Fandom

VroniPlag Wiki

Ssh/Fragment 216 01

< Ssh

31.371Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0 Teilen

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.


Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 216, Zeilen: 1ff (komplett)
Quelle: Wikipedia Irak-Krise 2007
Seite(n): 1 (Internetquelle), Zeilen: -
6.3.1. Europäische Stellungnahmen im Laufe der Irakkrise im Sommer 2002

Die Rede von US-Präsident Bush in "West Point" am 1. Juni 2002 lässt kaum Zweifel an der Kriegsentschlossenheit der Amerikaner zu. Bush ermächtigt die USA in dieser Rede, präventiv und unilateral zu handeln [206]. Anfang Juli verkündete Bush öffentlich, er wolle "mit allen Mitteln" einen Regimewechsel im Irak erzwingen [618].

Bundeskanzler Schröder bezog erst nach einem internen Gespräch mit Jacques Chirac Ende Juli Position. Die beiden Politiker lehnten einen US-Alleingang ohne UN-Mandat ab. Chirac kritisierte von nun an scharf Bushs Politik als "unilateral" [237].

Militärschläge gegen Saddam Hussein schloss er aber nicht aus. Paris wollte die Autorität des UN-Sicherheitsrates stärken und beharrte gegenüber Saddam Hussein auf der Umsetzung der UN-Resolutionen, wozu es den Aufbau einer militärischen Drohkulisse für sinnvoll hielt. Militärschläge waren für Chirac und die liberal konservative Regierung Jean-Pierre Raffarin nur legitim, wenn dies die ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat im Konsens beschlössen. Und dazu bedürfe es einer zweiten Resolution [74].

Frankreich appellierte an die multilateralen Traditionen der Amerikaner und versuchte sie in die Vereinten Nationen einzubinden. Im diesem Sinne plädierte auch der derzeitige amtierende EU-Ratspräsident und dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen für einen schärferen Ton der Europäer gegenüber dem Irak [619].

Romano Prodi, Präsident der EU-Kommission, und Silvio Berlusconi verlangten von den USA, den Irak nicht ohne ein UN-Mandat anzugreifen. Gebe es ein solches Mandat, dann werde Italien an der Seite der USA stehen [620]. Die französische Haltung wurde auch vom belgischen Premier, Guy Verhofstadt, dem luxemburgischen Regierungschef, Jean-Claude Juncker, geteilt [621].

Kanzler Schröder artikulierte seinen "deutschen Weg" erstmals beim Auftakt zum Bundestagswahlkampf am 5. August 2002 in Hannover: „Erstens, sei er gegen "Spielerei mit Krieg", zweitens verlange er eine politische Konzeption für eine Nachkriegsordnung, und drittens sei er grundsätzlich für Druck auf Saddam Hussein [622]“. Sein einfaches Nein wurde jedoch erst nach der Rede von US-Vizepräsident Dick Cheney am 26. August 2002 zum doppelten Nein [623]. Schröder behauptete, Deutschland werde sich auch dann nicht an einem Krieg beteiligen, wenn es ein UN-Mandat geben sollte. Cheney deutete in Nashville an, die USA würden einen Feldzug auch an den Vereinten Nationen vorbei führen, da selbst neue Inspektionen keinen Schutz vor irakischen Massenvernichtungswaffen böten. Cheney forderte: …We must take the battle to the enemy… [624]“.


74. Sciolino, Elaine, Threats and Responses: Perspectives; French Leader Offers Formula to Tackle Iraq, The New York Times, 09.09.2002.

206. President Bush Delivers Graduation Speech at West Point, White house: http://www.whitehouse.gov/news/ releases/2002/06/20020601-3.html, June 1, 2002 (Zugriff am 14.10.2007).

237. France, Russia threaten war veto, CNN http://www.cnn.com/2003/WORLD/europe/ 03/10/sprj.irq.france.chirac/, 10.03.2003 (Zugriff am 14.10.2007).

618. Press Conference by the President: "President Urges Congress to Support Nation's Priorities", White house website: http://www.whitehouse.gov/news/ releases/2002/07/20020708-5.html, 08.07.2002 (Zugriff am 07.12.2007).

619. EU-Ratspräsident steht zu Bushs Plan, Frankfurter Rundschau 13.09.2002.

620. Europa im Bush-Krieg, Die Tageszeitung: http://www.taz.de/pt/2003/01/31/ a0010.nf/text, 31.01.2003 (Zugriff am 07.12.2007).

621. Krise der europäischen Außenpolitik, Elke Durak im Gespräch mit Jean-Claude Juncker, Ministerpräsident von Luxemburg, Deutschlandfunk: http://www.dradio.de/ cgi-bin/es/neuinterview/3146.html, 27.03.2007 (Zugriff am 07.12.2007).

622. Rede von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder zum Wahlkampfauftakt am 5. 8. 2002 in Hannover.

623. Erlanger, Steven, German Candidates Unscathed After First TV Debate, New York Times, August 26, 2002.

624. Vice President Speaks at VFW 103rd National Convention, Remarks by the Vice President to the Veterans of Foreign Wars 103rd National Convention, The White House: http://www.whitehouse.gov/news/ releases/2002/08/20020826.html, August 26, 2002 (Zugriff am 07.12.2007).

Positionen der Europäer im Sommer 2002

Spätestens Bushs Rede in West Point am 1. Juni lässt kaum Zweifel an der Kriegsentschlossenheit der Amerikaner. Bush ermächtigt die USA in dieser Rede, präventiv und unilateral zu handeln. Anfang Juli verkündet Bush öffentlich, er wolle „mit allen Mitteln“ einen Regimewechsel im Irak erzwingen.

Kanzler Schröder bezieht erst nach einem internen Gespräch mit Jacques Chirac Ende Juli Position. Die beiden Politiker lehnen einen US-Alleingang ohne UN-Mandat ab. Chirac kritisiert von nun an scharf Bush Politik als „unilateral“. Militärschläge gegen Saddam Hussein schließt er aber nicht aus. Paris will die Autorität des Sicherheitsrates stärken und beharrt gegenüber Saddam Hussein auf der Umsetzung der Resolutionen, wozu es den Aufbau einer militärischen Drohkulisse für sinnvoll hält. Militärschläge sind für Chirac und die in den Parlamentswahlen im Mai gewählte liberal konservative Regierung Jean-Pierre Raffarin nur legitim, wenn dies die Ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat im Konsens beschlössen. Und dazu bedürfe es einer zweiten Resolution. Frankreich appelliert an die multilateralen Traditionen der Amerikaner und will sie in die Vereinten Nationen einbinden.

Im diesem Sinne plädieren auch der amtierende EU-Ratspräsident und dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen für einen schärferen Ton der Europäer gegenüber dem Irak. Romano Prodi, Präsident der EU-Kommission, und Silvio Berlusconi verlangen von den USA, den Irak nicht ohne ein UN-Mandat anzugreifen. Gebe es ein solches Mandat, dann werde Italien an der Seite der USA stehen. Die französische Haltung wird auch vom belgischen Premier, Guy Verhofstadt, und dem luxemburgischen Regierungschef, Jean-Claude Juncker, geteilt.

Schröder artikuliert seinen „deutschen Weg“ erstmals beim Auftakt zum Bundestagswahlkampf am 5. August in Hannover: Erstens, sei er gegen „Spielerei mit Krieg“, zweitens, verlange er eine politische Konzeption für eine Nachkriegsordnung, und drittens, sei er grundsätzlich für Druck auf Saddam Hussein. Sein einfaches Nein wird jedoch erst nach der Rede von US-Vizepräsident Dick Cheney am 26. August zum doppelten Nein. Schröder sagt, Deutschland werde sich auch dann nicht an einem Krieg beteiligen, wenn es ein UN-Mandat geben sollte. Cheney deutet in Nashville an, die USA würden einen Feldzug auch an den Vereinten Nationen vorbei führen, da selbst neue Inspektionen keinen Schutz vor irakischen Massenvernichtungswaffen böten. Cheney fordert: „Die Schlacht muss zum Feind getragen werden.“

Anmerkungen

Vollständige Seite aus der Wikipedia übernommen; kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki