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Quelle:Uo/Vorsteher 1994

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Dieter Vorsteher
Titel    Bilder für den Sieg. Das Plakat im Ersten Weltkrieg
Sammlung    Die letzten Tage der Menschheit: Bilder des ersten Weltkrieges; (10. Juni bis 28. August, Altes Museum Berlin) / eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums, Berlin ... in Verbindung mit dem Imperial War Museum, London.
Herausgeber    Rainer Rother
Ort    Berlin
Verlag    Ars Nicolai
Jahr    1994
Seiten    149-162
ISBN    3-89479-052-0

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    6


Fragmente der Quelle:
[1.] Uo/Fragment 318 29 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-05 09:28:53 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Vorsteher 1994

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 318, Zeilen: 29-31, 104-108
Quelle: Vorsteher 1994
Seite(n): 158, Zeilen: re.Sp. 12-26
In insgesamt neun Aufrufen wurden für fast 93 Milliarden Reichsmark Anleihen gezeichnet. Das war etwas mehr als die Hälfte der gesamten Kriegskosten.108

108 Zu Beginn des Krieges galten die Anleihen insbesondere im Mittelstand als renditeträchtig. Man erwartete erhebliche Gewinne aus Reparationsleistungen. Nach 1918, nach Reparationszahlungen an die Alliierten, nach Inflation und nach der 1925 beschlossenen Auflösung der Anleiheanstalten, wurden die Anleihescheine in dem verlustreichen Verhältnis von 40 zu 1 zurückgetauscht. Vgl. dazu Dieter Vorsteher: Bilder für den Sieg. Das Plakat im Ersten Weltkrieg, in: Die letzten Tage der Menschheit, hrsg. von R. Rother, 1994, S. 149-162.

In den insgesamt neun Aufrufen wurden für fast 93 Milliarden Reichsmark Anleihen gezeichnet. Das war etwas mehr als die Hälfte der gesamten Kriegskosten. Zu Beginn des Krieges galten die Anleihen insbesondere im Mittelstand als renditeträchtig. Man erwartete erhebliche Gewinne aus Reparationsleistungen. Nach 1918, nach Reparationszahlungen an die Alliierten, nach Inflation und nach der 1925 beschlossenen Auflösung der Anleiheanstalten, wurden die Anleihescheine in dem verlustreichen Verhältnis von 40 zu 1 zurückgetauscht.21

21 Vgl.: Duvigneau/Suckale-Redlefsen 1975, S. 107 ff.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

[2.] Uo/Fragment 319 27 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-09 22:06:05 Hindemith
Fragment, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel, Uo, Vorsteher 1994, ZuSichten

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 319, Zeilen: 27-31
Quelle: Vorsteher 1994
Seite(n): 159, Zeilen: li.Sp. 7-11, 19-27
Erst bei der sechsten Anleihe im Frühjahr 1917 gab die Reichsbank ihre Vorbehalte gegen die Verwendung von Bildmotiven bei ihren Plakaten auf.113 Der Maler und Grafiker Fritz Erler entwarf mit seinem Soldatenportrait die Vorlage für das Plakat „Helft uns siegen! Zeichnet Kriegsanleihe“, welches zur Ikone des deutschen Weltkriegsplakates wurde.114 Stahlhelm, Gas[maske und Stacheldraht wurden zu Zeichen des Krieges.]

113 Vgl.: Klaus-D. Pohl: Plakate zu Kriegsanleihen, in: Zeitzeugen, ausgewählte Objekte aus dem Deutschen Historischen Museum, hrsg. von R. Beier, G. Korff, Berlin 1992, S. 209-213.

114 Vgl. Vorsteher: Bilder für den Sieg, in: letzten Tage der Menschheit, hrsg. von R. Rother, 1994, S. 158.

Bei der sechsten Kriegsanleihe von 1917 ging man einen Schritt weiter. Der staatliche Auftraggeber gab seine bisherigen Vorbehalte gegenüber einer bildhaften Gestaltung der Anleiheplakate auf. [...] Die Wahl fiel hingegen auf ein Gemälde von Fritz Erler, das überhaupt nicht eingesandt war. Sein Soldatenporträt bildete die Vorlage für das Plakat »Helft uns siegen!«. Es wurde zur Ikone des deutschen Weltkriegsplakates. Stahlhelm, Gasmaske und Stacheldrahtzaun waren zu Zeichen dieses Krieges geworden.

20 Vgl.: Klaus-D. Pohl, Plakate zu Kriegsanleihen. In: Beier/Korff 1992, S. 209-213.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan)

[3.] Uo/Fragment 321 26 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-05 10:28:26 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Vorsteher 1994

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 321, Zeilen: 26-33
Quelle: Vorsteher 1994
Seite(n): 155, Zeilen: li.Sp. 12-15, 25-37
Man warb darüber hinaus für solide Stiefel, für warme Unterwäsche, für ein Päckchen Tabak oder für aufmunternde Schokolade. Bis ins letzte Kriegsjahr wurde mit Herzen, Kreuzen, Caritasfiguren und Weihnachtsbäumen um die Opferbereitschaft der Zivilbevölkerung geworben. Diese Bildmotive der deutschen Kriegswerbung hatten einzig und allein die Not und Opferbereitschaft des deutschen Soldaten im Auge. Das Antlitz des Feindes spielte als Motiv in der Produktwerbung keine Rolle. Alles reduzierte sich auf das Wörtchen „vaterländisch“.121

121 Vgl. Vorsteher: Bilder für den Sieg, in: letzten Tage der Menschheit, hrsg. von R. Rother, 1994, S. 154.

Man warb für solide Stiefel, für warme Unterwäsche, für ein Päckchen Tabak oder für aufmunternde Schokolade. [...] Bis ins letzte Kriegsjahr hinein warben Herzen, Kreuze, Caritasfiguren, Weihnachtsbäume und spendenempfangende Soldaten um die Opferbereitschaft der Zivilbevölkerung. Dieser gesamte Bereich der deutschen Kriegswerbung hatte einzig und allein den deutschen Soldaten als Bildmotiv im Auge - seine Not und seine Opferbereitschaft. Das Antlitz des Feindes spielte als Motiv in der Produktwerbung keine Rolle. Alles reduzierte sich auf das Wörtchen »vaterländisch«.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

[4.] Uo/Fragment 323 19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-05 09:43:51 Graf Isolan
Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung, Vorsteher 1994

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 323, Zeilen: 19-31
Quelle: Vorsteher 1994
Seite(n): 149, 150, 160, Zeilen: 149: re.Sp. 5-17 - 150: li.Sp. 1-8, re. Sp. 9-18; 160: li.Sp. 9-24
Künstler wie Edmund Edel, Julius Gipkens, Louis Oppenheim, Jo Steiner, Lucian Bernhard, Rudi Erdt, Julius Klinger, Paul Scheurich und Ludwig Hohlwein brachten alle Fähigkeiten für die Gestaltung eines modernen Plakats mit. Es fällt auf, dass die deutschen Kriegsplakate an der Verunglimpfung der Gegner nicht teilnahmen.131 Trotzdem schien es, als habe sich mit Kriegsbeginn im deutschsprachigen Raum bürokratischer Mehltau über die vormalige Kreativität deutscher Plakatkunst gelegt. Zu diesem harschen Urteil neigten Zeitgenossen und Kenner der internationalen Plakatkunst wie zum Beispiel Hans Sachs132. Die Verärgerung in der Fachwelt über die mangelnde Qualität der Plakate und insbesondere die inkompetente Besetzung der verschiedenen staatlichen Jurys nahm bis Kriegsende zu. Als eine völlig verfehlte Besetzung bezeichnete Sachs die Jury des Kriegspresseamtes, die mit einem Oberst a. D. und zwei Hauptmännern die Auswahl der [Plakatentwürfe trafen.]

131 Den Wettbewerb für die 8. Kriegsanleihe (1918) gewann der bis dahin unbekannte Ferdy Horrmeyer mit dem Porträt eines verbundenen Soldatenkopfes. Die Jury lieferte folgende Begründung: „Sein Plakat, der mit dem Tuch umwundene Kriegerkopf, - an dem Blut, das durch das Tuch dringt, mag sich mancher stoßen - ist einfach und ergreifend in seinem straffen Ausdruck gefestigten Willens, gleichsam des deutschen Volkscharakters - in der malerischen Wirkung von fast visionärer Kraft“. Die malerische Qualität wurde erstaunlicherweise einer plakativen Wirkung vorgezogen.

132 Zu Hans Sachs vgl.: Rene Grohnert: Hans Sachs der Plakatfreund, in: Deutsche Plakate, hrsg. von H. Rademacher, R. Grohnert, 1992, S. 16-25.

[Seite 149]

Obwohl hier Künstler wie Edmund Edel, Julius Gipkens, Louis Oppenheim, Jo Steiner, Lucian Bernhard, Rudi Erdt, Julius Klinger, Paul Scheurich und Ludwig Hohlwein alle Fähigkeiten für die Gestaltung des modernen Plakats mitbrachten, war es vor allem die französische und anglo-amerikanische Plakatkunst, die das politische Plakat des Ersten Weltkrieges entwickelte. Um so auffälliger ist es, daß die deutschen Kriegsplakate an dieser stürmischen Entwicklung nicht teilnahmen.

[Seite 150]

Es scheint, als habe sich im deutschsprachigen Raum mit Kriegsbeginn bürokratischer Mehltau über die vormalige Kreativität der deutschen Plakatkunst gelegt. Zu diesem harschen Urteil neigten auch Zeitgenossen und Kenner der internationalen Plakatkunst, zum Beispiel Hans Sachs2. [...] Die Verärgerung in der Fachwelt über die mangelnde Qualität der Plakate und insbesondere die inkompetente Besetzung der verschiedenen staatlichen Jurys nahm bis Kriegsende zu. Als eine völlig verfehlte Besetzung schildert Sachs die Jury des Kriegspresseamtes mit einem Oberst a. D. und zwei Hauptmännern, die die Auswahl der Plakatentwürfe träfen3.

[Seite 160]

Den Wettbewerb für die 8. Kriegsanleihe (1918) gewann der bis dahin unbekannte Ferdy Horrmeyer mit dem Porträt eines verbundenen Soldatenkopfes. Als Begründung lieferte die Jury folgenden Text: »Sein Plakat, der mit dem Tuch umwundene Kriegerkopf, - an dem Blut, das durch das Tuch dringt, mag sich mancher stoßen - ist einfach und ergreifend in seinem straffen Ausdruck gefestigten Willens, gleichsam des deutschen Volkscharakters - in der malerischen Wirkung von fast visionärer Kraft«25. Erstaunlich ist, daß hier immer noch die malerische Qualität vor einer plakativen Wirkung geschätzt wurde.


2 Zu Hans Sachs vgl.: Rene Grohnert, Hans Sachs - der Plakatfreund. In: Rademacher/Grohnert 1992, S. 16-25.

3 Drei Berliner Kriegsplakatjahre. In: Das Plakat 1918, S. 38/39.

25 Ernst Collin, Der große Wettbewerb für Kriegsanleihe-Plakate, zit. nach: Das politische Plakat 1919, S. 30.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahmen bleibt ungekennzeichnet. Eigentliche Quelle bleibt ungenannt. Für das explizit gekennzeichnete Zitat wird auch keine Quelle genannt.

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

[5.] Uo/Fragment 324 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-05 09:27:06 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Vorsteher 1994

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 324, Zeilen: 2-4, 7-34, 104-108
Quelle: Vorsteher 1994
Seite(n): 151, 153, 155, 156, Zeilen: 151: li.Sp. 7-18, 25-34; 153: li.Sp.19-40, 44-50, re.Sp. 3-16; 155: re.Sp. 10-15 - 156: li.Sp. 1
Weder bei der Heeresleitung und den Auftraggebern, noch bei den Käufern der Feindbildpropaganda wurde die brisante Frage nach Moral und Effektivität gestellt. [...]

Die alliierte Propaganda hatte es verstanden, Deutschland publizistisch als Angreifer international zu ächten. Spätestens seit 1916 zahlte es sich bitter aus, dass Deutschland 1914 nur mit einer militärischen Strategie und nicht mit einer tragfähigen, gesellschaftlich akzeptierten Botschaft zum Krieg gedrängt hatte. Es mag auch sein, dass die Reichsregierung im Sommer 1914 einen anderen Krieg gewollt hatte, als ihn die Militärs dann schließlich führen mussten.134 Die alliierte Feindbildikonographie hatte es wesentlich leichter als die deutsche. Sie knüpfte an Bewährtes an: die Befreiung der Welt von feudaler Unterdrückung und deutschem Militarismus. Dafür ließen sich viele demokratische und neutrale Staaten gewinnen. Das deutsche Reich stand nun mal seit 1870/71 für den bedrohlichen Staatsmilitarismus. Seit der Flottenrüstung der neunziger Jahre war es sogar Wilhelm II. in Person. Als die ersten antideutschen Plakate erschienen, bemühte sich Deutschland, mit einer motivreichen Plakatserie dem Vorwurf des Militarismus, der deutschen Unkultur und mangelnder Bildung zu begegnen. Durch einen illustrativen internationalen Systemvergleich und durch aufklärende Statistiken versuchte man alles „richtig zu stellen“. Didaktische Schautafeln in Verbindung mit einer aus der Statistik bekannten Bildersprache der Industriewerbung sollten das deutsche Publikum von seiner kulturellen und industriellen Überlegenheit überzeugen. In verbildlichter Form fand sich alles in Lehrfilmen wieder. Die „Feinde“ sind hier eher schwächlich als bedrohlich, weder Monster noch Ungeheuer, sondern Karikaturen, die sich im gesellschaftsfähigen Rahmen bewegen. Zum Teil waren diese didaktischen Bildchen für den Export bestimmt.135 Die Reichsleitung wollte in väterlicher Absicht das eigene Volk in erster Linie von seinen Vorteilen überzeugen, um die feindliche Propaganda zu neutralisieren. Nur waren die Gräuelplakate der Entente über „die Deutschen“ nicht für ein deutsches Publikum, sondern für die eigene Bevölkerung bestimmt. Es ist fraglich, ob sie die deutsche Zivilbevölkerung während des Krieges je zu Gesicht bekam.


134 Das Militär hatte als einziges militärisches Konzept lediglich den Schlieffenplan von 1895 erst Aufmarsch im Westen danach im Osten weiter ausgearbeitet. Auf dieses „Pflichtversäumnis“ der Militärs weist Sebastian Haffner hin und nennt es zu Recht „das Verbrechen des deutschen Generalstabes“. Vgl. S. Haffner: Von Bismarck zu Hitler. Ein Rückblick, München 1987, S. 120.

135 Vgl. Vorsteher: Bilder für den Sieg, in: letzten Tage der Menschheit, hrsg. von R. Rother, 1994, S. 153.

[Seite 151]

Die alliierte Propaganda hatte es verstanden, Deutschland publizistisch als den Angreifer international zu ächten. Spätestens seit 1916 zahlte es sich bitter aus, daß Deutschland 1914 nur mit einer militärischen Strategie und nicht mit einer tragfähigen, gesellschaftlich akzeptierten Botschaft zum Krieg gedrängt hatte. Es mag auch sein, daß die Reichsregierung im Sommer 1914 einen anderen Krieg gewollt hatte, als ihn die Militärs dann schließlich führen mußten. [...] Auf diese Kehrtwende war das Militär nicht vorbereitet gewesen. Es hatte als einziges militärisches Konzept lediglich den Schlieffenplan von 1895 - erst Aufmarsch im Westen danach im Osten - weiter ausgearbeitet. Auf dieses »Pflichtversäumnis« der Militärs weist Sebastian Haffner hin und nennt es zu Recht »das Verbrechen des deutschen Generalstabes«8.

[Seite 153]

Die alliierte Feindbildikonographie hatte es auch leichter als die Deutschlands. Sie konnte an Bewährtes anknüpfen: die Befreiung der Welt von feudaler Unterdrückung und deutschem Militarismus. Dafür ließen sich viele demokratische und neutrale Staaten gewinnen. Für den bedrohlichen Staatsmilitarismus stand nun mal seit 1870/71 Preußen, seit der Flottenrüstung der neunziger Jahre war es Wilhelm II. in Person. Als die ersten antideutschen Plakate erschienen, bemühte sich Deutschland, mit einer motivreichen Plakatserie dem Vorwurf des Militarismus, der deutschen Unkultur und mangelnder Bildung zu begegnen. Es tat dies durch einen illustrativen internationalen Systemvergleich, der durch aufklärende Statistiken >richtigstellen< wollte. Diese didaktischen Schautafeln sollten das deutsche Publikum von seiner kulturellen und industriellen Überlegenheit überzeugen. [...] Die »Feinde« sind hier eher schwächlich als bedrohlich, weder Monster noch Ungeheuer, sondern Karikaturen, die sich im gesellschaftsfähigen Rahmen bewegen. Zum Teil scheinen diese didaktischen Bildchen für den Export bestimmt gewesen zu sein. [...] Die aber sonst überwiegend in Deutsch erscheinende Serie legt den Verdacht nahe, die Reichsleitung wollte hier in erster Linie das eigene Volk von seinen Vorteilen überzeugen. Möglicherweise in der väterlichen Absicht, die feindliche Propaganda zu neutralisieren. Nur - die Greuelplakate der Entente über »die Deutschen« waren ja nicht für ein deutsches Publikum gedacht, sondern in erster Linie für die eigene Bevölkerung bestimmt. Ob die deutsche Zivilbevölkerung sie während des Krieges überhaupt je gesehen hat, ist fraglich.

[Seite 155]

Mehr scheint man von ihnen auch nicht erwartet zu haben, weder bei der Heeresleitung noch bei den Auftraggebern, noch bei ihren Käufern. Die brisanten Fragen nach Moral und Effektivität der Feindbildpropaganda wurden

[Seite 156]

nicht gestellt.


8 Haffner 1987, S. 120.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Agrippina1

[6.] Uo/Fragment 325 11 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-07-05 00:42:19 Graf Isolan
Fragment, KeineWertung, SMWFragment, Schutzlevel, Uo, Vorsteher 1994, ZuSichten

Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 325, Zeilen: 11-13
Quelle: Vorsteher 1994
Seite(n): 159, Zeilen: re.Sp. 4-10
Die deutsche Variante stammt von Fritz Erler. Sein Entwurf zur 7. Kriegsanleihe zeigte die banale Figur eines leichtverletzten Fliegers, der den Betrachter fragt: „Und Ihr?“. Auch Fritz Erler nahm an späteren Wettbewerben teil, jedoch mit geringem künstlerischen Erfolg. Schon der Entwurf zur 7. Kriegsanleihe, zeigte die banale Figur eines leichtverletzten Fliegers, der den Betrachter lapidar fragt: »Und Ihr?«.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan)

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