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Tj/Fragment 120 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 120, Zeilen: 1-19
Quelle: KLL6 1996
Seite(n): 0, Zeilen: 0
1918 erklärte Spengler diesen „deutschen“ Faust zum Repräsentanten der gesamten abendländischen Kultur und schuf damit einen neuen Faustbegriff, den sich zwei Jahrzehnte später das nationalsozialistische Weltmachtstreben dienstbar machen konnte.451

Freilich erhob sich schon 1870 aus den verschiedensten Lagern scharfer, wenn auch offiziell nicht beachteter, Protest gegen den ideologischen Missbrauch der Faustgestalt, ohne dass dieser Protest jedoch immer einer Hochschätzung der Dichtung Goethes entsprang. Erst die Philologie stellte das Werk als Kunstgebilde, als das es im Kampf der Ideologien völlig übersehen worden war, wieder in den Mittelpunkt, deckte die Inkongruenz der gängigen Vorstellungen vom „Faustischen“ mit dem Geist der Tragödie auf und eröffnete die Sicht auf die Schönheit und den Gedankenreichtum des Dramas. Die Abwertung des „Faustischen“ als eines „nationalen Hochworts“ (H. Schwerte) vollendete sich auf literarischem Gebiet in Thomas Manns „Doktor Faustus“ (1947).452

Das Ende der klärenden und deutenden Bemühungen um Goethes Faust-Dichtung ist aber noch nicht abzusehen, und jeder dieser Versuche bestätigt Goethes Worte, dass das Ganze „ein offenbares Rätsel bleibe, die Menschen fort und fort ergötze und ihnen zu schaffen mache.“453


451 Vgl. u.a. Spengler, S. 234f., S. 298, S. 459 und Beßlich, S. 124f.

452 Vgl. Mann, Doktor Faustus.

453 Goethe in einem Brief an Karl Friedrich Zelter am 1. Juni 1831 (abgedruckt in Goethe, Gedenkausgabe Bd. 21, S. 978-982, hier 979).

1918 erklärte O. Spengler20 diesen »deutschen« Faust zum Repräsentanten der gesamten abendländischen Kultur und schuf damit einen neuen Faustbegriff, den sich zwei Jahrzehnte später das nationalsozialistische Weltmachtstreben dienstbar machen konnte. Freilich erhob sich schon um 1870 aus den verschiedensten Lagern scharfer, wenn auch offiziell nicht beachteter Protest gegen den ideologischen Missbrauch der Faustgestalt, ohne dass die immer einer Hochschätzung der Dichtung entsprang.

Erst die Philologie stellte das Werk als Kunstgebilde, als das es im Kampf der Ideologien völlig übersehen worden war, wieder in den Mittelpunkt und deckte die Inkongruenz der gängigen Vorstellungen vom »Faustischen« mit dem Geist der Tragödie auf. Die Abwertung des »Faustischen« als eines »nationalen Hochworts« (H. Schwerte [?]) vollendete sich auf literarischem Gebiet in Th. Manns Roman Doktor Faustus (1947). Das Ende der klärenden und deutenden Bemühungen um Goethes Faust-Dichtung ist aber noch nicht abzusehen, und jeder dieser Versuche bestätigt Goethes Worte, dass das Ganze »ein offenbares Rätsel bleibe, die Menschen fort und fort ergötze und ihnen zu schaffen mache« (Brief an C. F. Zelter, 1. 6. 1831).


20 Oswald Spengler (1880-1936), deutscher Geschichtsphilosoph, Kulturhistoriker und politischer Schriftsteller.

Anmerkungen

Quelle muss noch bestätigt werden. Übereinstimmungen wurden bisher anhand von http://calleo.at/pdf/Faust-Kindler.pdf verifiziert.

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