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Literatur und Verbrechen: Kunst und Kriminalität in der europäischen Erzählprosa um 1900

von Dr. Dr. Thomas Sprecher

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Ts/Fragment 200 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-17 20:55:44 Schumann
BauernOpfer, Buttkewitz 2002, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 200, Zeilen: 1-8
Quelle: Buttkewitz 2002
Seite(n): 39, 20, 16, Zeilen: 39: 4-7; 20: 9-14; 16: 16-19
[In seiner Monographie] Das Fiktive und das Imaginäre verwendet Wolfgang Iser, ein Vertreter der Rezeptionsästhetik, die Schlüsselbegriffe Inszenierung, Theatralität und Spiel.167 Er gründet den Begriff des Spiels auf die Differenz. Auch er schreibt dem literarischen Text keinen unmittelbaren Bezug zur Wirklichkeit zu, sondern bezeichnet das Reale als „Vielfalt der Diskurse“.168 Mit dem Einsatz des „Imaginären“ versucht Iser in seinem Entwurf einer literarischen Anthropologie eine Verbindung zwischen Realem und Fiktivem herzustellen.

167 Wolfgang Iser: Das Fiktive und das Imaginäre, Perspektiven literarischer Anthropologie, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1991, S. 35.
168 Ebd., S. 20.

[S. 39, Z. 4-7]

Wolfgang Iser fragt in seinen Ausführungen zum Fiktiven und Imaginären nach den Funktionen und Praktiken der fiktionalen Zeichenverwendung bei der Modellierung von Wirklichkeit. Die Schlüsselbegriffe, die Iser zur Beschreibung des literarischen Textes als „inszenierten Diskurs“81 verwendet, lauten: Inszenierung, Theatralität und Spiel.

[S. 20, Z. 9-14]

Wolfgang Iser gründet als Vetreter der Rezeptionsästhetik seinen Begriff des Spiels ebenfalls auf die Differenz. Auch Iser schreibt dem literarischen Text keinen unmittelbaren Bezug zur Wirklichkeit zu, sondern bezeichnet das Reale als „Vielfalt der Diskurse“.32 Das Spiel entsteht bei Iser durch das Ineinanderwirken von Realem und Imaginärem, wobei das Fiktive als Schnittstelle fungiert. Die Fiktion ist nicht der Gegenbegriff zur Realität, sondern läßt sich nur durch Relationen begreifen.

[S. 16, Z. 16-19]

Mit dem Einsatz des „Imaginären“ versucht Wolfgang Iser in seinem Entwurf einer literarischen Anthropologie zum Fiktiven und Imaginären, eine Verbindung zwischen Realem und Fiktivem herzustellen, worauf im weiteren Verlauf dieser theoretischen Explikationen noch ausführlicher einzugehen sein wird.


32 Iser: Das Fiktive und das Imaginäre, S. 20.
81 Iser: Das Fiktive und Imaginäre, S. 35.

Anmerkungen

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) zu bemerken: "Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von [...] Buttkewitz 2002 S. 10-47". Daher erfolgt eine Wertung als Bauernopfer.

Sichter
Guckar

[2.] Ts/Fragment 200 12 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-17 20:56:12 Schumann
BauernOpfer, Buttkewitz 2002, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 200, Zeilen: 12-14
Quelle: Buttkewitz 2002
Seite(n): 13, Zeilen: 18-21
Nach Heinrich Plett kann Fiktionalisierung nicht einseitig als eine Leistung des Autor-Subjekts begriffen werden, da der „kommunikative Kontext die Referentialität eines Textzeichens verändern kann“.169

169 Heinrich Friedrich Plett: Textwissenschaft und Textanalyse, Semiotik, Linguistik, Rhetorik, 2. Aufl. Heidelberg: Quelle & Meyer 1979, S. 101. Vgl. auch Wolfgang Iser: Der Akt des Lesens, Theorie ästhetischer Wirkung, 4. Aufl. München: Wilhelm Fink 1994, v. a. Kap. IV (Interaktion von Text und Leser), S. 257–355.

Heinrich Plett und Wolfgang Iser zufolge kann Fiktionalisierung nicht einseitig als eine Leistung des Autor-Subjekts begriffen werden, da der „kommunikative Kontext die Referentialität eines Textzeichens verändern kann“.12

12 Plett: Textwissenschaft und Textanalyse, S. 101. Vgl. auch Iser: Der Akt des Lesens. Vor allem Kap. IV: „Interaktion von Text und Leser“, S. 257-355.

Anmerkungen

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) zu bemerken: "Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von [...] Buttkewitz 2002 S. 10-47". Daher erfolgt eine Wertung als Bauernopfer.

Sichter
Guckar

[3.] Ts/Fragment 200 14 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-06-23 16:20:44 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kern 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 200, Zeilen: 14-26
Quelle: Kern 2004
Seite(n): 77, Zeilen: 10-21
Dieter Henrich und Wolfgang Iser haben die rezeptionsästhetische These aufgestellt, dass Fiktion nur Fiktion sei, wenn sie als Fiktion gewusst werde: „Es ist nicht möglich, dort von Fiktion zu sprechen, wo die Fiktion für denjenigen, für den sie in Gebrauch gesetzt werden soll, als solche nicht bekannt werden kann. Wo immer das der Fall ist, handelt es sich um ein Idol, um eine Illusion, um eine Täuschung […]. Wo Fiktion nicht als solche verstanden werden kann, liegt sie nicht vor.“170 Damit stimmt der Begriff der ästhetischen Illusion überein, die ein Phänomen der Rezeption und für den Rezipienten nur dann keine Trugwahrnehmung ist, wenn sie ihm als Illusion bewusst ist.171 Wenn ein Leser hingegen an die Tatsächlichkeit der fiktionalen Geschichten glaubt, nimmt er sie nicht als Fiktion wahr, sondern als Wirklichkeitsbericht.

170 Henrich/Iser, Funktionen des Fiktiven, S. 10.

171 Vgl. Wolf, Ästhetische Illusion und Ilusionsdurchbrechung in der Erzählkunst, S. 32 f., 113.

Unabhängig davon, wie ein Leser davon erfährt, daß er eine Erzählung als fiktional aufzufassen habe, haben Dieter Henrich und Wolfgang Iser in ihrer Einleitung zu dem Band Funktionen des Fiktiven den Grundsatz formuliert, daß Fiktion nur Fiktion sei, wenn sie als Fiktion gewußt werde. „Das Fiktive muß als solches gewußt sein. Es ist nicht möglich, dort von Fiktion zu sprechen, wo die Fiktion für denjenigen, für den sie in Gebrauch gesetzt werden soll, als solche nicht bekannt werden kann. Wo immer das der Fall ist, handelt es sich um ein Idol, um eine Illusion, um eine Täuschung [...]. Wo Fiktion nicht als solche verstanden werden kann, liegt sie nicht vor.“82 Dieser Grundsatz deckt sich mit dem Begriff der ästhetischen Illusion, die nur dann keine Trugwahrnehmung ist, wenn sie als Illusion bewußt ist.83 Also täuschen die Dichter nicht, denn wenn jemand an die Tatsächlichkeit der fiktionalen Geschichten glaubt, nimmt er sie eben nicht als Fiktion wahr, sondern als Wirklichkeitsbericht.

82 Dieter Henrich, Wolfgang Iser: Funktionen des Fiktiven, München 1983, S. 10.

83 Vgl. Werner Wolf: Ästhetische Illusion und Illusionsdurchbrechung in der Erzählkunst, S. 32 f., 113.

Anmerkungen

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) an:
"Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von Stefan Helge Kern, Die Kunst der Täuschung. Hochstapler, Lügner und Betrüger im deutschsprachigen Roman seit 1945 am Beispiel der Romane Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, Mein Name sei Gantenbein und Jakob der Lügner, Diss. Hannover 2004, S. 10-95."

Die Übernahme erfolgt aus diesem Bereich, doch wird die enge (teils wörtliche) Anlehnung an die Quelle nicht deutlich. Daher Einordnung als Bauernopfer.

Sichter
Schumann


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Schumann, Zeitstempel: 20140918211059

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