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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
fret
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 28, Zeilen: 7-22
Quelle: Kern 2004
Seite(n): 47, Zeilen: 47: 16-26; 48: 20-25
In Hesiods Theogonie dann (um 700 v. Chr.), welche die Entstehung der Welt und der Götter schildert, werden List und Trug nicht mehr nur mit Klugheit und Schläue verbunden. Sie sind vielmehr das einzige Mittel, mit dem sich die jungen Götter gegen die alten durchsetzen können. Mit List kompensieren die Schwachen ihre Schwäche. Aus Angst vor dem Verlust der Macht frisst Kronos seine Kinder. Rhea aber versteckt Zeus und legt ihrem Gatten statt des Säuglings einen Stein ins Tuch. Später kann Zeus den Vater mit List dazu bringen, auch die Geschwister freizugeben, und so die Herrschaft über Götter und Menschen übernehmen.14

Und gar Hermes, der listenreiche Gott der Diebe, ein Schelm und Meister des Trugs und der schlauen, rätselhaften Rede.15 Gleich nach der Geburt stiehlt er Apollon, dem Bruder, fünfzig Rinder mit Hilfe einer List: Er bastelt Schuhe aus Reisig für die Tiere, damit sie merkwürdige Abdrücke, aber keine Spuren hinterlassen. Und er läßt sie rückwärts gehen.


14 Hesiod: Theogonie, V. 448–501, in: Hesiod: Sämtliche Gedichte, Theogonie, Erga, Frauenkataloge, übersetzt und erläutert v. Walter Marg, Zürich/Stuttgart: Artemis 1970, S. 51–54.
15 Vgl. Karl Deichgräber: Der listensinnende Trug des Gottes, Vier Themen des griechischen Denkens, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1952, S. 108–119.

[Seite 47]

In der Theogonie des Hesiod erfährt Täuschung eine erste Umwertung: Trug und List sind dort nicht mehr nur mit Schalkhaftigkeit und Schläue assoziiert. Täuschung wird vielmehr zum einzigen Mittel, mit dem sich die jungen Götter gegen die alten, die Schwachen gegen die Starken wehren können. Sie wird "berechtigte List des Unterdrückten gegen den Unterdrücker“4, der mit List seine Ohnmacht kompensiert. [...] Rhea kommt nur mit List gegen den Vater ihrer Kinder an: Sie versteckt den gerade geborenen Zeus und legt ihrem Gatten statt des Säuglings einen Stein ins Tuch. Später kann der auf diese Weise gerettete Zeus seinen Vater wiederum mit List dazu bringen, auch die verschlungenen Geschwister wieder freizugeben, und die Herrschaft über Götter und Menschen übernehmen.5

[Seite 48]

Zugleich ist er aber auch der listenreiche Gott der Diebe, ein Meisterdieb und Schelm, Gott der Spitzbübereien und des Trugs.8 Gleich nach seiner Geburt durch die Nymphe Maya stiehlt Hermes seinem Bruder Apollon fünfzig Rinder mit Hilfe einer List: Der Säugling bastelt Schuhe aus Reisig für die Tiere, damit sie merkwürdige Abdrücke, aber keine Spuren hinterlassen. Um seinen Bruder vollends zu irritieren, läßt er die Tiere rückwärts gehen.


4 Karl Deichgräber: Der listensinnende Trug des Gottes, Göttingen 1952, S. 124 f.
5 Hesiod: Theogonie, 448-501. In: Sämtliche Gedichte. Übers. und erl. v. Walter Marg, Zürich und Stuttgart 1970, S. 51-54.
8 Vgl. Karl Deichgräber: Der listensinnende Trug des Gottes, S. 108-119.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die erkennbar eigentliche Quelle.

Sichter
(fret) Schumann

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