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Quelle:Uo/Weise 1997

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Bernd Weise
Titel    Fotojournalismus. Erster Weltkrieg - Weimarer Republik
Sammlung    Deutsche Fotografie. Macht eines Mediums 1870-1970
Herausgeber    Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
Beteiligte    Klaus Honnef, Rolf Sachsse, Karin Thomas
Ort    Bonn - Köln
Verlag    DuMont
Jahr    1997
Seiten    72-87
ISBN    3-7701-2652-1 (Buchhandelsausg.), 3-7701-4016-8 (Katalogausg.)

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    5


Fragmente der Quelle:
[1.] Uo/Fragment 102 10 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-05-09 16:13:42 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Weise 1997

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 102, Zeilen: 10-22
Quelle: Weise 1997
Seite(n): 72, 73, 74, Zeilen: 72:li.Sp.6-15; 73:li.Sp. 15-16; 74:li.Sp. 15-20
Die erste Verfügung zur Bildzensur wurde am 12. Oktober 1914 vom Chef des Generalstabes herausgegeben.21 Am 8. Januar 1917 wurden „Leitsätze für die Bilderzensur“22 verabschiedet und in das ebenfalls schon 1917 von der Oberzensurstelle herausgegebene „Zensurbuch“ aufgenommen.23 Rund 60 Stichworte verwiesen auf den eingeschränkten Umgang mit Bildern von Brückenbauten, Kraftfahrzeugen und Regimentsnummern.

In den Tagen nach dem 31. Juli 1914 erschienen in allen deutschen illustrierten Zeitschriften Fotoserien von der Bekanntmachung der Mobilmachungsverordnung, die auf öffentlichen Plätzen verlesen wurde. Zu dieser Zeit gab es rund 20 Illustrierten-Titel mit einer wöchentlichen Auflage von über 1,5 Millionen, sowie etwa 12 illustrierte wöchentliche Beilagen von Tageszeitungen mit einer Auflage von über 1,7 Millionen Exemplaren, die selbst keine Autotypiebilder druckten.24 Fotografien waren jetzt nicht mehr nur Beiwerk zum Text, sondern [tragendes Element der Reportagen.]


21 Vgl. BArch, R 1501/ 12289, Bl. 41, Bildzensur.

22 Vgl. BArch, R 901/ 952, Bl. 9, Leitsätze für die Bilderzensur.

23 Oberzensurstelle des Kriegspresseamtes: Zensurbuch, 1917, Vorwort.

24 Vgl. Bernd Weise: Fotojournalismus. Erster Weltkrieg - Weimarer Republik, in: Deutsche Fotografie - Macht eines Mediums 1870-1970. Katalog zur Ausstellung, hrsg. von der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn, 1997, S. 72-87, hier S. 72.

[Seite 72]

Am 31. Juli 1914 um 18.00 Uhr verkündeten die Extrablätter der Tageszeitungen im Deutschen Reich den allgemeinen Kriegszustand. Fotoserien von der Bekanntmachung der Mobilmachungsverordnung, die durch Offiziere auf öffentlichen Plätzen verlesen wurden, und von den ersten ausrückenden Soldatentruppen erschienen in den nächsten Tagen in allen illustrierten Zeitschriften des Landes.

Rund 20 Illustrierten-Titel gab es zu dieser Zeit, wöchentlich in einer Auflage von über 1,5 Millionen erscheinend, sowie rund 12 wöchentliche illustrierte Beilagen von Tageszeitungen, die selbst keine Autotypiebilder druckten, mit einer Auflage von über 1,7 Millionen Exemplaren. Fotografien waren nicht mehr Beiwerk zum Text, sondern tragendes Element der Reportagen.

[Seite 73]

Die erste Verfügung zur Bildzensur gab deshalb auch der Chef des Generalstabes am 12. Oktober 1914 heraus.4

[Seite 74]

Nachdem diese drei Stellen zwischen Oktober 1915 und August 1916 schon 23 Bildzensur-Verfügungen erteilt hatten, begannen sie mit der Ausarbeitung einer einheitlichen Vorgabe für die Handhabung von Pressebildmaterial, die unter Berücksichtigung einer Eingabe der Zeitschriften-Verleger am 8. Januar 1917 als „Leitsätze für die Bildzensur“ verabschiedet16 und in das ebenfalls 1917 von der Oberzensurstelle herausgegebene „Zensurbuch“ aufgenommen wurden.17 Rund 60 Stichworte verwiesen auf den eingeschränkten Umgang mit Bildern von Brückenbauten über Kraftfahrzeuge bis Regimentsnummern.


4 Vgl. Reichsamt des Innern, Bildzensur. In: Bundesarchiv Potsdam, Akte 12289, Blatt 41.

16 Vgl. Reichsamt des Innern, Bildzensur. In: Bundesarchiv Potsdam, Akte 12289, Insbesondere Blatt 41, 68-69, 71-72.

17 Oberzensurstelle des Kriegspresseamtes (Hg.): Zensurbuch für die deutsche Presse. Berlin 1917, Vorwort.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[2.] Uo/Fragment 103 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-05-09 16:39:32 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Weise 1997

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 103, Zeilen: 1-36 (komplett)
Quelle: Weise 1997
Seite(n): 72-73, Zeilen: 72:li.Sp. 14-19.30-36.38-40 - re.Sp. 1ff. - 73:li.Sp. 1-2.18-35.37-44; re.Sp. 9ff.
[Fotografien waren jetzt nicht mehr nur Beiwerk zum Text, sondern] tragendes Element der Reportagen. Bilder und Texte erstreckten sich über eine ganze oder eine Doppelseite und fügten sich zu einer einheitlichen Darstellung des Themas zusammen. Es wurden nicht nur einzelne Bilder verschiedener Fotografen, sondern auch zusammenhängende Reportagen eines einzelnen Fotografen gezeigt. Die Pressefotografie war im Jahre 1914 ein bereits etabliertes journalistisches Medium. Das Foto galt bis dahin in Publikationen als Dokumentation und Beweis für die Objektivität der Nachrichten. Mit Beginn der Kriegssituation wurde jedoch schlagartig deutlich, dass das Foto ebenso wie Sprache und Text als manipulatives Darstellungsmittel einsetzbar war. Schon am 31. Juli 1914 erfolgte deshalb der erste Eingriff in die Pressefreiheit der Fotografen durch die von der Reichskanzlei veröffentlichte Bekanntmachung eines 26-Punkte-Katalogs, der bestimmte, über welche Vorgänge nicht mehr berichtet werden durfte.25 Damit konnten die Pressefotografen bestimmte Vorgänge in der Öffentlichkeit, die als militärisches Geheimnis angesehen wurden, nicht mehr fotografieren. Nicht genehmigtes Fotografieren führte zur sofortigen Beschlagnahme des belichteten Materials und der Kamera.26 Darüber hinaus wurden die Fotografenorganisationen speziell darauf hingewiesen, die Entwicklung und Vervielfältigung von Kriegsbildern nicht an Firmen fremder Nationalität zu vergeben.27 In Kriegsgebieten durfte zunächst nicht fotografiert werden. Diesen Umstand kritisierte die Redaktion der Berliner Illustrierten Zeitung im Namen des „Vereins von Verlegern Deutscher Illustrierter Zeitschriften“. In ihrem Schreiben vom 16. September 1914 an das Reichsamt des Inneren wies sie darauf hin, dass eine rechtzeitige Zulassung deutscher Pressefotografen vermieden hätte, auf ausländisches Bildmaterial zurückzugreifen. Fotos von den ersten Kriegszerstörungen in Belgien z. B. hätte man sich dann nicht über die Zeitschrift ,Het Leven' und das ,Vereenigde Photo-Bureaux' in Amsterdam besorgen müssen.28

Am 6. Oktober 1914 erging eine amtliche Bekanntgabe des Generalstabs (Nr. 569 Pr.), die das Fotografieren auf den Kriegsschauplätzen und in den von deutschen Truppen besetzten Gebieten nur mit Genehmigung des Chefs des Feldheeres gestattete. Fotoaufnahmen mussten von der militärischen Zensur freigegeben werden.29 Die Zulassung als Kriegsfotograf wurde vom Generalstab Abt. III B geprüft, „ob sie dem Willen entsprang, der Sache zu dienen“.30 Binnen kurzer Zeit wurden 1914 insgesamt 39 Fotografen zu den Kriegsschauplätzen zugelassen, davon 10 im Westen und 29 im Osten.31 Die zugelassenen Fotografen mit Legitimation und weißer Armbinde hatten sich nach den von Oskar Messter ausgearbeiteten „Anweisungen für Kriegs-Photographen und Kinematographen“ [zu richten.32]


25 Abgedruckt in: Koszyk: Pressepolitik, 1968, S. 22f.

26 Vgl. Der Photograph, 24. Jg. (1914), H. 68, S. 272.

27 Vgl. Photographische Chronik, 22. Jg. (1915), H. 1, S. 3.

28 Vgl. BArch, R1501/ 12292, Bl. 37-40, Presse- und Nachrichtenwesen.

29 Vgl. Deutsche Photographen-Zeitung 39. Jg. (1914), Nr. 42, S. 450; Photographische Chronik, 21. Jg. (1914), H. 75, S. 513.

30 Walter Nicolai: Nachrichtendienst, Presse und Volksstimmung im Weltkrieg, Berlin 1920, S. 61.

31 Vgl. Weise: Fotojournalismus, in: Deutsche Fotografie, hrsg. von der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn, 1997, S. 73.

32 BArch Koblenz, NL 275/ 446, Stellvertretender Generalstab Abt. III B, Presse Nr. 1205; vgl. auch Martin Koerber: Filmfabrikant Oskar Messter - Stationen einer Karriere, in: KINtop Schriften 2, 1994, S. 66f.; Wolfgang Mühl-Benninghaus: Oskar Messters Beitrag zum Ersten Weltkrieg, in: KINtop 3: Oskar Messter - Erfinder und Geschäftsmann, hrsg. von F. Kessler, S. Lenk, M. Loiperdinger, 1994, S. 103-116.

[Seite 72]

Fotografien waren nicht mehr Beiwerk zum Text, sondern tragendes Element der Reportagen. Über eine ganze oder eine Doppelseite fügten sich Bilder und Text zu einer einheitlichen Darstellung des Themas. Dabei wurden nicht nur einzelne Fotos verschiedener Fotografen zusammengestellt, sondern auch schon zusammenhängende Bildreportagen eines Fotografen gezeigt, wie zum Beispiel der Bericht über die „Auswandererhallen in Hamburg“ von Johann Hamann in der Leipziger Illustrirten Zeitung vom 27. Februar 1908. [...]

[...]

1. Fotos für die Presse im Ersten Weltkrieg

Die Pressefotografie war somit im Jahre 1914 bereits ein etabliertes journalistisches Medium. Stand das Foto in den Pressepublikationen bis dahin als Dokumentation, Beweis und für Objektivität der transportierten Nachrichten, so wurde mit der Kriegssituation schlagartig deutlich, daß das Foto in der Presse nunmehr ebenso wie die Sprache beziehungsweise der Text als ein manipulatives Darstellungsmittel einsetzbar war.

Verfehlte Pressepolitik

Der Eingriff in die Pressefreiheit erfolgte bereits am 31. Juli 1914 durch die von der Reichskanzlei veröffentlichte Bekanntmachung eines 26-Punkte-Katalogs, der festhielt, über welche Vorgänge nicht mehr berichtet werden durfte.1 Damit konnten auch die Pressefotografen bestimmte Abläufe in der Öffentlichkeit, die als militärisches Geheimnis anzusehen waren, nicht mehr fotografieren. Nicht genehmigtes Fotografieren führte zur sofortigen Beschlagnahme der Kamera und des belichteten Aufnahmematerials.2 Die Fotografenorganisationen wurden speziell darauf hingewiesen, die Entwicklung und

[Seite 73]

Vervielfältigung von Kriegsbildern nicht an Firmen fremder Nationalität zu vergeben.3

[...]

Restriktionen für Fotografen

In den Kriegsgebieten durften die Pressefotografen vorerst nicht fotografieren. Diesen Umstand kritisierte die Redaktion der Berliner Illustrirten Zeitung im Namen des „Vereins von Verlegern Deutscher Illustrierter Zeitschriften“ in einem Schreiben vom 16. September 1914 an das Reichsamt des Innern: Wenn man die Fotografen rechtzeitig zugelassen hätte, wäre die deutsche illustrierte Presse nicht auf ausländisches Bildmaterial angewiesen gewesen. Statt dessen hätten diese sich die Fotos von den ersten Kriegszerstörungen in Belgien über die Zeitschrift Het Leven und die Vereenigde Photo-Bureaux in Amsterdam besorgen müssen.5

Erst am 6. Oktober 1914 erging eine amtliche Bekanntgabe des Generalstabs (Nr. 569 Pr.), die ausführte, daß das Fotografieren auf dem Kriegsschauplatz und in den von deutschen Truppen besetzten Gebieten nur mit Genehmigung des Chefs des Feldheeres und der von ihm erlassenen Bestimmungen gestattet sei. Fotografische Aufnahmen dürften danach nur vervielfältigt, verbreitet oder veröffentlicht werden, wenn sie der militärischen Zensur zur Prüfung vorgelegen hatten und von ihr freigegeben waren. Die Tätigkeit von Fotografen ohne Ausweis war verboten.6

Die Zulassung als Kriegsfotograf mußte beim Generalstab möglichst mit Referenzen einer Zeitschriftenredaktion schriftlich beantragt werden. Die Gesuche wurden ebenfalls von der Abt. III B geprüft, „ob sie dem Willen entsprangen, der Sache zu dienen“.7 Binnen kurzer Zeit gingen so viele Gesuche ein, daß keine weiteren mehr berücksichtigt werden konnten.8 1914 wurden insgesamt 39 Fotografen zu den Kriegsschauplätzen zugelassen, zehn im Westen und 29 im Osten. [...]

Die zugelassenen Fotografen erhielten eine Legitimationskarte und eine weiße Armbinde mit dem Aufdruck „Presse-Photograph“ und hatten sich nach dem am 8. Oktober 1914 herausgegebenen „Anweisungen für Kriegs-Photographen und Kinematographen“11 zu richten. Diese hatte der in der „Film- und Photostelle“ tätige Filmpionier Oskar Messter ausgearbeitet12, der dort in den ersten Monaten auch die Fotos zensierte.13


1 Abgedruckt in: Koszyk, Kurt: Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg. Düsseldorf 1968, S. 22f.

2 Vgl. Der Photograph 68 (1914), S. 272.

3 Vgl. Photographische Chronik 1 (1915), S. 3.

[...]

5 Vgl. Reichsamt des Innern/Presse- und Nachrichtenwesen. In: Bundesarchiv Potsdam, Akte 12292, Bl. 37-40.

6 Vgl. Deutsche Photographen Zeitung 42 (1914), S. 450 und Photographische Chronik 75 (1914), S. 513.

7 Nicolai, W.: Nachrichtendienst, Presse und Volksstimmung im Weltkrieg, Berlin 1920, S. 61.

8 Vgl. Deutsche Photographen Zeitung 41 (1914), S. 444.

9 Vgl.Auswärtiges Amt/Zentralstelle für Auslandsdienst. In: Bundesarchiv Potsdam, Akte 1706, unnumeriert [Bl. 44f.].

10 Vgl. Deutsche Photographen Zeitung 3 (1915), S. 18.

11 Vgl. Stellvertretender Generalstab Abt. III B, Presse Nr. 1205. In: Bundesarchiv Koblenz, Nachlaß Oskar Messter, NL 275, Akte 446.

12 Vgl. Koerber, Martin: „Oskar Messter - Stationen einer Karriere“, in: Oskar Messter, Filmpionier der Kaiserzeit. Kintop-Schriften 2. Kessler, Lenk, Loiperdinger (Hg.). Basel, Frankfurt/M. 1994, S. 66 f.

13 Vgl. Mühl-Benninghaus, Wolfgang: „Oskar Messters Beitrag zum Ersten Weltkrieg“. In: Kintop-Jahrbuch 3. Basel, Frankfurt/M. 1994, S. 103ff.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme, die bis in die Quellennachweise reicht, bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[3.] Uo/Fragment 104 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-05-09 16:19:56 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Weise 1997

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 104, Zeilen: 1-7
Quelle: Weise 1997
Seite(n): 73-74, Zeilen: 73: re.Sp. 15-19.27 - 74:li.Sp. 1 ff.
Es wurde patriotisches Verhalten gefordert und Aufnahmen erwartet, die einerseits die faire Kriegsführung der deutschen Truppen zeigte, andererseits die von den Feinden begangenen Verwüstungen und Grausamkeiten bewiesen. Im Kampfgebiet galt eine allgemeine Fotografiererlaubnis.33 Jedes Foto musste jedoch vor der Veröffentlichung in dreifacher Ausfertigung der Zensurstelle vorgelegt werden und erhielt den gestempelten Vermerk zugelassen oder nicht zugelassen.34]

33 Vgl. Weise: Fotojournalismus, in: Deutsche Fotografie, hrsg. von der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn, 1997, S. 73f.

34 Vgl. ebd., S. 74.

[Seite 73]

Nach diesen Anweisungen war von den Fotografen patriotisches Verhalten gefordert, und es wurden insbesondere Aufnahmen erwartet, die einerseits die faire Kriegsführung der deutschen Truppen und andererseits die von den Feinden begangenen Verwüstungen und Grausamkeiten beweisen könnten.14

Bildzensur

An den Fronten mußten sich die Pressefotografen, wie alle Kriegsberichterstatter, in die in den östlichen und westlichen Kampfgebieten eingerichteten Pressequartiere begeben und von da aus ihre Fotoreportagen erstellen. [...] Vor Ort galt eine

[Seite 74]

allgemeine Fotografiererlaubnis. Zur Veröffentlichung in der Presse mußte aber jedes Foto in dreifacher Ausfertigung mit genauer Beschriftung auf der Rückseite der zuständigen Zensurstelle vorgelegt werden. Ein Abzug kam an den Fotografen mit dem gestempelten Vermerk „Zur Veröffentlichung zugelassen“ oder „Zur Veröffentlichung zugelassen“ zurück, die beiden anderen Bilder blieben als Beleg in der Zensurstelle.


14 Vgl. Stellvertretender Generalstab Abt. III B, Presse Nr. 1205. In: Bundesarchiv Koblenz, Nachlaß Oskar Messter, NL 275, Akte 446; zit. n. Koerber, Martin: 1994; vgl. Anm. 12, S. 67.

Anmerkungen

Fortsetzung und Abschluss der auf den vorangegangenen Seiten begonnenen Übernahme. Art und Umfang bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[4.] Uo/Fragment 119 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-05-09 15:47:20 Schumann
Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung, Weise 1997

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 119, Zeilen: 3-8, 101-111
Quelle: Weise 1997
Seite(n): 74, Zeilen: re.Sp. 32-44
ln Militärkreisen hatte man schon zu Beginn des Krieges erkannt, dass das Oberkommando nicht beurteilen konnte, was zur Stimmungserhaltung veröffentlicht oder was notwendigerweise verschleiert werden musste.119 Selbst als Bildfälschungen aus dem Ausland immer bekannter wurden – die Deutsche Photographen Zeitung berichtete laufend in einer Rubrik über „Photographische Lügen unserer Feinde“120 –, kam keine Änderung der Berichterstattung zustande.121

119 Vgl. Die Bedeutung der Presse im Kriege, in: Militär-Wochenblatt, 103. Jg. (1914), Sp. 2308-2314.

120 Vgl. Deutsche Photographen-Zeitung, 40. Jg. (1915), Nr. 4, S. 23; Nr. 11 , S. 71-73; Nr. 27, S. 192; 41. Jg. (1916), Nr. 8, S. 65-66.

121 Andere Bilder des Krieges wurden erst in den späten 20er Jahren veröffentlicht, hrsg. vom National-Archiv Berlin, Berlin, Oldenburg, 3 Bde. 1927-1931; Hermann Rex: Kriegsbilder; Werk mit 600 Bildern aus allen Fronten nach authentischen, wahrheitsgetreuen photographischen Originalen Aufnahmen; Unter Ergänzung durch offizielle Aufnahmen der Kriegs- Bild- und Filmamtes, des Reichsarchivs und Aufnahmen treuer Kameraden, Oberammergau 1926; Franz Schauwecker: So war der Krieg. 230 Kampfaufnahmen aus der Front, Berlin 1929. Diese wurden dann zum Propagandamittel gegen die Siegermächte des Ersten Weltkrieges instrumentalisiert.

In Militärkreisen hatte man zwar schon zu Beginn des Krieges erkannt, daß das Oberkommando nicht in der Lage war zu klären, was zur Erhaltung der Stimmung veröffentlicht werden mußte und was notwendigerweise zu verschleiern war.29 Aber selbst als Bildfälschungen aus dem Ausland immer mehr bekannt wurden - die Deutsche Photographen Zeitung berichtete laufend in einer Rubrik über „Photographische Lügen unserer Feinde“30 -, kam eine Änderung der Berichterstattung nicht zustande. Die realen Bilder des Krieges wurden erst in den späten 20er Jahren veröffentlicht, unter anderem in Der Weltkrieg im Bild - Originalaufnahmen des Kriegs-Bild- und Filmamtes31 die zu dieser Zeit allerdings zum Propagandamittel gegen die Siegermächte des Ersten Weltkriegs instrumentalisiert wurden.

29 Vgl. „Die Bedeutung der Presse Im Kriege". In: Militär-Wochenblatt 103 (1914), Sp. 2308-2314.

30 Vgl. Deutsche Photographen Zeitung 4 (1915), S. 23; 11 (1915), S. 71-73; 27 (1915), S. 192; 8 (1916), S. 65-66.

31 Herausgegeben vom National-Archiv Berlin, Berlln/Oldenburg, 3 Bde. 1927-1931; Rex, Hermann: Der Weltkrieg in seiner rauhen Wirklichkeit. (600 Abb.) Oberammergau 1926; Schauwecker, Franz: So war der Krieg – 230 Kampfaufnahmen aus der Front. Berlin 1928.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

[5.] Uo/Fragment 121 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-05-09 15:58:43 Schumann
Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Uo, Verschleierung, Weise 1997

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 121, Zeilen: 1-5
Quelle: Weise 1997
Seite(n): 74, Zeilen: re.Sp. 13-16, 24-27
Mit dem Einsatz dieser Trupps nahm zwar die Zahl der Frontberichte zu, das Verlangen der Presse nach realistischer Berichterstattung konnte damit jedoch nicht befriedigt werden. Der Glaube der Öffentlichkeit an die Objektivität der Presse sank in gleichem Maße, wie sich das Kriegspresseamt immer mehr zu einem Verschleierungsinstrument entwickelte. Mit dem Einsatz dieser Fototrupps nahm die Zahl der Frontberichte zwar zu, aber das Verlangen der Presse nach einer realistischen Berichterstattung über das Kriegsgeschehen konnte damit nicht befriedigt werden. [...] Trotzdem sank der Glaube der Öffentlichkeit an die Objektivität der Presse im gleichen Maße, wie sich das Kriegspresseamt zu einem Verschleierungsinstrument entwickelte.28

28 Vgl. Schwedler, Wilhelm: Das Nachrichtenwesen im Krieg. Gotha 1925.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

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