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Ts/213

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Literatur und Verbrechen: Kunst und Kriminalität in der europäischen Erzählprosa um 1900

von Dr. Dr. Thomas Sprecher

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Ts/Fragment 213 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-17 21:30:27 Schumann
BauernOpfer, Buttkewitz 2002, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 213, Zeilen: 1-15
Quelle: Buttkewitz 2002
Seite(n): 14, Zeilen: 8-19
Dies könne zur Bestürzung über den zunehmenden Mangel an Wirklichkeit führen oder aber zum Verständnis der Simulation als einem letzten Schritt zur Erhebung des Menschen über die Natur und zur Herstellung seiner eigenen Wirklichkeit. Beide Positionen entsprängen jedoch dem Horizont eines ontologischen Denkens, das die Mimesis begründet. Sie litten unter dem Verdacht, dass Nachahmung eine blosse Kopie der Wirklichkeit und darum zweitrangig sei. Mimesis scheine minderwertig zu sein, wenn man sie mit origineller Schöpfung vergleicht. Simulation bedeute für die einen eine Perfektionierung der Mimesis, indem sie Bilder einer Welt kreiere, die sie selbst entwickelt hat. Diese Herstellung einer neuen Welt könne der Simulation aber nur gelingen, indem sie die Differenz zwischen Original und Abbild egalisiere. Für die anderen repräsentiere sie einfach die letzte Überwindung romantischer Ästhetik und den endgültigen Triumph über die Wirklichkeit. Rufe diese Erkenntnis bei den einen tiefe Bestürzung über den zunehmenden Mangel an Wirklichkeit hervor, so sehen die anderen die Entwicklung der Simulation als einen letzten Schritt zur Erhebung des Menschen über die Natur und zur Herstellung seiner eigenen Wirklichkeit an. Beide Positionen entspringen jedoch dem Horizont eines ontologischen Denkens, das die Mimesis begründet. Sie leiden unter dem Verdacht, daß Nachahmung eine bloße Kopie der Wirklichkeit und darum zweitrangig sei. Mimesis scheine minderwertig zu sein, wenn man sie mit origineller Schöpfung vergleicht. Simulation bedeute für die einen eine Perfektionierung der Mimesis, indem sie Bilder einer Welt kreiert, die sie selbst entwickelt hat. Diese Herstellung einer neuen Welt kann der Simulation aber nur gelingen, indem sie die Differenz zwi-schen Original und Abbild egalisiert. Für die anderen repräsentiere sie einfach die letzte Überwindung romantischer Ästhetik und den endgültigen Triumph über die Wirklichkeit.
Anmerkungen

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) zu bemerken: "Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von [...] Buttkewitz 2002 S. 10-47". Daher erfolgt eine Wertung als Bauernopfer.

Sichter
Guckar, Schumann

[2.] Ts/Fragment 213 16 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-16 17:50:22 Schumann
Buttkewitz 2002, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 213, Zeilen: 16-33
Quelle: Buttkewitz 2002
Seite(n): 86, 87, Zeilen: 19-26, 1-3, 6-10, 15-17
Wolfgang Iser kommt zum Ergebnis von Simulakren über den anthropologisch begründeten Inszenierungsbegriff, der auf der angenommenen Fiktionsbedürftigkeit des Menschen basiert. Er nimmt an, dass ein literarischer Text menschliche Unverfügbarkeiten darstelle und so das menschliche Fiktionsbedürfnis bediene. Das Aussersichsein des Menschen verlange nach Darstellungen von Nicht-Gegenständlichem:222 „[…] die Inszenierung der Literatur veranschaulicht die ungeheuere Plastizität des Menschen, der gerade deshalb, weil er keine bestimmte Natur zu haben scheint, sich zu einer unvordenklichen Gestaltenfülle seiner kulturellen Prägung zu vervielfältigen vermag.“ Bei der performativen Inszenierung von „Evidenzerfahrungen“,223 wozu beispielsweise die Liebe gehöre, gehe es um das Aufzeigen von Alternativen zum unmittelbar zugänglichen Wissen. Inszenierungen modellierten also nicht nur das Unverfügbare, sondern auch das Gewisse.224 Sowohl die Alternativen zu Evidenzerfahrungen als auch die Darstellung von Unverfügbarem begreift Iser als Simulakra, die eine Existenz vortäuschen, ohne jedoch über die Tatsächlichkeit der Nicht-Existenz zu täuschen.

222 Iser, Das Fiktive und das Imaginäre, S. 504 f.
223 Ebd., S. 508.
224 Ebd., S. 510.

[S. 86, Z. 19-26]

5.1 Literarische Inszenierung als Simulakrum

Wolfgang Isers anthropologisch begründeter Inszenierungsbegriff, der auf der angenommenen Fiktionsbedürftigkeit des Menschen basiert, findet im Felix Krull in geradezu exemplarischer Weise seine Bestätigung. Iser geht davon aus, daß ein literarischer Text menschliche Unverfügbarkeiten darstellt und damit als Kompensation für das natürliche Fiktionsbedürfnis des Menschen dient. Die „exzentrische Position des Menschen“, d. h. sein Außersichsein, verlangt, laut Iser, nach einer Darstellung von Nicht-Gegenständlichem, die nur durch „Spielvariationen“ realisiert werden könne.183

[S. 87, Z. 1-3]

Daraus folgt: die Inszenierung der Literatur veranschaulicht die ungeheuere Plastizität des Menschen, der gerade deshalb, weil er keine bestimmte Natur zu haben scheint, sich zu einer unvordenklichen Gestaltenfülle seiner kulturellen Prägung zu verfielfältigen vermag.184

[S. 87, Z. 6-10]

Bei der Inszenierung von „Evidenzerfahrungen“,185 wozu Iser beispielsweise die Liebe zählt, gehe es nicht um die Figuration des Gegenteils von Wirklichkeit, sondern um das Aufzeigen von Alternativen zum unmittelbar zugänglichen Wissen. Inszenierungen modellieren also nicht nur das Unverfügbare, sondern beziehen sich auch auf Gewißheiten.

[S. 87, Z. 15-17]

Sowohl die Alternativen zu Evidenzerfahrungen als auch die Darstellung von Unverfügbarem begreift Iser als Simulakra, die eine Existenz vortäuschen, ohne jedoch über die Tatsächlichkeit der Nicht-Existenz zu täuschen.


183 Iser: Das Fiktive und das Imaginäre, S. 504-505.
184 Ebd., S. 505.
185 Ebd., S. 508.

Anmerkungen

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) zu bemerken: "Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von [...] Buttkewitz 2002 S. 10-47". Der Vf. greift auf Text außerhalb des ausgewiesenen Bereiches zu, daher erfolgt die Wertung als Verschleierung.

Sichter
Guckar


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Schumann, Zeitstempel: 20140917213138

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