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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 59, Zeilen: 8-15, 103-111
Quelle: Piess 2006
Seite(n): 6; 8, Zeilen: 6: li. Sp. 12-14 u. 45-47, re. Sp. 39-42; 8: Referenzteil unten
Was aber macht seine Faszination aus? Warum ist er ein universelles „massenkulturelles Phänomen“105 geworden? Einer seiner grössten Reize liegt nach Ernst Bloch in der „Rekonstruktion eines Unerzählten“106 und der Ratelust der Leser.107 Die Aufklärung des zunächst unerklärlich Scheinenden, schloss Bert Brecht, biete ihnen verschiedenartigste „Komplexe von Geschehnissen, in denen die Kausalität befriedigend funktioniert. Das ergibt genussvolles Denken“.108

105 Bruno Franceschini/Carsten Würmann [Hrsg.]: Verbrechen als Passion, Neue Untersuchungen zum Kriminalgenre, Berlin: Weidler 2004 [= JUNI Magazin für Literatur und Politik 37/38], S. 8.

106 Ernst Bloch: Philosophische Ansicht des Detektivromans [1960/65], in: Jochen Vogt [Hrsg.]: Der Kriminalroman, München: Wilhelm Fink 1971, Bd. I, S. 38–51, 45.

107 Vgl. Cornelia Vismann: Sherlockholmessuperdetektiv, in: Literaturen 11/2001, S. 14–17, 14.

108 Bertolt Brecht: Über die Popularität des Kriminalromans, in: Vogt, Der Kriminalroman, Bd. I, S. 33–37, 35.

[Seite 6]

Was aber macht den sonderbaren Reiz kriminalistischer Stoffe aus? Warum ist der Krimi ein universelles »massenkulturelles Phänomen«1? [...]

[...]

[Ähnlich erfolgreich, aber ganz anders in Form und Gehalt verhält es sich mit dem schlauen, pointierten Rätsel- bzw. Detektivroman:] Hier liegt der Reiz hauptsächlich in der »Rekonstruktion eines Unerzählten«5. Die Leiche am Anfang suggeriert dem Leser eine unbändige Ratelust;6 [...]

[...] Dazu bietet die Aufklärung des anfangs Unerklärlichen, die Denksportaufgabe, dem Leser verschiedenartigste »Komplexe von Geschehnissen, in denen die Kausalität befriedigend funktioniert. Das ergibt genussvolles Denken«9, [...]

[Seite 8]

1 Bruno Franceschini und Carsten Würmann (Hgg.): Verbrechen als Passion. Neue Untersuchungen zum Kriminalgenre. Berlin 2004. S. 8.

[...]

5 Bloch: »Philosophische Ansicht« [= Ernst Bloch: »Philosophische Ansicht des Detektivromans«, in: Der Kriminalroman. Bd. I. Hg. von Jochen Vogt. München 1998. S. 38-51], S. 45.

6 Vgl. Cornelia Vismann: »Sherlockholmessuperdetektiv«, in: Literaturen 11/2001. S. 14-17, hier: S. 14.

[...]

9 Bertolt Brecht: »Über die Popularität des Kriminalromans«, in: Der Kriminalroman I, a.a.O. [= Der Kriminalroman. Bd. I. Hg. von Jochen Vogt. München 1998] S. 33-37, hier: S. 35.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die – an keiner Stelle der untersuchten Arbeit erwähnte – eigentliche Quelle; auch die Referenzen werden (in gleicher Reihenfolge) mit übernommen.

Man beachte in diesem Zusammenhang insbesondere, dass sich die Aufsätze von Ernst Bloch und Bertolt Brecht nicht im ersten Band des zweibändigen Werks Der Kriminalroman (1971) von Jochen Vogt auf S. 38-51 bzw. 33-37 finden, sondern im zweiten auf S. 322-343 bzw. 315-321.

Zudem kommt bei Bloch der als wörtliches Zitat gekennzeichnete Terminus "Rekonstruktion eines Unerzählten" so nicht vor; bei diesem heißt es auf S. 334 "sein Unerzähltes und dessen Rekonstruktion". (Bei Brecht heißt es auf S. 319 "genußvolles Denken", das in einem Zitat auch bei genereller Verwendung der Schweizer ss-Schreibung so hätte wiedergegeben werden müssen.)

Der Verf. übersieht hier, dass Piess (2006) die 1998er Ausgabe des Sammelbandes zitiert, die sich von der von 1971 hinsichtlich Reihenfolge der Beiträge und Zusammensetzung des Autorenkorpus erheblich unterscheidet (und im Gegensatz zu der Angabe von Piess auch nur aus einem einzigen Buch besteht).

Die Abweichungen im Wortlaut gegenüber den Originaltexten lassen sich sowohl im Vergleich mit der früheren als auch der späteren Ausgabe feststellen; ganz offenbar liegt dem Verf. also weder die eine noch die andere vor. Auf Seite 62 macht er denselben, überaus signifikanten Fehler.

Sichter
(Schumann) Stratumlucidum

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