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Stf/037

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Die Pest in der Mandschurei in den Jahren 1910 bis 1914 und der Vergleich zu der SARS - Epidemie in China beginnend im Jahr 2002

von Dr. Stephan Fahnemann

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[1.] Stf/Fragment 037 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-12-02 22:07:25 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Maas und Umbach 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Stf

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 37, Zeilen: 1-3, 5-29
Quelle: Maas und Umbach 2004
Seite(n): 11, 12, Zeilen: 11: 6-39; 12:1-12
3.3 Die internationale Dimension von SARS

Die schnelle Verbreitung des SARS- Virus über die Grenzen Chinas hinaus war durch die zunehmende internationale Mobilität in einer vernetzten Welt bedingt, ebenso deren weltweites Bekanntwerden, wodurch sich diese Epidemie vor allem von der Pest vor knapp 100 Jahren unterscheidet. Ebenso leicht wie das Virus selbst verbreiteten sich auch die wirtschaftlichen Folgen in der gesamten Welt. So betrugen die weltweiten Kosten der Epidemie schätzungsweise zwischen zehn und 30 Milliarden US Dollar. Das monatelange Vertuschen des wahren Ausmaßes der Seuche und das zeitweise Unterlassen jeglicher Gegenmaßnahmen seitens der chinesischen Regierung im eigenen Land hatten in beträchtlichem Ausmaß zur internationalen Verbreitung der Krankheit und damit zur Zuspitzung der internationalen Krise geführt. Insgesamt waren 29 Staaten, vornehmlich asiatisch-pazifische Länder, betroffen, die weltweit 8000 erkrankte Personen meldeten. Dabei verzeichneten zwar China und Hongkong die weitaus höchste Zahl von Erkrankungen und hatten den größten Anteil an den global über 700 Todesfällen, doch auch Taiwan, Singapur, Vietnam und Toronto, die wesentlich niedrigere Krankheitsfälle zu melden hatten, mussten Infektionswellen im eigenen Land bekämpfen.89 Die Gefahr einer möglichen Ansteckung im eigenen Land dramatisierte in erheblichem Ausmaß die Situation der betroffenen Bevölkerung. So führte die Epidemie zu einem zeitweiligen Stillstand des öffentlichen Lebens in Städten wie Peking, Hongkong und Taipeh. Der Flugverkehr zwischen Hongkong und Taiwan, die am stärksten frequentierte Flugstrecke der Welt, sank in den Monaten April und Mai 2003 von täglich 10000 auf nur 700 Passagiere und kam damit fast völlig zum Erliegen.90 So wirkte sich die Angst vor Ansteckung und die dadurch stark gesunkene Verkehrstätigkeit in Asien nicht nur fatal auf die Volkswirtschaften Singapurs, Taiwans und Hongkongs aus, sondern belastete auch von der Tourismusindustrie abhängige Länder wie Thailand, die Philippinen und Malaysia stark.91 Um der Seuche Herr zu werden, führten die meisten betroffenen Länder in Asien scharfe Kontrollen an ihren Grenzen ein und setzten jeden unter „freiwillige“ Quarantäne, der aus einem betroffenen Gebiet einreiste oder sonst in Verdacht stand, sich mit dem Virus angesteckt zu haben.


89 MAAS/UMBACH (2004), S. 11f.

90 MAAS/UMBACH (2004), S. 11.

91 MAAS/UMBACH (2004), S. 12.

[Seite 11]

Die internationale Dimension

Die schnelle Verbreitung des SARS-Virus über die Grenzen Chinas hinaus war durch die zunehmende internationale Mobilität in einer vernetzten Welt bedingt. Ebenso leicht wie das Virus selbst verbreiteten sich auch die wirtschaftlichen Folgen in der gesamten Welt. So betragen die weltweiten Kosten der Epidemie schätzungsweise zwischen zehn und 30 Milliarden US Dollar.9) Das monatelange Vertuschen des wahren Ausmaßes der Seuche und das zeitweise Unterlassen jeglicher Gegenmaßnahmen seitens der chinesischen Regierung im eigenen Land hatten in beträchtlichem Ausmaß zur internationalen Verbreitung der Krankheit und damit zur Zuspitzung der internationalen Krise geführt.

Insgesamt waren 29 Staaten, vornehmlich asiatisch-pazifische Länder, betroffen, die weltweit 8000 erkrankte Personen meldeten. Dabei verzeichneten zwar Hongkong und China die weitaus höchste Zahl von Erkrankungen und hatten den größten Anteil an den global über 700 Todesfällen, doch auch Taiwan, Singapur, Vietnam und Toronto, die wesentlich niedrigere Krankheitsfälle zu melden hatten, mussten Infektionswellen im eigenen Land bekämpfen.10) Die Gefahr einer möglichen Ansteckung im eigenen Lande dramatisierte in erheblichem Ausmaß die Situation der betroffenen Bevölkerung. So führte die Epidemie zu einem zeitweiligen Stillstand des öffentlichen Lebens in Städten wie Peking, Hongkong und Taipeh. Der Flugverkehr zwischen Hongkong und Taiwan, die am stärksten frequentierte Flugstrecke der Welt, sank in den Monaten April und Mai von täglich 10000 auf nur 700 Passagiere und kam damit fast vollständig zum Erliegen.11)

[Seite 12]

So wirkte sich die Angst vor Ansteckung und die dadurch stark gesunkene Verkehrstätigkeit in Asien nicht nur fatal auf die Volkswirtschaften Singapurs, Taiwans und Hongkongs aus, sondern belastete auch von der Tourismusindustrie abhängige Länder wie Thailand, die Philippinen und Malaysia stark.12)

Um der Seuche Herr zu werden, führten die meisten betroffenen Länder in Asien scharfe Kontrollen an ihren Grenzen ein und setzten jeden unter „freiwillige“ Quarantäne, der aus einem betroffenen Gebiet einreiste oder sonst im Verdacht stand, sich mit dem Virus angesteckt zu haben.


9) Jeffrey Robertson, „The Economic Costs of Infectious Diseases“, in: Research Note – Department of the Parliamentary Libary, No. 36, 13.05.2003. S. 1.

10) WHO-Webpage: http://www.who.int/csr/sars/country/2003_09_23/en/, (Zugriff 29.12.2003).

11) David G. Brown,“The Shadows of SARS“, in: Comparative Connections, Vol.5, No.6, Juli 2003, http://www.csis.org/pacfor/cc/0302Qchina_taiwan.html, (Zugriff: 15.12.2003).

12) Urs Schoettli, „Chinas Tourismus leidet unter SARS“, in: Neue Zürcher Zeitung (Onlineversion), 30.5.2003, http://www.nzz.ch/dossiers/2003/sars/2003.05.30-wi-article8VWVR.html, (Zugriff: 15.12.2003).

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02


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