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Literatur und Verbrechen: Kunst und Kriminalität in der europäischen Erzählprosa um 1900

von Dr. Dr. Thomas Sprecher

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Ts/Fragment 214 08 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-06-23 16:22:56 Schumann
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Kern 2004, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 214, Zeilen: 8-29
Quelle: Kern 2004
Seite(n): 89, 90, Zeilen: 89: 9ff - 90: 1
In ihrer 1910 erschienenen Schrift Die Rolle des Erzählers in der Epik gründet Käte Friedemann die Unterscheidung von Dramatik und Epik − in Abgrenzung zu Friedrich Spielhagen − auf das Auftreten einer Erzählerfigur, die berichtet, ohne die Stimme des Schriftstellers selbst zu sein. Sie sieht den Erzähler weniger als Figur denn als Textfunktion. Er bleibe im Zentrum der Erzählung, auch wenn er sich nicht, etwa durch Leseransprachen, zu erkennen gebe. „[…] ‚der Erzähler‘ ist der Bewertende, der Fühlende, der Schauende. Er symbolisiert die uns seit Kant geläufige erkenntnistheoretische Auffassung, daß wir die Welt nicht ergreifen, wie sie an sich ist, sondern wie sie durch das Medium eines betrachtenden Geistes hindurchgegangen.“225 Selbst wenn sich der Erzähler ganz hinter seinen Figuren verstecke, sich nicht selbst äussere, sondern die Figuren im mündlichen Dialog kommunizieren lasse, sei er das zugrunde liegende ordnende Prinzip der Geschichte. Er mache eine Geschichte wahrscheinlich. „Die Übermittlung vergangener Geschehnisse durch ein zwischen diesen und dem Leser stehendes Medium bedingt in erster Linie, daß dies Medium, wenn es uns glaubhaft erscheinen soll, die Illusion erwecken muß, als habe es die Geschehnisse von einem bestimmten Punkte aus angeschaut.“226 Dieser Blickpunkt ergebe sich aus der Rolle des Erzählers im Rahmen seiner Erzählung, aus seiner Perspektive auf die erzählte Welt, aus seiner Nähe oder Distanz und daraus, ob er „das von ihm Berichtete als Wirklichkeit oder [als Erfindung aufgefaßt wissen will“.227]

225 Käte Friedemann: Die Rolle des Erzählers in der Epik, Unveränderter reprografischer Nachdruck der Ausgabe Berlin 1910, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1965, S. 26.

226 Ebd., S. 33.

227 Ebd.

[Seite 89]

Im Zusammenhang mit der Wahrscheinlichkeit hat Käte Friedemann Die Rolle des Erzählers in der Epik in den Mittelpunkt der Debatte gerückt. In ihrer 1910 erschienen Schrift gründet Friedemann ihre Unterscheidung von Dramatik und Epik in Abgrenzung zu Friedrich Spielhagen auf das Auftreten einer Erzählerfigur, die die Ereignisse aus kleinerer oder größerer räumlicher und zeitlicher Distanz berichtet, ohne dabei die authentische Stimme des Schriftstellers selbst zu sein. Friedemanns begreift den Erzähler weniger als Figur denn als eine Textfunktion. Der Erzähler ist auch dann das Zentrum der Erzählung, wenn er nicht als Figur auftritt, auch wenn er sich nicht in einer Exposition oder durch Ansprachen des Lesers zu erkennen gibt. „[...] ’der Erzähler’ ist der Bewertende, der Fühlende, der Schauende. Er symbolisiert die uns seit Kant geläufige erkenntnistheoretische Auffassung, daß wir die Welt nicht ergreifen, wie sie an sich ist, sondern wie sie durch das Medium eines betrachtenden Geistes hindurchgegangen.“116 Selbst wenn sich der Erzähler ganz hinter seinen Figuren verstecke, wenn er sich nicht selbst äußert, sondern die Figuren im mündlichen Dialog kommunizieren lasse, sei der Erzähler das zugrundeliegende ordnende Prinzip der Geschichte. Dieser Erzähler ist jene „Struktur lebensweltlicher Wahrnehmung“, die eine Geschichte wahrscheinlich macht.

Diese Struktur hat Käte Friedemann in dem „Blickpunkt des Erzählers“ ausgemacht. „Die Übermittlung vergangener Geschehnisse durch ein zwischen diesen und dem Leser stehendes Medium bedingt in erster Linie, daß dies Medium, wenn es uns glaubhaft erscheinen soll, die Illusion erwecken muß, als habe es die Geschehnisse von einem bestimmten Punkte aus angeschaut.“117 Dieser Blickpunkt ergebe sich aus der Rolle des Erzählers im Rahmen seiner Erzählung, aus seiner Perspektive auf die erzählte Welt, aus seiner Nähe oder Distanz und daraus, ob er „das von ihm Berichtete als Wirklichkeit oder

[Seite 90]

als Erfindung aufgefaßt wissen will“118.]


116 Käte Friedemann: Die Rolle des Erzählers in der Epik, Darmstadt 1965, S. 26.

117 Ebd., S. 33

118 Ebd.

Anmerkungen

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) an:
"Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von Stefan Helge Kern, Die Kunst der Täuschung. Hochstapler, Lügner und Betrüger im deutschsprachigen Roman seit 1945 am Beispiel der Romane Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, Mein Name sei Gantenbein und Jakob der Lügner, Diss. Hannover 2004, S. 10-95."

Die Übernahme erfolgt aus diesem Bereich, doch wird die enge (großteils wörtliche) Anlehnung an die Quelle nicht deutlich. Daher Einordnung als Bauernopfer.

Sichter
Schumann


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Schumann, Zeitstempel: 20140919215113

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