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Quelle:Uo/Carmichael 1994

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Jane Carmichael
Titel    Die Entwicklung der britischen Photographie während des Ersten Weltkrieges
Sammlung    Die letzten Tage der Menschheit: Bilder des ersten Weltkrieges; (10. Juni bis 28. August, Altes Museum Berlin) / eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums, Berlin ... in Verbindung mit dem Imperial War Museum, London.
Herausgeber    Rainer Rother
Ort    Berlin
Verlag    Ars Nicolai
Jahr    1994
Seiten    177-186
Anmerkung    aus dem Englischen von Michael Kallenbach
ISBN    3-89479-052-0

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    6


Fragmente der Quelle:
[1.] Uo/Fragment 130 26 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-11 19:28:35 Hindemith
Carmichael 1994, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 130, Zeilen: 26-32, 36-38
Quelle: Carmichael 1994
Seite(n): 177, 178, Zeilen: 177: li.Sp. 2-4, 29-39 - re.Sp. 1, 6-8; 178: li.Sp. 10-15
Die offiziellen britischen Photos von der Westfront besaßen eine überraschend realistische Note. Sie waren beispielhaft für die zeitgenössische photographische Ikonographie. Bilder, die Schlamm und Elend der Schützengräben anschaulich ausdrückten, wurden nicht zurückgehalten. Sie wurden als Beweis für die Standhaftigkeit, den Gleichmut und den Patriotismus der Soldaten an der Front veröffentlicht. Dieser Aspekt war nur Teil eines umfassenden Propagandaexperiments in Großbritannien während des Ersten Weltkrieges. [...] Die Haltung der Britischen Regierung gegenüber einer propagandistischen Öffentlichkeitsinformation blieb sehr zurückhaltend, da der Begriff der „Einflussnahme“ dem der „Propaganda“ vorgezogen wurde.183

183 „Propaganda“ war 1915 bereits negativ besetzt und bedeutete soviel wie Verhetzung.

[Seite 177]

Der Erste Weltkrieg war der erste größere Konflikt, der eine zeitgenössische photographische Ikonographie ausbildete. [...]

Die offiziellen Photos von der Westfront bewahrten sich eine überraschend realistische Note. Es gibt viele Aufnahmen von den lichteren Seiten des Krieges, aber es gibt auch Photomaterial, das den Schlamm und das Elend der Schützengräben anschaulich zum Ausdruck bringt. Dieses Material wurde nicht etwa zurückgehalten, im Gegenteil: Es wurde als Beweis für die Standhaftigkeit, den Gleichmut und den Patriotismus der Soldaten an der Front veröffentlicht. [...] Sie war Teil eines umfassenderen Propagandaexperiments in Großbritannien während des Ersten Weltkrieges.

[Seite 178]

Die Haltung der Britischen Regierung gegenüber der Anerkennung einer Notwendigkeit von Einflußnahme auf die Information der Öffentlichkeit blieb unklar. Sie zog es vor, in Begriffen der »Einflußnahme« statt »Propaganda« zu denken, [...]

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Die hier ausgelassene Stelle findet sich in Uo/Fragment_130_32.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[2.] Uo/Fragment 131 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-11 19:33:21 Hindemith
Carmichael 1994, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 131, Zeilen: 1-4, 9-18
Quelle: Carmichael 1994
Seite(n): 178, Zeilen: li.Sp. 14-30 - re.Sp. 1-13
[Sie konzentrierte ihre] Bemühungen die meiste Zeit des Krieges darauf, im Ausland statt im eigenen Land Unterstützung zu finden. Im Jahr 1914 beauftragte sie Charles Mastermann im Wellington House ein kleines geheimes Kriegspropagandabüro (War Propaganda Bureau) einzurichten, stets nur bekannt als Wellington House. [...] Bald fand Wellington House im Pressebüro (Press Bureau), der zivilen Organisation für Zensur und Verbreitung von Nachrichten, einen Verbündeten. Sie drängten das Marineministerium (Admiralty) und das Kriegsministerium (War Office), mehr Informationen herauszugeben und die Bild-Berichterstattung von den Schlachtfeldern zuzulassen. Als Regierungsinstanz sollte es die Forderungen der Presse unterstützen und die Ernennung offizieller Reporter sichern. Im Februar 1917 wurde es unter John Buchan zur Informationsabteilung (Department of Information) und im März 1918 mit Lord Beaverbrook als Informationsminister zu einem vollwertigen Ministerium (Ministry of Information) umgewandelt.184

184 Vgl. Sanders/ Taylor: Britische Propaganda, 1990, S. 40f., S. 51 f., S. 75, S. 178.

Sie zog es vor, in Begriffen der »Einflußnahme« statt »Propaganda« zu denken, glaubte, daß ihre Handlungen für sich selbst sprächen und konzentrierte ihre geringen Bemühungen die meiste Zeit des Krieges darauf, Unterstützung im Ausland statt im eigenen Land zu finden. Im Jahr 1914 richtete sie im »Wellington House« ein winziges geheimes Büro, das Kriegspropagandabüro (War Propaganda Bureau) ein. Das Büro, stets nur als Wellington House bekannt, blieb klein. Doch fand es im Pressebüro (Press Bureau), der zivilen Organisation für Zensur und Verbreitung von Nachrichten, recht bald einen Verbündeten für seine Bemühungen, das Marineministerium (Admiralty) und das Kriegsministerium (War Office) zu drängen, mehr Informationen herauszugeben und die Berichterstattung von den Schlachtfeldern zuzulassen. Als Regierungsinstanz sollte es eine wesentliche Rolle bei der Unterstützung der Forderungen der Presse spielen, vor allem sollte es die Ernennung offizieller Reporter sichern helfen. Allmählich verbesserte sich sein Status, im Februar 1917 wurde es zur Informationsabteilung (Department of Information) und im März 1918 zu einem vollwertigen Ministerium.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme sind ungekennzeichnet. Zudem findet sich die Passage nicht in der angegebenen Quelle.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[3.] Uo/Fragment 131 19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-19 20:55:48 Graf Isolan
BauernOpfer, Carmichael 1994, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 131, Zeilen: 19-34
Quelle: Carmichael 1994
Seite(n): 178, 179, Zeilen: 178: re.Sp. 31-39; 179: li.Sp. 17-19, 26-33 - re.Sp. 1-7, 10-15, 18-26
Einfachen Soldaten war auf Anweisung des Königs das Mitführen von Kameras untersagt. Doch wurde im Chaos und der Improvisation der ersten Kriegsmonate diese Vorschrift nicht durchgesetzt. Viele Soldaten nahmen eine kleine Kamera mit. Da keine anderen Photos verfügbar waren, war ihre Arbeit bei der Presse als Publikationsmaterial sehr gefragt und von der Militärführung gebilligt. Von April 1915 an wurde jedoch nur eine Kamera pro kämpfender Einheit zugelassen.185

Die militärische Operation gegen Gallipoli, eine Halbinsel im östlichen Mittelmeer, hätte im Falle eines Erfolges die Türkei aus dem Krieg drängen können. Sie wurde jedoch zu einer schmählichen Niederlage für die britischen und französischen Streitkräfte. Dabei offenbarte sich der Einfluss auf die Berichterstattung durch Einzelpersonen. Marineminister Winston Churchill und Marinechefzensor Sir Douglas Brownrigg hatten zum ersten Mal den Gedanken, den Streitkräften offiziell professionelle Berichterstatter zur Seite zu stellen. Sie bestimmten nur einen Photographen, Ernest Brooks. Er war Pressephotograph des „Daily Mirror“, gelegentlicher königlicher Hofphotograph und Angehöriger des Royal Na[val Volunteer Reserve Anti-Aircraft Corps.]


185 Vgl. Jane Carmichael: Die Entwicklung der britischen Photographie während des Ersten Weltkrieges, in: Die letzten Tage der Menschheit - Bilder des Ersten Weltkrieges, hrsg. von R. Rother, Berlin 1994, S. 177-186, hier, S. 179.

[Seite 178]

Obwohl die Anweisungen des Königs einfachen Soldaten das Mitführen von Kameras untersagten, wurde diese Vorschrift im Chaos und der Improvisation der ersten Kriegsmonate nicht durchgesetzt, und viele Soldaten nahmen eine kleine Kamera mit. Da ansonsten keine anderen Photos verfügbar waren, war ihre Arbeit bei der Presse als Publikationsmaterial sehr gefragt und wurde mit Billigung der Militärführung gefordert. [...]

[Seite 179]

Doch solche Unternehmungen riefen im Generalhauptquartier Bestürzung hervor, und von April 1915 an wurde nur eine Kamera pro kämpfender Einheit zugelassen. [...]

Gallipoli 1915

Die von Marine und Heer unternommene militärische Operation gegen Gallipoli, eine Halbinsel im östlichen Mittelmeer, war ein waghalsiges Spiel. Sie hätte im Erfolgsfall die Türkei gänzlich aus dem Krieg drängen können, statt dessen wurde sie zu einer schmählichen Niederlage für die britischen und französischen Streitkräfte. Sie demonstrierte zugleich den hohen Einfluß von Einzelpersönlichkeiten auf die Berichterstattung, solange es keine fest umrissene Regierungs- und Militärpolitik gab. Die Operation war das geistige Kind des Marineministers Winston Churchill. [...] Einen Verbündeten fand er dabei in Sir Douglas Brownrigg, dem Chefzensor der Marine. Zum ersten Mal wurde der Gedanke diskutiert, den Streitkräften offiziell professionelle Berichterstatter anzuschließen. [...] Es wurde tatsächlich auch nur ein Photograph bestimmt. Ernest Brooks, ehemals Pressephotograph des >Daily Mirror<, gelegentlich königlicher Hofphotograph und Angehöriger des Royal Naval Volunteer Reserve Anti-Aircraft Corps, wurde im April 1915 der offizielle Photoreporter der Mittelmeer-Expeditionsstreitkräfte.

Anmerkungen

Hier geht es nach der Quellenangabe mit der Übernahme weiter. Durchgehend sind Art und Umfang der Übernahme ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[4.] Uo/Fragment 132 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-07 11:42:37 Hindemith
BauernOpfer, Carmichael 1994, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 132, Zeilen: 1-33, 101-107, 109-114
Quelle: Carmichael 1994
Seite(n): 179, 180, 181, 183, 184, Zeilen: 179: re.Sp. 19-26; 180: li.Sp. 27-28 - re.Sp. 1-13, 21-29 - 181: li.Sp. 1-6, 20-43; 183: li. Sp. 21-27, re.Sp. 1-8, 11-18, 35-36 - 184: li.Sp. 1-13; re.Sp. 30-33, (47-49) - 185: li.Sp. 1-3, 12-14, 18-26
[Er war Pressephotograph des „Daily Mirror“, gelegentlicher königlicher Hofphotograph und Angehöriger des Royal Na]val Volunteer Reserve Anti-Aircraft Corps. Im April 1915 wurde er offizieller Photoreporter der Mittelmeer-Expeditionsstreitkräfte.186

In einer optimistischen Stimmung, angesichts der Vorbereitungen für die große Sommeroffensive 1916, waren die Briten bereit, offizielle Berichterstatter jeder Art (Zeitungskorrespondenten, Pressephotographen, Filmemacher und Künstler) in streng begrenzter Zahl zuzulassen. Für den „ersten Tag“ der Sommeschlacht am 1. Juli 1916, an dem der Sturmangriff nach tagelanger Artillerievorbereitung begann, stellten die Militärs für Reporter Positionen in der vordersten Linie der Front bereit. Solche Privilegien wurden später nie wieder gewährt. Zusätzlich wurden mindestens drei Abteilungen der Royal Engineers, den traditionell für photographische Aufnahmen zuständigen Einheiten der Armee, bevorzugte Stellungen zugewiesen. Ihre Photos und die von Einest Brooks, die eine Woche später in Großbritannien veröffentlicht wurden, zeigten erstmalig Bilder eines Angriffs mit Explosionen und den vorstürmenden Truppen.187

Ein weiterer Photograph der „Topical Press Agency“, John Warwick Brooke, hatte sich inzwischen Ernest Brooks angeschlossen. Brooke war Mitte Juli 1916 auf Anregung des Wellington Houses ernannt worden. Gemeinsam bewältigten beide von Mitte 1916 bis Ende 1917 die Bildberichterstattung. Ihr Hauptthema war das leicht zu publizierende beruhigende Bild: gut gelaunte Soldaten, riesige Stapel von Ausrüstungen und viele Gefangene als Symbol des Erfolgs. Sie beschönigten die Verhältnisse des Krieges - das Elend des schlechten Wetters und die ständigen Verluste - nicht, doch ersteres wurde in einer Form präsentiert, die als Beweis stoischer Ausdauer und Standhaftigkeit der Soldaten diente, und letzteres wurde in ehrerbietigen Bildern vorgeführt, die zeigten, wie den Verwundeten körperlicher und geistiger Trost zuteil wurde.188 Für die Bildberichterstattung von allen Kriegsschauplätzen wurden insgesamt nur sechzehn offizielle Bildreporter ernannt. Die Maßstäbe für eine Veröffentlichung wurden überwiegend von den illustrierten Zeitungen gesetzt. Die Bildreporter blieben immer Patrioten, sie wurden nie zu Zeugen gegen den Krieg. Ihre Arbeit kennzeichnet eine Epoche der Photographie, die den Übergang vom persönlichen Souvenir zur aktuellen Nachricht, von einem persönlichen Memento zum Dokument der Nationalgeschichte, vom Steckenpferd eines Einzelnen zum Medium für die Massen bewirkte.


186 Vgl. ebd. Die Royal Navy Großbritanniens betrachtete Publizität traditionell als unnötig, da sie stets von der Überlegenheit ihrer Kampfkraft ausging. In der Praxis beherbergte man daher überzählige Männer, wie zum Beispiel Photographen, nicht an Bord von Kainpfschiffen. Nachdem der starrköpfige Admiral Sir John Jellicoe von Admiral Sir David Beatty im November 1916 als Oberkommandierender abgelöst wurde, erhielten Photographen und andere Reporter Passierscheine für besndere [sic] „Show“veranstaltungen in Flottenstützpunkten. Nur wenige Photos wurden nach dem Ende des Krieges veröffentlicht und stammten alle von Angehörigen der Navy.

187 Vgl. ebd., S. 180.

188 Auf den Randschauplätzen des Krieges, in Mesopotamien (dem heutigen Irak), in Ägypten und Palästina, wurde die Bildberichterstattung weit weniger kontrolliert. Die Amateurphotographen und offiziellen Berichterstatter hatten weitgehend freie Hand. Der Mangel an militärischer Aktivität führte dazu, dass das Schwergewicht auf allgemeinen Hintergrundaufnahmen lag. Oftmals war es eine malerische Szene, die zur Illustration einer ganzen Reihe von Berichten und Artikeln benutzt werden konnte.

[Seite 179]

Ernest Brooks, ehemals Pressephotograph des >Daily Mirror<, gelegentlich königlicher Hofphotograph und Angehöriger des Royal Naval Volunteer Reserve Anti-Aircraft Corps, wurde im April 1915 der offizielle Photoreporter der Mittelmeer-Expeditionsstreitkräfte.

[Seite 180]

Getragen von einer Welle des Optimismus, daß der Sieg nahe sei - angesichts der Vorbereitungen für die große Sommeroffensive 1916 — waren die Briten bereit, die Zulassung offizieller Berichterstatter aller Art (Zeitungskorrespondenten, Pressephotographen, Filmemacher und Künstler) zu erwägen, wenn auch in streng begrenzter Zahl. Tatsächlich stellten die Militärs für den »ersten Tag« der Sommeschlacht-den 1. Juli 1916, an dem der Sturmangriff nach tagelanger Artillerievorbereitung begann —, für ihre Reporter Positionen in der vordersten Linie der Front bereit. [...] Zusätzlich wurden mindestens drei Abteilungen der Royal Engineers, den traditionell für photographische Aufnahmen zuständigen Einheiten der Armee, ausgezeichnete Stellungen zugewiesen. Ihre Photos und die von Ernest Brooks, von denen die meisten etwa eine Woche später in Großbritannien veröffentlicht wurden, waren eine Sensation. Sie zeigten, wie die


[Seite 181]

Truppen zum letzten Mal vor dem Angriff antraten, die Explosionen der gewaltigen Minen unmittelbar vor dem Sturmangriff und die aufeinanderfolgenden Wellen von in fester Formation vorgehenden Truppen. [...]

[...] Ernest Brooks hatte sich inzwischen ein weiterer Profi angeschlossen - John Warwick Brooke von der Topical Press Agency, der Mitte Juli 1916 hauptsächlich auf Anregung des Wellington Houses ernannt worden war. Gemeinsam trugen beide von Mitte 1916 bis Ende 1917 die Last der Bildberichterstattung. Als Profis konnten sie einschätzen, was entsprechend den Maßstäben ihrer Zeit veröffentlicht werden konnte. Ihr Hauptthema war das leicht zu publizierende beruhigende Bild: gut gelaunte Soldaten, riesige Stapel von Ausrüstungen, und viele Gefangene als Symbole des Erfolgs. Sie beschönigten die Verhältnisse des Krieges - das Elend des schlechten Wetters und die ständigen Verluste - nicht, doch ersteres wurde in einer Form präsentiert, die als Beweis stoischer Ausdauer und Standhaftigkeit der Soldaten diente, und letzteres wurde in ehrerbietigen Bildern vorgeführt, die zeigten, wie den Verwundeten körperlicher und geistiger Trost zuteil wurde.

[Seite 183]

Die Randschauplätze des Krieges

Auf den am Rand liegenden Kriegsschauplätzen, in Mesopotamien (dem heutigen Irak), in Ägypten und Palästina, wurde die Bildberichterstattung weit weniger kontrolliert. Hier bot sich Spielraum für den Amateurphotographen wie auch für den offiziellen Berichterstatter. [...] Der Mangel an militärischer Aktivität führte dazu, daß sich das Schwergewicht auf allgemeine Hintergrundaufnahmen verlagerte, eine geeignete, oftmals malerische Szene, die zur Illustration einer ganzen Reihe von Berichten und Artikeln benutzt werden konnte.

Die Royal Navy

[...] Traditionell neigte sie dazu, Publizität als unnötig zu betrachten, da sie stets von der Überlegenheit ihrer Kampfkraft ausging. In der Praxis äußerte es sich darin, daß sie keinen Grund sah, überzählige Männer, wie zum Beispiel Photographen, an Bord von Kampfschiffen zu beherbergen. [...]

Die Aufgabe Brownriggs, der beharrlich für ein offeneres Herangehen an diese

[Seite 184]

Frage eintrat, wurde etwas leichter, nachdem der starrköpfige Admiral Sir John Jellicoe von Admiral Sir David Beatty im November 1916 als Oberkommandierender abgelöst wurde. Danach erhielten Photographen und andere Reporter regelmäßig Passierscheine für Besuche in Flottenstützpunkten, in denen eine besondere »Show« veranstaltet wurde. Dennoch stammen alle Photos von Operationen der Navy von ihren Angehörigen selbst, und nur wenige wurden nach dem Ende des Krieges veröffentlicht.

[...]

Was die Bildberichterstattung angeht, wurden insgesamt für alle Kriegsschauplätze nur sechzehn offizielle Bildreporter ernannt. [...] sie arbeiteten im Rahmen der zu ihrer Zeit geltenden Maßstäbe, die definierten, was man veröffentlichen

[Seite 185]

konnte; diese Maßstäbe wurden mehr von den illustrierten Zeitungen als vom Militär gesetzt. [...] Die offiziellen Bildreporter blieben Patrioten und wurden nicht zu Zeugen gegen den Krieg. [...] Ihre Arbeit kennzeichnet eine Epoche der Photographie im Übergang - vom persönlichen Souvenir zu einer aktuellen Nachricht, von einem persönlichen Memento zu einem Dokument der Nationalgeschichte, vom Steckenpferd eines einzelnen oder eines unbedeutenden Profis zu einem Medium mit weitreichender Bedeutung für die Massen.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet. Dach der FN 187 findet sich überhaupt kein Verweis mehr auf die Quelle. Bis auf eine einzige Fußnotenzeile spricht hier nur Carmichael. Die Inhalte der Seite 183 von Carmichael in eine Fußnote übernommen.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[5.] Uo/Fragment 133 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-07 10:07:01 Hindemith
Carmichael 1994, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 133, Zeilen: 1-7
Quelle: Carmichael 1994
Seite(n): 182, 183, Zeilen: 182: re.Sp. 43-50 - 183: li. Sp. 1, 3-7
Grundlegendes Prinzip der offiziellen Bildberichterstattung blieb jedoch, dass die Photos authentisch und amtlich bestätigt sein mussten. Krasse Inszenierungen von Frontaktionen wie „over the top“-Szenen (Verlassen der Schützengräben beim Angriff), oder das Bearbeiten von Negativen, um „bessere“ Bilder zu bekommen, wurde von den amtlichen Stellen mit ausgesprochener Missbilligung betrachtet. Gute Bildkompositionen unter Einbeziehung der Truppe wurden als selbstverständlich angesehen. [Seite 182]

Grundlegendes Prinzip der offiziellen Bildberichterstattung blieb, daß die Photos amtlich und authentisch sein mußten. Krasse Inszenierungen von Frontaktionen wie der »over the top«-Szenen (Verlassen der Schützengräben beim Angriff), oder das Bearbeiten von Negativen, um »bessere« Bilder zu bekommen, wurde mit

[Seite 183]

ausgesprochener Mißbilligung betrachtet, und es gibt dafür auch nur wenige erhalten gebliebene Beispiele. Andererseits wurde aber auch eine gute Bildkomposition, zu der man sich die Mitarbeit der Truppe bei einer repräsentativen Pose sicherte, als selbstverständlich vorausgesetzt.

Anmerkungen

Hier erfolgt kein Hinweis auf eine Übernahme mehr.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

[6.] Uo/Fragment 134 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-07 09:59:39 Hindemith
Carmichael 1994, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 134, Zeilen: 1-6
Quelle: Carmichael 1994
Seite(n): 181, Zeilen: re.Sp. 9-21
[Der kanadische Unternehmer Lord Beaverbrook, der mehre]re Zeitungen besaß, war in politischen Kreisen Großbritanniens berühmt. Er wollte unbedingt die Operationen des kanadischen Expeditionskorps veröffentlicht sehen und besaß genügend Einfluss, um sich die Bilder, die er wollte, zu sichern und deren breite Veröffentlichung zu garantieren. An erster Stelle stand für ihn die sofortige Publizität, erst an zweiter Stelle die historische Dokumentation eines Ereignisses. Der kanadische Unternehmer Lord Beaverbrook war in politischen Kreisen Großbritanniens berühmt und besaß mehrere Zeitungen. Er wollte unbedingt die Operationen des kanadischen Expeditionskorps veröffentlicht sehen. Er besaß genügend Macht, um sich die Photos, die er wollte, zu sichern sowie die breite Veröffentlichung der Ergebnisse zu garantieren. An erster Stelle stand für ihn die sofortige Publizität, an zweiter Stelle die historische Dokumentation eines Ereignisses.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

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