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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hood, Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 90, Zeilen: 18-34, 104-107
Quelle: Peters 2001
Seite(n): 115-116, Zeilen: S.115,19ff
1758, als er gerade einmal neun Jahre alt war, wurde in seiner Heimatstadt Frankfurt am Main Anna Maria Fröhlich wegen Kindsmordes enthauptet. Die 25-jährige Delinquentin gab an, dass sie von einem Knecht zur „fleischlichen Vermischung“ gezwungen worden sei. Außer mit diesem Knecht habe sie mit keinem anderen Geschlechtsverkehr gehabt. Das Gericht ging aufgrund der starken Geburtsschmerzen davon aus, dass das Kind gelebt haben müsste. Als dies der Delinquentin vorgehalten wurde, gestand diese, dass sie aus Unverstand und Angst mit einem Messer dem Neugeborenen die Kehle durchgeschnitten habe. Anna Maria Fröhlich wurde trotz der erlittenen Notzucht zum Tode verurteilt und enthauptet.353

Ob der neunjährige Goethe tatsächlich der Hinrichtung beigewohnt hat, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Sehr wahrscheinlich ist jedoch, dass er von dem Fall erfahren hat. Denn Johann Balthasar Koebele [sic!], der Privatlehrer seiner Schwester Cornelia, verfasste über diesen Hergang eine kleine Schrift mit dem Titel: „Eine geistlich Betrachtung über die letzten Stunden der Anna Maria Fröhlich welche wegen verübtem Kindermorde zu Frankfurt am Mayn, Im Jahr 1758 den 26ten Herbstmonats, auf dem Rabensteine enthauptet worden.“ 354


353 Vgl. dazu die erhaltenen Prozessakten, die sich im Stadtarchiv der Stadt Frankfurt am Main (Signatur Criminalia 1758, Aktennummer 7476, S. 7ff.) befinden.

354 Die Schrift galt seit dem Zweiten Weltkrieg als verbrannt. Allerdings befindet sich im Goethe-Museum in Düsseldorf eine Kopie (vgl. Peters, S. 116).

[Seite 115]

Als Goethe neun Jahre alt war, wurde die Kindsmörderin Anna Maria Fröhlich in Frankfurt hingerichtet. Ob er dieses Schauspiel gesehen hat, kann nicht eindeutig geklärt werden, mit großer Wahrscheinlichkeit wird er aber davon erfahren haben. Die 25-jährige Dienstmagd Anna Maria Fröhlich war nach eigenen Angaben vom Kindsvater, einem Knecht, zur „fleischlichen Vermischung“ gezwungen worden und hatte mit niemandem außer ihm Geschlechtsverkehr gehabt. Erst nachdem das Gericht darauf insistierte, daß es sich bei so starken Geburtsschmerzen um ein lebendiges Kind gehandelt haben muß, gab sie den Mord

[Seite 116]

[...]381 Sie habe dem Kind aus Angst und Unverstand mit einem Messer die Kehle durchgeschnitten. Das Gericht verurteilte Anna Maria fröhlichen trotz der boshaften Verführung und der erlittenen Notzucht zum Tode. Johann Balthasar Koelbele, der Goethes Schwester Cornelia Privatunterricht gab, hatte zu diesem Fall eine kleine Schrift mit dem Titel „Eine geistliche Betrachtung über die letzten Stunden der Anna Maria Fröhlichin“ verfaßt, in deren Anhang sich das „Thränenlied einer busfertigen Sünderinn der Anna Maria Fröhlichin“ befand. Die Schrift galt seit dem Zweiten Weltkrieg als verbrannt. 382 Bei den Recherchen zu dieser Arbeit fand sich allerdings eine Fotokopie dieser Schrift im Goethe-Museum in Düsseldorf.


381 Die Akten zu dem Fall der Anna Maria Fröhlich befindet sich im Stadtarchiv der Stadt Frakfurt a.M. unter der Signatur Criminalia 1758, Aktennummer 7476, S. 7ff.

382 Ernst Beutler ist als einziger auf diese Schrift in seinem Aufsatz eingegangen, danach galt sie als verschollen. Auf eine aktuelle Anfrage bei der Stadtbibliothek Frankfurt a.M. konnte nur der Verlust bestätigt werden. Vgl. Ernst Beutler: Der Frankfurter Faust. Norbert Petsch zum 65. Geburtstag. In: Jahrbuch des Freien Deutschen Hochstifts, 1936-40, S. 594-686, insb. S. 673ff.

383 Die Textstellen werden zitiert nach Anton Koelbele: „Eine geistliche Betrachtung über die letzten Stunden der Anna Maria Fröhlichen welche wegen verübtem Kindermorde zu Frankfurt am Mayn, Im Jahr 1758 den 26ten Herbstmonats, auf dem Rabensteine enthauptet worden.“

Anmerkungen

Der Text ist stark angelehnt an die Vorlage, inkl. Inhalte der Fußnoten. Auf Peters wird in einer Fußnote mit "Vgl." verwiesen. Fortsetzung auf der Folgeseite. Auch der Schreibfehler "Koebele" statt "Koelbele" setzt sich dabei fort.

Die Übernahme beginnt schon in Zeile 19 aus Peters 115-19.

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