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Ts/146

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Literatur und Verbrechen: Kunst und Kriminalität in der europäischen Erzählprosa um 1900

von Dr. Dr. Thomas Sprecher

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Ts/Fragment 146 15 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-06-28 17:51:03 Stratumlucidum
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kern 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 146, Zeilen: 15-27, 34-35, 101-103
Quelle: Kern 2004
Seite(n): 18; 19; 20, Zeilen: 18: 6-10, 26-29; 19: 14, 17-20, 101-102; 20: 6-10
Descartes verfolgt dann aber die Idee eines Täuschergottes leider nicht weiter. Am Ende schliesst er den Deus deceptor durch den Zirkelschluss aus, dass ein Attribut Gottes seine Güte, diese aber mit dem Willen zur Täuschung unvereinbar sei.

Leibniz nahm die Denkfigur auf. Er führte aus, dass Menschen zwar nicht endgültig wissen könnten, ob ihr Leben nur ein Traum sei und sie im Spiegelkabinett eines Täuschergottes lebten, wies aber zugleich auf die praktische Irrelevanz dieser Frage bei kohärenter Täuschung hin.9 Der Idealismus Immanuel Kants hat Leibniz’ Argumentation weitergeführt: Danach gibt es zwar eine vom Denken unabhängige Wirklichkeit als Ursache der Erscheinungen, über diese Welt an sich lässt sich aber grundsätzlich nicht urteilen. Kants Erkenntnistheorie tränkt den Wirklichkeitsbegriff mit Ambivalenz. [...]

Von hier aus ist es nicht mehr weit zu einem philosophischen Fiktionalismus, wie ihn unter dem Titel einer Philosophie des Als-Ob der Kan-[tianer Hans Vaihinger vertritt.]


9 Gottfried Wilhelm Leibniz: Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand, IV, 2, § 14, in: Gottfried Wilhelm Leibniz: Philosophische Schriften III/2, Darmstadt 1985, S. 273.

[Seite 18]

Die Idee eines Täuschergottes verfolgt Descartes leider nicht sehr ernsthaft. Theoretisch ist der zweite Teil der Meditationes weit weniger überzeugend, weil Descartes den „Deus deceptor“ am Ende schlicht – analog dem ontologischen Gottesbeweis – durch das Argument ausschließt, daß ein Attribut Gottes seine Güte sei. Und die Güte sei mit dem Willen zur Täuschung unvereinbar. Punkt. Zirkelschlüsse haben den Vorteil, [...]

[...]

Gottfried Wilhelm Leibniz hat betont, daß Menschen zwar nicht endgültig wissen könnten, ob ihr Leben nur ein Traum sei oder ob sie statt in einer realen Welt in dem Spiegelkabinett eines Täuschergottes lebten. Allerdings hat Leibniz zugleich auf die praktische Irrelevanz dieser Frage hingewiesen, wenn die Täuschung kohärent ist. [„Denn es ist, metaphysisch gesprochen, nicht unmöglich, daß es einen ebenso zusammen-

[Seite 19]

hängenden und andauernden Traum geben könnte wie ein Menschenleben. [...]]“15 [...]

Das Prinzip dieser Argumentation ist einflußreich geworden durch den Idealismus Kants: [...] Kant unterstellt zwar eine vom Denken unabhängige Wirklichkeit als Ursache der Erscheinungen, über dieses An sich lasse sich jedoch grundsätzlich nicht urteilen. Damit kommt dem Begriff der Wirklichkeit in dieser Erkenntnistheorie eine ambivalente Funktion zu. [...]


15 Gottfried Wilhelm Leibniz: Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand, IV, 2, §14. Philosophische Schriften III/2, Darmstadt 1985, S. 273.

[Seite 20]

Indem „gedichtete und zugleich dabei für möglich angenommene Gegenstände“17 konstitutiv sind für das Kantische System, leitet Kant zu einem philosophischen Fiktionalismus über, einer Schule, die unter dem Titel einer Philosophie des Als-Ob von Hans Vaihinger die Philosophie des 20. Jahrhunderts dominiert.


[17 Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft, B799 f. [sic] Werke II, S. 653.]

Anmerkungen

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) an:
"Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von Stefan Helge Kern, Die Kunst der Täuschung. Hochstapler, Lügner und Betrüger im deutschsprachigen Roman seit 1945 am Beispiel der Romane Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, Mein Name sei Gantenbein und Jakob der Lügner, Diss. Hannover 2004, S. 10-95 [...]"

Die Übernahme erfolgt zwar aus diesem Bereich, jedoch macht dieser globale Hinweis nicht die konkret übernommene Argumentation kenntlich.

Sichter
Stratumlucidum


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Stratumlucidum, Zeitstempel: 20150628175029


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