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Literatur und Verbrechen: Kunst und Kriminalität in der europäischen Erzählprosa um 1900

von Dr. Dr. Thomas Sprecher

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Ts/Fragment 205 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-17 21:08:56 Schumann
BauernOpfer, Buttkewitz 2002, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 205, Zeilen: 1-14
Quelle: Buttkewitz 2002
Seite(n): 21, 13, Zeilen: 21: 1-11; 13: 11-16
[Er bezweifelt die absolute mimetische Relation der autobiographischen Redefigur zum Referenzobjekt, da sie nur eine mögliche „Art der Figuration unter] anderen“190 sei. Ausserdem müsse man die Autobiographie als eine „Lese- oder Verstehensfigur“ begreifen, die allen Texten inhärent sei. Ist es wirklich so, dass das autobiographische Schreiben „von der Referenz auf dieselbe Weise abhängt wie ein Photograph von seinem Objekt oder ein (realistisches) Gemälde von seinem Modell“?191 De Man kommt zum Schluss, dass „die Unterscheidung zwischen Fiktion und Autobiographie also keine Frage des Entweder-Oder zu sein scheint, sondern unentscheidbar“192 sei.

Roman Ingarden versuchte die fiktionale Literatur aus phänomenologischer und ontologischer Sicht zu rechtfertigen. Er verstand einen Aussagesatz in einem literarischen Werk als Urteilssatz, dessen dargestellter Sachverhalt nicht „rein intentional“, sondern „als ein in einer dem Urteil gegenüber seinsunabhängigen Seinssphäre verwurzelter Sachverhalt“ zu begreifen sei, der „tatsächlich besteht“.193


190 Paul de Man: Autobiographie als Maskenspiel, in: Paul de Man: Die Ideologie des Ästhetischen, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1993, S. 133.
191 Ebd., S. 132.
192 Ebd., S. 133.
193 Roman Ingarden: Das literarische Kunstwerk, 4. Aufl. Tübingen: Niemeyer 1972, S. 171.

[S. 21, Z. 1-11]

[Er zwei]felt an der bedingungslosen mimetischen Bezogenheit der autobiographischen Redefigur auf das Referenzobjekt, da die mimetische Relation nur eine mögliche „Art der Figuration unter anderen“34 sei. Zugleich müsse man die Autobiographie als eine „Lese- oder Verstehensfigur“ begreifen, die allen Texten inhärent ist und damit die Illusion widerlegt, das Referenzobjekt könne strikt von der Fiktion abgegrenzt sein. De Man wirft die Frage auf, ob das autobiographische Schreiben wirklich „von der Referenz auf dieselbe Weise abhängt wie ein Photograph von seinem Objekt oder ein (realistisches) Gemälde von seinem Modell“.35 Daraus schlußfolgert er, daß „die Unterscheidung zwischen Fiktion und Autobiographie also keine Frage des Entweder-Oder zu sein scheint, sondern unentscheidbar“ ist.36 Das Problem der Autobiographie ist bei ihm in der rhetorischen Struktur der Sprache selbst involviert.

[S. 13, Z. 11-16]

Roman Ingarden versucht, die Literatur als Fiktion aus phänomenologischer und ontologischer Sicht zu rechtfertigen, indem er einen Aussagesatz in einem literarischen Werk als Urteilssatz versteht, dessen dargestellter Sachverhalt nicht „rein intentional“, sondern „als ein in einer dem Urteil gegenüber seins-unabhängigen Seinssphäre verwurzelter Sachverhalt“ zu begreifen ist, der „tatsächlich besteht“.10


10 Ingarden: Das literarische Kunstwerk, S. 171.
34 de Man: Autobiographie als Maskenspiel. In: Die Ideologie des Ästhetischen, S. 133.
35 Ebd., S. 132.
36 Ebd., S. 133.

Anmerkungen

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) zu bemerken: "Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von [...] Buttkewitz 2002 S. 10-47". Daher erfolgt eine Wertung als Bauernopfer.

Sichter
Guckar

[2.] Ts/Fragment 205 15 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-18 15:24:53 PlagProf:-)
Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung, Wikipedia Fiktion 2010

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 205, Zeilen: 15-29
Quelle: Wikipedia Fiktion 2010
Seite(n): online, Zeilen: -
Für Hans Vaihinger ist die Fiktion in seinem Hauptwerk Die Philosophie des Als-ob das bewusste Annehmen, falscher Tatsachen, um zu einem Resultat zu gelangen. Er stützt sich dabei auf Immanuel Kant, der die Vernunftbegriffe als „doch nicht gedichtete und zugleich dabei für möglich angenommene Gegenstände“ und „als heuristische Fiktionen“ bestimmte.194 Vaihingers Theorie geht auf die Literatur nur in einem Exkurs ein.195 Der Rezipient nimmt bewusst die falschen Annahmen, die die Literatur ihm vorsetzt, an, und behandelt sie, als ob sie gültig wären. Käte Hamburger griff Vaihingers Ansatz auf. Sie meinte, man müsse eher von einer Als-Struktur sprechen: Man betrachte die fiktiven Entitäten als genau diese Entitäten. So erscheine „eine Welt der Fiktion auf Augenblicke als eine Welt der Wirklichkeit“.196

Eine wirkungsreiche, der Analytischen Philosophie nahestehende These der Fiktionstheorie lautet, dass fiktionale Aussagen keine Referenz haben oder wenigstens haben müssen. So erklärt Gottfried Gab[riel fiktionale Rede als „diejenige nicht-behauptende Rede, die keinen Anspruch auf Referenzialisierbarkeit oder auf Erfülltheit erhebt“.197]


194 Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft [1781], A 770, in: Werkausgabe, Bd. IV, S. 653.

195 Vaihinger, Die Philosophie des Als-Ob, S. 129-143.

196 Käte Hamburger: Noch einmal: Vom Erzählen, in: Euphorion 59 (1965), S. 46-71,63.

197 Gottfried Gabriel: Fiktion und Wahrheit, Eine semantische Theorie der Literatur, Stuttgart-Bad Cannstatt: Frommann-Holzboog 1975, S. 19.

Als-ob (Vaihinger, Hamburger, Searle)

Hans Vaihinger schlägt in seinem Hauptwerk Die Philosophie des Als-ob eine erkenntniskritische Theorie der Hilfsoperationen vor. Fiktion ist das bewusste Annehmen falscher Tatsachen, um zu einem Resultat zu gelangen. Auch Immanuel Kant bestimmt die Vernunftbegriffe als „doch nicht gedichtete und zugleich dabei für möglich angenommene Gegenstände“ und „als heuristische Fiktionen“[32]; Vaihinger stützt sich auf Kant. Vaihingers Theorie will sich vor allem auf die Naturwissenschaften anwenden lassen und bedenkt nur in einem Exkurs die Literatur.[33] Auch für die „literarische Fiktion“, wie es bei Vaihinger heißt, nimmt der Rezipient bewusst die falschen Annahmen, die die Literatur ihm vorsetzt an, und behandelt sie, als ob sie gültig wären, um zu einem positiven Ergebnis zu kommen (bei Vaihinger etwa zum Genuss des schönen Kunstwerks).

Die Idee, Fiktion mittels einer Als-ob-Struktur zu erklären, ist von Käte Hamburger und John R. Searle aufgegriffen worden. Hamburger modifiziert den Gedanken, indem sie darauf besteht, dass man eher von einer Als-Struktur sprechen sollte: Der Clou der Fiktion besteht demnach darin, dass man die fiktiven Entitäten als genau diese Entitäten betrachtet und so „eine Welt der Fiktion auf Augenblicke als eine Welt der Wirklichkeit“[34] erscheint.

[...]

Mangelnde Referenzialisierbarkeit (Gabriel)

Eine wirkungsreiche und in auch noch aktuellen Arbeiten zur Fiktion wiederkehrende These lautet, dass fiktionale Aussagen keine Referenz haben. Diese Position steht der Analytischen Philosophie nahe.

Besonders beachtet worden ist der Vorschlag von Gottfried Gabriel. Dieser erklärt fiktionale Rede als „diejenige nicht-behauptende Rede, die keinen Anspruch auf Referenzialisierbarkeit oder auf Erfülltheit erhebt.“[38]


32. Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft [1781], Reclam, 1995, S. 784 (A 770).

33. Hans Vaihinger, Die Philosophie des Als Ob: System der theoretischen, praktischen und religiösen Fiktionen der Menschheit auf Grund eines idealistischen Positivismus [1911], Meiner, 1918, S. 129–143.

34. Käte Hamburger, „Noch einmal: Vom Erzählen“, in: Euphorion 59 (1965), S. 46–71, hier S. 63.

38. Gottfried Gabriel: Fiktion und Wahrheit: Eine semantische Theorie der Literatur, Frommann-Holzboog, 1975.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die tatsächliche Quelle.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:PlagProf:-), Zeitstempel: 20140918152555

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