1914-1950, Bonn 1955, S. 21 f. (Ein sehr aufschlussreiches Zeugnis von der „Bürovorsteherin“ der ZfA); Paul Rohrbach: Um des Teufels Handschrift. Zwei Menschenalter erlebter Weltgeschichte, Hamburg 1953, S. 196.

47 In den Notizen von Theodor Wolff findet man einige Hinweise zu den Aktivitäten von Freiherr Mumm von Schwarzenstein, siehe: Theodor Wolff: Tagebücher 1914-1919, hrsg. v. B. Sösemann, 1984, hier Bd. 1., S. 89.

48 Vgl. Albes: Worte wie Waffen, 1996, S. 91.

49 Vgl. Koszyk: Pressepolitik, 1968, S. 245 f; Wilke: Zentralstelle für Auslandsdienst, in: Weltkrieg als Kommunikationsereignis, hrsg. von S. Quandt, H. Schichtei, 1993, S. 102-104.

50 Vgl. Koszyk, ebd., S. 243 f; Wilke, ebd., S. 105.

51 BArch, R 901, 1302, Bl. 177-179, Aufzeichnung von Schumacher an S. Excellenz von Mumm: Über die Besprechung betreffend Filmpropaganda am 24. Juni 1916 in der Bilder-[Zentrale, bei der Major Schweitzer vom Stellvertr. Generalstab, Major Würtz vom Kriegsministerium, Direktor Schumacher von der Bilder-Zentrale anwesend waren. Wesentlicher Inhalt: Interessante Aufnahmen: zwecks Massenszenen soll an die Stellvertr. Generalkommandos herangetreten werden; stärkere Filmverbreitung; Filmpropaganda auf dem Balkan, in der Türkei.]

[Seite 88]

Insbesondere das von der Forschung höchst selten ausgewertete, wohl 1918 veröffentlichte „Alphabetische[s] und Systematische[s] Verzeichnis der von der Zentralstelle für Auslandsdienst vom Oktober 1914 bis Ende März 1918 verbreiteten Drucksachen“ gibt als Katalog der Druckschriften der in diesem Titel genannten wichtigsten deutschen Auslandspropagandainstitution hierüber umfassend Auskunft.20

[Seite 91]

So übernahm das Auswärtige Amt Anfang Oktober 1914 eine kleine Gruppe von Auslandspropagandisten der ersten Stunde um Kapitän Heinrich Löhlein und die Publizisten Paul Rohrbach und Ernst Jäckh28 vom Reichsmarineamt, deren Aufgabe in den Räumen des Reichskolonialamts die Herstellung und der Versand von propagandistischen Flugblättern, Zeitungen, Zeitschriften und Büchern war.29

Alfons Freiherr Mumm von Schwarzenstein, ehemals deutscher Botschafter in Tokio, stand die ersten zwei Jahre an der Spitze der ZfA; [...] In dem erwähnten Beirat saßen außerdem Vertreter der Pressestellen des Auswärtigen Amtes, des Generalstabs und des Reichsmarineamts sowie Matthias Erzberger - somit bestand eine personelle Verbindung mit dessen eigenem Propagandabüro.30 [...]

Dreizehn Lektoren analysierten in der Abteilung Presskontrolle [sic] regelmäßig die ausländische Presse — spanische Blätter inbegriffen. Ihre Erkenntnisse flossen in gedruckte Wochenberichte, die an politische und militärische Stellen im Reich und an die erreichbaren kaiserlichen Missionen im Ausland versandt wurden. Darüber hinaus entstand im Laufe der Zeit ein umfangreiches Archiv mit Zeitungsausschnitten.32

[Seite 92]

Die Bücher-, Broschüren- und Zeitschriftenabteilung kümmerte sich um die Zusammenstellung des gedruckten Propagandamaterials. Bisweilen gab sie auch selbst Publikationen in Auftrag.33 Theodor Wolff, der Chefredakteur des „Berliner Tageblatts“, notierte beispielsweise am 22. August 1914 in seinem Tagebuch:

„Gegen Abend besucht mich Freih[e]rr Mumm v. Schwarzenstein [...]“34

Die Abteilung Bilderzentrale, die visuelle Propaganda aller Art zusammenstellte, gewann innerhalb der ZfA zunehmend an Gewicht. Sie versorgte illustrierte Periodika mit Fotos und Illustrationen. Um die jeweiligen Verhältnisse in den einzelnen Ländern besser zu berücksichtigen, versuchte sie dort in Zusammenarbeit mit den kaiserlichen Missionen Filialen aufzubauen, die als Beobachtungsposten und Verteiler fungieren sollten.

[Seite 98]

Sich der suggestiven Wirkung von Bildern durchaus bewußt, besorgte die ZfA-Abteilung Bilderzentrale geeignete Fotos für die vom eigenen Haus versandten illustrierten Periodika, aber auch für andere Zeitungen und Zeitschriften sowie „für den Aushang“.


20 Titel wie oben im Text, o. O. o. J. [Berlin 1918]. Die folgenden Ausführungen zum Inhalt der deutschen Auslandspropaganda stützen sich im wesentlichen auf diesen Katalog. Vgl. auch Wilke, S. 117-120.

[...]

28 Margarete Gärtner, Botschafterin des guten Willens. Außenpolitische Arbeit 1914-1950, Bonn 1955, S. 21 f; Heilbron, S. 106; Paul Rohrbach, Um des Teufels Handschrift. Zwei Menschenalter erlebter Weltgeschichte, Hamburg 1953, S. 196; Vogel, S. 35.

29 Die ZfA findet häufig in der Literatur Erwähnung, wird dabei allerdings selten ausführlich bzw. unter Heranziehung der ungedruckten Quellen dargestellt. Vgl. bes. Wilke, passim. Eine ältere Darstellung: Koszyk, Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg, S. 239-249. Ein sehr aufschlußreiches Zeugnis von der „Bürovorsteherin“ der ZfA: Gärtner, S. 17-53. Weitere interessante Einzelheiten zur Entstehung der ZfA finden sich in einer bislang unveröffentlichten Studie, deren Erscheinen für 1996 angekündigt ist: Jürgen von Ungern-Sternberg/Wolfgang von Ungern-Sternberg, Der Aufruf „An die Kulturwelt“. Das Manifest der 93 und die Anfänge der Kriegspropaganda im Ersten Weltkrieg. Mit einer Dokumentation. (Ich danke den Verfassern für die mir gewährte Einsichtnahme in das Manuskript). Überdies sind fast 2.000 Aktenbände der ZfA im BA-P erhalten.

30 Friedrich Katz, Deutschland, Diaz und die mexikanische Revolution. Die deutsche Politik in Mexiko 1870-1920, Berlin (Ost) 1964, S. 447; Kluge, S. 265 f; Vogel, S. 35 f.

32 Vgl. Prinz von Baden, S. 93 f; Koszyk, Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg, S. 245 f; Wilke, S. 102-104; BA-K, Kl. Erwerb Nr. 353-1, Denkschrift „Lektorendienst bei der Nachrichtenabteilung des Auswärtigen Amts“ von P. Rohrbach.

33 Vgl. Gärtner, S. 29; Koszyk, Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg, S. 243 f; Wilke, S. 105.

34 Theodor Wolff, Tagebücher 1914-1919. Der Erste Weltkrieg und die Entstehung der Weimarer Republik in Tagebüchern, Leitartikeln und Briefen des Chefredakteurs am „Berliner Tageblatt“ und Mitbegründers der „Deutschen Demokratischen Partei“, eingel. und hg. v. B. Sösemann (Deutsche Geschichtsquellen des 19. und 20. Jahrhunders, Bd. 54/I+II), 2 Bde., Boppard am Rhein 1984, hier Bd. I, S. 89.

Anmerkungen

Albes wird an einer einzigen Stelle als Quelle unbenannt, ansonsten werden einfach Albes Quellenangaben (wie die meisten Formulierungen) übernommen. Art und Umfang der Übernahmen bleiben ungekennzeichnet. Der für Albes wichtige Spanienbezug wird konsequent getilgt. Neu ist nur der Hinweis auf eine Aufzeichnung im Bundesarchiv (Fn. 51).

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

[15.] Uo/Fragment 108 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-19 21:01:11 Graf Isolan
Albes 1996, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 108, Zeilen: 1-8, 106-108
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 92, 98, Zeilen: 92:14-17; 98:23-29
[Der suggestiven Wirkung von Bildern bewusst51,] besorgte die Bilderzentrale der ZfA geeignete Fotos sowohl für den eigenen Versand als auch für andere Zeitungen. Für den „Aushang“ wurden großformatige Abzüge verwendet, von denen 1916 durchschnittlich in der Woche vier bis fünf Motive zu je 50 Exemplaren verschickt wurden. Bis zum selben Jahr hatte die ZfA bereits mehr als 550.000 Fotos mit über 1000 Motiven an Periodika versandt.52 Sie engagierte sich auch in der Filmpropaganda. Ihr Leiter war der Direktor des Bundes Deutscher Verkehrsvereine, Josef Schumacher, welcher gleichzeitig in der Bildzentrale des Deutschen Überseedienstes engagiert war.53

52 Vgl. Albes: Worte wie Waffen, 1996, S. 98.

53 Vgl. Barkhausen: Filmpropaganda für Deutschland, 1982, S. 23 f; Koszyk: Pressepolitik, 1968, ebd., S. 244 f; Wilke: Zentralstelle für Auslandsdienst, in: Weltkrieg als Kommunikationsereignis, hrsg. von S. Quandt, H. Schichtei, 1993, S. 106; Martin Creutz: Die Pressepolitik der kaiserlichen Regierung während des Ersten Weltkrieges: die Exekutive, die Journalisten und der Teufelskreis der Berichterstattung (Europ. Hochschulschr., R. 3, Geschichte und ihre Hilfswissenschaften; Bd. 704), Frankfurt/M., Berlin, Bern, New York, Paris, Wien 1996, S. 164f.

[Seite 92]

Diese ZfA-Abteilung, deren Leiter Josef Schumacher, Direktor des Bundes Deutscher Verkehrsvereine, zugleich in der Bildzentrale des Deutschen Überseedienstes engagiert war35, befaßte sich überdies mit Filmpropaganda.

[Seite 98]

Sich der suggestiven Wirkung von Bildern durchaus bewußt, besorgte die ZfA-Abteilung Bilderzentrale geeignete Fotos für die vom eigenen Haus versandten illustrierten Periodika, aber auch für andere Zeitungen und Zeitschriften sowie „für den Aushang“. Zum letztgenannten Zweck verwendete sie großformatige Abzüge, von denen sie 1916 in der Woche durchschnittlich vier bis fünf Motive zu je 50 Exemplaren verschickte. An Periodika hatte die ZfA bis zum selben Jahr bereits mehr als 550.000 Fotos mit über 1.000 Motiven versandt.


35 Barkhausen, S. 23 f; Koszyk, Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg, S. 244 f; Wilke, S. 106.

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle sowie Art und Umfang der Übernahmen bleiben ungenannt.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[16.] Uo/Fragment 108 30 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-11-17 21:42:36 Schumann
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 108, Zeilen: 30-32
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 92, Zeilen: 18-21
Eine weitere Abteilung der ZfA war die Versendungsstelle, welche die Logistik übernahm und eine Adressensammlung zusammenstellte. Nach und nach entstand die „allgemeine“ Kartothek, die 1915 etwa 26.000 Anschriften enthielt. Eine vierte Abteilung schließlich, die Versendungsstelle, übernahm die Logistik. Ihre erste Aufgabe bestand in der Zusammenstellung einer Adressensammlung: Nach und nach entstand die „allgemeine“ Kartothek, die 1915 etwa 26.000 Anschriften enthielt. An ihrer nach einzelnen Ländern gegliederten Aufteilung läßt sich erkennen, wo die geographischen Schwerpunkte der Propagandatätigkeit der ZfA lagen: Die meisten Adressen bezogen sich auf die Schweiz, die Niederlande, die skandinavischen Länder und die USA. Spanien lag mit 998 Adressen im Mittelfeld.36

36 Vgl. die Aufstellung in: BA-P, AA, ZfA, Nr. 1438, Die Zentralstelle für Auslandsdienst und ihre bisherige Tätigkeit, [1915], S. 3.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme. Es handelt sich zwar um ein kurzes Fragment, dessen Inhalt jedoch erkennbar - und der zweite Satz sogar wörtlich - von Albes übernommen wurde (der seine Quelle in Fn. 36 nachgewiesen hatte).

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[17.] Uo/Fragment 109 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-09 17:17:36 Hindemith
Albes 1996, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 109, Zeilen: 1-6, 102-103
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 92, 93, Zeilen: 92:21-25; 93:7-8.106
An ihrer nach Ländern gegliederter Aufteilung lässt sich erkennen, wo die geographischen Schwerpunkte der Propagandatätigkeit lagen. Die meisten Adressen bezogen sich auf die Schweiz, die Niederlande, die skandinavischen Länder und die USA. Im Mittelfeld lag Spanien mit 998 Adressen.56 Die deutschen Gesandtschaften oder Agenten sorgten in den jeweiligen Ländern für die Weiterverbreitung.57

56 Vgl. Albes: Worte wie Waffen, 1996, S. 92.

57 Vgl. Gärtner: Botschafterin, 1955, S. 29 f; Wilke: Zentralstelle für Auslandsdienst, in: Weltkrieg als Kommunikationsereignis, hrsg. von S. Quandt, H. Schichtei, 1993, S. 109.

[Seite 92]

An ihrer nach einzelnen Ländern gegliederten Aufteilung läßt sich erkennen, wo die geographischen Schwerpunkte der Propagandatätigkeit der ZfA lagen: Die meisten Adressen bezogen sich auf die Schweiz, die Niederlande, die skandinavischen Länder und die USA. Spanien lag mit 998 Adressen im Mittelfeld.36

[Seite 93]

Die deutschen Gesandtschaften oder Agenten in den jeweiligen Bestimmungsländern sorgten für die Weiterverbreitung vor Ort.39


36 Vgl. die Aufstellung in: BA-P, AA, Z£Ä, Nr. 1438, Die Zentralstelle für Auslandsdienst und ihre bisherige Tätigkeit, [1915], S. 3.

[...]

39 Gärtner, S. 29 f; Wilke, S. 109.

Anmerkungen

Frage: Warum findet ausgerechnet Spanien bei Uo an dieser Stelle besondere Erwähnung?

Antwort: Weil das Thema der Albesschen Arbeit "die deutsche Propaganda in Spanien während des Ersten Weltkrieges" ist.

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet. Fragment ist im Original die unmittelbare Fortsetzung von Uo/Fragment_108_30.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[18.] Uo/Fragment 109 20 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-09 17:22:31 Hindemith
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 109, Zeilen: 20-23
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 113, 114, Zeilen: 113: 24-26; 114: 1
Die Bilderzentrale der ZfA sandte 1916 wöchentlich die Filmwochenschauen der Filmfabriken Eiko und Messter in mehreren Exemplaren nach Bulgarien, Rumänien und in die Türkei, da diese Länder eine besonders hohe Analphabetenrate besaßen.59

59 Wilke: Zentralstelle für Auslandsdienst, in: Weltkrieg als Kommunikationsereignis, hrsg. von S. Quandt, H. Schichtel, 1993, S. 114 f. Vgl. auch Barkhausen: Filmpropaganda für Deutschland, 1982, S. 24; Koszyk: Pressepolitik, 1968, S. 245.

1916 sandte die Bilderzentrale der ZfA die Filmwochenschauen der Filmfabriken Eiko und Messter wöchentlich in mehreren Exemplaren nach Bulgarien, Rumänien und in die Türkei

[Seite 114]

- diese Länder besaßen eine besonders hohe Analphabetenrate.147


147 Wilke, S. 114 f. Vgl. auch Barkhausen, S. 24; Koszyk, Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg, S. 245; J. Stocky, Wie erlangen wir Einfluß im Auslande? Eine Studie, Düsseldorf 1915, S. 12 f.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Auch alle drei Literaturverweise stammen aus der Quelle.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[19.] Uo/Fragment 110 10 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-09 17:46:35 Hindemith
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 110, Zeilen: 10-18
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 114, Zeilen: 1-10
Die „Eiko-Woche“ war 1913 in Zusammenarbeit mit dem Berliner Pressekonzern Scherl entstanden. Die „Messter-Woche“64 des Erfinders und Filmkonzernbesitzers Oskar Messter wurde sogar durch die militärischen Stellen in Berlin gefördert. Sie erschien am 9. Oktober 191465, dann zweimal im Monat und danach jede Woche. Sie bestand wie die „Eiko-Woche“ aus zehn bis fünfzehn durch Zwischentitel getrennte Themen. Ihre durchschnittliche Länge betrug 150 bis 170 Metern, und entsprach einer Laufzeit von ungefähr sieben Minuten.66 Nach Messter’s Angaben wurden seine Wochenschauen während des Weltkrieges in 16 Ländern von insgesamt mehr als 34 Millionen Menschen gesehen.67

64 Ursprünglich, d.h. bevor die „Messter-Woche“ ab Oktober 1914 ihren Namen erhielt, hieß sie „Filmberichte von den Kriegschauplätzen als Dokumente zum Weltkrieg“, siehe NL 275, 538, Bl. 6.

65 Siehe eine Verleihankündigung mit Inhaltsangabe vom 7. Oktober 1914, in: Kinematograph, 8. Jg. (1914), Nr. 406.

66 Vgl. Barkhausen: Filmpropaganda für Deutschland, 1982, S. 105. 1000m Länge entspricht einer Laufzeit von etwa 45 Minuten.

67 NL 275, 538, Bl. 8, Oskar Messter spricht über die Kriegswochenschau.

Die Geschichte der „Eiko-Woche“ reicht bis 1913 zurück. Damals entstand sie in Zusammenarbeit mit dem Berliner Pressekonzern Scherl. Die „Messter-Woche“, produziert von dem Erfinder und Filmkonzernbesitzer Oskar Messter148 und gefördert durch die militärischen Stellen in Berlin, erschien erst zweimal im Monat, dann jede Woche und wies wie die „Eiko-Woche“ zehn bis fünfzehn durch Zwischentitel getrennte Themen und eine durchschnittliche Länge von 150 bis 170 Metern auf149, was damals einer Laufzeit von ungefähr sieben Minuten entsprach.150 Messter zufolge wurden seine Wochenschauen während des Weltkrieges in 16 Ländern von insgesamt mehr als 34 Millionen Menschen gesehen.

148 Vgl. Kreimeier, S. 19 f.

149 Wippermann, S. 269.

150 Vgl. Barkhausen, S. 105.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[20.] Uo/Fragment 110 25 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-09 00:27:47 Graf Isolan
Albes 1996, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 110, Zeilen: 25-33
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 114, Zeilen: 19-28, 29-30
Die militärische Leitung des Reiches übte zunächst nur wenig Einfluss auf die Auslandspropaganda, insbesondere auf die Filmpropaganda aus. Erst 1916 erkannte sie die Bedeutung dieser Art von Meinungsbeeinflussung und setzte die Gründung der „Militärischen Stelle des Auswärtigen Amtes“ (M.A.A.) durch. Diese Institution stand anfangs vollständig im Spannungsfeld zwischen militärischer und politischer Reichsleitung.69 Ihr Leiter, Oberstleutnant Hans von Haeften, ein Vertrauter Erich Ludendorffs, verstand es, innerhalb kurzer Zeit die M.A.A. unter dem Einfluss des Auswärtigen Amtes in die Zentrale der militärischen Auslandspropaganda zu verwandeln.70 Auf Anregung Ludendorffs ent[stand im November 1916 bei der M.A.A. die „Militärische Film- und Photostelle“.]

69 Vgl. Barkhausen: Filmpropaganda für Deutschland, 1982, S. 46-52.

70 Ebd., S. 73 f; vgl. auch Albes: Worte wie Waffen, 1996, S. 114.

Die militärische Leitung des Reiches übte zunächst sehr wenig Einfluß auf die Auslandspropaganda im allgemeinen und die Filmpropaganda für andere Länder im besonderen aus. Erst 1916 erkannte sie vollends die Bedeutung dieser Meinungsbeeinflussung und setzte im Juli dieses Jahres die Gründung der „Militärischen Stelle des Auswärtigen Amts“ (MAA) durch. Wie schon ihr Name vermuten läßt, stand diese Institution anfangs ganz im Spannungsfeld zwischen militärischer und politischer Reichsleitung.153 Doch ihr Leiter Oberstleutnant Hans von Haeften, ein Vertrauter Erich Ludendorffs, verstand es, sie auf Kosten des Einflusses des Auswärtigen Amtes binnen kurzem in die Zentrale der militärischen Auslandspropaganda zu verwandeln.154 Tatsächlich riß die Oberste Heeresleitung (OHL) nun auch die Filmpropaganda größtenteils an sich: Auf Anregung Ludendorffs entstand im November 1916 bei der MAA die „Militärische [Film- und Photostelle“.155]

153 Vgl. Barkhausen, S. 46-52; Vogel, S. 29-32; Volz, S. 173.

154 Barkhausen, S. 73 f; W. Deist (Hg.), Militär und Innenpolitik. Zwei Teile (Quellen zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. 2. R.: Militär und Politik, Bd. 1/I+II), Düsseldorf 1970, hier Bd. I, S. LVII (Einleitung).

155 Voigt, S. 36.

Anmerkungen

Fast im Wortlaut inkl. Teilen der Fußnoten übernommen; Übernahme als solche nicht kenntlich gemacht. Aus dem kursorischen Hinweis ("vgl. auch") auf Albes unter anderen am Ende einer Fußnote wird dies nicht ersichtlich.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[21.] Uo/Fragment 111 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-04 08:46:43 Graf Isolan
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 111, Zeilen: 1-7
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 115, Zeilen: 1-7
[Auf Anregung Ludendorffs ent]stand im November 1916 bei der M.A.A. die „Militärische Film- und Photostelle“. Sie war die Keimzelle des im Januar 1917 unter dem Dach der M.A.A. gegründeten Bild- und Filmamtes. Laut Rundschreiben des Preußischen Kriegsministeriums sollte dieses alle Institutionen, “...die die Aufklärung durch Bild und Film im Inland und im neutralen Ausland zum Ziel haben, in sich vereinigen, um jede Zersplitterung von Bestrebungen auf diesem Gebiet zu vermeiden.“71 Dazu zählte auch die Bilderzentrale der ZfA.

71 Anlage zu einem Rundschreiben des Preußischen Kriegsministeriums, 30.1.1917, zit. n. Barkhausen, ebd., S. 76.

[Auf Anregung Ludendorffs entstand im November 1916 bei der MAA die „Militärische] Film- und Photostelle“.155 Sie bildete die Keimzelle des im Januar 1917 ebenfalls unter dem Dach der MAA gegründeten Bild- und Filmamtes; dieses sollte laut Rundschreiben des Preußischen Kriegsministeriums alle Institutionen, „...die die Aufklärung durch Bild und Film im Inland und im neutralen Ausland zum Ziel haben, in sich vereinigen, um jede Zersplitterung von Bestrebungen auf diesem Gebiet zu vermeiden“.156 Dazu zählte auch, wie bereits erwähnt, die Bilderzentrale der ZfA.

155 Voigt, S. 36.

156 Anlage zu einem Rundschreiben des Preußischen Kriegsministeriums, 30.1.1917, zit. nach Barkhausen, S. 76.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

[22.] Uo/Fragment 111 07 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-12 08:39:52 Hindemith
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 111, Zeilen: 7-30
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 99, 100, Zeilen: 99:3-7.9-12.28-31 - 100:1-12.18-20.24-27
Die ZfA beschritt für ihre Auslandspropaganda noch andere Wege. Die im Deutschen Reich akkreditierten Korrespondenten ausländischer Blätter, für die 1915 in Berlin von militärischer Seite ein „neutrales Pressequartier“ eingerichtet worden war,72 wurden zu Vortrags- und Filmveranstaltungen eingeladen. Bereits im ersten Kriegsjahr hatte die Bilderzentrale Reisen in westdeutsche Industriestädte, in die angrenzenden Gebiete Belgiens, zur Leipziger Messe, in die Hansestädte sowie nach Ost- und Süddeutschland organisiert.73 Außerdem veranstaltete die ZfA auf dem Gebiet der Kulturpropaganda in mehreren Ländern Ausstellungen, Konzerttourneen deutscher Orchester, Aufführungen von Theaterstücken und Opern deutscher Autoren und Komponisten und sogar Variétédarbietungen [sic] und Modeschauen.74 Alles wurde aus einem Sonderfond des Auswärtigen Amtes finanziert. Wegen des delikaten Charakters mancher Propagandaarbeit legte man über deren Umfang nie volle Rechenschaft ab. In den Akten ist davon die Rede, dass der ZfA monatlich

15.000 Mark zur Verfügung standen.75 Für die rasch an Umfang zunehmenden Aktivitäten reichte dieser Betrag allerdings nicht aus, obwohl sich ein großer Teil der Mitarbeiter ehrenamtlich zur Verfügung stellte. Vergebens bemühte sich Schuhmacher um eine Aufstockung des Etats.76 Im Laufe der Kriegsjahre wies die Arbeit der ZfA erhebliche Diskontinuitäten auf. Es kam mehrfach zu Umbesetzungen und Umstrukturierungen. Ende 1916 wurde die Bilderzentrale ausgegliedert und wurde ein zusätzlicher Grundstein für das neue Bild- und Filmamt. Zu dieser Zeit verließen Paul Rohrbach und einige weitere Mitarbeiter die Zentralstelle.77 Das macht deutlich, dass sich die Militärbehörde unter Deutelmoser durchgesetzt hatte. Die Zentralstelle setzte ihre Arbeit als Bestandteil der Nach[richten-Abteilung des Auswärtigen Amtes fort, aufgeteilt nach Deutelmosers Anweisungen in die Referate B (Bücher- und Broschürenpropaganda) und K (Kunst- und Kulturpropaganda).78]


72 Vgl. Nicolai: Presse und Volksstimmung, 1920, S. 87 f.

73 Vgl. Koszyk: Pressepolitik, 1968, S. 246; Wilke: Die Zentralstelle für Auslandsdienst, in: Weltkrieg als Kommunikationsereignis, hrsg. von S. Quandt, H. Schichtel, 1993, S. 116 f.

74 Vgl. Wilke, ebd.

75 BArch, R901/ 1302, Bl. 165-168, Sitzung am 29. Juli 1916 mit verschiedenen Vertretern des Reiches: A.A. (Generalkonsul Thiel), ZfA (Direktor Schumacher, Gesandter v. Buri), Milit. Stelle der Nachrichtenabt. des A.A. (Oberstleutnant von Haeften, Leutnant Mutzenbecher), Generalstab des Feldheeres (Major Nicolai, Hauptmann Kroeger), Kriegsministerium (Major Würtz), Reichsamt d. Innern (Landrat Freiherr von Braun), stellvertr. Generalstab (Major Schweitzer, Major Neumann), Admiralstab u. Reichsmarineamt (Korvettenkapitän Wittmann).

76 BArch, R901/ 1302, Bl. 168. Vgl. auch Wilke: Zentralstelle für Auslandsdienst, in: Weltkrieg als Kommunikationsereignis, hrsg. von S. Quandt, H. Schichtel, 1993, S. 136 f; Koszyk: Pressepolitik, 1968, S. 248.

77 Vgl. Gärtner: Botschafterin, 1955, S. 40.

[78 Vgl. ebd., S. 53; Nicolai: Presse und Volksstimmung, 1920, S. 86 f; Wilke: Zentralstelle für Auslandsdienst, in: Weltkrieg als Kommunikationsereignis, hrsg. von S. Quandt, H. Schichtei, 1993, S. 138 f.]

Die ZfÄ setzte darüber hinaus noch auf andere Mittel für ihre Auslandspropaganda. So trachtete sie beispielsweise danach, die im Deutschen Reich akkreditierten Korrespondenten ausländischer Blätter, für die 1915 in Berlin von den militärischen Stellen ein „neutrales Pressequartier“ eingerichtet wurde70, mit Vortrags- und Filmveranstaltungen zu beeinflussen. [...] Bereits im ersten Kriegsjahr hatte Schumacher, der Leiter der Bilderzentrale, solche Reisen in die westdeutschen Industriestädte, die angrenzenden Gegenden Belgiens, zur Leipziger Messe, in die Hansestädte sowie nach Ost- und Süddeutschland organisiert. [...]

Schließlich engagierte sich die ZfA auch auf dem Gebiet der Kulturpropaganda. Von 1916 an organisierte sie in mehreren Ländern Ausstellungen, Konzerttourneen deutscher Orchester, Aufführungen von Theaterstücken und Opern deutscher Autoren und Komponisten und sogar Varietédarbietungen und Mode- [sic]

[Seite 100]

schauen.74 Finanziert wurde die ZfA aus einem Sonderfonds des Auswärtigen Amtes. Aufgrund des delikaten Charakters der Propagandaarbeit legte man über dessen Umfang nie volle Rechenschaft ab. Immerhin ist in den Akten davon die Rede, daß der ZfA 1915 monatlich 150.000 Mark zur Verfügung standen, ein Betrag, der allerdings für die Finanzierung ihrer rasch an Umfang zunehmenden Aktivitäten nicht ausreichte, obgleich ein großer Teil der Mitarbeiter sich ehrenamtlich zur Verfügung stellte. Mumm von Schwarzenstein bemühte sich jedoch vergebens um eine nennenswerte Aufstockung des Etats.75

Die Arbeit der ZfA wies im Laufe der Kriegsjahre erhebliche Diskontinuitäten auf — es kam mehrfach zu Umbesetzungen und Umstrukturierungen.76 Ende 1916 wurde die Bilderzentrale ausgegliedert, die einige Monate später den Grundstein des neuen Bild- und Filmamtes bildete. [...] Nun verließen erst Paul Rohrbach, dann aber auch andere Mitarbeiter die Zentralstelle.78 Somit hatten sich mit Deutelmoser die Militärbehörden durchgesetzt, [...] Die Zentralstelle setzte ihre Arbeit nun als Bestandteil der Nachrichten-Abteilung des Auswärtigen Amtes fort, nach Deutelmosers Anweisungen aufgeteilt in die Referate B (Bücher- und Broschürenpropaganda) und K (Kunst- und Kulturpropaganda).79


70 Vgl. Walter Nicolai, Nachrichtendienst, Presse und Volksstimmung im Weltkrieg, Berlin 1920, S. 87 f; BA-P, AA, ZfA, Nr. 1381, Verzeichnis der Berichterstatter des neutralen Kriegspressequartiers, o. Datum, Bl. 18 f.

[...]

74 Wilke, S. 116 f.

75 Ebd., S. 136 f; Koszyk, Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg, S. 248.

76 Vogel, S. 36; Wilke, S. 137.

[...]

78 Gärtner, S. 40; Rohrbach, Um des Teufels Handschrift, S. 204 u. 207.

79 Vgl. Gärtner, S. 53; Nicolai, S. 86 f; Wilke, S. 138 f.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die eigentliche Quelle, aus der auch die meisten der Literaturverweise stammen. Übernahmen bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[23.] Uo/Fragment 112 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-07 17:46:01 Graf Isolan
Albes 1996, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 112, Zeilen: 1-8
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 100, Zeilen: 24-32
[Die Zentralstelle setzte ihre Arbeit als Bestandteil der Nach]richten-Abteilung des Auswärtigen Amtes fort, aufgeteilt nach Deutelmosers Anweisungen in die Referate B (Bücher- und Broschürenpropaganda) und K (Kunst- und Kulturpropaganda).78 Die Erfolge dieser Propagandastelle waren jedoch insgesamt gesehen nicht allzu groß. Es gab jedoch einige positive Stimmen wie beispielsweise die des deutschen Botschafters in den USA, Graf Bernstorff. Dieser hielt der ZfA trotz aller Kritik zugute, dass sie zumindest indirekt die Entente gezwungen habe, einen ungeheuren Propagandaapparat aufzubauen.79

[77 Vgl. Gärtner: Botschafterin, 1955, S. 40.]

78 Vgl. ebd., S. 53; Nicolai: Presse und Volksstimmung, 1920, S. 86 f; Wilke: Zentralstelle für Auslandsdienst, in: Weltkrieg als Kommunikationsereignis, hrsg. von S. Quandt, H. Schichtel, 1993, S. 138 f.

79 Vgl Wilke, ebd., S. 141; Albes: Worte wie Waffen, 1996, S. 100.

Die Zentralstelle setzte ihre Arbeit nun als Bestandteil der Nachrichten-Abteilung des Auswärtigen Amtes fort, nach Deutelmosers Anweisungen aufgeteilt in die Referate B (Bücher- und Broschürenpropaganda) und K (Kunst- und Kulturpropaganda).79 Insgesamt gesehen waren die Erfolge dieser Propagandastelle nicht allzu groß. Wohl gab es einige positive Stimmen aus dem Ausland, beispielsweise die des deutschen Botschafters in den USA, des Grafen Bernstorff, der der ZfA trotz aller Kritik zugute hielt, daß sie wenigstens die Entente indirekt gezwungen habe, einen ungeheuren Propagandaapparat aufzubauen.80

79 Vgl. Gärtner, S. 53; Nicolai, S. 86 f; Wilke, S. 138 f.

80 Wilke, S. 141.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme, welche inkl. der Quellenangaben in den Fußnoten erfolgt, bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), Klgn

[24.] Uo/Fragment 112 09 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-19 21:03:01 Graf Isolan
Albes 1996, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 112, Zeilen: 9-35, 105-108, 109-110
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 104,105, Zeilen: 104:15-29 - 105:1-8.19-29
Neben der Zentralstelle für Auslandsdienst stellte die 1915 gegründete Transocean GmbH die wohl wichtigste Institution der deutschen Auslandspropaganda dar.80 Sie ging aus dem deutschen Überseedienst hervor, der bereits kurz vor dem Krieg entstanden war. Unzufrieden mit den für Deutschland ungünstigen Kartellverträgen der großen Nachrichtenagenturen, fanden sich damals die Pressestelle des Auswärtigen Amtes und Kreise der Industrie, des Handels, der Schifffahrt und des Bankwesens zusammen, um mit der Gründung des „Syndikats Deutscher Überseedienst“ eine leistungsfähige, an keine internationalen Abmachungen gebundene Nachrichtenagentur für das Ausland aufzubauen. Die bislang kleineren selbstständigen Nachrichtenbureaus „Weltkorrespondenz“, „Kabelkorrespondenz“, „Allgemeine Korrespondenz“, „Transocean GmbH“ und „Deutsche Kabelgramm GmbH“ gingen alle im März 1914 im Deutschen Überseedienst auf. Rund 300 Firmen brachten dafür jährlich ein Kapital von insgesamt einer Million Mark auf, während das Auswärtige Amt aus seinem Geheimfonds 250.000 Mark im Jahr beisteuerte.8 [sic] Kurz nach Kriegsausbruch hatte der Überseedienst die Zeitschrift „Der große Krieg in Bildern“ herausgegeben und diese - ebenso wie die ZfA - ins neutrale Ausland vertrieben. Mit einer Auflage von rund 50.000 Exemplaren erschien sie einmal im Monat. Mit ca. 40 Seiten und mit im Kupfertiefdruck reproduzierten Fotos mit mehrsprachigen Bildunterschriften richtete sie sich an eine breite Leserschaft. Redakteur war der Leiter der Bilderzentrale der ZfA Josef Schumacher.82 Der Reichszuschuss floss in unveränderter Höhe weiter. Die Abhängigkeit der Transocean GmbH von der Regierung wurde nach außen hin kaschiert.83 Hinter den Kulissen der Transocean GmbH prallten allerdings zunehmend unterschiedliche Interessen aufeinander. Regierung und Auswärtiges Amt sahen sich mit den Zielsetzungen der Wirtschaft konfrontiert, insbesondere mit der von Alfred Hugenberg gelenkten Montanindustrie. Die unterschiedlichen Interessenlagen führten im September 1916 zu einer Einigung über eine Aufga[benteilung.]

80 Vgl. bes. Klee: Transocean GmbH, in: Telegraphenbüros und Nachrichtenagenturen, hrsg. von J. Wilke, 1991.

81 Vgl. zur Entstehung des Überseedienstes: Basse: Wolffs Telegraphisches Bureau, 1991, S. 170f; Klee, ebd., S. 138-141; Albes: Worte wie Waffen, 1996, S. 104

82 Dankwart Guratzsch: Macht durch Organisation. Die Grundlegung des Hugenbergschen Presseimperiums (Studien zur modernen Geschichte, Bd. 7), Düsseldorf 1974, S. 235 f.

83 Albes: Worte wie Waffen, 1996, S. 105.

[Seite 104]

Die neben der Zentralstelle für Auslandsdienst wohl wichtigste Institution der deutschen Auslandspropaganda stellte die Transocean Gmbh dar96, die aus dem Deutschen Überseedienst hervorging. Dieser war bereits kurz vor dem Krieg entstanden. Unzufrieden mit den für Deutschland ungünstigen Kartellverträgen der großen Nachrichtenagenturen, fanden sich damals die Pressestelle des Auswärtigen Amtes und Kreise der Industrie, des Handels, der Schiffahrt und des Bankwesens zusammen, um mit der Gründung des „Syndikats Deutscher Überseedienst“ endlich eine leistungsfähige, an keine internationalen Abmachungen gebundene Nachrichtenagentur für das Ausland aufzubauen. Die kleineren, bislang selbständigen Nachrichtenbüros „Weltkorrespondenz“, „Kabelkorrespondenz“, ,Allgemeine Korrespondenz“, „Transocean GmbH“ und „Deutsche Kabelgramm GmbH“ gingen im März 1914 im Deutschen Überseedienst auf. Rund 300 Firmen brachten jährlich ein Kapital von insgesamt einer Million Mark für ihn auf, während das Auswärtige Amt aus seinem Geheimfonds 250.000 Mark im Jahr beisteuerte.97

[Seite 105]

Kurz nach Kriegsausbruch begann der Überseedienst, die Zeitschrift „Der große Krieg in Bildern“ herauszugeben und sie — ebenso wie die ZfÄ — ins neutrale Ausland zu vertreiben. Sie erschien einmal im Monat mit einer Auflage von rund 50.000 Exemplaren und war mit ihren jeweils rund 40 Seiten mit im Kupfertiefdruck reproduzierten Fotos und mehrsprachigen Bildunterzeilen an eine breite Leserschaft gerichtet. Redigiert wurde das auch in einer spanischen Ausgabe erscheinende Periodikum von Josef Schumacher, der wie erwähnt zugleich Leiter der Bilderzentrale der ZfA war.98

[...]

[...] Der Reichszuschuß floß weiterhin in unveränderter Höhe. Nach außen hin wurde die Abhängigkeit von der Regierung natürlich nach Möglichkeit kaschiert.100

Hinter den Kulissen der Transocean GmbH prallten zunehmend die unterschiedlichen Interessen zweier Gruppen aufeinander: Die Regierung und das Auswärtige Amt sahen sich mit den Zielsetzungen der Wirtschaft, insbesondere der von Alfred Hugenberg gelenkten Montanindustrie, konfrontiert. Im September 1916 führte dieser Dissens zur Trennung in zwei neue Gesellschaften: die Transocean GmbH und die Deutsche Überseedienst GmbH. Die Aufgabenteilung, auf die sich beide Organisationen einigten, wirft ein Licht auf die unterschiedliche Interessenlage.


96 Vgl. bes. Klee, passim.

97 Vgl. zur Entstehung des Überseedienstes z. B. Basse, S. 170 f; Boenigk, S. 40 f u. 101-103; Klee, S. 138-141; Melville, S. 70 f; Rotheit, S. 32-40; Maju Russländer, Das deutsche Nachrichtengewerbe, insbesondere in seinen Beziehungen zur deutschen Wirtschaft, staatswiss. Diss. (Masch.), Berlin 1924, S. 103-107; IZF, I AK 67/1169, Die Transocean (TO). Ein kurzer Abriß über Entstehung und Werdegang der deutschen Auslandsnachrichten-Agentur. Aufgezeichnet von der Geschäftsleitung der Transocean G.m.b.H., Berlin 1950.

98 Boenigk, S. 7; Zum deutschen Weltnachrichtendienst, in: Volkswirtschaftliche Blätter, 1915, Nr. 13/18, 14. Jg., S. 212 f; Dankwart Guratzsch, Macht durch Organisation. Die Grundlegung des Hugenbergschen Presseimperiums (Studien zur modernen Geschichte, Bd. 7), Düsseldorf 1974, S. 235 f, auch Anm. 279; Melville, S. 73; Memorandum on the German System of Press Controll and Propaganda, S. 14; Vézinet, S. 21.

[...]

100 Vgl. Zum deutschen Nachrichtendienst, S. 213.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[25.] Uo/Fragment 113 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-19 20:44:27 Graf Isolan
Albes 1996, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 113, Zeilen: 1-29 (komplett), 101-107, 110-118
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 105, 106, 107, 108, Zeilen: 105:29-32 - 106:1-2.12-21.101-104.108-111; 107:3-6.16-25.26-30.112; 108:2-9.101
Die Überseedienst GmbH konzentrierte sich fortan unabhängig von finanzieller Unterstützung durch das Reich auf Berichterstattung und Auslandspropaganda in Wirtschaftsangelegenheiten. Die Transocean GmbH verwandelte sich in eine [sic] reines Staatsunternehmen, das seine politische Propagandaarbeit nach Maßgabe des Auswärtigen Amtes arrangierte und dafür Zuschüsse in enormer Höhe erhielt.84 Sie war faktisch eine Zweigstelle des Auswärtigen Amtes. Hier wurden die Funkdienste in Absprache mit amtlichen militärischen und politischen Stellen redigiert. Der Umfang dieser Tätigkeit wuchs nach und nach gewaltig. 1916 wurden insgesamt 1,8 Millionen Wörter gesendet, 1917 waren es schon 2,1 Millionen und 1918 bereits 5 Millionen.85 Dreizehn verschiedene Spezialsendungen, an bestimmte Länder adressiert, gingen neben dem weltweit englischsprachigen Funkdienst im letzten Kriegsjahr über den Äther.86

Eine wichtige Rolle in der Propaganda der Transocean GmbH kam ihrem Bilderdienst zu. Man ließ der Presse der neutralen Länder Zehntausende von Fotos zukommen und veranlasste deren Aushang in den Schaufenstern großer Reisebureaus und in industriellen Unternehmen.87 Der Funkdienst zeigte jedoch zahlreiche Nachteile. Bei dem sehr langen Weg über etliche neutrale Länder kam es oft zu Verzögerungen, und bei bestimmten Wetterlagen konnten die Depeschen nur verstümmelt oder gar nicht empfangen werden. Technische Mängel und journalistischer Dilettantismus bewirkten, dass die Bedeutung der Transocean GmbH weitgehend auf ihre Funktion als amtliches deutsches Nachrichtenorgan reduziert wurde. Ihre Leistung lag schließlich nicht in der Übermittlung von Bildern, sondern allein in der Durchbrechung der nachrichtentechnischen Abschirmung Deutschlands.88

Matthias Erzbergers Berliner Propagandastelle hatte eine große Bedeutung in den katholischen Kreisen des neutralen Auslandes. Bereits 1911 hatte der Zentrumsabgeordnete einen „Fonds zur Verbreitung deutscher Nachrichten im Auslande“ vorgeschlagen und 1912/13 wiederholt im Reichstag ohne Erfolg die Schaffung eines zentralen Pressebureaus angeregt.89 Für seine Propagandaaktivi[täten während des Weltkrieges kamen ihm die Erfahrungen zugute, die er bei der Herausgabe der „Zentrumskorrespondenz“ und als Verfasser mehrerer Flugblätter gesammelt hatte.90]


84 Diese komplizierte Entwicklung ist ausführlich dargestellt bei Guratzsch: Hugenberg’sches Presseimperium, 1974, S. 232-240; Klee: Transocean GmbH, in: Telegraphenbüros und Nachrichtenagenturen, hrsg. von J. Wilke, 1991, S. 145-154.

85 Klee, ebd., S. 155-157; Schwedler: Nachricht im Weltverkehr, 1922, S. 80; Hertha Stohl: Der drahtlose Nachrichtendienst für Wirtschaft und Politik (Seine Entwicklung und Organisation in Deutschland), (Diss. phil.), Berlin 1931, S. 84.

86 Einzeln aufgeführt und erläutert bei Klee, ebd., S. 156. Vgl. auch Albes: Worte wie Waffen, 1996, S. 106.

87 Vgl. Albes, ebd., S. 107.

88 Vgl. Basse: Wolffs Telegraphisches Bureau, 1991, S. 175 f; Klee: Transocean GmbH, in: Telegraphenbüros und Nachrichtenagenturen, hrsg. von J. Wilke, 1991, S. 162-164. Erst zu einem überraschend späten Zeitpunkt fand die Transocean GmbH ihr Ende. Sie sendete bis 1943 ihre Auslandsdienste und bestand noch 1957 auf dem Papier. Sie war damit formal das einzige Nachrichtenbureau Deutschlands, das sich vom Kaiserreich bis in die frühen Jahre der Bundesrepublik gehalten hat.

89 Vgl. Bauer: Pressepolitik in der Weimarer Zeit, 1962, S. 48; Klaus Epstein: Matthias Erzberger und das Dilemma der deutschen Demokratie, Berlin, Frankfurt/M. 1962, S. 120; Erzberger: Erlebnisse, 1920, S. 3.

[90 Theodor Eschenburg: Matthias Erzberger. Der große Mann des Parlamentarismus und der Finanzreform, München 1973, S. 39.]

[Seite 105]

Während die Überseedienst GmbH sich fortan unabhängig von finanzieller Unterstützung durch das Reich auf Berichterstattung und Auslandspropaganda in bezug auf Wirtschaftsangelegenheiten konzentrierte, verwandelte sich die Transocean GmbH in ein reines Staatsunternehmen, das

[Seite 106]

seine politische Propagandaarbeit nach Maßgabe des Auswärtigen Amtes organisierte und dafür Reichszuschüsse in enormer Höhe bekam.101

[...]

