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Quelle:Wd/Klingelhöffer 1989

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Angaben zur Quelle [Bearbeiten]

Autor     Erwin Klingelhöffer
Titel    Geschichte der Gemeinde Breuna und seiner Ortsteile Rhöda, Wettesingen, Oberlistingen und Niederlistingen
Sammlung    Breuna. Niederlistingen, Oberlistingen, Rhöda, Wettesingen im Wolfhager Land
Herausgeber    Gemeinde Breuna
Ort    Gudensberg-Gleichen
Verlag    Wartberg Verlag Peter Wieden
Jahr    1989
Seiten    5-9
ISBN    3-925277-44-7

Literaturverz.   

ja
Fußnoten    ja
Fragmente    8


Fragmente der Quelle:
[1.] Wd/Fragment 040 22 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-03-01 20:29:32 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Klingelhöffer 1989, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Wd

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 40, Zeilen: (16-22).22-33
Quelle: Klingelhöffer 1989
Seite(n): 5, Zeilen: li. Sp. 1 ff.
1.0. Dorfgeschichte

1.1. Die Dörfer Breuna und Rhöda

"Ins hellere Licht der durch schriftliche Zeugnisse belegten Geschichte tritt zuerst Rhöda, daß [sic] in einer Schenkung des Bischofs Bernold von Straßburg an das Kloster Fulda im Codex Eberhardi bereits zwischen 820 - 840 erwähnt wird" (Gemeinde Breuna 1989, S. 5). Die Kerngemeinde Breuna ist jünger. Dies läßt sich zuerst in einer Urkunde des Klosters Hardehausen im Jahre 1256 nachweisen. Breuna mit Rhöda liegt, ebenso wie die Ortsteile Ober- und Niederlistingen, sowie Wettesingen, stammesmäßig und geschichtlich betrachtet in einem Grenzgebiet. In diesem fanden schon die Kämpfe zwischen Karl dem Großen und den Sachsen statt. In diesem Raum haben Jahrhunderte lang die Landgrafen von Thüringen, das Bistum Paderborn, die Erzbistümer Mainz und Köln, das Kloster Corvey, das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg und schließlich als Lehensträger auch zahlreiche höhere und niedrige Adlige um die Erhaltung und Ausbreitung ihrer Interessensphären und Hegemonialansprüche gerungen, sowie zur politischen [Gestaltung des Landes beigetragen.]


Gemeinde Breuna (Hrsg.)
Breuna im Wolfhager Land.
Gudensberg-Gleichen 1989

Geschichte der Gemeinde Breuna

und seiner Ortsteile Rhöda, Wettesingen, Oberlistingen und Niederlistingen.
(von Erwin Klingelhöffer)

Breuna mit Rhöda

Ins hellere Licht der durch schriftliche Zeugnisse belegten Geschichte tritt zuerst Rhöda, das in einer Schenkung des Bischofs Bernold von Straßburg an das Kloster Fulda im Codex Eberhardi bereits zwischen 820-840 erwähnt wird. Breuna ist jünger; es läßt sich zuerst 1256 in einer Urkunde des Klosters Hardehausen nachweisen.

Breuna mit Rhöda liegt, ebenso wie die beiden Listingen und Wettesingen, stammesmäßig und geschichtlich betrachtet, in einem Grenzgebiet, in dem schon die Kämpfe zwischen Karl dem Großen und den Sachsen stattfanden. Die Landgrafen von Thüringen, das Bistum Paderborn, die Erzbistümer Mainz und Köln, Kloster Corvey, das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg und schließlich als Lehensträger zahlreiche höhere und niedere Adelige haben in diesem Raum jahrhundertelang um die Erhaltung und Ausbreitung ihrer Interessensphären und Hegemonialansprüche gerungen und zur politischen Gestaltung des Landes beigetragen.

Anmerkungen

Nach einem leidlich gut referenzierten tatsächlich gekennzeichneten Zitat1 wird die in weiten Teilen wortidentische Übernahme lückenlos aber jetzt ohne Kennzeichnung fortgesetzt. Das Zitat wurde nicht in die Zeilenzählung aufgenommen.


1 Wd gibt nur den Herausgeber nicht aber den explizit genannten Autor der Quelle an.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[2.] Wd/Fragment 041 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-03-01 20:38:01 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Klingelhöffer 1989, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Wd

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 41, Zeilen: 1-11, (11-18), 19-37
Quelle: Klingelhöffer 1989
Seite(n): 5-6, Zeilen: 5:li. Sp. 25 ff. - re.Sp. 1 ff. - 6: li.Sp. 1-5
Nach den wechselnden Machtverhältnisse [sic] im 15. Jahrhundert kam territorial die Dorfgemeinde zuerst als kölnisches, dann als landgräfliches Lehen an die Kahlenberger. Diese verkauften es 1457 an Heinrich von Gudenberg, dessen Geschlecht 1534 ausstarb. 1541 wurden die Herren "von der Malsburg" vom Landgrafen mit Breuna belehnt. Die von der Malsburger waren die einzigen der Adelsgeschlechter aus diesem Raum, die es schafften, einen größeren Bestand zu erreichen. Ihnen wurde die niedere und höhere Gerichtsbarkeit zugesprochen, und seit dem 16. Jahrhundert hatten sie längere Zeit die Verwaltung des Amtes Zierenberg übertragen bekommen. "Der "großökonomische Staat" Wilhelms des IV. gibt zu Breuna "85 Hausgesäß" an, womit die vollberechtigten Besitzer eines Hofes gemeint sind. Unter "collator" werden die Malsburger für das Patronat genannt, daß [sic] sich bis in die Gegenwart erhalten hat; noch heute gehört es zu den Pflichten des Breunaer Pfarrers in der Kapelle von Schloß Escheberg geistliche Amtshandlungen vorzunehmen und zu predigen" (Gemeinde Breuna 1989, S. 5).

Auch das Wolfhager Land blieb von den Schrecken des 30jährigen Krieges (1618-1648), der Verwüstung und Tod über das Reich brachte, nicht verschont. Leider ist nicht mehr bekannt, wie viele Breunaer damals ihr Leben verloren und was im einzelnen geschah.

Im 7jährigen Krieg (1756-1763) widerfuhr den Dorfbewohnern wahrscheinlich noch schlimmeres. In einem alten Protokollum wird vom großen Elend berichtet: "1757 / 58 wurde von den Franzosen requieriert [sic] und rekrutiert, 1760 folgte Plünderung / 60 Männer starben, und ein Jahr später verendeten alle Kühe innerhalb von 14 Tagen an einer Pestilenz" (Gemeinde Breuna 1989, S. 5).

Im frühen 19. Jahrhundert übernahm Napoleon die Macht in Europa. Ob auch Breunaer Bürger (1812) mit der großen Armee des Korsen nach Rußland ziehen mußten, ließ sich nicht mehr feststellen. Jedoch sind die Namen der 24 Männer, die an den Befreiungskriegen 1813-1815 teilnahmen, auf einer Gedenktafel festgehalten. Nachdem Kurfürst Wilhelm I. aus dem Exil zurückgekehrt war, wurden sogleich die Zustände restauriert, die bei seiner Flucht im Jahre 1806 geherrscht hatten. Wenig fortschrittlich regierte auch sein Nachfolger Wilhelm II.


Gemeinde Breuna (Hrsg.)
Breuna im Wolfhager Land.
Gudensberg-Gleichen 1989

Territorial kam die Dorfgemeinde nach wechselnden Machtverhältnissen im 15. Jahrhundert zuerst als kölnisches, dann als landgräfliches Lehen an die Calenberger, die es 1457 an Heinrich von Gudenberg verkauften, dessen Geschlecht 1534 ausstarb. 1541 belehnte der Landgraf die Herren von der Malsburg mit Breuna. Sie sind die einzigen unter den Adelsgeschlechtern des Raumes, die es zu einem größeren Bestand gebracht haben. Sie besaßen die niedere und höhere Gerichtsbarkeit, und seit dem 16. Jahrhundert hatten sie längere Zeit die Verwaltung des Amtes Zierenberg inne.

Der „Ökonomische Staat“ Wilhelms IV. gibt zu Breuna „85 Hausgeseß“ an, womit die vollberechtigten Besitzer eines Hofes gemeint sind. Unter „collator“ werden die Malsburger für das Patronat genannt, das sich bis in die Gegenwart erhalten hat; noch heute gehört es zu den Pflichten des Breunaer Pfarrers in der Kapelle von Schloß Escheberg geistliche Amtshandlungen vorzunehmen und zu predigen.

Von den Schrecken des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648), der Verwüstung und Tod über das Reich brachte, blieb auch das Wolfhager Land nicht verschont. Wieviele Breunaer damals ihr Leben verloren und was im einzelnen geschah, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich noch Schlimmeres widerfuhr den Dorfbewohnern im Siebenjährigen Krieg (1756-1763). Ein altes Protocollum berichtet von großem Elend: 1757/58 wurde von den Franzosen requiriert und rekrutiert, 1760 folgte Plünderung - 60 Männer starben, und ein Jahr später verendeten alle Kühe innerhalb von 14 Tagen an einer Pestilenz.

Im frühen 19. Jahrhundert errichtet Napoleon seine Fremdherrschaft über Europa. Ob Breunaer 1812 mit der großen Armee des Korsen nach Rußland ziehen mußten, ist nicht bekannt; aber die Namen der 24 Männer, die an den Befreiungskriegen 1813-1815 teilnahmen, sind auf einer Gedenktafel überliefert.

[Seite 6]

Nachdem Kurfürst Wilhelm I. aus dem Exil zurückgekehrt war, restaurierte er sogleich die Zustände, die bei seiner Flucht im Jahre 1806 geherrscht hatten. Auch sein Nachfolger Wilhelm II. regierte wenig fortschrittlich.

Anmerkungen

Zwischendurch wieder ein leidlich gut referenziertes tatsächlich als solches gekennzeichnetes Zitat (mit massiven Zitierfehlern)1. Ansonsten wird die Vorlage leicht verändert aber im wesentlichen im Wortlaut gleichbleibend und lückenlos dafür dann aber ungekennzeichnet übernommen. Das "Zitat" wurde nicht in die Zeilenzählung aufgenommen.

Die Idee, aus "einem alten Protokollum" zu zitieren, entstammt auch der Vorlage.


1 Wd gibt nur den Herausgeber, nicht aber den explizit genannten Autor der Quelle an.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[3.] Wd/Fragment 042 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-03-01 20:40:09 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Klingelhöffer 1989, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Wd

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 42, Zeilen: 1-16
Quelle: Klingelhöffer 1989
Seite(n): 6, Zeilen: li.Sp. 5 ff.
[Das 1821 erlassene Organisationsedikt] brachte allerdings eine Neuordnung und Modernisierung der gesamten Administration. Dies bedeutete primär die endgültige Trennung von Justiz und Verwaltung auf allen Ebenen der Staatlichkeit. Auch das Wolfhager Land wurde von der Neuorganisation betroffen: das alte Amt Zierenberg wurde aufgelöst. Breuna mit Rhöda, ebenso wie Ober- und Niederlistingen und Wettesingen gehörten seitdem zum Justizamt Volkmarsen und verwaltungsmäßig bis zur Verwaltungs- und Gebietsreform im Jahr 1972 zum alten Landkreis Wolfhagen. Für die ländliche Bevölkerung besaß in dieser Zeit die Ablösung der Grundlasten, also aller Dienste, Grundzinsen, Zehnten und sonstigen Natural- und Geldabgaben, die mit Unterstützung der Landeskreditkasse bis zur Mitte des Jahrhunderts weitgehend durchgeführt werden konnte, große Bedeutung. Erst nach dieser "Reform" war der Bauer rechtmäßiger Besitzer seiner Scholle und seitdem zu keinerlei Leistungen gegenüber den bisherigen Herren mehr verpflichtet. Allerdings brachte das 1821 erlassene Organisationsedikt eine Neuordnung und Modernisierung der gesamten Administration. Das bedeutete zuerst die endgültige Trennung von Justiz und Verwaltung auf allen Ebenen der Staatlichkeit. Das alte Amt Zierenberg wurde aufgelöst. Seitdem gehörten Breuna mit Rhöda, ebenso wie die beiden Listingen und Wettesingen zum Justizamt Volkmarsen und verwaltungsmäßig bis 1972 zum alten Landkreis Wolfhagen.

Große Bedeutung für die ländliche Bevölkerung besaß die Ablösung der Grundlasten, also aller Dienste, Grundzinsen, Zehnten und sonstigen Natural- und Geldabgaben, die mit Unterstützung der Landeskreditkasse bis zur Mitte des Jahrhunderts weitgehend durchgeführt werden konnte; erst danach war der Bauer rechtmäßiger Besitzer seiner Scholle und zu keinerlei Leistungen gegenüber dem bisherigen Herren mehr verpflichtet.

Anmerkungen

Auch in diesem Fragment ist der gesamte Inhalt aus der auf dieser Seite ungenannt bleibenden Vorlage übernommen.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[4.] Wd/Fragment 044 08 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-03-01 19:24:28 Graf Isolan
Fragment, Gesichtet, Klingelhöffer 1989, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung, Wd

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 44, Zeilen: 8-16
Quelle: Klingelhöffer 1989
Seite(n): 6, Zeilen: li.Sp. 26 ff.
Die im 19. Jahrhundert durch die Industrialisierung vorwiegend in den größeren Stätten [sic] geschaffenen Arbeitsmöglichkeiten, bestanden für die in den weiter abgelegenen Dörfern wohnenden Menschen damals nicht. Von Breuna bis zum nächsten Bahnhof in Liebenau dauerte es 2,5 Stunden, bis zur Poststation in Volkmarsen benötigte man 1 Stunde. Erst zu Beginn unseres Jahrhunderts, als Oberelsungen Anschluß an das Eisenbahnnetz erhielt, konnten die Arbeiter von dort nach Kassel fahren, wo sie zumeist bei der Firma Henschel oder am Bau arbeiteten. Die Arbeitsmöglichkeiten, die im 19. Jahrhundert durch die Industrialisierung vorwiegend in den größeren Städten geschaffen wurden, bestanden für die in den weiter abgelegenen Dörfern wohnenden Menschen damals nicht. Der nächste Bahnhof befand sich zweieinhalb Stunden Weges entfernt von Breuna in Liebenau, zur Poststation in Volkmarsen benötigte man eine Stunde. Erst als Oberelsungen zu Beginn unseres Jahrhunderts Anschluß an das Eisenbahnnetz erhielt, konnten die Arbeiter von dort nach Kassel fahren, wo sie zumeist bei Henschel oder am Bau arbeiteten.
Anmerkungen

Folgt im Original unmittelbar/lückenlos auf die in Wd/Fragment_041_01 wiedergegebene Passage. Hier wieder ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[5.] Wd/Fragment 044 17 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-03-01 19:34:06 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Klingelhöffer 1989, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Wd

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 44, Zeilen: 17-21, (21-24), 24-35
Quelle: Klingelhöffer 1989
Seite(n): 8, Zeilen: li.Sp. 3 ff.
1.2. Das Dorf Wettesingen

Im heutigen Landkreis Kassel gehört Wettesingen zu den ältesten Dörfern. In der Lebensbeschreibung Bischof Meinwerks von Paderborn ist Anfang des 11. Jahrhunderts von einer Schenkung des Wicil aus Wittisungen die Rede. "Die dort genannte Jahreszahl 1015 steht aber nicht fest. Da dieselbe Schenkung auch in einer undatierten Notiz aus der Amtszeit des Bischofs Meinwerk erwähnt wird, wird sie jedenfalls vor 1036 zu datieren sein" (Gemeinde Breuna 1989, S. 8). Möglicherweise bezieht sich der Name Wettesingen auf den Besitz eines freien Namens Wilizo, weil das Suffix-"ingen" eine Zugehörigkeit ausdrückt. Lange Zeit waren die Besitzrechte der beiden Grenzdörfer Wettesingen und Herlinghausen angefochten, weil die Hoheitsrechte in den beiden Dörfern vom Bischof von Paderborn beansprucht wurden. Hessen und Paderborn führten einen langen Streit miteinander, obwohl im Jahre 1436 der damalige hessische Landgraf das Dorf als paderbornisches anerkannte. Im Vordergrund der Streitigkeiten stand die Frage der Gerichtsbarkeit. Daneben kamen aber auch andere Hoheitsrechte hinzu, z.B. die Erhebung der Türkensteuer, der Willkommensgruß und der Glockenschlag.


Gemeinde Breuna (Hrsg.)
Breuna im Wolfhager Land.
Gudensberg-Gleichen 1989

Wettesingen

Wettesingen gehört zu den ältesten Dörfern des heutigen Landkreises Kassel. Anfang des 11. Jahrhunderts ist in der Lebensbeschreibung Bischof Meinwerks von Paderborn von einer Schenkung des Wicil aus Wittisungen die Rede. Die dort genannte Jahreszahl 1015 steht aber nicht fest. Da dieselbe Schenkung auch in einer undatierten Notiz aus der Amtszeit des Bischofs Meinwerk erwähnt wird, wird sie jedenfalls vor 1036 zu datieren sein.

Der Name Wettesingen bezieht sich möglicherweise auf den Besitz eines Freien namens Wilizo, weil das Suffix „ingen“ eine Zugehörigkeit ausdrückt.

Die Besitzrechte der beiden Grenzdörfer Wettesingen und Herlinghausen waren lange Zeit angefochten, weil der Bischof von Paderborn die Hoheitsrechte in den beiden Dörfern beanspruchte. Obwohl im Jahre 1436 der damalige hessische Landgraf Wettesingen als paderbornisches Dorf anerkannte, führten Hessen und Paderborn in der Folgezeit einen langen Streit miteinander. Ausgangspunkt der Streitigkeiten war die Frage der Gerichtsbarkeit. Es kamen aber auch andere Hoheitsrechte hinzu, z.B. die Erhebung der Türkensteuer, der Willkommensgruß und der Glockenschlag.

Anmerkungen

Ein einigermaßen korrekt referenziertes Zitat; drumherum befindet sich - lediglich leicht modifiziert, größtenteils im Originalwortlaut und ohne Kennzeichnung - der Rest der Vorlage.

Das Zitat wurde nicht in die Zeilenzählung aufgenommen.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[6.] Wd/Fragment 045 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-03-01 19:27:20 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Klingelhöffer 1989, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Wd

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 45, Zeilen: 1-26, (26-28), 28-35
Quelle: Klingelhöffer 1989
Seite(n): 8, Zeilen: 8:li.Sp. 33 ff. - re.Sp. 1-22.40-42 - 9: li.Sp. 1-13
Bischof Erich von Paderborn beanspruchte schon 1524 alle "Hoheit und Herrlichkeit" über Wettesingen und Herlinghausen. 1582 wurde Hermann von Kalenberg gefangengenommen, weil er den Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen nicht als seinen Landesherren anerkannte. Das kaiserliche Reichskammergericht entschied 1590 in Bezug auf Wettesingen zugunsten der hessischen Territorialität. Herlinghausen dagegen blieb paderbornisch. Aufgrund eines Vertrages der im Jahre 1596 geschlossen wurde, bekamen die Herren von der Malsburg die Hälfte des Dorfes Wettesingen zuerkannt. In Folge fand dann eine Grenzbeschreibung statt und 1787 erhielt Hessen die Gesamtjuhstiktion. Im Jahre 1806 fiel Hessen/Kassel an das Königreich Westfalen. Daraufhin wurde die Juristiktion der Herren von der Malsburg aufgehoben. Wettesingen wurde nun dem Amt Zierenberg zugeteilt, früher gehörte es zum Amt Schartenberg. Das Dorf ist in früheren Zeiten, wie auch die Nachbargemeinden, des öfteren durch den Krieg heimgesucht worden. Im 30jährigen Krieg haben von 79 Familien nur noch 48 im Dorf überlebt. Weiterhin ist bekannt, daß ein beträchtlicher Schaden angerichtet worden ist. Der 7jährige Krieg hat großes Elend im Dorf angerichtet. Die Bewohner gerieten in große Armut. Aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind im Dorf mehrere Fachwerkhäuser erhalten geblieben. Diese zeigen die Namen der Bauherren als Inschriften (vgl. Gemeinde Breuna 1989 und der Gemeindevorstand 1990).

1.3. Die Dörfer Ober- und Niederlistingen

Listingen, als eine Ortschaft, erscheint zuerst in den Corveyer Traditionen: "Es übertrug Boden [sic] an das Kloster Corvey, (d. Verf.) was er in Listingen besaß, zu seinem Seelenheil" (Gemeinde Breuna 1989, S. 9). Ziemlich sicher ist diese Schenkung auf 858 zu datieren. Zuerst findet sich die Erwähnung zweier Dörfer als "Obern Lystingen” und "Nyder Lystingen” in einem Lehensrevers von Kalenberg vom 28. Juli 1341. Auch für Listingen wurde die Grenzlage im nördlichen Hessen bestimmend. Im Hochmittelalter wurden mehrfach Besitzungen verschiedener Herrschaften in Listingen genannt. Kirchlich unterstand es dem Archediakonat St. Marien zu Hofgeismar.


Der Gemeindevorstand der Gemeinde Breuna (Hrsg.) u. D. Carl
Chronik von Breuna mit Rhöda
Breuna 1988

Gemeinde Breuna (Hrsg.)
Breuna im Wolfhager Land.
Gudensberg-Gleichen 1989

[Seite 8]

Schon 1524 beanspruchte Bischof Erich von Paderborn alle „Hoheit und Herrlichkeit“ über Wettesingen und Herlinghausen. Hermann von Kalenberg wurde 1582 gefangengenommen, weil er den Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen nicht als seinen Landesherrn anerkannte. 1590 entschied das kaiserliche Reichskammergericht in Bezug auf Wettesingen zugunsten der hessischen Territorialität; Herlinghausen blieb paderbornisch. Im Jahre 1596 wurde der Vertrag geschlossen, wodurch die Herren von der Malsburg die Hälfte des Dorfes Wettesingen bekamen. Auch fand dann eine Grenzbeschreibung statt. 1787 erhielt Hessen die Gesamtjurisdiktion. Als Hessen- Kassel 1806 an das Königreich Westfalen fiel, wurde die Jurisdiktion der Herren von der Malsburg aufgehoben. Wettesingen, das früher zum Amt Schartenberg gehörte, wurde nun dem Amt Zierenberg zugeteilt.

In früheren Zeiten ist das Dorf, wie auch die Nachbardörfer, des öfteren durch den Krieg heimgesucht worden. Aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges ist bekannt, daß von 79 Familien nur noch 48 überlebten und ein beträchtlicher Schaden angegeben worden ist. Auch im Siebenjährigen Krieg gab es großes Elend im Dorf, wodurch die Bewohner in große Armut gerieten.

Im Dorf sind mehrere Fachwerkhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten geblieben; die Inschriften zeigen die Namen der Bauherren.

[...]

Ober- und Niederlistingen

Listingen, als eine Ortschaft, erscheint zuerst in den Corveyer Traditionen: „Es übertrug

[Seite 9]

Bodo (an das Kloster Corvey, d. Verf.) was er in Listingen besaß, zu seinem Seelenheil.“ Diese Schenkung ist ziemlich sicher auf 858 zu datieren. Die Erwähnung zweier Dörfer als „Obern Lystingen“ und „Nyder Lystingen“ findet sich zuerst in einem Lehensrevers von Calenberg vom 28. Juli 1341.

Die Grenzlage im nördlichen Hessen wurde auch für Listingen bestimmend: kirchlich unterstand es dem Archediakonat St. Marien zu Hofgeismar. Im Hochmittelalter werden mehrfach Besitzungen verschiedener Herrschaften in Listingen genannt.

Anmerkungen

Obwohl die Quelle genannt wurde, ist im ersten Abschnitt keine der im Wortlaut übernommenen Stellen als Zitat gekennzeichnet worden. Im zweiten hier dokumentierten Abschnitt wird aus "Bodo" "Boden".

Die zweitgenannte Quelle ist an dieser Stelle offensichtlich nicht benutzt worden. Im Literaturverzeichnis von Wd ist sie unter "D" eingeordnet.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[7.] Wd/Fragment 046 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-03-01 19:31:06 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Klingelhöffer 1989, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Wd

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 46, Zeilen: 1-2, (2-5), 5-30
Quelle: Klingelhöffer 1989
Seite(n): 9, Zeilen: 9: li.Sp. 14 ff. - re.Sp. 1 ff.
[Für Niederlistingen gibt der "ökonomische Staat"] Wilhelms IV. von 1585 "32 Hausgesäß", also Hufner oder Vollbauern an, für Oberlistingen 66. "Als Patrone der Kirche von Oberlistingen werden die von Siegel genannt; bei Niederlistingen, das keine eigene Pfarrei besaß, heißt es "curirt Obern Meischer" wird von Obermeiser aus versehen" (Gemeinde Breuna 1989, S. 9). Der 30jährige Krieg brachte auch der Gemeinde Oberlistingen großes Unheil. Dies belegt das Kriegsschadenregister von 1637. Hieraus wird ersichtlich, daß im Mannschaftsregister von 1639 nur noch 17 "Persohnen", gemeint sind hier Vollbauern, verzeichnet sind. Demgegenüber war in der Angabe im "ökonomischen Staat" eine Verminderung nahezu um die Hälfte festzustellen. Auch der 7jährige Krieg war durch Requirierungen und Teuerungen gegenüber den Einwohnern gekennzeichnet. Die Grundherrschaft der Malsburger, die sie in Listingen bis zum Jahre 1824 ausübten, endete mit der Ablösung der Grundlasten. Im Ort lebten neben den Bauern auch Handwerker und kleine Leute. Diese verdienten sich ihr Brot als Tagelöhner, vielfach in den Malsburgischen Waldungen. Zu den nächsten Städten, in denen durch die Industrie Arbeitsplätze zur Verfügung standen, waren die Verkehrsverbindungen in der Vergangenheit alles andere als günstig. Wie eine Befragung aus den 1850iger [sic] Jahre ergab, benötigte man von Oberlistingen 2 Stunden bis zur Poststation Volkmarsen und 1,5 Stunden bis zur Eisenbahnstation Liebenau. Der Ort Niederlistingen lag eine halbe Meile von der Poststation Westuffeln entfernt. Die nächsten Eisenbahnstationen lagen in Warburg und bei dem etwas näher liegenden Liebenau, wovon letztere wegen des äußerst beschwerlichen Weges fast nicht benutzt wurde. Erst als um die Jahrhundertwende Oberelsungen und Haueda an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurden, konnten die Pendler von dort nach Kassel fahren (vgl. Gemeinde Breuna 1989 und der Gemeindevorstand 1990).

Der Gemeindevorstand der Gemeinde Breuna (Hrsg.) u. D. Carl
Chronik von Breuna mit Rhöda
Breuna 1988

Gemeinde Breuna (Hrsg.)
Breuna im Wolfhager Land.
Gudensberg-Gleichen 1989

Der „Ökonomische Staat“ Wilhelms IV. von 1585 gibt für Niederlistingen „32 Hausgeseß“, also Hufner oder Vollbauern, an, für Oberlistingen 66. Als Patrone der Kirche von Oberlistingen werden die von Siegel genannt; bei Niederlistingen, das keine eigene Pfarrei besaß, heißt es „curirt Obern Meischer“, wird von Obermeiser aus versehen.

Wie das Unheil des Dreißigjährigen Krieges Oberlistingen traf, belegt das Kriegsschadenregister von 1637. Die Not, die in Niederlistingen geherrscht haben muß, wird daraus ersichtlich, daß im Mannschaftsregister von 1639 nur noch 17 „Persohnen“, gemeint sind hier Vollbauern, verzeichnet sind, gegenüber der Angabe im „Ökonomischen Staat“ eine Verminderung nahezu um die Hälfte. Auch der Siebenjährige Krieg brachte Requirierungen und Teuerungen über die Einwohner.

Mit der Ablösung der Grundlasten endete die Grundherrschaft der Malsburger, die sie in Listingen bis zum Jahre 1824 ausübten. Neben den Bauern lebten auch Handwerker im Ort und kleine Leute, die sich ihr Brot als Tagelöhner vielfach in den Malsburgischen Waldungen verdienten.

Die Verkehrsverbindungen zu den nächsten Städten, in denen durch die Industrie Arbeitsplätze zur Verfügung standen, waren in der Vergangenheit alles andere als günstig. Von Oberlistingen benötigte man, wie eine Befragung aus den 1850er Jahren ergab. „2 Stunden bis zur Poststation Volkmarsen und 1 Vi Stunden bis zur Eisenbahnstation Liebenau“ - Niederlistingen lag „Vi Meile von der Poststation Westuffeln, während zu Warburg und bei dem etwas näher liegenden Liebenau die nächsten Eisenbahnstationen sind, wovon letztere wegen des äußerst beschwerlichen Weges fast nicht benutzt wird“. Erst als Oberelsungen und Haueda um die Jahrhundertwende an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurden, konnten die Pendler von dort nach Kassel fahren.

Anmerkungen

Eine Übernahme ist explizit als Zitat gekennzeichnet. Die weiterhin fast unverändert übernommenen Passagen sind nicht als Übernahmen kenntlich gemacht. Zum Teil ist der ursprüngliche Sinn der Aussagen verloren gegangen.

Die zweitgenannte Quelle ist an dieser Stelle offensichtlich nicht benutzt worden. Im Literaturverzeichnis von Wd ist sie unter "D" eingeordnet.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

[8.] Wd/Fragment 054 05 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-02-28 19:42:16 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Klingelhöffer 1989, SMWFragment, Schutzlevel, Unfertig, Wd

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 54, Zeilen: (1-5), 5-7
Quelle: Klingelhöffer 1989
Seite(n): 6, Zeilen: li.Sp. 40-43 - re.Sp. 1-4
1.4. Aufbaujahre

"Das 20. Jahrhundert brachte Umwälzungen und Veränderungen auf allen Gebieten des Lebens; technische Neuerungen und Erfindungen erreichten bald die kleinsten und abgelegensten Dörfer" (Der Gemeindevorstand der Gemeinde Breuna 1988, S. 137). In Breuna wurden um die Jahrhundertwende die ersten Dresch- und Mähmaschinen, die den Bauern ihre Arbeit erleichterten, eingesetzt.


Der Gemeindevorstand der Gemeinde Breuna (Hrsg.) u. D. Carl
Chronik von Breuna mit Rhöda
Breuna 1988

Gemeinde Breuna (Hrsg.)
Breuna im Wolfhager Land.
Gudensberg-Gleichen 1989

Das 20. Jahrhundert brachte Umwälzungen und Veränderungen auf allen Gebieten des Lebens; technische Neuerungen und Erfindungen erreichten bald die kleinsten und abgelegensten Dörfer. Die ersten Dreschmaschinen und Mähmaschinen, die den Bauern ihre Arbeit erleichterten, wurden in Breuna um die Jahrhundertwende eingesetzt.
Anmerkungen

Folgt im Original unmittelbar/lückenlos auf die in Wd/Fragment_044_08 wiedergegebene Passage.

Die zweitgenannte Quelle ist an dieser Stelle offensichtlich nicht benutzt worden. Im Literaturverzeichnis von Wd ist sie unter "D" eingeordnet.

Sichter
(Graf Isolan)

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