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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 40, Zeilen: 1, 2ff (komplett)
Quelle: Maas und Umbach 2004
Seite(n): 20-21, Zeilen: 20: 20.25-45 - 21: 1-28
3.4 Die Rolle der Medien bei SARS

In Medien tauchten Informationen erst nach 2002 auf. So berichtete die offizielle Presse Guangzhous im Januar 2003 erstmals, „dass das Auftauchen eines unbekannten Virus in He Yuan nur ein Gerücht sei“.100 Pressemeldungen wie diese wurden später paradoxerweise von den Verantwortlichen als Beweis dafür herangezogen, dass die chinesische Regierung von Anfang an offensiv mit dem Thema SARS umgegangen sei.

Obwohl sich die Nachricht über die Krankheit genau wie das Virus zunehmend über millionenfach versendete SMS in der Provinz ausbreitete, unterband der Parteisekretär der Provinz Guangdong jegliche Berichterstattung zu dem Thema und drohte Zeitungen für den Fall der Zuwiderhandlung mit Schließung. Der Herausgeber einer dortigen Zeitung, der trotz des Verbotes einen achtseitigen Bericht über SARS veröffentlichte, erhielt umgehend für sein „Fehlverhalten“ die Quittung: Die Zeitung wurde verboten und der Herausgeber entlassen.101 Um den reibungslosen Ablauf des Volkskongresses Anfang März auf keinen Fall durch Hiobsbotschaften zu gefährden, wurde das Berichtsverbot in den Wochen vor und nach dem Kongress durch den Parteisekretär weiter verstärkt. So fand selbst die erste Warnung der WHO vom 15.März 2003 in der chinesischen Presse zunächst kein Echo.102

Die Pressekonferenz am 17. April 2003, in der die Regierung schwerwiegende Fehler im Umgang mit der Epidemie einräumte und Schritte zur effektiven Bekämpfung versprach, leitete gleichzeitig auch eine Lockerung der Berichterstattung ein.103

Viele private, kommerzielle und auch staatliche chinesische Internetseiten berichteten nun über den Verlauf dieser und der folgenden Pressekonferenzen und lieferten täglich aktualisierte Informationen über die Krankheit und über die Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung.104 Das Fernsehen sendete Live-Übertragungen aus den Krankenhäusern und zeigte die nun zweimal wöchentlich stattfindende Pressekonferenz, in der sich Regierungsvertreter das erste Mal überhaupt den Fragen der Journalisten zum Thema SARS stellten.105


100 MAAS/UMBACH (2004), S. 20.

101 MAAS/UMBACH (2004), S. 21.

102 Ebenda.

103 Ebenda.

104 Ebenda.

105 Ebenda.

[Seite 20]

Die Rolle der Medien

Die chinesische Regierung versuchte Informationen über die Verbreitung des SARS-Virus so lange wie möglich zu unterdrücken und setzte stattdessen in gewohnter Manier die chinesischen Medien zu Zwecken ihrer Propaganda ein. So berichtete die offizielle Presse Guangzhous im Januar erstmals, „dass das Auftauchen eines unbekannten Virus in He Yuan nur ein Gerücht“ sei.30) Pressemeldungen wie diese wurden später paradoxerweise von den Verantwortlichen als Beweis dafür herangezogen, dass die chinesische Regierung von Anfang an offensiv mit dem Thema SARS umgegangen sei.

Obwohl sich die Nachricht über die Krankheit genau wie der Virus zunehmend über millionenfach versendete SMS in der Provinz ausbreitete, unterband der Parteisekretär der Provinz Guangdong jegliche Berichterstattung zu dem Thema und drohte Zeitungen für den Fall der Zuwiderhandlung mit Schließung. Dieses Verbot wurde dennoch von vereinzelten Zeitungen angeblich auf Geheiß des Gouverneurs der Provinz, einem politischen Freund Hus, umgangen.31) So brachte die Guangzhouer Zeitung 21st Century World Herald schon Mitte Februar einen achtseitigen Bericht über SARS. Die Quittung hierfür ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Der Guangdonger

[Seite 21]

Parteisekretär Zhang Dejiang, der in der repressiven Umgebung von Nord Korea seine Ausbildung erhalten hatte, machte seine Drohung wahr und ließ die Zeitung wenige Wochen später aufgrund regierungskritischer Berichterstattung schließen und den Herausgeber entlassen.32)

Um den reibungslosen Ablauf des Volkskongresses Anfang März auf keinen Fall durch eine Hiobsbotschaft zu gefährden, wurde das Berichtsverbot in den Wochen vor und nach dem Kongress durch den Parteisekretär weiter verstärkt. So fand selbst die erste Warnung der WHO vom 15. März in der chinesischen Presse zunächst kein Echo.33)

Die Presskonferenz [sic] am 17. April, in der die Regierung schwerwiegende Fehler im Umgang mit der Epidemie einräumte und Schritte zur effektiven Bekämpfung versprach, leitete gleichzeitig auch eine Lockerung der Berichterstattung ein. Viele private, kommerzielle und auch staatliche chinesische Internetseiten berichteten nun über den Verlauf dieser und der folgenden Pressekonferenzen und lieferten täglich aktualisierte Informationen über die Krankheit und über die Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung.34)

Das Fernsehen sendete Live-Übertragungen aus den Krankenhäusern und zeigte die nun zweimal wöchentlich stattfindende Pressekonferenz, in der sich Regierungsvertreter das erste Mal überhaupt den Fragen der Journalisten zum Thema SARS stellten.


30) Arnold Zeitlin, „Sars and the Chinese Media“, in: China Brief, Vol.3, Issue 13, 1.7.2003, http://jamestown.org/pubs/view/cwe_003_013_002.htm, (Zugriff 1.10.2003).

31) Ebd.

32) Ebd.

33) Ebd.

34) Eric Sautedé, „The Snares of Modernity – Internet, Information and the SARS Crisis in China“, in: China Perspectives (Mai–Juni 2003), No. 47, S.25.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Am Anfang und in der Mitte leicht bearbeitet, sonst aber fast unverändert.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

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