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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 31, Zeilen: 11-32
Quelle: Kühne 2006
Seite(n): 3, 23, Zeilen: 3:7-14.18-21, 23:5-16
Der 11. September 2001 stellte schließlich den vorläufigen Höhepunkt eines sich neu abzeichnenden Konfliktes dar, einer Auseinandersetzung, die so ganz anders geartet ist als die großen Kriege des 20. Jahrhunderts, nämlich als der totale und Kalte Krieg. Mit der Bedrohung durch die Jihadisten, die terroristischen Methoden verwenden, stehen der Welt der Staaten plötzlich einflussreiche gesellschaftliche Akteure gegenüber, deren kraftgebende Motive vorwiegend aus der Religion kommen. Zum Beginn des 21. Jahrhunderts ist der Begriff "Heiliger Krieg" in die internationale, politische Szene zurückgekehrt. Es ist ein Phänomen, das die Postmoderne hinter sich glaubte.

Wenn man religiöse Quellen untersucht, zeigt es sich, dass beinahe alle Religionen Material zur Legitimation von Krieg und Gewalt liefern. Je überzeugter man von diesen Quellen ist, umso mehr wird man für seine Überzeugung alles tun. Die Überzeugung, als einzig Rechtschaffener von einer böswilligen Umwelt unterdrückt und gedemütigt zu werden, soll aus der eigenen Hilflosigkeit retten. Z. B. bietet sich in islamischen Ländern der Islam als moralische Größe an, die dem zwar technologisch überlegenen, aber religiös verwerflichen Westen entgegen wirkt. Dieser moralische Größenwahn wirkt sich unmittelbar auf die Vorstellung von Krieg und Frieden aus. Die Gruppe des religiösen Extremisten, egal ob Christen, Muslime oder Juden, stilisieren sich selbst zu Gotteskriegern, die in einem endzeitlichen Kampf von Gut und Böse auf der Seite des Guten stehen. Das ideologische Material liefert in diesem Beispielfall die Religion. Man interpretiert religiöse Quellen und religiöse Überlieferung geradezu als sprudelnde Quellen für Kriegstheorien. Die fundamentale Zweiteilung in den Religionen in profan und heilig, wahr und falsch, gut und böse [290] ist auf diesseitige Konflikte übertragen.


290. Juergensmeyer, Mark, Terror im Namen Gottes. Ein Blick hinter die Kulissen des gewalttätigen Fundamentalismus, Freiburg 2004, S. 219.

[Seite 3]

Der 11. September 2001 stellte schließlich den vorläufigen Höhepunkt eines sich neu abzeichnenden Konfliktes dar, einer Auseinandersetzung, die so ganz anders geartet ist als die großen Kriege des 20. Jahrhunderts, der totale und der kalte Krieg. Mit der Bedrohung durch den dschihadistischen Terrorismus stehen der Staatenwelt plötzlich einflussreiche gesellschaftliche Akteure entgegen, deren motivierende Kraft vorwiegend die Religion ist. Zum Anbruch des 21. Jahrhunderts ist der „Heilige Krieg“ auf die Weltbühne zurückgekehrt – ein Phänomen, das die Postmoderne hinter sich gelassen glaubte.

[...] Es wird sich zeigen, dass nahezu alle Religionen Material zur Legitimation von Krieg und Gewalt liefern, der Koran allerdings, was die Kriegsrhetorik angeht, eine besonders reichhaltige Fundgrube sein dürfte.

[Seite 23]

Die Überzeugung, als einzig Rechtschaffener von einer böswilligen Umwelt unterdrückt und gedemütigt zu werden, soll aus der eigenen Hilflosigkeit retten: In islamischen Ländern bietet sich der Islam als moralische Größe an, die dem zwar technologisch überlegenen, aber religiös verwerflichen Westen entgegengesetzt wurde. Dieser moralische Größenwahn wirkt sich unmittelbar auf die Vorstellung von Krieg und Frieden aus: Die Gruppe der Dschihadisten stilisiert sich selbst zu Gotteskriegern, die in einem endzeitlichen Kampf von Gut und Böse auf der Seite des Guten stehen. Das ideologische Material liefert in diesem Fall der Islam: Wie oben dargestellt, sind Koran und koranische Überlieferung geradezu sprudelnde Quellen für Kriegstheorien. Die fundamentale Dichotomie in den Religionen von Profan und Heilig, Wahr und Falsch, Gut und Böse93 wird gerade von Qutbs Zweiteilung der Welt in islamische und heidnische Gesellschaften auf diesseitige Konflikte übertragen.


93 Vgl. Juergensmeyer, Mark: a. a. O., S. 232f.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Die Passage auf Seite 23 von Kühne (2006) wird in den Formulierungen weitgehend übernommen, inhaltlich aber "aufgebohrt" und auf Religionen allgemein bezogen.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

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