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Ts/190

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Literatur und Verbrechen: Kunst und Kriminalität in der europäischen Erzählprosa um 1900

von Dr. Dr. Thomas Sprecher

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Ts/Fragment 190 12 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-08-04 19:08:55 PlagProf:-)
Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung, Wolff 2003

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 190, Zeilen: 12-36, 101
Quelle: Wolff 2003
Seite(n): 10; 11; 24, Zeilen: 10: 11-23, 25-27, 30, 32-34; 11: 1-6; 24: 11
Im Roman Baudolino133 tritt dann ein gleichnamiger Held auf, der wie Eco selbst im Piemont geboren ist und Piemontesisch spricht. Baudolino lebt im 12. Jahrhundert. Er ist ein epochaler Lügner, Pseudologe und Hochstapler und deklariert sich auch als solchen [sic]: Bauernsohn aus der Gegend von Alessandria, hat er den Kopf voller Visionen, Geschichten und irrwitzigen [sic] Ideen. Er wird Adoptivsohn und Ratgeber von Friedrich Barbarossa, zieht mit ihm zur Kaiserkrönung nach Rom und zum Kreuzzug ins Heilige Land; erfindet so richtig die „Heiligen Drei Könige“ und dichtet (anonym) die Carmina Burana. Er ist es, der den Briefwechsel von Abaelard und Heloisa verfasst, die Wahrheit über den Tod Barbarossas kennt und dem byzantinischen Historiker und Gelehrten Niketas fast alle Geschichten des Hohen Mittelalters erzählt – phantastische und wahre, erfundene und erlogene. Als er selbst aus der Geschichte und seinen Geschichten verschwindet, hat der Geschichtsschreiber Niketas ein Problem:

Niketas ging den klugen Paphnutios besuchen. [...]
,Was muß ich tun?‘ fragte er. [...] Ich bin Geschichtsschreiber, früher oder später werde ich mich daranmachen müssen, die Chronik der letzten Tage von Byzanz zu schreiben. Wo soll ich die Geschichte einordnen, die mir Baudolino erzählt hat?‘
,Nirgendwo. Es ist allein seine Geschichte. Und außerdem, bist du denn sicher, daß sie wahr ist?‘
,Nein, alles, was ich darüber weiß, habe ich von ihm gehört, so wie ich auch von ihm gehört habe, daß er ein Lügner ist.‘
,Nun, siehst du‘, sagte Paphnutios, ,einem so ungewissen Zeugnis darf ein [Geschichtsschreiber keinen Glauben schenken. [...]134]


133 Umberto Eco: Baudolino, Roman, München: Hanser 2001.

[134 Eco, Baudolino, S. 197.]

[Seite 10]

Und in seinem letztem Bestseller Baudolino lässt Umberto Eco, nachdem er sich mehrfach auch theoretisch um das Geheimnis der Fiktionalität bemüht hatte,34 einen Helden auftreten, der – wie er selbst – in Piemont geboren ist und Piemontesisch spricht, allerdings in einer mittelalterlichen Variante, denn er lebt im 12. Jahrhundert. Baudolino, wie der Held heißt, ist ein epochaler Lügner, ein Pseudologe und Hochstapler, und deklariert sich auch als solchen [sic]: Bauernsohn aus der Gegend von Alessandria (Italien), hat er den Kopf voller Visionen und sonstiger Lügen, voller Geschichten und irrwitziger Ideen. Er wird damit Adoptivsohn und Ratgeber von Friedrich Barbarossa, zieht mit ihm zur Kaiserkrönung nach Rom und zum Kreuzzug ins Heilige Land; erfindet so richtig die „Heiligen Drei Könige“ und dichtet (anonym) die Carmina Burana. Er ist es, der den Briefwechsel von Abälard und Heloisa verfasst, die Wahrheit über den Tod Barbarossas kennt, und dem byzantinischen Historiker und Gelehrten Niketas unzählige Geschichten, ja fast alle Geschichten des Hohen Mittelalters erzählt – phantastische und wahre, erfundene und erlogene. [...] Als er aus der Geschichte und seinen Geschichten verschwindet, hat Niketas ein Problem, das er dem Paphnutios vorträgt:

Niketas ging den klugen Paphnutios besuchen. [...]
»Was muß ich tun?« fragte er.
[...]
»[...] Ich bin Geschichtsschreiber, früher oder später werde ich mich daranmachen müssen, die Chronik der letzten Tage von Byzanz zu schreiben. Wo soll ich die Geschichte einordnen, die mir Baudolino erzählt hat?«

[Seite 11]

»Nirgendwo. Es ist allein seine Geschichte. Und außerdem, bist du denn sicher, daß sie wahr ist?«
»Nein, alles, was ich darüber weiß, habe ich von ihm gehört, so wie ich auch von ihm gehört habe, daß er ein Lügner ist.«
»Nun, siehst du«, sagte Paphnutios, »einem so ungewissen Zeugnis darf ein Geschichtsschreiber keinen Glauben schenken. [...]«

[...]35

[Literaturverzeichnis S. 24]

– Eco, Umberto: Baudolino. Roman. München 2001.


[34 Vgl. Eco, Lüge; Eco, Wald.

35 Eco, Baudolino, 197.]

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die tatsächliche Quelle.

Der jeweils anschließende Textauszug – mit Auslassungen beim Verf., die in der Quelle nicht vorhanden, aber der Übersichtlichkeit halber auf der rechten Seite der Synopse nicht wiedergegeben werden – beginnt (und endet auf der folgenden Seite) mit dem jeweils gleichen Satz.

Man beachte insbesondere, dass sich dieser Textauszug – das mit "Niketas ging den klugen Paphnutios besuchen." beginnende längere Eco-Zitat – in der deutschen, 2001 bei Hanser erschienenen Baudolino-Übersetzung nicht, wie sowohl in der Quelle als auch vom Verf. angegeben, auf S. 197 findet, sondern auf S. 597.

Der Verf. gibt hier also ganz offenbar vor, einen Roman zu rezipieren, der ihm realiter gar nicht vorliegt.

Fortsetzung auf der nächsten Seite.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)


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