Fandom

VroniPlag Wiki

Quelle:Uo/Mühl-Benninghaus 1998

< Quelle:Uo

31.354Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Wolfgang Mühl-Benninghaus
Titel    Exemplifikationen des Militärischen zwischen 1914 und 1918. Die Darstellung des Ersten Weltkrieges im Nonfiction-Film
Sammlung    Die Modellierung des Kinofilms. Zur Geschichte des Kinoprogramms zwischen Kurzfilm und Langfilm 1905/06-1918
Herausgeber    Corinna Müller und Harro Segeberg
Ort    München
Verlag    Wilhelm Fink Verlag
Jahr    1998
Nummer    Band 2
Seiten    273-300
Reihe    Mediengeschichte des Films
ISBN    3-7705-3244-9
URL    http://dfg-viewer.de/show/?set[image]=272&set[zoom]=default&set[debug]=0&set[double]=0&set[mets]=http%3A%2F%2Fdaten.digitale-sammlungen.de%2F~db%2Fmets%2Fbsb00046010_mets.xml

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    3


Fragmente der Quelle:
[1.] Uo/Fragment 118 05 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-19 20:39:29 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mühl-Benninghaus 1998, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 118, Zeilen: 5-20
Quelle: Mühl-Benninghaus 1998
Seite(n): 274, 275, 276, Zeilen: 274:23-28; 275:4-10.19-24; 275:11-15
Die ersten Institutionen, die den Film bereits vor dem Krieg zielstrebig für eigene Zwecke nutzten, waren die Industrie und das Militär. Bereits 1907 ordnete der Kaiser an, von den Heer- und Marinemanövern Filmaufnahmen zu drehen, denen er wichtige Informationsfunktionen zusprach.113 Das Zusammenwirken verschiedener Waffen und Waffengattungen konnte auf diese Weise besser demonstriert werden. Darüber hinaus wurden mit Hilfe von Trickaufnahmen ,lebende Karten‘114 für die Taktikausbildung hergestellt, um berühmte Schlachten, wie die von Sedan und Austerlitz, nacherlebbar zu machen. Luftaufnahmen ermöglichten neue Perspektiven für das Schlachtfeld sowie eine Verbesserung auf kartographischem Gebiet.115 Ein wichtiges Anwendungsgebiet fand die Kinematographie auch bei der Schießausbildung. Mit Hilfe ,lebendiger Zielscheiben‘ konnte der Schütze nicht nur auf bewegliche Objekte zielen, sondern durch einen besonderen Automatismus auch sofort die Einschläge sehen und seine Treffergenauigkeit kontrollieren.116 Der von Messter 1915 entwickelte Reihenbildner ermöglichte durch einen eigenen Auslösungsmechanismus im Gegensatz zu den traditionellen Filmaufnahmen eine Aufklärung feindlicher Schützengräben.117

113 Vgl. Wolfgang Mühl-Benninghaus: Exemplifikationen des Militärischen zwischen 1914 und 1918. Die Darstellung des Ersten Weltkrieges im Nonfiction-Film, in: Die Modellierung des Kinofilms. Zur Geschichte des Kinoprogramms zwischen Kurzfilm und Langfilm (1905/6-1918), hrsg. von C. Müller, H. Segeberg (Mediengeschichte des Films, Bd. 2), München 1998, S. 273-300, hier S. 274.

114 Siehe dazu BArch, R 901/ 950, Bl. 277, Der Film als Propagandamittel. Lebende Karte über militärische Vorgänge, 26. Okt. 1917.

115 Vgl. Mühl-Benninghaus: Exemplifikationen des Militärischen, in: Modellierung des Kinofilms, hrsg. von C. Müller, H. Segeberg, 1998, S. 275.

116 Vgl. ebd.; vgl. auch Walter Thielemann: Schießausbildung durch den Kinematographen, in: Bild und Film, 3. Jg. (1913/14), Nr. 11/12, S. 282.

117 BArch Koblenz, NL 275/416, Bl. 421.

[Seite 274]

Neben der Industrie, die Filmaufnahmen ihrer Produkte bzw. Anlagen vor allem für Werbezwecke herstellen ließ6, gehörte das Militär zu den ersten, die den Film bereits vor dem Krieg zielstrebig für eigene Zwecke nutzten. So ordnete der Kaiser 1907 an, Filmaufnahmen von den Heer- und Marinemanövern zu drehen, von denen er sich wichtige Informationen versprach.

[Seite 275]


Mit Manöveraufnahmen wurde das Zusammenwirken verschiedener Waffen und Waffengattungen demonstriert. Darüber hinaus wurden mit Hilfe von Trickaufnahmen hergestellte ,lebende Karten‘ für die Taktikausbildung genutzt, um berühmte Schlachten, wie die von Sedan und Austerlitz10, nacherlebbar zu machen. Luftaufnahmen ermöglichten neben neuen Perspektiven auf das Gefechtsfeld auch eine Verbesserung auf kartographischem Gebiet.

[...]

Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet fand die Kinematographie bei der Schießausbildung. Mit Hilfe ,lebendiger Zielscheiben‘ konnte der Schütze nicht nur auf bewegliche Objekte zielen, sondern, zumal in geschlossenen Räumen, durch einen besonderen Automatismus auch sofort die Einschläge sehen und somit seine Treffergenauigkeit kontrollieren.11

[Seite 276]

Militärischen Zwecken diente vor allem der von Messter 1915 entwickelte Reihenbildner, der im Unterschied zu den traditionellen Filmaufnahmen auf Grund eines eigenen Auslösungsmechanismus eine Aufklärung feindlicher Schützengräben ermöglichte



6 Vgl. u.a. G. A. Fritze: Die Kinematographie im Dienste der Industrie. In: Bild und Film, 2. Jg., Nr. 2, 1912/13, S. 34 ff.

10 Mehr Anschauung im militärischen Unterricht. In: Film und Lichtbild, 1. Jg., H.2, 1912; Fritz Seitz: Die Schlacht von Austerlitz im Film. In: ebd., H. 4, 1912, 1. Jg., S. 33 ff.

11 Walter Thielemann: Schießausbildung durch den Kinematographen. In: Bild und Film, 3. Jg., Nr. 11/12, 1913/14, S. 282; Berliner Filmpremieren. In. Kinematograph, Nr. 369, 21. 1. 1914.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahmen bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[2.] Uo/Fragment 119 09 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-05-09 15:53:11 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mühl-Benninghaus 1998, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 119, Zeilen: 9-12, 21-25
Quelle: Mühl-Benninghaus 1998
Seite(n): 284-285, Zeilen: 284:28-35 - 285:1-3
Militärische Stellen bewerteten publizistische Arbeit als reinen Gelderwerb. Sie übersahen, dass die von Journalisten und Operateuren geforderte Aktualität der Zuschauernachfrage entsprach. Jedoch empfand ein Teil der Kinobesucher Messters „Kriegswoche“ als lästige Unterbrechung im Programm.122 [...]

Während die Zeitungen mit zunehmender Kriegsdauer auch über länger zurückliegende Ereignisse berichten konnten, durften einmal verbotene Kriegsaufnahmen zu keinem späteren Zeitpunkt mehr vorgeführt werden. Sie wurden meist unmittelbar nach der Zensur vernichtet.125 Der Rest wurde vom Generalstab in einem im Krieg angelegten Filmarchiv gelagert.126


122 Das Ende der Kriegs-Aufnahmen, in: LBB, 8. Jg. (1915), Nr. 12, S. 12,20.3.1915.

125 Vgl. Mühl-Benninghaus: Exemplifikationen des Militärischen, in: Modellierung des Kinofilms, hrsg. von C. Müller, H. Segeberg, 1998, S. 285.

126 E. W.: Das Filmarchiv des Großen Generalstabs. Was ein Kinooperateur erzählt, in: Berliner Tageblatt, 44. Jg., Nr. 168, 1.4.1915.

[Seite 284]

Die von militärischen Stellen oft rein auf den Gelderwerb reduzierte Bewertung publizistischer Arbeit übersah, daß die von Journalisten und Operateuren eingeforderte Aktualität nicht Selbstzweck, sondern ein Reagieren auf Rezipientenerwartungen war. So empfand ein Teil der Kinobesucher schon im März 1915 „die Kriegswoche fast als lästige Unterbrechung im Programm“57.

Während die Zeitungen mit zunehmender Dauer der Kämpfe auch über länger zurückliegende Ereignisse berichten konnten, durften ein-

[Seite 285]

mal verbotene Kriegsaufnahmen auch zu keinem späteren Zeitpunkt aufgeführt werden. Sie wurden zum überwiegenden Teil unmittelbar nach der Zensur vernichtet.58 Den Rest lagerte der Generalstab in einem von ihm im Krieg angelegten Filmarchiv.59


57 Das Ende der Kriegs-Aufnahmen, in: LBB, 8. Jg., Nr. 12, 20.3.1915.

58O. Th. Stein: Lebendige Kriegsdokumente. In: Bild und Film, 4. Jg., Nr. 7/8, 1914/15.

59 E. W.: Das Filmarchiv des Großen Generalstabs. Was ein Kinooperateur erzählt. In: Berliner Tageblatt, 44. Jg., Nr. 168, 1.4.1915.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[3.] Uo/Fragment 120 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-09-19 20:45:37 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Mühl-Benninghaus 1998, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 120, Zeilen: 1-8, 101-102
Quelle: Mühl-Benninghaus 1998
Seite(n): 285, Zeilen: 15-27
[Erhielten die Operateure die Erlaubnis, im Schützengraben zu drehen, blieb es dem Zufall überlassen, ob sie] eine militärische Aktion filmen konnten oder nicht. Die wenigen Gefechtsaufnahmen fielen dann größtenteils der Zensur zum Opfer.127 Der Tod durfte nur in Verbindung mit Abbildungen von Kriegsgräbern erwähnt werden. Verwundete waren nur mit Verbänden und auf dem Wege der Genesung zu sehen. Es war verboten, moderne Waffen, wie bestimmte Schiffstypen, größere Kanonen, Flugzeuge, Vermessungsgeräte und dergleichen aufzunehmen.128 Diese Einschränkungen verhinderten das Drehen und Zeigen echter Kampfszenen oder anderer Kriegsaufnahmen, die das Publikum in der Heimat interessiert hätten.

127 Kriegsabenteuer eines Kino-Operateurs, in: Der Kinematograph, 9. Jg. (1915), Nr. 437, 12.5.1915.

128 Vgl. Mühl-Benninghaus: Exemplifikationen des Militärischen, in: Modellierung des Kinofilms, hrsg. von C. Müller, H. Segeberg, 1998, S. 285.

Da die Operateure „selbstverständlich nichts von einem geplanten Angriff" erfuhren, blieb es, selbst wenn sie die Erlaubnis erhielten, im Schützengraben zu drehen, dem Zufall überlassen, ob sie eine militärische Aktion filmen konnten oder nicht. Die wenigen Gefechtsaufnahmen fielen dann „zum größten Teil" der Zensur zum Opfer.61 Der Tod durfte nur in Form von Kriegsgräbern abgebildet werden, Verwundete sollten nur mit Verbänden und auf dem Wege der Genesung zu sehen sein. Des weiteren war es verboten, moderne Waffen, wie bestimmte Schiffstypen, größere Kanonen, Flugzeuge, Vermessungsgeräte und dergleichen mehr aufzunehmen.62 Die Gesamtheit dieser Einschränkungen verhinderte das Drehen und Zeigen echter Kampfszenen oder anderer das Publikum in der Heimat interessierender Kriegsaufnahmen.

61 Kriegsabenteuer eines Kino-Operateurs. In: Der Kinematograph, Nr. 437, 12. 5. 1915.

62 BA MA RM 5, Nr. 3798, Bl. 50 ff.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki