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Tj/Fragment 121 23

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 121, Zeilen: 16-36
Quelle: KLL6 1996
Seite(n): 460-461, Zeilen: 2. Sp, Z. 61
Das Präludium zur Gretchentragödie bildet in „Faust I“ die Szenen in der Hexenküche und damit Fausts Verjüngung - ein Vorgang, der mit augenscheinlichem Behagen am Absurden als ein aus Tiefsinn, Satire und Obszönität gemischtes Spiel dargestellt ist. Faust erblickt in einem Zauberspiegel das Bild Helenas, das ihn zu glühendem Begehren entzündet. Dieser Teil fehlt allerdings noch im „Urfaust“.

Faust begegnet der kindlich unschuldigen und selbstsicheren Margarete in einer mittelalterlichen Kleinstadt. Er bedrängt Mephisto, ihn mit ihr zusammenzuführen. Die Unbedingtheit, mit der Faust das Mädchen ohne Rücksicht auf dessen Bindungen an Familie und Tradition für sich fordert, ist von vornherein unheilträchtig. Dass Faust Mephistos Beihilfe in Anspruch nimmt, führt zur Katastrophe: Das Schlafmittel für Gretgens456 Mutter, vor der Fausts nächtliche Besuche verheimlicht werden müssen, wirkt tödlich; Valentin, Gretchens Bruder, der die Entehrung der Schwester rächen will, fällt durch Mephistos Eingreifen im Kampf mit Faust; Gretgen tötet in Verzweiflung das Kind, das sie geboren hat, und endet im Kerker. Und doch zeigen sich in Gretgens Tragödie die Grenzen der Macht des Bösen und deutet sich die Allmacht der Liebe an, die auch Faust vor dem endgültigen Anheimfallen an dieses Böse retten wird. Gretgen, von Faust verführt, Mörderin der Mutter und ihres Kindes, mitschuldig am Tode des Bruders, ist dennoch unantastbar in der ihrem Wesen eigenen Unschuld und Mephistos Worte „Über die hab’ ich keine Gewalt“ lassen erkennen, [dass sie seine eigentliche Gegenspielerin ist.]


456 Im Folgenden wird, da im Wesentlichen nur noch vom Urfaust gesprochen wird, der dort zumeist verwendete Name „Gretgen“ und nicht der aus Faust I stammende allgemeinere „Gretchen“ verwendet.

Die folgende Szene, Fausts Verjüngung in der Hexenküche, ein Vorgang, der mit augenscheinlichem Behagen am absurden, aus Tiefsinn, Satire und

[S. 461]

Obszönität gemischten Spiel dargestellt ist, bildet das Präludium zur Liebestragödie. Faust erblickt in einem Zauberspiegel das Bild einer Frau, das ihn zu glühendem Begehren entzündet. In Gretchen wird diese Vision (in der sich zugleich die künftige Erscheinung Helenas andeutet) Wirklichkeit. Faust begegnet diesem kindlich unschuldigen und selbstsicheren Geschöpf in einer mittelalterlichen Kleinstadt. Er bedrängt Mephisto, ihn mit Gretchen zusammenzuführen. Die Unbedingtheit, mit der Faust das Mädchen ohne Rücksicht auf dessen Bindungen an Familie und Tradition für sich fordert, ist von vornherein unheilträchtig. Daß er Mephistos Beihilfe in Anspruch nimmt, führt zur Katastrophe: das Schlafmittel für Gretchens Mutter, vor der Fausts nä‚chtliche Besuche verheimlicht werden müssen, wirkt tö€dlich: Valentin, Gretchens Bruder, der die Entehrung der Schwester rä‚chen will, f‚ällt durch Mephistos Eingreifen im Kampf mit Faust; Gretchen t€ötet in Verzweiflung das Kind, das sie geboren hat, und endet im Kerker. Und doch zeigen sich in der Tragö€die die Grenzen der Macht des Bö€sen, deutet sich durch das von Gretchen verkö€rperte Prinzip der Liebe ein  am Schlussrettendes Gegenmodell an. Gretchen, von Faust verführt, Mö€rderin der Mutter und ihres Kindes, mitschuldig am Tode des Bruders, ist dennoch unantastbar in der ihrem Wesen eigenen Unschuld, und Mephistos Worte »Über die hab' ich keine Gewalt« lassen erkennen, dass sie seine eigentliche Gegenspielerin ist.

Anmerkungen

Kleinere Anpassungen, Kein Hinweis auf die Quelle.

Bemerkenswert auch der Widerspruch S. 121 "Faust begegnet der kindlich unschuldigen und selbstsicheren Margarete [...]" zu S. 123: "Gretgen ist alles andere als selbstbewusst und fühlt sich in Fausts Gegenwart unsicher: [...]"; hier scheint Tj nicht ganz sicher zu sein, ob er dem übernommenen Text oder seiner eigenen Interpretation folgen will.

Sichter
(SleepyHollow02), WiseWoman

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