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Ts/039

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Literatur und Verbrechen: Kunst und Kriminalität in der europäischen Erzählprosa um 1900

von Dr. Dr. Thomas Sprecher

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Ts/Fragment 039 04 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-14 19:26:27 Schumann
Fragment, Gesichtet, Kern 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 39, Zeilen: 4-24
Quelle: Kern 2004
Seite(n): 51, 52, Zeilen: 51: 16-24; 52: 3-11
In der 27. Histori stellt Tyl Ulenspiegel dem Landgrafen von Hessen eine Falle, die funktioniert, weil sich Tyl auf die Verlogenheit seiner Mitmenschen verlassen kann. Er verspricht, dem Fürsten ein Bild zu malen, das dessen Vorfahren darstellt und so seine adelige Herkunft augenfällig macht. Tyl erhält einen Vorschuss und heuert drei Gesellen an, deren grösste Arbeit nicht die Malerei, sondern das Brettspiel sein soll. Als der hessische Landgraf den Fortschritt der Arbeiten an dem Gemälde begutachten will, sagt Ulenspiegel: „Ja, gnädiger Herr, aber einerlei will ich Euern Gnaden sagen, wer mit Euern Gnaden gehet und das Gemäld beschaut: Wer dann nit recht ehelich geboren ist, der mag mein Gemäld nit wohl sehen.“43 Er führt den Fürsten vor die leere Leinwand und beschreibt ihm, welche seiner Vorfahren wo und wie zu sehen seien. „Der Landgraf sah anders nüt dann die weiß Wand und gedacht in ihm selber, sollt ich immer ein Hurenkind sin, so sehe ich doch anders nüt dann eine weiße Wand.“44 Freilich äussert er dies nicht. Auch die Fürstin und acht Jungfrauen schweigen, aus Angst um ihren Ruf. Nur eine Törin gibt schliesslich die Wahrheit preis, dass nämlich gar kein Gemälde zu sehen ist. „Da gedacht Ulenspiegel, das will nit gut werden, wollen die Toren die Wahrheit sagen […].“45 Er lässt sich erneut hundert Gulden geben und macht sich aus dem Staub.

43 Anonym: Tyl Ulenspiegel, in: Peter Suchsland [Hrsg.]: Deutsche Volksbücher, Berlin/Weimar: Aufbau 1968, S. 43 f.

44 Ebd., S. 44.

45 Ebd., S. 45

[Seite 51]

Tyl Ulenspiegel stellt dem Landgrafen von Hessen eine Falle, die funktioniert, weil sich Tyl auf die Verlogenheit seiner Mitmenschen verlassen kann. Er verspricht, dem Fürsten ein Bild zu malen, das dessen Vorfahren darstellt und so seine adelige Herkunft augenfällig macht. Tyl erhält einen Vorschuß und heuert drei Gesellen an, deren größte Arbeit nicht die Malerei, sondern das Brettspiel sein soll. Irgendwann will der hessische Landgraf den Fortschritt der Arbeiten an dem Gemälde begutachten. Da sagt Ulenspiegel: „Ja, gnädiger Herr, aber einerlei will ich Euern Gnaden sagen, wer mit Euern Gnaden gehet und das Gemäld beschaut: Wer dann nit recht ehelich geboren ist, der mag mein Gemäld nit wohl sehen.“21

[Seite 52]

Ulenspiegel führt den Landgrafen vor eine leere Leinwand und beschreibt ihm, welche seiner Vorfahren wo und wie zu sehen seien. „Der Landgraf sah anders nüt dann die weiß Wand und gedacht in ihm selber, sollt ich immer ein Hurenkind sin, so sehe ich doch anders nüt dann ein weiße Wand.“22 Sagen tut er das freilich nicht. Auch die Fürstin und acht Jungfrauen schweigen still und sagen nicht, was sie sehen, weil sie Angst haben um ihren Ruf. Nur eine Törin – bei Andersen ein kleines Kind – sagt schließlich die Wahrheit, daß nämlich kein Gemälde, sondern nur eine weiße Leinwand zu sehen ist. „Da gedacht Ulenspiegel, das will nit gut werden, wöllen die Toren die Wahrheit sagen [...]“23 Er läßt sich erneut hundert Gulden geben und zieht schnell weiter.


21 Anonym: Tyl Ulenspiegel. In: Peter Suchsland (Hrsg.): Deutsche Volksbücher, Berlin und Weimar 1968, S. 43 f.

22 Ebd., S. 44.

23 Ebd., S. 45.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle.

Sichter
Schumann


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Schumann, Zeitstempel: 20140914192707

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