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Skm/Fragment 042 09-36

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Marcusb, Nerd wp, Fiesh, Kahrl
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 42, Zeilen: 9-36
Quelle: Fischer 1985
Seite(n): 205, Zeilen: 27-42
Herausragende Vertreter der Unternehmerschaft, die oft auch als Stadtverordnete oder Parlamentarier in ihren Städten und Staaten tätig waren, wurden auch von Beamten und Regierungen der anderen Mitgliedsländer der Lateinischen Münzunion routinemäßig um Rat gefragt. Auf den Münzkonferenzen ließen sich die Regierungen meistens durch die selben Leute vertreten, die sie schon vorher zu Rate gezogen hatten.

Mehr Schwierigkeiten bereitet die Frage, was unter Wirtschaft zu verstehen ist. Sich dabei auf politisch einflußreiche Repräsentanten der Unternehmer (und ihrer Verbände), die jeweils dominierenden Branchen - seien es die Landwirte, die Schwerindustrie oder der Außenhandel - zu beschränken, führt notwendigerweise zu Verkürzungen der Aussagen. Im Grunde müßten alle Wirtschaftsbereiche und ihre Aktivitäten im Auge behalten werden, also auch Handwerk, Kleinhandel und Heimindustrie. Eine Abgrenzung der Wirtschaft zur Gesellschaft ist dann aber kaum mehr möglich. Eine große Bedeutung kam in der Tat Verbänden und Kammern zu. Über Stellungnahmen zu Gesetzentwürfen konnten sie auf Entscheidungen von Regierung und Parlament Einfluß nehmen. Einige Interessenvertretungen wurden nur zu diesem Zweck gegründet.124 In der Schweiz beispielsweise verschmolzen gesellschaftliche Gruppierungen vielfach mit den Staatsorganen, da eine traditionsgefestigte Beamtenschaft fehlte und niemand sie in ihre Schranken verwies. Durch ihre Vertreter trugen diese Gruppen den Staat, kontrollierten ihn nicht nur im Parlament, sondern wirkten in ihm als Experten zur Erfüllung seiner administrativen Aufgaben. Dazu gehörten etwa die Vorbereitung neuer Gesetze, Verhandlungen über Handelsverträge und die Leitung der Milizarmee. Die Verbände formalisierten hier augenscheinlich ihren Einfluß.

Je näher Unternehmer und Verbände der Regierung standen, desto lautloser und erfolgreicher konnten sie Einfluß nehmen, desto schwerer ist eben dieser Einfluß aber auch für den Historiker zu dokumentieren. Gespräche in Klubs und Privathäusern schlugen sich selten in Akten nieder, und Bankiers legten schon damals Wert darauf, daß ihre Vorschläge vertraulich behandelt wurden. Wenn Agitationsverbände ihre Meinung schrill in der Öffentlichkeit vorbrachten, so ist das ein Hinweis auf ihre tatsächliche [Machtlosigkeit, ihre Ferne zu aktuellen Regierungsentscheidungen. Es konnte gelegentlich aber auch bedeuten, daß Vertreter in der Regierung oder Opposition glaubten, sich innerhalb der Bürokratie und der Parlamente besser durchsetzen zu können, wenn sie den Druck der öffentlichen Meinung und der Verbände auf ihrer Seite wußten.]

Die herausragenden Vertreter der Unternehmerschaft, die oft auch als Stadtverordnete oder Parlamentarier in ihren Städten und Staaten tätig waren, wurden von Beamten und Regierungen routinemäßig um Rat gefragt. Nicht nur der Schweizerische Handels- und Industrieverein ließ sich in Außenhandelssachen und anderen Wirtschaftsfragen „durch die gleichen Leute vertreten, die der Staat schon vor seiner Gründung zu Rate gezogen hatte" (ebd.)

[...]

Was unter „Wirtschaft" zu verstehen sei, ist schwieriger zu definieren. Viele Autoren beschäftigen sich nur mit den politisch einflußreichen Repräsentanten der Unternehmer (und ihrer Verbände) oder beschränken sich auf die jeweils dominierenden Branchen, seien es die Landwirtschaft, die Schwerindustrie oder der Außenhandel.

[...]

Hier müssen natürlich alle Wirtschaftsbereiche und ihre Aktivitäten im Auge behalten werden, auch Handwerk, Kleinhandel und Heimindustrie. Eine Abgrenzung der „Wirtschaft" zur „Gesellschaft" ist kaum möglich,

[...]

Stellungnahmen zu Gesetzentwürfen gehörten zur Alltagsarbeit der Verbände und Kammern. Auf diese Weise konnten sie auf zahllose Entscheidungen von Regierung und Parlament Einfluß nehmen. Einige sind vor allem zu diesem Zweck gegründet

[...]

In der Schweiz verschmolzen gesellschaftliche Gruppierungen, weil sie auf keine traditionsgefestigte Beamtenschaft stießen, vielfach mit den Staatsorganen. „Durch ihre Vertreter trugen sie den Staat, kontrollierten ihn nicht nur im Milizparlament, sondern wirkten in ihm als Experten in der Erfüllung seiner administrativen Aufgaben, bei der Vorbereitung neuer Gesetze, in Verhandlungen über Handelsverträge, in der Leitung der Milizarmee.

[...]

Die Verbände formalisierten damit einen Einfluß, der schon lange vorher bestand.

[...]

Je näher Unternehmer und Verbände der Regierung standen, desto lautloser und erfolgreicher konnten sie Einfluß nehmen, desto schwerer ist er aber auch für den Historiker zu fassen. Gespräche in Klubs und Privathäusern schlagen sich selten in Akten nieder, und Bankiers legen Wert darauf, daß ihre Vorschläge vertraulich behandelt werden. Wenn Agitationsverbände ihre Meinung schrill in der Öffentlichkeit vorbringen, so kann das ein Hinweis auf ihre Machtlosigkeit, die Ferne zu aktuellen Regierungsentscheidungen sein. Es kann aber auch bedeuten - und dies war beim deutschen Flottenverein der Fall -, daß Vertreter in Regierung und Militär sich innerhalb der Bürokratie und Parlamente besser durchsetzen zu können glauben, wenn sie den Druck der öffentlichen Meinung und der Verbände auf ihrer Seite wissen.

Anmerkungen

Skm entfernt ein korrektes Zitat in der plagiierten Quelle.

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