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Quelle:Uo/Sanders und Taylor 1990

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     M. L. Sanders und Philip M. Taylor
Titel    Britische Propaganda im Ersten Weltkrieg 1914-1918
Ort    Berlin
Verlag    Colloquium Verlag
Jahr    1990
Nummer    12
Seiten    265
Reihe    Abhandlungen und Materialien zur Publizistik
ISBN    978-3767807662

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    4


Fragmente der Quelle:
[1.] Uo/Fragment 130 32 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-06-12 20:15:56 WiseWoman
Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Sanders und Taylor 1990, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 130, Zeilen: 32-35
Quelle: Sanders und Taylor 1990
Seite(n): 110, Zeilen: 28-31
Außer Presse, Pamphleten, Filmen, Ausstellungen und Vorträgen als Teil des unaufhörlichen Propagandafeldzuges gab es ganz besondere Propagandaappelle, die durch bestimmte Ereignisse ausgelöst wurden, wie z. B. die Versenkung der „Lusitania“. Außer Presse, Pamphleten, Filmen, Ausstellungen und Vorträgen als Teil des unaufhörlichen Propagandafeldzuges gab es ganz besondere Propagandaappelle, die durch bestimmte Ereignisse ausgelöst wurden. Die Versenkung der »Lusitania« war ein berühmter Vorfall dieser Art.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), WiseWoman

[2.] Uo/Fragment 133 08 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-06-12 20:32:46 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Sanders und Taylor 1990, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 133, Zeilen: 8-42
Quelle: Sanders und Taylor 1990
Seite(n): 106, 107, Zeilen: 106:5-6.8-12.15-16.20-28.32-47 - 107:1-4
Tatsächlich hatte das Heeresministerium schon in der Rekrutierungskampagne vor dem Krieg die Möglichkeiten des Films als Propagandamedium erkannt. Obwohl es hin und wieder Kameraleuten gestattete, das britische Expeditionskorps nach Frankreich zu begleiten, waren alle Genehmigungen nach dem britischen Rückzug annulliert worden. Vorrangig gegenüber dem potentiellen Propagandawert des Filmes war jedoch bis 1915 der Geheimhaltungsaspekt. Das Heeresministerium zog daher Features oder Studiofilme den aktuellen Berichten in Wochenschauen vor. Als Ergebnis des ständigen Drucks von Brooke Wilkinson und anderen führenden Vertretern der britischen Filmindustrie gab das Heeresministerium schließlich auf einer Konferenz im Mai 1915 nach. Die „Vereinigung der Filmproduzenten“ (Film Manufacturers’ Association) bildete einen Ausschuss, der die nötigen Absprachen zum Thema Kriegsfilme mit dem Heeresministerium aushandeln sollte. Im Juli vereinbarte man, zwei Kameraleute zu benennen, die unter Aufsicht des Direktoriums des Heeresministeriums (Army Council) arbeiten. Zwei Kategorien von Kriegsfilmen sollten produziert werden, historisches Archivmaterial und sofortiges Vorführmaterial.189 Im Oktober 1915 erklärte sich die britische Filmindustrie schließlich bereit, die nötige Ausrüstung zu stellen und die Filmauswahl zu übernehmen, während das Heeresministerium für die laufenden Kosten und den Transport sorgen sollte. Alle Negative, Kopien und das Copyright, sowie das Recht, Filme im Ausland zu kaufen oder zu verleihen, verblieben bei der Regierung. Die Filmproduzenten durften die Filme nur zur Vorführung im britischen Empire verleihen. Krisengebiete wie Ägypten und Indien waren ausgenommen. Die Filme wurden zu einem Preis von 13 1/2 Pence für den laufenden Meter verkauft, wovon das Heeresministerium 3 Pence an Lizenzgebühren erhielt. Diese Regelung ermöglichte es, einen Gewinnanteil für ausgewählte Wohltätigkeitseinrichtungen zu verwenden. Die beiden Kameraleute G. H. Malins von „Gaumont-British“ und E. C. Tong von „Imperial Pictures“ wurden an die Front geschickt. Ihre Filmmeter wurden in London entwickelt, kopiert und geschnitten, bevor sie zur Zensur dem Großen Hauptquartier vorgelegt wurden. Danach wurden sie im allgemeinen in mehreren Folgen veröffentlicht, wobei ein Thema pro Woche behandelt wurde.190

Im Juli 1916 traf die kanadische Regierung auf Betreiben von Lord Beaverbrook ähnliche Absprachen. Beide Unternehmen waren so erfolgreich, dass das Heeresministerium beschloss, die amtliche Filmpropaganda ganz in eigener Regie weiterzuführen.


189 Vgl. Sanders/Taylor: Britische Propaganda, 1990, S. 106.

190 Vgl. ebd.

[Seite 106]

Tatsächlich hatte das Heeresministerium schon in der Rekrutierungskampagne vor dem Krieg die Möglichkeiten des Films als Propagandamedium erkannt. [...] Obwohl man ab und zu Kameraleuten gestattete, das britische Expeditionskorps nach Frankreich zu begleiten, waren alle Genehmigungen nach dem britischen Rückzug annulliert worden. Vorrangig war immer noch die Sorge um die Geheimhaltung angesichts des anscheinend wahllos filmenden Auges der Kamera. [...] Das Heeresministerium zog deshalb Features oder Studiofilme den aktuellen Berichten in Wochenschauen vor. [...]

[...] Als Ergebnis des ständigen Drucks von Brooke Wilkinson und anderen führenden Vertretern der britischen Filmindustrie gab das Heeresministerium schließlich auf einer Konferenz im Mai 1915 nach. Die >Vereinigung der Filmproduzenten< [Film Manufacturers' Association] bildete einen Ausschuß, der die nötigen Absprachen mit dem Heeresministerium aushandeln sollte. Im Juli vereinbarte man, zwei Kameraleute zu benennen, die unter Aufsicht des »Army Council«, des Direktoriums des Heeresministeriums, arbeiten und zwei Kategorien von Kriegsfilmen produzieren sollten: die einen für die sofortige Vorführung und die anderen hauptsächlich als historisches Archivmaterial. [...] Zur Einigung kam es schließlich im Oktober 1915. Die britische Filmindustrie erklärte sich bereit, die nötige Ausrüstung und Gutachten bereitzustellen, während das Heeresministerium für die laufenden Kosten und den Transport sorgen sollte. Alle Negative, Kopien und das Copyright verblieben bei der Regierung. Die Filmproduzenten durften die Filme nur zur Vorführung im britischen Empire verleihen, Krisengebiete wie Ägypten und Indien waren ausgenommen. Die Filme wurden zu einem Preis von 13 1/2 Pence für den laufenden Meter verkauft, wovon das Heeresministerium 3 Pence an Lizenzgebühren erhielt, eine Regelung, die es ihm ermöglichte, einen Teil des Gewinns für ausgewählte Wohltätigkeitseinrichtungen für Kriegsopfer zu verwenden. Das Recht, Filme im Ausland zu kaufen oder zu verleihen, verblieb ebenfalls beim Heeresministerium. Zwei Kameraleute wurden an die Front geschickt, E. C. Tong von >Imperial Pictures< und G. H. Malins von >Gaumont-British<. Ihre Filmmeter wurden zum Entwickeln, Kopieren und Schneiden nach London geschickt, bevor sie dem Großen Hauptquartier zur Zensur vorgelegt wurden. Die Filme wurden dann im allgemeinen in mehreren Folgen veröffentlicht, wobei pro Woche ein Thema behandelt wurde.85

[Seite 107]

Im Juli 1916 traf die kanadische Regierung auf Betreiben von Lord Beaverbrook (damals noch Sir Max Aitken) ähnliche Absprachen. Beide Unternehmen waren so erfolgreich, daß das Heeresministerium beschloß, die amtliche Filmpropaganda ganz in eigener Regie weiterzuführen.


85 Low, Rachel: The History of the British Film 1914-1918, London 1950; vgl. Reeves, N.: >British Official Film Propaganda in the First World War<, phil. Diss., University of London 1981

Anmerkungen

"Großflächige" Übereinstimmung - die Unterschiede sind in der Regel minimal; Art und Umfang der Übernahmen bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), WiseWoman

[3.] Uo/Fragment 134 08 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-08 20:52:53 Sotho Tal Ker
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Sanders und Taylor 1990, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 134, Zeilen: 8-36, 101-103, 107-109
Quelle: Sanders und Taylor 1990
Seite(n): 105, 107, Zeilen: 105:17-20.44-46; 107:4-7.10-32.36-45
[...]191 Im Oktober 1916 wurde unter dem Vorsitz von Beaverbrook das „Filmkomitee des Heeresministeriums“ (War Office Cinematograph Committee) gegründet. Es sollte alle Vereinbarungen zwischen der Filmindustrie und der Regierung überwachen. Im Mai 1917 übernahm es sogar die alleinige Kontrolle über die Herstellung und den Verleih aller an der Front gedrehten Filme. Mit dem Erwerb einer Aktienmehrheit bei der „Topical Film Company“ begann man mit der Produktion von „War Office Topical News“, einer eigenen Wochenschau. Das Filmkomitee bestand aus Beaverbrook, Sir Reginald Brade vom Heeresministerium, Sir Graham Greene vom Marineministerium und Sir William Jury, dem Inhaber der „Imperial Pictures“-Filmgesellschaft, und arbeitete 1917 eng mit dem Informationsamt (Department of Information, Direktor Buchan) zusammen. Dieses sorgte für die Fremdherstellung von kommerziellen Propagandafilmen, die weder Heer noch Flotte zum Thema hatten. Es agierte vor allem als Verteiler dieser nicht-amtlichen Filme. Das Filmkomitee wurde im Juni 1918 vom Informationsministerium geschluckt, wo es als „Abteilung für Filmpropaganda“ (Cinema Propaganda Department) unter der Leitung von Sir William Jury wie bisher weiterarbeitete. Das Heeresministerium verkaufte seine Anteile an der „Topical Film Company“ wieder, um das kommerzielle Erscheinungsbild der Filme nach außen zu schützen.192

Der Sinneswandel, der sich im Heeresministerium 1915 vollzog, machte es Wellington House möglich, seine Pläne für den Bereich des Propagandafilms weiter zu verfolgen. Im August 1915 bildete Masterman seinen eigenen Filmausschuss (Cinema Committee), der sich aus Brooke Wilkinson193, W. Jury, Charles Urban und T. A. Welsh von „Gaumont British“ zusammensetzte. Seine Verfahren waren geheim und behandelten vor allem Filmpropaganda in neutralen und verbündeten Ländern.194 Die filmische Kompilation BRITAIN PREPARED ist das erste und berühmteste Projekt des Filmausschusses. Der Film wurde am 29. Dezember 1915 mit einer extra für diese Aufführung komponierten Musik vor [geladenen, einflussreichen Persönlichkeiten im Empire-Filmtheater am Londoner Leicester Square uraufgeführt.]


191 Vgl. Sanders/Taylor: Britische Propaganda, 1990, S. 71-82. Beaverbrook war 1918 sehr darauf bedacht, die Werke der britischen Künstler dieses Krieges in einer Einrichtung, die später das „Imperial War Museum“ werden sollte, für die Nachwelt zu bewahren. - Im Zweiten Weltkrieg war Lord Beaverbrook von 1940 bis 1942 Minister für Luftwaffen bzw. Materialbeschaffung.

192 Vgl. ebd., S. 107.

193 J. Brooke Wilkinson, Geschäftsführer des „British Board of Film Censors“ und geschäftsführende Direktor der „Topical Film Company“.

194 Leider ist kein derartiges Quellenmaterial erhalten.

[Seite 105]

Als er im Februar 1918 Informationsminister wurde, war Beaverbrook sehr darauf bedacht, die Werke der britischen Künstler dieses Krieges in einer Einrichtung, die später das >Imperial War Museum< werden sollte, für die Nachwelt zu bewahren.

[...]

Diese Abneigung der bei den Ministerien, eine Dreherlaubnis für die Produktion von Propagandafilmen zu erteilen, bekam auch J. Brooke Wilkinson, der Geschäftsführer des >British Board of Film Censors< und geschäftsführende Direktor der >Topical Film Company<, zu spüren.

[Seite 107]

Im Oktober 1916 wurde unter dem Vorsitz von Beaverbrook das >Filmkomitee des Heeresministeriums< [War Office Cinematograph Committee] gegründet. Es sollte alle Vereinbarungen zwischen der britischen Filmindustrie und der britischen und kanadischen Regierung überwachen. [...] Im Mai 1917 übernahm es die alleinige Kontrolle über Herstellung und Verleih aller an der Front gedrehten Filme und erwarb eine Mehrheit der Aktien (14 782) bei der >Topical Film Company<.86 Dann begann man mit der Produktion der eigenen Wochenschau, War Office Topical News. Das Filmkomitee setzte sich aus Beaverbrook, Sir Reginald Brade vom Heeresministerium, Sir Graham Greene vom Marineministerium und Sir William Jury, dem Inhaber der >Imperial Pictures<-Filmgesellschaft, zusammen. Es arbeitete 1917 eng mit dem Informationsamt zusammen, das allerdings selbst so wenig wie möglich eigene Filme produzieren wollte. Es sorgte lieber für die Fremdherstellung von Propagandafilmen, die weder Heer noch Flotte zum Thema hatten, über die normalen kommerziellen Kanäle. Anders ausgedrückt, das Informationsamt agierte hauptsächlich als Verteiler dieser nicht-amtlichen Filme.87 Auch nachdem das Filmkomitee im Juni 1918 vom Informationsministerium geschluckt worden war, wo es als >Abteilung für Filmpropaganda< [Cinema Propaganda Department] unter der Leitung von Sir William Jury weiterarbeitete, behielt es dieses Verfahren bei. Das Heeresministerium verkaufte seine Anteile an der >Topical Film Company< im Februar 1918, um das kommerzielle Erscheinungsbild der Filme nach außen zu schützen.

Der Sinneswandel, der sich im Heeresministerium 1915 vollzog, machte es Wellington House möglich, seine Pläne für den Bereich des Propagandafilms weiter zu verfolgen. Im August 1915 bildete Masterman seinen eigenen Filmausschuß [Cinema Committee], der sich aus Brooke Wilkinson, Jury, Charles Urban und T. A. Welsh von >Gaumont British< zusammensetzte. Seine Verfahren waren geheim und behandelten vor allem Filmpropaganda in neutralen und verbündeten Ländern, da das Heeresministerium die Rechte für diese Gebiete Wellington House übertragen hatte. [...] Leider ist kein derartiges Quellenmaterial erhalten. Man weiß, daß das erste und berühmteste Projekt des Filmausschusses die Produktion eines Films über die Streitkräfte und die militärischen Anstrengungen Großbritanniens war. Bis November 1915 hatte man dem Heeresministerium genügend Filmmeter zur Verfügung gestellt, um die filmische Kompilation Britain Prepared herzustellen. Der Film wurde am 29. Dezember 1915 im >Empire<-Filmtheater am Londoner Leicester Square uraufgeführt. Zur Premiere war eine ausgesuchte Schar einflußreicher Persönlichkeiten geladen. Auch eine eigene Musik war extra für diese Aufführung komponiert worden, und Balfour, damals Marineminister, gab eine Einführung in den Film.


86 Erster Bericht des >War Office Cinematograph Committee< (IX. 1918), INF 4/1 B; vgl. Thorpe, F./Pronay, N: British Official Films in the Second World War, Oxford 1980, S. 14 ff.

87 Gilmour: »Cinema Industry« (13. X. 1917), CAB 27/17, OPC 4.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahmen bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), WiseWoman

[4.] Uo/Fragment 135 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-05 23:36:12 WiseWoman
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Sanders und Taylor 1990, Schutzlevel sysop, Uo

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 135, Zeilen: 1-28
Quelle: Sanders und Taylor 1990
Seite(n): 107, 108, 110, 113, 114, Zeilen: 107:41-47 - 108:1-2; 110:23-27; 113:36-46; 114:19-27
[Der Film wurde am 29. Dezember 1915 mit einer extra für diese Aufführung komponierten Musik vor] geladenen, einflussreichen Persönlichkeiten im Empire-Filmtheater am Londoner Leicester Square uraufgeführt. Die große Publizität dieses Ereignisses war jedoch nur das Vorspiel für die Verbreitung des Films über den Erdball und den weltweiten Beifall. Es war eine besonders wertvolle Produktion über die Streitkräfte Großbritanniens und die militärischen Anstrengungen in den verbündeten Ländern.195 Diese Einschätzung lässt sich nicht für alle Produktionen aufrecht erhalten. Einer der berüchtigten Propagandafilme des Informationsministeriums war ONCE A HUN, ALWAYS A HUN,196 ein Film, der alle Vorurteile über den bestialischen Deutschen in einem Ausmaß ausschlachtete, wie das bis dahin in diesem Medium noch nicht geschehen war.197

1918 war das Problem nicht mehr einfach das einer Verstärkung des Propagandaapparates zur Durchführung einer Massenkampagne. Besonders nach Brest-Litowsk war aufgrund der veränderten Erfordernisse der militärischen und wirtschaftlichen Lage ein grundsätzlich anderes Vorgehen notwendig. Die konventionelle Kriegführung war insofern gescheitert, als sie keine Entscheidung auf dem Schlachtfeld hatte herbeiführen können, und man suchte andere Wege, das militärische Patt zu überwinden. Die allgemeine Kriegsmüdigkeit, der Kriegseintritt der USA und die innere Instabilität der Mittelmächte führten bei vielen damaligen Beobachtern zu der Überzeugung, es sei an der Zeit, den Schwerpunkt der Propaganda nicht mehr auf die verbündeten - und neutralen Länder zu richten, sondern eine totale psychologische Offensive gegen den Feind zu führen.198 Das Heeresministerium veröffentlichte z. B. eine Einblattzeitung, den „Courier de l’Air“, der die französische und belgische Bevölkerung in den von den Deutschen besetzten Gebieten über alles, was mit den Kriegsanstrengungen der Alliierten zusammenhing, informieren sollte. Das meiste aus der Luft abgeworfene Propagandamaterial bemühte sich um eine Kombination von Wort und Bild - letzteres in Form von Photographien, Karikaturen oder Landkarten, die den feindlichen Soldaten den kürzesten Weg nach Hause zeigten.199


195 Vgl. Nicholas Reeves: The Power of Film Propaganda- - myth or reality?, in: Historical Journal of Film, Radio and Television, 13. Jg. (1993), Nr. 2, S. 181-202, hier S. 190.

196 Bei Arthur Marwick: The Deluge, London 1965, wird auf S. 213 und S. 214 zu dem Film und zu seinem Inhalt folgendes gesagt: „ONCE A HUN, ALWAYS A HUN wurde im Parlament von Herrn Leif Jones viel kritisiert, auch für die nackte Enthüllung der ökonomischen Interessen vieler Geschäftsmänner, die im Ministerium beschäftigt sind. Zuerst werden zwei deutsche Soldaten in einer zerstörten französischen Stadt gezeigt, die eine Frau treffen, die ein Baby in den Armen trägt und die diese zu Boden schlagen. Diese zwei Soldaten verwandeln sich allmählich in zwei kaufmännische Reisende, die jetzt nach dem Krieg in einem englischen Dorf zu sehen sind. Einer von ihnen kommt in ein kleines Kolonialwarengeschäft und zeigt dem Ladenbesitzer eine Pfanne. Der Ladenbesitzer ist zuerst beeindruckt, aber seine Frau kommt hinzu und entdeckt das ,Made in Germany' Schild auf dem Boden der Pfanne. Sie ruft einen Polizisten herein, der den Deutschen des Ladens verweisst. Die abschließenden Worte auf der Leinwand zeigen die Botschaft: nach dem Krieg kann es keinen Handel mit diesen Menschen geben.“ (übers, v. d. Verf.)

197 Vgl. Sanders/Taylor: Britische Propaganda, 1990, S. 110.

198 Ebd., S. 113.

199 Vgl. ebd., S. 114.

[Seite 107]

Der Film wurde am 29. Dezember 1915 im >Empire<-Filmtheater am Londoner Leicester Square uraufgeführt. Zur Premiere war eine ausgesuchte Schar einflußreicher Persönlichkeiten geladen. Auch eine eigene Musik war extra für diese Aufführung komponiert worden, und Balfour, damals Marineminister, gab eine Einführung in den Film. Die große Publizität für dieses Ereignis war aber nur das Vorspiel für die Verbreitung des Films über den ganzen Erdball und den weltweiten Beifall für den Film.

[Seite 108]

Britain Prepared war besonders wertvoll, weil der Film das Ausmaß des britischen Beitrags zu den Kriegsanstrengungen in den verbündeten Ländern schilderte.

[Seite 110]

Das Ministerium war z. B. für die Produktion eines der berüchtigsten Propagandafilme, Once a Hun, Always a Hun, verantwortlich, ein Film, der alle Vorurteile über den bestialischen Deutschen in einem Ausmaß ausschlachtete, wie das bis dahin in diesem Medium noch nicht geschehen war.101

[Seite 113]

1918 war das Problem nicht mehr einfach das einer Verstärkung des Propagandaapparates zur Durchführung einer Massenkampagne. Besonders nach Brest-Litowsk war aufgrund der veränderten Erfordernisse der militärischen und wirtschaftlichen Lage ein grundsätzlich anderes Vorgehen notwendig. Die konventionelle Kriegführung war insofern gescheitert, als sie keine Entscheidung auf dem Schlachtfeld hatte herbeiführen können, und man suchte andere Wege, das militärische Patt zu überwinden. Die allgemeine Kriegsmüdigkeit, der Kriegseintritt der USA und die innere Instabilität der Mittelmächte führten bei vielen damaligen Beobachtern zu der Überzeugung, es sei an der Zeit, den Schwerpunkt der Propaganda nicht mehr auf die verbündeten und neutralen Länder zu richten, sondern eine totale psychologische Offensive gegen den Feind zu führen.l09

[Seite 114]

Das Heeresministerium, das in den Militärzonen bis zum 1. September 1918 für Propaganda verantwortlich war - also noch mehr als sechs Monate nach der Einrichtung von Crewe House -, veröffentlichte ebenfalls eine Einblattzeitung, den Courier de l'Air, der die französische und belgische Bevölkerung in den von den Deutschen besetzten Gebieten über alles, was mit den Kriegsanstrengungen der Alliierten zusammenhing, informieren sollte. Das meiste aus der Luft abgeworfene Propagandamaterial bemühte sich um eine Kombination von Wort und Bild - letzteres in Form von Photographien, Karikaturen oder Landkarten, die den feindlichen Soldaten den kürzesten Weg nach Hause zeigten.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahmen bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), WiseWoman

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