Fandom

VroniPlag Wiki

Tj/Fragmente/Sichtung p

< Tj

31.349Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0 Share

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

26 ungesichtete Fragmente: Plagiat

[1.] Tj/Fragment 022 01 - Diskussion
Bearbeitet: 7. January 2013, 23:48 (Kybot)
Erstellt: 3. January 2013, 22:56 Plagin Hood
BauernOpfer, Becker 2002, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 22, Zeilen: 1-22
Quelle: Becker 2002
Seite(n): 42, 44-46, Zeilen: S. 42: 24-26; S. 44: 14; S. 45: 1-18; S. 46: 1-12
[Am Beginn dieses Weges stand die Abkehr eines modellhaften] Bürgers von seiner rechten Gesinnung durch die bewusste Auflehnung gegen die Stimme der Vernunft.33

Durch die zentrale Bedeutung der Gesinnung wurde gerade Kant für die Auseinandersetzung mit Kriminalität in dieser Zeit unabdingbar. Er versprach mit seinem Konzept der Gesinnung das Problem zu lösen, dass die Identifikation des freien und autonomen Willens mit sittlich gutem Handeln nicht zur Schlussfolgerung führen musste, dass böses Handeln nicht autonom wäre. Die Freiheit des Willens konnte nicht allein auf Handlungsmaximen in einer konkreten Situation bezogen werden, sondern auf die Maxime des Handelns. Nur so kann nämlich das Böse zurechenbar gemacht werden. Kants Lösung ist das Konzept des radikalen Bösen, das dem Menschen die grundsätzliche Freiheit zur Annahme guter oder schlechter Maximen des Handelns zugesteht, ihnen aber gleichzeitig einen angeborenen, wenn auch nicht determinierenden, Hang zum Bösen zuschrieb.34

Der gattungsspezifische Hang zum Bösen, den Kant den Menschen zuschrieb, zeigte sich in der Verkehrung der Triebfedern des Handelns als einer verkehrten Gesinnung. Abweichendes Verhalten entstand demnach aus dem mangelnden Widerstand gegen eben diesen gattungsspezifischen Hang zum Bösen, und nicht aus dem Nachgeben gegen sinnliche Reize. Dadurch wurde die enge Verbindung zwischen Sinnlichkeit und Lasterhaftigkeit durchbrochen. Gleichzeitig wurde die Vernunft zum entscheidenden Werkzeug gegen Unsittlichkeit und Devianz.35


33 Vgl. Becker, S. 42.

34 Vgl. Kant, S. 45.

35 Vgl. Becker, S. 46.

[seite 42, Zeile 24-26]

Am Beginn stand die Abkehr eines modellhaften Bürgers von seiner rechten Gesinnung durch die bewußte Auflehnung gegen die Stimme der Vernunft

[Seite 44, Zeile 14]

Dadurch ließ sich ein Problem lösen, das Kant und seine Zeitgenossen

[Seite 45, Zeile 1-18]

beschäftigte: Die Freiheit des Willens durfte nicht allen auf Handlungsalternativen in seiner konkreten Situation bezogen werden, sondern auf die Maxime des Handelns, um das Böse zurechenbar zu machen. Denn die Identifikation des freien und autonomen mit sittlich gutem Handeln legte die Deutung nahe, daß böses Handeln nicht autonom bzw. nicht frei wäre. Dem setzte Kant das Konzept des radikalen Bösen entgegen, das dem Menschen die grundsätzliche Freiheit zur Annahme guter oder schlechter Maximen des Handelns zugestand, ihnen aber gleichzeitig einen angeborenen, wenn auch nicht determinierenden Hang zum bösen zuschrieb.28 Die Allgemeinheit des Bösen, wie sie Kant beanspruchte, stand allerdings mit dem Kriterium der Freiheit in einem tendenziellen Widerspruch und konnte nicht bewiesen, sondern nur als Erfahrungstatsache behauptet werden. Der »verderbte Hang« durfte eben die Freiheit als Grundlage zurechenbarer Moralität nicht infrage stellen.29

Kants Konzept der Gesinnung – verstanden als jenes Prinzip, das die Maximen des Handelns bestimmte und äußerlicher Kontrolle unzugänglich war30 – ermöglichte im kriminalistischen Diskurs einen neuen Ausgleich zwischen Autonomie und Gesetzmäßigkeit.31 Straftäter konnte man auf dieser

[Seite 46, Zeile 1-12]

Grundlage selbst dann zur Verantwortung ziehen, wenn sie kaum eine Alternative zur kriminellen handlung gehabt hatten; man machte sie nämlich für das Herbeiführen des Zustandes verantwortlich, in dem sie straffällig wurden. Außerdem ließ sich mit dem Konzept der Gesinnung die enge Koppelung zwischen Sinnlichkeit und Lasterhaftigkeit bei der Erklärung krimineller Karrieren durchbrachen: Abweichendes Verhalten entstand nicht aus dem nachgeben gegen sinnliche Reize, sondern aus dem mangelnden Widerstand gegen einen gattungsspezifischen Hang zum Bösen, der sich in der Verkehrung von Triebfedern des Handelns, d.h. in einer verkehrten Gesinnung zeigte. Das Böse erhielt aus dieser Perspektive einen Vernunftsursprung – die Vernunft wurde dadurch zum wichtigsten Bollwerk gegen Unsittlichkeit und Devianz.32

Anmerkungen

Fortgesetzt von vorangehender Seite.

Auch der zweite Absatz auf der Seite, abgeschlossen durch Fußnote 34 ("Vgl. Kant") weist eine erhebliche Übereinstimmung mit der Quelle Becker (2002) auf.

Sichter

[2.] Tj/Fragment 023 02 - Diskussion
Bearbeitet: 7. January 2013, 23:48 (Kybot)
Erstellt: 4. January 2013, 00:09 Plagin Hood
BauernOpfer, Becker 2002, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 23, Zeilen: 2-24
Quelle: Becker 2002
Seite(n): 218, 219, Zeilen: 218: 8-31; 219: 1-12
[b. Die Situation der Kriminalistik]

Die Situation der Kriminalistik ist geprägt durch die Konzeption der kriminellen Gegenwelt und dem daraus resultierenden polarisierenden Zugriff auf eine Welt, deren Stimmigkeit auf der Gegenüberstellung von Idealtypen beruhte. Auf der einen Seite stand der Gauner, auf der anderen der sittsame Bürger. Doch bereits das Bild des typischen Gauners war nicht widerspruchslos, da die Konzeption des Gauners an vielen Stellen mit der Annahme über die Verfasstheit der kriminellen Gegenwelt nicht übereinstimmte. Dies hatte zur Folge, dass die Annäherung der Kriminalisten an die kriminelle Gegenwelt von erheblichen Widersprüchen geprägt war. Dennoch war das Konstrukt der kriminellen Gegenwelt immun gegen immanente Widersprüche. Die Immunität beruhte auf der oben dargestellten Abgrenzung des Kriminellen von der bürgerlichen Ordnung, die sich auf ein moralisch-sittliches Kalkül bezog: die Wahl der falschen Gesinnung. Da sich dieses Argument perfekt in bestehende Paradigmen der bürgerlichen Gesellschaft und der Strafrechtstheorie einfügte, bewirkte es eine immense Überzeugungskraft. 38 Trotzt allem zeigt sich die Ausweglosigkeit dieses Ansatzes, der die Gültigkeit seines moralisch-sittlichen Paradigmas durch messbare Erfolge zu belegen versuchte. Dabei zeigten die Studien der Kriminalisten doch nur, wie tief verwurzelt das Problem in der bürgerlichen Gesellschaft war. Kriminalität stellte sich so als eines der dringlichsten Probleme dar, durch deren Bedrohung sich die Kriminalisten herausgefordert sahen. Die endgültige Ausrottung sahen sie als ihre wichtigste Aufgabe an. Und doch blieb das Problem der Kriminalität unlösbar.39


38 Vgl. Becker, S. 218f.

39 Vgl. Becker, S. 218.

[Seite 218, Zeile 8-31]

Das Unbehagen, das Zimmermann gegenüber der Polizeiaufsicht artikulierte, verdeutlicht die Aporie eines kriminalistischen Diskurses, der die Gültigkeit seines moralisch sittlichen Paradigmas durch empirische Nachweise und meßbaren Erfolge zu belegen versuchte. Diese Aporie drückte sich bereits in den Vorworten kriminalistischer Autoren aus: sie sahen sich von der Bedrohlichkeit einer organisierten Kriminalität herausgefordert und verstanden deren endgültige Ausrottung als wichtigste Aufgabe. Ihre Analysen dokumentierten dagegen die tiefe Verwurzelung dieses Problems in der bürgerlichen Gesellschaft. Diesen Widerspruch kann man in Analogie zum Theodizeeproblem beschreiben: Kriminalität war eines der dringlichsten, aber gleichzeitig ein unlösbares Problem der bürgerlichen Gesellschaft. Das unterminierte letztlich das Projekt einer Kriminologie auf moralischer Grundlage, wie das Erzählmuster des gefallenen Menschen repräsentierte. Dadurch bewahrheitete sich die feinsinnige Beobachtung Niezsche, daß die Autoriät von Sittlichkeit als Leitlinie für gesellschaftliches Handeln untergraben wurde, sobald »die Erfolge conrolirbar werden.«171 Die Annäherungen der Kriminalisten an die kriminelle Gegenwelt waren von erheblichen Widersprüchen geprägt. Diese entstanden durch den polarisierenden Zugriff auf eine Welt, deren Stimmigkeit auf der Gegenüberstellung von Idealtypen beruhte: der Gauner wurde als Verkörperung einer falschen Gesinnung mit einem idealtypischen Bürger verglichen, den man ausschließlich von rechter Gesinnung und Gemeinsinn bestimmt sah. Doch selbst die Ausgestaltung des idealtypischen Gauners und seiner Lebenswelt

[Seite 219, Zeile 1-12]

erfolgte nicht konsistent. Die Konzeption der kriminellen Persönlichkeit stimmte mit den Annahmen über die strukturellen Verfaßtheit der kriminellen als negatives Abbild der bürgerlichen Gesellschaft an vielen Stellen nicht überein. Die Abgrenzung des Gauners gegenüber der bürgerlichen Welt, die Prägungen von Lebensstil und Lebenseinstellung, sowie die Ausbildung von Praxisformen, von Rationalisierungs- wie Rechtfertigungsstrategien bezogen die zeitgenössischen Kriminalisten auf ein moralisch-sittliches Kalkül: die Wahl einer falschen Gesinnung. Die Überzeugungskraft eins solchen Argumentes beruhte nicht zuletzt darauf, daß es in die bestehenden Paradigmen der bürgerlichen Gesellschaft, der Strafrechts- und Polizeitheorie nahtlos integrierbar war, Deshalb waren die darauf aufbauenden Rekonstruktionen der kriminellen Welt weitgehend immun gegen immanente Widersprüche.

Anmerkungen

Auf die Quelle wird in zwei Fußnoten (mit "vgl.") verwiesen, wobei die sinngemäßen und wörtlichen Übernahmen nicht in ihrem Umfang kenntlich gemacht sind.

Sichter

[3.] Tj/Fragment 022 29 - Diskussion
Bearbeitet: 7. January 2013, 23:48 (Kybot)
Erstellt: 4. January 2013, 00:47 Plagin Hood
BauernOpfer, Becker 2002, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 22, Zeilen: 23-35
Quelle: Becker 2002
Seite(n): 177, 178, 179, 180, 182, Zeilen: 177: 24-26; 178: 6-9, 26-27; 179: 1-2; 180: 14-16; 182: 15-19
Die Anknüpfung des Verbrecherischen an die verkehrte Gesinnung führte zu einer Ausgrenzung des Verbrechers aus der bürgerlichen Gesellschaft. Er wurde als Teil einer kriminellen Gegenwelt gesehen. Die Vergesellschaftung der Gauner wurde dabei strikt von der bürgerlichen Welt getrennt.

Dennoch verband man mit dem Gauner gerade wegen der Vergesellschaftung zwei Annahmen bezüglich seines Handelns: Berechenbarkeit und Erwartungssicherheit.36 Ausgehend von diesen beiden Eckpfeilern versuchten die Kriminalisten, alle Lebensäußerungen der Gauner als Ausdruck einer Persönlichkeit zu verstehen, die sich in jeder Hinsicht von der bürgerlichen unterschied. Dabei gingen sie davon aus, dass der Verbrecher jedwede Bekehrung ablehnt. Dies motivierte die Kriminalisten dazu, Maßnahmen vorzuschlagen, die darauf abzielten, die außerhalb der bürgerlichen Ordnung lebenden Personen dauerhaft zu entfernen. An dieser Stelle sei exemplarisch auf die Todesstrafe verwiesen. 37


36 Vgl. Becker, S. 177ff.

37 Vgl. Becker, S. 180 und S. 182.

[Seite 177, Zeile 24-26]

In dem Maße, wie die rechte Gesinnung das bürgerliche Subjekt in die Gesellschaft integrierte, erzeugte die verkehrte Gesinnung Ausschluß aus der bürgerlichen und Integration in die kriminelle Welt.

[S. 178, Zeile 6-9]

Die Verbrecher, allem voran die Gauner, wurden nämlich als Protagonisten eine alternativen Lebensentwurfs verstanden, der zwei wesentliche Annahmen über Vergesellschaftung erfüllte: Berechenbarkeit wie Erwartungsssicherheit des Handelns.

[...]

[S. 178, Zeile 26-27]

Das ermöglichte eine wechselseitige Anerkennung nur in der kriminellen Gegenwelt.6. Die Annahme einer spezifi-

[S. 179, Zeile 1-2]

schen Vergesellschaftung der Gauner erlaubte die Festlegung einer klaren Trennlinie zur bürgerlichen Welt

[Seite 180, Zeile 14-16]

Ausgehend von dieser Erwartung versuchten die Kriminalisten, alle Lebensäußerungen der Gauner als Ausdruck einer Persönlichkeit zu verstehen, die sich in jeder Hinsicht von der bürgerlichen unterschied.

[Seite 182, Zeile 15-19]

Dieser Rückzug in die Logik der kriminellen Welt motivierte die Kriminalisten, strafrechtliche Maßnahmen vorzuschlagen, die auf lebenslängliches Wegsperren, Deportation oder Anwendung der Todesstrafe abzielten, um die außerhalb der Ordnung lebenden Personen zu beseitigen.20

Anmerkungen

Die wörtlich und sinngemäß übernommenen Anteile sind nicht vollständig in ihrem Umfang kenntlich gemacht. In den Fußnoten wird nur mit "Vgl." auf die Quelle verwiesen.

Das Fragment schließt direkt an Tj/Fragment 022 01 an, mit Übernahmen aus derselben Quelle.

Sichter

[4.] Tj/Fragment 024 12 - Diskussion
Bearbeitet: 7. January 2013, 23:49 (Kybot)
Erstellt: 5. January 2013, 01:09 Plagin Hood
BauernOpfer, Becker 2002, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 24, Zeilen: 12-21
Quelle: Becker 2002
Seite(n): 19, 260, 261, Zeilen: 19: 11-14; 260: 2-6; 261: 7-10
Der Gauner mit seiner falschen Vernunft, der die erste Hälfte des Jahrhunderts den kriminologischen Diskurs bestimmte, trat in den Hintergrund. An seine Stelle traten Gewalt- und Sittlichkeitsverbrecher, bei denen man versuchte Triebkräfte aufzuspüren, die ihn an die Grenze des Menschseins führten. Der Anteil der Publikationen zu Eigentumsdelikten ging während des 19. Jahrhundert zurück, dagegen nahm das Interesse für Gewalt- und Sexualdelikte offenkundig zu.43 Dabei erschienen Asozialität und Devianz nicht mehr nur als juristisch relevante Tatsachen, sondern auch als Folge einer im Körper und der Psyche angelegten

Abweichung von physiologischen Normen.44


43 Vgl. Becker, S. 19.

43 Vgl. Becker, S. 261.

[Seite 260, Zeile 2-6]

Der Gauner mit seiner falschen Vernunft und seinen Verstellungskünsten verlor seine Bedrohlichkeit. An seine Stelle traten Gewalt- und vor allem Sittlichkeitsverbrecher, bei denen fehlende Vernunft, Moral und Sittlichkeit sowie unterentwickelte soziale Gefühle zu Straftaten führten, die man jenseits des Menschenmöglichen verortete.7

[Seite 19, Zeile 11-14]

In Tabelle 1 wird ersichtlich, wie der Anteil an Publikationen zu Eigentumsdelikten während des 19. Jahrhunderts zurückgig, das Interesse für Gewalt- und Sexualdelikte gleichzeitig zunahm.

[S. 261, Zeile 7-10]

Asozialität und Devianz erschienen dabei nicht nur als eine sozial und juristisch relevante Tatsache, sondern auch als Folge einer im Körper bzw. der Psyche angelegten Abweichung von physiologischen Normen.

Anmerkungen

Die Quelle wird zwar zweimal genannt (mit "Vgl."), wörtliche Übernahmen sind aber nicht als solche kenntlich gemacht, S. 260 bleibt auch in den Quellenangaben unerwähnt.

Sichter

[5.] Tj/Fragment 027 26 - Diskussion
Bearbeitet: 7. January 2013, 23:49 (Kybot)
Erstellt: 6. January 2013, 01:26 Plagin Hood
BauernOpfer, Becker 2002, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 27, Zeilen: 26-36
Quelle: Becker 2002
Seite(n): 258-259, 260, Zeilen: 258: 23-25, 33; 259: 1-9; 260: 6-11
Allen Kriminologen um die Jahrhundertwende, Lombroso und seinen Kritikern war gemein, dass sie die Aporie des moralisch-sittlichen Zugangs zum Verbrecher, der die erste Hälfte des Jahrhunderts bestimmt hatte, durchbrechen wollten, indem sie nach den Bedingungen der Möglichkeit des Sündenfalls suchten. Devianz wurde in dieser Neueinschätzung als Resultat einer körperlichen Fehlentwicklung angesehen. Die Ursachen für diese waren, wie gezeigt, umstritten. Neben dem von Lombroso propagierten Atavismus bestimmte vor allem das Modell der Degeneration den kriminologischen Diskurs. In den Mittelpunkt der Untersuchungen rückten jene Außenseiter, die am vollständigsten mit dem neuen Erzählmuster erfasst und erklärt werden konnten: Gewalt- und Sittlichkeitsverbrecher.59

59 Vgl. Becker, S. 21.

[Seite 258, Zeile 23-25]

Das machte eine Neueinschätzung von Devianz notwendig, in der abweichendes Verhalten zum Resultat einer körperlichen Fehlentwicklung wurde.

[...]

[Seite 258, Zeile 33]

Damit wollten die Kriminologen der

[Seite 259, Zeile 1-9]

Jahrhundertwende die Aporien des moralisch-sittlichen Zugangs zum Verbrecher als gefallenem Menschen auflösen, indem sie nach den Bedingungen der Möglichkeit des Sündenfalls fragten. Sie suchten nach den kausalen Faktoren, die durch Umwelteinflüsse und Vererbung die vollständige Entwicklung eines Menschen in körperlicher, psychischer und intellektueller Hinsicht verhinderten. Die Ursachen für die Entwicklungshemmung waren durchaus umstritten. Degeneration und Atavismus waren die beiden konkurrierenden Erklärungen innerhalt des kriminologischen Diskurses, bauten jedoch auf einer gemeinsamten Grundstruktur auf.3

[Seite 260, Zeile 6-11]

Diese Verschiebung läßt sich nicht als eine Reaktion auf veränderte kriminelle Praktiken interpretieren, sondern war die Folge der neuen Schwerpunktsetzungen innerhalb des kriminologischen Diskurses. Es rückten jene Außenseiter in den Mittelpunkt des Interesses, die am vollständigsten mit dem dominierenden Erzählmuster erfaßt und erklärt werden konnten.8



[Vgl. Seite 21]

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verschwanden die Gauner weitgehend aus dem kriminologischen Diskurs. Sie wurden ersetzt durch degenerierte Gewalt- und Sexualverbrecher, für die sich Mediziner und Anthropologen interessierten.

Anmerkungen

Der Text mag Anlehnungen zur angegebenen Seite 21 enthalten (siehe Fußnote 59). Statt vom "Modell der Degeneration" und vom "Gewalt- und Sittlichkeitsverbrecher" ist dort in ähnlichem Zusammenhang die Rede von "degenerierte Gewalt- und Sexualverbrecher" (siehe obiger Auszug). Die Übernahmen von den Seiten 258, 259 und 260 sind nicht ausgewiesen.

Sichter

[6.] Tj/Fragment 021 05 - Diskussion
Bearbeitet: 7. January 2013, 23:47 (Kybot)
Erstellt: 6. January 2013, 21:40 Graf Isolan
BauernOpfer, Becker 2002, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 21, Zeilen: 5-31
Quelle: Becker 2002
Seite(n): 21, 40, 42, Zeilen: S.21,7-13.17-22; S.40,1-12; S.42,24-26
Die Auseinandersetzung mit dem Kriminellen ist zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch eine weitreichende Distanzierung gekennzeichnet. Schiller bemerkt dazu in seiner Vorrede zum Verbrecher aus verlorener Ehre: „Wir sehen den Unglücklichen, der doch in eben der Stunde, wo er die That beging, so wie in der, wo er dafür büßte, Mensch war wie wir, für ein Geschöpf fremder Gattung an, dessen Blut anders umläuft als das unsrige, dessen Willen anderen Regeln gehorcht als der unsrige; seine Schicksale rühren uns wenig, denn Rührung gründet sich ja nur auf ein dunkles Bewußtsein ähnlicher Gefahr, und wir sind weit entfernt, eine solche Ähnlichkeit auch nur zu träumen.“31

So ist es nicht verwunderlich, dass der paradigmatische Kriminelle der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts der Gauner war. Denn obwohl man annehmen könnte, Verbrechen wie Mord und ähnlich schlimme Gewaltdelikte hätten ob ihrer Abscheulichkeit schon immer das Interesse geweckt, so trifft dies zumindest für die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts nicht zu. Wenn diese Delikte überhaupt behandelt wurden, so nur im Zusammenhang mit der Zurechnungsproblematik. Diese durchaus überraschende Erkenntnis, dass sich die Konzentration weniger auf die weit schlimmeren Gewaltdelikte richtet, sondern auf eine kleine Gruppe der Eigentumsverbrecher, hat ihren Grund in der von Schiller kritisierten Distanzierung der bürgerlichen Gesellschaft von den Kriminellen. Der Gauner wurde als der charakteristische Andere gesehen. Obgleich sie quantitativ nicht überwogen, waren es nämlich gerade die Gauner, die die Erwartungen an das sozial-integrative Verhalten des anständigen Bürgers verletzten. Der Gauner missbrauchte die Freiheit, die ihm die bürgerliche Gesellschaft gewährte und erzeugte so Misstrauen in den sozialen und wirtschaftlichen Austausch. Der anständige Bürger dagegen nutzte den gleichen Freiraum, um sich durch Bildung und Leistung Anerkennung innerhalb der Gesellschaft zu verschaffen und sich dadurch der Teilhabe an der Gemeinschaft würdig zu erweisen.32

Der Lebensweg der Kriminellen wurde in dieser Zeit deshalb als zunehmende Entfremdung von den Mitbürgern und ihren Lebens- und Verhaltensstandards beschrieben. Am Beginn dieses Weges stand die Abkehr eines modellhaften [Bürgers von seiner rechten Gesinnung durch die bewusste Auflehnung gegen die Stimme der Vernunft. 33]


31 Schiller, Verbrecher aus verlorener Ehre, S. 8.

32 Vgl. Becker, S. 21 und S. 212f. [...]

[Seite 22]

33 Vgl. Becker, S. 42.

[Seite 21]

Obwohl man erwarten könnte, daß Verbrechen wie Mord sowie andere Gewalt- oder Tötungsdelikte wegen ihrer allgemeinen Ablehnung immer Beachtung fanden, traf das nicht zu. Gewaltdelikte wurden, wenn überhaupt, in der ersten Jahrhunderthälfte vor allem im Zusammenhang mit dem Problem der Zurechnungsfähigkeit diskutiert. (s. dazu auch Tabelle 1) Die paradigmatischen Kriminellen dieser Zeit waren eine kleine Gruppe von Eigentumsverbrechern, die man als Gauner bezeichnete.25 [...] Sie waren die charakteristischen Anderen, weil sie wesentliche Erwartungen an das sozial-integrative Verhalten des anständigen Bürgers verletzten. Der Bürger nutzte den ihm zugestandenen Freiraum, um sich durch Leistung und Bildung Anerkennung zu erwerben und sich der politischen Partizipation würdig zu erweisen. Der Gauner mißbrauchte dagegen die Freiheiten und Institutionen der bürgerlichen Gesellschaft und erzeugte Mißtrauen im sozialen und wirtschaftlichen Austausch.


[Seite 39]

Dem lag, wie Schiller be-

[Seite 40]

merkte, eine weitreichende Distanzierung vom Kriminellen als einem Anderen, einem Fremden zugrunde:

Wir sehen den Unglücklichen, der doch in eben der Stunde, wo er die Tat beging, so wie in der, wo er dafür büßte, Mensch war wie wir, für ein Geschöpf fremder Gattung an, dessen Blut anders umläuft als das unsrige, dessen Willen anderen Regungen gehorcht als der unsrige; seine Schicksale rühren uns wenig, denn Rührung gründet sich ja nur auf ein dunkles Bewußtsein ähnlicher Gefahr, und wir sind weit entfernt eine solche Ähnlichkeit auch nur zu träumen.13

Nauman verdrängte die grundsätzliche Ähnlichkeit zwischen dem bürgerlichen >Selbst< und dem >Gefallenen<. Er beschrieb das Schicksal Leberechts ganz in der Form, die Schiller kritisierte: als zunehmende Entfremdung von den Mitbürgern und ihren Lebens- und Verhaltensstandards.

13 SCHILLER, Verbrecher, S. 14.


[Seite 42]

Am Beginn stand die Abkehr eines modellhaften Bürgers von seiner rechten Gesinnung durch die bewußte Auflehnung gegen die Stimme der Vernunft - [...]

Anmerkungen

Inhaltlich liegt hier - wenn auch zusammengeschnitten und umgestellt - purer Becker (2002) vor. Teilweise sind auch Formulierungen identisch. Eine adäquate Kennzeichnung der Urheberschaft erfolgt nicht.

Zur Fußnote 32 siehe auch Tj/Fragment 021 102 .

Auf der nächsten Seite geht die inhaltliche Übernahme aus Becker (2002) weiter.

Sichter
(Graf Isolan)

[7.] Tj/Fragment 098 102 - Diskussion
Bearbeitet: 7. January 2013, 23:51 (Kybot)
Erstellt: 7. January 2013, 19:34 Hindemith
Fragment, Peters 2001, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 98, Zeilen: 102-124
Quelle: Peters_2001
Seite(n): 120, Zeilen: 120: 3-16, 26-31; 121: 1-5
370 [...] Otto von Boenigk sieht einen anderen Kindsmordfall aus Strahlsund [sic!] als Vorlage für das Kindsmordmotiv im Faust. Die 26-jährige Catharina Maria Flindt erwürgte im Jahre 1765 ihr Kind und verscharrte es. Nachdem ihr Verführer Leutnant Johann Dycke vergeblich versucht hatte sie mit einer großen Summe freizukaufen, stürmte er in der Nacht zum 29. Oktober mit anderen Soldaten das Gefängnis und befreite die Kindsmörderin. Bei der Aktion kam es unter den Wachhabenden zu Toten. Anfang Dezember stand Catharina Maria Flindt wieder vor dem Gefängnis undstellte sich ihrem Urteil.

Zwar könnte man in der Befreiung der Täterin und ihrer freiwilligen Rückkehr Übereinstimmungen zur Gretchentragödie sehen. Es ist jedoch äußerst unwahrscheinlich, dass Goethe durch die „Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten“ von dem Fall der Catharina Maria Flindt erfahren haben könnte. Zeitungsausschnitte, Aufzeichnungen oder Briefstellen, die dies belegen könnten, gibt es nicht.

Ähnliches gilt für den Versuch von Hellmuth Petriconi (vgl. Petriconi, S. 103) und Hans Arens (vgl. Arens, S. 258) einen Zusammenhang mit Samuel Richardsons Werken „Pamela“ (1740) und „Clarissa“ (1748) herzustellen. Zwar zeigt sich in ganz Europa, das Motiv der verführten Unschuld als verbreitetes Thema (in Deutschland z.B. bei Gotthold Ephraim Lessing „Emilia Galotti“ (1771) und Sophie La Roches „Fräulein von Sternheim“ (1771). Ein Vergleich der Gretchentragödie mit den Werken Richardsons ist trotzdem verfehlt. Weder die Handlungen noch die Intentionen stimmen überein. Der Topos der Verführung erhält durch Fausts titanisches Streben und sein Leiden an der Existenz eine andere Qualität und geht weit über die Darstellung einer Liebesgeschichte hinaus.

Einen anderen Kindsmordfall aus dem Jahr 1765 sieht Otto von Boenigk als Vorlage an.392 Bei der Kindsmörderin handelte es sich um die 26jährige Catharina Maria Flindt. Sie haue ihr Kind erwürgt und dann verscharrt. Zuerst versuchte ihr Verführer, der Leutnant Johann Dycke, sie mit einer horrenden Summe bei Gericht freizukaufen, als dies nicht funktionierte, stürmte er in der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober mit anderen Soldaten das Gefängnis und befreite die zum Tode Verurteilte. Es kam dabei unter den Wachhabenden zu Toten. Anfang Dezember stand sie wieder vor dem Gefängnis und nahm damit das über sie verhängte Todesurteil an. Ob Goethe wirklich durch die „Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten“ von dem sich in Stralsund ereigneten Fall erfahren hat, ist nicht zu klären. Zeitungsausschnitte, Aufzeichnungen oder Briefstellen, die diese These stützen, fanden sich nicht. Die Befreiung der Täterin und ihre freiwillige Rückkehr bilden jedoch frappante Übereinstimmungen.393 [...]

[...]

Hellmuth Petriconi und Hans Arens sehen den „Urfaust- von Samuel Richardsons Werken „Pamela“ (1740) und „Clarissa“ (1748) geprägt.396 Beide Romane waren über die Landesgrenzen hinaus große Literaturerfolge geworden. Der Topos der „verführten Unschuld“ war eines der beliebtesten Themen in Europa. In Deutschland findet es sich u.a. in Gotthold Ephraim Lessings „Emilia Galotti“ (1771) und Sophie La Roches „Fräulein von Sternheim“ (1771). Doch erscheint ein

[Seite 121]

Vergleich zwischen Richardsons Werken und dem „Urfaust“ als sehr gewagt. Weder die Handlungen noch die Intentionen stimmen überein.397 Der Topos der Verführung erhält durch Fausts titanisches Streben und sein Leiden an der Existenz schlechthin eine andere Qualität. Goethe geht weit über die Darstellung einer Liebesgeschichte hinaus.


392 Vgl. Otto von Boenigk: Das Urbild von Goethes Gretchen, Greifswald 1914.

393 Vgl. ebd. S. 121f.

396 Vgl. Hans Arens: Kommentar zu Goethes Faust 1, Heidelberg 1982, S. 258 und Hellmuth Petriconi: Die verführte Unschuld, a.a.O., S. 103.

397 [...]

Anmerkungen

Weitgehende inhaltliche Übereinstimmung. Ein Quellenverweis fehlt allerdings. Bemerkenswerterweise nennt der Autor den Originalautor Otto von Boenigk zwar, gibt aber nicht einmal diese Quelle an.

Sichter
(Hindemith)

[8.] Tj/Fragment 115 28 - Diskussion
Bearbeitet: 8. January 2013, 20:08 (WiseWoman)
Erstellt: 7. January 2013, 22:47 Graf Isolan
Fragment, KLL6 1996, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan, WiseWoman
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 115, Zeilen: 28-32
Quelle: KLL6 1996
Seite(n): 459, Zeilen: 2. Sp, Z. 40
Goethes Faust entstand somit in einem sechs Jahrzehnte währenden, zeitweise auf Jahre unterbrochenen, nicht überall eindeutig zu erhellenden Schaffensprozess. Teile des zweiten Teils, wie der Helena-Akt, waren schon angelegt, als Goethe noch am ersten Teil arbeitete. Zudem hat Goethe selbst die Handschrift immer wieder verändert. 436

436 Vgl. zum zeitlichen Ablauf die Chronologie bei Mener, S. 46ff.

Goethes Faust entstand in einem sechs Jahrzehnte währenden, zeitweise auf Jahre unterbrochenen, nicht überall eindeutig zu erhellenden Schaffensvorgang; Partien des zweiten Teils, wie etwa der Helena-Akt, waren schon angelegt, als der Dichter noch am ersten Teil arbeitete.
Anmerkungen

Der Sprung zum letzten Satz, der befußnotet ist, ist gewaltig.

Sichter
(Graf Isolan), (WiseWoman Quelle)

[9.] Tj/Fragment 078 102 - Diskussion
Bearbeitet: 8. January 2013, 01:46 (Hindemith)
Erstellt: 8. January 2013, 00:06 Plagin Hood
BauernOpfer, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Wehrli 1888, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 78, Zeilen: 102-111
Quelle: Wehrli 1888
Seite(n): 31,32, Zeilen: 0
Wehrli umschrieb den Art. 131 denn auch so: „Unter Kindsmord versteht Art. 131 C.C.C. die von seiten einer unehelichen Mutter an ihrem neugeborenen nicht manströsen [sic!] Kinde gewöhnlich heimlich begangene vorsätzliche Tötung ohne Berücksichtigung des Motivs der Täterin.“299

299 Wehrli, S. 23. Eine andere Streitfrage war es, ob mit dem Ertränken die deutsche einfache oder die römische qualifizierte Strafe gemeint war. Bei letzterer, die zugleich mit dem römischen Recht in Deutschland Eingang fand, wurde die Verbrecherin samt drei unreinen Tieren (einem Hahn, einem Affen und einer Schlange) in einen ledernen Sack genäht und ins Wasser geworfen. Bei der deutschen Variante fehlten diese Zutaten. Die Ansicht der meisten Kriminalisten ging dahin, dass die deutsche Version anzuwenden sei. Aber Carpzow zum Beispiel meinte, unter Ertränken habe man die römische Methode zu verstehen. Nur erlaubte er, damit der Tod schneller eintrat, anstatt eines ledernen einen leinenen Sack. Seine Meinung fand besonders in Sachsen Verbreitung, wo die Strafe lange Zeit nach römischer Art vollstreckt wurde.

[Seite 31]

Es könnte sich schliesslich noch fragen, ob die Strafe des Ertränkens nach Art. 131 und den früher enwähnten Artikeln die deutsche einfache oder die römische qualifizirte des culeus war, wonach der Verbrecher lebendig samt einem Halme, einem Affen und einer Schlange in einen ledernen Sack eingenäht und in einen Fluss geworfen wurde. Letztere Möglichkeit ist aber geradezu auszuschliessen, obwohl nicht bestritten werden kann, dass diese Strafe mit der Reception des römischen Rechtes auch in Deutschland Eingang fand2.

[...]

Dass das Ertränken speziell in Art. 131 bloss bedeuten kann einfaches Ertränken ohne die römischen Zutaten, beweisen auch die Übersetzungen der CCC von Goblen und Remus, welche den Ausdruck wiedergeben durch submergi, demergi, ohne weitere Ausführung, deren es andernfalls zweifellos bedurft hätte. Anderer Meinung ist Carpzov, der die römische Strafe angewendet wissen will3, nur mit der ihm wie es scheint bedeutsam vorkommenden Neuerung, dass man auch

[Seite 32]

einen leinenen Sack verwenden dürfe. Die Ansicht Carpzovs war, wenn auch quellenwidrig, eine Zeitlang sehr verbreitet und die Autorität ihres Urhebers bewirkte, class in Sachsen die Strafe lange Zeit nach römischer Art vollstreckt wurde.

[...]

Unter Kindsmord versteht Art. 131 der CCC die von Seiten einer unehelichen Mutter an ihrem neugebornen nicht monströsen Kinde gewöhnlich heimlich begangene vorsätzliche Tötung ohne Berücksichtigung des Motives der Täterin.


2 Vgl. Baier. Malefiz-Ordnung von 1616. Schwab. Landrecht cap. 231: und soll ihn in dem Wasser liegen lassen einen halben Tag und ist er dennnoch nicht todt, so lasse man ihn länger.

3 Der richtigen Ansicht Rosshirt, Oiminal-Recht S. 345 ; Jordan, Weiske (Kechtslexikon sub Kindsmord) Bd. XI, S. 488; Jarcke, Handbuch des Strafrechts. A. M. die Mehrheit: Wächter, Mittermaier (Anmerk. zu Feuerbachs Lehrbuch, 13. Ausg.), Marezoll, Holtzendorff Handb., H. Meyer u. A.

Anmerkungen

Man beachte die Datierung der Quelle.

Zunächst erfolgt ein wörtliches, kenntlich gemachtes Zitat von Wehrli. Nach der Quellenangabe wird jedoch weiter Text übernommen. Ob hierbei tatsächlich die historische Quelle Wehrli (1888) verwendet findet, ist nicht klar. Die wörtlichen und sinngemäßen Übereinstimmungen sind aber unübersehbar.

Die unterschiedlichen Seitenangaben sind vermutlich daruf zurückzuführen, dass dem Verfasser der Text in anderer Form vorlag.

Sichter

[10.] Tj/Fragment 129 19 - Diskussion
Bearbeitet: 8. January 2013, 02:11 (Hindemith)
Erstellt: 8. January 2013, 02:11 Hindemith
Fragment, Peters 2001, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 129, Zeilen: 19-34
Quelle: Peters_2001
Seite(n): 105, 106, Zeilen: 105: 11-16; 106: 9ff
Fausts Liebe ist durch seine Unzufriedenheit und innere Unruhe motiviert. In der kleinen Welt Gretgens erhofft er sich denn auch Rast von seinem Streben. Gretgens innerer Frieden lässt die „Hütte zum Himmelreich“ werden. Er kann ihr aus diesem Grund den Schmuck nicht hinlegen, Mephisto muss dies für ihn tun.

Die anfangs rein sexuellen Wünsche entwickeln sich zu Liebe, die Faust gegen Mephistos Ironie und Unglauben verteidigen muss:

Mephisto:

Denn morgen wirst in allen Ehren

Das arme Gretgen nicht betöhren?

Und alle Seelenlieb ihr schwören?

Faust:

Und zwar von Herzen.

Mephisto:

Gut und schön!

Dann wird von ewger Treu und Liebe,

[Von einzig überallmächtgem Triebe -

Wird das auch so von Herzen gehen?]

Fausts Liebe zu Gretchen ist durch seine Unzufriedenheit und innere Unruhe motiviert. In ihrer kleinen heilen Welt erhofft er sich Rast von seinem Streben. Im Gegensatz zu seinem Kerker, dem Studierzimmer, herrscht in diesem Kerker Seligkeit. Gretchens innerer Frieden läßt die „Hütte zum Himmelreich“ werden. Er kann ihr aus diesem Grund den Schmuck nicht hinlegen, Mephisto muß dies für ihn tun.

[Seite 106]

Wie bei Gretchen sind auch Fausts Gefühle unterschiedlich motiviert, die anfangs rein sexuellen Wünsche entwickeln sich zu Liebe, die Faust gegen Mephistos Ironie und Unglauben verteidigen muß:

Mephistopheles. Denn morgen wirst in allen Ehren,

Das arme Gretchen nicht betören,

Und alle Seelenlieb ihr schwören?

Faust. Und zwar von Herzen!

Mephistopheles. Gut und schön.

Dann wird von ew’ger Treu und Liebe,

Von einzig überallmächtigem Triebe -

Wird das auch so von Herzen gehn?

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith)

[11.] Tj/Fragment 077 29 - Diskussion
Bearbeitet: 8. January 2013, 12:51 (Klicken)
Erstellt: 8. January 2013, 11:10 Plagin Hood
BauernOpfer, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Wächtershäuser 1973, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 77, Zeilen: 29-37
Quelle: Wächtershäuser 1973
Seite(n): 7, Zeilen: 3ff.
Trotz zahlreichen Meinungsverschiedenheiten darüber, welchen der in den genannten Vorschriften enthaltenen Elemente tatbestandlich konstitutive Bedeutung zukomme und welche anderen nur beispielhaft im Sinne der Beschreibung typischen Tatverlaufs zu verstehen seien, hatte man erkannt, dass der Kindsmord charakteristische Züge aufweist, die ihn in objektiver und subjektiver Hinsicht wie auch im Unrechtsgehalt klar von ähnlichen Delikten unterschieden.

So kann man gegen Ende des 18. Jahrhunderts297 einen verhältnismäßig scharf umrissenen, aus den Art. 131, 35 und 36 CCC konstruierten Tatbestand ausma-[chen.]


297 Vgl. zu Fällen aus dem frühen 18. Jahrhundert die Beispiele bei Wächtershäuser, S. 8ff.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts treffen wir in Rechtsprechung und Literatur einen verhältnismäßig scharf umrissenen, aus den Art. 131, 35 u. 36 PGO konstruierten Tatbestand des Kindermordes an. Der an sich recht unbestimmte, weil viel zu allgemeine Tatbestandskern des Art. 131 I PGO hatte die Indizienregelungen der übrigen Vorschriften in vielerlei Hinsicht Ergänzungen im Sinne tatbestandlicher Ausgestaltung erfahren: einzelne Indizien waren zu Tatbestandsmerkmalen geworden. Zwar gab es im einzelnen zahlreiche Meinungsverschiedenheiten darüber, welchen der in den genannten Vorschriften enthaltenen Elemente tatbestandlich konstitutive Bedeutung zukomme und welche anderen nur beispielhaft im Sinne der Beschreibung typischen Tatverlaufs zu verstehen seien. Grundsätzlich hatte man jedoch deutlich erkannt, daß Kindermord charakteristische Züge aufweist, die ihn in objektiver und subjektiver Hinsicht wie auch in seinem Unrechtsgehalt klar von verwandten Delikten unterschieden.
Anmerkungen

Wörtlich und sinngemäß übereinstimmende Textanteile sind nicht in ihrem Umfang kenntlich gemacht. Fortsetzung auf der Folgeseite.

Sichter

[12.] Tj/Fragment 078 10 - Diskussion
Bearbeitet: 3. February 2013, 22:48 (Singulus)
Erstellt: 8. January 2013, 14:28 Plagin Hood
BauernOpfer, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Wächtershäuser 1973, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 78, Zeilen: 10-29
Quelle: Wächtershäuser 1973
Seite(n): 12, 13, 14, Zeilen: 12: 21ff., 13: 37-38, 102; 14: 6-8
Die von Wehrli angesprochene Nichtbeachtung des Motivs kann als charakteristisch für den Begriff des Kindsmords in jener Zeit angesehen werden. Dies lässt sich an einem bei Wächtershäuser wiedergegebenen Kindsmordfall, der etwa 1740/50 entschieden worden sein muss, eindrucksvoll belegen.300

Die Delinquentin hatte angegeben, sie habe das Kind aus Furcht vor Entdeckung nur durch zusammendrücken des Halses am Schreien hindern wollen. An den Tod des Kindes habe sie nicht gedacht. Diese Einlassung erscheint glaubhaft, wenn man sich in die Lage einer unehelichen Mutter in der damaligen Zeit versetzt. Schmerz, Scham, Ratlosigkeit und Furcht vor der Schande, die sich über die langen Monate der Schwangerschaft anhäuften, vervielfachten sich durch die physische und psychische Belastung der Geburt. In dieser dramatischen Situation kann die Überlegung, erst mal Zeit zu gewinnen, zur Ruhe zu kommen, niemand etwas merken zu lassen, durchaus nachvollziehbar sein. So betrachtet erscheint es durchaus einleuchtend, dass die Täterin ihr Kind wirklich nur am Schreien hindern wollte. Für das Gericht spielte dies indes keine Rolle. Es verurteilte die Delinquentin zum Tode durch das Schwert. Dies zeigt, dass der inneren Tatseite, dem seelischen Zustand und den Motiven der Täterin, keine Aufmerksamkeit geschenkt wurde.301 Gleiches können wir bei Joh. Christ. Fröhlich von Frölichsburg erkennen. Das später als sehr wichtig angesehene Motiv der Scham, das sogar Art. 131 CCC [erwähnt, tut er kurzum ab: „sintemalen die Abtoedtung der Kinder wegen verzweifelter Scham, so doch vor der Suende haette beobachtet werden sollen.“302]


300 Vgl. Wächtershäuser, S. 1lf.

301 Vgl. Wächtershäuser, S. 1lf.

302 Fröhlich unter 2. Tract, 2. Buch, 10. Titel.

[Seite 12]

Die Täterin gibt an, sie habe das Kind aus Furcht vor Entdeckung nur am Schreien hindern wollen. Berücksichtigt man die Lage einer unehelichen Mutter unter den damaligen Umständen und Wertsetzungen, so ist diese Einlassung glaubhaft. Im Zeitpunkt der Geburt kulminiert nach monatelanger Steigerung ein Zustand gemischt aus Schmerz, Scham, Ratlosigkeit und Furcht vor einer ungewissen Zukunft; alle diese Empfindungen werden durch die physische Belastung des Geburtsvorgangs vervielfacht. In dieser dramatischen Situation kann die erste Überlegung sehr wohl lauten: Zeit gewinnen, zur Rhe kommen, niemanden etwas merken lassen. So betrachtet, erscheint es durchaus einleuchtend, daß die Täterin ihr Kind wirklich nur am Schreien hindern wollte. Daraus einen „animum occidendi indirectum“ zu konstruieren, erscheint daher gewaltsam.16 Aber es ist charakteristisch für den Begriff des Kindermords zu dieser Zeit, daß der inneren Tatseite, insbesondere dem seelischen Zustand und den Motiven der Täterin, keine Aufmerksamkeit geschenkt wird.

[...]

[Seite 13]

wir nun eine zusammenhängende Darstellung des Kindermords aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Joh. Christ. Frölich v. Frölichsburgs „Commentarius, In Kayser Carl des Fünften, und des H. Röm. Reichs Peinliche Halsgerichts-Ordnung“ erschien im Jahr 1759.

[...]

Das ganze Werk erweckt den Eindruck einer mehr konservativen Einstellung; es erscheint daher recht geeignet, einen zutreffenden Eindruck des Strafrechts er ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu vermitteln.

[...]

18

[...]

sintemalen die Abtoedtung der Kinder wegen verzweifelter Scham, so doch vor der Suende haette beobachtet werden sollen,

[...]

[Seite 14]

Entscheidend ist, daß er das später so wichtige Motiv der Scham, dem Art. 131 PGO ja auch eine nicht zu übersehende Bedeutung beimißt, geradezu abwürgt:


18 2. Tract., 2. Buch, 10. Tit.

Anmerkungen

Auf die Quelle wird mehrfach verwiesen, die Übereinstimmungen/Anlehnungen sind jedoch nicht in vollem Umfang kenntlich gemacht. Auf Seite 11 der Quelle (siehe Fußnotenangaben) findet sich nur die historische Schilderung, die jedoch nicht übernommen wird. Fortsetzung auf der Folgeseite.

Sichter

[13.] Tj/Fragment 013 24 - Diskussion
Bearbeitet: 4. February 2013, 20:18 (SleepyHollow02)
Erstellt: 8. January 2013, 14:29 SleepyHollow02
BauernOpfer, Fragment, Kastner 2003, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 013, Zeilen: 24-27
Quelle: Kastner 2003
Seite(n): 609, Zeilen: 0
Die Literatur schöpft nicht selten aus dem, was das tägliche Brot des Juristen ist. Und umgekehrt gibt es Impulse, die von der Literatur ausgehen und nicht nur die Rechtslehre und Rechtsprechung bestimmend beeinflussen, sondern das gesamte öffentliche Leben und Bewusstsein.4

4 Kastner, NJW 2003, S. 609.

Denn die Literatur schöpft nicht selten aus dem, was das tägliche Brot des Juristen ist. Und umgekehrt gibt es Impulse, die von der Literatur ausgehen und nicht nur die Rechtslehre und Rechtsprechung bestimmend beeinflussen, sondern das gesamte öffentliche Leben und Bewusstsein.
Anmerkungen

Die wörtliche Übernahme geht aus der Fn. nicht hervor.

Sichter

[14.] Tj/Fragment 115 25 - Diskussion
Bearbeitet: 8. January 2013, 14:54 (SleepyHollow02)
Erstellt: 8. January 2013, 14:54 SleepyHollow02
Fragment, Kastner 1991, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 115, Zeilen: 25-28
Quelle: Kastner 1991
Seite(n): 1451, Zeilen: 0
Am „Faust“ arbeitete Goethe gewissermaßen Zeit seines Lebens. Er begann damit 1772, als er der führende Geist des „Sturm und Drang“ war, fuhr um 1800 fort, als Schiller ihn darin bestärkte, das Thema weiterzubearbeiten, und vollendete das Opus ab 1825 in seinen letzten schöpferischen Jahren. Am “Faust” arbeitete Goethe gewissermaßen Zeit seines Lebens. Er begann damit 1773, als er der führende Geist des “Sturm und Drang” war, fuhr um 1800 fort, als Schiller ihn darin bestärkte, das Thema weiterzubearbeiten, und vollendete das opus ab 1825 in seinen letzten schöpferischen Jahren; [...]
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter

[15.] Tj/Fragment 079 01 - Diskussion
Bearbeitet: 3. February 2013, 22:46 (Singulus)
Erstellt: 8. January 2013, 17:17 Plagin Hood
BauernOpfer, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Wächtershäuser 1973, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 79, Zeilen: 1-31
Quelle: Wächtershäuser 1973
Seite(n): 13, 14, 16, Zeilen: 13: 37-38, 102; 14: 6-15, 21-25; 16: 1-23
[Das später als sehr wichtig angesehene Motiv der Scham, das sogar Art. 131 CCC] erwähnt, tut er kurzum ab: „sintemalen die Abtoedtung der Kinder wegen verzweifelter Scham, so doch vor der Suende haette beobachtet werden sollen.“302

Damit werden die subjektiven Elemente der Tat ausgeklammert. Der Grund, warum der Kindsmord als ein Tatbestand eigener Art mit speziellen Merkmalen und besonderem Unrechtsgehalt hervorzuheben ist, entfällt. So erübrigt es sich für Frölichsburg, Tatbestandsmerkmale aufzustellen, die sich auf das Motiv beziehen, es begründen oder daraus folgen.303 Gleiches gilt wohl auch für die Handhabung des Kindsmords in der Freien Reichsstadt Speyer Anfang des 18. Jahrhunderts, über die aus einer Quelle zu erfahren ist: „Die seelische Erregungen, denen die Gebärende in und nach dem Geburtsakt ausgesetzt ist, erfahren in der Regel keine Berücksichtigung, wie wohl die Defensoren manchmal mit Nachdruck daraufhinweisen.“304 Grund für die Tatsache, dass der Kindsmord allein aus Opfersicht beurteilt und der Blick auf die Täterinnen missachtet wurde, war neben der immer noch im Vordergrund stehenden Erfolgshaftung die scharfe Pönalisierung der „fleischlichen Verbrechen“. Todesstrafe für Ehebruch, ewige Landesverweisung, Staupenschlag und ähnliches für voreheliche Vermischung sogar unter Verlobten, dazu noch entwürdigende Kirchenbußen waren durchaus normale Strafandrohungen. Mitgefühl für die Ängste und Nöte der unehelich Schwangeren waren bei einer so gestalteten moralisch-sittlichen Wertung ausgeschlossen. Kam es dann sogar zum Kindsmord, musste für ihre Tat das gleiche Unwerturteil gesprochen werden, wie bei jedem anderen Verwandtenmord auch. Dass gerade die Furcht vor den überharten Unzuchtsstrafen die Ursache für den Mord eines Neugeborenen war, wurde gänzlich übersehen. Da das Kind der lebende Beweis dafür war, dass die Mutter ein „fleischliches Verbrechen“ begangen hatte und ihr deshalb eine schwere Strafe drohte, lag es doch nahe diesen Beweis zu beseitigen. Wächtershäuser geht in diesem Zusammenhang sogar soweit, dass er der Gesetzgebung eine Mitschuld an so manchem Toten gibt: „Die Tatsachen sprechen dafür, dass dieser unglückseligen Gesetzgebung über lange Zeit hinweg unzählige Kinder und - auf dem Umweg über die Justiz – auch Mütter zum Opfer gefallen sind.“ 305


302 Fröhlich unter 2. Tract, 2. Buch, 10. Titel.

303 Vgl. Wächtershäuser, S. 14.

304 Harster, S. 152.

305 Wächtershäuser, S. 16.

[Seite 13]

18

[...]

sintemalen die Abtoedtung der Kinder wegen verzweifelter Scham, so doch vor der Suende haette beobachtet werden sollen,

[...]

[Seite 14]

Entscheidend ist, daß er das später so wichtige Motiv der Scham, dem Art. 131 PGO ja auch eine nicht zu übersehende Bedeutung beimißt, geradezu abwürgt: Daran hätte die Täterin „vor der Sünde“ denken sollen. Gerade mit der Ausklammerung dieses subjektiven, nach späterer Auffassung dominierenden Tatelements, entfällt der Hauptgrund dafür, den Kindermord als einen Tatbestand eigener Art mit speziellen Merkmalen und besonderem Unrechtsgehalt hervorzuheben. Soll das Tatmotiv und damit der seelische Zustand der Täterin sowieso keine Berücksichtigung finden, so erübrigt es sich, weitere Tatmerkmale aufzustellen, die auf das Motiv hindeuten, es begründen oder daraus folgen

[...]

Für die Freie Reichstat Speier, offenbar bezogen auf ds frühe 18. Jahrhundert, stellt Harster (S. 152) fest: „Die seelischen Erregungen, denen die Gebärende in und nach dem Geburtsakt ausgesetzt ist, erfahren in der Regel keine Berücksichtigung, wie wohl die Defensoren manchmal mit Nachdruck darauf hinweisen.“

[Seite 16]

Natürlich stellt sich die weitere Frage, warum man damals das Verbrechen in erster Linie vom Tatopfer und nicht von der Täterin her gesehen hat. Dafür gibt es neben dem allgemeinen Grund, daß die Erfolgshaftung noch im Vordergrund stand, beim Kindermord eine spezielle Ursache: die scharfe Pönalisierung aller außerehelichen Sexualbetätigung. Auf dem Höhepunkt absolutistischer Machtvollkommenheit griff der landesherrliche Wille rücksichtslos in alle Lebensbereiche seiner Untertanen ein: die „fleischlichen Verbrechen“ (delicta carnis) machen das besonders deutlich. Todesstrafe für Ehebruch, ewige Landesverweisung, Staupenschlag u. ä. für voreheliche „fleischliche Vermischung“ (sogar unter Verlobten!), dazu noch entwürdigende Kirchenbußen waren durchaus normale Strafandrohungen.23 Die derartigen Normen zugrunde liegende sittliche und moralische Wertung konnte keine unehelich Schwangere auf Verständnis für ihre Ängste und Nöte hoffen lassen. Ging sie aber dann so weit, ihr Kind zu töten, so war das Maß voll: über ihre Tat wurde dasselbe Unwerturteil gesprochen wie bei jedem anderen verwandtenmord. Andererseits mag oft genug gerade die Furcht vor den überaus harten Unzuchtsstrafen die Triefeder für einen Kindermord gewesen sein. War doch das Kind der untrügliche Beweis dafür, daß die Mutter sich der „Hurerey“ schuldig gemacht hatte. Drohte ihr ohnehin schon eine schwere Strafe, so lag es nahe, den lebenden Beweis ihrer Tat zu beseitigen.24

Die Tatsachen sprechen dafür, daß dieser unglückseligen Gesetzgebung über lange Zeit hinweg unzählige Kinder und – auf dem Umweg über die Justiz – auch Mütter zum Opfer gefallen sind.


18 2. Tract., 2. Buch, 10. Tit.

23 Wir werden unten S. 129 ff. aus verschiedenen Territorien eine Reihe derartiger Vorschriften anführen.

24 S. Eb. Schmidt, strafrechtspflege, § 240, sowie unten S. 129 ff.

Anmerkungen

Fortgesetzt von vorangehender Seite.

Die Quelle wird zwar mehrfach im Zusammenhang gennant und der letzte Abstaz ist korrekt in Anführungszeichen als Zitat ausgewiesen. Weitere wörtlich und sinngemäße Übereinstimmungen/Anlehungen sind jedoch nicht in ihrem vollen Umfang als Zitat kenntlich gemacht.

Sichter

[16.] Tj/Fragment 134 25 - Diskussion
Bearbeitet: 9. January 2013, 01:17 (Hindemith)
Erstellt: 9. January 2013, 01:17 Hindemith
Fragment, Peters 2001, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 134, Zeilen: 25-27, 102-109
Quelle: Peters_2001
Seite(n): 108, Zeilen: 12ff
[...]495

Lieschen hat von Sybille496 erfahren, dass Bärbel vor der Ehe schwanger geworden ist und mit der Kirchenbuße bestraft wird.


495 Bergmann (S. 37-64) hat eine von Johann Froitzheim später wieder aufgenommene, aber ansonsten von der Forschung kaum beachtete, in Straßburg bekannte Vorlage für dieses Gespräch, scheinbar nachgewiesen. Es handelt sich um ein Gespräch von vier Dienstmägden an einem Brunnen. Auch hier werden der voreheliche Geschlechtsverkehr und die möglichen Folgen thematisiert. Die Namen zweier der Mädchen lauten: Lissel und Gretel.

496 Als Gattungsname antiker Wahrsagerinnen könnte dies schon ein Hinweis auf das Schicksal Gretgens sein.

Für dieses Gespräch hat Friedrich Wilhelm Bergmann eine damals in Straßburg bekannte Vorlage nachgewiesen, die Johann Froitzheim nach ihm aufgriff, dann aber in der Forschung keine Beachtung mehr fand. Sie soll an dieser Stelle erneut vorgelegt werden, da die Gespräche frappante Ähnlichkeiten aufweisen. Es handelt sich um das Gespräch von vier Dienstmägden an einem Brunnen. Auch hier sind voreheliche Beziehungen und ihre möglichen Folgen Gesprächsthema.356 Auffällig ist der Name zweier Mädchen: Lissel und Gretel. [...] Lieschen hat von Sibylle erfahren, daß Bärbel vor der Ehe schwanger geworden ist und mit der Kirchenbuße bestraft wird. Sibylle, als Gattungsname antiker Wahrsagerinnen verstanden, könnte schon ein Hinweis auf Gretchens Schicksal sein.

356 Das „Vertröülis Brunne-Gschbräch zwische vier Strossburjerische Dienschd-Mäide Lissel, Süsel, Kättel Gredel, uffgesetzd vonn Hans Jerri Werdo, der Schildwaachd, die d'sellemols am Brunne gschdande isch, sins Zeiches e Stroszburjer Kind“ findet sich bei Friedrich Wilhelm Bergmann: Strassburger Volksgespräche in ihrer Mundart vorgetragen und in sprachlicher literarischer und sittengeschichtlicher Hinsicht erläutert, Strassburg 1873, S. 37-64. Vgl. auch Johann Froitzheim: Goethe und Heinrich Leopold Wagner, a.a.O., S. 57f.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith)

[17.] Tj/Fragment 072 37 - Diskussion
Bearbeitet: 9. January 2013, 16:35 (Plagin Hood)
Erstellt: 9. January 2013, 15:55 Plagin Hood
Becker 2002, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 72, Zeilen: 37-42
Quelle: Becker 2002
Seite(n): 265, Zeilen: 9ff.
Die Kriminologen fanden durch den Bezug auf literarische Texte den Anschluss an frühere psychologische Reflexionen über Gewaltverbrecher, derer sie dringend bedurften. Die Gewaltverbrechen wurden bis zur Jahrhundertwende nämlich vor allem in Bezug zur Zurechnungsfähigkeit untersucht. Nur durch die Vermittlung der literarischen Klassiker blieben die psychologischen Hintergründe von Gewaltver- [brechen im kulturellen Wissen präsent und erhielten innerhalb des neuen Verbrecherbildes eine zentrale Rolle.] Die Kriminologen fanden durch den Bezug auf literarische Texte den Anschluß an frühere psychologische Reflexionen über Gewaltverbrecher.

[...]

Gewaltverbrecher wurden bis zur Jahrhundertwende vor allem in den Studien von forensischen Medizinern und Strafrechtsexperten zur Zurechnungsfähigkeit sowie in lieterarischen Werken diskutiert. Das Interesse für die psychologischen, soziologischen und anthropologischen Hintergründe von Gewaltverbrechen blieb durch die Vermittlung der literarischen Klassiker im kuturellen Wissen der Praktiker und Theoretiker präsent und erhielt innerhalb des neuen Erzählmusters schließlich eine zentrale Rolle.22


22 Vgl. SCHÖNERT, Bilder, S. 503f.

Anmerkungen

Fortsetzung auf der Folgeseite.

Sichter

[18.] Tj/Fragment 073 01 - Diskussion
Bearbeitet: 9. January 2013, 16:34 (Plagin Hood)
Erstellt: 9. January 2013, 16:14 Plagin Hood
BauernOpfer, Becker 2002, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hood
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 73, Zeilen: 1-5
Quelle: Becker 2002
Seite(n): 265, Zeilen: 15-19, 28-30
[Nur durch die Vermittlung der literarischen Klassiker blieben die psychologischen Hintergründe von Gewaltver-] brechen im kulturellen Wissen präsent und erhielten innerhalb des neuen Verbrecherbildes eine zentrale Rolle.

Die Kriminologen weiteten so durch die Einbeziehung literarischer Beobachtungen ihre empirischen Bezüge und durchbrachen die engen Grenzen ihrer Fachwissenschaft: „Zwischen den Textsorten [...]“282


282 Becker S. 264. „Weil in der [...]" (Schönert, Verbrechermenschen, S. 503).

Das Interesse für die psychologischen, soziologischen und anthropologischen Hintergründe von Gewaltverbrechen blieb durch die Vermittlung der literarischen Klassiker im kuturellen Wissen der Praktiker und Theoretiker präsent und erhielt innerhalb des neuen Erzählmusters schließlich eine zentrale Rolle.22

[...]

Sie weiteten durch die Einbeziehung litersrischer und ethnographischer Beobachtungen ihre empirischen Bezüge aus und durchbrachen die engen Grenzen ihrer Fachbereiche.


22 Vgl. SCHÖNERT, Bilder, S. 503f.

Anmerkungen

Fortgesetzt von vorheriger Seite.

Das abschließende Zitat in Anführungszeichen (v. Becker S. 264, hier nicht vollständig dargestellt) ist korrekt ausgewiesen, der voranstehende Text (siehe Becker S. 265) ist hingegen nicht als Zitat ausgewiesen.

Auffällig ist außerdem, dass sowohl der Verfasser als auch auch Becker in den im Zusammenhang stehenden Fußnotenangaben auf Schnönert S. 503 verweisen.

Sichter

[19.] Tj/Fragment 084 03 - Diskussion
Bearbeitet: 9. January 2013, 17:17 (Graf Isolan)
Erstellt: 9. January 2013, 17:17 Graf Isolan
Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Verschleierung, Wächtershäuser 1973, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 84, Zeilen: 3-10
Quelle: Wächtershäuser 1973
Seite(n): 22, Zeilen: 6-9, 16-18
Abschließend sei hier noch Feuerbach erwähnt. Auch er erhob die Furcht vor der Schande, indem er in dieser den Grund der Privilegierung sah, in den Rang eines subjektiven Tatbestandsmerkmals von besonderer Wichtigkeit: „Die Furcht vor dem Verlust der Geschlechtsehre - diese gewöhnliche, an sich edle, und gerade in bessern Gemüthern vorzüglich gewaltige, Triebfeder zur Begehung des Kindsmordes, ist der Hauptgrund, welcher dieses Verbrechen gegen den gemeinen Verwandtenmord auf eine geringere Stufe der Strafbarkeit herabsetzt.“327

327 Feuerbach, S. 203.

[Seite 21]

Ähnlich verfährt Feuerbach33:

[...]

[Seite 22]

[...] Die Furcht vor dem Verlust der Geschlechtsehre - diese gewöhnliche, an sich edle, und gerade in bessern Gemüthern vorzüglich gewaltige, Triebfeder zur Begehung des Kindermordes, ist der Hauptgrund, welcher dieses Verbrechen gegen den gemeinen Verwandtenmord auf eine geringere Stufe der Strafbarkeit herabsetzt.

[...]

Indem Feuerbach in dem Motiv den Grund der geringeren Strafbarkeit erkennt, erhebt er es in den Rang eines subjektiven Tatbestandsmerkmals von besonderer Wichtigkeit.

[Seite 21]

33 §§ 236, 237, 239

Anmerkungen

Die Argumentation, die Zitate und die Formulierungen folgen Wächtershäuser (1973), ohne dass dies gekennzeichnet worden wäre.

Sichter
(Graf Isolan)

[20.] Tj/Fragment 066 106 - Diskussion
Bearbeitet: 9. January 2013, 20:21 (Graf Isolan)
Erstellt: 9. January 2013, 20:17 Graf Isolan
Ballester 1992, BauernOpfer, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 66, Zeilen: 106-111
Quelle: Ballester 1992
Seite(n): 84, Zeilen: 10-16
250 Hoffmann, Scuderi, S. 16f. Ballester (S. 84) stellt fest, dass die Liebhaber eine Metaphorik des Krieges und des Kampfes zu ihrem Argument erheben, das den Kern des Legitimationsprinzips souveräner Macht trifft: Strafe und Krieg sind, wie Michel Foucault ausführt, die zwei „Spielarten des Rechts des Schwertes“ (Foucault, Recht über den Tod, S. 184): „Das Recht zu strafen erscheint als Aspekt jenes Rechts, kraft dessen der Souverän Krieg gegen seine Feinde führen darf.“ (Foucault, Überwachen und Strafen, S. 64).

[im Literaturverzeichnis:

Foucault, Michel, Recht über den Tod und Macht zum Leben, in: Sexualität und Wahrheit. Der Wille zum Wissen. Frankfurt am Main 1983, S. 159-179

Foucault, Michel, Überwachen und Strafen - Die Geburt des Gefängnisses, Frankfurt am Main 1979]

Die lyrische Supplik der Pariser Liebhaber erhebt eine Metaphorik des Krieges und des Kampfes zu ihrem unmißverständlichen Argument6, ein Argument, das den Kern des Legitimationsprinzips souveräner Macht trifft: Strafe und Krieg sind, wie Michel Foucault ausführt, die zwei "Spielarten des Rechts des Schwerts"7: "Das Recht zu strafen erscheint als Aspekt jenes Rechts, kraft dessen der Souverän Krieg gegen seine Feinde führen darf."8

7 Michel Foucault. Recht über den Tod und Macht zum Leben, ln: Sexualität und Wahrheit. Der Wille zum Wissen. Frankfurt/M. 1983. S. 184.

8 Foucault, Überwachen und Strafen, a.a.O., S. 64.

Anmerkungen

Die wörtliche Übereinstimmung bleibt ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan)

[21.] Tj/Fragment 068 18 - Diskussion
Bearbeitet: 9. January 2013, 20:33 (Graf Isolan)
Erstellt: 9. January 2013, 20:33 Graf Isolan
Ballester 1992, BauernOpfer, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 68, Zeilen: 18-23
Quelle: Ballester 1992
Seite(n): 87, Zeilen: 12-17
[...] Oliviers Verhaftung. Dies markiert den Beginn der eigentlichen Detektivgeschichte, die sich als Konfrontation zwischen den Methoden der Scuderi und dem Kriminalprozess der Chambre ardente darstellt, indem zwei Logiken des Kriminalen, zwei Strategien der Spurensicherung in ihren unterschiedlichen Motivationen und Interessen gegeneinander ausgespielt werden.263

263 Vgl. Ballester, S. 87.

Die Verhaftung Oliviers markiert den Beginn der Detektivgeschichte. Sie gestaltet sich als Konfrontation zwischen dem Ermittlungsprozeß der Scuderi und dem Kriminalprozeß der Chambre ardente, indem sie zwei Logiken des Kriminalen, zwei Strategien der Spurensicherung in ihren unterschiedlichen Motivationen und Interessen an der Pragmatik der Schuld und Unschuld gegeneinander ausspielt und dabei einen kategorialen Bruch zwischen der öffentlichen Gerichtsverhandlung und der inneren Wahrheit des Subjekts erkennen läßt.
Anmerkungen

Trotz Angabe der Quelle bleibt Art und Umfang der Übernahme ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan)

[22.] Tj/Fragment 056 07 - Diskussion
Bearbeitet: 10. January 2013, 01:28 (Graf Isolan)
Erstellt: 9. January 2013, 22:14 Graf Isolan
Ballester 1992, BauernOpfer, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 56, Zeilen: 7-
Quelle: Ballester 1992
Seite(n): 81-82, Zeilen: S.81,13ff. - S.82,1.3-6
Hoffmann beschreibt darin eine Annäherung zwischen der Chambre ardente und den Tätern der Giftmorde, die sich nicht auf die Beschreibung ähnlicher Charakterzüge auf Seiten der Verbrecher und deren Verfolger beschränkt.191 Beide Komplexe sind von einer unglaublichen Eigendynamik geprägt. Auf der einen Seite steht der Hass der Häscher, aus dem eine Dynamik fließt, die von blindem Eifer getragen wird. Auf der anderen Seite gehen die Morde, getragen von einer reinen Lust am Mord, immer weiter. Die Folge ist unglaubliche Gräuel auf beiden Seiten, die eine Ökonomie des Verdachts begründet:192 Jeder wird zum potentiellen Opfer von Giftmord oder Hinrichtung. Die soziale Verunsicherung wächst. Die engsten Kreise werden gesprengt. Der Giftmord schleicht sich „in die engsten Kreise ein“193 und gefährdet die sozialen Sphären der Verwandtschaft und Familie dahingehend, dass sich Misstrauen zwischen Gatte und Gattin, Vater und Sohn, Bruder und Schwester auftut.194 Die Strafverfolgung der Chambre ardente durchbricht die Grenzen der sozialen Ordnung, indem sie in die „geheimsten Schlupfwinkel des Verbrechens“ vordringt und „selbst Personen von hohem Ansehen“ nicht verschont. Der geringste Verdacht reicht ihr als Beweis der Schuld, mit der Konsequenz, dass der Unschuldige mit dem Schuldigen getroffen wird.

Die ganze Situation mündet in einer Eskalation der Gewalt, in eine virulente Bewegung, die dem Gesetz des Blutes gehorcht. Und das alles, ohne dass den Verbrechen Einhalt geboten werden kann.


191 So beschreibt Hoffmann la Regnie als Teufel von garstigem Aussehen, mit einem giftigen Lächeln und heimtückischen Wesen, in auffälliger Nähe zu dem entarteten Weib und Ungeheuer Brinvillier und dem teuflischen Weib la Voisin.

192 Vgl. Ballester, S. 81.

193 Hoffmann, Scuderi, S. 11.

194 Vgl. Hoffmann, Scuderi, S. 11.

[Seite 81]

Die Geschichte der "Chambre ardente" entspricht so in ihrer fortschreitenden Entwicklung derjenigen der Giftmorde. Diese Entsprechung ist nicht allein an den ähnlichen Charakterzügen der Täter und ihrer Verfolger ablesbar: Das "entartete Weib" und "Ungeheuer" Brinvillier wie das "teuflische Weib" la Voisin erinnern an den "Teufel" la Regnie, an dessen "giftiges Lächeln" (466), "garstiges Ansehen und heimtückisches Wesen" (444), so daß "Frevler" und "Schützer" physiognomisch austauschbar werden. Hoffmanns Text dekuvriert diese Entsprechung vor allem dort, wo die "rachsüchtige" Motivation der Giftmörder und der "Haß" der "Häscher" eine Eigendynamik entfachen, die von "reiner Lust" und "blindem Eifer" getragen wird und identische soziale Auswirkungen herbeiführt. Das "Unwesen" des Giftmords wie das "Greuel" (447) der Chambre ardente begründen sich in einer Ökonomie des Verdachts, die jeden zum potentiellen Opfer von Mord oder Hinrichtung erklärt. Schleicht sich der Giftmord "wie ein unsichtbares tückisches Gespenst /.../ in die engsten Kreise ein" (442) und gefährdet die sozialen Sphären der "Verwandschaft Liebe - Freundschaft" dahingehend, daß sich der Verdacht zwischen Gatte und Gattin, Vater und Sohn, Bruder und Schwester auftut (443), so dringen die Beamten der Chambre ardente in die "geheimsten Schlupfwinkel des Verbrechens" ein (443), indem sich der "geringfügigste Verdacht" als Ausschluß der "Unschuld" (444) fortschreibt, "selbst Personen von hohem Ansehen" nicht verschont (443) und "den Unschuldigen trifft mit

[Seite 82]

dem Schuldigen" (449). [...] Die Eskalation von Mord zur Hinrichtung setzt eine virulente Bewegung frei, die dem Gesetz einer Ökonomie des Blutes gehorcht. Unter diesem Gesetz der Grausamkeit aber wird das Verbrechen keineswegs in der Strafe stillgestellt.

Anmerkungen

Inhaltlich identisch mit identischen Verweisen auf Stellen in Hoffmanns "Scuderi"; viele identische Formulierungen. Mittendrin lediglich ein dürrer Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(Graf Isolan)

[23.] Tj/Fragment 026 10 - Diskussion
Bearbeitet: 10. January 2013, 20:30 (Graf Isolan)
Erstellt: 10. January 2013, 20:15 Graf Isolan
Becker 2002, Fragment, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 26, Zeilen: 10-19
Quelle: Becker 2002
Seite(n): 294. 295, Zeilen: S.294,22-26 und S.295,21-25
[...] bezog Lombroso den Begriff des Atavismus auch auf psychische Funktionen. Von der Übereinstimmung körperlicher Merkmale schloss er auf eine gemeinsame Handlungsorientierung von Wilden und Verbrechern. So konnte Lombroso durch das Vorhandensein körperlicher Stigmata auf Verhaltensweisen schließen, die innerhalb der zivilisierten Gesellschaft als asozial galten.

Um die Annahme einer analogen Anpassung des Handelns eines Verbrechers an instinktgeleitetes Handeln von Wilden oder Tieren empirisch belegen zu können, führte Lombroso Untersuchungen durch, die die Beziehung von körperlicher und psychischer Andersartigkeit seiner Zeit mit dem Normalzustand früherer Zeit belegen sollten.

[Seite 294]

Von der Übereinstimmung körperlicher Merkmale zwischen einzelnen Menschen und Wilden bzw. Tieren schloß Lombroso auf gemeinsame Handlungsorientierungen. Das Konzept des Atavismus erklärte eben nicht nur die Existenz von körperlichen Stigmata, sondern auch Verhaltensweisen, die innerhalb der modernen Gesellschaft als asozial galten.

[Seite 295]

Das Handeln des Verbrechers paßte sich nahtlos in analoges, instinktgeleitetes Handeln von Tier und Urmensch ein. Um diese Annahmen empirisch zu belegen, mußte Lombroso die Beziehung zwischen körperlichen und psychischen Abnormitäten seiner Zeit und der Normalität früherer Zeiten herstellen.

Anmerkungen

Inhaltlich vollständig und in einer Reihe von Formulierungen übereinstimmend, ohne dass das gekennzeichnet worden wäre.

Sichter
(Graf Isolan)

[24.] Tj/Fragment 032 01 - Diskussion
Bearbeitet: 18. February 2013, 14:19 (Graf Isolan)
Erstellt: 18. January 2013, 20:02 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Meier 1994, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 32, Zeilen: 1-19
Quelle: Meier 1994
Seite(n): 15-16, Zeilen: S.15,2.12-18.19-26 - S.16,1-5
bb. Hoffmanns juristische Laufbahn

Nach dem Besuch der reformierten Burgschule in Königsberg begann Hoffmann im Jahre 1792 das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität zu Königsberg. Wie sich aus verschiedenen Zeugnissen ergibt, hörte Hoffmann während seines Studiums Vorlesungen über die Institutionen, Pandekten, über das Kriminalrecht, Wechselrecht, Lehnrecht und das Allgemeine Preußische Landrecht. Die Vorlesungen Immanuel Kants hörte Hoffmann nicht.71 Aber sein Professor Daniel Christoph Reidenitz galt als überzeugter Kantianer, der Gewaltenteilung, vernünftige Gesetzgebung mit Gleichheit vor dem Gesetz, Freiheit und Selbständigkeit für die Bürger befürwortete und in strafrechtlicher Hinsicht der Generalprävention als strafrechtlichem Prinzip anhing. Hoffmann schloss sein Studium mit dem ersten juristischen Staatsexamen 1795 ab.72

Nach der Ernennung zum Auskulator und gut einjähriger Tätigkeit bei der Ostpreußischen Regierung, wurde Hoffmann im Mai 1796 zur Oberamtsregierung in Golgau versetzt, wo er 1798 auch sein zweites Staatsexamen ablegte und zum Referendar ernannt wurde. Als solcher wechselte Hoffmann im gleichen Jahr zum Kammergericht nach Berlin. Nach erfolgreichem dritten Examen wurde Hoffmann 1800 zum Assessor in Posen ernannt, wo aber 1802 seine Ernennung zum Regierungsrat am Obergericht annulliert wurde [...]


71 Unter anderem, wie er selbst eingestand, weil er sie nicht verstand (vgl. Hitzig, E.T.A. Hoffmanns Leben und Nachlaß, S. 29).

72 Vgl. Meier, S. 15

[Seite 15]

Der Autor und Jurist E.T.A. Hoffmann

a Lebenslauf und juristische Laufbahn

[...] Ab 1782 besuchte Hoffmann die reformierte Burgschule in Königsberg, 1792 nahm er das Studium der Rechtswissenschaft an der Königsberger Universität auf, das er 1795 mit dem ersten juristischen Examen abschloß. Während seines Studiums hörte er Vorlesungen über die Institutionen, Pandekten, über das Kriminalrecht, Wechselrecht, Lehnrecht und das Allgemeine Preußische Landrecht, wie sich aus Zeugnissen eines seiner Professoren, Daniel Christoph Reidenitz, [...] und des Dekans der juristischen Fakultät, Theodor Schmalz, ergibt.46 Die Vorlesungen Immanuel Kants hörte Hoffmann nicht, u.a. weil er sie, wie er zugab, nicht verstand47, jedoch war Reidenitz überzeugter Kantianer, der Gewaltenteilung, vernünftige Gesetzgebung mit Gleichheit vor dem Gesetz, Freiheit und Selbständigkeit für die Bürger befürwortete und in strafrechtlicher Hinsicht der Generalprävention als strafrechtlichem Prinzip anhing.48

Nach dem Examen erfolgte die Ernennung zum Auskulator bei der Ostpreußischen Regierung und im Mai 1796 die Versetzung an die Oberamtsregierung in

[Seite 16]

Golgau, wo er 1798 sein zweites juristisches Examen ablegte und zum Referendar ernannt wurde.49 Als solcher wurde er im selben Jahr zum Kammergericht nach Berlin versetzt. Dort machte er 1800 sein drittes Examen und wurde zum Assessor in Posen ernannt. Es folgte die Ernennung zum Regierungsrat bei der Neu-Ostpreußischen Regierung in Plock 1802.


[Seite 15]

47 Hitzig, E.T.A. Hoffmanns Leben und Nachlaß, S. 29.

48 Mangold, Gerechtigkeit durch Poesie, S. 52.

[Seite 16]

Anmerkungen

Trotz weitgehend wörtlicher Übereinstimmung und inhaltlicher Identität erfolgt ein Hinweis auf die Quelle lediglich in einer "dürren" Fußnote. Eine Kenntlichmachung der Übernahme unterbleibt.

Sichter
(Graf Isolan)

[25.] Tj/Fragment 033 13 - Diskussion
Bearbeitet: 18. February 2013, 14:20 (Graf Isolan)
Erstellt: 19. January 2013, 02:01 Graf Isolan
Fragment, Meier 1994, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 33, Zeilen: 13-29
Quelle: Meier 1994
Seite(n): 98, 101, Zeilen: S.98,1 und S.101,3-17, 21-25, 26-27,29
cc. Hoffmanns richterliche Arbeitsweise

Hoffmanns Tätigkeit als Richter wurde allseits positiv bewertet.79 Er galt als gründlich, präzise und würdevoll. Seine von außerordentlichem Scharfsinn geprägte Verhandlungsführung war vom Geist der Gesetze durchdrungen. Trotzdem ließ Hoffmann Teilnahme und Behutsamkeit nie vermissen.80

Hoffmann wurde so dem Geiste der Preußischen Criminalordnung (CrimO) gerecht, die von den Richtern bei der Vernehmung der Angeschuldigten größte Behutsamkeit und Sorgfalt (§265), Schonung und Gleichmut (§270) und die Trennung der erheblichen von den unerheblichen Umständen sowie die strikte Beachtung der in Frage stehenden Strafnorm (§274) verlangte. Obwohl Hoffmann sich bei seiner richterlichen Arbeitsweise von den Vorgaben der CrimO leiten ließ, ist sein Vorgehen durchaus als eine Ausnahme anzusehen. Die übermächtige Stellung des Inquirenten in der CrimO, die sich in der allumfassenden Verantwortung des Untersuchungsrichters widerspiegelt, führte nämlich dazu, dass immer mehr die Überführung durch Geständniserlangung statt die Erforschung der materiellen Wahrheit zum Ziel des Verfahrens wurde. In Folge dessen wurde der Angeschuldigte oft zum bloßen Objekt der Strafverfolgung.81


79 Vgl. unter anderem die Ausführungen von Helmina Chezy über Hoffmanns Verhandlungsfuhrung während des gegen sie laufenden Prozesses wegen Beleidigung (abgedruckt in Schnapp, Juristische Arbeiten, S. 28ff.) und die Jahresberichte des Vizepräsidenten des Kammergerichts von Trützschler aus den Jahren 1816-1820 (abgedruckt in Schnapp, Juristische Arbeiten, S. 27ff.).

80 Vgl. Trützschler Jahresbericht 1816, in: Schnapp, Juristische Arbeiten, S. 30.

81 Vgl. dazu Schmidt, S. 272f.

[Seite 98]

1. Hoffmanns Untersuchungstätigkeit und Verhandlungsführung - seine richterliche Arbeitsweise

[Seite 101]

Faßt man diese Aussagen zusammen, ergibt sich das Bild eines Richters, der seine Verhandlungen und Untersuchungen gründlich, präzise und mit Würde durchführt, dabei mit außerordentlichem Scharfsinn vorgeht und vom Geist der Gesetze durchdrungen ist. Durch seine Vernehmungs- und Fragetechnik gelingt es ihm, den zu Verhörenden klare und wahre Antworten zu den wesentlichen Fragen zu entlocken, wobei ihm seine Teilnahme und Behutsamkeit helfen.21

Hoffmann erfüllt nach diesen Aussagen die Forderungen, die die preußische CrimO ihren Wortlaut nach an einen Richter stellt, nämlich bei der Vernehmung des Angeschuldigten mit größter Behutsamkeit und Sorgfalt vorzugehen (§265 CrimO), ihn ernsthaft und mit Schonung und Gleichmut zu behandeln und ggfs. aufzumuntern (§270) und bei der Untersuchung die erheblichen von den unerheblichen Umständen zu trennen sowie die in Betracht kommende Strafnorm und ihre tatbestandliche Ausprägung strikt zu beachten (§274). Diese, dem Schutz und den Interessen des Angeklagten im Verfahren dienenden Normen nahm Hoffmann demnach ernst und wurde so dem Geist der CrimO, [...], gerecht

Damit war er durchaus als eine Ausnahme, denn wegen der übermächtigen Stellung des Inquirenten in der CrimO wurde immer mehr die Überführung des Angeschuldigten durch Geständniserlangung statt der Erforschung der materiellen Wahrheit zum Ziel des Verfahrens, [...] Dies hatte seine Ursache in einer allumfassenden Verantwortung des Untersuchungsrichters, ohne daß dieser formalen Bindungen oder einem Zwang, sich mit Anträgen des Angeschuldigten auseinanderzusetzen unterlag, so daß der Angeschuldigte bloßes Objekt der Untersuchung war.25


25 Eb. Schmidt, Geschichte der Strafrechtspflege, S. 272f.

Anmerkungen

Gekürzt und zum Teil paraphrasierend, aber der Linie der Vorlage inhaltlich vollständig und in vielen Formulierungen folgend. Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Der in Fußnote 79 gegebene Hinweis auf die "Ausführungen von Helmina Chezy" findet seine inhaltliche Entsprechung auf den Seiten 98f. von Meier (1993), auf denen der Fall ausführlich mit entsprechenden Zitaten und Quellenangaben wiedergegeben wird.

Sichter
(Graf Isolan)

[26.] Tj/Fragment 043 30 - Diskussion
Bearbeitet: 18. February 2013, 14:19 (Graf Isolan)
Erstellt: 18. February 2013, 14:10 Graf Isolan
Fragment, Meier 1994, SMWFragment, Schutzlevel, Tj, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 43, Zeilen: 30-33, 35-40
Quelle: Meier 1994
Seite(n): 24, Zeilen: 3-14
Die Scuderi nimmt sich der Tochter Cardillacs Madeion an. Madeion beteuert Oliviers Unschuld und überzeugt auch das Fräulein, die danach versucht Olivier freizubekommen, indem sie eigene Untersuchungen anstellt und schließlich bei la Regnie interveniert. [...] Als die Scuderi letztendlich auf ihre Bitte hin Olivier in der Conciergerie gegenübertritt und in ihm denjenigen erkennt, der ihr das Kästchen überbrachte und sie später aufforderte, den Schmuck an Cardillac zurückzugeben, bleiben keine Zweifel mehr.

La Regnie tritt kurz darauf an die Scuderi mit der Bitte heran, Olivier erneut zu treffen, da dieser nur ihr ein volles Geständnis ablegen will.

Das Fräulein von Scuderi war - mehr oder weniger zufällig bei der Verhaftung Oliviers anwesend und nahm sich Madeions an, die sie mit zu sich nach Hause nahm. Madeion beteuert Oliviers Unschuld und uberzeugt auch das Fräulein, die daraufhin versucht, Olivier freizubekommen, indem sie eigene Untersuchungen anstellt und schließlich bei la Regnie interveniert. Dieser empfängt sie wegen ihres hohen Ranges, legt ihr dar, warum er ihre Bitte um Freilassung ablehnt, gewährt ihr aber einen Besuch bei dem Verhafteten. Dabei erkennt sie in Olivier denjenigen, der ihr Schmuck im Namen der Räuber überbrachte und sie später aufforderte, den Schmuck an Cardillac zuruckzugeben. Sie hält ihn daraufhin ebenfalls für den Täter, es bleiben aber Zweifel.

La Regnie tritt kurz darauf an sie mit der Bitte heran, Olivier erneut zu treffen, da dieser nur ihr ein volles Geständnis ablegen will, [...]

Anmerkungen

Trotz kleiner inhaltlicher Unterschiede weitgehend im Wortlaut identisch, ohne dass dies gekennzeichnet worden wäre.

Sichter
(Graf Isolan)

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki