Fandom

VroniPlag Wiki

Ts/Fragment 062 21

< Ts

31.363Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0 Share

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.


Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 62, Zeilen: 21-24, 27-32, 104-106
Quelle: Piess 2006
Seite(n): 6; 8, Zeilen: 6: li. Sp. 46-49, re. Sp. 1-13; 8: Referenzteil
Für Mitleid ist die Zeit zu knapp. Die Opfer stehen nicht im Zentrum. Sie sind Staffagefiguren: notwendiges Material für Indizien und Motive, darüber hinaus aber unwichtig.

[...] Die „misstrauische Aufmerksamkeit“ des Lesers119 blickt dem Detektiv beim Zeichensammeln über die Schultern. Leser und Detektiv stellen Arbeitshypothesen auf. Jede Figur steht unter Pauschalverdacht, und so ist „[i]n keiner Romanform [...] das Studium von Mimik und Gestik des Gegenübers so entwickelt“.120


119 Richard Alewyn: Anatomie des Detektivromans, in: Vogt, Der Kriminalroman, Bd. I [= Jochen Vogt [Hrsg.]: Der Kriminalroman, München: Wilhelm Fink 1971, Bd. I], S. 52–72, 56.

120 Ebd., S. 65.

[Seite 6]

[Die Leiche am Anfang suggeriert dem Leser eine unbändige Ratelust;6] für Mitleid ist die Zeit zu knapp, der Täter könnte schon längst über alle Berge sein! Das Getötete ist lediglich Material für Indizien und Motive, Aufklärung reduziert sich also auf die Frage »Whodunit?«. Es geht ans Faktensammeln, Leser und Protagonist stellen gewissermaßen gemeinsam Arbeitshypothesen auf, man befragt Angehörige des Opfers (hierbei muss das Ermittelnde ähnlich kaltblütig sein wie das Tötende), so dass man wiederum neue Arbeitshypothesen aufstellen kann. Die »misstrauische Aufmerksamkeit«,7 die den Leser zwangsläufig vereinnahmt, die begeisterte Neugier, das Geheimnis zu lüften, schärft dessen Blick für alle erdenklichen Indizien. Jeder Charakter wird kritisch beäugt und steht unter Pauschalverdacht. »In keiner Romanform ist das Studium von Mimik und Gestik des Gegenübers so entwickelt«, schreibt der Literaturwissenschaftler Richard Alewyn.8

[Seite 8]

7 Richard Alewyn: »Anatomie des Detektivromans«, in: Der Kriminalroman I, a.a.O. [= Der Kriminalroman. Bd. I. Hg. von Jochen Vogt. München 1998] S. 52-72, hier: S. 56.

8 Ebd., S. 65.

Anmerkungen

Der Verf. löst sich stärker vom Inhalt der Quelle, aus der er – inkl. Referenzen – gerafft und mit Umformulierungen und Ergänzungen übernimmt (die jedoch nirgends in der Arbeit genannt wird).

Man beachte insbesondere, dass er ausweislich Fn. 106 auf Seite 59 die 1971er Ausgabe von Jochen Vogts Der Kriminalroman zu zitieren vorgibt. In diesem zweibändigen Werk findet sich der Aufsatz von Richard Alewyn allerdings nicht in Band I auf S. 52-72, sondern in Band II auf S. 372-404.

Zudem kommt bei Alewyn der als wörtliches Zitat gekennzeichnete Terminus "misstrauische Aufmerksamkeit" so nicht vor; bei diesem heißt es auf S. 379 "mit mißtrauischer Aufmerksamkeit" (korrekt wäre daher – wie vom Verf. im folgenden Zitat praktiziert und trotz genereller Verwendung der Schweizer ss-Schreibung – "mißtrauische[r] Aufmerksamkeit").

Auch beim zweiten Zitat findet sich ein übernommener Fehler; im Original lautet der entspr. Satz auf S. 394: "In keiner Romanform ist das Studium von Mimik oder Gestik des Gegenübers so entwickelt."

Der Verf. übersieht hier – wie schon zuvor auf S. 59 –, dass Piess (2006) die 1998er Ausgabe des Sammelbandes verwendet, die sich von der von 1971 hinsichtlich Reihenfolge der Beiträge und Zusammensetzung des Autorenkorpus erheblich unterscheidet (und im Gegensatz zu der Angabe von Piess auch nur aus einem einzigen Buch besteht).

Die Abweichungen im Wortlaut gegenüber den Originaltexten lassen sich sowohl im Vergleich mit der früheren als auch der späteren Ausgabe feststellen; ganz offenbar liegt dem Verf. also weder die eine noch die andere vor.

Sichter
(Schumann) Stratumlucidum

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki