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Literatur und Verbrechen: Kunst und Kriminalität in der europäischen Erzählprosa um 1900

von Dr. Dr. Thomas Sprecher

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Ts/Fragment 206 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-18 15:29:15 PlagProf:-)
Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung, Wikipedia Fiktion 2010

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 206, Zeilen: 1-3, 8-19
Quelle: Wikipedia Fiktion 2010
Seite(n): online, Zeilen: -
[So erklärt Gottfried Gab]riel fiktionale Rede als „diejenige nicht-behauptende Rede, die keinen Anspruch auf Referenzialisierbarkeit oder auf Erfülltheit erhebt“.197 Fiktionale Aussagen sind also weder wahr noch falsch. Gabriels Theorie schliesst die Möglichkeit von Referenz nicht aus, sondern beschränkt sich auf die Bereitschaft, auf eine Referenz zu verzichten.

Poststrukturalistismus und Dekonstruktivismus formulierten zahlreiche Einwände gegen manche Annahmen der analytischen oder hermeneutischen Fiktionstheorien. Jacques Derrida stellte wie Niklas Luhmann grundsätzlich in Zweifel, dass Referenz im Sinne der Analytischen Philosophie und der klassischen Metaphysik möglich sei.198 Richard Rorty gab zu bedenken, dass analytische Positionen unter der Unsicherheit litten, dass man nicht wissen könne, ob eine Weltbeschreibung das „Wesen“ der realen Welt treffe; deshalb seien Fiktionstheorien, die auf Referenz setzen, ungeeignet.199 Willard Van Orman Quine hob die Unschärfe der Referenz hervor.200 In dieser Debatte ging es auch um die Fragen, ob Referenz die Annahme von Existenz voraussetze, wie überhaupt geeignete Weltbeschreibungen möglich und ob Wahrheit und Referenz notwendige Voraussetzungen von Fiktionstheorien seien.201


197 Gottfried Gabriel: Fiktion und Wahrheit, Eine semantische Theorie der Literatur, Stuttgart-Bad Cannstatt: Frommann-Holzboog 1975, S. 19.

198 Jacques Derrida: Limited Inc., Paris: Galilée 1990; Niklas Luhmann: Die Gesellschaft der Gesellschaft, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1997.

199 Richard Rorty: Is there a Problem about Fictional Discourse?, in: Dieter Henrich/Wolfgang Iser [Hrsg.]: Funktionen des Fiktiven, München: Wilhelm Fink 1983, S. 67-93.

200 Willard Van Orman Quine: Word and Object, Cambridge: MIT 1964.

201 Bunia, Faltungen, S. 51-62.

Besonders beachtet worden ist der Vorschlag von Gottfried Gabriel. Dieser erklärt fiktionale Rede als „diejenige nicht-behauptende Rede, die keinen Anspruch auf Referenzialisierbarkeit oder auf Erfülltheit erhebt.“[38] („Erfülltheit“ meint, dass zu einer erfüllbaren Aussage eine Belegung besteht, mit der die Aussage wahr ist.) Damit muss die Möglichkeit einer Bezugnahme überhaupt erst geklärt sein, bevor ein Urteil über die Wahrheit eines fiktionalen Satzes gefällt werden kann; fiktionale Aussagen sind also weder wahr noch falsch. [...]

[...]

Zahlreiche Vertreter sehr unterschiedlicher Denkschulen, etwa Jacques Derrida und Niklas Luhmann, stellen grundsätzlich in Zweifel, dass Referenz im Sinne der Analytischen Philosophie und der klassischen Metaphysik möglich ist.[40] [...] Richard Rorty diskutiert das Problem, dass analytische Positionen unter der Unsicherheit leiden, dass man nicht wissen kann, ob eine Weltbeschreibung das „Wesen“ der realen Welt trifft; deshalb sind Fiktionstheorien, die auf Referenz setzen, ungeeignet, da sie darauf beruhen, den grundsätzlichen Zweifel einfach zu ignorieren.[41] Rorty widmet sich vor allem der Frage, ob Referenz überhaupt die Annahme von Existenz voraussetzt. Die Debatte bewegt sich um die Frage, wie überhaupt geeignete Weltbeschreibungen möglich sind und ob Wahrheit und Referenz notwendige Voraussetzungen einer Fiktionstheorie sind.[42]

[...]

Es gibt hier durchaus Anknüpfungspunkte an einige der Vertreter der analytischen Philosophie, etwa Willard Van Orman Quine, von denen die Unschärfe der Referenz stark hervorgehoben wird.[43]


38. Gottfried Gabriel: Fiktion und Wahrheit: Eine semantische Theorie der Literatur, Frommann-Holzboog, 1975.

40. Jacques Derrida, Limited Inc., Galilée, 1990. Niklas Luhmann, Die Gesellschaft der Gesellschaft, Suhrkamp, 1997.

41. Richard Rorty, „Is there a Problem about Fictional Discourse?“ in: Dieter Henrich / Wolfgang Iser (Hrsg.), Funktionen des Fiktiven, Fink, 1983, S. 67–93

42. Vgl. hierzu Remigius Bunia, Faltungen: Fiktion, Erzählen, Medien, Erich Schmidt, 2007, S. 51–62.

43. Willard Van Orman Quine, Word and Object, MIT Press, 1960.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle.

Sichter
(Schumann), PlagProf:-)

[2.] Ts/Fragment 206 20 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-17 21:10:11 Schumann
BauernOpfer, Buttkewitz 2002, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 206, Zeilen: 20-23
Quelle: Buttkewitz 2002
Seite(n): 41, Zeilen: 13-19
Einen diskursanalytischen Weg beschritt Stephen Greenblatt, der den New Historicism bzw. Cultural Poetics entscheidend mitbestimmte. In seiner Studie Verhandlungen mit Shakespeare202 vernetzte er die Texte des englischen Dramatikers mit historischen Quellen des elisa[bethanischen Zeitalters und versuchte so, Shakespeares Texte in ihrem zeitgenössischen Umfeld zu betrachten.]

202 Stephen Greenblatt: Verhandlungen mit Shakespeare, Innenansichten der englischen Renaissance, Aus dem Amerikanischen v. Robin Cackett, Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 1993 [= Fischer Literaturwissenschaft 11001]. Vgl. auch Moritz Baßler [Hrsg.]: New Historicism, Literaturgeschichte als Poetik der Kultur, Mit Beiträgen v. Stephen Greenblatt, Louis Montrose u. a., Mit Einleitung und Auswahlbibliographie, Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 1995 [= Fischer Taschenbuch Wissenschaft 11589]; Roland S. Kamzelak [Hrsg.]: „Historische Gedächtnisse sind Palimpseste“, Hermeneutik, Historismus, New Historicism, Cultural Studies, Festschrift zum 70. Geburtstag von Gotthart Wunberg, Paderborn: Mentis 2001.

Einer dieser neuen diskursanalytischen Wege wurde von Stephen Greenblatt beschritten, der den sogenannten New Historicism bzw. Cultural Poetics entscheidend mitbestimmte. In seiner wegweisenden Studie Verhandlungen mit Shakespeare vernetzt er die Texte des englischen Dramatikers mit historischen Quellen des elisabethanischen Zeitalters und versucht auf diese Weise, Shakespeares Texte in ihrem zeitgenössischen Umfeld zu betrachten und die Teilmengen von Text und Text-Äußerem offenzulegen.
Anmerkungen

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) zu bemerken: "Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von [...] Buttkewitz 2002 S. 10-47". Daher erfolgt eine Wertung als Bauernopfer.

Siehe Fortsetzung: Fragment 207 01.

Sichter
Guckar, Hindemith (PlagKat)


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:PlagProf:-), Zeitstempel: 20140918153013

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