Fandom

VroniPlag Wiki

Quelle:Uo/Göktürk 1995

< Quelle:Uo

31.268Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Deniz Göktürk
Titel    Market Globalization and Import Regulation in Imperial Germany
Sammlung    Film and the First World War
Herausgeber    Karel Dibbets und Bert Hogenkamp
Ort    Amsterdam
Verlag    Amsterdam University Press
Jahr    1995
Seiten    188-197
Reihe    Film Culture in Transition
ISBN    9053560645

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    4


Fragmente der Quelle:
[1.] Uo/Fragment 175 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-15 00:46:34 Graf Isolan
Fragment, Gesichtet, Göktürk 1995, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, ÜbersetzungsPlagiat

Typus
ÜbersetzungsPlagiat
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 175, Zeilen: 3-33
Quelle: Göktürk 1995
Seite(n): 188, 189, Zeilen: 188:6-14.16-27; 189:5-10.12-14
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts verursachte der technologische Fortschritt und die Industrialisierung einen enormen Aufschwung des weltweiten Warenverkehrs. Jedoch war der sich entwickelnde Weltmarkt keineswegs konfliktfrei. Während die wohlhabenderen Nationen um ausländische Märkte heftig konkurrierten, versuchten sie ihre inländische Wirtschaft gegen den weltwirtschaftlichen Druck durch Einfuhrverbote oder Tarifregulierungen zu verteidigen. Im Kaiserlichem [sic] Deutschland konzentrierten sich die Sorgen über ausländische Konkurrenz hauptsächlich auf die wirtschaftliche Überlegenheit der USA. Die Spannungen zwischen der Ausweitung in weltwirtschaftliche Prozesse und der Nationalisierung wurden oft in Bereichen kultureller Produktion ausgetragen.44 So lange es bewegliche Bilder gab, gab es auch überall Würstchen in Dosen. 1896 erschienen sie erstmals auf dem Markt. Die Verpackung von Nahrungsmitteln in Dosen hatte für den internationalen Handel und die Weltwirtschaft weitläufige Konsequenzen. Laut Siegfried Giedion ist „die Zeit völliger Mechanisierung identisch mit der Zeit der Blechdose.“45 In Deutschland entwickelte sich die Dosenindustrie zwischen 1870 und 1914, zeitgleich mit den Kühl- und Gefriertechniken. Eingemachte Nahrung war besser für den Transport und damit zum Export geeignet. Die mächtige Suppenwürfel-Industrie von „Liebigs Fleischextrakt“ benötigte für den europäischen Markt die großen Viehherden in Argentinien, Australien und Amerika. Die Jahrhundertwende mit Beginn des industriell gefertigten Essens veränderte radikal die traditionellen Essgewohnheiten. Suppenextrakte von Maggi oder Knorr fanden insbesondere bei Frauen Anerkennung, die in zunehmender Zahl in die Fabriken gingen und deshalb nicht mehr so viel Zeit wie früher auf das Kochen verwenden konnten.46

Während des Ersten Weltkrieges gab es eine enorme Nachfrage nach Dosenfleisch. Die Armee stellte zwei Fabriken in Spandau und Mainz auf, die acht Millionen Fleischdosen pro Monat produzierten. Dies war verglichen mit amerikanischer Produktion noch ein sehr begrenzter Ausstoß.47 Gefüttert mit Filmen und Fleisch aus Dosen schienen die Menschen für die Erfahrungen des Krieges gut gerüstet. Der Welthandel und der Weltfilmmarkt bekamen durch den Weltkrieg eine Standardisierung des Massenkonsums.


44 Vgl. Deniz Göktürk: Market Globalization and Import Regulation in Imperial Germany, in: Film and the First World War, hrsg. von K. Dibbets, B. Hogenkamp, 1995, S. 188-197, hier S. 188.

45 zit. n. Göktürk, ebd.

46 Vgl. ebd.

47 Vgl. ebd., S. 189.

[Seite 188]

From the mid-19th century, technological progress and industrialization had brought about an enormous acceleration in the worldwide traffic of people and commodities. The evolving world market was by no means free of conflict. While vehemently competing for foreign markets, the wealthier nations tried to defend their domestic economies against the pressure of globalization by means of import bans or tariff regulations. In Imperial Germany, the anxieties about foreign competition concentrated primarily on the economic superiority of the USA. The tensions between economic processes of globalization and nationalization were often transferred to fields of cultural production.

[...]

Sausages in cans have been around about as long as moving pictures. They appeared on the market in 1896. The preservation of food in cans had wide-ranging consequences for international trade and the world economy. According to Siegfried Giedion, ‘the time of full mechanization is identical with the time of the tin can.’1 In Germany, the can industry emerged between 1870 and 1914. Cooling and freezing techniques developed around the same time. Preserved food was much better suited for transportation and export. The stock cube industry of ‘Liebig’s Fleischextract’ made the large herds of cattle in Argentina, Australia, and America accessible for the European market. By the turn of the century, the advent of industrially processed food had radically changed traditional eating habits.2 Soup extract produced by Maggi or Knorr found the approval particularly of women who increasingly went to work in factories and therefore could not spend as much time on cooking as formerly.

[Seite 189]

During the First World War, the demand for canned meat increased enormously. The army set up two factories in Spandau and Mainz which produced eight million meat cans per month, although this was still a very limited output compared with American production. Being fed on meat and movies from cans, people were well equipped for the experience of a war which reproduced the alienated mincemeat and constituted yet another secondary reality. [...] Thus, the world trade, the world film market, and the World War were all powerful agents of standardization, although each of these three had its own logic of mass consumption.


1 Siegfried Giedion, Mechanization Takes Command: A Contribution to Anonymous History, New York, London: Norton, 1969 (1948), p. 4. On the development of the meat processing industry see especially ‘Mechanization and Death: Meat’, pp. 209-256.

2 Hans J. Teuteberg and Günter Wigelmann, Der Wandel der Nahrungsgewohnheiten unter dem Einfluß der Industrialisierung, Göttingen: Vandenhoek und Rupprecht, 1972, especially ‘Der Anbruch des “Konservenzeitalters’” , pp. 78-85.

Anmerkungen

Die Quelle wird in mehreren vereinzelten Fußnoten angegeben, Art und Umfang der Übernahme bleiben hingegen ungekennzeichnet. Dass die gesamte Seite (mit der Überschrift als einziger Ausnahme) im Wortlaut eins zu eins mit dem englischsprachigen Original übereinstimmt, ist nicht erkennbar.

Uos einzige gedankliche Leistung besteht hier in der Übersetzung (und leichten Kürzung) des Originals. Dies wird sich bis zum Ende des Abschnitts auf Seite 178 fortsetzen.

Sichter
(Graf Isolan), Klicken (Kategorie) Schumann

[2.] Uo/Fragment 176 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-15 00:04:52 Graf Isolan
Fragment, Gesichtet, Göktürk 1995, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, ÜbersetzungsPlagiat

Typus
ÜbersetzungsPlagiat
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 176, Zeilen: 1-35 (komplett), 104-105
Quelle: Göktürk 1995
Seite(n): 189, 190, Zeilen: 189:15-24.25-32; 190:2-9.10-16
Der Hunger war eine der entscheidenden Erfahrungen im Krieg. Die Essenversorgung im deutschen Reich war katastrophal. Britannien schnitt die deutschen Häfen vom internationalen Handel durch eine offensive Blockade ab.48 Die Nordsee wurde vermint und zu einem Sperrgebiet erklärt. Die Gesetze der im Krieg involvierten Länder verboten „den Handel mit dem Feind“. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hing die deutsche Nahrungsversorgung von Importen ab. In Deutschland wurde die Blockadenpolitik der Alliierten als unmenschliche Kriegsstrategie kritisiert. Ende Oktober 1915 wurden zwei fleischfreie Tage pro Woche für das Deutsche Reich eingeführt. Im berühmten Steckrübenwinter von 1916 bis 1917 war die Nahrungsversorgung kritisch, sodass Brot, Marmelade und Suppe aus Rüben hergestellt wurden. Es gab Essenkrawalle und Demonstrationen. Die Menschen riefen nach einem Lebensmitteldiktator zur Organisation einer fairen Verteilung. Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte wurde ein zentralisiertes, staatliches Versorgungssystem konstituiert.49 Am 22. Mai 1916 wurde das Kriegsernährungsamt (KEA) gegründet, um die Bemühungen der Reichsgetreidestelle, Reichsfleischstelle, Reichszuckerstelle, Reichskartoffelstelle und Reichsfettstelle zu koordinieren. Ein kompliziertes System von Lebensmittelkarten wurde eingeführt.50 Die zentralisierte Versorgungs- und Konsumkontrolle war ein Sieg der Bürokratie.

Die Schutzzollpolitik des preußischen Junkerstaats, das Dreiklassenwahlrecht und die Kriegsgefahr gehörten zu den kontroversesten Themen der politischen Vorkriegsdebatte. Die Bauern-Fraktion im politischen Spektrum opponierte gegen eine Öffnung des Marktes, da billige Auslandsimporte die Preise drückten. Der Fleisch-Import wurde zu einem zentralen Punkt dieser Kontroverse.51 Einfuhrverbote wurden debattiert, konnten aber nicht rigoros auferlegt werden, da die nationale Versorgung von den Importen abhing. Eine nationalistische Rhetorik sollte diese Situation verschleiern.52 Die Arbeiterklasse zeigte jedoch weit weniger nationale Gefühle als erwünscht. Frauen, die eine Familie ernähren mussten, waren nicht daran interessiert, sofern sie es sich überhaupt leisten konnten, teures Fleisch von deutschen Schweinen zu kaufen. Es war ihnen gleichgültig, ob das Fleisch aus Russland oder Amerika stammte. Vor dem Ersten Weltkrieg war Fleisch bereits selten und ein zentraler und symbolisch hoch eingeschätzter Bestandteil der Nahrung in den Familien der städtischen Arbeiterschicht. Im Oktober 1912 versuchte der Berliner Magistrat, den Fleischmangel durch den Import von billigem Fleisch aus dem russischen Polen zu beheben.


48 Als Folge der Blockade sind für Deutschland 713.000 Todesfälle angegeben.

49 Vgl. Göktürk: Market Globalization, in: Film and the First World War, hrsg. von K. Dibbets, B. Hogenkamp, 1995, S. 189.

50 Vgl. auch: Hans Jürgen Teuteberg: Durchbruch zum modernen Massenkonsum: Lebensmittelmärkte und Lebensmittelqualität im Städtewachstum des Industriezeitalters, Münster 1987.

51 Vgl. einige Aspekte dazu: BArch R 901/ 949, Bl. 76,77. Das Fleischproblem in Frankreich in: Neue Preussische Zeitung, 22. Juli 1917. Die Brotfrage in Frankreich nach amtlicher Darstellung in: Neue Preussische Zeitung, 21. Juli 1917.

52 Vgl. Göktürk: Market Globalization, in: Film and the First World War, hrsg. von K. Dibbets, B. Hogenkamp, 1995, S. 190.

[Seite 189]

Hunger was one of the crucial experiences of the War. The supply of food in the German Reich was disastrous. Britain cut off the German harbours from international trade with an offensive blockade. The North Sea was mined and declared a no-go area. The laws of the countries involved in the War prohibited ‘trading with the enemy’. Since the mid-19th century, the food supply had depended on imports and therefore became increasingly difficult. In Germany, the blockade policy of the allied forces was criticized as an inhuman strategy of warfare. In late October 1915, two meat-free days per week were introduced for the whole German Reich. In the famous Steckrübenwinter of 1916-191717 [sic], the situation grew especially severe. Bread, marmelade, soup, everything was made of turnips. Class differences, political unrest and interior conflict escalated during the War.3 [Anm.: Satz bei Uo ausgelassen] There were food riots and demonstrations. People called for a Lebensmitteldiktator (‘food dictator’) for the organization of fair distribution. For the first time in German history, a centralized state system of supply was established. On 22 May 1916, the Kriegsernährungsamt (KEA) (‘War Office of Food Supply’) was founded to coordinate the efforts of the Reichsgetreidestelle, Reichsfleischstelle, Reichszuckerstelle, Reichskartoffelstelle, and Reichsfettstelle in distributing grain, meat, sugar, potatoes and fat. A complicated system of food ration-cards was introduced. [...]4

[Seite 190]

The Schutzzollpolitik (‘policy of protective tariff’) of the Prussian Junkerstaat along with the Dreiklassenwahlrecht (three class electoral system) and the danger of war belonged to the most controversial topics in the pre-war political debate. The agrarian fraction of the political spectrum was opposed to opening the market because cheap foreign imports lowered the prices. The import of meat became a central issue in these controversies. Import bans were debated, but could not be rigorously imposed as the national supply depended on imports. A nationalist rhetoric often served as compensation. However, different interest groups took different attitudes toward the import of foreign goods. [Anm.: Satz bei Uo ausgelassen] The working classes were far less concerned with national feeling. Housewives with a family to feed on their hands were not primarily interested in buying pork from German pigs, but in being able to afford meat at all, no matter whether it came from Russia or America. Even before the First World War, meat was rare and expensive, while being a central and symbolically highly charged component of the diet of the urban working-class family. In October 1912, the Berlin Magistrat tried to relieve the meat shortage by importing cheap meat from Russian Poland.


3 Jürgen Kocka, Klassengesellschaft im Krieg: Deutsche Sozialgeschichte 1914-1918, Frankfurt: Fischer, 1988.

4 The radical changes in consumption during the War are described in detail by Anne Roerkohl, ‘Die Lebensmittelversorgung während des Ersten Weltkrieges im Spannungsfeld kommunaler und staatlicher Maßnahmen’, Hans Jürgen Teuteberg (ed.), Durchbruch zum modernen Massenkonsum: Lebensmittelmärkte und Lebensmittelqualität im Städtewachstum des Industriezeitalters, Münster: F. Coppenrath, 1987, pp. 309-370.

Anmerkungen

Die Quelle wird in mehreren vereinzelten Fußnoten angegeben, Art und Umfang der Übernahme bleiben hingegen ungekennzeichnet. Dass die gesamte Seite im Wortlaut eins zu eins mit dem englischsprachigen Original übereinstimmt, ist nicht erkennbar.

Uos einzige gedankliche Leistung besteht hier - wie bereits auf der vorangegangenen Seite - in der Übersetzung (und im Entfernen einzelner Sätze) des Originals. Dies wird sich bis zum Ende des Abschnitts auf Seite 178 fortsetzen.

Sichter
(Graf Isolan), Klicken (Kategorie) Schumann

[3.] Uo/Fragment 177 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-15 00:29:23 Graf Isolan
Fragment, Gesichtet, Göktürk 1995, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, ÜbersetzungsPlagiat

Typus
ÜbersetzungsPlagiat
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 177, Zeilen: 1-33 (komplett), 103-112
Quelle: Göktürk 1995
Seite(n): 190 - 191, Zeilen: 190:16-18.20-35.37 - 191:1-10.12-20
Metzger lehnten es ab, das russische Fleisch zu verkaufen, da es die Preise drückte. Dies verursachte einen Aufstand hauptsächlich weiblicher Kunden, die einige Metzger verprügelten und ihre Läden plünderten.53

Die direkte Aktion der Frauen bei den Essenskrawallen war eine neue Form des politischen Ausdrucks. Feindseligkeiten zwischen Hausfrauen und Metzgern fanden sogar 1925 ihren Weg ins Drehbuch des Films DIE FREUDLOSE GASSE (1925). Die Mythen um das Fleischproblem wurden in der Literatur schon früher beschrieben. Upton Sinclairs „Der Dschungel“ z.B. wurde 1906 ins Deutsche übersetzt und löste eine weitverbreitete Faszination mit der Schilderung der Chicagoer Verpackungshäuser aus. Diese waren die mächtigsten Symbole für das unmenschliche und unbarmherzige Regime des Kapitalismus. Der erfundene Charakter des Chicagoer Schweinefleischverpackers Graham wurde durch die Korrespondenz mit seinem Sohn „Piggy“ in satirischen Sammlungen bekannt gemacht. In den 20er Jahren benutzte Bertolt Brecht die Chicagoer Verpackungshäuser als Bühnen-Schauplatz. In seinen Stücken „Im Dickicht der Städte“, war es der Kampf zweier Männer in der Riesenstadt Chicago (1927) und in „Die Heilige Johanna der Schlachthöfe“ (1932) war es der Fleischverpacker Graham. Brecht assoziierte zu diesem Thema die Prostitution von Frauen. Frauen in Not verkauften ihren Körper für Fleisch. Diese Symbolik korrespondiert treffend mit der Rolle der Frauen, die an den Nahrungskrawallen teilnahmen.54 Seit der Jahrhundertwende konzentrierten sich viele Sorgen auf das Problem einer „Amerikanischen Bedrohung“ der deutschen Wirtschaft und Industrie, die in zahlreichen Veröffentlichungen diskutiert wurde. Der erfundene Fleischverpacker Graham aus Chicago wurde eine der Ikonen des amerikanischen Merkantilismus. Er hatte seinen Wiederauftritt als zentrale Figur in Alfred Bratts Roman „Die Welt ohne Hunger“, der 1916 in Berlin veröffentlicht wurde. Das Buch und sein Autor wurden völlig vergessen und werden heute kaum in irgendeiner Literaturgeschichte erwähnt. Damals war es jedoch populär genug, um verfilmt zu werden. Der Umschlag des Romans, der einen Krawall von zerlumpten Frauen vor Wolkenkratzern darstellt, wurde für Annoncen in den Handelszeitschriften benutzt. Der Film DIE WELT OHNE HUNGER, nach dem Roman55, wurde 1920 durch Amboss-Film, Dworsky & Co. freigegeben.56 Wie bei vielen Filmen der Stummfilmära ist es nicht bekannt, ob er erhalten geblieben ist.


53 Vgl. ebd.

54 Vgl. ebd.

55 Die Welt ohne Hunger ist ein bemerkenswertes Beispiel, wie das Thema der hungrigen Massen in der Literatur ausgearbeitet wurde. Der Roman wurde im gleichen Jahr veröffentlicht, als das Kriegsernährungsamt gegründet wurde, aber der Text verweist nicht deutlich auf den Krieg. Jedoch konzentrierten sich sehr viele aktuelle Sorgen und Ängste in Alfred Bratts entworfenem Welthungerhilfe-Projekt, welches auf der Erfindung eines Nahrungsersatz, geformt wie ein Brühwürfel, basierte. Alfred Bell, ein selbstausgebildeter chemischer Wissenschaftler von unspezifiziertem nationalem Ursprung, der stark an die Massen glaubte, versuchte die Lücke zwischen Kapitalismus und Proletariat zu überbrücken. Seine gesellschaftliche Utopie von einer ,Welt ohne Hunger* kam nach dem Misserfolg in Europa in den USA zu einer dramatischen Realisierung.

56 Vgl. Göktürk: Market Globalization, in: Film and the First World War, hrsg. von K. Dibbets, B. Hogenkamp,1995, S. 191.

[Seite 190]

Butchers refused to sell the Russian meat because it lowered the prices. This gave rise to a revolt of mainly women customers, who beat up some of the butchers and plundered their stalls.5 It is important to bear in mind that the pressure to open the market sometimes came from the bottom. [Anm.: Satz bei Uo ausgelassen] The direct action of women in food riots was a new form of political expression. Animosity between housewives and butchers had a long-standing tradition in reality before it eventually made its way into the scenario of DIE FREUDLOSE GASSE (‘The Joyless Street’, 1925).

Many myths evolved around the meat problem and made their way into literature. Upton Sinclair’s The Jungle, for example, was translated into German in 1906 and triggered off a widespread fascination with the Chicago packing houses as one of the most powerful symbols for the inhuman and pitiless regime of capitalism. The fictional character of the Chicago porkpacker Graham was introduced in satirical collections of correspondence with his son ‘Piggy’.6 In the 1920s, Bertolt Brecht used the Chicago packing houses as a setting for his plays Im Dickicht der Städte: Der Kampf zweier Männer in der Riesenstadt Chicago (1927) and Die Heilige Johanna der Schlachthöfe (1932) where he named one of the meat packers Graham. Brecht, like others, associated the theme with the prostitution of women. Women in need sell their flesh for meat - this overlapping imagery corresponded to the role women took in food riots. For German travellers to the USA the Chicago packing houses were among the most popular sights, together with Ford’s car factories and Hollywood, the dream factory.7 [Anm.: Satz bei Uo ausgelassen] From the turn of the century, many anxieties focused around the issue of an

