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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 41, Zeilen: 1ff (komplett)
Quelle: Maas und Umbach 2004
Seite(n): 21, 22, 23, Zeilen: 21: 29-46 - 22: 1-11.20-24.39-46; 23: 6-9.15-21
Dieser neue Kurs der informationspolitischen Offenheit wurde durch Hu Jintaos Prinzip des „zhiqing quan“, dem „Recht der Menschen“ zu erfahren, weiter bekräftigt und gefördert. Der Präsident forderte die Presse auf, „nah an den Massen, nah am Leben und nah an der Wahrheit“ zu berichten.106

Dies führte auch in den Printmedien zu einer wahren Flut der Berichterstattung über die Epidemie. Neben der üblichen Propaganda über das kompetente Zupacken der verantwortungsvollen Regierung, dem medizinischen Personal als neuen Volkshelden und dem gemeinsamen Kampf gegen die Seuche unter der weisen Führung der Parteispitze, gelangten nun auch kritischere Artikel an die Öffentlichkeit. Das Wirtschaftsmagazin Caijing, das sich in der Vergangenheit sein Renommee mit der Aufdeckung verschiedener Wirtschaftsskandale erworben hatte, brachte noch am 20.April 2003 einen mehrseitigen Hintergrundbericht zu den Auswirkungen der Lungenentzündung heraus.107

Große Tageszeitungen folgten diesem Beispiel. Das Ergebnis war eine Vielfalt von Informationen in der chinesischen Berichterstattung, wie sie bisher bei vergleichbaren nationalen Krisen unüblich war. Durch die allgemeine Stimmung und die Unterstützung der Regierung ermutigt, begann die chinesische Presse dann auch über Ereignisse zu berichten, die nicht direkt mit dem Ausbruch der Krankheit im Zusammenhang standen und hatten Erfolg. Dieses Ereignis gab der liberalen Presse einen ungeheuren Auftrieb und bestätigte einen neuen Trend in der chinesischen Politik, nämlich den einer sensiblen Reaktion der Regierung auf die öffentliche Meinung. Diese neu eingeleitete Transparenz, die von manchen ausländischen Kommentatoren schon vorschnell als „chinesische Glasnost“ gefeiert wurde, stieß bei genauerem Hinsehen allerdings schnell an ihre Grenzen. So wurde beispielsweise dem spektakulären Hinauswurf des Gesundheitsministers und des Pekinger Bürgermeisters nur eine kurze Nachricht in den großen Tageszeitungen gewidmet. Ernsthafte Kritik am Verhalten der Behörden im Ganzen und der politischen Führung im Besonderen bei der Bekämpfung der Epidemie war dagegen äußerst selten zu lesen. Gleichzeitig blieb der Zugang zu Internetseiten ausländischer Zeitungen, wie beispielsweise der „Washington Post“, innerhalb Chinas komplett blockiert. Auch die Fragen in den Pressekonferenzen durften nur zu bestimmten, oftmals nur die technischen Aspekte betreffenden Themenbereichen [gestellt werden.]


106 MAAS/UMBACH (2004), S. 21.

107 MAAS/UMBACH (2004), S. 22.

[Seite 21]

Dieser neue Kurs der informationspolitischen Offenheit wurde durch Hu Jintaos Prinzip des zhiqing quan, dem „Recht der Menschen“ zu erfahren, weiter bekräftigt und gefördert.35) Hu forderte die Presse auf, „nah an den Massen, nah am Leben und nah an der Wahrheit“ zu berichten.

Dies führte auch in den Printmedien zu einer wahren Flut der Berichterstattung über die Epidemie. Neben der üblichen Propaganda über das kompetente Zupacken der verantwortungsvollen Regierung, dem medizinischen Personal als neuen Volkshelden und dem gemeinsamen Kampf gegen die Seuche unter der weisen Führung der Parteispitze, gelangten nun auch kritischere Artikel an die Öffentlichkeit. Das Wirtschaftsmagazin Caijing, das sich in der Vergangenheit sein Renommee mit der Aufdeckung verschiedener Wirtschaftsskandale erworben hatte, brachte noch am 20. April einen mehrseitigen Hin-

[Seite 22]

tergrundbericht zu den Auswirkungen der Lungenentzündung heraus.36) Große Tageszeitungen folgten diesem Beispiel. Das Ergebnis war eine Vielfalt von Informationen in der chinesischen Berichterstattung, wie sie bisher bei vergleichbaren nationalen Krisen unüblich war.

Durch die allgemeine Stimmung und die Unterstützung der Regierung ermutigt, begann die chinesische Presse dann auch über Ereignisse offener zu berichten, die nicht direkt mit dem Ausbruch der Krankheit im Zusammenhang standen. [...] Dieser Erfolg gab der liberaleren Presse einen ungeheueren [sic] Auftrieb und bestätigte einen neuen Trend in der chinesischen Politik, nämlich den einer sensiblen Reaktion der Regierung auf die öffentliche Meinung.

[...]

Diese neu eingeleitete Transparenz, die von manchen ausländischen Kommentatoren schon vorschnell als chinesische Glasnost gefeiert wurde, stieß bei genauerem Hinsehen allerdings schnell an ihre Grenzen. So wurde beispielsweise dem spektakulären Hinauswurf des Gesundheitsministers und des Pekinger Bürgermeisters nur eine kurze Nachricht in den großen Tageszeitungen gewidmet.

[Seite 23]

Ernsthafte Kritik am Verhalten der Behörden im Ganzen und der politischen Führung im Besonderen hingegen war dagegen äußerst selten zu lesen. [...] Gleichzeitig blieb der Zugang zu Internetseiten ausländischer Zeitungen, wie beispielsweise der Washington Post, innerhalb Chinas komplett blockiert. Auch die Fragen in den Pressekonferenzen durften nur zu bestimmten, oftmals nur die technischen Aspekte betreffenden Themenbereichen gestellt werden.


35) W. Lam, „SARS Crisis: Beijing’s Leadership Slowly Responds“, in: China Brief, Vol.3, Issue 8, 22.4.2003, http://jamestown.org/pubs/view/cwe_003_008_002.htm, (Zugriff 1.10.2003).

36) Siehe Arnold Zeitlin, „Sars and the Chinese Media“.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

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