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Ts/195

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Literatur und Verbrechen: Kunst und Kriminalität in der europäischen Erzählprosa um 1900

von Dr. Dr. Thomas Sprecher

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Ts/Fragment 195 04 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-18 14:34:27 PlagProf:-)
Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung, Wikipedia Fiktion 2010

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 195, Zeilen: 4-18
Quelle: Wikipedia Fiktion 2010
Seite(n): online, Zeilen: -
Fiktion erzeugt eine eigene, die „fiktive Welt“. Dies ermöglicht das Reden über fiktive Ereignisse und Gestalten, die in der fiktionalen Darstellung nicht genannt werden.

Bei der Bestimmung dessen, was Realität sei, gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen. Die Überlegungen zu den Wechselwirkungen zwischen Fiktion und Realität können dies allerdings unberücksichtigt lassen und die dem Verhältnis von fiktiver und realer Welt zugrunde liegenden Vorstellungen von Realität ausblenden. Für den Status einer Darstellung als Fiktion ist es auch unerheblich, wie ähnlich die fiktive Welt der realen ist. In fiktiven Darstellungen können völlig andere Gesetze herrschen als in der realen Welt.

Fiktive Gegebenheiten können als Anregungen für die Beschreibung der realen Welt genommen werden. Die Möglichkeiten, wie fiktionale Darstellungen auf die Wirklichkeit wirken und eine Semantik schaffen oder ändern können, sind umfangreich.

Fiktive Welten

Fiktion erzeugt eine eigene Welt, die sogenannte „fiktive Welt“. [...]

Dass die Fiktion eine Welt erzeugt, ermöglicht das Reden über die fiktiven Ereignisse und Gestalten, die in der fiktionalen Darstellung nicht genannt werden. [...]

Für den Fiktionalitätsstatus der Darstellung ist es unerheblich, wie ähnlich eine fiktive Welt der realen ist. In phantastischen Darstellungen können völlig andere physikalische Gesetze herrschen als in der realen Welt. [...]

[...]

Fiktion und Realität

Oft werden alltagssprachlich „Realität“ und „Fiktion“ als Gegensatzpaar benutzt. Diese Redeweise charakterisiert das Verhältnis von fiktiver und realer Welt nur unzureichend, weil sie die vielfältigen gegenseitigen Abhängigkeiten übergeht.

Bei der Bestimmung dessen, was Realität ist, gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen. Die Überlegungen zu den Wechselwirkungen zwischen Fiktion und Realität können allerdings davon abstrahieren, weil sie sich mit dem Verhältnis von fiktiver und realer Welt beschäftigen und damit die zugrundeliegenden Vorstellungen von Realität ausblenden können.

[...]

Wirkung auf die Realität

Es ist zu beobachten, dass fiktive Gegebenheiten als Anregungen für die Beschreibung der realen Welt genommen werden. [...] Die Möglichkeiten, wie fiktionale Darstellungen auf die Wirklichkeit wirken, sind umfangreich und nicht zu katalogisieren.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

[2.] Ts/Fragment 195 19 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-06-23 12:49:30 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kern 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 195, Zeilen: 19-33
Quelle: Kern 2004
Seite(n): 78, 79, Zeilen: 78: 13-18, 23 ff - 79: 1-2
In dem erwähnten Essay The Decay of Lying von 1889 hat Oscar Wilde die Hierarchie von Dichtung und Wirklichkeit umgekehrt: Es sei tatsächlich nicht die Kunst, die das Leben, sondern dieses, das jene nachahme. „Die Literatur greift immer dem Leben vor. Sie ahmt das Leben nicht nach, sondern formt es nach ihrer Absicht.“ Deshalb kam Wilde zum Schluss, „das neunzehnte Jahrhundert, wie wir es kennen“, sei „zum großen Teil eine Erfindung Balzacs“.150 Der Dichter erfindet alles Leben und formt deshalb auch das vergangene. Wildes alter ego Vivian behauptet, dass die Wirklichkeit nur ein langweiliges und schlechtes Imitat der Kunst sei. Umgekehrt seien solche Dichter Betrüger, die Tatsachen als Dichtung ausgäben. Selbst die Natur sei nicht natürlich, meint Vivian: Jahrhundertelang habe niemand den Londoner Nebel wahrgenommen, und deshalb habe es diesen Nebel auch nicht gegeben − bis Dichter und Maler die geheimnisvolle Schönheit dieser Erscheinung in Kunstwerken dargestellt hätten.151

151 Oscar Wilde: Der Verfall der Lüge, in: Oscar Wilde: Sämtliche Werke in zehn Bänden, hrsg. v. Norbert Kohl, Frankfurt am Main: Insel 1982, Bd. VII, S. 30 f.

150 Ebd., S. 34 f

[Seite 78]

Gegen den Vorwurf, daß die Kunst die Wirklichkeit falsch darstelle, hat Oscar Wilde in seinem Essay The Decay of Lying von 1889 polemisiert. Wilde kehrt die Hierarchie von Dichtung und Wirklichkeit um: Es sei tatsächlich nicht die Kunst, die das Leben, sondern das Leben, das die Kunst nachahme. „Die Literatur greift immer dem Leben vor. Sie ahmt das Leben nicht nach, sondern formt es nach ihrer Absicht. Das neunzehnte Jahrhundert, wie wir es kennen, ist zum großen Teil eine Erfindung Balzacs.“84 [...]

Die Dichter sind Schöpfer ihrer Zeit, weil sie das Bild der Nachwelt mitbestimmen und weil sie Wahrnehmungsmuster prägen. Wildes Alter ego Vivian behauptet, daß die Wirklichkeit nur ein langweiliges und schlechtes Imitat der Kunst sei. Umgekehrt seien solche Dichter Betrüger, die Tatsachen als Dichtung ausgäben. „Die alten Geschichtsschreiber hinterließen uns wundervolle Dichtungen in der Form von Tatsachen; der moderne Romanschriftststeller langweilt uns mit Tatsachen, die er als Dichtung ausgibt.“85 Dichtung dürfe nicht nur, sie müsse erfinden. Selbst die Natur sei nicht natürlich, meint der Dandy Vivian in impliziter Anlehnung an die Thesen des Philosophen George Berkeley: Jahrhundertelang habe niemand den Londoner Nebel wahrgenommen, und deshalb habe

[Seite 79]

es diesen Nebel auch nicht gegeben. Bis Dichter und Maler die geheimnisvolle Schönheit dieser Erscheinung in Kunstwerken dargestellt hätten.


84 Oscar Wilde: Der Verfall der Lüge. Sämtliche Werke VII, S. 30 f.

85 Ebd., S. 12.

86 Ebd., S. 34 f.

Anmerkungen

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) an:
"Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von Stefan Helge Kern, Die Kunst der Täuschung. Hochstapler, Lügner und Betrüger im deutschsprachigen Roman seit 1945 am Beispiel der Romane Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, Mein Name sei Gantenbein und Jakob der Lügner, Diss. Hannover 2004, S. 10-95."

Die Übernahme erfolgt aus diesem Bereich, doch wird die enge (großteils wörtliche) Anlehnung an die Quelle nicht deutlich. Daher Einordnung als Bauernopfer.

Sichter
Schumann


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