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Ts/239

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Literatur und Verbrechen: Kunst und Kriminalität in der europäischen Erzählprosa um 1900

von Dr. Dr. Thomas Sprecher

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Ts/Fragment 239 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-09-19 14:14:30 Schumann
Claßen 1988, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Ts, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 239, Zeilen: 2-32
Quelle: Claßen 1988
Seite(n): 95-97, Zeilen: 95: 14-23; 96: 1-2, 4-13, 17-26, 29ff; 97:1-2
Ein Hochstapler-Trio ergaunert sich das Startkapital für den ewigen Schülertraum von einer gemeinsamen Reise nach Indien. Opfer des Betrugs sind Kommerzienrat Arthur Cronheim, ein Börsenspekulant, und seine Frau Bella, die beide für die Scheinmoral und Korruptheit der Gesellschaft des Kaiserreichs stehen. Demgegenüber stammen die drei Hochstapler, die bei Cronheim wieder zusammenkommen, aus sozialen Randgruppen. Robert Krust ist ein ehemaliger Bankbeamter, der wegen Unterschlagung ein Jahr Gefängnis verbüsst hat. Bei den Cronheims trifft er auf den ehemaligen Schulkameraden Ernst Sperber, der unter dem Decknamen Ernst Steilhart ein Verhältnis mit Bella Cronheim hat. Als Gast des Hauses erscheint schliesslich der Konzertsänger Willibald Salding alias Willy Seidler. Die drei beschliessen einen gross angelegten Betrug zur Finanzierung ihres Lebenswunsches. Sie verkaufen dem habgierigen Kommerzienrat für drei Millionen Mark ein Grundstück auf einem Berg in Ascona und täuschen Beweise für eine Ölquelle vor. Bei einer Freifrau von Rottenburg erschleichen sie ein Stipendiat von 30.000 Mark für einen begabten Gesangsschüler, den es nicht gibt. So können die drei den Jugendtraum verwirklichen: Das Stück endet mit der Abfahrt nach Indien.

Die Hochstapler kehren die bürgerliche Moral um: „Siehst du, wer ein Gewissen hat, ist gewissenlos, und gewissenhaft, wer keins hat“, meint Krust,28 und Steilhart findet, „daß man in dieser Welt das sein muß, was er ‚schlecht‘ nennt, wenn das Leben überhaupt erträglich sein soll“.29

Interessanterweise kommt in Mühsams Stück auch ein Literat vor, nämlich der siebzehnjährige Werner, der Sohn des Hauses. Schon durch seinen Umgang mit den niederen Dienstboten löst er bei den Eltern Empörung aus, und als eines seiner heimlich geschriebenen Gedichte in einer Zeitung veröffentlicht wird, verbittet sich der Vater solche „Dummheiten“. Der Künstler ist Paria und Aussenseiter. Er gilt in dieser Gesellschaft nichts. „Man kann sich doch nicht gemein machen mit [so einem Künstler", sagt Bella Cronheim in Bezug auf den Konzertsänger Salding.]


28 Mühsam, Die Hochstapler, S. 111.
29 Ebd., S. 118.

In dem Stück ergaunert sich ein Hochstapler-Trio das Startkapital für den ewigen Schülertraum von einer gemeinsamen Reise nach Indien. Opfer des Betrugs sind Kommerzienrat Arthur Cronheim, ein Börsenspekulant, und seine Frau Bella, die beide die Scheinmoral und Korruptheit der Gesellschaft des Kaiserreiches repräsentieren. Demgegenüber stammen die drei Hochstapler, deren Lebenswege sich im Hause des Kommerzienrats wieder kreuzen, aus den sozialen Randgruppen. Robert Krust ist ein ehemaliger Bankbeamter, der wegen Unterschlagung von 6.000 Mark ein Jahr Gefängnis verbüßt hat. [...]

Bei den Cronheims trifft Krust auf den ehemaligen Schulkameraden Ernst Sperber, der unter dem Decknamen Ernst Steilhart ein Verhältnis mit Bella Cronheim hat. Als Gast des Hauses

[Seite 96]

erscheint schließlich der Konzertsänger Willibald Salding alias Willy Seidler, der das Trio der Ehemaligen komplett macht. [...] Die drei beschließen einen groß angelegten Betrug zur Finanzierung ihres Lebenswunsches. Sie verkaufen dem habgierigen Kommerzienrat für drei Millionen Mark ein Grundstück auf einem Berg in Ascona und täuschen Beweise für eine Ölquelle vor. Einer Freifrau von Rottenburg trotzen sie ein Stipendiat von 30.000 Mark für einen nicht existenten begabten Gesangsschüler ab. Durch Hochstapelei und Betrug können die drei Freunde ihren Jugendtraum verwirklichen, das Stück endet mit der Abfahrt nach Indien. [...]

Siehst du, wer ein Gewissen hat, ist gewissenlos, und gewissenhaft, wer keins hat.(236)

stellt Krust abschließend fest; und Steilhart vertritt die Auffassung,

daß man in dieser Welt das sein muß, was er "schlecht" nennt, wenn das Leben überhaupt erträglich sein soll.(237)

Als eine Art Vermittlerfigur zwischen den beiden heuchlerischen, nach Wohlstand und Bequemlichkeit gierenden Parteien steht der siebzehnjährige Werner, der Sohn der Cronheims. [...] Werner, der schon durch seine Umgangsart mit den niederen Dienstboten bei den Eltern Empörung auslöst, stößt erst recht auf Widerstand, als eines seiner heimlich geschriebenen Gedichte in einer Zeitung veröffentlicht wird. Der Vater verbittet sich solche "Dummheiten". Kurz zuvor schildert Bella Cronheim ausgerechnet dem Hochstapler Steilhart, daß sie sich vor dem Konzertsänger Salding habe verleugnen lassen.

[Seite 97]

Man kann sich doch nicht gemein machen mit so einem Künstler.

236 Ebd., S. 111. 237 Ebd., S. 118.

Anmerkungen

Die Zusammenfassung der Handlung, samt Charakterisierung der Hauptfiguren und Auswahl der Zitate wird gekürzt übernommen.

Sichter
Aggrippina


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