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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 27, Zeilen: 26-36
Quelle: Becker 2002
Seite(n): 258-259, 260, Zeilen: 258: 23-25, 33; 259: 1-9; 260: 6-11
Allen Kriminologen um die Jahrhundertwende, Lombroso und seinen Kritikern war gemein, dass sie die Aporie des moralisch-sittlichen Zugangs zum Verbrecher, der die erste Hälfte des Jahrhunderts bestimmt hatte, durchbrechen wollten, indem sie nach den Bedingungen der Möglichkeit des Sündenfalls suchten. Devianz wurde in dieser Neueinschätzung als Resultat einer körperlichen Fehlentwicklung angesehen. Die Ursachen für diese waren, wie gezeigt, umstritten. Neben dem von Lombroso propagierten Atavismus bestimmte vor allem das Modell der Degeneration den kriminologischen Diskurs. In den Mittelpunkt der Untersuchungen rückten jene Außenseiter, die am vollständigsten mit dem neuen Erzählmuster erfasst und erklärt werden konnten: Gewalt- und Sittlichkeitsverbrecher.59

59 Vgl. Becker, S. 21.

[Seite 258, Zeile 23-25]

Das machte eine Neueinschätzung von Devianz notwendig, in der abweichendes Verhalten zum Resultat einer körperlichen Fehlentwicklung wurde.

[...]

[Seite 258, Zeile 33]

Damit wollten die Kriminologen der

[Seite 259, Zeile 1-9]

Jahrhundertwende die Aporien des moralisch-sittlichen Zugangs zum Verbrecher als gefallenem Menschen auflösen, indem sie nach den Bedingungen der Möglichkeit des Sündenfalls fragten. Sie suchten nach den kausalen Faktoren, die durch Umwelteinflüsse und Vererbung die vollständige Entwicklung eines Menschen in körperlicher, psychischer und intellektueller Hinsicht verhinderten. Die Ursachen für die Entwicklungshemmung waren durchaus umstritten. Degeneration und Atavismus waren die beiden konkurrierenden Erklärungen innerhalt des kriminologischen Diskurses, bauten jedoch auf einer gemeinsamten Grundstruktur auf.3

[Seite 260, Zeile 6-11]

Diese Verschiebung läßt sich nicht als eine Reaktion auf veränderte kriminelle Praktiken interpretieren, sondern war die Folge der neuen Schwerpunktsetzungen innerhalb des kriminologischen Diskurses. Es rückten jene Außenseiter in den Mittelpunkt des Interesses, die am vollständigsten mit dem dominierenden Erzählmuster erfaßt und erklärt werden konnten.8



[Vgl. Seite 21]

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verschwanden die Gauner weitgehend aus dem kriminologischen Diskurs. Sie wurden ersetzt durch degenerierte Gewalt- und Sexualverbrecher, für die sich Mediziner und Anthropologen interessierten.

Anmerkungen

Der Text mag Anlehnungen zur angegebenen Seite 21 enthalten (siehe Fußnote 59). Statt vom "Modell der Degeneration" und vom "Gewalt- und Sittlichkeitsverbrecher" ist dort in ähnlichem Zusammenhang die Rede von "degenerierte Gewalt- und Sexualverbrecher" (siehe obiger Auszug). Die Übernahmen von den Seiten 258, 259 und 260 sind nicht ausgewiesen.

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