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Ts/Fragment 175 05

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 175, Zeilen: 5-12
Quelle: Kern 2004
Seite(n): 70; 71, Zeilen: 70: 6-10; 71: 10-14
Wenn Literaturtheorie und philosophische Ästhetik unter den Begriffen Mimesis und Fiktionalität diskutieren, ob Dichtung Abbild, Vorbild oder Gegenbild der Welt sei oder sein solle, wird immanent vorausgesetzt, dass sie überhaupt in Beziehung zur Wirklichkeit steht. Es ist in der Geschichte der ästhetischen Theorie eine jeweils neue Vorstellung von Wirklichkeit, welche auf den Begriff der Dichtung zurückwirkt, wie der Philosoph Hans Blumenberg in seinem Aufsatz Wirklichkeitsbegriff und Möglichkeit des Romans betont: [„[…] gerade dadurch, daß dem poetischen Gebilde von allem Anfang unserer Tradition an seine Wahrheit bestritten worden ist, ist die Theorie von der Dichtung zu einem systematischen Ort geworden, an dem der Wirklichkeitsbegriff kritisch hereinspielen und aus seiner präformierten Implikation heraustreten muß.“87]

[87 Hans Blumenberg: Wirklichkeitsbegriff und Möglichkeit des Romans, in: Hans Robert Jauß [Hrsg.]: Nachahmung und Illusion, 2., durchgesehene Aufl. München: Wilhelm Fink 1969 [= Poetik und Hermeneutik 1], S. 10.]

[Seite 70]

Unter den Begriffen „Mimesis“ und „Fiktionalität“ wird in der philosophischen Ästhetik und in der Literaturtheorie diskutiert, ob die Dichtung Abbild, Vorbild oder Gegenbild der Welt sei oder sein solle. In einer Voraussetzung sind sich dabei alle divergierenden Einschätzungen des Verhältnisses von Dichtung und Welt einig: daß Dichtung in Beziehung zur Wirklichkeit stehe.

[Seite 71]

In der Geschichte der ästhetischen Theorie ist es eine jeweils neue Vorstellung von Wirklichkeit, die einen veränderten Begriff künstlerischer Nachahmung erfordert, wie Hans Blumenberg in seinem Aufsatz Wirklichkeitsbegriff und Möglichkeit des Romans nachgewiesen hat. [„Also gerade dadurch, daß dem poetischen Gebilde von allem Anfang unserer Tradition an seine Wahrheit bestritten worden ist, ist die Theorie von der Dichtung zu einem systematischen Ort geworden, an dem der Wirklichkeitsbegriff kritisch hereinspielen und aus seiner präformierten Implikation heraustreten muß. [...]"65]


[65 Hans Blumenberg: Wirklichkeitsbegriff und Möglichkeit des Romans. In: Hans Robert Jauß (Hrsg.): Nachahmung und Illusion, S. 10.]

Anmerkungen

Der Vf. gibt zu Beginn von Kap. E (S. 143-221) an:
"Die Ausführungen in diesem Kap. folgen zum Teil den Darlegungen von Stefan Helge Kern, Die Kunst der Täuschung. Hochstapler, Lügner und Betrüger im deutschsprachigen Roman seit 1945 am Beispiel der Romane Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, Mein Name sei Gantenbein und Jakob der Lügner, Diss. Hannover 2004, S. 10-95 [...]"

Die Übernahme erfolgt aus diesem Bereich, doch wird die enge (großteils wörtliche) Anlehnung an die Quelle nicht deutlich. Daher Einordnung als Bauernopfer.

Das Zitat von Blumenberg (1969) wird nicht Plagiat gewertet, da es korrekt wiedergegeben wird und nachgeschlagen worden sein könnte.

Sichter
(Schumann) Stratumlucidum

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