Die 1916 entstandene Transocean GmbH war nicht nur in finanzieller, sondern auch in organisatorischer Hinsicht faktisch eine Zweigstelle des Auswärtigen Amtes - ihre Funkdienste wurden in dessen Räumen in Absprache mit amtlichen militärischen und politischen Stellen redigiert. Der Umfang dieser Tätigkeit wuchs nach und nach gewaltig an: 1916 sendete die Transocean GmbH insgesamt 1,8 Millionen, 1917 schon 2,1 Millionen Wörter. 1918 waren es dann bereits 5 Millionen Wörter - bisweilen 8.000 bis 9.000 pro Tag.103 Dreizehn verschiedene, an bestimmte einzelne Länder adressierte Spezialdienste gingen neben dem weltweit zu empfangenden englischsprachigen Funkdienst im letzten Kriegsjahr über den Äther.104

[Seite 107]

Eine wichtige Rolle in der Propaganda der Transocean GmbH spielte darüber hinaus ihr Bilderdienst: Sie ließ der Presse der neutralen Länder Zehntausende von Fotos zukommen und veranlaßte überdies deren Aushang „... in den Schaufenstern grosser Reisebüros, industrieller Unternehmungen usw“.107

[...]

Bei genauerem Hinsehen zeigen sich zahlreiche Nachteile des Funkdienstes der Transocean GmbH. So kam es teilweise aufgrund des sehr langen Weges über etliche neutrale Länder zu Verzögerungen. Bei bestimmten Wetterlagen konnten die Depeschen nur verstümmelt oder gar nicht empfangen werden. Schließlich fielen die Telegramme oft zu langatmig, plump und einseitig aus. Technische Mängel und journalistischer Dilettantismus sorgten mithin gleichermaßen dafür, daß die Bedeutung der Transocean GmbH weitgehend auf ihre Funktion als amtliches deutsches Nachrichtenorgan reduziert wurde. Ihre wesentliche Leistung lag somit in der Durchbrechung der nachrichtentechnischen Abschnürung Deutschlands.110 Die Aufnahme, Verteilung und Wirkung ihrer Depeschen in Spanien werden weiter unten dargestellt. Ihr Ende fand die Transocean GmbH zu einem verblüffend späten Zeitpunkt: Bis 1943 sendete sie ihre Auslandsdienste, bis 1957 bestand sie noch auf dem Papier. Formal gesehen war sie damit das einzige Nachrichtenbüro Deutschlands, das sich vom Kaiserreich bis in die frühen Jahre der Bundesrepublik hielt.111

[Seite 108]

Eine wichtige Rolle vor allem in katholischen Kreisen des neutralen Auslands spielte Matthias Erzbergers Propagandastelle in Berlin. Der Zentrumsabgeordnete hatte bereits 1911 einen „Fonds zur Verbreitung deutscher Nachrichten im Auslande“ vorgeschlagen und 1912/13 im Reichstag wiederholt - und ohne Erfolg — die Schaffung eines zentralen Pressebüros angeregt.112 Für seine Propagandaaktivitäten während des Weltkrieges kamen ihm dann die Erfahrungen zugute, die er bei der Fierausgabe der „Zentrumskorrespondenz“ und als Verfasser von mehreren Flugblättern gesammelt hatte.113


101 Diese komplizierte Entwicklung ist ausführlich dargestellt bei Guratzsch, S. 232-240; Klee, S. 145-154; IZF, I AK 67/1169, Die Transocean (TO). Ein kurzer Abriß über Entstehung und Werdegang der deutschen Auslandsnachrichten-Agentur. Aufgezeichnet von der Geschäftsleitung der Transocean G.m.b.H., Berlin 1950.

[...]

103 Klee, S. 155-157; Schwedler, Die Nachricht im Weltverkehr, S. 80; Hertha Stohl, Der drahtlose Nachrichtendienst für Wirtschaft und Politik (Seine Entwicklung und Organisation in Deutschland), phil. Diss., Berlin 1931, S. 84.

104 Einzeln aufgeführt: und erläutert bei Klee, S. 156.

[...]

107 1ZF, I AK 67/1169, Die Transocean (TO). Ein kurzer Abriß über Entstehung und Werdegang der deutschen Auslandsnachrichten-Agentur. Aufgezeichnet von der Geschäftsleitung der Transocean G.m.b.H., Berlin 1950, S. 11 (Zitat); Memorandum on the German System of Press Controll and Propaganda, S. 33.

[...]

110 Vgl. Basse, S. 175 f; Klee, S. 162-164.

111 Klee, S. 210 f.

112 Ernst Bauer, S. 48; Epstein, S. 120, auch Anm. 9; Erzberger, S. 3; Vogel, S. 34.

113 Theodor Eschenburg, Matthias Erzberger. Der große Mann des Parlamentarismus und der Finanzreform, München 1973, S. 39.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahmen bleiben ungekennzeichnet.

Bei der (größtenteils wörtlichen) Übernahme der Passagen von Seite 107 aus Albes wurde der Spanienbezug getilgt und ein Teil in eine neue Fußnote versetzt.

Ansonsten sind die Eingriffe in den vorhandenen Textkorpus in der Regel eher kosmetischer Natur.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[26.] Uo/Fragment 114 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-06 17:29:35 Graf Isolan
Albes 1996, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 114, Zeilen: 1-31, 101-112, 113-115 (komplett)
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 108, 109, 110, 111, Zeilen: 108:6-9.11-31.102-109 - 109:1-4.6-10.101; 110:5-8.105-106; 111:21-25.109
[Für seine Propagandaaktivi]täten während des Weltkrieges kamen ihm die Erfahrungen zugute, die er bei der Herausgabe der „Zentrumskorrespondenz“ und als Verfasser mehrerer Flugblätter gesammelt hatte.90 Ihm schwebte eine Pressestelle großen Stils vor, in die er den Deutschen Überseedienst integrieren wollte. In der dritten Augustwoche 1914 traten die beiden Marineoffiziere Heinrich Löhlein und Hugo-Ferdinand Dähnhardt mit der Aufforderung an Erzberger heran, die Leitung der Auslandspropaganda zu übernehmen.91 Erzberger sagte zu.92 Er half beim Aufbau der Zentralstelle für Auslandsdienst und wurde zweiter Vorsitzender der Transocean GmbH93. Seine eigentlichen Propagandaaktivitäten liefen jedoch in eigenen Bahnen. Kanzler Bethmann Hollweg selbst entschied, dass er unabhängig arbeiten sollte.94 Erzberger baute in Berlin sein bereits bestehendes Nachrichtenbureau mit eigenem Telegraphendienst weiter aus und versorgte in- wie ausländische Zeitungen, Politiker und Firmen mit Informationen.95 Er beschäftigte einen Stab guter Übersetzer, unter denen sich viele Ausländer befanden. Dies wurde von militärischer Stelle kritisiert. Er war jedoch stets hervorragend informiert und zudem ein enger Vertrauter des Kanzlers Bethmann Hollweg. Er ermöglichte Erzberger die Teilnahme an allen Geheimkonferenzen des Auswärtigen Amtes, des Kriegsministeriums und des Reichsmarineamtes. Dieser richtete 1915 zusätzlich einen Nachrichtendienst ein, der über einen Sonderfonds des Auswärtigen Amtes finanziert wurde und Informationen über die Lage hinter der Front aus der Schweiz, den Niederlanden, Dänemark und Schweden sammelte.96 Erzberger gab das Nachrichtenblatt „Die Wahrheit ins Ausland“ heraus, das in Zusammenarbeit mit dem „Deutschen Archiv der Weltliteratur“ entstand und in 16 Sprachen den neutralen Ländern zum kostenlosen Nachdruck zur Verfügung gestellt wurde.97 Nachdem dieser unermüdliche Propagandist erkannt hatte, dass eine Vereinheitlichung der deutschen Auslandspropaganda nicht zu erreichen war, verlegte er seinen Schwerpunkt vor allem auf die „Aufklärung der Katholiken im neutralen und auch feindlichen Ausland.98 Nach dem Sturz Bethmann Hollwegs im Juli 1917 schränkte Erzberger seine Tätigkeit stark ein, da es ihm nicht gelang, zu den nachfolgenden Kanzlern eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen. Das Auswärtige Amt übernahm den größten Teil des Personals seines Berliner Nachrichten[bureaus.99]

90 Theodor Eschenburg: Matthias Erzberger. Der große Mann des Parlamentarismus und der Finanzreform, München 1973, S. 39.

91 Vgl. Epstein: Matthias Erzberger, 1962, S. 119; Erzberger: Erlebnisse, 1920, S. 4; Jürgen Wilke: Deutsche Auslandspropaganda im Ersten Weltkrieg: Die Zentralstelle für Auslandsdienst, in: Der Erste Weltkrieg als Kommunikationsereignis, hrsg. von S. Quandt, H. Schichtei, Gießen 1993, S. 95-157, hier S. 99.

92 Vgl. Erzberger, ebd. S. 5.

93 Knesebeck: Wahrheit über den Propagandafeldzug, 1927, S. 84.

94 Vgl. Koszyk: Pressepolitik, 1968, S. 241.

95 Epstein: Matthias Erzberger, 1962, S. 120; Schwedler: Nachricht im Weltverkehr, 1922, S. 163 f.

96 Vgl. Epstein, ebd., S. 117-120 u. 183-186; Erzberger: Erlebnisse, 1920, S. 5 f.

97 Albes: Worte wie Waffen, 1996, S. 109.

98 Erzberger: Erlebnisse, 1920, S. 10 f. Kursiv wiedergegebene Wörter im Original gesperrt gedruckt. Vgl. auch Bauer: Pressepolitik in der Weimarer Zeit, 1962, S. 52.

[99 Epstein: Matthias Erzberger, 1962, S. 126.]

[Seite 108]

Für seine Propagandaaktivitäten während des Weltkrieges kamen ihm dann die Erfahrungen zugute, die er bei der Fierausgabe der „Zentrumskorrespondenz“ und als Verfasser von mehreren Flugblättern gesammelt hatte.113 Gleich bei Kriegsausbruch reichte Erzberger bei zivilen wie bei militärischen Stellen Denkschriften über die Organisation der Propaganda ein. Dabei schwebte ihm eine Pressestelle großen Stils vor: Beispielsweise wollte er darin den erwähnten Deutschen Uberseedienst integrieren.114

In der dritten Augustwoche 1914 traten die beiden Marineoffiziere Heinrich Löhlein und Hugo-Ferdinand Dähnhardt an Erzberger mit der Aufforderung heran, „... er möge die Leitung der Auslandspropaganda übernehmen“.115 Erzberger sagte nach einigem Zögern zu.116 Wenngleich er nun - wie bereits erwähnt — beim Aufbau der Zentralstelle für Auslandsdienst mithalf und auch zweiter Vorsitzender der Transocean GmbH wurde117, liefen seine eigentlichen Propagandaaktivitäten auf eigenen Gleisen. Bethmann Hollweg selbst entschied, daß er unabhängig arbeiten solle.118 In Berlin baute Erzberger daraufhin sein bereits bestehendes Nachrichtenbüro mit eigenem Telegraphendienst weiter aus und versorgte in- wie ausländische Zeitungen, Politiker und Firmen mit propagandistischen Informationen.119

Der Zentrumsabgeordnete stellte einen Stab guter Übersetzer an, unter denen sich viele Ausländer befanden — ein Umstand, den militärische Stellen kritisierten. Dem Zentrumsabgeordneten kam bei seiner Propagandaarbeit zugute, daß er gemeinhin hervorragend informiert und zudem ein enger Vertrauter des Kanzlers Bethmann Hollweg war, der auch Anweisung gab, Erzberger die Teilnahme an allen Geheimkonferenzen des Auswärtigen Amtes, des Kriegsministeriums und des Reichsmarineamtes zu ermöglichen. Darüber hinaus richtete der

[Seite 109]

Zentrumspolitiker 1915 einen Nachrichtendienst ein, der von der Schweiz, den Niederlanden, Dänemark und Schweden aus Informationen über die Lage hinter der Front sammelte. Finanziert wurde Erzbergers Propagandaarbeit mit einem Sonderfonds des Auswärtigen Amtes.120

Erzbergers Nachrichtenbüro versorgte Tageszeitungen mit Informationen über den Krieg121 und gab eine Reihe mehrsprachiger Periodika heraus. Eines davon war das Nachrichtenblatt „Die Wahrheit ins Ausland“, das in Zusammenarbeit mit dem „Deutschen Archiv der Weltliteratur“ entstand und in 16 Sprachen der Presse der neutralen Länder zum kostenlosen Nachdruck zur Verfügung gestellt wurde.122

[Seite 110]

Nachdem der unermüdliche Propagandist erkannt hatte, daß eine Vereinheitlichung der deutschen Auslandspropaganda nicht zu erreichen war, verlegte er sich vor allem „auf die Aufklärung der Katholiken im neutralen und auch im feindlichen Ausland“.126

[Seite 111]

Nach dem Sturz Bethmann Hollwegs im Juli 1917 schränkte Erzberger seine Propagandaarbeit stark ein, da es ihm nicht gelang, vertrauensvolle Beziehungen auch zu den nachfolgenden Kanzlern aufzubauen. Das Auswärtige Amt einigte sich mit ihm darauf, den größten Teil des Personals seines Berliner Nachrichtenbüros zu übernehmen.139


113 Theodor Eschenburg, Matthias Erzberger. Der große Mann des Parlamentarismus und der Finanzreform, München 1973, S. 39.

114 Vogel, S. 34.

115 Erzberger, S. 4 (Zitat); Epstein, S. 119; Wilke, S. 99.

116 Vgl. Erzberger, S. 5.

117 Knesebeck, S. 84.

118 Vgl. Koszyk, Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg, S. 241.

119 Bello, S. 106; Epstein, S. 120; Schwedler, Das Nachrichtenwesen, S. 163 f.

120 Vgl. Epstein S. 117-120 u. 183-186; Erzberger, S. 5 f.

121 Vgl. Gärtner, S. 34.

122 Groth, Zeitung, Bd. II, S. 259.

[...]

126 Erzberger, S. 10 f. Kursiv wiedergegebene Wörter im Original gesperrt gedruckt. Vgl. auch Ernst Bauer, S. 52.

[...]

139 Epstein, S. 126, Anm. 29.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahmen bleiben ungekennzeichnet.

Die Seite ist bis auf eine Fußnote, die auf Albes verweist, vollständig mit ungekennzeichnetem, zum großen Teil wörtlich übereinstimmendem Material aus Albes gefüllt. Die zugehörigen Literaturverweise wurden dabei gleich mit übernommen.

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

[27.] Uo/Fragment 115 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-19 20:42:12 Graf Isolan
Albes 1996, BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 115, Zeilen: 1-11
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 111, 112, Zeilen: 111:26-30; 112:1-2.5-12
Erzbergers Propaganda zeichnete sich vor allem durch ihre beeindruckende Quantität aus, die Qualität seiner Arbeit hingegen ist nur schwer zu bewerten. Wilhelm Schwedler, seit 1919 Chefredakteur der Transocean GmbH, urteilte nach dem Krieg: „Er war der größte unter den vielen Nachrichtenamateuren“, die der erfolgreichen englischen Propaganda nacheiferten.100 Von seinem Biographen Klaus Epstein werden ihm zwar Erfolge bei der Beeinflussung der Katholiken im neutralen Ausland zugebilligt, doch hatte er nie eine klar konturierte Position mit weitreichenden Vollmachten, da er fortwährend vom Militär behindert wurde. Man sah ihn als zu versöhnlich gegenüber Deutschlands Gegnern an, besonders in den letzten beiden Kriegsjahren, als er dezidiert für einen Verständigungsfrieden eintrat.101

100 Schwedler: Nachricht im Weltverkehr, 1922, S. 162, zit. nach Albes: Worte wie Waffen, 1996, S. 111.

101 Epstein: Matthias Erzberger, 1962, S. 125.

[Seite 111]

Aufs Ganze gesehen zeichnete sich Erzbergers Propaganda vor allem durch ihre beeindruckende Quantität aus. Wilhelm Schwedler, seit 1919 Chefredakteur der Transocean GmbH, urteilte nach dem Krieg nicht von ungefähr: „Er war der größte unter den vielen Nachrichtenamateuren“, die der erfolgreichen englischen Propaganda nachgeeifert hätten.140

[Seite 112]

Die Qualität seiner Arbeit ist hingegen nur schwer zu bewerten. [...] Außerdem werden Erzberger von seinem Biographen Klaus Epstein Erfolge bei der Beeinflussung der Katholiken im neutralen Ausland zugebilligt. Allerdings muß auch berücksichtigt werden, daß der Zentrumspolitiker nie eine klar konturierte Position mit weitreichenden Vollmachten erhielt, sondern fortwährend vom Militär behindert wurde, das ihn insbesondere in den letzten beiden Kriegsjahren, als er dezidiert für einen Verständigungsfrieden eintrat, als zu versöhnlich gegenüber Deutschlands Gegnern ansah.143


140 Schwedler, Das Nachrichtenwesen, S. 162.

[...]

143 Epstein, S. 125.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahmen bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[28.] Uo/Fragment 115 26 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-02 20:28:53 Graf Isolan
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Sotho Tal Ker
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 115, Zeilen: 26-38
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 89, Zeilen: 9-16, 18-23
In diesem Kontext griff die deutsche Auslandspropaganda immer wieder zwei wichtige Themen auf: Belgien und den U-Boot-Krieg. Ausgangspunkt war, dass kaiserliche Truppen die Neutralität des westlichen Nachbarlandes verletzt und dort eine brutale Kriegführung begonnen hatten. Dieses völkerrechtswidrige Verhalten diskreditierte das Wilhelminische Reich weltweit. Die deutschen Propagandisten versuchten dieser Einschätzung nun mit zahlreichen Schriften zur „belgischen Frage“ entgegenzuwirken. Die Bemühungen gipfelten jedoch stets in der Aussage, Deutschland habe lediglich in Notwehr gehandelt. Auch der zunehmend heftigere U-Boot-Krieg kostete das Kaiserreich viele Sympathien. Der Höhepunkt wurde durch die Versenkung des US-amerikanischen Passagierschiffs „Lusitania“ im Mai 1915 erreicht. Die Verteidigung dieser militärischen Aktion bestand darin, die gegnerischen Gräuelmeldungen zu berichtigen oder zurückzuweisen. Hier [galt - wie auch an anderen Punkten - der Kriegsverlauf wurde nach Möglichkeit aus einem für das Kaiserreich günstigen Blickwinkel beleuchtet.] In diesem Kontext griff die deutsche Auslandspropaganda häufig zwei einzelne wichtige Themen auf: Belgien und den U-Boot-Krieg. Kaiserliche Truppen hatten die Neutralität des westlichen Nachbarlandes verletzt und dort eine brutale Kriegführung begonnen - dieses völkerrechtswidrige Verhalten diskreditierte das Wilhelminische Reich weltweit. Eine Konsequenz, der die deutschen Propagandisten nun mit zahlreichen Schriften zur „belgischen Frage“ entgegenzuwirken suchten, die zumeist in der Aussage gipfelten, daß Deutschland lediglich in Notwehr gehandelt habe. [...] Zum anderen kostete der zunehmend heftigere U-Boot-Krieg das Kaiserreich viele Sympathien, wobei die Versenkung des US-amerikanischen Passagierschiffs „Lusitania“ im Mai 1915 einen Höhepunkt bildete. Auch hier bemühten sich etliche deutsche Druckschriften um eine überzeugende Verteidigung. Darüber hinaus galt es für die Propagandisten des Kaiserreiches, allgemein die gegnerische Meinungsbeeinflussung einzudämmen, indem sie beispielweise deren Greuelmeldungen zu berichtigen oder zurückzuweisen suchten.
Anmerkungen

Die Originalquelle wird zwar in einer Fußnote auf der nächsten Seite genannt, es wird aber nicht deutlich, dass zeilenweise Inhalte übernommen wurden.

Sichter
Graf Isolan

[29.] Uo/Fragment 117 07 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-05 07:54:39 Graf Isolan
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 117, Zeilen: 7-25
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 90, Zeilen: 1-8, 15-29
Eine Vielzahl angesehener Intellektueller griff für diese „Kulturpropaganda“ zur Feder, wie beispielsweise im Anfang Oktober 1914 veröffentlichten Aufruf „An die Kulturwelt“. Die Titel mancher Veröffentlichungen der Zentralstelle für Auslandsdienst sprechen ebenfalls für sich, wie z. B. „Deutschlands geistige Weltmachtstellung“ von Rudolf von Delius oder „Deutschland als Welterzieher“ von Joseph August Lux.110 Am zahlreichsten waren antienglische Publikationen. Den Briten wurde vorgehalten, gegen Deutschland einen Aushungerungskrieg zu führen und die neutralen Staaten mit ihrer Seeherrschaft unter Druck zu setzen. Die massiven Vorwürfe zeigten sich besonders in Titeln einiger Schriften der Zentralstelle für Auslandsdienst, wie zum Beispiel „England als Seeräuberstaat“ oder „Die Tötung Kriegsgefangener in englischen Kriegen“ von Ernst Schultze. Gegen den Erbfeind Frankreich hatte die propagandistische Polemik den Elsasslothringischen Streit zum Thema. „Unser Recht auf Elsass-Lothringen“ von Karl Strupp war der Titel einer dieser Publikationen.111 Weniger zahlreich waren die Veröffentlichungen, die sich gegen die übrigen alliierten Staaten richteten, da die Italiener erst im Mai 1915, die USA erst im April 1917 in den Krieg eintraten. Alle anderen Ententemächte waren wegen ihrer geringen militärischen Bedeutung von der Propaganda ausgenommen.112

110 Lasswell: Propaganda Technique, 1927, S. 91.

111 Alphabetisches und Systematisches Verzeichnis, S. 84 und S. 94.

112 Vgl. Koszyk: Pressepolitik, 1968, S. 471-473.

Gerade für diese „Kulturpropaganda“ griff eine Vielzahl angesehener Intellektuelle (sic!) und Professoren zur Feder und veröffentlichte beispielsweise Anfang Oktober 1914 den berühmt gewordenen Aufruf „An die Kulturwelt“, auf den weiter unten noch eingegangen wird. Auch hier sprechen schon die Titel mancher Veröffentlichungen der Zentralstelle für Auslandsdienst für sich: etwa „Deutschlands geistige Wehmachtstellung“ (Rudolf von Delius) oder „Deutschland als Welterzieher“ (Joseph August Lux).25 [...]

[...] Am zahlreichsten waren die antienglischen Publikationen: Diese hielten den Briten beispielsweise vor, einen Aushungerungskrieg gegen Deutschland zu führen und mit ihrer Seeherrschaft die neutralen Staaten massiv unter Druck zu setzen. Gerade in bezug auf England verstieg sich die deutsche Propaganda zu besonders heftigen Vorwürfen, worauf bereits wieder die Titel einiger Schriften der Zentralstelle für Auslandsdienst hinweisen, beispielsweise „England als Seeräuberstaat“ oder „Die Tötung Kriegsgefangener in englischen Kriegen“ (beide von Ernst Schultze). Die Polemik gegen den „Erbfeind“ Frankreich hingegen hatte wiederholt den elsaß-lothringischen Streitfall zum Thema: „Unser Recht auf Elsaß-Lothringen“ (Karl Strupp) lautet zum Beispiel der Titel einer dieser Publikationen.26 Weniger zahlreich waren die gegen die übrigen alliierten Staaten gerichteten Veröffentlichungen. Die Italiener traten erst im Mai 1915 in den Krieg ein und die USA gar erst im April 1917; in Rußland schließlich brach 1917 die Revolution aus. Und die anderen Ententemächte hatten ohnehin eine geringere militärische Bedeutung.27


25 Lasswell, S. 91.

26 Alphabetisches und Systematisches Verzeichnis, S. 84 u. 94.

27 Vgl. auch Koszyk, Pressepolitik und Propaganda im Ersten Weltkrieg, S. 471-473.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme, obwohl diese vollinhaltlich und inklusive aller Referenzstellen erfolgt.

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

[30.] Uo/Fragment 125 31 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-12 08:26:01 Hindemith
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 125, Zeilen: 31-34
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 115, Zeilen: 16-20
Bis Kriegsende wurden mehr als 800 Filme gedreht, die jeweils 100 bis 1000 Meter Länge und damit eine Laufzeit von etwa viereinhalb bis 45 Minuten hatten.164 Die beiden Wochenschaufirmen Messter und Eiko wurden bevorzugt beliefert. Im neutralen Ausland stießen deutsche Filme indessen auf [die Kritik der dortigen Kinobesitzer.]

164 Barkhausen: Filmpropaganda für Deutschland, 1982, S. 105.

Das Bild- und Filmamt drehte bis Kriegsende mehr als 800 Filme, die jeweils 100 bis 1.000 Meter Länge und somit eine Laufzeit von etwa viereinhalb bis 45 Minuten hatten, und belieferte insbesondere die beiden Wochenschaufirmen Messter und Eiko mit Filmmaterial.158 Im neutralen Ausland stießen die deutschen Filme indessen auf die Kritik der dortigen Kinobesitzer. [...]159

158 Voigt, S. 36 f; Wippermann, S. 275.

159 Barkhausen, S. 105.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme. Such der Literaturverweis ist übernommen, allerdings findet er sich in der Quelle unter den Fußnoten eine Zeile tiefer als der eigentlich passende Literaturverweis.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[31.] Uo/Fragment 126 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-05 07:49:37 Graf Isolan
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 126, Zeilen: 1-5
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 115, Zeilen: 19-25
[Im neutralen Ausland stießen deutsche Filme indessen auf] die Kritik der dortigen Kinobesitzer. In einem Bericht aus Bern heißt es, die Filme italienischer, französischer und amerikanischer Provenienz mir (sic!) ihren talentierten Schauspielern seien den deutschen weit überlegen. Amsterdam monierte, dass viele der gelieferten Filme keine ausreichende Länge besäßen, um ein wirkliches Interesse zu wecken. Im neutralen Ausland stießen die deutschen Filme indessen auf die Kritik der dortigen Kinobesitzer. So heißt es beispielsweise in einem Bericht aus Bern, die Filme italienischer, französischer und amerikanischer Provenienz seien mit ihren talentierten Schauspielern den deutschen weit überlegen. Der Vertreter in Amsterdam monierte, daß viele der gelieferten Filme keine ausreichende Länge besäßen, um ein wirkliches Interesse zu wecken.159

159 Barkhausen, S. 105.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

[32.] Uo/Fragment 126 15 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-05 07:50:41 Graf Isolan
Albes 1996, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 126, Zeilen: 15-22, 113-114
Quelle: Albes 1996
Seite(n): 116, Zeilen: 9-16, 102-103
Von Haeften regte gegenüber Ludendorff, ähnlich der Forderung Messters, die Schaffung eines großen deutschen Filmunternehmens unter Reichsregie an. Dieser Anstoß sollte Filmgeschichte machen, denn er lief auf die Gründung der Universum Film AG hinaus. Am 4. Juli 1917 schrieb Ludendorff an den Kriegsminister einen Brief, der später als Geburtsurkunde apostrophiert wurde. Er forderte, „dass die deutsche Filmindustrie zu einem einheitlichen Ganzen zusammengeschlossen“ und auch im neutralen Ausland eine „Stärkung der deutschen Werbemöglichkeiten“ erreicht werde.167

167 Ludendorff an Königl. Kriegsministerium, 4.7.1914, zit. nach Barkhausen: Filmpropaganda für Deutschland, 1982, S. 259-261. Der Brief ist dort vollständig abgedruckt.

Überdies regte Haeften gegenüber Ludendorff die Schaffung eines großen deutschen Filmunternehmens unter Reichsregie an, ein Anstoß, der Filmgeschichte machen sollte: Der Vorschlag lief auf die Gründung der Universum Film AG (Ufa) hinaus. Am 4. Juli 1917 schrieb Ludendorff einen später als Geburtsurkunde der Ufa apostrophierten Brief an den Kriegsminister, in dem er forderte, „... daß die deutsche Filmindustrie zu einem einheitlichen Ganzen zusammengeschlossen wird“ und auch im neutralen Ausland eine „... Stärkung der deutschen Werbemöglichkeiten“ erreicht werde.162

162 Ludendorff an Königl. Kriegsministerium, 4.7.1914, zit. nach Barkhausen, S. 259-261. Dort ist der Brief vollständig abgedruckt.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki