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Skm/Bericht-20110419

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Stand des Berichts

Status

Fertiggestellt, zur Veröffentlichung freigegeben

Fertigstellung

Dienstag, 19. April 2011, 17:00 Uhr

Verwendung

Freie Verwendung bei Quellenangabe „VroniPlag Wiki“

Alternatives Datenformat

Datei:VroniPlag-Koch-Mehrin-Bericht-20110419.pdf

Gemeinschaftliche Dokumentation von Plagiaten in der Dissertation „Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik“ von Dr. Silvana Koch-Mehrin, veröffentlicht in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2001.

Einleitung

Das VroniPlag Wiki untersucht die veröffentlichte Fassung der Dissertation Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik von Silvana Koch-Mehrin auf Plagiatstellen. Die Dissertation wurde gefördert durch die Friedrich-Naumann-Stiftung mit Mitteln des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie.

Geleitet wird die in diesem Bericht dokumentierte Untersuchung von Prinzipien wissenschaftlichen Arbeitens, die unter anderem in „Wissenschaft - organisierter Skeptizismus“ dargelegt sind. Forschung und Wissenschaft sind kooperative Prozesse, in denen die Forschungsergebnisse, Texte und Ideen anderer öffentlich, transparent - und vor allem in der Urheberschaft nachvollziehbar - weiterentwickelt werden.

Dieser Bericht dokumentiert die Ergebnisse der kollaborativen Arbeit bis zum 19. April 2011. Die bislang dokumentierten Plagiatstellen erlauben es der akademischen und allgemeinen Öffentlichkeit, sich ein eigenes Bild des Falls zu machen. Eine detaillierte, kontinuierlich erweiterte Dokumentation der Projektergebnisse ist unter http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Skm zu finden.

Vorab sei angemerkt, dass im Zeitraum der Erstellung der Dissertation Onlinequellen kaum verfügbar waren. Ein einfaches copy & paste - also ein Herauskopieren aus Internetquellen - war der Verfasserin deshalb nicht möglich. Die Verwendung gedruckter Quellen (Monographien, Handbuchartikel, Aufsätzen in Zeitschriften usw.) erschwert die Suche nach Plagiatstellen in diesem Fall erheblich. Dennoch konnten innerhalb von vierzehn Tagen nach Beginn der Prüfung bereits auf über einem Viertel der Seiten der Dissertation Plagiate - oftmals über mehrere Absätze hinweg - nachgewiesen werden.

Im Folgenden werden zunächst Vorgehen und verwendete Begrifflichkeiten erläutert. Im Anschluss erfolgt eine Dokumentation und eine erste Bewertung der vorläufigen Ergebnisse.

Vorgehensweise

Die Analyse der Dissertation fand in mehreren Schritten statt. Im ersten Schritt dokumentierten Benutzer vermutete Plagiate. Wie auch in der Wikipedia ist diese Dokumentation anonym möglich. Die Einordnungen und die Quellenangaben wurden auf der Seite Neue Fundstellen dokumentiert. Nach anschließender Verifizierung wurden die betroffenen Stellen der Dissertation in Fragmente unterteilt, welche den direkten Vergleich mit den Originalen ermöglichen. Vor der Visualisierung der Ergebnisse im „Barcode“ wurde eine zusätzliche Plausibilitätsprüfung nach dem „Vier-Augen-Prinzip“ durchgeführt. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden im Hauptteil der Dissertation auf 56 von 201 Textseiten Plagiatstellen dokumentiert. Das entspricht einem Anteil von 27,9%.

Definition von Plagiatkategorien

Für eine detailliertere Analyse der Fundstellen wird zwischen verschiedenen Arten von Plagiaten unterschieden. Diese Plagiatkategorien basieren auf den Ausarbeitungen von Weber-Wulff und Wohnsdorf: „Strategien und Plagiatsbekämpfung“ (Information - Wissenschaft & Praxis (2006) 2, S. 90-98). Eine vollständige Beschreibung der hier verwendeten Kategorien ist im GuttenPlag-Wiki aufgeführt. Die Plagiatkategorien sind im Einzelnen:

Komplettplagiat

Komplette Abschnitte der Quelle wurden wörtlich und ohne Zitat übernommen. Dabei wird unterschieden, ob die Quelle an einer anderen Stelle im Literaturverzeichnis auftaucht (und damit die Fußnote und Anführungszeichen nur evtl. „vergessen“ wurden) oder ob die Quelle überhaupt nicht erwähnt ist. Eines der wenigen Beispiele für diese Kategorie findet sich auf Seite 43.

Verschleierung

Verschleierungen sind Textstellen, die erkennbar von fremden Quellen abstammen, aber umformuliert und weder als Paraphrase noch als Zitat erkennbar gemacht wurden. Gemeint sind Texte, die aufgrund der Umformulierung oder des Umbaus von Satzteilen nicht mehr einfach als „Gänsefüßchen/Fußnote vergessen“ abgetan werden können. Diese Neuformulierung dient unter Umständen auch dazu, die Herkunft von Text und Gedanken aus fremder Quelle zu verschleiern. Ein farblich markiertes Beispiel, das diese „Technik“ anschaulich dokumentiert, findet sich auf Seite 58.

Bauernopfer

In diesem Fall wird zwar eine Fußnote angegeben, diese bezieht sich jedoch auf einen unbedeutenden Teil eines Originaltextes, während größere Abschnitte aus demselben ohne Zitatnachweis übernommen werden und damit den Eindruck einer eigenen Denkleistung erwecken. Ein Bauernopfer befindet sich zum Beispiel auf Seite 16 der vorliegenden Doktorarbeit.

Verschärftes Bauernopfer

In dieser verschärften Variante des Bauernopfers führt die Fußnote den Originaltext mit „so auch“ an und suggeriert eigenständige Formulierungen, obwohl plagiiert wurde. Ein typisches Beispiel für diese Form von Plagiaten findet sich auf Seite 50 der untersuchten Dissertation.

Übersetzungsplagiat

Ein Übersetzungsplagiat liegt dann vor, wenn ein fremdsprachiger Originaltext übersetzt und eingefügt wird, ohne dass er als Originalzitat oder Übersetzung eines Originalzitats gekennzeichnet wird. Da die Übersetzung bereits eine Eigenleistung darstellt, besteht ein gewisser Interpretationsspielraum, in welchem Maße fremde Ideen übernommen oder eigene Gedanken entwickelt wurden. Nichtsdestotrotz ist ein Übersetzungsplagiat dadurch charakterisiert, dass Art und Umfang des (fremden) Originaltexts nicht mehr erkennbar sind. Ein typisches Beispiel für derlei nicht gekennzeichnete Übersetzungen befindet sich auf Seite 48 der untersuchten Dissertation.

Datenbasis

Um die von den Nutzern des Wikis mitgeteilten Verdachtsfälle bewerten und quantifizieren zu können, wurden die gemeldeten, plagiatsverdächtigen Seiten in so genannte „Fragmente“ unterteilt. Als Fragment zählt ein plagiierter Satz, Absatz oder eine Seite der Dissertation, sofern sie

  • sich auf exakt eine Quelle beziehen,
  • genau einer Plagiatkategorie zuzuordnen sind,
  • spätestens am Ende einer Seite enden.

Fußnoten wurden als eigenständige Fragmente erfasst. Einen Überblick der bislang erfassten Fragmente findet man in dieser Aufstellung. Die Erfassung der Fragmente erfolgte nach Richtlinien, die hier nachzulesen sind.

Vorläufige Ergebnisse

Überblick

Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden auf 56 von 201 Textseiten Plagiatstellen nachgewiesen. Dokumentiert sind Textübernahmen aus insgesamt 15 verschiedenen Quellen. Bei den plagiierten Quellen handelt es sich auffallend häufig um Artikel aus Handbüchern der Wirtschaftswissenschaft und der Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Ebenfalls finden sich Textübernahmen aus zeitgenössischen Darstellungen.

Herausragende Fundstellen

Aus der Vielzahl der Fundstellen ragen einige heraus, die sich durch ihre Position in der Dissertation, durch ihre Art oder durch ihre ungewöhnliche Quelle auszeichnen. Auf einige dieser Fundstellen wird in diesem Bericht beispielhaft verwiesen. Eine vollständige Liste findet sich unter Herausragende Fundstellen.

Unerwähnte Quellen

In der untersuchten Arbeit wurde ebenfalls aus Quellen plagiiert, ohne sie in Fußnoten oder im Literaturverzeichnis aufzuführen. Beispielhaft zu nennen sind zum aktuellen Zeitpunkt die Artikel von Born 1981, Ehrlicher 1981 und Dürr 1981 im Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaft.

Vorläufige Bewertung

Aus den in diesem Bericht dokumentierten Plagiaten lassen sich folgende Schlussfolgerungen ziehen:

  • In der untersuchten Dissertation wurden in erheblichem Ausmaß fremde Quellen verwendet, die nicht oder nicht hinreichend als Zitat gekennzeichnet wurden. Dies stellt eine eklatante Verletzung wissenschaftlicher Standards dar.
  • Die zahlreichen textuellen Anpassungen der Plagiate sowie die Tatsache, dass Plagiate über die gesamte Dissertation hinweg zu finden sind, lassen darauf schließen, dass die Textübernahmen kein Versehen waren, sondern bewusst getätigt wurden.
  • Es stellt sich die Frage, ob es durch die Förderung der Arbeit durch die Friedrich-Naumann-Stiftung mit Mitteln des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie zu einer Zweckentfremdung von Steuergeldern gekommen ist.

Weiterführende Links

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