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Literatur und Verbrechen: Kunst und Kriminalität in der europäischen Erzählprosa um 1900

von Dr. Dr. Thomas Sprecher

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Ts/Fragment 180 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-17 20:48:25 Schumann
BauernOpfer, Buttkewitz 2002, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 180, Zeilen: 1-10
Quelle: Buttkewitz 2002
Seite(n): 15, 12, Zeilen: 15: 2-6; 12: 1-4
Nach der aristotelischen Poetik beruht die Wirkung der Mimesis auf einer im Menschen verankerten Antriebskraft, nachgeahmte Handlungen mitzuspielen und sich mit ihnen zu identifizieren. Mimesis realisiert sich also erst in der Wirklichkeit. Das Vergnügen an der poetischen Darstellung wird durch die Kombination mit imaginativen sprachlichen Mitteln erzeugt.

Aristoteles liberalisiert zwar den Gedanken der Mimesis, indem er fiktionalen Konzepten ein begrenztes Recht zugesteht. Er bleibt indes beim Nachahmungsgrundsatz. Fiktion gilt für ihn lediglich als eine Transformation der Realität.

[S. 15, Z. 2-6]

Die Wirkung der Mimesis beruht laut Aristoteles auf einer im Menschen verankerten Antriebskraft, nachgeahmte Handlungen mitzuspielen und sich mit ihnen zu identifizieren, d. h. die Mimesis realisiert sich erst im Wirklichkeit. Nur durch die Kombination mit imaginativen Mitteln der Sprache wird das Vergnügen an der poetischen Darstellung erzeugt.

[S. 12, Z. 1-4]

Aristoteles verwendet zwar noch nicht den Begriff der Fiktion, liberalisiert aber den Gedanken der Mimesis, indem er auf das begrenzte Recht fiktionaler Konzepte der Dichter verweist. Weiterhin bleibt jedoch der Nachahmungsgrundsatz bestehen, und die Fiktion gilt lediglich als eine Transformation der Realität.5


5 Aristoteles: Die Poetik. Kap. 9: „Aus dem Gesagten ergibt sich auch, daß es nicht Aufgabe des Dichters ist mitzuteilen, was wirklich geschehen ist, sondern vielmehr, was geschehen könnte, d. h. das nach den Regeln der Wahrscheinlichkeit oder Notwendigkeit Mögliche.“ (S. 29)

Anmerkungen

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) zu bemerken: "Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von [...] Buttkewitz 2002 S. 10-47". Daher erfolgt eine Wertung als Bauernopfer.

Sichter
Guckar

[2.] Ts/Fragment 180 20 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-17 20:51:24 Schumann
BauernOpfer, Buttkewitz 2002, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 180, Zeilen: 20-32
Quelle: Buttkewitz 2002
Seite(n): 12, Zeilen: 14-26
Er hebt zwei Formen dichterischer Erfindung hervor: zum einen die in der politisch-juristischen Rede verwendete Gleichniserzählung „als narrative Entfaltung einer Wahrheit oder Moral“, die in der Tradition des „rhetorisch-poetischen Beweisverfahrens“ steht, und zum anderen die Fabeln und Gleichnisse, deren Stoffe Historien und Mythologien entstammen. Hier werden die Mimesis-Vorgaben gelockert und die „Dimension einer bedingten Wahrscheinlichkeit eingeführt“.101

Aristoteles’ Lehre bildet den theoretischen Bezugspunkt einer Nachahmungspoetik, die sich später zur Regelpoetik verengte: Der Dichter hat unter dem Gesichtspunkt der vernunftgemässen Gestaltung der Natur eine nachvollziehbare Fabel zu schreiben. Zunehmend zeigte sich die Tendenz, die Aufgabe der Dichtung in dem „Endzweck moralischer [Belehrung“ zu betrachten.102]


101 Harth/Gebhardt, Erkenntnis der Literatur, S. 28.
[102 Ebd.]

Für Aristoteles existieren zwei positive Bedeutungen dichterischer Erfindungen, die beide im Zeichen der Rhetorik-Tradition stehen. Zum einen nennt er die häufig in der politischen Rede verwendete „Gleichniserzählung als narrative Entfaltung einer Wahrheit oder Moral“, die in der Tradition des „rhetorisch-poetischen Beweisverfahrens“ steht. Die andere Bedeutung der dichterischen Erfindung sieht Aristoteles in den Erdichtungen von Fabeln und Gleichnissen, deren Stoffe Historien und Mythologien entstammen. Hierbei werden die starren Mimesisbestimmungen des Wahrscheinlichen und Angemessenen gelockert und die „Dimension einer bedingten Wahrscheinlichkeit eingeführt“.7

Die Nachahmungspoetik hat im wesentlichen weiterhin ihren theoretischen Bezugspunkt bei den aristotelischen Prinzipien, wenn auch die Natur nun nicht mehr wie in der Antike als „Entelechie [...]“, sondern meist „teleologisch, d. h. als zweckmäßig und vollkommen erschaffene Natur“8 verstanden wird. Der Dichter hat sich an der vernunftgemäßen Gestaltung der Natur zu orientieren und unter diesem Gesichtspunkt eine nachvoll[ziehbare Fabel zu schreiben. In der Regelpoetik zeigt sich zunehmend die Tendenz, die Aufgabe der Dichtung in dem „Endzweck moralischer Belehrung“ zu betrachten.]


7 Harth; Gebhardt: Erkenntnis der Literatur, S. 28.
[8 Ebd.]

Anmerkungen

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) zu bemerken: "Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von [...] Buttkewitz 2002 S. 10-47". Daher erfolgt eine Wertung als Bauernopfer.

Sichter
Guckar


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Schumann, Zeitstempel: 20140917205220

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