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Quelle:Uo/Jeancolas 1994

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Jean-Pierre Jeancolas
Titel    Der französische Film 1914-1918
Sammlung    Die letzten Tage der Menschheit: Bilder des ersten Weltkrieges; (10. Juni bis 28. August, Altes Museum Berlin) / eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums, Berlin ... in Verbindung mit dem Imperial War Museum, London.
Herausgeber    Rainer Rother
Ort    Berlin
Verlag    Ars Nicolai
Jahr    1994
Seiten    227-234
ISBN    3-89479-052-0

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    10


Fragmente der Quelle:
[1.] Uo/Fragment 141 27 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-08 15:20:43 Graf Isolan
Fragment, Gesichtet, Jeancolas 1994, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 141, Zeilen: 27-29, 33-35, 106-107
Quelle: Jeancolas 1994
Seite(n): 227, Zeilen: 2, li.Sp. 1-4.7-18
3.2 Französische Filme

Für den französischen Film brachte die erste Augustwoche 1914 einen tiefgreifenden Wandel mit sich. [...] Bis dahin war die Vorherrschaft des französischen Films auf den Märkten der Welt, insbesondere auf dem amerikanischen Markt, offenkundig.218


218 Georges Sadoul schätzte, dass im Jahr 1910 60-70% der in der Welt verkauften Filme aus Pariser Studios stammten, insbesondere aus der von Charles Pathé 1896 gegründete Firma. [1908 verkaufte Pathé in den Vereinigten Staaten doppelt so viel Filme wie alle amerikanischen Firmen zusammen.]

Der französische Film 1914-1918

Für den französischen Film brachte die erste Augustwoche 1914 einen tiefen Einschnitt und den vollständigen Zusammenbruch.

Ursprünglich, zu einer Zeit, da der Film noch nicht die siebente Kunst war, war die Vorherrschaft des französischen Films auf den Märkten der Welt, insbesondere auf dem reichen amerikanischen Markt, ganz offenkundig. Georges Sadoul schätzt, daß im Jahr 1910 60-70% der in der Welt verkauften Filme aus Pariser Studios stammten. Der Löwenanteil entfiel auf die von Charles Pathé 1896 gegründete Firma: 1908 verkaufte Pathé in den Vereinigten Staaten doppelt so viel Filme wie alle amerikanischen Firmen zusammengenommen.

Anmerkungen

Geringfügig umformuliert, aber sinntreu. Ein Teil des Fließtextes der Vorlage wurde in Fußnote 218 ausgelagert.

Die Lücke in den Zeilen 29-33 wird in Uo/Fragment_141_29 geschlossen.

Sichter
(Graf Isolan), Klicken

[2.] Uo/Fragment 142 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-06-15 10:45:34 Klicken
Fragment, Gesichtet, Jeancolas 1994, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 142, Zeilen: 1-7
Quelle: Jeancolas 1994
Seite(n): 227, Zeilen: li.Sp. 20-30; re.Sp. 33-39
[Mit Beginn des Ersten Weltkrie]ges konnte nur die amerikanische Filiale Pathé America, die sich nach ihrer Konsolidierung durch amerikanisches Kapital im Oktober 1914 Pathé Exchange nannte, das Überleben des Unternehmens sichern. Die Konkurrenz der Amerikaner, deren Filmindustrie mit einer Generation talentierter Künstler ein ganz anderes Kino schuf, sowie die Konkurrenz der Italiener und der Dänen, untergrub die Überlegenheit jener vier Firmen, Pathé, Gaumont, Eclair und Eclipse, die auf den europäischen Märkten die französische Produktion kontrollierten. Die Konkurrenz der Amerikaner, deren Filmindustrie an Bedeutung gewann und einer Generation von talentierten Künstlern die Mittel gab, ein anderes Kino zu schaffen, untergrub ebenso wie die Konkurrenz der Italiener und der Dänen die Überlegenheit von Pathé, Gaumont, Eclair und Eclipse auf den europäischen Märkten, jenen vier Firmen, die, unterschiedlich stark, die französische Produktion kontrollierten.

[...]

Während dieser vier Jahre sicherte die amerikanische Filiale Pathé America, die sich nach ihrer Konsolidierung durch amerikanisches Kapital im Oktober 1914 Pathé Exchange nannte, das Überleben des Unternehmens.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

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[3.] Uo/Fragment 142 16 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-06-15 10:48:33 Klicken
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Jeancolas 1994, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 142, Zeilen: 16-21
Quelle: Jeancolas 1994
Seite(n): 227, 228, Zeilen: 227:re.Sp. 14.16-24; 228:li.Sp. 1-2
Die Mobilmachung riss die Menschen aus den Studios, den unbekannten Bühnenarbeiter ebenso wie den großen Star. Selbst ein Mann wie der Schauspieler Max Linder, der 250.000 Francs pro Jahr verdiente, zog die Uniform an.220 Die Militärbehörden beschlagnahmten die Studios, die Kinos schlossen. Von einem Tag zum anderen wurde die Produktion unterbrochen. Sechs Monate lang gab es keine inländische französische Filmproduktion.

220 Vgl. Jean-Pierre Jeancolas: Der französische Film 1914-1918, in: Tage der Menschheit, hrsg. von R. Rother, 1994, S. 227-234, hier S. 227. Überstürzt drehte Max Linder noch bevor er an die Front ging einen kleinen Gelegenheitsfilm, der später im April 1916 für ihn eine neue Karriere auslöste.

[Seite 227]

Die Mobilmachung wirkte sich auf das komplexe Gefüge des französischen Films verheerend aus. Sie riß die Menschen aus den Studios, den unbekannten Bühnenarbeiter wie den großen Star; selbst ein Mann wie Max Linder, der 250 000 Francs pro Jahr verdiente, zog die Uniform an. Die Militärbehörden beschlagnahmten die Studios, die Kinos schlossen. Von einem Tag zum anderen wurde die Produktion unterbrochen.

[Seite 228]

Sechs Monate lang gab es keine inländische französische Filmproduktion.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahmen bleiben trotz weitgehend wörtlicher Übereinstimmung ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), Klicken

[4.] Uo/Fragment 142 35 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-06-12 15:12:49 Kybot
Fragment, Jeancolas 1994, SMWFragment, Schutzlevel, Uo, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 142, Zeilen: 35-37
Quelle: Jeancolas 1994
Seite(n): 228, Zeilen: li.Sp. 3-6.8-11
Danach musste sich der französische Film erneut auf ein provinzielles Niveau einstellen. Im Winter 1914/1915 erkannte man, dass der Krieg andauern und die wirtschaftlichen und geistigen Kräfte auf Jahre hinaus binden [würde.] Es folgten vier Jahre eines Neubeginns ohne Illusionen, in denen sich der französische Film auf einem niedrigen, quasi provinziellen Niveau einrichtete, auf dem er noch sehr lange nach dem Ende des Krieges verharrte. Im Winter 1914/1915 wurde klar, daß der Krieg lange dauern, die wirtschaftlichen und geistigen Kräfte auf Jahre hinaus binden würde [...]
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan)

[5.] Uo/Fragment 143 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-06-15 10:55:39 Klicken
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Jeancolas 1994, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 143, Zeilen: 1-38
Quelle: Jeancolas 1994
Seite(n): 228, Zeilen: 228:li.Sp. 8-21, 25-29, 38-50 - re.Sp. 1-5, 7-13, 18-25, 47-50 - 229:li.Sp. 1-12, 14-24; re.Sp. 17-21, 32-38
[Im Winter 1914/1915 erkannte man, dass der Krieg andauern und die wirtschaftlichen und geistigen Kräfte auf Jahre hinaus binden] würde. Da die Moral der Truppen und der Bevölkerung von entscheidender Bedeutung war, setzte sich bei den Behörden die Einsicht durch, dass es von Vorteil sei, für die Zivilbevölkerung und die Soldaten auf Urlaub Filmvorführungen zu organisieren. Später akzeptierten sie die Vorstellung, dass der Film als Propaganda- und Informationsinstrument eine Waffe sein kann.222

Gaumont und später auch Pathé erhielten einen Teil ihrer Ausrüstungen zurück und brachten Anfang 1915 ihre ersten im Krieg gedrehten Filme auf den Markt. Eclair schickte zwei seiner besten Regisseure, Maurice Tourneur und Emile Chautard, nach Amerika. Andere renommierte Filmemacher wie Albert Capellani, dessen für Pathé SCAGL (Société Cinématographique des Auteurs et Gens de Lettres) 1913 gedrehter Film GERMINAL den Höhepunkt des französischen Vorkriegsfilms darstellte, oder Gaumonts ,Mann für alles' Leonce Perret, reisten auf der Suche nach besseren Arbeitsbedingungen ebenfalls über den Ozean.223

Die Abwanderung der Künstler und die erzwungene Verlagerung von Pathé und Eclair zeigten die dramatische Krise, in die die französische Filmindustrie während des Krieges geriet. Sie verlor sogar ihren nationalen Markt. Vorher hatte die französische Filmindustrie recht gut vom Verkauf ihrer Filme in aller Welt gelebt. Der Abbruch der Handelsbeziehungen mit Mitteleuropa und der Niedergang der Industrie begünstigte die Entwicklung der Filmindustrien in den Mittelmächten und in Russland und öffnete den Hollywood-Filmen den französischen Markt.

Im Unterschied zu Deutschland, wo die militärisch-industrielle Macht 1917 all ihren Einfluss geltend machte, um die Filmindustrie in der UFA zu konzentrieren, blieb die französische Filmproduktion in privaten Händen. Erstmalig während der Schlacht um Verdun griff der Staat ein und verhängte eine landesweite Zensur. Bis dahin hatten Bürgermeister und Präfekten das Recht, Filmaufführungen mit einem lokalen Verbot zu belegen. Mit einer Verordnung setzte der Innenminister Louis-Jean Malvy am 16. Juni 1916 ein zentrales Filmkontrollorgan ein, dessen Entscheidungen für ganz Frankreich galten. Der Dramatiker Paul Ginisty übernahm den Vorsitz dieser aus fünf Beamten zusammengesetzten Kommission. Im ersten Jahr ihres Bestehens verbot sie 145 Filme.224 Bei den meisten französischen Filme handelte es sich Melodramen mit unwahrscheinlichen Situationen und ohne innere Überzeugung. Eine Ausnahme war der 1916 von der Firma Eclipse unter der Regie von Louis Mercanton und René Hervil produzierten Film Les Mères Francaises mit der damals schon 72 Jahre alten Sarah Bernhardt. Sie spielte die Rolle der Ehefrau und Mutter zweier gefallener Offiziere.


222 Vgl. Jeancolas: Der französische Film, in: Tage der Menschheit, hrsg. von R. Rother, 1994. S. 228. Vgl. auch ders.: Le cinéma et la grande guerre, in: Jeune cinéma, 40, Juin-juil. 1969, S. 3-9.

223 Vgl. ebd., S. 228.

224 Vgl. ebd., S. 229.

[Seite 228]

Im Winter 1914/1915 wurde klar, daß der Krieg lange dauern, die wirtschaftlichen und geistigen Kräfte auf Jahre hinaus binden würde - und daß die Moral der Truppen und des Hinterlandes in diesem totalen Krieg von entscheidender Bedeutung war. Als erstes setzte sich bei den Behörden die Einsicht durch, daß man für die Zivilbevölkerung und die Soldaten auf Urlaub wieder Filmvorführungen organisieren mußte. Etwas später akzeptierten sie dann auch den Gedanken, daß der Film eine Waffe, ein Propaganda- und Informationsinstrument sein kann.

[...] Gaumont und später auch Pathé erhielten die Kontrolle über einen Teil ihrer Ausrüstungen zurück und brachten Anfang 1915 ihre ersten im Krieg gedrehten Filme auf den Markt. [...]

[...] Eclair schickte zwei seiner besten Regisseure, Maurice Tourneur und Emile Chautard, nach Amerika. Andere renommierte Filmemacher wie Albert Capellani, dessen für Pathé SCAGL (Société Cinématographique des Auteurs et Gens de Lettres) 1913 gedrehter Film >Germinal< den Höhepunkt des französischen Vorkriegsfilms darstellt, oder wie Léonce Perret, Léon Gaumonts >Mann für alles<, reisten auf der Suche nach besseren Arbeitsbedingungen ebenfalls über den Ozean.

Die Abwanderung der Künstler und die erzwungene Verlagerung von Pathé und Eclair zeugen von der dramatischen Krise, in der sich die Filmindustrie während des Krieges befand. Natürlich wurden 1915 und in den drei folgenden Jahren in Frankreich Filme gedreht, doch in diesen vier Jahren verlor die geschwächte französische Industrie sogar ihren nationalen Markt.

Vor dem Krieg hatte die französische Filmindustrie vom Verkauf ihrer Filme in die ganze Welt - recht gut - gelebt. [...] Der Abbruch der Handelsbeziehungen mit Mitteleuropa und der Niedergang der französischen Industrie während des Krieges begünstigte die Entwicklung der nationalen Filmindustrien in den Mittelmächten und in Rußland und öffnete dem Hollywood-Film in Frankreich Tür und Tor. [...]

[...] Im Unterschied zu Deutschland, wo die militärisch-industrielle Macht 1917 all ihren Einfluß geltend machte, um die Filmindu-

[Seite 229]

strie in der Ufa zu konzentrieren, blieb die französische Filmindustrie der Kriegszeit ein privater Bereich. Das gilt zumindest für das gesamte Gebiet der Produktion. Im Vertrieb lagen die Dinge anders: Während der Schlacht um Verdun wurde zum ersten Mal in Frankreich eine landesweite Zensur eingeführt. Bis dahin war die Filmaufsicht eine Aufgabe der Bürgermeister und Präfekten gewesen, sie hatten das Recht, die Aufführung eines Films mit einem lokalen Verbot zu belegen. 1914 wurde diese weiterhin lokal geregelte Vollmacht der Militärbehörde übertragen. Mit einer Verordnung vom 16. Juni 1916, unterzeichnet vom Innenminister Louis-Jean Malvy, wurde ein zentrales Filmkontrollorgan eingesetzt, dessen Entscheidungen für ganz Frankreich galten. Diese Kommission, die sich aus fünf Aufsichtsbeamten zusammensetzte und deren Vorsitz der Dramatiker Paul Ginisty übernahm, verbot im ersten Jahr ihres Bestehens 145 Filme.

[...]

Die meisten dieser Filme, ohne Überzeugung und mit wenig Mitteln gedreht, waren Melodramen mit unwahrscheinlichen Situationen. [...] 1916 schließlich hatte die Firma Eclipse den Film >Les Mères françaises< produziert (Regie: Louis Mercanton und René Hervil), nach einem Sujet des Akademiemitglieds Jean Richepin, mit Sarah Bernhardt in der Rolle der Ehefrau und Mutter zweier gefallener Offiziere, [...]

Anmerkungen

Art und Umfang der weitestgehend wörtlichen Übernahmen bleiben vollständig ungekennzeichnet.

Sichter
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[6.] Uo/Fragment 144 09 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-03 09:42:11 Klicken
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Jeancolas 1994, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 144, Zeilen: 9-39, 106-107
Quelle: Jeancolas 1994
Seite(n): 230, 231, 232, Zeilen: 229:re.Sp. 47-50 - 230:li.Sp. 1-4.15-20, re.Sp. 32-37; 231:7-20.33-42.50; 232:li.Sp. 1-6, re.Sp. 7-10.23-45
Der Film über die „französischen Mütter“ war angeblich auf das amerikanische Publikum zugeschnitten worden, um Amerika für den Eintritt in den Krieg an der Seite Frankreichs zu motivieren. Die Zivilbevölkerung lehnte dieses heroisch-patriotische Film-Genre nach nicht allzu langer Zeit jedoch ab. Erfundene Kriegsbilder, die in dieser Zeit Patriotismus demonstrierten, waren, wie auch in Großbritannien, nicht mehr gefragt. Serien- und Vaudeville-Filme lösten sie ab. Einer der wichtigsten schöpferischen Kräfte des französischen Films damals hieß Louis Feuillades. Seine Episodenfilme der Jahre 1917 und 1918 machte den zahlreichen in den Vereinigten Staaten produzierten Abenteuerfilmen von Pearl White die Leinwände in den Kinos streitig.226 Das Kino als Möglichkeit für die Zuschauer, aus dem wirklichen Leben zufliehen, wurde mit dem Episodenfilm exakt getroffen und sprach in besonderem Maße die Rückkehrer von der Front an. Es bewährte sich ein bereits 1910 fixiertes Genremuster, nämlich die Adaption von Familienromanen oder mondänen Melodramen. Zur ersten Gruppe gehörte z. B. der Film Le Comte De Monte Christo [sic] (1917) von Henri Pouctal für Film d’Art gedreht und von den Kritikern in höchsten Tönen gelobt. Ein weiterer großer Regisseur der Kriegsjahre André Antoine, der Begründer des Théâtre Libre, entdeckte im Alter von fast sechzig Jahren (1915) die Filmkamera. Er drehte den Film Les Frères Corses (1916), der ebenso wie Le Comte De Monte Christo [sic] die Adaption eines Romans von Alexandre Dumas war.227 Dieser Film galt als der schönste, den man je in Frankreich gesehen hatte.228

Eine außergewöhnliche Überraschung war die Tatsache, dass die beiden großen Filme des Jahres 1918, J’ACCUSE von Gance und VENDÉMIAIRE von Feuillade, wieder vom Krieg handelten. Sie stellten jedoch die vier furchtbaren Jahre unter Verzicht auf patriotische Einseitigkeit und Übertreibung dar. Der Krieg wurde als eine Katastrophe dargestellt, aus der die Menschen verletzt und bedrückt von ihren Erinnerungen und von dem Gedenken an ihre Toten hervorgegangen waren. Beide Filme, im letzten Kriegsjahr gedreht, müssen inhaltlich dem Film der Nachkriegszeit zugeordnet werden. Dieses verantwortungsvolle, sich der Realität stellende Kino muss als Beweis für einen Reifungsprozess der Filmemacher angesehen werden.


226 Vgl. Toeplitz, ebd., S. 146.

227 Vgl. Jeancolas: französischer Film, in: Tage der Menschheit, hrsg. von R. Rother, 1994, S. 231 ; Toeplitz, ebd. S. 148

228 Der Film war lange verschollen, wurde in Japan wiedergefunden und 1992 auf dem Festival in Pordenone (Italien) gezeigt.

[Seite 230]

[>Les Mères françaises< ist ein Film, der die Symbole einer zeitlosen Kultur einsetzt; er sei, so behauptet man, speziell auf das amerikani]sche Publikum zugeschnitten gewesen, um es für den Eintritt Amerikas in den Krieg an der Seite Frankreichs, das für seine gerechte Sache kämpfte, zu motivieren.

[...]

Das heroische Genre wurde von der Zivilbevölkerung schon bald abgelehnt, und die auf Heimaturlaub befindlichen Soldaten empörten sich gegen diese in den Studios von Vincennes, Buttes-Chaumont oder Marseille erfundenen Kriegsbilder. [...]

Das zeigt sich besonders deutlich am Beispiel Louis Feuillades, der 1914 die wichtigste schöpferische Kraft des französischen Films war. [...] Dort führte er in folgenden Produktionen gleichzeitig Regie: in der Serie >Pour remonter le moral de l’arrière<, einundzwanzig zwischen 1915 und April 1918 produzierten Vaudeville-Filmen, in verschiedenen Episodenfilmen, darunter zehn Folgen seines Meisterwerks >Vampires<, in den beiden Serien >Judex< und >La nouvelle mission de Judex<, in der Serie >Tih Minh<, die erst 1919 in die Kinos kam, und in dem wunderbaren Film >Vendémiaire< den er im Herbst 1918 gedreht und im November, am Ende des Krieges beendet hatte. In den Jahren 1917 und 1918 machten Feuillades Episodenfilme - unter Gaumonts Zeichen, der Margerite, - den zahlreichen Abenteuerfilmen von Pearl White die Leinwände in den Kinos streitig, in die das Volk von Paris ging;

[Seite 231]

Das Kino als Fluchtmöglichkeit - das war es, was die Zuschauer brauchten, die von der Front zurückgekehrten mehr noch als die anderen. Überall kam man auf Filme zurück, deren Genremuster um 1910 fixiert worden waren: auf Adaptionen von Familienromanen für ein breites, durch die republikanische Schule geprägtes Publikum, oder auf mondäne Melodramen. Zur ersten Gruppe gehört der Film >Le comte de Monte Cristo<, den Henri Pouctal 1917 für Film d’Art gedreht und den Louis Delluc in höchsten Tönen gelobt hatte, [...]

Der zweite große Name dieser Kriegsjahre ist der eines Neulings im Filmgeschäft: André Antoine. Im Alter von fast sechzig Jahren entdeckte der Begründer des Théâtre Libre 1915 die Filmkamera für sich und drehte seinen ersten Film, >Les frères corses<, für die SCAGL. Wie schon >Le comte de Monte Cristo< von Pouctal ist auch dieser Film eine Adaption eines Romans von Alexandre Dumas. Dazu Delluc: » [...] Und

[Seite 232]

doch ist >Les freres corses< der schönste Film, den man je in Frankreich gesehen hat, und ein französischer noch dazu.« Der Film, der lange als verschollen galt, wurde in Japan gefunden und 1992 auf dem Festival von Pordenone gezeigt. [...]

Es war etwas Außerordentliches, daß die beiden großen Filme des Jahres 1918, >J’accuse!< von Gance und >Vendémiaire< von Feuillade, Filme über den Krieg waren. Es war also möglich, die vier furchtbaren Jahre anders als nur mit patriotischer Einseitigkeit und Übertreibung zu behandeln. >J’accuse!< und >Vendemiaire< waren ernste Filme, in ihnen setzte sich der Regisseur, der gleichzeitig auch der Autor war, mit dem Krieg auseinander, in dem er eine Katastrophe sah, aus der die Menschen verletzt und bedrückt von ihren Erinnerungen und von dem Gedenken an ihre Toten hervorgehen. Beide Filme wurden während der Kämpfe im entscheidenden Kriegsjahr gedreht und waren doch schon Filme der Nachkriegszeit. Sie waren der sichtbare Beweis für den Reifeprozeß der Filmemacher, und antizipierten ein verantwortungsvolles Kino, das sich der Realität stellte und am Ideenstreit in einer Zeit des Friedens teilnahm.

Anmerkungen

Die Liste der Produktionen von Feuillades wird auf einen Satz "eingedampft" ("Serien- und Vaudeville-Filme lösten sie ab.") - ansonsten aber herrscht vollständige inhaltliche Übereinstimmung (zum Teil bis in kleinste in einer Fußnote noch Erwähnung findende Details). Art und Umfang der Übernahme bleiben im Dunkeln, zumal da die Quelle fast nur kursorisch in einer einzigen Fußnote genannt wird und zudem dort noch eine zweite Referenz angegeben wird; diese aber wird - bei Kenntnis des Aufsatzes von Jeancolas - nirgends als zusätzliche Informationsbasis benötigt.

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[7.] Uo/Fragment 145 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-04 10:19:14 Graf Isolan
Fragment, Gesichtet, Jeancolas 1994, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 145, Zeilen: 1-6
Quelle: Jeancolas 1994
Seite(n): 229, Zeilen: re.Sp. 21-31
Einen größeren Aufwand trieb Henry Roussel mit seinem Film L’ÂME DU BRONZE, der 1918 bei Eclair erschien. Der Inhalt ist skurril-pathetisch. Es geht um die Rivalität zwischen zwei Männern, die die gleiche Frau lieben. Der eine stirbt in flüssigem Metall bei der Herstellung eines Geschützes und erlebt seine Reinkarnation - dargestellt durch eine Überblendung - im gleichen Geschütz, das der Rivale in der Marne-Schlacht bedient. Mehr Aufwand trieb man bei >L’âme du bronze< von Henry Roussel (Januar 1918 bei Eclair), dessen Inhalt doch recht skurril-pathetisch ist: Es geht um die Rivalität zwischen zwei Männern, die die gleiche Frau lieben; der eine stirbt in dem flüssigen Metall, aus dem ein Geschütz hergestellt wird; seine Reinkarnation (dargestellt durch eine Überblendung) erfolgt im gleichen Geschütz, das der andere im Feuer der Marne-Schlacht bedient ...
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

[8.] Uo/Fragment 145 07 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-03 09:47:37 Klicken
Fragment, Gesichtet, Jeancolas 1994, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 145, Zeilen: 7-18, 101-103
Quelle: Jeancolas 1994
Seite(n): 233, Zeilen: li.Sp. 1-30
Um Kriegsfilme im strengen Sinne des Wortes, sowie um Wochenschauen, Magazine und Dokumentationen, die den Krieg zum Gegenstand hatten, rankten sich widersprüchliche Legenden. Einerseits sprach man von geheimen, von Militärzensur protegierten Filmen; zum anderen hieß es, die wertvollen, während des Krieges gemachten Archivaufnahmen seien von der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg beschlagnahmt und nach Deutschland gebracht worden. Schließlich ist sogar behauptet worden, die französische Armee habe die Filme in den Kasematten der Festung von Ivry vermodern lassen. Tatsächlich waren die Filme in Ivry in gut konserviertem Zustand. Fünf Jahrzehnte vergingen, ehe zu diesem Thema eine Dissertation unter dem Titel „Les actualités cinématographiques françaises de 1914 à 1918: Contribution à l’élaboration d‘une culture visuelle de guerre“ diese Annahmen wiederlegt [sic].229

229 Vgl. Laurent Veray: Les actualités cinématographiques françaises de 1914 à 1918: Contribution à l’élaboration d’une culture visuelle de guerre, Universität Paris 1986, unveröffentlichte Dissertation.

[Der Krieg brachte auch eine spezifische Filmproduktion hervor, Kriegsfilme im strengen Sinne des Wortes, Wochenschauen, Magazine und Dokumentationen, die den Krieg zum Gegenstand haben] und in allen kriegführenden Staaten von der Armee bzw. unter deren unmittelbarer Kontrolle produziert wurden. Zu dieser Kriegsfilmproduktion gab es in Frankreich einander widersprechende Legenden: Man sprach von geheimen und von einer bornierten Militärzensur protegierten Filmen; auch hieß es, die wertvollen, während des Krieges gemachten Archivaufnahmen seien von der deutschen Wehrmacht beschlagnahmt und während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland gebracht worden; schließlich wurde behauptet, die französische Armee habe die Filme in den Kasematten der Festung von Ivry vermodern lassen. Sie waren tatsächlich in Ivry, aber in gut konserviertem Zustand. Vier Generationen vergingen nach dem Krieg, ehe ein Wissenschaftler zu diesem Thema seine Dissertation schrieb. Unter dem Titel >Les actualités cinématographiques françaises de 1914 à 1918: Contribution à l’élaboration d’une culture visuelle de guerre< (Universität Paris II I , unveröffentlichte Dissertation) räumte Laurent Véray mit den Legenden auf und lieferte eine sachliche Beschreibung und Analyse, denen die folgenden Abschnitte viel zu verdanken haben.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme. Die Verfasserin gibt die Vorlage exakt dem Sinn gemäß wieder, streckenweise wortwörtlich. Der Literaturverweis in der Fußnote findet sich ebenfalls in der Vorlage, dort im Fließtext. Wie es zur Jahreszahl "1986" im Text kam, ist unklar. Das tatsächliche Erscheinungsjahr ist 1994 (vgl. [1]).

Sichter
(Graf Isolan), Klicken

[9.] Uo/Fragment 146 37 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-06-15 11:28:35 Klicken
Fragment, Gesichtet, Jeancolas 1994, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 146, Zeilen: 37-41
Quelle: Jeancolas 1994
Seite(n): 234, Zeilen: re.Sp. 5-18
Eine Besonderheit war das Frontkino. Bereits 1915 wurden in den Standquartieren mit Zustimmung der Militärbehörden Filmvorführungen organisiert. Im Dezember des gleichen Jahres setzte sich General Joffre für die Einrichtung eines privaten Filmdienstes ein, Le Cinéma aux Poilus, der im Frontgebiet Filmvorführungen für Soldaten organisierte. Jedoch erst im Juni 1917 nach Überwindung der [moralischen Krise und der Meutereien wurde das Frontkino zu einer festen Institution.] Auch im Frontgebiet ging man ins Kino. Ab 1915 wurden in den Standquartieren mit Zustimmung der Militärbehörden Filmvorführungen organisiert. Im Dezember des gleichen Jahres setzte sich General Joffre für die Einrichtung eines privaten Filmdienstes ein, Le Cinéma aux Poilus, der im Frontgebiet Filmvorführungen für Soldaten organisierte. Aber erst im Juni 1917 - im Rahmen der Konsolidierung nach der moralischen Krise und den Meutereien - wurde das Frontkino in den Streitkräften zu einer festen Institution.
Anmerkungen

Übernahme bleibt trotz wörtlicher Übereinstimmung ungekennzeichnet. Erst auf der folgenden Seite erfolgt zumindest ein Hinweis auf die Quelle mittels einer "Vgl."-Referenz.

Sichter
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[10.] Uo/Fragment 147 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-06-15 11:16:44 Klicken
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Jeancolas 1994, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 147, Zeilen: 1-9, 102-103
Quelle: Jeancolas 1994
Seite(n): 234, Zeilen: re.Sp. 13ff
[Jedoch erst im Juni 1917 nach Überwindung der] moralischen Krise und der Meutereien wurde das Frontkino zu einer festen Institution. Innerhalb von fünf Monaten entstanden vierhundert Kinos im Frontgebiet, in den Erholungs- und Genesungszentren und auf den großen Bahnhöfen im Norden und Osten des Landes, wo sich Tausende von Soldaten auf der Durchreise befanden. Für Hunderttausende, besonders für die Menschen vom Lande, waren diese regelmäßigen Filmvorführungen die erste Begegnung mit der Welt der lebenden Bilder. Obwohl Dokumentaraufnahmen vom Krieg gezeigt wurden, blieb vor allem die Erinnerung an die heiteren Filme, wie z. B. CHARLOT mit Charlie Chaplin.235

235 Vgl. Jeancolas: Der französische Film, in: Tage der Menschheit, hrsg. von R. Rother, 1994, S. 234. Die ersten Chaplin-Filme wurden im Oktober 1915 von Jacque Haik nach Frankreich importiert.

Aber erst im Juni 1917 - im Rahmen der Konsolidierung nach der moralischen Krise und den Meutereien - wurde das Frontkino in den Streitkräften zu einer festen Institution. Pétain ordnete die Einrichtung von »Standquartierkinos« an. Die SCPA bildete Teams von Filmvorführern; innerhalb von fünf Monaten entstanden vierhundert Kinos im Frontgebiet, in den Erholungs- und Genesungszentren und auf den großen Bahnhöfen im Norden und Osten des Landes, wo sich Tausende von Soldaten auf der Durchreise befanden oder einquartiert waren. Für Hunderttausende von Männern, für die Leute vom Lande aus allen Provinzen waren diese regelmäßigen Filmvorführungen die erste Begegnung mit der Welt der lebenden Bilder. Freilich wurden dort Dokumentaraufnahmen vom Krieg gezeigt, doch geblieben ist vor allem die Erinnerung an die heiteren Filme, an ›Charlot‹ (die ersten Chaplin-Filme wurden im Oktober 1915 von Jacque Haik nach Frankreich importiert).
Anmerkungen

Trotz fast vollständiger Identität der Textpassagen bleiben Art und Umfang der Übernahmen ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), Klicken

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