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Ts/Fragment 089 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 89, Zeilen: 1-21, 103-106
Quelle: Simanowski 1999
Seite(n): Online-Quelle, Zeilen: –
Entstehung und Erfolg des romantischen Räuberromans sind Ergebnis der Ausdifferenzierung einer modernen Unterhaltungsliteratur und der Evolution der Verbrechersemantik:179

Als ,edler Räuber' ist der Held dieser Romane sowohl aus der Gesellschaft ausgegrenzt wie in sie integriert. Die alteuropäische Semantik, die den Verbrecher in die Einsamkeit gesellschaftsferner Räume verbannte, wird aufgegriffen, um die moderne Exklusionsindividualität (Luhmann) zu beschreiben: Der Räuber (oder [...] der Schriftsteller, der Leser, der Verleger) hat als Person keinen festen, ihm bestimmten Ort mehr in der Gesellschaft; er ist immer auch ein anderer. Insofern kann der Räuberroman als simplifizierende Darstellung der Individualitätsproblematik in der modernen Gesellschaft gelesen werden. Sein Erfolg beruht dann darauf, daß es ihm gelingt, bestimmte Aspekte der überaus komplexen Verhältnisse in verhältnismäßig einfachen, geradezu trivialen Mustern zu thematisieren.

Der Räuberroman galt literarisch bald als „Negativwert, als Gegenstück zu den Dichtungen“.180 In Johann Wilhelm Appells Buch Die Ritter-, Räuber- und Schauerromantik, Zur Geschichte der deutschen Unterhaltungsliteratur (1859) war vom „literarischen Sumpfgeflecht“ die Rede, das den „Geschmack für das Bessere“ abgestumpft und den „Segen, den unsere klassische Dichtung schaffen sollte“, verringert habe.181


179 Dainat, Abaellino, Rinaldini und Konsorten, S. 281.

180 Ebd., S. 17.

181 Johann Wilhelm Appell: Die Ritter-, Räuber- und Schauerromantik, Zur Geschichte der deutschen Unterhaltungsliteratur, Leipzig 1859, S. 50 und 5.

Holger Dainat: Abaellino, Rinaldini und Konsorten. Zur Geschichte der Räuberromane in Deutschland. (Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur 55) Tübingen: Niemeyer 1996. 317 S. Kart. DM 92,-.

[...]

[...] Wie die Geschichte der Trivialliteraturfoschung zeigt, diente diese in ihren Anfängen vielmehr der Ausrichtung der Literaturwissenschaft auf das Dichotomiemodell, indem sie den Räuberroman als "Negativwert, als Gegenstück zu den Dichtungen" (S. 17) festschrieb. Eine Pioniertat in diesem Sinne war zweifellos Johann Wilhelm Appells Buch Die Ritter-, Räuber- und Schauerromantik. Zur Geschichte der deutschen Unterhaltungsliteratur (1859), in dem vom "literarischen Sumpfgeflecht" die Rede war, das den "Geschmack für das Bessere" abgestumpft und den "Segen, den unsere klassische Dichtung schaffen sollte", verringert habe.1 [...]

[...]

Im Ergebnis seiner Untersuchung zeitgenössischer Räuberromane, die sich freilich auch auf eine Vielzahl von Rezensionen und literarhistorische Abhandlungen stützt, hält Dainat fest, daß Entstehung und Erfolg des romantischen Räuberromans Ergebnis der Ausdifferenzierung einer modernen Unterhaltungsliteratur und der Evolution der Verbrechersemantik sind: "Als ‘edler Räuber’ ist der Held dieser Romane sowohl aus der Gesellschaft ausgegrenzt wie in sie integriert. Die alteuropäische Semantik, die den Verbrecher in die Einsamkeit gesellschaftsferner Räume verbannte, wird aufgegriffen, um die moderne Exklusionsindividualität (Luhmann) zu beschreiben: Der Räuber (oder, um auf das 2. Kapitel zurückzukommen: der Schriftsteller, der Leser, der Verleger) hat als Person keinen festen, ihm bestimmten Ort mehr in der Gesellschaft; er ist immer auch ein anderer. Insofern kann der Räuberroman als simplifizierende Darstellung der Individualitätsproblematik in der modernen Gesellschaft gelesen werden. Sein Erfolg beruht dann darauf, daß es ihm gelingt, bestimmte Aspekte der überaus komplexen Verhältnisse in verhältnismäßig einfachen, geradezu trivialen Mustern zu thematisieren." (S. 281)


1 Johann Wilhelm Appell: Die Ritter-, Räuber- und Schauerromantik. Zur Geschichte der deutschen Unterhaltungsliteratur. Leipzig 1859, S. 50 und 5.

Anmerkungen

Die eigentliche Quelle – eine Rezension von Dainats Monografie – wird (auch in der gesamten Arbeit) nicht genannt.

Da sich keine Fehler in den Zitaten und deren Belegen finden lassen, ist es zwar denkbar, dass der Verf. diese überprüft haben könnte; angesichts der nachweisbaren Verwendung einer zweistelligen Zahl von an keiner Stelle in der vorliegenden Arbeit ausgewiesenen Online-Quellen wird man hier aber in jedem Fall von einem Verstoß gegen das Gebot wissenschaftlicher Redlichkeit in Form einer Aneignung von Arbeitsergebnissen Dritter sprechen müssen.

Eine konkrete Auseinandersetzung mit sowohl Dainat (1996) als auch Appell (1859) erfolgt nur an dieser Stelle.

Sichter
(Schumann) Stratumlucidum

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