Fandom

VroniPlag Wiki

Ts/221

< Ts

31.377Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0 Teilen

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Literatur und Verbrechen: Kunst und Kriminalität in der europäischen Erzählprosa um 1900

von Dr. Dr. Thomas Sprecher

vorherige Seite | zur Übersichtsseite | folgende Seite
Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Ts/Fragment 221 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2015-07-01 05:40:33 Stratumlucidum
Akalin 2005, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 221, Zeilen: 1-19
Quelle: Akalin 2005
Seite(n): Online-Quelle, Zeilen: –
Mit diesem Kodex etablierte sich eine moralische Optik, die sich bis heute hält, wenn es darum geht, die Kategorie des „unzuverlässigen Erzählens“ wissenschaftlich zu erkunden. In Gegensatz dazu wird der Standpunkt des „Spielraums“, der Autonomie, der relativen moralischen Indifferenz der Kunst eingenommen. Wayne C. Booth, der die Kategorie der unreliability 1961 als Gegenstand der Literaturwissenschaft inaugurierte,245 dachte an einen Widerspruch zwischen Werten und Normen des Erzählers und jenen des impliziten Autors. Spätere Literaturtheoretiker (Ansgar Nünning) haben eher auf den Widerspruch zwischen dem Wertesystem des Textes und dem des Rezipienten abgestellt.

In der moralischen Perspektive werden Werte und Normen in künstlerische Texte hineininterpretiert. Die Kategorie der erzählerischen Unzuverlässigkeit geht von der Konzeption von Zuverlässigkeit als Ideal erzählerischen Verhaltens aus. Das „unzuverlässige Erzählen“ wird zu einem Problem der Glaubwürdigkeit, ja zu einem „Angriff auf den kommunikativen Pakt“ zwischen Autor und» Rezipient. Innerhalb des Moralschemas bewegen sich meist auch jene, die das Vorzeichen einfach umkehren und im „unzuverlässigen Erzählen“ ein subversives Potential sehen.


[245 Vgl. Wayne C. Booth: Rhetoric of Fiction, Chicago/London: University of Chicago Press 1961, 2. Aufl. 1983; Ansgar Nünning [Hrsg.]: Unreliable Narration, Studien zur Theorie und Praxis unglaubwürdigen Erzählens in der englischsprachigen Erzählliteratur, Trier: Wissenschaftlicher Verlag 1998; Ansgar Nünning: Unreliable, compared to what, Towards a Cognitive Theory of Unreliable Narration, Prolegomina and Hypotheses, in: Grenzüberschreitungen, Narratologie im Kontext, hrsg. v. Walter Grünzweig/Andreas Solbach, Tübingen: Narr 1999, S. 53–73; Fabienne Liptay/Yvonne Wolf [Hrsg.]: Was stimmt denn jetzt? Unzuverlässiges Erzählen in Literatur und Film, München: edition text & kritik 2005.]

Wie es aussieht, mag man auch heute nicht auf die moralische Optik verzichten zu wollen [sic], wenn es darum geht, die Kategorie des 'unzuverlässigen Erzählens' wissenschaftlich zu erkunden. Diesen Eindruck vermitteln jedenfalls nicht wenige der 21 Aufsätze des vorliegenden Bands, der aus einer Tagung zum Thema "Unzuverlässiges Erzählen in Literatur und Film" hervorgegangen ist. [...] Lässt man sich als Literatur- und Filmwissenschaftler bei der Bestimmung dieses Terms auf den alles andere als kunstspezifischen Diskurs der Moral ein - man kann schließlich alles Mögliche moralisch beobachten, nicht nur Kunst - oder konzentriert man sich von vornherein auf den "Spielraum der Kunst" und akzeptiert ihre Autonomie, somit auch ihre relative moralische Indifferenz?

Entscheidet man sich für die moralische Option, wird man vor allem "Werte und Normen" in künstlerische Texte hineininterpretieren oder im 'unzuverlässigen Erzählen' ein Problem der "Glaubwürdigkeit" sehen, gar einen "Angriff auf den kommunikativen Pakt" zwischen Autor und Rezipient. Da ist es zunächst ganz unerheblich, ob man 'unreliability' mit Wayne C. Booth, der 1961 diese Kategorie als Gegenstand der Literaturwissenschaft inaugurierte, als Widerspruch zwischen Werten und Normen des Erzählers und des impliziten Autors auffasst oder ob man mit Ansgar Nünning eher auf den Widerspruch zwischen dem Wertesystem des Textes und dem des Rezipienten abhebt. [...]

[...] In beiden Arbeiten dominiert die Konzeption von Zuverlässigkeit als Ideal erzählerischen Verhaltens: [...]

Innerhalb des Moralschemas bewegen sich allerdings auch jene Beiträge, die das Vorzeichen einfach umkehren und im 'unzuverlässigen Erzählen' ein subversives Potenzial sehen. [...]

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die tatsächliche Quelle (die in der vorliegenden Arbeit an keiner Stelle erwähnt wird).

Am Ende von Fn. 245 verweist der Verf. auf den in der Quelle besprochenen Sammelband, dessen Rezeption er aber mit signifikanten wörtlichen Anleihen übernimmt.

Sichter
(Schumann) Stratumlucidum


vorherige Seite | zur Übersichtsseite | folgende Seite
Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Stratumlucidum, Zeitstempel: 20150701054438

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki