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Quelle:Uo/Gröschl 1997

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Jutta Gröschl
Titel    Die Deutschlandpolitik der vier Grossmächte in der Berichterstattung der deutschen Wochenschauen 1945-1949: ein Beitrag zur Diskussion um den Film als historische Quelle
Herausgeber    Bernd Sösemann
Ort    Berlin, New York
Verlag    de Gruyter
Jahr    1997
Reihe    Beiträge zur Kommunikationsgeschichte
Anmerkung    Zugl.: Giessen, Univ., Diss., 1995
ISBN    3-11-015192-8

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    6


Fragmente der Quelle:
[1.] Uo/Fragment 015 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-13 03:23:04 Sotho Tal Ker
BauernOpfer, Fragment, Gröschl 1997, SMWFragment, Schutzlevel, Uo, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Sotho Tal Ker
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 15, Zeilen: 1-13
Quelle: Gröschl 1997
Seite(n): 20, 21, Zeilen: 20:1,10-14,18-22,31-33; 21:1-2,5-15
[Dabei ist die von Johann Gustav Droysen bereits 1857 getroffene Unterteilung] historischer Überlieferungen5 verwendbar. Er unterscheidet drei Quellengattungen: Quellen, die zum Zwecke der Erinnerung überliefert werden, Überreste, die noch unmittelbar vorhanden sind und Denkmäler, worin sich beide Formen verbinden. Publizistische Erzeugnisse wie Zeitungen, Flugblätter oder politische Broschüren bieten als Quelle stets eine pragmatische Zielsetzung und sind prinzipiell nicht als „objektiv“ anzusehen. Das Droysensche Schema kann auch für die modernen audiovisuellen Medien Verwendung finden, da diese gleichfalls ein Ereignis für die Erinnerung referieren bzw. kommentieren. Da die audiovisuellen Informationsmedien Zeugnis für einen bestimmten Vorgang aus vergangener Zeit ablegen, fallen sie unter die Quellengattung „Denkmäler“.6 Die Tatsache, dass auch das filmische Medium nicht frei von tendenziellen und subjektiven Einflüssen ist, wurde oftmals in der Vergangenheit zum Anlass genommen, audiovisuelle Überlieferungsformen als Forschungsgrundlage abzulehnen.

5 Vgl. Rudolf Hübner: Johann Gustav Droysen, Historik. Vorlesungen über Enzyklopädie und Methodologie der Geschichte. Darmstadt 19604, S. 37f.; Jutta Gröschl: Die Deutschlandpolitik der vier Großmächte in der Berichterstattung der deutschen Wochenschauen 1945-1949: ein Beitrag zur Diskussion um den Film als historische Quelle (Beiträge zur Kommunikationsgeschichte; Bd. 5), (Diss. phil.), Berlin, New York 1997, S. 21 f.

6 Einige Historiker haben sich in den vergangenen Jahrzehnten dieser Betrachtungsweise angeschlossen: Eberhard Büssem/ Michael Neher: Arbeitsbuch Geschichte. Neuzeit, München 1977. Peter Bucher: Der Film als Quelle. Audiovisuelle Medien in der deutschen Archiv- und Geschichtswissenschaft, in: Der Archivar, 41. Jg. (1988), H. 4, S. 497-526. Ernst Opgenoorth: Einführung in das Studium der neueren Geschichte. Paderborn 1989. Margit Szöllösi-Janze: Aussuchen und Abschießen — der Heimatfilm der fünfziger Jahre als historische Quelle, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht (GWU), 44. Jg. (1993), H. 5, S. 308-321.

[S. 20 Z. 1]

[...] 3 [...]

[S. 20 Z. 10-14, 18-22]
Droysen unterteilte dabei die Gesamtheit aller historischen Überlieferungen in drei grundlegende Quellengattungen: In Überreste („was noch unmittelbar vorhanden ist“), in Quellen („was zum Zwecke der Erinnerung überliefert wurde“) und in Denkmäler („Dinge, in denen sich beide Formen verbinden“).4 [...] Zu den pragmatisch ausgerichteten zählte er auch publizistische Erzeugnisse wie Zeitungen, Flugblätter oder politische Broschüren, wobei er jedoch zu bedenken gab, daß diese Quellen prinzipiell nicht als „objektiv“ angesehen werden könnten. [...]

[S. 20, Z. 31- bis S. 21, -15]
So ist zunächst feststellen, daß die audiovisuellen Informationsmedien im allgemeinen — und die Wochenschau im besonderen — das Quellenkriterium, ein Ereignis „zum Zwecke der Erinnerung“ zu referieren bzw. zu kommentieren („das subjektive Element überwiegt über das sachliche“), erfüllen.

[...] Eine Reihe von Historikern6 hat dies in den vergangenen Jahrzehnten auch getan. Demnach gelten die audiovisuellen Informationsmedien heute als „Denkmäler“, da sie Überreste einer vergangenen Zeit, „aus der sie Zeugnis über einen bestimmten Vorgang geben“ sollen, sind.

Gerade jedoch die Tatsache, daß das filmische Medium im allgemeinen — und die Wochenschau im speziellen — prinzipiell nicht frei von tendenziellen und subjektiven Einflüssen ist, wurde in der Vergangenheit von zahlreichen Historikern trotz allem zum Anlaß genommen, die audiovisuellen Überlieferungsformen als Forschungsgrundlage abzulehnen.


3 Rudolf Hübner (Hg.): Johann Gustav Droysen, Historik. Vorlesungen über Enzyklopädie und Methodologie der Geschichte. Darmstadt 19604, S. 37 f.

4 Vgl. Hardtwig (wie Anm. 2), S. 94 ff.

6 Vgl. beispielsweise: Eberhard Büssem und Michael Neher (Hgg.): Arbeitsbuch Geschichte. Neuzeit. München 1977, S. 140. Peter Bucher: Der Film als Quelle. Audiovisuelle Medien in der deutschen Archiv- und Geschichtswissenschaft, in: Der Archivar, 4 (1988), S. 497—526 (hier S. 497). Ernst Opgenoorth: Einführung in das Studium der neueren Geschichte. Paderborn 19893, S. 103. Margit Szöllösi-Janze: „Aussuchen und Abschießen“ — der Heimatfilm der fünfziger Jahre als historische Quelle, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, 5 (1993), S. 308—321 (hier S. 308 f.).

Anmerkungen

Der Umfang der Übernahme, inkl. Quellenauswahl, ist nicht erkennbar.

Sichter

[2.] Uo/Fragment 016 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-13 23:45:16 Graf Isolan
Fragment, Gesichtet, Gröschl 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Sotho Tal Ker
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 1-10
Quelle: Gröschl 1997
Seite(n): 22, Zeilen: 5-18
Schon Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in filmischen Fachkreisen die Ansicht geäußert, dass die historische Wissenschaft durch das filmische Medium in der Lage sei, historische Ereignisse in naturgetreuer Abbildung nachvollziehen zu können.11 Die deutsche Geschichtswissenschaft lehnte jedoch im Gegensatz zu französischen und amerikanischen Historikern die Übernahme anderer Analyseverfahren als die traditionellen generell ab. Erst nachdem im Ersten Weltkrieg der Film zur politischen Propaganda und psychologischen Kriegführung missbraucht worden war, begannen sich zwischen 1926 und 1932 ausländische Historiker auf Kongressen mit dem Film als historischer [sic] Quelle auseinanderzusetzen.

11 Friedrich P. Liesegang: Entwicklung, Wesen und Bedeutung des Kinematographen, Düsseldorf 1910, S. 49f. Vgl. auch Bucher: Film als Quelle, in: Der Archivar, 1988, S. 499.

Wenngleich schon wenige Jahre nach der Erfindung des Films, Anfang des 20. Jahrhunderts, in filmischen Fachkreisen8 vereinzelt die Ansicht geäußert wurde, daß die historische Wissenschaft durch das filmische Medium nunmehr in der Lage sei, den Verlauf historischer Ereignisse in naturgetreuen Abbildungen nachvollziehen zu können9, wies die deutsche Geschichtswissenschaft generell — im Gegensatz beispielsweise zur französischen und amerikanischen — die Übernahme anderer Analyse- und Erklärungsverfahren als den traditionellen ab.10

Erst nachdem im Ersten Weltkrieg der Film zur politischen Propaganda mißbraucht worden und damit zu einer Quelle für die Geschichte der Propaganda sowie der psychologischen Kriegführung geworden war, begannen sich Geschichtswissenschaftler zwischen 1926 und 1932 auf internationalen Historikerkongressen mit dem Film als historische Quelle auseinanderzusetzen.


8 Vgl. beispielsweise Friedrich P. Liesegang: Entwicklung, Wesen und Bedeutung des Kinematographen. Düsseldorf 1910, S. 49 f.

9 Vgl. Bucher, Der Film als Quelle (wie Anm. 6), S. 499. In vielen naturwissenschaftlichen und medizinischen Fächern fand die Nutzung des Films als wissenschaftliches Dokumentations- und Unterrichtsmittel zu dieser Zeit schon breite Anwendung.

10 Vgl. in diesem Zusammenhang ausführlich Helmut Berdings Darstellung der neohistorischen Phase in Deutschland im Aufsatz „Geschichtsschreibung und Geschichtstheorie. Theodor Mommsen“. Aufklären durch Geschichte. Ausgewählte Aufsätze. Göttingen 1990, S. 46.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[3.] Uo/Fragment 016 19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-08-13 02:26:43 Sotho Tal Ker
Fragment, Gröschl 1997, SMWFragment, Schutzlevel, Unfertig, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Sotho Tal Ker
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 19-23
Quelle: Gröschl 1997
Seite(n): 23, Zeilen: 11-12, 14-19
1933 wurde ein eigenständiges Reichsfilmarchiv gegründet, dessen Ziel nicht war, Historikern die Erforschung des Dokumentarfilms zu ermöglichen, sondern filmische Quellen im Sinne der nationalsozialistischen Propaganda zu interpretieren und als Grundlage für die Entstellung historischer Wahrheiten zu verwenden.14

14 Vgl. Wilhelm Treue: Das Filmdokument als Geschichtsquelle, in: Historische Zeitschrift, Bd. 186, 100. Jg. (1958), S. 308-327. Fritz Terveen: Der Film als historisches Dokument. Grenzen und Möglichkeiten, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, 3. Jg. (1955), H. 2, S. 57-66.

Was ab 1933 auch geschah: In diesem Jahr wurde ein eigenständiges Reichsfilmarchiv gegründet, [...] Ziel dieser Einrichtung war es jedoch nicht, vorrangig den Historikern den Zugang zur Erforschung des Dokumentarfilms zu ermöglichen, sondern die filmischen Quellen im Sinne der nationalsozialistischen Propaganda interpretierbar zu machen und als Grundlage für die Entstellung historischer Wahrheiten zu verwenden.15

15 Vgl. hierzu Treue (wie Anm. 13), S. 308 f.

Anmerkungen

Noch zu prüfen ist, ob in "Treue 1958" diese Formulierung vorkommt.

Sichter

[4.] Uo/Fragment 017 05 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-13 23:48:38 Graf Isolan
Fragment, Gesichtet, Gröschl 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Sotho Tal Ker
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 17, Zeilen: 5-31
Quelle: Gröschl 1997
Seite(n): 24-28, Zeilen: 24:8-21;25:1-5,16-17;26:1-3,5-9;27:4-6,15-18;28:5-7,11-13
Nach dem Zweiten Weltkrieg knüpfte die historische Forschung unverändert an die Fragestellungen der zwanziger und dreißiger Jahre an. Sie sah ebenfalls keine Notwendigkeit einer Neubestimmung quellenkundlicher Grundlagen. Der wissenschaftliche Umgang mit publizistischen und filmischen Zeugnissen der Vergangenheit wurde vorrangig den Archivaren überlassen. Filmische Nachlässe zur Publizistik- und Kommunikationsgeschichte des Zweiten Weltkriegs wurden ausschließlich von Archivaren des Bundesarchivs ediert [sic] (H. Boberach, Willi A. Boelke [sic], W. Kothe).17 Ende der vierziger Jahre wurde der Film als historische Quelle wieder aufgegriffen. Der Mediävist Percy Ernst Schramm setzte sich für die Analyse des filmischen Mediums ein. Walther Hubatsch und sein Mitarbeiter Fritz Terveen begannen, sich mit dem Dokumentarfilm als historischer [sic] Quelle zu beschäftigen.18 Mitte der fünfziger Jahre lagen die Ergebnisse der Untersuchungen vor, die sich mit der sozialpsychologisch orientierten Erforschung der „öffentlichen Persönlichkeit“ befassten. Am Beispiel Hindenburgs wurde vor allem mit biographischen Wochenschauaufnahmen der Weg vom Privatmann zum Reichspräsidenten gezeigt. Dabei wurde die Zeitspanne von 1917 bis 1934 umfasst. Zusammen mit dem Institut für den Wissenschaftlichen Film in Göttingen haben die Historiker Schramm, Hubatsch, Terveen und Treue zwischen 1953 und 1961 rund fünfzig kritisch bearbeitete und editierte Filmdokumente zur deutschen Geschichte von 1895 bis 1945 veröffentlicht. Treue plädierte — wie zuvor schon Hubatsch — dafür, das filmische Medium als eine „echte Geschichtsquelle“ anzusehen. Vor diesem Hintergrund könnten durch audiovisuelle Nachlässe für die Geschichtswissenschaft völlig neue Aspekte gewonnen werden. Bodo Scheurig war 1962 der Ansicht, dass der dokumentarische Film wie auch der Tonträger mehr als ein audiovisuelles Beiwerk sei, und in bestimmten Untersuchungen sogar Hauptquelle für das historische Interesse sein [sic].

17 Vgl. Wolfgang Kothe: Über Bild- und Filmarchive, in: Der Archivar, 17. Jg. (1963), H. 3, S. 197-198.

18 Vgl. Treue: Geschichtsquelle, in: Historische Zeitschrift, 1958, S. 317f.

[S. 24, Z. 8-21 bis S. 25, Z. 1-5]

In den drei westlichen Besatzungszonen und später in der Bundesrepublik knüpfte die historische Forschung nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst nahezu unverändert an die Fragestellungen der zwanziger und dreißiger Jahre an. Daher erschien es auch nicht notwendig, die quellenkundlichen Grundlagen neu zu bestimmen.20 Der wissenschaftliche Umgang mit publizistischen und filmischen Zeugnissen der Vergangenheit wurde vielmehr vorrangig den Archivaren überlassen. So ist es denn auch nicht verwunderlich, daß beispielsweise die filmischen Nachlässe zur Publizistik- und Kommunikationsgeschichte des Zweiten Weltkriegs ausschließlich von Archivaren des Bundesarchivs, wie beispielsweise Heinz Boberach, Willi A. Boelcke oder Wolfgang Kothe editiert wurden.21

Erst Ende der vierziger Jahre wurde in Westdeutschland die Frage des Films als historische Quelle wieder von einzelnen Geschichtswissenschaftlern aufgegriffen. So regten beispielsweise Percy Ernst Schramm22, Walther Hubatsch und Wilhelm Treue23 im November 1949 beim Institut für den Wissenschaftlichen Film24 in Göttingen erste gemeinsame Vorarbeiten zur Beschäftigung mit dem Dokumentarfilm als historische Quelle an.25

[S. 25, Z. 16-17 bis S. 26, Z. 1-3 u. 5-9]
Im ersten größeren Geschichtsprojekt27, das Hubatsch und sein Mitarbeiter Fritz Terveen28 in Zusammenarbeit mit dem Institut für den Wissenschaftlichen Film unternahmen, wurden Wochenschau-Dokumente über Reichspräsident Hindenburg erschlossen und quellenkritisch bearbeitet. [...] So lag denn auch das Schwergewicht des Instituts für den Wissenschaftlichen Film zunächst auf der Analyse periodisch erscheinender, audiovisueller Veröffentlichungen und der überwiegend sozialpsychologisch orientierten Erforschung der „öffentlichen Persönlichkeit“.29

[S. 27, Z. 4-6 u. 15-18]
Treue hingegen plädierte drei Jahre später — ebenso wie schon zuvor Hubatsch — dafür, das filmische Medium als eine „echte Geschichtsquelle“ anzusehen, [...] Doch das mache, seiner Ansicht nach, gerade ihren Wert für die Geschichtswissenschaft aus, denn durch audiovisuelle Nachlässe könnten völlig neue Aspekte gewonnen werden: [...]

[S. 28, Z. 5-7 u. 11-13]
Ausgehend von diesem Ansatz entwickelte Bodo Scheurig schließlich 1962 in seiner „Einführung in die Zeitgeschichte“ eine Differenzierung in der Bewertung der filmischen Quellen. [...] Auf der anderen Seite gab er jedoch zu bedenken, daß audiovisuelle Nachlässe in bestimmten Untersuchungen auch Hauptquelle für das historische Interesse sein könnten: [...]


20 [...]

21 Vgl. hierzu auch Wolfgang Kothe: Über Bild- und Filmarchive, in: Der Archivar, 3 (1963), S. 190-198.

22 [...]

23 Vgl. hierzu beispielsweise die Aufsätze von Walther Hubatsch: Probleme des geschichtswissenschaftlichen Films, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, 4 (1955), S. 476—479, und Wilhelm Treue: Das Filmdokument als Geschichtsquelle, in: Historische Zeitschrift 4 (1958), S. 308—327.

24 [...]

25 [...]

27 [...]

28 [...]

29 Allein zwischen 1953 und 1961 veröffentlichte das Institut für den Wissenschaftlichen Film beispielsweise rund fünfzig kritisch bearbeitete und editierte Filmdokumente zur deutschen Geschichte von 1895 bis 1945 für Forschungs- und Hochschulzwecke.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[5.] Uo/Fragment 025 05 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-13 23:50:39 Graf Isolan
Fragment, Gesichtet, Gröschl 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Sotho Tal Ker
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 25, Zeilen: 5-31
Quelle: Gröschl 1997
Seite(n): 29-32, Zeilen: 29:8-22;30:1-12,15-17;31:1-2,7-19;32:Fn52
1970 stellte Günter Moltmann fest, dass im Unterschied zur Geschichtspädagogik, wo Filme und Tondokumente starke Beachtung gefunden hatten, der neue Quellenbereich trotz vieler methodischer Hinweise nicht genutzt werde.39 Daran hat sich auch in den letzten Jahrzehnten kaum etwas geändert, obwohl sich bei der Gründung der Internationalen Vereinigung zur Förderung audiovisueller Quellen in der Historischen Forschung und Didaktik (IAMHIST) 1977 in Tutzing die Tendenz erkennen ließ, das filmische Medium als historische Quelle nicht mehr in Frage zu stellen. Über den Nutzen derartiger Quellen herrschen jedoch weiterhin unterschiedliche Ansichten. Nicht zuletzt ist dies auf die aufwendigere Erschließung zurückzuführen, die gewisse technische Kenntnisse voraussetzt. Es ist ein mühsamer Weg durch die Sammlungskataloge von Museen, Bild- und Filmarchiven, der bei photographischem Material zusätzlich durch die mangelnde Fürsorge für die Negative erschwert wird. Mit der Notwendigkeit Visuell-Akustisches aus dem distanzlosen Miterleben in Worte zu fassen, baut sich eine weitere Hürde auf. Der Zeugniswert des Films als Originaldokument liegt im bewusst gestalteten Abbild des Zeitgeschehens und seiner unmittelbaren Wirkung auf den Betrachter. Die Inszenierung von Höhepunkten, die Kürze der Berichte und der Unterhaltungsfaktor werden durch die Beschränkung auf Äußerlichkeiten als entscheidende Mängel bei der Erschließung angeführt. Darin sieht jedoch Margit Szöllösi-Janze einen Vorteil, da beispielsweise bei den identischen Strickmustern jeder Wochenschau aus der Analyse immer gleicher Einzelstücke und Berichte die Inhalte leichter erkennbar sind.40

Als Vermittler zeitgeschichtlicher Mentalität stellt der Film ein dynamisch konzipiertes Produkt dar. Wie er dieses vermittelt, macht seinen Quellenwert aus. Für die Verwendung des filmischen Mediums in historischen Untersuchungen haben sich in den vergangenen Jahren Historiker und Geschichtsdidaktiker immer wieder auf den Droysenschen Quellenbegriff berufen.41


39 Vgl. Karl-Friedrich Reimers: Audio-visuelle Dokumente in der Forschung und Hochschule, in: Zeitgeschichte im Film- und Tondokument, hrsg. von Günter Moltmann und Karl-Friedrich Reimers, Göttingen 1970, S. 112.

40 Vgl. Szöllösi-Janze: Aussuchen und Abschießen, in: GWU , 1993, S. 308 f.

41 Vgl. Esther-Beate Körber: Wie interpretiert man eine Wochenschau? Überlegungen an Beispielen aus der Nachkriegszeit, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, 45. Jg. (1994), H. 3, S. 137-150, hier S. 138, und 150 f. Bücher: Film als Quelle, in: Der Archivar, 1988, 497-526.

[S. 29, Z. 8-22 bis S. 30, Z. 1-12]

Dennoch stellte Günter Moltmann 1970 in seinem Aufsatz „Film- und Tondokumente als Quellen zeitgeschichtlicher Forschung“ fest, daß „trotz aller methodischer Besinnung auf Film und Ton [...] kaum zu spüren“ sei, daß „dieser neue Quellenbereich ernsthaft genutzt“ werde: „Die vielen methodischen Hinweise haben im Bereich der Forschung — im Unterschied zur Geschichtspädagogik, wo Filme und Tondokumente stärkere Beachtung gefunden haben — kaum eine nennenswerte Wirkung ausgeübt.“40 An dieser Grundtendenz hat sich im Prinzip auch in den letzten zwei Jahrzehnten kaum etwas geändert, wenngleich 1977 in Tutzing eine Internationale Vereinigung zur Förderung audiovisueller Quellen in der historischen Forschung und Didaktik (IAMHIST41) gegründet wurde. Das filmische Medium wird zwar heute kaum mehr als historische Quelle in Frage gestellt42. Der Nutzen für die Geschichtswissenschaft stößt jedoch auch weiterhin auf unterschiedliche Ansichten. — Was nicht zuletzt auch auf die — im Vergleich zu den schriftlichen Quellen — technisch aufwendigere Erschließung zurückzuführen ist.43 So scheuen immer noch viele Historiker — im Gegensatz zu den Geschichtsdidaktikern44 — die Erschließung des Films als historische Quelle.

Wenngleich Anfang der siebziger Jahre beispielsweise von Boshof, Düwell und Kloft explizit dargelegt wurde, daß jede Quelle — auch die audiovisuellen Medien — einer eigenen Kritik bedürfe45, werden immer noch einige Eigenarten des Films im allgemeinen und der Wochenschau im speziellen, wie beispielsweise die Beschränkung auf das filmbare Äußerliche, die Schaffung inszenierter Höhepunkte, die Kürze der einzelnen Berichte sowie der Unterhaltungsfaktor, als entscheidende Mängel für deren Erschließung angeführt.46

[S. 30, Z. 15-17 bis S. 31, Z. 1-2]
So sieht beispielsweise Margit Szöllösi-Janze gerade das identische Strickmuster jeder Wochenschau-Ausgabe sowie ihre Zusammensetzung aus immer gleichen Einzelstücken als Vorteil an, „wenn es darum geht, aus der Analyse einzelner Berichte [...] Inhalte herauszuarbeiten.“47

[S. 31, Z. 7-19]
„Mit dem Einschalten der Kamera und ihren Bewegungen, dem ‚mise en scène‘ der Montage und Ton-Bild-Mischung entsteht ein gänzlich dynamisch konzipiertes Produkt. [...] Gerade das filmische ,wie‘ die besondere Vermittlung und Gestaltungsweise, ist selbst ein wichtiger Bedeutungsträger, der auf seinen Quellenwert zu befragen ist. Ohne diese Vermittlung existiert kein Film, sie ist im und am Film kenntlich zu machen. Eben ,wie‘ das ‚was‘ gezeigt wird, das macht den Quellenwert des Films aus.“48

Bei ihren Legitimationsbemühungen für die Verwendung des filmischen Mediums in historischen Untersuchungen haben sich die Historiker und Geschichtsdidaktiker in den vergangenen Jahren auch immer wieder aufs neue auf den Droysenschen Quellenbegriff und -kritik berufen.49


40 Vgl. Günter Moltmann: Film- und Tondokumente als Quellen zeitgeschichtlicher Forschung, in: Moltmann und Reimers (wie Anm. 25), S. 23.

41 [...]

42 [...]

43 Vgl. hierzu beispielsweise die Darstellung von Eberhard Büssem und Michael Neher: „Für die Quellenkritik des Films ist eine gewisse Kenntnis seiner technischen Bedingungen Voraussetzung. [...] Die noch sehr in den Anfängen steckende Erschließung bildlicher Quellen hat zumeist auf mühsamem Weg über die Sammlungskataloge von Museen, Bild- und Filmarchiven zu erfolgen. Die Auswertung wird vor allem im Fall fotografischen Materials durch die mangelnde Fürsorge für das Negativmaterial erschwert.“ Arbeitsbuch Geschichte Neuzeit. München 1977, S. 140.

44 Günter Moltmann untersuchte 1970 in seinem Aufsatz „Film- und Tondokumen­te als Quellen zeitgeschichtlicher Forschung“ diese zögerliche Annäherung der Historiker an das filmische Medium: „Eine besondere Schwierigkeit der Quellenauswertung liegt im Umweg über das distanzlose Miterleben, eine weitere in der Notwendigkeit, Visuell-Akustisches mit Worten zu fassen. Diese Schwierigkeiten sind nicht unüberbrückbar, und es ist zu hoffen, daß in der Zukunft nicht nur von der Pädagogik, sondern auch von der eigentlichen Forschung mehr Gebrauch von dem wertvollen, vielfach noch unerschlossenem Material gemacht wird.“ In: Moltmann und Reimers (wie Anm. 25), S. 23.

45 [...]

46 [...]

47 Vgl. Margit Szöllösi-Janze: „Aussuchen und Abschießen“ — der Heimatfilm der fünfziger Jahre als historische Quelle, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, 5 (1993), S. 308-321 (hier S. 308 f.).

48 Detlef Endeward und Peter Stettner: Film als historische Quelle. Anmerkungen zu Joachim Wendorf/Michael Lina: Probleme einer themengebundenen kritischen Filmquellen-Edition, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, 12 (1988), S. 496-498 (hier S. 497).

49 Vgl. hierzu ausführlich Esther-Beate Körber: Wie interpretiert man eine Wochenschau? Überlegungen an Beispielen aus der Nachkriegszeit, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, 3 (1994), S. 137—150 (hier S. 138 und 150 f.).

52 Bereits 1970 stellte Harald Witthöft in seinem Aufsatz „Zeitgeschichtliche Dokumente im Geschichtsunterricht“ heraus, daß der Film als Orginaldokument für die historische Wissenschaft zweifachen Zeugniswert besitze: „Er ist ein passives ‚Abbild‘ vom Geschehen (ungeachtet der Tatsache, daß er bewußt gestaltet wurde) und ,Akteur‘ im Geschehen kraft seiner ihm durch die Filmidee mittels der Filmsprache verliehenen Wirkung auf die zeitgenössischen Betrachter.“ Zeitgeschichtliche Dokumente im Geschichtsunterricht, in: Moltmann und Reimers (wie Anm. 25), S. 219.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf Übernahme. In der Quelle sind Zitate im Wortlaut wiedergegeben, deren sinngemäße Wiedergabe bei Uo ganz ohne Nachweis bleibt.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[6.] Uo/Fragment 033 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-01-09 20:34:40 Schumann
Fragment, Gesichtet, Gröschl 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Sotho Tal Ker
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 33, Zeilen: 3-18
Quelle: Gröschl 1997
Seite(n): 35, 36, Zeilen: 35:2-12; 36:1-2, 12-17, 21-24
Während der Dokumentarfilm in der deutschen Geschichtswissenschaft erst seit Ende der achtziger Jahre als Quelle generelle Akzeptanz findet, haben Historiker des französischen und angloamerikanischen Sprachraums bereits historische Spielfilme zur Forschung herangezogen. Hierbei dominieren zwei Fragestellungen: einerseits die nach dem Quellenwert für die Geschichte der Zeit, in der der Film konzipiert, gedreht und gezeigt wurde; andererseits danach, inwieweit das im Film präsentierte Ereignis im Sinne der Historie objektiv und wahrheitsgemäß dargestellt ist. Im Vergleich hierzu wird dem Spielfilm als Untersuchungsgegenstand in Deutschland nur eine marginale Rolle zugestanden (Margit Szöllösi-Janze). Erst 1991 beschäftigen sich deutsche Historiker mit dem Problem filmischer Geschichtsvermittlung.12 Der in der Gegenwart seiner Entstehungszeit spielende Film liefert Informationen über den Alltag, die Mode, die Verhaltensweisen etc. eben dieser Zeit, die oft umso korrekter sind, wenn sie eher beiläufig und unbewusst gegeben werden. Ebenso lässt die Analyse der Kamera­führung, der Filmmusik, des gesprochenen Kommentars, der Montage etc. Rück­schlüsse auf das Alltagsgeschehen und dessen Bewältigung zu.

12 Vgl. Rainer Rother: Bilder schreiben Geschichte: Der Historiker im Kino, Berlin 1991.

[S. 35, 2-12]

Während der Dokumentarfilm in der deutschen Geschichtswissen­schaft erst seit Anfang der siebziger Jahre als Quelle generelle Akzeptanz findet, ziehen zahlreiche Historiker des französischen und englisch-amerikanischen Sprachraums — wo die Analyse von Dokumentarfilmen bereits seit mehreren Jahrzehnten ihren Platz in der Geschichtswissen­schaft gefunden hat — inzwischen auch historische Spielfilme zur For­schung heran. Hierbei dominieren zwei grundsätzliche Fragestellungen: einerseits die nach dem Quellenwert des Films für die Geschichte der Zeit, in der er konzipiert, gedreht und gezeigt wurde; andererseits, inwieweit das im Film präsentierte Ereignis im Sinne der Historie objektiv und richtig dargestellt ist.61

[S. 36, 1-2]
In Deutschland besitzt hingegen der Spielfilm als historischer Unter­suchungsgegenstand eine marginale Rolle.67

[S. 36, 12-17]
„So liefert etwa der nicht-historische, also in der Gegenwart seiner Entstehungszeit spielende Film Informationen über den Alltag, die Mode, Verhaltensweisen etc. der damaligen Vergangenheit. Diese Informationen sind oft um so korrekter, wenn sie eher beiläufig und sozusagen unbewußt gegeben werden.“70

[S. 36, 21-24]
„Durch die Analyse der Kameraführung, der Filmmusik, des gesprochenen Kommentars, der Montage etc. lassen sich Erkenntnisse gewinnen, die Rückschlüsse auf das Handeln und Leiden des ,anonymen' Menschens erlauben. [...][“71]


61 Vgl. Bernd Hey: Geschichte im Spielfilm. Grundsätzliches und ein Beispiel: der Western, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, 1 (1988), S. 17—33.

67 Vgl. Szöllösi-Janze (wie Anm. 17), S. 308 f.

70 Hey (wie Anm. 61), S. 320 f.

[71 Bucher, Die Bedeutung des Films als historische Quelle (wie Anm. 68), S. 321.]

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quellen, weder Gröschl noch Hey oder Bucher werden erwähnt.

Sichter
(Sotho Tal Ker), Agrippina1

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