[Seite 191]

‘American threat’ to German economy and industry which was discussed in numerous publications. The fictional meatpacker Graham of Chicago became one of the icons of American mercantilism. He made his reappearance as a central figure in Alfred Bratt’s novel Die Welt ohne Hunger (‘The World without Hunger’), which was published in Berlin in 1916.8 The book and its author are completely forgotten and hardly mentioned in any literary history today. In its day, it was popular enough to be filmed, and the cover of the novel depicting a riot of raggy women in front of skyscrapers was used for advertisement in the trade journals.9 The film DIE WELT OHNE HUNGER based on the novel was released in 1920 by Amboss-Film, Dworsky & Co.10 Like many films from the silent era, it is not known to have survived. However, the large number of empty cans should not be forgotten by film historians. [Anm.: Satz bei Uo ausgelassen]

Die Welt ohne Hunger is a particularly striking example of how the theme of feeding the masses was worked through in literature. The novel was published in the same year as the Kriegsernährungsamt was founded, but the text does not refer to the War explicitly. However, a great deal of current concerns and anxieties were concentrated in Alfred Bratt’s imaginary world hunger relief project based on the invention of a food substitute shaped like a stock cube. Alfred Bell, a self-trained chemical scientist of unspecified national origin who strongly believes in the masses, attempts to bridge the gap between capitalism and proletariat. His social utopia of a ‘world without hunger’, after failing in Europe, comes to a dramatic realization in the USA.


5 For a vivid account of this incident see Thomas Lindenberger, ‘Die Fleisch-Revolte am Wedding: Lebensmittelversorgung und Politik in Berlin am Vorabend des Ersten Weltkriegs’, Manfred Gailus and Heinrich Volkmann, Der Kampf um das tägliche Brot: Nahrungsmangel, Versorgungspolitik und Protest 1770-1990, Opladen: Westdeutscher Verlag, 1994, pp. 282-304.

6 George Horace Lorimer, Letters of a Self-made Merchant to his Son: Being the Letters Written by John Graham, Head of the House of Graham & Company, Porkpackers in Chicago, Familiarly Known on Change as ‘Old Gorgon Graham’ to his Son, Pierrepont, Facetiously Known to his Intimates as ‘Piggy’, Leipzig: Tauchnitz, 1903 (Collection of British Authors, vol. 3684); George Horace Lorimer, Old Gorgon Graham: More Letters from a Self-made Merchant to his Son, Leipzig: Tauchnitz, 1905 (Collection of British Authors, vol. 3798). Both books were also available in German translation.

7 Erhard Schütz, ‘Fließband - Schlachthof - Hollywood: Literarische Phantasien über die Maschine USA’, Erhard Schütz (ed.), Willkommen & Abschied der Maschinen: Literatur und Technik - Bestandsaufnahme eines Themas, Essen: Klartext, 1988, pp. 122-143.

8 Alfred Bratt, Die Welt ohne Hunger, Berlin: Erich Reiß Verlag, 1916. Quotations from the novel in the following are my translations from the 10th edition (1917?).

9 Der Film, no. 45 (1919), pp. 142-143.

10 DIE WELT OHNE HUNGER (1920): Amboss-Film Berlin, 6 reels, 2055m; script by Paul Rosenhayn and Harry Heymann, based on the novel by Alfred Bratt; director: Arthur Wellin; camera: Otto Kanturek; actors: Ernst Stahl-Nachbaur, Sybill de Brée, Paul Kammauf, Carl Richter, Hans Heterich, Franz Evert. The film opened on 23 April 1920 at Richard Oswald-Lichtspiele, Berlin.

Anmerkungen

Die Quelle wird in drei vereinzelten Fußnoten angegeben, Art und Umfang der Übernahme bleiben hingegen ungekennzeichnet. Dass die gesamte Seite im Wortlaut eins zu eins mit dem englischsprachigen Original übereinstimmt, ist nicht erkennbar.

Ein Teil des Textes wird kurzerhand in eine Fußnote geschoben.

Uos einzige gedankliche Leistung besteht hier - wie bereits auf den vorangegangenen Seiten - in der Übersetzung (und im Entfernen einzelner Sätze) des Originals. Dies wird sich bis zum Ende des Abschnitts auf Seite 178 fortsetzen.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[4.] Uo/Fragment 178 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-15 00:48:05 Graf Isolan
Fragment, Gesichtet, Göktürk 1995, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, ÜbersetzungsPlagiat

Typus
ÜbersetzungsPlagiat
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 178, Zeilen: 2-35 (komplett), 101-103
Quelle: Göktürk 1995
Seite(n): 189, 193-194, 195, Zeilen: 189:1-4; 193:5-17.31-37 - 194:1.2-3.17-22; 195:9-12
Die Idee vom Kino als Nahrung der Massen war schon in der Kino-Debatte vor dem Krieg bekannt. Alfred Döblin erklärte 1909, dass die Leute die Nahrung wertloser Groschenromane und die Nickelodeons brauchten wie „panem et circences“. Der Schriftsteller Carl Hauptmann charakterisierte die Ersatzfunktion des Kinos als „Zichorie statt Kaffee für das Volk“. Karl Hans Strobl, ein Schriftsteller von Abenteuerromanen, beschrieb das Kino 1911 als „Theater in Höchstgeschwindigkeit“, in dem „das amerikanische Prinzip“ des „ganzen Ochsen im Suppenwürfel“ angewandt wird.57 Der Film gab den Menschen in einer zweiten Wirklichkeit ein neues Abbild ihrer selbst. Das Auftauchen der Filmstars korrespondierte mit dem Bedürfnis der Massen, sich identifizieren zu können. Sie erfüllten eine Funktion ähnlich der Warenzeichen, die die Identität von Produkten garantierte.

In den Vorkriegsjahren führte das Auftauchen neuer Formen der Unterhaltung in deutschen Städten zu einer „Freizeitexplosion“. Kino war die wichtigste dieser neuen Freizeiteinrichtungen. Der Weg zur Zentralisierung der Unterhaltung war vorgezeichnet. Im Januar 1915 wurden per Erlass des Bundesrates die Filialen ausländischer Filmgesellschaften (Pathé Frères, Gaumont, Literaria und andere) von deutschen Verwaltern übernommen. Jedoch gab es ausländische Filme noch über neutrale Länder wie Dänemark und die Niederlande. Über das Schicksal der ausländischen Filme in deutschen Kinos während des Krieges ist sehr wenig bekannt. Eintragungen der Zensur zeigen, dass amerikanische Filme, die von amerikanischen Firmen produziert wurden, wie Biograph, Selig, Tannhäuser, IMP oder Kalem noch ihren Weg nach Deutschland fanden, da die USA bis 1917 neutral geblieben war.58 Die Bemühungen, nationale Kontrolle über den Filmmarkt zu erreichen, hatten im Laufe des Krieges keinen vollen Erfolg. Es eröffneten sich Perspektiven für die Zukunft, sodass die deutsche Filmindustrie gestärkt aus dem Krieg hervorgehen konnte.

Die nationalistische Rhetorik, die schon in den wirtschaftlichen Debatten der Vorkriegsjahre benutzt wurde, verwandelte sich in ein nationales Verteidigungsdenken gegenüber „der amerikanischen Bedrohung“, dem sich auch die Filmindustrie anschloss. Der Geschmack des frühen Kinopublikums ist von Schriftstellern und Künstlern dokumentiert worden, die sich enthusiastisch über das Potential des neuen Mediums geäußert haben, jedoch fehlen jegliche Aussagen der Zuschauer.


57 Fritz Güttinger: Kein Tag ohne Kino: Schriftsteller über den Stummfilm, Frankfurt 1984. Darin: Alfred Döblin: Das Theater der kleinen Leute (1909), S. 39-41; Carl Hauptmann: Film und Theater (1919), S. 369-375; Karl Hans Strobl: Der Kinematograph (1911), S. 52.

58 Vgl. Göktürk: Market Globalization, in: Film and the First World War, hrsg. von K. Dibbets, B. Hogenkamp, 1995, S. 193.

[Seite 189]

Film, too, creates a second reality by substituting images of people for people. The emergence of stars out of masses of canned people corresponds to the human need to identify, thus serving a function similar to that of trademarks in advertising.

[Seite 193]

In fact, there were considerable parallels in the processes of centralization concerning the food and film supply. The idea that cinema was food for the masses was already common in the Kino-Debatte before the War. Alfred Döblin, on visiting a smelly working-class movie theater in the north of Berlin in 1909, had declared that the people needed the very bloody diet of trashy dime novels and nickelodeons as ‘panem et circences’.11 Another German writer, Carl Hauptmann, characterized the surrogate function of cinema as ‘Zichorie statt Kaffee für das Volk’.12 Karl Hans Strobl, a writer of adventure novels, had described cinema in 1911 as ‘theater in top speed’ to which ‘the American principle’ of ‘the whole ox in the stock cube’ applied.13

In the pre-war years, the emergence of new modes of urban entertainment in German cities had led to a ‘leisure explosion’.14 Cinema was the most important of these new leisure facilities and gradually paved the way for the centralization of entertainment. [...]

[...] In January 1915, by decree of the Bundesrat, the branches of foreign film companies (Pathé Frères, Gaumont, Literaria and others) were taken over by German administrators. However, foreign films still entered through neutral countries like Denmark and the Netherlands. On the whole, very little is known yet about the fate of foreign films in German cinemas during the War. Censorship entries reveal that American films produced by American Biograph, Selig, Tannhouser, IMP or Kalem (THE ADVENTURES OF HELEN HOLMES, for example, was prohibited for children in Berlin in

[Seite 194]

1916) still made their way into Germany because the USA remained neutral until 1917.16 [...] In any case, the German film industry emerged strengthened from the War, [...]

[...] The efforts to achieve national control of the film market could not fully come to fruition in the course of this war, but it opened up perspectives for the future.

The War heated up the nationalist rhetoric used in the economic debates of the pre-war years. The rhetoric of national defense against ‘the American threat’ was also applied to the film industry.20

[Seite 195]

In order to reconstruct the taste of early audiences, we can draw on documents by writers and artists who were enthusiastic about the potential of the new medium, but the silent majority that watched silent films still remains largely obscure, and its preferences need to be further examined.


11 Alfred Döblin, ‘Das Theater der kleine Leute’ (1909), Fritz Güttinger, Kein Tag ohne Kino: Schriftsteller über den Stummfilm, Frankfurt: Deutsches Filmmuseum, 1984, pp. 39-41. On the persistent recurrence of the image of ‘panem et circenses’ in discourses on mass culture see Patrick Brantlinger, Bread & Circuses: Theories of Mass Culture as Social Decay, Ithaca, London: Cornell UP, 1983.

12 Carl Hauptmann, ‘Film und Theater’ (1919), Kein Tag ohne Kino: Schriftsteller über den Stummfilm, pp. 369-375.

13 Karl Hans Strobl, ‘Der Kinematograph’ (1911), Kein Tag ohne Kino: Schriftsteller über den Stummfilm, p. 52.

14 Cf. Lynn Abrams, ‘From Control to Commercialization: the Triumph of Mass Entertainment in Germany 1900-25?’, German History, vol. 8 , no. 3 (1990), pp. 278-293.

16 Cf. Herbert Birett, Verzeichnis in Deutschland gelaufener Filme: Entscheidungen der Filmzensur 1911-1920, Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Munich: Saur, 1980.

20 ‘Die amerikanische Gefahr für die Filmindustrie’, Film-Kurier, 6 June 1919 and 13 June 1919, front page.

Anmerkungen

Die Quelle wird in einer Fußnote angegeben, Art und Umfang der Übernahme bleiben hingegen ungekennzeichnet. Dass die gesamte Seite im Wortlaut eins zu eins mit dem englischsprachigen Original übereinstimmt, ist nicht erkennbar.

Einzig der erste Satz stammt anscheinend von Uo; ansonsten besteht ihre einzige gedankliche Leistung hier - wie bereits auf den vorangegangenen Seiten - in der Übersetzung und Kürzung des Originals.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki